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MVP: NPD kauft Immobilie in Anklam

18. August 2007 08:51 173 mal gelesen Kein Kommentar

Die NPD hat in Mecklenburg-Vorpommern laut Medienberichten einen alten Supermarkt ersteigert, um dort ein Schulungszentrum einzurichten. Die taz schreibt, das Gebäude im Stadtzentrum von Anklam sei Ende Mai zwangsversteigert worden – an zwei örtliche NPD-Kader. Diese Information des Berliner Zentrums für Demokratische Kultur habe inzwischen auch die rechtsextreme Partei bestätigt. `Ich hätte beinahe gewettet, dass aus dem Geschäft nichts wird`, sagte der Anklamer NPD-Landtagsabgeordnete Michael Andrejewski der taz. Zu seiner Verblüffung habe aber niemand versucht, die Versteigerung zu stoppen. `Der Verfassungsschutz scheint hier mehr Mythos als Wahrheit zu sein`, so der NPD-Mann zur taz.

Angeblich kein Schulungszentrum geplant

Den Angaben zufolge handelt es sich bei den Käufern um die Kameradschaftsfunktionäre Alexander Wendt und Enrico Hamisch. Wendt war zeitweise als Bodyguard in der NPD-Landtagsfraktion in Schwerin eingesetzt und ist nun Wahlkreismitarbeiter des Anklamer NPD-Abgeordneten. Hamisch arbeitet im Wahlkreisbüro des Ueckermünder NPD-Landtagsabgeordneten Tino Müller.

Nach Informationen des Zentrums für Demokratische Kultur zahlten die Rechtsextremen nur 17.000 Euro für das Gelände, berichtet die taz weiter. Was nun aus dem renovierungsbedürftigen ehemaligen Supermarkt werde, sei unklar. Beobachter befürchten,  dass die NPD das Gebäude als Schulungszentrum nutzen wolle. NPD-Mann Andrejewski behauptete gegenüber der taz, ein Schulungszentrum sei nicht geplant.

Rückabwicklung nicht mehr möglich

Die Region um Anklam gilt nicht erst seit dem Einzug der NPD in den Schweriner Landtag als Hochburg der
Rechtsextremisten, schreibt das Fachblatt bnr. Daher hätten Szene-Kenner dort schon seit langem den Erwerb von Immobilien durch die Rechten erwartet. Dass dies nun ausgerechnet mit Hilfe der Sparkasse Vorpommern gelang, sei für das Unternehmen mehr als peinlich. Denn noch im Mai 2007 lud der Sparkassenvorstand laut bnr zu einem Forum   `Unternehmer gegen Rechts`. Am Ende verabschiedete man eine Resolution: `Schweigen wir nicht, wenn Neonazis ihren
Einfluss in unserer Region ausbauen`, heißt es darin.

Der Sparkasse ist dieser Vorgang denn auch angemessen unangenehm. In einer Pressemitteilung schreibt ein Sprecher, die Käufer seien dem anwesenden Vertreter der Sparkasse unbekannt gewesen. Und weiter: `Von keiner Seite erfolgte ein Hinweis, daß es sich um Mitglieder der rechten Szene handelte. Andernfalls wäre es sicher nicht zu einer Zuschlagserteilung gekommen. Leider ist der Eigentumsübergang bereits erfolgt, eine Rückabwicklung durch die Sparkasse ist rechtlich nicht mehr möglich.`

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