Berlin: NPD darf Schülerzeitungen nicht mehr verteilen
Die rechtsextreme NPD will schon die Kleinsten für ihre völkische Ideologie gewinnen. Seit Ende Oktober verteilt sie daher auf Jugendliche zugeschnittene Zeitschriften verstärkt an Berliner und Brandenburger Schulen, berichtet der Tagesspiegel am 24. Oktober 2007. Auch eine Leserin von NPD-BLOG.INFO schrieb, die NPD habe an mindestens einer Oberschule in Cottbus die Zeitschrift `Stachel` verschenkt. Allerdings ist es damit aber nun erst einmal vorbei – zumindest in Berlin. Die Grünen erwirkten laut dem Tagesspiegel vom 25. Oktober 2007 eine einstweilige Verfügung, um die NPD-Aktion zu stoppen. Begründung: Seit vielen Jahren geben die Grünen ein Mitteilungsblatt heraus, das ebenfalls `Stachel` heißt. Die NPD darf nun in Berlin das Blatt nicht mehr vertreiben. Die Rechtsextremisten wollen jetzt rechtliche Schritte prüfen – was sie aber stets ankündigen…
Als Hauptverantwortlicher für das Blatt tritt der NPD-Funktionär Jörg Hähnel auf, der seit einem Jahr in der Bezirksverordnetenversammlung von Lichtenberg sitzt. Angeblich hat der `Stachel` eine Auflage von 20.000 Exemplaren. Sicherheitsexperten nannten diese Zahl laut Tagesspiegel realistisch. Weiter heißt es, in dem Blatt werde `vor dem Konsum von Alkohol gewarnt – was angesichts der trinkfreudigen rechten Szene nur als unfreiwillige Satire zu deuten ist`. Dies stimmt nicht ganz. Immer wieder versuchen Nazi-Kader in Strategiepapieren die zahlreichen Mitläufer vom Saufen abzuhalten. Damit sollen diese fit `für den Kampf` werden – und im Suff keinen Unsinn anstellen.
Übersicht über die NPD-Schülerzeitungen
Sachsen: `Perplex`, Berlin: `Der Stachel`, Brandenburg und Sachsen-Anhalt: `Jugend rebelliert`, Rheinland-Pfalz: `Schinderhannes`, Saarland: `Rechts vor links`, MVP: `Avanti` (NPD-Umfeld). Dazu kommen regionale Blättchen, vor allem in Thüringen, wie der Wartburgkreisbote.
Regionale Kräfte geben den Ton an
Was bei diesen Publikationen auffällt: Sie sind nur durch den Einsaz von regionalen Nazis zustande gekommen. Die Bundespartei hat es trotz der lauthals angekündigten Medienoffensive noch nicht geschafft, ein größeres Projekt auf die Beine zu stellen. Auch die Produktion der NPD-Nachrichtensendung oder der Ankauf von Immobilien geht stets auf regionale Strukturen zurück. Die Bundespartei verspricht viel – und schreibt letztendlich Bettelbriefe an die Mitglieder, um die Finanzen in den Griff zu bekommen.
Ergänzungen zu den NPD-Publikationen bitte an INFO@NPD-BLOG.INFO oder als Kommentar.

