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Nazi-Beerdigung mit NPD, Hakenkreuzfahne und Gewaltausbruch

27. Juli 2008 13:36 238 mal gelesen Kein Kommentar

Bei der Beerdigung des Altnazis Friedhelm Busse ist es in Passau zu Ausschreitungen gekommen. Etwa 90 Rechtsextremisten nahmen nach Polizeiangaben an der Beerdigung teil, darunter waren führende NPD-Politiker wie Parteichef Udo Voigt oder Ex-Bundesvorstandsmitglied Thomas “Steiner” Wulff. Nach Angaben von Indymedia auch dabei: die Münchner Aktivisten Philipp Hasselbach, Mike Nwaiser und Norman Bordin, die Kameradschaftskader Christian Malcocci, Siegfried Borchardt, Christian Worch, Daniela Wegener und Rene Rodriguez-Teufer, die NPD-Funktionäre Sascha Roßmüller, Matthias Fischer, Uwe Meenen, Christian Hehl, Renate Werlberger, Stephan Mühlberger, Günther Resch und Edda Schmidt, sowie mehrere Anti-Antifa-Aktivisten um Norman Kempken.

Nazis verletzen Journalisten schwer

Den Polizeiangaben zufolge gab es mehrere Festnahmen: Nach Beendigung der Trauerfeier griffen mehrere Rechtsextremisten vor der Kirche zwei Personen an, eine 18-jährige Frau und einen 35-jährigen Mann. Der 35-jährige Mann befand sich als Pressevertreter vor Ort und wurde von den Rechtsextremisten beim Versuch, “ihm die Kamera zu entreißen, niedergeschlagen und getreten” – man könnte also von versuchtem Raub sprechen. Bei dem Angriff zog sich der 35-jährige Pressevertreter Prellungen im Rücken- und Gesichtsbereich zu. An dem Angriff waren laut dem Indymedia-Bericht NPD- und JN-Kader beteiligt.

Von den Polizeikräften konnten drei Täter vorläufig festgenommen werden. Während des Abtransports der Festgenommenen versuchten mehrere Rechte den Abtransport durch eine Sitzblockade zu verhindern. Im Anschluss kam es zu tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften der Polizei und Rechtsextremisten. Im Zusammenhang mit der versuchten Gefangenenbefreiung wurden drei Personen der rechten Szene festgenommen und Ermittlungen wegen Verdachts des Landfriedensbruchs eingeleitet.

Wulff soll Hakenkreuzfahne ins Grab gelegt haben

Außerdem wurde ein 45-jähriger Rechtsextremist nach dem Verlassen des Friedhofs vorläufig festgenommen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet, da er während seiner Grabrede eine unter seiner Jacke mitgeführte Hakenkreuzfahne auf den Sarg warf, so die Polizei. Nach Angaben aus rechtsextremen Kreise handelte es sich bei der Person um Thomas “Steiner” Wulff, der mit dieser Aktion dem letzten Wunsch des Verstorbenen nachgekommen sei. Allerdings behaupten Neonazis, es habe sich nicht um eine Hakenkreuzfahne, sondern um eine Fahne der verbotenen FAP gehandelt. Auf Fotos lässt sich dies nicht eindeutig erkennen.

Mit Sturmhaube zur Trauerfeier

Neben den insgesamt sieben Festnahmen im Zusammenhang mit den Randalen nach der Beerdigung kam es bereits im Vorfeld zu vier Gewahrsamnahmen. Um 07.15 Uhr wurden im Bereich des Hauptbahnhofes vier anreisende Teilnehmer zur Verhinderung von Straftaten in Gewahrsam genommen, da sie in ihrem Fahrzeug Baseballschläger und Sturmhauben mitführten. Und zwei Rechtsextremisten wurden vorläufig festgenommen, als sie gegen 14.30 Uhr im Innenstadtbereich eine Frau zunächst mit ausländerfeindlichen Parolen beleidigten und schließlich ohrfeigten.

Altnazi setzte auf die NPD

Busse, Jahrgang 1929, war am Dienstag gestorben. Im Oktober 2006 in die NPD eingetreten. Zuvor hatte es diverse Konflikte in der rechtsextremen Bewegung – auch um Busses Person – gegeben.Busses Einfluss auf die rechtsextreme Szene war in den vergangenen Jahren immer geringer geworden. Daher wurde in Neonazi-Kreisen auch spekuliert, dass Busse aufgrund seines hohen Alters und seines schlechten gesundheitlichen Zustands “seinen Frieden mit alten Zeiten machen” wolle – und daher in die NPD eingetreten war. Gleichzeitig war Busses Eintritt ein weiteres Indiz für die Entwicklung der NPD hin zu einem Sammelbecken für militante Alt- und Neonazis. Im Februar 2007 war Busse beispielsweise Gast bei einem JN-Treffen in Thüringen.

