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Die NPD hofft: Republikaner angeblich vor der Spaltung

28. November 2006 16:46 15 mal gelesen Kein Kommentar

Die Republikaner stehen vor einem erneuten internen Machtkampf. Der stellvertretende Bundesvorsitzende Björn Clemens will beim Rep-Bundesparteitag am 9. und 10. Dezember gegen Parteichef Rolf Schlierer antreten. Dies gab Clemens am 23. November 2006 in einer Pressemitteilung bekannt. Außerdem spricht sich Clemens gegen den „Abgrenzungsfetischismus“ gegen die NPD aus.

Er habe erkannt, dass in den kommenden zehn Jahren für die Republikaner keine Wahlerfolge gegen die NPD möglich seien, so Clemens im Interview. Er wolle nicht ein Prozent bei Wahlen erreichen, damit es dann Geld vom Staat gebe. Sein Ziel sei es, in den Deutschen Bundestag einzuziehen. Zu den Chancen seiner Kandidatur gegen Schlierer wollte er sich nicht äußern, er habe aber ein „gutes Gefühl“. Bereits beim letzten Bundesparteitag war der Düsseldorfer Rechtsanwalt gegen Schlierer in den Ring gestiegen, damals holte er immerhin 40 Prozent der Stimmen.

„Katze aus dem Sack gelassen“

In der Rep-Bundeszentrale gab man sich auf Anfrage wenig überrascht über Clemens Aussagen zur NPD. „Nun hat er die Katze also aus dem Sack gelassen“, kommentierte eine Sprecherin. Mit seiner Position zu der NPD sei er aber chancenlos in der Partei, auch wenn es natürlich eine Unzufriedenheit über die derzeitige Lage gebe. Es habe in der Vergangenheit schon des Öfteren Gerüchte über Absprachen mit der NPD gegeben, so die Sprecherin weiter, besonders bei den jüngsten Wahlen in Berlin. Clemens sagte im Interview, dazu könne er sich nicht äußern, da der Landesverband die Wahl in Berlin vorbereitet hatte. Clemens trat als Spitzenkandidat der Rep an.

Bei der NPD sorgen die Nachrichten über Streit bei den Republikanern offenbar für gute Laune. So schrieb der sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Gansel in einer Mitteilung an den Autoren in gewohnt pathetischer Manier: „Sollte sich Clemens durchsetzen, würde zur Bundestagswahl 2009 eine unter NPD-Führung geeinte Rechte gegen das antideutsche Parteienkartell antreten. Sollte er scheitern, würden die Republikaner in einer Selbstzerfleischungsorgie mit Massenaustritten untergehen und die Deutschlandpakt-Parteien NPD und DVU 2009 ohne rechte Konkurrenz zur Bundestagswahl antreten.“

Schwerpunkte in NRW und Süddeutschland

Lieber hätte die NPD die Republikaner aber als Verbündete; diese könnten der Schlüssel zu neuen Wählerschichten in den alten Bundesländern sein, bei denen die NPD mit vorbestraften Neonazis auf den Kandidatenlisten kaum Chancen hat. Außerdem fehlt der NPD in vielen Bundesländern eine breite Basis, von fähigem Personal ganz zu schweigen. Da kommen die Reps gerade recht, die in Süddeutschland und NRW ihre Schwerpunkte haben. Dort verfügen sie noch über arbeitsfähige Strukturen, und dort sitzen die meisten ihrer verbliebenen rund 6.500 Mitglieder.

Die NPD hofiert die Republikaner bereits seit längerem als strategischen Partner – erfolglos. Rep-Chef Schlierer will mit der NPD nichts zu tun haben und hat seine Partei auf Bürgerlichkeit getrimmt. Vom Sozialismus hält man hier sehr wenig – selbst wenn es der „Nationale Sozialismus“ der NPD ist. Auch die anti-christlichen Strömungen bei den einflussreichen Neonazis in der NPD stehen im krassen Gegensatz zu dem christlich-abendländischen Weltbild vieler Republikaner. In Bremen wollten Republikaner im November sogar gegen einen Aufmarsch der NPD demonstrieren. Daher wird der „Deutschland-Pakt“ von NPD und DVU wahrscheinlich auch weiterhin ohne die Reps auskommen müssen. Auch wenn es natürlich immer wieder Stimmen gibt, die Absprachen befürworten.

Was wird aus unzufriedenen Republikanern?

Möglicherweise hat Clemens seine Parteikarierre bei den Reps innerlich bereits aufgegeben und denkt eher an neue Aufgaben. Mit dem NPD-Mann Gansel verbindet ihn seit Jahren eine Freundschaft, man kennt sich aus Studienzeiten in Gießen. Auch hat Clemens den NPD-Freund bereits vor Gericht verteidigt. Clemens Ziel, in den Bundestag einzuziehen, könnte nur bei der NPD von Erfolg gekrönt werden. Dort sucht man besonders nach den jüngsten Skandalen im sächsischen Landtag händeringend nach vorzeigbaren Mitarbeitern, die einen Satz halbwegs unfallfrei vortragen können.

Und auf der Internet-Seite der Republikaner gibt Clemens absolut NPD-kompatible Parolen zum Besten: Er könne nicht mit ansehen, wie „die deutsche Vergangenheit durch Propagandalügen entstellt und kriminalisiert“ werde. Außerdem steht darunter in einem Gedicht mit dem Titel „Schwarz Rot Gold“: „Gold ist der Strahl, von dem Deutschland erwacht, von gleißendem Licht, das Dunkel durchbricht“. Passend dazu bewundert Clemens laut oben erwähnter Mitteilung den im Jahr 2005 verstorbenen Parteigründer der Republikaner, Schönhuber, als „größte Lichtgestalt auf der politischen Bühne Deutschlands seit dem letzten Krieg“. Genau dieser Franz Schönhuber war es, der im vergangenen Jahr noch einmal auf die politische Bühne zurückkehren wollte: Als Kandidat bei der Bundestagswahl – auf der Liste der NPD. Clemens hingegen sieht – sollte er nicht Rep-Chef werden – seine “nahe und mittlere Zukunft eher im parteifreien Raum“, in dem er seine „anwaltliche und schriftstellerische Arbeit betreiben“ werde. Diese solle der gesamten nationalen und konservativen Szene zu Gute kommen.

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  • NPD-BLOG » Republikaner: Weiter klare Abgrenzung zur NPD said:

    [...] NPD-BLOG.INFO zum Thema. Von admin Reaktionen auf diesen Beitrag via RSS 2.0 Derzeit ist kein Kommentar möglich, bitte diskutieren Sie hierzu via Trackback! Keine Kommentare möglich. Kategorien [...]

  • NPD-BLOG.INFO » Rep-Vize verlässt die Partei said:

    [...] Der bisherige stellvertretende Bundesvorsitzende der rechtsradikalen Republikaner, Björn Clemens, hat seinen Austritt aus der Partei erklärt. “Nach den jüngsten Entwicklungen handelt es sich bei ihr um ein Totenschiff, und ich fühle mich noch zu jung zum Sterben”, schreibt Clemens in einer Mitteillung. Clemens hatte im Dezember 2006 gegen Parteichef Rolf Schlierer auf dem Bundesparteitag kandidiert und sich für eine Annäherung an NPD und DVU ausgesprochen. Bei der Wahl scheiterte Clemens aber. Die Republikaner haben in den vergangenen Jahren rund zwei Drittel ihrer Mitglieder verloren. Nach Einschäzungen von Beobachtern wird die Partei künftig wohl kaum noch irgendeine wahrnehmbare Rolle spielen. [...]