Rechtsextreme Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft: Teil II
Äußerungen des sächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Henry Nitzsche haben erneut für Wirbel gesorgt. Wie der Berliner Tagesspiegel und die Leipziger Volkszeitung am 30. November 2006 übereinstimmt berichteten, soll Nitzsche im Juni bei einer Veranstaltung seiner Partei gesagt haben, der Patriotismus werde gebraucht, “um endlich vom Schuldkult runterzukommen” und damit “Deutschland nie wieder von
Multi-Kulti-Schwuchteln in Berlin regiert wird”. Die Zeitungen beriefen sich dabei auf den früheren CDU-Stadtverbandsvorsitzenden in Wittichenau im Landkreis Kamenz, Ludger Altenkamp. Laut Altenkamp regte sich gegen die Äußerungen Nitzsches in der Partei kaum Widerstand.
Nitzsche wird nicht zum ersten Mal wegen seiner Äußerungen in der Öffentlichkeit kritisiert. Ende 2003 sorgte er mit abfälligen Äußerungen über eingebürgerte Deutsche für Empörung. Vor der Bundestagswahl im Herbst 2005 war Nitzsche mit dem Wahlkampfmotto “Arbeit, Familie, Vaterland” aufgefallen. Der Slogan wurde vom französischen Vichy-Regime geprägt, das mit Nazi-Deutschland kollaborierte, und war auch das Motto auf dem NPD-Bundesparteitag 2004. Nitzsche sitzt seit 2002 für die CDU im Bundestag.

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