Sachsen-Anhalt: Brandanschlag “fremdenfeindlich” motiviert
Der Brandanschlag auf polnische Erntehelfer in Lodersleben (Saalekreis) hat den Ermittlern zufolge einen fremdenfeindlichen Tathintergrund. Zwei der vier Beschuldigten zwischen 17 und 20 Jahren hätten ein ausländerfeindliches Motiv eingeräumt, sagte Staatsanwalt Klaus Wiechmann auf ddp-Anfrage in Halle. Ein weiterer Verdächtiger verweigere die Aussage, ein vierter Mann bestreite die Tat. Alle vier Verdächtigen befänden sich weiterhin wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Untersuchungshaft.Ermittler durchsuchten nach Angaben Wiechmanns die Wohnungen der vier Tatverdächtigen. Die zwei 17-Jährigen und zwei 20-Jährigen sollen einen Brandsatz in das Gebäude einer Agrargenossenschaft in Lodersleben geworfen haben, während im ersten Stock des Hauses sechs Erntehelfer aus Polen schliefen. Die Erntehelfer konnten dem Feuer entkommen und blieben unverletzt.
Ein Fährtenhund hatte die Polizei nach der Tat zu einem nahe gelegenen Partykeller geführt, wo die vier Verdächtigen sowie ein 17-jähriges Mädchen festgenommen worden waren. Die junge Frau war kurz darauf wieder auf freien Fuß gesetzt worden. In ersten Vernehmungen hatten die vier männlichen Beschuldigten die Tat nach Polizeiangaben teilweise gestanden.

