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Sachsen-Anhalt: Beschwerdestelle mit Alibi-Funktion?

25. März 2008 10:49 24 mal gelesen Kein Kommentar

Die Mobile Opferberatung hat laut einem Bericht vom Mut gegen rechte Gewalt die Ankündigung von Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann, eine Polizeibeschwerdestelle einrichten zu wollen, zwar als grundsätzlich sinnvoll begrüßt, aber das vorliegende Konzept als unzureichend kritisiert. Eine Sprecherin der Mobilen Opferberatung sagte, wünschenswert wäre vielmehr eine unabhängige Polizeikommission nach  Hamburger Vorbild. Diese Unabhängigkeit ist nicht gegeben, wenn die  Geschäftsstelle der Beschwerdestelle beim Landespräventionsrat  angesiedelt werden soll. Bleibt es bei diesem Konzept des  Innenministeriums, lehnt die Mobile Opferberatung eine Mitarbeit in der  Beschwerdestelle ab. “Vielmehr ist es notwendig, dass eine  Polizeikommission mit Hauptamtlichen und Wissenschaftlern besetzt wird,  um eine gründliche und kompetente Aufarbeitung von Einzelfällen und  strukturellen Problemen zu gewährleisten.”

Damit eine derartige Polizeibeschwerdestelle nicht lediglich eine  Alibifunktion hat, ist es notwendig, dass die Polizeikommission  unabhängig und sowohl mit Akteneinsichtsrecht als auch mit  hauptamtlichen Mitarbeitern aus Kriminologie, Strafrecht und  polizeilicher Praxis ausgestattet wird. Die Mobile Opferberatung schlägt  dafür u.a. Prof. Dr. Fritz Sack vor (Leiter des Instituts für  Sicherheits- und Präventionsforschung an der Universität Hamburg), der  als Mitglied der ehemaligen Hamburger Polizeikommission Ende der 1990er Jahre über entsprechende Erfahrungen verfügt”.

In den vergangenen Monaten hatten skandalöse Vorgänge bei der Polizei in Sachsen-Anhalt für Schlagzeilen gesorgt. Unter anderem musste der LKA-Chef gehen, nachdem bekannt wurde, dass Statistiken geschönt worden waren.

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