Brandenburg: Neonazi-Bande “Märkischer Heimatschutz” jetzt bei der NPD
Laut einem Bericht der taz vom 07. November 2006 hat sich die “Kameradschaft” “Märkischer Heimatschutzbund” (MHB) am Wochenende aufgelöst. Die Neonazis aus diesem Zusammenschluss wollten sich künftig in der NPD engagieren, so die taz: “Wir beabsichtigen, jeder nach seinem Interesse, nun den parlamentarischen Weg zu gehen”.
Damit integriert die NPD weitere Teile der Neonazi-Szene in der Partei. Diese Strategie, die bereits in Mecklenburg-Vorpommern die schwachen NPD-Strukturen stärken konnte, wird auch in Brandenburg angewandt. Gleichzeitig ergebe sich aber aus diesem Schritt Diskussionsstoff für die Neonazi-Szene, so die taz: Das Konzept der “Freien Kameradschaften” wurde in den 90er Jahren als Reaktion auf eine Verbotswelle erfolgreich in der rechten Szene umgesetzt. Die aktionistischen – weil losen – Strukturen werden jetzt aber wieder zu Gunsten einer starren Partei aufgegeben.
Die taz berichtet, Kenner der Brandenburger Neonaziszene wie Toni Peters vom Antifaschistischen Pressearchiv in Berlin verweisten allerdings darauf, dass der “Märkische Heimatschutz” seit gut einem Jahr kaum noch aktiv gewesen sei. Sein Chef Gordon Reinholz habe sich offensichtlich darauf konzentriert, seinen Versandhandel für Rechtsrock und Hooligan-Kleidung voranzutreiben.


[...] Die Berliner Morgenpost stellt am 12. Februar 2007 das angebliche Ende einiger “Kameradschaften” – Zusammenschlüsse von Neonazis ohne festen organisatorischen Rahmen – in Brandenburg in Frage. Nach Angaben des Verfassungsschutzes in Brandenburg könnten sich die Neonazi-Banden “Märkischer Heimatschutz” [Selbstauflösung MHS, Oktober 2006], “Gesinnungsgemeinschaft Südostbrandenburg”, “Sturm Cottbus”, “Lausitzer Front Guben” sowie zuletzt die “Interessengemeinschaft Sturm Oranienburg” nur zum Schein selbst aufgelöst haben, heißt es. “Zum einen sind diese Scheinauflösungen ein Reflex auf Verbote anderer Kameradschaften und Vereine. Zum anderen wurden Internetseiten der Neonazis von Hackern ausspioniert und lahmgelegt. Aus Angst davor haben Neonazis weitere Seiten eigenständig vom Netz genommen”, so der Verfassungsschutz. [...]