Druck auf HdJ wird größer
Nachdem Verfassungsschutz und Innenministerium die neonazistische `Heimattreute deutsche Jugend` lange Zeit offenbar gar nicht auf dem Schirm hatten, gerät die Organisation jetzt zunehmend unter Druck. Wie die taz berichtet, hat das Innenministerium der HdJ jetzt ihre Uniformen verboten. Auch ein Verbot der gesamten Organisation wird offenbar immer mehr zum Thema. So forderte Berlins Innensenator Körting, die HdJ aufzulösen. Für die NPD wäre das ein schwerer Schlag, weil `wir ihr den Nachwuchs verbieten`, so Körting den Angaben zufolge. Bereits im Juni 2007 war berichtet worden, ein HdJ-Verbot werde vorbereitet. Im Mai 2007 hatte das ARD-Magazin Panorama ausführlich über die HdJ berichtet.
Ohne Uniform geht offenbar nichts…
Hintergrund des jetzigen Verbots der HdJ-Uniformen ist nach taz-Angaben ein Antrag der Neonazi-Organisation gewesen: Sie wollte das Uniformverbot umgehen, in dem man sich als einen Verband darstellt, der “sich vorwiegend der Jugendpflege widmet`. Die Anträge der HdJ seien abgelehnt worden, weil `eine Gesamtschau der Aktivitäten ergibt, dass die politische gegenüber der jugendpflegerischen Betätigung überwiegt`, sagte eine Ministeriumssprecherin der taz. Die Entscheidung sei allerdings noch nicht rechtskräftig, die HDJ könne dagegen klagen.
Nicht auf Öffentlichkeit bedacht
Womit sich die HdJ aber wohl noch mehr ins Gespräch bringen würde. Bislang waren die Neonazis sehr auf öffentliche Zurückhaltung bedacht. Oft mit Erfolg, wie der blick nach rechts in der Ausgabe 21/2007 berichtet: `Neben zahlreichen NPD-Funktionären tummeln sich auch ehemalige Kader der verbotenen `Wiking-Jugend` in den Reihen der Heimattreuen. Anhänger der `Freien Nationalisten Rhein-Main` beteiligten sich beim Pfingstlager in Eschede ebenso an Sperrwurf und Volkstanz wie die NPD-Landtagsmitarbeiter Jörg Hähnel und Michael Gielnik. Ehemals militante Neonazis wie Frank Klawitter aus Greifswald sorgen für die Suppenküche oder streifen einfach wie Manfred Börm und Michael Grewe durch das Lager. Neue Einheiten der HDJ haben sich in Thüringen und Sachsen gebildet. Im April fand nach eigenen Angaben die Gründungsfeier der `Einheit Sachsen-Niederschlesien` statt. `Nach dem Bundeslied und einem dreifachen ‘Heimattreu!’ weht nun die Fahne der HDJ auch über Sachsen`, meldeten die Anhänger um Eric Kaden aus Dresden. In Riesa-Großenhain werden seit Jahren die Konten der HDJ geführt, Sympathisanten kommen auch aus Döbeln und Meißen. Auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen im sächsischen Landtag aber hieß aus dem Innenministerium im September: `Ein sächsischer Landesverband der HDJ ist nicht bekannt`, demnach seien auch keine Aktivitäten 2007 in Sachsen zu verzeichnen.` Schon länger vermuten Experten, die HdJ könnte eine Nachfolgeorganisation der verbotenen `Wiking Jugend` sein.

