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Neonazistisches Störtebeker-Netz abgeschaltet?

11. August 2006 06:59 363 mal gelesen Kein Kommentar

Das neonazistische Störtebeker-Netz ist seit heute nicht mehr zu erreichen. Ob es sich dabei nur um einen vorübergehendes technisches Problem bei dem Neonazi-Portal handelt oder die Seite tatsächlich abgeschaltet wurde, ist noch nicht klar. Besucher des Störtebeker-Netzes werden direkt auf die Seite von altermedia.info weitergeleitet; das rechtsextreme Gegenprojekt zu Indymedia. Auch ältere Artikel auf dem Störtebeker-Netz sind nur noch über die Cache-Funktion in den Suchmaschinen abrufbar. Nun ist es bereits seit längerem so, dass die Inhalte von Störtebeker-Netz auf Altermedia gespiegelt werden. Doch jetzt scheint der Mann hinter dem Störtebeker-Netz, Axel Möller aus Stralsund, seine Internet-Plattform dichtgemacht zu haben und ausschließlich bei Altermedia seine Hetze zu verbreiten.

Bereits vor einigen Monaten hatte Möller die Kommentarfunktion bei Störtebeker-Netz abgeschaltet. Außerdem dementiert Möller auch seit einigen Wochen, dass er der Betreiber des Störtebeker-Netzes sei. So erklärte er beispielsweise gegenüber dem NDR-Magazin Panorama, er habe nichts mit der Seite zu tun. Dabei weiß dies sowohl Freund und Gegner des Neonazis. Erst im Juni hatte die NPD Möller als Betreiber des Störtebeker-Netzes bezeichnet. Auch Günter Deckert, der mehrmals auf Möllers Seiten seine Kommentare zur Entwicklung in der NPD veröffentlichte, nennt Störtebeker-Netz ein “Ein-Mann-Unternehmen von Axel Möller”. Der Verfassungsschutz weiß ebenfalls, dass Möller hinter dem Angebot steckte. In Jahr 2003 hatte Möller sich gegenüber einem Journalisten damit gerühmt, im Netz “die Nummer Eins zu sein”.

Allerdings scheint Möller unter Druck zu stehen und zieht sich daher möglicherweise hinter Altermedia zurück. So laufen mindestens in zwei Fällen Ermittlungen gegen Möller, der wegen Volksverhetzung bereits vorbestraft ist. Ein Mann aus Greifswald zeigte Möller im Jahr 2005 erneut wegen Volksverhetzung an. Wahrscheinlich will sich Möller jetzt der Strafverfolgung entziehen, in dem er sich von seinem Projekt distanziert, beziehungsweise es sogar möglicherweise endgültig versenkt hat.

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