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Mahnmal für homosexuelle NS-Opfer eingeweiht

27. Mai 2008 14:38 167 mal gelesen Kein Kommentar

Das nationale Denkmal für verfolgte Homosexuelle während der NS-Zeit ist laut Medienberichten in Berlin von Kulturstaatsminister Bernd Neumann der Öffentlichkeit übergeben worden. Neumann erinnerte daran, dass in der NS-Zeit weit über 50.000 Homosexuelle “wegen ihrer sexuellen Orientierung verurteilt, Tausende in die Konzentrationslager verschleppt und ermordet wurden”.

Mit der Übergabe “erinnern wir an eine Opfergruppe, die in der öffentlichen Wahrnehmung lange Zeit wenig Beachtung fand”, so Neumann weiter. Er räumte zugleich ein, dass das Mahnmal “sehr spät” errichtet worden sei. Es solle nicht nur an die Schrecken der Vergangenheit erinnern, sondern auch zum Ausdruck bringen, dass in Deutschland die Diskriminierung von Homosexuellen keinen Platz haben dürfe.

Keine küssenden Männer erwünscht

Bereits vor der Eröffnung hatte es allerdings Streit über die Einladungskarten gegeben. Der CDU-Politiker hatte einem Bericht zufolge die beabsichtigte Abbildung zweier küssender Männer untersagt. Das Motiv entstammt dem in das Denkmal integrierten Endlosfilm. Die aus Skandinavien stammenden Architekten Ingar Dragset und Michael Elmgreen, die seit 1995 in Berlin zusammenarbeiten, sagten der “Frankfurter Rundschau”, das Verbot Neumanns zeige, dass das Konzept des Mahnmals funktioniere.

Bezug zu Holocaust-Mahnmal

Die schlichte Betonstele wurde am südlichen Rand des Berliner Tiergartens gegenüber dem Holocaust-Denkmal errichtet. Der Bundestag hatte 2003 das Mahnmal beschlossen. Die Stele nimmt Bezug auf das gegenüberliegende Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Juden Europas. Durch ein Fenster, das schräg in eine Ecke des Würfels eingeschnitten ist, sieht der Betrachter die Filmprojektion einer scheinbar endlosen Kuss-Szene eines gleichgeschlechtlichen Paares, im Zwei-Jahres- Rhythmus Männer oder Frauen. Am Denkmal informiert ein erklärender Text über die Homosexuellenverfolgung in der NS-Zeit.

Zwischen 1933 und 1945 wurden in Deutschland Schätzungen zufolge 54.000 Homosexuelle verurteilt, etwa 7000 wurden in Konzentrationslagern ermordet.

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  • Charly said:

    Ja, es wird oft vergessen, dass neben dem unfassbaren Massenmord an den Juden auch andere Minderheiten drangsaliert,gedemütigt und wegen ihrer sexuellen Neigung getötet wurden. Und die in direkter Nachfolge der NSDAP stehenden Neonazis würden – wären sie an der Macht- nicht anders vorgehen.
    Die Bemühungen um eine Abschaffung der Strafbarkeit homosexueller Handlungen in der Weimarer Republik waren durch die Aufklärungsarbeit des Berliner Arztes Magnus Hirschfeld recht weit fortgeschritten – die zu verschiedenen parlament. Initiativen und Gesetzentwürfen zur Entschärfung oder Beseitigung der Strafbarkeit führen sollten.
    Diese Bemühungen wurden durch die Machtergreifung Nazis sofort beendet. Die Verurteilung wegen homosexsuellen Verhaltens nahmen an Schärfe ab 1935 erheblich zu. Waren es 1933 noch insgesamt 853 Verurteilte, stieg diese Zahl bereits 1935 auf 2106 und 1937 schon auf 8271 an. In den Jahren 1933 – 1944 waren davon über 50.000 Männer betroffen. Unter dem Zeichen des “Rosa Winkel” verschwanden Tausende in den Konzentrationslager und Arbeitslagern der Nazi-Schergen. Viele wurden dort grausamer Folter ausgesetzt und kaltblütig ermordet – oder starben geschwächt an Unterernährung. Zwangsarbeit für uns heute unter unvorstellbaren Bedingungen und körperlicher Folter. Diese Männer haben – sofern sie den Lagern entkommen konnten – für ihre Leiden niemals Entschädigung im Rahmen der Wiedergutmachung erhalten.
    Vergessen werden darf dabei auch nicht, dass homosexuelle Handlungen (§175) auch in der neu gegründeten BRD strafbar war – erst am 10.5.1969 wurden bisherigen §§ 175 und 175a StGB aufgehoben.

