Dresden: Haftbefehl nach Angriffe auf Döner-Läden
Laut einem Bericht der Sächsischen Zeitung hat es nach den Angriffen auf türkische Döner-Läden nach dem Europameistschaftsspiel Deutschland-Türkeit eine spektakuläre Festnahme in der Friedrichstadt gegeben. Am 16. Juli 2008 stoppten demnach mehrere Polizeiautos auf der Hamburger Straße, mehr als ein Dutzend Beamte sprangen heraus und überwältigten mit gezogenen Pistolen einen 21-jährigen Dresdner. Der Mann heiße Willy K. und sei den Beamten bestens bekannt gewesen. Willy K. sei ein mehrfach vorbestrafter Gewalttäter mit guten Verbindungen in die rechtsextreme Szene. Er war sowohl bei Übergriffen von Fußball-Chaoten als auch von Nazis auf Polizisten dabei. Nun steht er im Verdacht, vor drei Wochen bei den ausländerfeindlichen Überfällen auf türkische Dönerläden in der Dresdner Neustadt beteiligt gewesen zu sein.
Wegen offensichtlicher Wiederholungsgefahr erließ der Haftrichter am 17. Juli 2008 einen Haftbefehl gegen Willy K. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Nach Angaben seines Verteidigers Frank Hannig hat sich der Verdächtige bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert. Ebenfalls festgenommen wurde Ronny B. aus Freital. Auch er wird verdächtigt, an den Übergriffen auf die türkischen Geschäfte beteiligt gewesen zu sein. Und auch er stammt wie Willy K. aus der Dresdner Türsteher-Szene. Allerdings ist Ronny B. nicht einschlägig polizeibekannt. Der gegen ihn beantragte Haftbefehl kam nicht zustande. Ronny B. bestreitet die Tat.
Ein gezielter Angriff
Inzwischen sei sich die Polizei zudem sicher: Der Überfall auf die türkischen Geschäfte war eine gezielte Aktion. Die Polizei habe den Tathergang in etwa rekonstruiert. Danach sollen sich die Täter in einer Kneipe am Straßburger Platz, nahe des Dynamo-Stadions, getroffen haben, um von dort in die Neustadt zu ziehen. 20 bis 30 Vermummte mit Stangen hätten dann wenige Minuten nach dem Spiel drei Geschäfte auf dem Albertplatz und in der Alaunstraße überfallen, Scheiben eingeschlagen, Böller auf Menschen geworfen und wüst randaliert. Kurze Zeit später waren sie verschwunden.
Am nächsten Tag gründete die Polizei eine zehnköpfige Ermittlungsgruppe. Doch es gab nur wenige Hinweise. Obwohl die Neustadt in jener Nacht gut besucht war, meldeten sich in der ersten Woche kaum ein Dutzend Zeugen. Trotzdem gerieten die Verdächtigen nun durch einen Zeugen ins Visier des Staatsschutzes. Oberstaatsanwalt Christian Avenarius: “Wir haben einen vertraulichen Hinweis aus der Hooligan-Szene erhalten. Fest steht, das war keine spontane Zusammenrottung. Ziel der Täter war es, durch eine ausländerfeindliche Tat Unruhe zu stiften. Sie wollten die Dresdner und die Ausländer einschüchtern. Wer so etwas macht, muss rechtsradikal sein.”
Ordner mit Stadionverbot?
Die bisher ermittelten Details legen zudem nahe: Es gibt eine Verbindung zwischen Rechtsextremisten, gewaltbereiten Fußball-Hooligans und privaten Sicherheitskräften. So sollen beide Verdächtige bei einer Dresdner Sicherheitsfirma gearbeitet haben, die auch im Dynamo-Stadion für Ordnung sorgt. Ronny B. wurde nach Informationen der SZ entlassen, als ein erster Verdacht gegen ihn laut wurde. Interessanterweise hatte Willy K. sogar Stadionverbot.
Siehe auch: nachgetreten: Dutzende Vermummte greifen Döner-Laden an, NPD als “der parlamentarische Arm dieser Verbrecher”, WM 2006: Die Welt zu Gast bei Feinden?

[...] 19. Juli 2008 via NPD-Blog: Dresden: Haftbefehl nach Angriffe auf Döner-Läden: Laut einem Bericht der Sächsischen Zeitung hat es nach den Angriffen auf türkische Döner-Läden [...]
Die “Kneipe am Straßburger Platz” ist Acki’s Sportsbar, und sie ist hinlänglich als Hool-Treffpunkt bekannt. Siehe dazu auch hier: http://de.indymedia.org/2008/07/222174.shtml
“Es gibt eine Verbindung zwischen Rechtsextremisten, gewaltbereiten Fußball-Hooligans und privaten Sicherheitskräften.”
Der Satz stammt ja eigentlich vom SäZ-Autor Alexander Schneider, der mit solchen Themen schon öfter betraut wurde. Erstaunlich, dass er, seine Zeitung und damit die geneigte Öffentlichkeit so lange gebraucht hat um zu dieser Erkenntnis zu kommen. Ja, natürlich ist Dynamo Dresden schon seit Jahren von rechten Hooligans dominiert. Die Einlasser dort (sie schützen auch andere bekannte Großveranstaltungen wie die Filmnächte am Elbufer…) sind Teil des Problems: Die Hools und Türsteher kennen sich, Thor-Steinar-Träger sollen die Stadion-Ordnung durchsetzen, welche TS verbietet und so weiter…
Das es immer erst einen großen Knall geben muss, bis einige Leute aufwachen…
PS: Es soll eine Bannmeile für Alkohol um das Stadion herum entstehen. Ausgenommen werden “konzessionierte Lokale” innerhalb des Gebietes. In der Bannmeile gibt es nur eine Kneipe: Acki’s Sportsbar. “Lex Acki’s”, wenn man so will. Ein Kniefall vor der militanten Hool/Nazis-Szene in Dresden.
Facebook
Jüngste Artikel
Publikative.org
Flattr
RSS-Feed