Zur Kooperation mit der NPD aufgerufen

Busse hatte die Nazi-Szene bereits 2004 in einem Rundschreiben aus dem Gefängnis zur Zusammenarbeit mit der NPD aufgerufen. In diesem Jahr schlossen sich viele militante Neonazis der Partei an. Außerdem ernannte Busse zu jener Zeit Norman Bordin zu seinem Nachfolger in der “Führung des Nationalen Widerstandes”. Bordin hatte mittlerweile diverse Posten in der NPD inne, bei der JN gehörte er zur Führungsriege – obwohl er bei einem Konzert offenbar den Hitler-Gruß gezeigt hatte.

Busse war Vorsitzender der 1982 verbotenen Volkssozialistischen Bewegung Deutschlands/Partei der Arbeit (VSBD/PdA) und der 1995 verbotenen Freiheitliche Deutschen Arbeiterpartei (FAP). Unter anderem wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz saß Busse eine mehrjährige Haftstrafe ab.  

Wikipedia schreibt, bereits im April 2008 sei auf diversen Nazi-Demonstrationen der Tod Busses vermeldet worden.

Siehe auch: Altnazi Busse wieder in der NPD

Kein Kommentar »

  • NPD KV UNNA / HAMM said:

    Sollte Herr Wulf das wirklich getan haben. so lehnen wir diese Aktivität strikt ab.
    Sollte es sich um einen Wusch des Vertsorbenen gehandelt haben, so meinen wir, dass man nicht jeden Wunsch erfüllen kann und soll.

    Link auf rechtsextreme Seite gelöscht.
    PG

  • Oleg said:

    Ist das nicht mal ein Wort der Distanzierung von Gealt und Extremismus durch KV Unna? Ich gehe davon aus, dass KV Unna das wirklich seriös meint und keine billigen Nazialibis macht.

    Ich habe bereits geschrieben, lieber die gemäßigten Mitglieder der NPD mit dem Ziel einer fairen sozial- und umweltverträglichen Wirtschaftspolitik akzeptieren, als dass sich irgendwelche richtig intolerante reinrassige Kampfgruppen jenseits der NPD mit wirklicher Unberechenbarkeit bilden, die von Sozial und Toleranz mit Sicherheit keine Ahnung mehr haben würden, weil das Leben hat sie “hart” gemacht.

    Jeder Ausländer, der ehrlich ist, sich von Gewalt distanziert, bildungswillig ist und sich stetig bemüht, nicht dem Staat zur Last zu fallen, ist bei mir herzlich willkommen! Dazu gehört aber auch, zu erkennen, dass die südlichen Mittelmeerländer oft schwerwiegende Probleme mit eigenen Sträflingen haben, und diese einfach nach Deutschland als Sonder**** verkaufen. Aus eigenen Erfahrungen kann ich bezeugen, dass die Menschen in der Türkei und Marokko ein hoch entwickeltes Volk sind, was sich nach eigenen Worten regelmäßig aufrichtig schämen muss für die Bilder, die aus deutschen U-Bahnen und Duisburg Maxloh in alle Welt ausgestrahlt werden.

    Also, nicht alle Ausländer sind gleich friedlich oder brutal, und nicht alle Mitglieder / Sympathisanten der NPD sind rassistisch und verbohrt, und nicht alle Mitglieder / Wähler der PDS sind anarchistische Altachtundsechziger aus Westdeutschland. Es kommt immer auf den Mensch als Einzelperson an!

  • Passau: Nazikrawalle auf Beerdigung « dokumentationsarchiv said:

    [...] eingesetzte Zivilbeamte wurden massiv attackiert, z.T. mit gezielten Schlägen gegen die Köpfe; Nazi-Beerdigung mit NPD, Hakenkreuzfahne und Gewaltausbruch. Bei der Beerdigung des Altnazis Friedhelm Busse ist es in Passau zu Ausschreitungen gekommen. Etwa [...]

  • Zu: Beerdigung said:

    Es ist schon erschreckend das die NPD selbst bei einem Ereignis wie einer Beerdigung nichts unversucht läßt, um gegen Demokratie, Völkerverständigung und Rechtsstaat anzugehen.

  • odin said:

    selbst vor der totenruhe hat der mop keinen respekt. armes deutschland