  • Steve said:

    Küssende Männer in der Öffentlichkeit, wie auch geschlechtsverkehrnahes Intensivküssen heterosexueller Paare in der Öffentlichkeit sind ein Ärgernis, insbesondere für Eltern, die ihren Kindern dann Erklärungen liefern müssen, die sie lieber etwas später abgegeben hätten.

    Sexualität ist Privatsache, Sexualität in der Öffentlichkeit ist für alle, die ihr nicht freiwillig ausgesetzt sind, sexuelle Belästigung.

    In diesem Sinne ist diese Form des Gedenkens verfehlt, bewirkt vielleicht sogar das Gegenteil dessen, was wohl beabsichtigt ist.

  • Charly said:

    Das ist der Hammer des Tages: “geschlechtsverkehrsnahes Intensivküssen”
    Hier vertritt ein “Steve” die “Widernatürlichkeit” gleichgeschlechtlicher Liebe so wie sie schon im Nationalsozialismus der Grund zur Verhaftung und ihren schrecklichen Misshandlungen der betroffenen Personen führten. Dabei lässt dieser “Steve” deutlich ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität erkennen.
    Ein berühmter Sexualforscher drückte es einmal so aus: “Die einzige unnatürliche sexuelle Handlung ist diejenige , die nicht vollzogen werden kann.”
    Wenn z.B. behauptet wird, nur “natürliche” Handlungen sind moralisch, so beruht eine solche Schlussfolgerung indes auf einem fundamentalen Missverständnis von Natur und Moral. Wenn das Wort “Natur” in Auseinandersetzung um die Moral verwendet wird, dann kann es jede beliebige Bedeutung haben . Das wird nirgendwo deutlicher als im Bereich der Sexualmoral. Für die alten Griechen war die “Natur” der Sexualität Freude und persönliche Erfüllung. Der Sexualtrieb war eine Frage göttlicher Inspiration, die zwei liebende zusammenführte – eben völlig natürlich. Nehmen wir als Beispiele die Indianer in Amerika und die Polynesier früherer Jahrhunderte, diese erkannten auch Homosexualität,Transvestismus und Transsexualität als “Natur” bestimmte Individuen an und brachten ihnen daher Respekt entgegen. Jeder gesellschaftliche Eingriff hätte für sie grösstes Unrecht oder sogarein Verbrechen wider die Natur bedeutet.
    Die häufig gebrauchte Feststellung, dass homosexuelle Handlungen “widernatürlich” seien,ist daher nie eine Tatsachenbehauptung, sondern immer ein Werturteil -so wie noch heute in den meisten Gesellschaften sich der Bedeutungsgehalt der Sexualität in den Religionen offenbart. Selbst in unserer heutigen modernen, “glaubenslosen” Gesellschaften sind die sexuellen Normen oft noch alten religiösen Lehren verhaftet.
    Dieses Werturteil pflegen noch heute die Rechtsradikalen ganz in der Tradition der NSDAP – die Homosexuellen gelten als “Verräter am Volk” und “Volksverderber”. Doch sehr peinlich war es den Kameraden als der von vielen hoch verehrte “Führer”-Michal Kühnen- an AIDS erkrankte, wodurch seine Homosexualität öffentlich wurde. Kühnen antwortete damals auf die Vorwürfe mit einer 67-seitigen Verteidigungsschrift mit dem Titel : “Nationalsozialismus und Homosexualität”, in der er auf die Tradition homosexueller Männerbünde verweist.
    (Literatur: E.J. Haeberle “Die Sexualität des Menschen” – Verlag de Gruyter – Birgit Rommelspacher “Der Hass hat uns geeint” – Campus Verlag)

  • Steve said:

    Lesen-Verstehen-Bedenken-Antworten, in dieser Reihenfolge bitte, lieber Charly.

    Nun will ich zwar nicht abstreiten, daß ich homosexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit noch ein bißchen unpassender finde als heterosexuelle, aber auf diesen Unterschied kommt es wirklich nicht an …

    Die Kernworte sind doch klar erkennbar: PRIVATSACHE und ÖFFENTLICH.

    Wenn Sie, lieber Charly, mir in der U-Bahn gegenüber säßen und Wen-auch-immer dort Küssen etc. würden – ich würde mich tatsächlich belästigt fühlen, ganz unabhängig von Ihrer Weltanschauung, Ihrer Rasse oder Ihrer sexuellen Orientierung.

    Leicht zu erkennen, daß Ihre “Antwort” auf meine Bemerkung keine solche ist, sondern ein eigenständiges Statement. Offensichtlich beschäftigen Sie sich viel mit Sexualität.

