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NPD-Kandidaten: männlich und kaum zu erreichen

23. Januar 2008 22:32 284 mal gelesen Kein Kommentar

Die NPD hat sich in den vergangenen Monaten verstärkt um die Einbindung von Frauen in die Partei bemüht. Bislang offenbar nur mit wenig Erfolg, schaut man sich zumindest die Kandidatenlisten für die Landtagswahlen in Hessen und Niedersachsen am 27. Januar 2008 an. Diese bestehen fast ausschließlich aus männlichen Bewerbern. Einige der wenigen Frauen sind zudem noch Ehefrauen oder Lebensgefährtinnen von NPD-Kadern.

Zudem wirft die NPD den demokratischen Parteien gerne vor, verbonzt zu sein, nicht mehr auf die Bürger zu achten und Lobby-Interessen zu verfolgen. Nun, sicherlich sind die Vorwürfe nicht vollkommen aus der Luft gegriffen, allerdings etwas unglaubwürdig, wenn sie von der NPD kommen. Denn bei Kandidatenwatch (für Hessen / für Niedersachsen) antworteten die meisten NPD-Kandidaten bislang gar nicht auf die Fragen der Bürger, bzw. geben den Bürgern noch nicht einmal die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Aus diesen Erkenntnissen lassen sich folgende Dinge ableiten: Die rechtsextreme Partei ist weiterhin fast ausschließlich männlich geprägt, was kein Wunder ist, da die gesamte rechtsextreme Ideologie eher Männer anspricht. Zwar wird eine NPD-Frauenorganisation aufgebaut, doch spielt diese noch eine untergeordnete Rolle. Weiterhin fehlt der NPD weiterhin politisch erfahrenes Personal. Bei früheren Wahlen wurden offenbar gerne Standardantworten veröffentlicht, damit die einzelnen Kandidaten nicht zu viele Dinge verbreiten können, die gar nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren. Weiterhin ist das Gerede der NPD, sie werde so fies zensiert und dürtfe ihre Meinung nicht offen äußern, eben Gerede. Denn bei Kandidatenwatch hat die NPD die selben Möglichkeiten wie alle anderen Parteien, um mit den Wählern zu kommunizieren. Doch geht es hier eben auch darum, konkret und schriftlich Sachfragen zu antworten. Für die NPD anscheinend wenig attraktiv.

Niedersachsen: Annett Müller allein unter Männern

Nun aber Butter bei die Fische: Folgende NPD-Kandidaten in Niedersachsen gehen bei Kandidatenwatch dem direkten Kontakt mit den Wählern aus dem Weg:

Martin Zaha (NPD) Manuel Wojtczak (NPD), Sven Wellhausen (NPD), Helmut Walter (NPD), Stefan Richardt (NPD), Marc Reuter (NPD), Daniel Neumann (NPD), Joachim Nahtz (NPD), Thorsten Münstermann (NPD), Michael Müller (NPD), Annett Müller (NPD), Michael Kraft (NPD), Michael Knobloch (NPD), Stefan Klingbeil (NPD), Daniel Hubert (NPD), Patric Hoppe (NPD), Dr. Rigolf Henning (NPD), Jürgen Henke (NPD), Klaus Hellmund (NPD), Andreas Haack (NPD), Christian Groß (NPD), Roland Greifenstein (NPD), Christian Fischer (NPD), Ulrich Eigenfeld (NPD), Manfred Dammann (NPD), Dennis Bühring (NPD), Matthias Behrens (NPD), Joachim Bäätjer (NPD), Nico Ahlrichs (NPD)

Für Niedersachsen ergibt dies (Stand 11. Januar 2007): 42 Kandidaten – 29 ohne Fragemöglichkeit für den Wähler bei Kandidatenwatch, 41 Männer, eine Frau (und die ist mit einem anderen NPD-Kandidaten verheiratet). Spitzenkandidat Andreas Molau beantwortet die Fragen bei Kandidatenwatch inzwischen immerhin.

Hessen: Wöll antwortet nicht 

In Hessen werden jetzt diejenigen NPD-Kandidaten erwähnt, die immerhin eine Emailadresse bei Kandidatenwatch angegeben haben und somit theoretisch auf Fragen von Bürgern antworten könnten. Von 38 NPD-Bewerbern sind dies:

Doris Zutt, Marcel Wöll (aber der antwortet bislang nicht), Klaus Dietrich, Ulf Fischmann, David Giseler, Georg Hartmann, Hans Heinrich Käs, Jörg Krebs, Daniel Lachmann, Pierre Levien, Uwe Quabeck, David Rose, Wolf-Jürgen Zeuner.

