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NPDler halten es im Westen nicht mehr aus: Auch die Zutts machen rüber

18. Juli 2008 00:31 41 mal gelesen Kein Kommentar

Nach Hessens Ex-NPD-Chef Marcel Wöll wollen nun auch die langjährigen NPD-Funktionäre und Kommunalabgeordnete Alfred und Doris Zutt in den Osten ziehen. Auf einer Nazi-Seite heißt es in ziemlich falscher deutsch: Während der frühere Landeschef Marcell Wöll, das noch darauf schob es nicht ertragen zu können, in einem Parlament zu sitzen in dem die Meinungsfreiheit mit Füßen getreten wird [will sagen: Holocaust-Leugnung wird geahndet, Anmerkung des Autoren], brachten es die beiden einstigen Kreistagsabgeordneten aus dem Lahn-Dill-Kreis, Doris- und Alfred Zutt auf den Punkt: „Heimat ist für uns, wo man noch Deutscher unter Deutschen sein kann und sich geborgen fühlt, wie in Mecklenburg Vorpommern“

Und genau da wollen sich die Zutt’s in Zukunft auch nützlich machen. Doris Zutt gegenüber Altermedia: „Selbstverständlich werden wir uns auch in MV in der NPD betätigen. Wir haben doch nicht die Mitgliedschaft in der NPD aufgegeben. In Waren ist seit 4 Jahren unser Sohn im Kreistag tätig, wir können uns vorstellen, bei der nächsten Kommunalwahl 09 mit auf der Liste zu stehen.“

“Zutt`s Patriotentreff” in Waren 

Die Zutt`s [sic!] sind ja auch schon länger in MVP aktiv, so eröffnete der NPD-Landtagsabgeordnete Birger Lüssow in Waren laut Medienberichten ein Wahlkreisbüro in “Zutt`s Patriotentreff”. So bleibt das Geld aus der Fraktion auch gleich in der rechtsextremen Familie. Außerdem sagten die Zutt`s, ebenfalls in phätt falscher deutsch: “In Anbetracht das wir schon über ein Jahrzehnt unseren zweiten Wohnsitz in Waren ( MV) haben und für uns jetzt die Möglichkeit besteht nach Waren umzuziehen haben wir dies wahrgenommen.”

Zu den offenbar schier unerträglichen Verhältnissen in Hessen meinen die Zutt`s: “Da im Land Hessen immer mehr Sinti und Kopftücher das Straßenbild prägen dies aber nicht mehr unser Verständnis von einer deutschen Kommune entspricht, die Systemparteien aber durch Wahlen ihre antideutsche Politik noch in großem Maße bestätigt bekommen, war der Umzug nach fast zwanzigjähriger Parlamentsarbeit keine schwere Entscheidung.”

Die Bilanz der eigenen Arbeit fällt bei den Zutt`s offenbar eher durchwachsen aus: “Wir haben mit unserer politischen Arbeit die Bürger im Lahn-Dill-Kreis und darüber hinaus versucht gegen die volkszerstörende Politik in den Parlamenten mit den vaterlandslosen Gesellen und den verlogenen Medien aufzuklären, dies ist trotz großem Einsatz nicht immer zu unserer Zufriedenheit gelungen. Deshalb müssen die Bürger die Folgen tragen, wenn sie sich durch die Politik der Systemparteien und den Lizenzmedien zu ihrem Schaden missbrauchen lassen.”

Wie dieser Einsatz aussieht, das konnte man beispielsweise im Sommer 2007 bestaunen. Alfred Zutt wandte sich in einem antisemitischen “Offenen Brief” an Ministerpräsident Roland Koch. In dem Schrieb behauptete Zutt unter anderem, die Juden hätten Deutschland den Krieg erklärt. Wegen des Schreibens wurde Zutt zu einer Geldstrafe wegen Volksverhetzung verurteilt, berichtet die FR.

Geben die Nazis den Westen auf? 

Der Trend, dass Rechtsextremisten in den Osten ziehen, um dort bei der NPD mitzumischen, ist wahrlich nicht neu (siehe vor allem die Fraktion in Sachsen), doch nach den Wahlniederlagen in Hessen und Niedersachsen gibt es offenbar noch einmal die generelle Debatte bei Neonazis, ob man den Westen nicht einfach aufgeben müsste - und die Kräfte erst einmal auf den Osten konzentriert. “Ist der Westen Deutschlands verloren?”, fragten die Rechtsextremisten im “Netztagebuch” der NPD unlängst. Und auch der niedersächsische NPD-Spitzenfunktionär für die Landtagswahl im Januar 2008, Andreas Molau, verabschiedete sich nach dem für ihn enttäuschenden Anschneiden seiner Partei nach Mecklenburg-Vorpommern, um im rechtsextremen “Versorgungswerk” NPD-Fraktion unterzukommen

Siehe auch: Piratenpartei statt SPD: Die NPD auf dem Weg zur Regionalpartei

Kein Kommentar »

  • Birgit said:

    Na, da wird MV sicher begeistert sein…

    “[...]
    Deshalb müssen die Bürger die Folgen tragen, wenn sie sich durch die Politik der Systemparteien und den Lizenzmedien zu ihrem Schaden missbrauchen lassen.”

    Kein Problem mit diesen “Folgen” können wir durchaus leben!

  • Inger said:

    Ich beurteile das als sehr gefährlich, wenn die NPD ihre Kader jetzt in MV konzentriert.In Sachsen ist es schon so weit, dass sie in allen Kreistagen sitzen. Wenn die jetzt Profis, wie die Zutts zweifellos sind, nach MV holen, steht uns bestimmt noch einiges bevor. Wir sollten uns nicht zu früh freuen. Die NPD ist erheblich gefährlicher als noch vor wenigen Jahren.

    Ja, lieber “NPD KV Unna / Hamm”, die Zutt`s sind schon wahre Profis. Das zeigen ja deren fundierte Stellungnahmen immer wieder. Und in MVP jubeln Ihre Kameraden bestimmt schon, dass das NPD-Pärchen endlich mal sagt, wo`s langgeht.

    Grüße
    Patrick Gensing