Michel Friedman interviewt Horst Mahler
Horst Mahler gehört zweifelsohne zu den unglaublichsten Figuren in der rechtsextremen Bewegung. In langen Monologen, die im Internet veröffentlicht werden, sowie in Gerichtssälen und an anderen Orten leugnet er immer wieder den Holocaust und hetzt in wahnwitziger Art und Weise gegen Juden. In der Zeitschrift Vanity Fair interviewte Michel Friedman, selbst Jude, den Nazi Horst Mahler. Das Magazin druckte dieses Gespräch ungekürzt ab. Ein Kollege schrieb dazu: Interessant und verstörend. Wohl wahr. Auch, weil Mahler das Gespräch mit `Heil Hitler` begann - und deswegen gleich noch eine Anzeige am Hals hat.
Brief an Ahmadinedschad
Mahler, der zurzeit in Cottbus erneut vor Gericht steht, verbreitet seine Hetze gegen Juden weiterhin offen im Internet. Erst im August hatte NPD-BLOG.INFO über ein Tondokument berichtet, in dem Mahler den Holocaust mehrfach leugnet und als `gewaltigste Lüge der Menschheitsgeschichte` bezeichnet`. In einem Brief an Irans Präsidenten Ahmadinedschad, bei Antisemiten wegen seiner Vernichtungsdrohungen gegen den Staat Israel und dessen Bewohnern populär, legt Mahler seine Aussagen auch schriftlich nieder.
So heißt es in dem Brief bezüglich der so genannten `Holocaust-Konferenz` in Teheran: `Herr Präsident, Sie haben mit Ihrer Anregung, in Ihrer Hauptstadt eine Konferenz zur Prüfung der Geschichtsschreibung über den behaupteten, aber nie bewiesenen Völkermord an den europäischen Juden durch das Deutsche Reich unter seinem Führer, Adolf Hitler, eine weltgeschichtliche Tat gesetzt.` Genau wie in dem oben erwähnten Tondokument fügt Mahler auch hier erneut biblische Verweise ein. Und weiter schreibt der Ex-RAF-Terrorist: Es `besteht für mich nicht mehr der geringste Zweifel, daß das Holocaustdogma die größte Lüge der Weltgeschichte ist. Auf dieser Lüge – mehr noch als auf der Verfügung über die Dollar-Raubwährung – beruht heute die Jüdische Macht. Diese ist deshalb ein Riese auf tönernen Füßen (Daniel 2, 33-35).`
Voigt spricht – genau wie Mahler – von `Fremdherrschaft`
Mahler steht zurzeit in Cottbus vor Gericht, da er den Hitler-Gruß gezeigt hatte. Zuvor saß Mahler für neun Monate im Gefängnis. Kurz vor seinem Haftantritt hatte NPD-Chef Voigt in einem Interview, das auf der selben Web-Seite dokumentiert ist, Mahler die Solidarität der NPD zugesichert. Außerdem sagte Voigt: `Horst Mahler ist ein hervorragender politischer Kopf. Er ist ein sehr guter Anwalt. Wir bedauern, dass er jetzt unter Freiheitsentzug leidet. Aber das sind die Kennzeichen eines Besatzerstaates.’
Damit bezieht sich Voigt offensichtlich auf die Ausführungen Mahlers, der immer wieder von einer jüdischen Fremdherrschaft fabuliert. Einige Experten behaupten, in der NPD spiele der Antisemitismus mittlerweile eine eher untergeordnete Rolle. Das Gegenteil ist richtig. Dieser fungiert weiterhin als verbindendes Element zwischen den rechtsextremen Gruppierungen und Strömungen. Und in der völkischen Globalisierungskritik sowie der Hetze gegen die USA spielt der Antisemitismus in den Argumentationen der Neonazis eine Hauptrolle.

[...] Das Interview offenbart in schockierender Offenheit die angebliche Weltverschwörung der Juden, die Leugnung des Holocausts und weitere Einstellungen. Es ist viel Text und ist sicher mit Vorsicht zu lesen, aber dennoch nicht uninteressant. (Teil 1 & Teil 2, gefunden übers NPD-Blog) [...]
Also ganz ehrlich, ich hab mir jetzt einen Großteil dieses Interviews durchgelesen.
Ich muss aber sagen, ich habe keine Ahnung, was Michael Friedmann und Vanity Fair damit wollten. Also einen Grund, stolz auf ihre journalistische Leistung zu sein, haben sie beide nicht.
Eigentlich sind da nur zwei wahnsinnig eingebildete Kerle, die – wie immer bei Freidmann – aufeinander einhacken und rhethorische Spielchen spielen.
das ist weder Entertainment, noch besonders cool. Und wenn dann der eine auch noch ein Holocaust-Leugner und Nazi ist, dann ist das zwar was ungewöhnliches, undenkbares, aber erreicht wird nix.
