Home » Allgemein, Ausland

NPD-Funktionäre zeigen offenbar Hitler-Gruß

15. März 2007 16:15 17 mal gelesen Kein Kommentar

Zwei Vorstandsmitglieder des NPD-Landesverbands Bayern haben während eines Nazi-Konzerts am 10. Februar 2007 in Ungarn offenbar mehrmals den Hitlergruß gezeigt. Die dem NDR-Politmagazin „Panorama“ vorliegenden Videoaufnahmen belegen weiterhin, dass in Anwesenheit der NPD-Funktionäre Matthias Fischer und Norman Bordin zu antisemitischer Gewalt aufgerufen wurde: „Wir stellen die jüdische Drecksau, zum letzten entscheidenden Schlag! (…) Juden raus“.

Von „Panorama“ auf den Hitlergruß angesprochen, erklärte NPD-Chef Udo Voigt, ob jemand etwa einen Hitlergruß zeige, sei ihm eigentlich „piepschnurzegal“. Er wolle der Sache aber nachgehen. Nach dem Interview teilte NPD-Sprecher Klaus Beier mit, Bordin und Fischer würden den mehrmals gezeigten Hitlergruß bestreiten. Doch die „Panorama“ vorliegenden Videoaufnahmen belegen eindeutig das Gegenteil.

“Tag der Ehre”

Voigt selbst war am gleichen Tag in Budapest als Redner bei einer Kundgebung zur Ehrung der Waffen-SS aufgetreten. Die Demonstration war von den bekennenden Nationalsozialisten des „Blood and Honour“-Netzwerks mitorganisiert worden. Ziel des „Tags der Ehre“ war die Ehrung von zwei in Ungarn eingesetzten Divisionen der Waffen-SS. Er habe „einem alten Waffenbruder zeigen (wollen), dass wir auch nach einem verlorenen Krieg politische Gemeinsamkeit haben“, rechtfertigte sich Voigt in „Panorama“. NPD-BLOG.INFO hatte am 10. Februar 2007 über den Besuch der NPDler in Budapest berichtet. Auf den NPD-Seiten war dazu zunächst nichts zu finden, inzwischen gibt es einen Bericht auf den Seiten der JN in Bayern, zu der Bordin und Fischer gehören.

Langes Vorstrafenregister

Bordin war am 18. Dezember 2006 vom Münchner Amtsgericht wegen Betrugs an der Agentur für Arbeit zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Der 30-Jährige, der bei der Bundestagswahl 2005 im Landkreis München für die NPD kandidierte, hatte 2004 nach Ansicht des Gerichts für zwei Monate Arbeitslosengeld erschlichen. Bordin kündigte Berufung an. Eine kurze Freiheitsstrafe sei “absolut notwendig” und könne wegen der Vorbelastungen nicht zur Bewährung ausgesetzt werden, urteilte der Richter. Das Vorstrafenregister Bordins umfasst acht Einträge. Bordin saß schon drei Mal im Gefängnis, zuletzt 15 Monate im Zusammenhang mit einem Skinhead-Überfall auf einen dabei schwer verletzten Griechen. Fünf Monate nach der Entlassung verübte er nach Ansicht des Gerichts den Betrug. Bordin gilt als Ziehsohn des Altnazis Friedhelm Busse. Im Oktober 2005 war Bordin offenbar an der Organisation eines Nazi-Konzertes der verbotenen Blood-Honour-Organisation beteiligt.

Comments are closed.