Frauen auf der Liste neben Doris Zutt: Marion Lang, Josephine Fröhlich (24-jährige Azubi), Nicole Weber (Hausfrau)

Interner Streit um “Autonome Nationalisten”

Für die NPD wird es also weiterhin darum gehen, Akademiker für die Partei zu gewinnen, damit sie langfristig bundesweit handlungsfähig wird. In einigen Ansätzen lassen sich Erfolge erkennen, beispielsweise der neue JN-Chef Schäfer, der Student ist. Allerdings pflegt die NPD gleichzeitig die Kooperation mit militanten Neonazis, bzw. in einigen Regionen besteht die NPD offenbar hauptsächlich aus Leuten aus ehemaligen Kameradschaften und anderen Nazi-Banden. Der Streit über den Umgang mit den Autonomen Nationalisten ist für dieses strategische Problem der NPD absolut bezeichnend.

NPD-BLOG.INFO über die Wahlen in Hessen und Niedersachsen

Kein Kommentar »

  • Lisa Liest said:

    danke für den überblick

  • Akino said:

    “Die rechtsextreme Partei ist weiterhin fast ausschließlich männlich geprägt, was kein Wunder ist, da die gesamte rechtsextreme Ideologie eher Männer anspricht”. Durfte heute mal der Praktikant ran oder wie kommt Ihr denn da drauf?

  • NPD-Kandidaten: männlich und kaum zu erreichen | Keine Nazis: Blog said:

    [...] NPD-Blog hat ein Vorurteil schön aufgegriffen: [...]

  • Björn said:

    Also wenn ich mir auf Kandidatenwatch die Antworten-Quote z.B. für Niedersachsen anschaue hat die NPD auf 84% ihrer Fragen geantwortet. Während CDU, SPD, Grüne und FDP nur zwischen 67% und 78% beantwortet haben. Also geht ihr Artikel doch leicht an der Realität vorbei. Und auch in Hessen sind es für die NPD 80% während die CDU beispielsweise nicht mal die Hälfte ihrer Fragen beantwortet.

    Das liegt daran, dass die Fragen nur an wenige NPD-Kandidaten gestellt werden KÖNNEN, nämlich in Niedersachsen beispielsweise nur an Spitzenkandidat Molau und einige andere. Molau hat zuerst nicht reagiert, jetzt schon. Steht übrigens alles im Artikel. Bei den anderen Parteien gibt es viel mehr Fragen, da auch an fast alle Kandidaten Fragen gestellt werden können. Von daher geht das nicht an der Realität vorbei – was den geringen Frauenanteil angeht sowieso nicht.
    Gruß
    PG

  • Birgit said:

    Ein wirklich gelungener Artikel, auch wenn er nicht allen Lesern gefällt. ;-) )

  • Michael said:

    Liebe Leute! Sicherlich habt ihr in einigen Dingen recht – aber wie sagte schon Philosoph Voltaire “Du bist anderer Meinung als ich aber ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen.”. Ich denke das die Masse auch der NPD-Kandidaten gegen Gewalt (von beiden Seiten) sind. Von der anderen Seite sehe ich das nicht immer so – oder was bedeuten die Aufrufe “Gegen rechte Gewalt”. Linke Gewalt wird geduldet, solange sie gegen rechts angewandt wird!?! Armes Deutschland. Gewalt ist immer Unsinn – egal gegen wen und egal von wem. Aber die freie Meinungsäußerung auch extremer Positionen MUSS in einem freien Staat möglich sein. Auch wenn das manchem nicht passt. Schreibt Euch das hinter die Ohren. Das schreibt Euch ein freies Geist – der mit jedem (!) Menschen diskutiert. Ich liebe das freie Wort.

