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Sachsen: NPD hofft auf “Leichsenring”-Effekt

15. April 2008 20:01 13 mal gelesen Kein Kommentar

Nach dem Rücktritt des sächsischen Ministerpräsidenten Milbradt hofft die NPD-Fraktion genau wie 2004 offenbar auf Überläufer. Daher will die rechtsextreme Partei einen eigenen Kandidaten bei der Wahl des Ministerpräsidenten aufstellen. Der NPD-Landtagsabgeordneter Jürgen Gansel kündigte in Dresden für seine Fraktion die Bewerbung des parlamentarischen NPD-Geschäftsführers Johannes Müller an, berichtet die Nachrichtenagentur ddp. Damit hoffe die Partei auf eine “Wiederholung des Uwe-Leichsenring-Effektes”.  Uwe Leichsenring, der im August 2006 bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, hatte als Gegenkandidat von Ministerpräsident Milbradt am 10. November 2004 in zwei Wahlgängen zwei Stimmen mehr erhalten, als die damalige NPD-Fraktion Abgeordnete stellte.

NPD-BLOG.INFO über die NPD-Fraktion in Sachsen.

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  • arkadenfeuer said:

    das spricht dann doch schon für eine ziemlich heftige verzweiflung beim haschen nach öffentlicher wahrnehmung, wie ich finde. denn im gegensatz zu 2004 werden zwei “demokratische” heckenschützen kaum für größere aufregung sorgen. durch die lobenswerte und vorbildliche selbstzerlegung der npd-fraktion wird schließlich unmöglich zuzuordnen sein, ob etwaige zusätzliche stimmen von frei vagabundierenden splitternazis oder tatsächlich aus den reihen der anderen fraktionen kommen.

  • Munin said:

    Das schon die bloße Ankündigung eines eigentlich ganz normalen und legitimen Vorgangs, nämlich einen eigenen Bewerber aufzustellen, für so viel Öffentlichkeit sorgt kann schon als Sieg für die NPD gesehen werden.
    Gerade jetzt wo in Sachsen langsam ihre Umfragewerte gesunken sind brauchen sie die kostenlose Werbung der Zeitungen. Zumal die Presse in diesem Fall ja noch nichtmal negativ über die Partei berichtet, sondern nur über eigentlich selbstverständliches.
    Man stelle sich dann mal die Werbung in den Zeitungen vor, wenn tatsächlich noch ein oder zwei aus dem etablieten Lager für Herrn Müller stimmen.

  • P.G. said:

    “für so viel Öffentlichkeit sorgt”

    Naja, ich finde, dies hält sich noch in Grenzen. Wenn ich auf dieser Seite darüber berichte, ist das noch keine große Öffentlichkeit. Und ddp berichtet beim Thema Rechtsextremismus schon, sagen wir mal, sehr ausführlich. Was ich aber größtenteils gut finde.

    Dass die NPD Aufmerksamkeit erhaschen will, ist mir auch klar. Aber das will sie mit jeder Aktion. Ist ja eine Partei, von daher nicht so ungewöhnlich, dass sie für sich werben will.