NRW: Konzert der NPD-Düren mit “Lunikoff”?
Offenbar plant die NPD Düren ein Konzert mit dem gerade aus der Haft entlassenen Kult-Rechtsrocker “Lunikoff” Das berichtet das Blog Klarmanns Welt. Demnach war in einem NPD-Szeneforum “kürzlich” davon die Rede, dass am 15. März im Raum Düren eine Veranstaltung der NPD geplant sei. Über Zeit, Ort und das geplante Programm wurde nichts mitgeteilt, wohl aber darüber informiert, dass der Vorverkauf von Eintrittskarten begonnen habe. Weiter heißt es: “Wie unterdessen aus Szenekreisen zu erfahren war, soll es sich bei der höchst konspirativ organisierten Veranstaltung um einen Auftritt von Michael Regener alias „Lunikoff“ handeln.”
Regener, Ex-Sänger der als kriminellen Vereinigung verbotenen Kultband „Landser“, sollte nach Verbüßung seiner Haftstrafe Ende Februar aus dem Gefängnis entlassen werden. Seit langem halten sich den Angaben zufolge in Szenekreise Gerüchte, dass der Sänger danach verschiedene Konzerte geben wird. Verunsicherung schufen zudem die von Unbekannten an Neonazis verschickten Massen-SMS, die ein „Lunikoff“-Konzert für heute (29.2.) an einem unbekannten Ort ankündigten. Die Braunszene verbreitete, die Kurznachrichten seien von der Antifa gefälscht worden – dies unter anderem auch in Kommentare bei NPD-BLOG.INFO . So schrieb “Race War” am 27. Februar 2008: “Ja, er kommt morgen raus! Achja mal so nebenbei: An alle die ne SMS bekommen haben von wegen tolles Konzi zu Ehren von Luni: Die ganze Sache ist n Fake, es wird kein Konzi am 29.02 in Mitteldeutschland geben. Die ganze Sache wurde von der Antifa aufgerührt, und wer so dämlich ist und auf die angebene Handynummer anruft brauch sich nicht wundern wenn Staatsschutz, VS und Antifa mehr Infos über denjenigen haben als ihm lieb ist.”
Ende Dezember 2003 war Regener zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden. Sein Anwalt ging gegen das Urteil in Revision; Regener blieb bis zum April 2005 auf freiem Fuß. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil des Kammergerichts bestätigt hatte, trat Regener im April 2005 seine Reststrafe von zwei Jahren und zehn Monaten in der JVA Tegel an.
NPD-Chef Voigt spricht bei Demo für Lunikoff
Innerhalb der Neonazi-Szene gilt er als Kultfigur mit Märtyrerstatus. Im Oktober 2006 waren fast 1000 Neonazis aufmarschiert, um die Freilassung von Lunikoff zu fordern. Auch die NPD-Berlin hatte zu der Demonstration aufgerufen, als Redner trat sogar NPD-Chef Udo Voigt auf. Michael Regener (”Lunikoff”) war nach Angaben des Berliner Verfassungsschutzes im Oktober 2004 der NPD beigetreten. Er habe dies auf seiner Web-Seite damit begründet, “diese schöne Partei nicht den Demokraten (…) überlassen zu wollen”. Er verfügte schon vor seinem Eintritt über Kontakte zur NPD, schreibt der Verfassungsschutz. In einer Erklärung der NPD vom September 2004 propagiert die Partei die Schaffung einer “Volksfront von rechts” und die Notwendigkeit auch parteiunabhängiger Aktionsformen. Man sehe sich “verpflichtet, mit gutem Beispiel voranzugehen und einen Brückenschlag vorzunehmen”. Daraufhin traten mit Thorsten Heise, Thomas (”Steiner”) Wulff und Ralph Tegethoff im gleichen Monat drei Wortführer der neonazistischen Szene in Deutschland der Partei bei.
Bemerkenswert war an dem Auftritt von Voigt, wie extrem die NPD inzwischen öffentlich auftritt. Ein Bundesvorsitzender einer Partei solidarisiert sich mit einem Sänger, der laut diversen Berichten angeblich unter anderem folgende Textzeile herausschrie: “Sarah, aus deinen Knochen hab ich so’n prima Gestell gebaut. Für’n Lampenschirm, und den dazu aus deiner herzlich zarten Haut…”

Wann Lunikoff wohl wieder in den Knast wandert?
Das ist sicher nur eine Frage der Zeit.=)
in der Überschrift ist ein k zu viel
So, da kann also dieser “Lunikoff” wieder seine rassistischen Hasslieder als Einstiegsdroge in die Nazi-Szene rausbrüllen. Da sollte der Verfassungsschutz ihm mal ganz dicht an den Fersen bleiben.
Ian Stuart, der Begründer der rechtsextremen “Blood & Honour”-Bewegung brachte einmal zum Ausdruck: “Musik ist das ideale Mittel, Jugendlichen den Nationalsozialismus näherzubringen.”
Klaus Farin, Jugendforscher und Buchautor , ist wohl der beste Kenner der deutschen Szene – er tummelt sich anonymen in Internet-Foren, wo er erfährt, wie sich Kameraden mit verschlüsselten Botschaften für die Konzerte verabreden.
So berichtet Farin weiter – die bekanntesten Bands treten kurz vor Schluss auf, allerdings nicht als letzte, weil die Besucher bereits vom Bier arg angegriffen sind.
Oft werden härtere radikalere Texte gesungen als auf den CDs.
Einige Sänger halten zwischendurch kurze politische Reden. Bier, Musik und Ideologie ergeben ein explosives Gemisch.
“Ich habe noch kein Rechtsrock-Konzert besucht, wo es keine Massenschlägerei gab”, sagt Farin und weiter: Bei den meisten Konzerten gibt es “Sieg Heil-Rufe aus dem Publikum – Immer zeigen einige den Hitler Gruß”.
Da eine Führungsaufsicht angeordnet wurde, wird es wohl kaum ein Konzert mit Beteiligung Regeners geben.
Vielleicht mal besser informieren…
Ergänzungen: Konzert ja, Lunikoff doch nicht
http://klarmann.blogsport.de/2008/03/13/rechts-ausverkauf-bei-der-npd-in-dueren-wegen-lunikoff/
wo krig ich dafür noch karten her??
Mehr Infos zur Neonazi-Szene gibt es unter dem ob angebenen Link,
Facebook
Jüngste Artikel
Publikative.org
Flattr
RSS-Feed