  • Birgit said:

    @ Michael
    Wenn du für „das freie Wort“ bist, dann solltest du auch akzeptieren, dass wir uns hier gegen die NPD äußern. Es geht hier nicht um Linksextremismus, sondern um eine kritische Dokumentation über die rechtsextreme NPD und deren Umfeld, wie aus dem Titel dieses Blogs ganz eindeutig hervorgeht. Im Internet lassen sich sicher auch passende Foren für dein Thema finden…

  • P.G. said:

    @Michael
    “Du bist anderer Meinung als ich aber ich werde dein Recht dazu bis in den Tod verteidigen.” In diesem Artikel geht es genau darum, dass die NPD die Möglichkeit NICHT nutzt, direkt mit dem Wähler zu kommunizieren. Für eine Partei, die sich ständig als Opfer von angeblicher Zensur darstellt, eine erstaunliche Strategie. Allerdings gibt es Grenzen der Meinungsfreiheit: Beleidigung beispielsweise. Und beispielsweise die Leugnung des Holocausts ist eine Beleidigung: Für die Toten und für die Überlebenden.

    Was das Ganze jetzt mit Gewalt zu tun hat (“Ich denke das die Masse auch der NPD-Kandidaten gegen Gewalt (von beiden Seiten) sind.”) erschließt sich mir nicht. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass nicht wenige NPDler nur aus taktischen Gründen Gewalt ablehnen. Es sind doch so einige wegen Gewalttaten vorbestraft. Weiterhin gehört Gewalt eng zur rechtsextremen Ideologie, da diese menschenfeindlich ist.

    Desweiteren empfehle ich in diesem Zusammenhang ein Strategiepapier der Jungen Nationaldemokraten. Darin heißt es:

    “In Verbindung mit der zunehmenden
    Verschärfung der sozialen Frage wird die Revolution wahrscheinlich und die Chance für eine revolutionäre Kampfpartei (!) wird zunehmen. Dann wird der organisierte Nationalismus vom Objekt zum Subjekt der Politik, vom Verteidiger zum Angreifer!”

    Quelle:
    http://blog.zeit.de/stoerungsmelder/wp-content/uploads/2007/11/npd-jugendarbeit.pdf
    Seite 4/5

    Gruß
    Patrick Gensing

  • Charly said:

    Michael,wenn Du schreibst:
    “Meinungsäußerungen auch extremer
    Positionen MUSS in einem freien Staat
    möglich sein!”
    Gilt das auch für den Antisemitismus?
    Hier ein Zitat von Jacques Chirac:
    “Antisemitismus ist keine Meinung
    sondern eine Aufforderung zum töten!”
    Deshalb 0-Toleranz für die menschenverachtenden Ziele der NPD.

  • Michael said:

    Antisemitismus gibt es leider überall auf der Welt. Diskriminierung auch – das ist nun mal so – das liegt wohl in der Natur des Menschen (sonst würde es wohl auch keinen Krieg mehr geben und alle wären Freunde). Aber mit welchem Recht will man eine Meinung, sei sie noch so bekloppt oder pervers verbieten?

  • Charly said:

    Nein,nein! so nicht! Antisemitismus liegt nicht in der Natur des Menschen. Kein Mensch wird als Antisemit geboren – Antisemitismus – diese dümmste Vorurteilskrankheit in der Welt – wurde und wird leider noch oft genug von Generation zu Generation weiter verbreitet.
    Und selbstverständlich kann Volksverhetzung – die mit freier Meinung rein nichts zu tun hat – verboten werden.
    Mit einem “das ist nun mal so” die Angelegenheit abzutun ist mir,gelinde ausgedrückt, zu oberflächlich.

  • Michael said:

    Lieber Charly! Deine Träume in Ehren – aber mit der Realität hat das nichts zu tun. Mir nutzt keine Träumerei – ich lebe jetzt und muss mich mit den Problemen jetzt und hier rumschlagen. Und Fakt ist nunmal das es Gewalt hier und überall gibt, das es Neid und Missgunst überall gibt und das es Antisemitismus fast ÜBERALL gibt – nicht nur in Deutschland. Für MICH sind alle Menschen gleich – das sehen aber zu viele eben nicht so. Und damit muss mann LEIDER leben.
    Ob das richtig oder falsch ist – das ist eine ganz andere Frage.

    Das ist das eine.
    Und zum anderen: Eine Meinung zu haben und diese zu vertreten KANN kein Verbrechen sein, da man damit keinen anderen Menschen schadet. Auch mit Beleidigungen muss man tagtäglich auskommen. Gefällt mir auch nicht, ist aber so.

