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Die NPD und die Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung

12. März 2008 16:45 41 mal gelesen Kein Kommentar

Der JN-Aktivist  Mario Matthes hat die Attacke auf einen Studenten an der Uni Mainz eingeräumt, diese allerdings als eine Art Duell zwischen Männern dargestellt. Im Polizeibericht hieß es: Nach Aussagen eines 23-jährigen Studenten, habe ihn der ebenfalls 23-jährige Rechtsextremist zunächst in der Bibliothek bespuk. Anschließend seien beide nach draußen gegangen um sich dort auszusprechen. Hier allerdings habe ihn der Rechtsextremist geschlagen und als er auf dem Boden lag noch getreten. Der junge Mann wurde zur Untersuchung in ein Krankenhaus eingeliefert. Der Täter war bei eintreffen der Polizei geflüchtet. Ein Strafverfahren ist eingeleitet.

Matthes stellt den Ablauf auf den Seiten der JN folgendermaßen da: Meine erste Reaktion war, daß ich ihn angespuckt habe. Gleichzeitig teilte ich ihm mit, daß wir seinetwegen von anderen Leuten verfolgt werden. Er meinte: „Soll ich jetzt Mitleid haben?“ Da ich mit einer solch unverschämten Reaktion nicht gerechnet habe, war ich zunächst etwas verdutzt und meinte dann zu ihm, wenn er eine solche Art von Auseinandersetzung bevorzuge, dann können wir das auch draußen klären. Wir gingen raus, suchten uns einen ungestörten Platz und haben uns geschlagen. Dabei konnte ich einen Schlag landen der große Wirkung erzielte und er ging zu Boden. Nachdem er aufgegeben hatte war die Sache für mich auch erledigt. Ich habe ihm seine Mütze gegeben, ihm meinen Respekt dafür ausgesprochen, dass er sich überhaupt getraut hat sich auf einen fairen Kampf einzulassen und bin meine Sachen holen gegangen. Von einem Überfall, oder einer gleichgelagerten Aktion konnte bei dem Vorkommnis keine Rede sein. Er ist freiwillig mit mir hinaus gegangen, da er sich schlagen wollte. Wir haben den Kampf fair begonnen und er wurde sofort nach seiner Aufgabe beendet.

Bist Du zu erst angegriffen wurden?

Von einem „zuerst“ ist bei diesem Vorfall schwer zu sprechen, da wir ja ausgemacht haben zu beginnen. Wenn man die Vorfälle davor mit einbezieht, dann kann man schon davon sprechen, dass Gewalt zuerst von der anderen Seite ausging. Selbst an diesem Tag war es ja nicht unbedingt meine Absicht, mich mit ihm zu schlagen, da ich weiß, dass Prügeleien an einer Uni nicht sinnvoll sind. Die Situation hat sich dann so ergeben und ein unglückliches Ende genommen.

Matthes ist laut einem Bericht des Asta der Uni Mainz bereits seit vielen Jahren in der Nazi-Szene aktiv. Zudem sei er beim NPD-Kreisverband Mainz-Bingen tätig, heißt es in einer Info-Broschüre der Antifa Mainz. Außerdem habe Matthes auf Platz acht der NPD-Liste zur Landtagswahl 2006 in Rheinland-Pfalz kandidiert. Zudem war er offenbar Mitglied des NPD-Landesvorstands. Neben seinen Aktivitäten in der NPD leitet Matthes laut dem Asta Mainz auch die lokale Kameradschaft, die auf einer von ihm angemeldeten Internet-Seite firmiert. Die Domain ist laut Denic tatsächlich auf seinen Namen registriert.

Nun kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Kontrahenten tatsächlich eine Art Duell abgemacht haben, auch in Antifa-Kreisen gibt es durchaus pubertäres Macho-Gehabe. Allerdings zeigt der Polizeibericht, dass Matthes Version doch etwas geschönt wirkt. Lustigerweise hat die NPD erst vor wenigen Wochen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern einen Antrag gestellt, Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung zu ächten. Immerhin, könnte man nun meinen, vielleicht lernen die ja doch noch einmal die Grundregeln des zivilisierten Miteinanders. Doch wie ernst die NPD diesen Antrag nimmt, zeigt das (Nicht-)Verhalten des NPD-Multifunktionärs Peter Marx, Fraktionsgeschäftsführer in Schwerin. Denn Marx ist auch Landeschaf der rechtsextremen Partei in Rheinland-Pfalz. Auf die Anfrage, ob es nun Konsequenzen gegen Matthes geben werde, da dieser ja offensichtlich schon auf Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung setzt, hat Marx bislang nicht reagiert.

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Kein Kommentar »

  • Lemming (der Echte) said:

    Ich habe irgendwo mal das komplette Interview mit dem Typen gelesen, gegen den hier ermittelt wurde, ich glaube es war auf der Seite der JN.
    Er heult Ewigkeiten rum, wie er von anderen Stundenten gemobt und ausgeschlossen wird.
    Ich musste einfach nur lachen. Vor allem noch bei dem Bild. Dünner Kerl, Milchgesicht, blass und fettig gegelte Hitlerfrisur. .