Januar / Februar 2008: Mindestens 135 Opfer rechter Gewalt
Die Zahl rechtsextremistischer Straftaten ist zu Jahresbeginn deutlich gestiegen. Im Januar und im Februar seien nach vorläufigen Erkenntnissen bundesweit 2053 rechte Straftaten registriert worden. Das schreibt der “Tagesspiegel” laut einem dpa-Bericht unter Berufung auf Antworten der Bundesregierung auf monatliche Anfragen der Linksfraktion im Bundestag. Ein Jahr zuvor waren es mit 1774 noch fast 300 Straftaten weniger. 135 Menschen wurden demnach Opfer rechter Gewalt, 39 mehr als im Januar und Februar 2007.
Nach einem Höchststand 2006 hatte die Zahl rechtsextremistisch motivierter Straftaten 2007 leicht abgenommen. Laut Statistik des Bundesinnenministeriums wurden 17.607 Fälle registriert – 2,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Gewalttaten ging um 5,5 Prozent auf 1054 zurück. 2005 und 2006 war die Zahl der rechtsextremistischen Straftaten deutlich gestiegen. 2005 wurde ein Zuwachs von 27 Prozent auf 15.360 registriert, 2006 nahmen die Straftaten nochmals um 14,6 Prozent auf 17.597 zu.
Schwerpunkt in Niedersachsen – während des NPD-Wahlkampfs
Die meisten Gewalttaten gab es im Januar in Niedersachsen (elf), NRW (acht) sowie jeweils fünf Fälle in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein. Zu den im Januar 2008 erfassten 932 politisch rechts motivierten Straftaten wurden insgesamt 407 Tatverdächtige ermittelt und 15 Personen festgenommen. In zwei Fällen wurde Haftbefehl erlassen. Im Zusammenhang mit den für Januar 2008 gemeldeten 159 politisch rechts motivierten Straftaten mit fremdenfeindlichem Hintergrund wurden 108 Tatverdächtige ermittelt und drei Personen festgenommen. In einem Fall wurde Haftbefehl erlassen.
Fast 70 Verletzte – nach vorläufigen Zahlen
Im Januar 2008 wurden insgesamt 68 Personen infolge von Straftaten, die dem Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität – rechts“ zuzuordnen sind, verletzt. Auf das Unterthemenfeld „Fremdenfeindlich“ entfallen 30 verletzte Personen. Todesfälle waren nicht zu verzeichnen. Die meisten Verletzten gab es demnach in Niedersachsen (zwölf) sowie in NRW und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils neun)
Die aufgeführten Zahlen stellen keine abschließende Statistik dar, sondern können sich aufgrund von Nachmeldungen noch (teilweise erheblich) verändern – erfahrungsgemäß steigen sie noch um bis zu 50 Prozent.