    Auch eine NPD-Mann muss seine Meinung ohne Gefahr auf persönlcihe Nachteile äussern können. Das ist für mich ein Grundrecht!

  • Charly said:

    Sorry, Dir geht es offensichtlich um Rechthaberei und nicht um eine sachliche Auseinandersetzung. Es mangelt Dir an Sachkenntnis – anders kann ich mir Deine obigen Ausführungen nicht erklären. Es erübrigt sich einen Dialog mit jemanden zu führen der seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Deshalb, bringe Deine abstrusen Gedanken unter wo Du willst – aber verschone mich damit – für mich wäre jede weitere Antwort an Dich Zeitverschwendung ,deshalb – de hoc satis!

  • Michael said:

    Welche Hausaufgaben soll ich denn gemacht haben?
    Das ich nicht alles glaub` was mir tagtäglich von den Massenmedien vorgesetzt wird?!?!? Da kann ich Dich beruhigen – ich bin kein Konszumpsychopath und auch kein gelenkter Gutmensch.
    Ich habe noch gelernt, mir die Gedanken selbst zu machen. Das geht leider vielen (gerade hier) ab.
    Und gerade von Dir, lieber Charly, habe ich noch kein vernünftiges Argument GEGEN Meinungsfreiheit gehört – denn da gibt es wohl auch keine.

  • onkelpeter said:

    liebe blogger,

    ich bin über euere unterstellungen und behauptungen schon recht erschüttert.

    welche menschenfeindlichen einstellungen der npd sind konkret in eurem titel gemeint?

    wie kommt man eigentlich von der mangelnden kommunikationsfähigkeit von npd-politikern sofort auf antisemitismus? wann hat die npd öffentlich antisemitismus propagiert? vertritt die npd nicht einfach nur die vitalen interessen deutschlands und europas?

    werden hier eventuell irgendwelche hirnlosen hooligans der npd zugerechnet?

    mich intereressiert sehr, welche ziele die antifa eigentlich verfolgt und würde eine sachliche aussage hierzu sehr begrüßen.

    wie hält es die antifa mit der gewaltbereitschaft und aufruf zum massenmord. ich weiß von einer antifa-gegendemo, auf der eine “dame” den friedlichen npd-marschierern hysterisch zuschrie “ihr gehört ins kz und man sollte euch alle vergasen”.

    wer von euch hat den mut und den verstand zu einer qualifizierten antwort?

    Ist das ernst gemeint?
    PG

  • erni07 said:

    Hallo Michael ,hier ist erni07 ich bin ganz deiner Meinung Bin selbst Mitglied aller Parteien die rechts von der Mitte liegen ,wobei es meiner Meinung nach keine Mitte gibt. Bin schon etwas älter aber habe mein Ziel noch nicht erreicht .Für mich ist rechts,dass jeder gesunde mensch arbeiten sollte wenn er leben möchte .Das Deutschland deutsch bleiben soll.Wir das Volk dafür zu sorgen haben ,dass erst wir und dann die anderen gefördert werden vor allen unsere Jugend Du hast Recht ,ich Frage mich auch was machen die Parteien mit Ihren m Mill. die sie vom Staat erhalten. Wie ich es sehe nichts.Und wenn Sie dann was machen dann machen sie das wo alle immer drauf warten nemlich Erger und Scheisse.Und Wundern sich dann wenn einige über Sie dann reden.Ich schreibe euch aus den grund ,dass ich ein ausgereiftes Sistem erfunden habe .Welches eine Minderheit in einer Bevölkerung soviel Kraft verleiht,dass SIE wenn Sie sich der Befölkerung vorstellen ,diese umgehend auf ihre Seite bekommt.Finanzieren tut dieses die,die diese Minderheit nicht gebrauchen können.DAs einzige was ich,die GRUPPE benötigen für den Anfang ca .15 Junge oder auch alte Menschen.Um die Gedanken Vertriebsvertig zu machen . [xxx] Endschuldigt meine Rechtschreibung ,auch die hält mich nicht davon ab aktiv zu sein .Gruss erni07

    Hallo Erni07,
    ich hoffe Sie haben Verständnis dafür, dass NPD-BLOG.INFO nicht dazu dient, neue möglicherweise rechtsradikalen Kleingruppen zu organisieren (Mitglied aller Parteien rechts der Mitte). Daher habe ich die Email-Adresse herausgenommen.