Heß-Aufmärsche: In Jena verboten, in Gräfenberg unter Auflagen genehmigt
Das Verwaltungsgericht Bayreuth hat einen für den 18. August 2007 geplanten Aufmarsch der NPD im oberfränkischen Gräfenberg genehmigt – allerdings nur unter Auflagen. Wie das Gericht laut Medienberichten mitteilte, darf die Versammlung nur stattfinden, wenn auf Transparenten und Sprechchören Äußerungen zu Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß, der von den Neonazis inzwischen fast religiös verehrt wird, ausbleiben.Damit gab das Gericht einem NPD-Eilantrag statt, hieß es.
Zuvor hatte das zuständige Landratsamt die Demonstration verboten, weil es sich offensichtlich um eine getarnte Ersatzveranstaltung für die verbotene Versammlung zum Gedenken an den 20. Todestag von Heß in Wunsiedel handelt. Das Gericht sah nun den Berichten zufolge in den angeführten Indizien aber nicht die für ein Verbot erforderlichen `hinreichend konkreten Anhaltspunkte dafür`, dass es sich bei der angemeldeten Veranstaltung um eine `Tarnversammlung`handelt. Gegen diese Entscheidung kann das Landratsamt aber noch Beschwerde einlegen.
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Demonstration in Jena verboten
In Jena wurde eine getarnte Heß-Veranstaltung hingegen verboten. Die Stadt zeigte sich Presseberichten zufolge davon überzeugt, dass es sich um eine getarnte Ersatzveranstaltung zum 20. Todestag des Hitler-Stellvertreters handele. Das Bundesverfassungsgericht hatte zuvor das Verbot eines NPD-Aufmarsches zu Heß’ Todestag in Wunsiedel in Nordbayern bestätigt.
Hitler-Stellvertreter, Vorbild für Neonazis – und Hypochonder
Der als Kriegsverbrecher verurteilte Heß hatte am 17. August 1987 im Alliierten-Gefängnis in Berlin-Spandau Selbstmord begangen. Er wurde in Wunsiedel beigesetzt. Er trug in der Zeit des Nationalsozialismus den Titel `Stellvertreter des Führers`. In den Nürnberger Prozessen wurde Heß wegen `Planung eines Angriffskrieges` und `Verschwörung gegen den Weltfrieden` zu lebenslanger Haft verurteilt. Konfrontiert mit den KZ-Grausamkeiten zeigte er sich keineswegs erschüttert. Wikipedia schreibt über Heß: `Er mied außerdem im Gefängnis jede Art von Arbeit, die er unter seiner Würde betrachtete, wodurch er bei seinen Mitgefangenen Unmut erregte. Zudem war er ein paranoider Hypochonder. Er schrie und stöhnte oft Tag und Nacht wegen Schmerzen, deren Echtheit aber sowohl von seinen Mitgefangenen als auch von der Gefängnisleitung angezweifelt wurden.` Alt- und Neonazis glauben tatsächlich, dass dieser Mann im greisen Alter von 93 Jahren im Gefängnis vom britischen Geheimdienst ermordet worden sei.


[...] in Wunsiedel eine Demo unter dem Motto “Denkmäler sind für alle da” angemeldet hatte. Gemeinsam mit einer hohen Beteiligung aus dem Dorf und vieler angereister AntifaschistInnen [...]