  • Charly said:

    Hätten Sie meinen Beitrag genau gelesen bzw. verstanden- oder verstehen wollen- dann hätten Sie den Bezug zu Ihren unsinnigen Auffassungen sehr wohl nachvollziehen können.
    Ich kann Ihnen aber versichern, dass meine Antwort auf Ihre fantasievolle Vorstellung über “Intensivküsse” für mich ein “geschlechtsverkehrsnahes” Vergnügen war – und auch unter meinen Kollegen allgemeine Erheiterung hervorgerufen hat.

  • Steve said:

    Schön, daß ich Ihnen helfen konnte. Übrigens kommt Kritik am Mahnmal auch von anderer Seite:

    “Israelischer Historiker gegen deutsches Homo-Mahnmal- Schwule “Opfer politischer Kämpfe innerhalb der NSDAP”"

    Quelle: ggg.at

    Das wäre doch eine Gelegenheit für Sie, Ihrem Beitrag einer Zweitverwertung zuzuführen?

  • Charly said:

    “Steve” – zunächst wollen wir einmal festhalten, dass Sie die “Quelle:ggg.at.” dem Dreckschleuder Forum “Altermedia” entnommen haben – wie sonst sollten gerade Sie auf dieser Seite -ggg.at – gelandet sein. Der entsprechende Begleittext und die niveaulosen Kommentare zu den Äusserungen von Israel Gutman lassen die zu genüge bekannten antisemitischen Ausbrüche in diesem Hassforum deutlich werden.
    Nur allzugerne stürzen sich Nazis auf Aussagen von Juden, die ihnen angenehm sind , um sie dann für ihre Zwecke zu missbrauchen – ist also nichts neues.
    Israel Gutman – mittlerweile 85 Jahre alt- ist der einzige Holocaust Überlebende seiner Familie. Unzählige Publikation und Bücher sind von ihm erschienen. Seine Kritik – so wie sie in Auszügen bekannt ist – kann ich nicht ganz beurteilen – man müsste den ganzen Text lesen können. Eines dürfte aber doch wohl klar sein – auch Herrn Gutman – dass von den über 50.000 ermordeten Homosexuellen die wenigsten etwas mit dem Mörderregime zu tun haben wollten. Was Gutman mit “Sie seien Opfer politischer Kämpfe innerhalb der NSDAP geworden” ausdrücken wollte, sind die homosexuellen Umtriebe des Stabschefs der SA, Ernst Röhm, gewesen – in deren Folge er sowie weitere 85 Personen auf Hitlers Befehl ermordet wurden. Doch ist wohl auch bekannt, dass unter den 85 Personen keineswegs alle Homosexuell waren.
    Im übrigen steht jedem zu – auch den Juden – am Standort des Denkmals anstoss zu nehmen. Mir ist aber nicht bekannt, dass Gutman Homosexuelle abwertet – wie das z. B. bei Altermedia die Regel ist. Ganz besonders wenn die dortigen Primitivlinge sich über Klaus Wowereit auslassen in dem sie ihn “Pobereit” nennen.

  • Steve said:

    Naja, “Charly”, was Sie alles wissen …

    Gewisse Bezeichnungen für gewisse Bürgermeister sind parteiübergreifend – zumindestens auf stammtischfolkloristischer Ebene.

    Ansonsten – war ja nur so ein Hinweis von mir ans “andere Ufer”. Ich finde eben altermedia, indymedia, npd-blog u. a. “witzischer” als den üblichen PC-Krempel. Wo man spinnt, da laß Dich ruhig nieder, denn böse Menschen kennen keine Spinnen – oder so ähnlich.

    In dem Sinne – “Erlaubt ist, was gefällt” – gell, “Charly” …

  • Charly said:

    Ich wollte eigentlich auf Ihre von Schreibe zu Schreibe erkennbaren Schwachheiten nicht eingehen. Doch eine Anmerkung kann ich mir einfach nicht verkneifen. Dass Sie die abgrundtiefen Hassausbrüche bei “Altermedia” als “witzischer” abtun , zeigt nur wie Ihr Gedankengut von dieser Ideologie schon verseucht ist. Viel “witzischer” ja geradezu DUMM ist Vergleich den Sie zum NPD-Blog herstellen. Deshalb werden Sie – weil es Ihnen nicht gelingt mit Argumenten auf die hier im Blog gestellten Themen einzugehen und wegen Ihrer Lehre als geistiger Tiefflieger bei “Altermedia”, im NPD-Blog immer eine Bauchlandung hinlegen.

  • • homonauten • said:

    Gedenken an homosexuelle NS-Opfer…

    Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas laden ein zur Gedenkfeier mit Wolfgang Thierse und Überlebendem des KZ Buchenwald für die im Nationalsozialismus verfolgt…