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Ludwigshafener Sozialdezernent verharmlost Naziszene

10. Februar 2008 12:33 509 mal gelesen Kein Kommentar

Wenn der Verdacht aufkommt, es könnte eine rechtsextremen Angriff gegeben haben, wiegeln kommunale Politiker und andere Verantwortliche erst einmal gerne ab: Es gebe hier keine Nazi-Szene, die Täter kommen wenn überhaupt von woanders her usw. usf. Nun ist bei der Brandkatastrophe von Ludwigshafen nicht klar, ob es sich um einen Anschlag gehandelt hat – aber verharmlost wird schon einmal, wie der Arbeitskreis Antifaschismus aus Mannheim in einer Pressemitteilung berichtet. Diese wird hier dokumentiert:

In einem Artikel der Frankurter Rundschau vom 07 Februar 2008 äußert sich der Ludwigshafener Sozialdezernent Wolfgang van Vliet (SPD) über die rechte Szene in der Stadt. Er wird zitiert “Es sind fünf bis zehn Leute” und sie seien zuletzt nicht massiv aufgetreten. Dabei ist die Ludwigshafener Neonaziszene eine der stärksten der Region. Drei bundesweit bekannte Nazikader sind in Ludwigshafen aktiv. Die Szene ist über Jahre gewachsen und hat sich in der Stadt etabliert. Entgegen den Äußerungen van Vliets gab es zahlreiche rechtsextreme Aktivitäten in den letzten Monaten und Jahren.

In Ludwigshafen hat sich eine feste rechtsextreme Struktur etabliert. Die “Kameradschaft Kurpfalz” trifft sich in Ludwigshafen und zählt rund zwei Dutzend Mitglieder. Die Kameradschaft organisiert Veranstaltungen, besucht rechtsextreme Aufmärsche und verbreitet Nazi-Propaganda. Sie ist Mitglied des Neonazi-Netzwerkes “Aktionsbüro-Rhein-Neckar”. Die NPD hat einen Kreisverband Ludwigshafen/Vorderpfalz und organisiert Veranstaltungen im Ludwigshafener Umland. Daneben gibt es zahlreiche subkulturelle Skinhead-Zusammenhänge und Hooligans. “Die Republikaner” (REP) sind im Ludwigshafener Stadtrat in Fraktionsstärke vertreten. Sie wurden bei der letzten Wahl 2004 nach einem rassistischen Wahlkampf mit 8,8% drittstärkste Partei in der Stadt. In Ludwigshafen sind außerdem
drei bundesweit relevante Nazi-Kader aktiv.

Matthias Hermann ist führendes Mitglied im “Aktionsbüro-Rhein-Neckar” und der “Kameradschaft Kurpfalz”. Bekannt wurde er, als er für die sogenannte “Schulhof-CD” ein Rechtsgutachten erstellen ließ.

Christian Hehl ist NPD-Mitglied, Vorsitzender des Kreisverbandes Ludwigshafen/Vorderpfalz und zudem im “Aktionsbüro-Rhein-Neckar” aktiv. Hehl ist eine Symbolfigur in der Naziszene und Schnittstelle zwischen
NPD und den “Freien Kameradschaften”. Er ist u.a. wegen zahlreicher Gewalt-Delikte vorbestraft.

Malte Redeker ist aktiv im “Aktionsbüro-Rhein-Neckar”, Betreiber des rechtsextremen Internetversandes “Gjallarhorn Klangschmiede” und vertreibt Nazi-Rock-Musik. Redeker ist mutmaßlicher Produzent der Berliner Band “Deutsch Stolz Treue” (D.S.T.), die mit Texten, wie “Großstadtkanake, du stinkendes Schwein…Brave deutsche Bürger, müssen
sich verstecken. Sie wünschen sich, du sollst verrecken.” Stimmung macht. Die Band “Volkszorn”, deren Mitglieder teilweise aus Ludwigshafen waren, erreichten in den achtziger und neunziger Jahren Kultstatus in der Naziszene. Ihre Platten werden neu aufgelegt. Sie sind noch immer sehr beliebt in der Szene. Die Band wurde mit Texten berühmt, wie
“Neger, die sind schwarz wie die Nacht. So schwarz wie Brikett. Ich übergieß euch mit Benzin und zünd euch an.”

Ludwigshafener Bürger berichten von einer starken Präsenz der Neonazis und ihrer Propaganda im Stadtbild. Im Stadtteil Süd gibt es einen Treffpunkt der rechten Szene, der häufiger Ausgangspunkt für Konflikte war. In der Vergangenheit gab es zahlreiche rassistische Übergriffe und Brandanschläge. Zuletzt zündeten Rechtsextreme im Jahr 2000 ein
Flüchtlingsheim im Stadtteil Oppau an, was mehrere Schwerverletzte zur Folge hatte.

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Kein Kommentar »

  • tobias said:

    Bei diesem Fall sollte man den “rechtsextremen Brandanschlag” nicht herbaeireden. Ohne sichere Fakten ist das wirklich sehr gefährlich und dient sicher nicht den Zielen dieses Blog.

  • P.G. said:

    Beachten Sie bitte die ersten Zeilen des Eintrags:

    “Wenn der Verdacht aufkommt, es könnte eine rechtsextremen Angriff gegeben haben, wiegeln kommunale Politiker und andere Verantwortliche erst einmal gerne ab: Es gebe hier keine Nazi-Szene, die Täter kommen wenn überhaupt von woanders her usw. usf. Nun ist bei der Brandkatastrophe von Ludwigshafen nicht klar, ob es sich um einen Anschlag gehandelt hat – aber verharmlost wird schon einmal…”

    Ich schreibe keineswegs einen Verdacht herbei, der kursiert schon länger. Der Sozialdezernent reagiert ja bereits darauf.

    Im Übrigen ist ein Ziel dieses Blogs, Verharmlosung von Rechtsextremismus zu dokumentieren. Dies ist hier offensichtlich der Fall.

    Schönen Gruß
    Patrick Gensing

  • Ingo said:

    @ Tobias

    Also ich lese nichts von dem Brandanschlag in dem Beitrag…

    Die Brandanschläge, die erwähnt werden, sind schon älter.

  • Ludwigshafener Sozialdezernent verharmlost Naziszene « dokumentationsarchiv said:

    [...] Sozialdezernent verharmlost Naziszene Posted 11.Februar 2008 NPD-BLOG.INFO » Ludwigshafener Sozialdezernent verharmlost Naziszene (…) In einem Artikel der Frankurter Rundschau vom 07 Februar 2008 äußert sich der [...]