MV: Stärke der NPD ist die Inhaltsleere der anderen Parteien
Die taz hat am 12. September 2006 ein lesenswertes Interview mit Politikwissenschaftler Hubertus Buchstein geführt sowie einen weiteren interessanten Artikel zum sich abzeichnenden Erfolg der NPD in Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht. Buchstein betont, dass die Wahlplakate der NPD bei vielen Menschen bestens ankommen. Schließlich thematisierten die Rechtsextremen in ihrer Kampagne alltägliche Sorgen der Bürger wie Arbeitslosigkeit oder Schulschließungen, erklärt Hoffmann. Die Plakate der demokratischen Parteien hingegen seien meist “völlig inhaltsleer”. Buchstein warnt eindringlich davor, die NPD zu unterschätzen, dies zeige schon ihr professioneller Wahlkampf. Doch ihre eigentliche Stärke ist die Schwäche der demokratischen Parteien.
Die Financial Times Deutschland weist in ihrem Kommentar darauf hin, dass ein weiterer Erfolg der NPD ein Indiz für die zunehmende Demokratieferne einiger Bevölkerungsteile sei. “Wie ‘normal’ es in Teilen der östlichen Bundesländer inzwischen ist, rechts zu wählen, hat die letzte Wahl in Brandenburg gezeigt. Dort gelang es der rechtsextremen DVU, zum zweiten Mal hintereinander in den Landtag zu kommen. Und das, obwohl die aus München gelenkte Fraktion in ihrer ersten Legislaturperiode in der Öffentlichkeit so gut wie gar nicht in Erscheinung trat”, so die FTD. Nach der Wahl könnten Politiker so damit beschäftigt sein, “dem Rest der Welt zu erklären, dass die Bundesrepublik kein Sammelbecken von Neonazis ist (was sie in der Tat nicht ist). Vor lauter Beteuerungen könnten sie übersehen, dass da ein ganz schleichender gesellschaftlicher Prozess im Gange ist. “

