Thüringen: Hauen und Stechen um den Chefposten
Das Fachmagazin blick nach rechts hat den unterhaltsamen Streit im Thüringer Landesverband der NPD zusammengefasst: Es brennt im Gebälk der NPD. Im Vorfeld des für Ende Mai in Bamberg geplanten Bundesparteitags wird Parteichef Udo Voigt offen in Frage gestellt. In Hessen mochte der bisherige Landesvorsitzende Marcel Wöll, der während seiner Amtszeit eigentlich nur durch Gerichtsverfahren und einen erfolglosen Landtagswahlkampf mit unfreiwillig satirehaften Zügen aufgefallen war, aus angeblich “privaten Gründen” nicht mehr für dieses Amt kandidieren. Und in Thüringen entwickelte sich in den Wochen vor dem am 12. April stattfindenden Landesparteitag eine regelrechte Schlammschlacht um den Landesvorsitz.
“Putsch in der Thüringer NPD” titelt beispielsweise das neonazistische Internetportal “Altermedia”. In NPD-nahen Foren wird ausgiebig über den durchschnittlichen Promillegrad von Protagonisten der beiden sich verfeindet gegenüberstehenden Lager spekuliert. Der gegenseitig erhobene Vorwurf der Faulheit darf ebenso wenig fehlen wie der, die Partei finanziell geschädigt zu haben. [Mittlerweile werden auch Stasi- und Geheimdienstkooperation unterstellt, PG] Das in Thüringen öffentlich zelebrierte Hauen und Stechen geht über NPD-Normalmaß deutlich hinaus. Dabei hatte die tiefe Zerstrittenheit eigentlich gar nicht öffentlich werden sollen: Der Landesvorstand hatte nicht nur beschlossen – wie bei der NPD schon gewohnt –, die Medien vom Parteitag auszusperren, sondern auch Sympathisanten und Gäste draußen zu lassen.
Frank Schwerdt, seit April 2001 Landesvorsitzender, hatte beim vorigen Parteitag am 8. Dezember 2007 noch ein Erfolgslied gesungen: steigende Mitgliederzahlen, die Bildung weiterer Kreisverbände, eine Professionalisierung der Arbeit im Landesverband. Doch eine Minderheit im jetzigen Landesvorstand ist offenbar wenig zufrieden mit Schwerdts Regentschaft. Wortführer der Opponenten ist Thorsten Heise, der im Landes- wie im Bundesvorstand als “Koordinator für freie Kräfte” fungiert; an seiner Seite ist der Erfurter Kreisvorsitzende Kai-Uwe Trinkaus zu finden. Zumindest bei Teilen der von Heise angeblich vertretenen “freien Kräfte” stößt dessen “Karrieresucht” freilich auf Widerstand. “Auf dem Rücken der Basis” wolle er die Karriereleiter empor steigen, heißt es beim “Freien Netz Altenburg”: Was Heise “dazu befähigen soll, den Landesvorsitzenden zu mimen, bleibt uns persönlich verborgen”. Andere warnen davor, jemanden zum Landesvorsitzenden zu bestellen, der nicht nur wegen schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruch und Volksverhetzung vorbestraft ist, sondern auch dadurch auffiel, dass er daheim Waffen bunkerte.
Dabei wird Heise unterstellt, nicht nur nach dem Vorsitz zu schielen, sondern bereits ein Landtagsmandat im Blick zu haben. Der Deutschland-Pakt, der Thüringen bei der Landtagswahl 2009 der DVU zuspricht, ist parteiintern äußerst umstritten. Im Parteiblatt “Thüringen Stimme” hatte die NPD der Landes-DVU im Dezember attestiert, weder sachlich noch personell in der Lage zu sein, zur Landtagswahl anzutreten. Statt dessen scheint man sich bei der Thüringen-NPD auf eine eigene Kandidatur vorzubereiten – ungeachtet der Folgen auf Bundesebene.
Dort ist das Thema auch schon angekommen. Zwei als potenzielle Voigt-Nachfolger gehandelte NPD-Politiker machen Front gegen den Pakt. “Es sollte nur die Partei antreten, die auch das Potenzial dafür hat, und das ist eindeutig die NPD”, zitierte die “Junge Freiheit” den Fraktionschef in Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs. Andreas Molau, derzeit Pressesprecher der Fraktion in Schwerin, wird mit der Aussage zitiert, der Pakt könne “offensichtlich nicht wie bisher fortgeführt werden”: “Wir sollten deswegen beispielsweise darüber diskutieren, wer bei den nächsten Landtagswahlen 2009 in Thüringen antritt.”
Doch Voigt will offenbar nicht in den Ruf des Vertragsbrüchigen geraten: “Wir haben mit der DVU etwas vereinbart, was bis 2009 Gültigkeit hat.” Fest an seiner Seite hat er dabei seinen Stellvertreter Holger Apfel. Der hat ein höchst egoistisches Motiv, an der Vereinbarung mit der Frey-Partei festzuhalten. Träte die NPD in Thüringen an, könnte die DVU ihm 2009 in Sachsen Konkurrenz machen. Dort wird die NPD seit November letzten Jahres in Umfragen kontinuierlich auf nur noch zwischen vier und fünf Prozent geschätzt. Ein konkurrierender Wahlantritt der DVU könnte den Parlamentsträumen Apfels ein rasches Ende bereiten.

Oh Oh … Altermedia zu lesen ist ja schon ne Qual, aber hier herrscht auch langsam Bildniveau. Was dieser Bericht zeigt.
Nazigewäsch sind keine Nachrichten!
Und schon gar nicht aus Foren.
Danke für die Blumen, ich reiche sie an die Kollegen von B
ildlick nach rechts weiter…Grüße
Patrick Gensing
Karla – “Nazigewäsch sind keine Nachrichten”
Tja, so ist es aber – man kann eben immer nur über das berichten was die Rechtsradikalen an Dummheit in höchster Potenz bieten – und dort herrscht nun mal kein gehobeneres Niveau.
Bleiben Sie bei “Altermedia” und quälen sich dort weiter – besonders in den menschenverachtenden Foren-Beiträgen.
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