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Sachsen-Anhalt: Anklage wegen Brandanschlag

29. Juni 2008 01:36 24 mal gelesen Kein Kommentar

Die Staatsanwaltschaft erhebt laut einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung Anklage gegen vier Jugendliche aus Querfurt, die im April einen Brandanschlag auf polnische Erntehelfer verübt haben sollen. Der Vorfall im Querfurter Ortsteil Lodersleben hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, auch weil ein ausländerfeindlicher Hintergrund für die Tat vermutet wurde. Bei dem nächtlichen Anschlag mit einem Molotow-Cocktail auf die Unterkunft der Polen war nur wegen glücklicher Umstände niemand verletzt worden.Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Halle sagte Freitag auf MZ-Anfrage, die Anklage werde in den kommenden Tagen erhoben. Den Jugendlichen im Alter von 17 bis 20 Jahren, darunter ein Mädchen, drohen bis zu zehn Jahre Haft. Ihnen wird schwere und gemeinschaftliche versuchte Brandstiftung vorgeworfen. Eine Anklage wegen versuchten Mordes wird nicht mehr in Betracht gezogen. Verhandelt wird am Amtsgericht in Merseburg vor dem Jugendschöffengericht.

Die Arbeitsstelle Rechtsextremismus beim Verein “Miteinander” begrüßte unterdessen die kurze Zeitspanne zwischen Fahndungserfolg und Anklageerhebung. Allerdings müsse abgewartet werden, was konkret in der Anklageschrift stehe, bevor man ein detailliertes Urteil abgehen könne, sagte ein Vereins-Sprecher. Seinen Angaben zufolge gibt es in der Region Querfurt schon gewaltbereite rechtsextreme Strukturen. Rechtsextreme in und um Querfurt, die sich selbst “Autonome Nationalisten” nennen, hätten Verbindung zu führenden Köpfen der Szene etwa nach Sangerhausen. Auch in Querfurt selbst war es in der Vergangenheit mehrfach zu politisch motivierten Vorfällen gekommen.

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