Home » Allgemein, Berlin

Rechte Randnotizen / Wo bleiben nur die IT-Fachkräfte aus Asien?

27. Juni 2007 19:07 14 mal gelesen Kein Kommentar

Die Polizei in Berlin teilte am 23. Juni 2007 in einer Mitteilung mit: Gestern Abend [am 22. Juni 2007,PG] schlug ein 58-jähriger Mann vor einem Lokal in Wilmersdorf einen 45-jährigen Bangalen zunächst nieder und beleidigte ihn anschließend fremdenfeindlich [rassistisch?,PG]. Der 58-Jährige, der an den vor dem Lokal in der Westfälischen Straße stehenden Tischen saß, griff den 45-jährigen Spaziergänger Zeugenaussagen zufolge ohne ersichtlichen Grund gegen 20 Uhr 10 an und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Der Angegriffene prallte mit dem Kopf auf einen der Tische, der Täter flüchtete in Richtung Kurfürstendamm. Die von einem Zeugen alarmierten Beamten entdeckten den 58-Jährigen nach einem weiteren Zeugenhinweis an der Bushaltestelle Halensee und nahmen ihn fest. Der Angegriffene kam zur Beobachtung zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus, der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen Körperverletzung und Beleidigung.

Gedenkstein wird alle drei Monate geschändet

Die Nachrichtenagentur dpa berichtete am 27. Juni 2007, bereits zum siebten Mal in den vergangenen zwei Jahren sei der Gedenkstein des ehemaligen jüdischen Friedhofes in Cottbus geschändet worden. Unbekannte übergossen ihn in der Nacht mit schwarzer Farbe. In der gleichen Nacht seien in der Stadt außerdem zwei ‘Stolpersteine’ zum Gedenken an deportierte Juden mit roter Farbe beschmiert worden. Seit dem Beginn der Aktion Stolpersteine 2006 wurden in Cottbus sieben der elf Steine gestohlen und einer beschmiert.

Wo bleiben die asiatischen Computerspezialisten?!?

Zwei Vorfälle, die in keiner überregionalen Zeitung Beachtung finden. Weil sie alltäglich sind. Daher wird zurzeit lieber darüber berichtet, wie Politiker und Wirtschaft darüber grübeln, warum ausländische Fachkräfte, beispielsweise aus der IT-Branche, nur nicht unbedingt nach Deutschland kommen wollen?! Zwischen 2000 und 2004 wollte die Bundesregierung 20.000 Fachkräfte nach Deutschland lotsen, nur 13.000 nutzten innerhalb dieser vier Jahre dieses Angebot. Danach regelte das Zuwanderungsrecht den Zuzug, im Juni 2007 verschärfte die Große Koalition das Gesetz dann noch einmal. Experten bezeichneten die Regelung als ‚unmenschlich’ und ‚gnadenlos’.

Zu den strengen Gesetzen kommen ein paar weitere Kleinigkeiten: Eine latente Bedrohung durch Rassisten in ganzen Landstrichen, ausländerfeindliche Einstellungen in Teilen der Bevölkerung, Berichte über Polizisten, die Neonazi-Schläger laufen lassen, unmenschliche Behandlung in den Ausländerbehörden, die Kulisse dazu bildet eine Öffentlichkeit, die sich fast immer für Rassismus und Rechtsextremismus interessiert – zumindest wenn ein internationales Großereignis vor der Tür steht. Fairerweise muss man allerdings sagen: Schlechtes Wetter gibt es auch woanders…

Kein Kommentar »

  • SoNicht said:

    Die werden sich hüten, in ein Land zu kommen, wo qualifizierte Arbeitskräfte so behandelt werden, wie beispielsweise ich behandelt wurde.

    Ich wurde 2003 als unbezahlter Praktikant/WissenschaftlicherMitarbeiter 6 Monate von der CIS Institut für Mikrosensorik gGmbH in Erfurt ausgenutzt.

    Als man mich dann nicht wie versprochen nach 6 Monaten eingestellt hat, bin ich vors Arbeitsgericht Erfurt gezogen und habe, da natürlich alles abgestritten wurde, den Arbeitsgerichtsprozess verloren. Meine Leistungen waren übrigens, wie auch im Arbeitszeugnis bestätigt wurde, sehr gut.

    Da ich seinerzeit von Sozialleistungen lebte, musste ich, um den Arbeitsgerichtsprozess führen zu können, Prozesskostenbeihilfe beantragen, die auch genehmigt wurde. Vor einigen Tagen habe ich nun ein Schreiben des Arbeitsgerichtes Erfurt erhalten, in dem die Kosten für den Arbeitsgerichtsprozess in Höhe ca. 1400 EURO von mir zurückgefordert werden. Nicht genug damit, dass ich unbezahlt gearbeitet habe. Jetzt muss ich auch noch draufzahlen. Dieses Schreiben hat bei mir alles wieder – wie eine ins Unterbewußtsein abgetauchte Wasserleiche – hochkommen lassen. Ich empfinde die Demütigung unbezahlt gearbeitet zu haben stärker als je zuvor.

    Wer meint fleißige MA so behandeln zu können, gehört als asoziales Unternehmen ganz dringend an den Pranger gestellt.

    Schlimm ist, dass man das Trauma, unbezahlt gearbeitet zu haben, niemals mehr los wird. Der Hass auf diejenigen, die einen ausgebeutet haben, wird mit den Jahren immer größer. Je mehr man verdient, um so mehr merkt man, wie sehr man ausgenutzt wurde. Setzt Euch diesem Trauma nicht aus.

    Leute ich kann Euch nur raten: kein Praktikum. Verlangt direkt, was ihr Wert seid. Und wenn die Euch noch so oft erzählen, wie wichtig ein Praktikum ist. Die wollen die produktivste Zeit Eures Lebens für umsonst und erzählen dafür sonstwas für Märchen.

    Und wenn Ihr in einem von Arbeitslosigkeit geplagten Bundesland wie Thüringen lebt, in dem man es sich wegen des (noch) reichlich vorhandenen Fachkräfte-Pools meint, erlauben zu können, dieses wie den letzten Dreck zu behandeln und auszunutzen, dann mein weiterer dringender Rat: Nichts wie weg.

    Ich lebe übrigens jetzt in Baden-Württemberg. Glücklicherweise.

  • what is a 680 fico score said:

    what is a 680 fico score…

    careless lobby irreducibly reanalyze …