Friedman versucht den Mahler vorzuführen und seine Art zu fragen ist dummerweise unmenschlich und seine ständigen Unterbrechungen führen zu nix. Freidman will nicht zeigen, wie gefährlich Mahler ist, sondern was er selbst für ein toller Hecht ist. “Kuck mal, ich kann mit meinem ärgsten Feind ein Gespräch führen und habe ihn an der Leine!”
Und dann mit einer Klage nachzutreten, das passt zu ihm.
Irgendwie feige und krank. Und irgendwie war das ganze Interview dann doch ein unnötiges Forum für braune Scheisse.
Allerdings – man gewinnt den Eindruck, so wie der Anstreicher aus Österreich doch immer wieder gerne als häufig auch heroisch posierendes Titelseiten-Konterfei in führenden deutschen Magazinen hergenommen wird, wird hier einer bestimmten Person trotz (angeblich: “wegen”) ihrer Auffassungen ein Forum eröffnet. Zumal in einem derzeit so populären wie gerne auch klischeehaft abgehandelten “68-Kritik”-Kontext.
Ich bezweifle, daß diese Pin-Up-Politik der Medien dem Thema angemessen ist oder gar “kritisch” genannt werden kann.
Ein merkwürdiger Beigeschmack.
[...] Broder im Spiegel (link zu spon) Daniel Kulla badblog NPD-Info Blog Fefes Blog Raven (dort auch zwei [...]
Respekt für Horst Mahler! Er nimmt kein Blatt vor den Mund und redet tacheles mit Herrn Paolo Pinkel. Mahler hat hier wriklich etwas mitzuteilen, während Herr Pinkel keine Argumente hat sondern nur die Unverschämtheit besitzt sein Gegenüber ständig zu unterbrechen.
[...] Mir ist nämlich die Galle hochgekommen. Ursprünglich aufmerksam bin ich über das NPD-Info-Blog darauf aufmerksam [...]
Albert Einstein:ich kenne 2 Dinge die unendlich sind-das Universum unddie Dummheit der Menschen.BeimUniversum bin ich mir nicht so sicher.
Wie hat er doch recht. Dafür Beispiel sind nicht nur Herr Mahler, sondern auch Herr Friedmann und das bayr. Innenmenisterium
Es wäre eine wichtige Aufgabe einmal zu untersuchen, inwieweit mittlerweile das Gedankengut der NPD in Internetforen und Weblogs grassiert, die sich nicht ausdrücklich zum Nationalsozialismus bekennen.
Ein Beispiel hierfür ist das Weblog “Fakten und Fiktionen”.
Regelmäßig verfasst dort der unter dem Pseudonym “kewil” firmierende Webmaster Artikel, in denen unter anderem:
– ein Märtyrerkult um Hohmann, Oettinger und Filbinger gepflegt wird
– wutentbrannter Dauerbeschuss gegen den Zentralrat der Juden erfolgt
– Beschimpfungen gegen Angela Merkel und überhaupt alle CDU-Politiker, die damals eine Trennlinie zu Hohmann zogen oder Oettinger die Leviten lasen, geäußert werden
– Adolf Hitler als “größter deutscher Staatsmann aller Zeiten”, wenn er nur am 31. August 1939 gestorben wäre, verherrlicht wird
– krampfhaft nach Fundstellen gesucht wird, mit Hilfe derer das Verhalten der Deutschen im 3. Reich als eigentlich gar nicht so übel eingeordnet werden kann.
Eine verdienstvolle Dokumentation über den Antisemitismus von “Fakten und Fiktionen” in nur einem einzigen Thread liefert das Weblog “No Blood for Sauerkraut” hier:
http://nbfs.wordpress.com/2007/10/07/fakten-gegen-fiktionen/
Früher waren die Juden an allem schuld und heute die Nazis …
Und nochmals der Hinweis auf den o.g. Thread bei nbfs.wordpress.com , hier sind inzwischen neu hinzugekommene antisemitische Hetzreden des Blogbetreibers “kewil” von “Fakten Fiktionen” aufgeführt.
Ganz gleich ob man Michel Friedman mag oder nicht. Das tut nichts zur Sache. Die desaströsen, destruktiven und die übrigen Menschen verachtenen Grausamkeiten spiegeln das Menschenbild einer einzelnen höchst narzistischen Person wieder. Damit können Mahlers Ausführungen kein Ausgangspunkt und erst recht keine Perspektive für einen ausgewogenen und friedvollen Umgang mit den Menschen dieser Erde sein.
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