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Rassistische Texte Steiners werden nicht indiziert

07. September 2007 02:52 143 mal gelesen Kein Kommentar

Trotz einzelner rassistischen Passagen sollen Bücher des Begründers der Waldorfpädagogik, Rudolf Steiner, nicht auf den Index gesetzt werden. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPMJ) entschied sich laut einem Bericht von tagesschau.de vom 06. September 2007 für diesen Schritt, da der betroffene Verlag zusichert habe, den Bedenken Rechnung zu tragen und die betreffenden Bücher durch kommentierte Neuauflagen zu ersetzen.

Das Familienministerium hatte den Antrag gestellt, zwei Bücher auf den Index zu setzen, da sie negativ wertende Aussagen über die schwarze Bevölkerung Afrikas enthalten. Die Bücher `Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie` und die `Geisteswissenschaftliche Menschenkunde` enthielten Aussagen, so das Ministerium, die geeignet seien, Kinder und Jugendliche sozialethisch zu desorientieren.

NPD will Waldorf-Schullandheim eröffnen

Der NPD-Multifunktionär Andreas Molau hatte im Juli angekündigt, ein an der Waldorfpädagogik orientiertes Landschulheim eröffnen zu wollen. Daraufhin wurden die rassistischen Schriften Steiners in der Öffentlichkeit thematisiert. Der Deutsche Lehrerverband forderte von den Waldorfschulen mehr Distanz zum Gründer Rudolf Steiner. Präsident Josef Kraus sagte, das Menschenbild in Steiners Lehre sei problematisch, weil es rassistische Züge beinhalte. In den Niederlanden seien die Schulen darum bereits sehr auf Distanz zum Gründer gegangen.

In Deutschland reichen den Walddorfschulen offenbar Lippenbekenntnisse: Immer wieder betonen sie, rassistisches Gedankengut habe an ihren Schulen nichts verloren, doch die Entscheidung gegen die Indizierung der Bücher begrüßte der Bund der freien Waldorfschulen. Offenbar wollen sie nicht auf die rassistischen Texte verzichten. Statt dessen gibt es jetzt Kommentare. Dass eine Pädagogik, die von einem Rassisten geschaffen wurde, vielleicht in sich problematisch sein könnte, scheint kein Thema zu sein.

Idee der Antimoderne

Daher ist es umso löblicher, dass die Jungle World dieses noch einmal aufgegriffen hat. In einem Artikel vom 06. September 2007 schreibt das Blatt: `Kleine Klassen, kein Notendruck und eine motivierte Lehrerschaft – Waldorfschulen stehen in dem Ruf, Schüler individuell fördern zu können. Doch die verkappten Religionsschulen verfolgen bis heute die Idee der Antimoderne.` [weiter]

Wikipedia über Rudolf Steiner.

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