Home » Allgemein, Bayern

Gewalt bei Busse-Beerdigung: NPD spricht von Presselügen

29. Juli 2008 07:13 155 mal gelesen Kein Kommentar

Die rechtsextreme NPD hat sich zu den Vorfällen in Passau geäußert und die Darstellungen von einem Journalisten, Augenzeugen und Polizei als Lügen bezeichnet. In einer aufgewühlten Mitteilung droht NPD-Bundesvorstand Frank Schwerdt nun selbst mit Anzeigen  ”wegen Körperverletzung und Nötigung gegen den angeblich nach der Beerdigung angegriffenen ‘Journalisten’”. Schwerdt bezeichnete den Pressevertreter als “Hetzer”, der “offensichtlich Randale wollte”.

Schwerdt schreibt weiter: Der Journalist “drängte sich unter die Trauergäste und schrie “Hilfe, Hilfe“. Niemand tat ihm was. Er wurde einfach aus dem Zug gedrängt. Da schulterte er seine Kamera und drängte sich erneut unter die Trauergäste, schlug und trat um sich und es schien, als wolle er den in unmittelbarer Nähe stehenden Parteivorsitzenden Udo Voigt direkt angreifen. Daraufhin stellten sich ihm mehrere Trauergäste entgegen, um ihn daran zu hindern. Erst dann kam plötzlich Polzei, um den angeblich unschuldig “angegriffenen” armen “Journalisten” zu schützen. Die Lage eskalierte, die Polizei hatte endlich die Handhabe, gegen friedliche Trauergäste vorzugehen und die Medien können wieder ihre Lügen von “bedrohten” Journalisten verbreiten.”

“Klingt erfunden”

Es geht noch weiter. Wieder Schwerdt: “Ferner behaupten die Medien, daß am Friedhof auch eine 18 jährige Linke angegriffen worden sein soll. Davon ist nichts bekannt. Darüberhinaus soll lange nach der der Spontandemonstration in der Passauer Innenstadt eine asiatisch aussehende Frau von angeblich Rechten angepöbelt und geschlagen worden sein. Auch dieser Vorfall klingt erfunden.”

Der Satz: “Darüber ist nichts bekannt.” lässt tief blicken. “Ist uns nicht bekannt, kann also nicht stimmen”, so offenbar das Motto. Zudem verwechselt Schwerdt offenbar die Quellen – Medien berichteten über die Angriffe, Quelle dafür war der Polizeibericht. 

Hakenkreuzfahne auf dem Sarg?

Nach den Angriffen auf Journalisten am 01. Mai in Hamburg hatte Schwerdt die Gewalt gerechtfertigt, hier geht er noch weiter und beschuldigt einen (!) Journalisten, die 80 bis 100 Rechtsextremisten attackiert zu haben. Soweit haben sich noch nicht einmal die Kommentatoren in Neonazi-Foren aus dem Fenster gelehnt. Zu den Angaben aus dem Polizeibericht schreibt Schwerdt, diese “klingen erfunden”. Auf die Festnahme von Ex-NPD-Bundesvorstand Wulff, der eine Hakenkreuzfahne auf Busses Grab gelegt haben soll, geht die NPD gar nicht ein.

Siehe auch: “Neonazis geraten außer Kontrolle”, Dokumentation: Gewalt gegen die “Judenpresse”, Dresden: Neonazis treten auf Journalisten ein, Hamburg: Ausschreitungen am 01. Mai mit politischem Nachspiel, DJV begrüßt Ermittlungen / Neue Drohungen gegen Journalisten und Politiker, Brutalisierung als bundesweiter Trend, “Autonome Nationalisten”: Neues Outfit, alter Hass, Ein Schritt vor, zwei zurück, drei vor: NPD distanziert sich mal wieder vom “Schwarzen Block”, Lynchmob 2.0

Kein Kommentar »

  • Frank Schwerdt said:

    Sehr geehrter Herr Gensing,

    Ihr Bericht ist wieder einmal typisch für einen Nachrichtenklempner wie Sie. Ich soll Gewalt in Hamburg gerechtfertigt haben ? Wenn Sie etwa meinen Kommentar zu Ihrem damaligen “Bericht” meinen, dann lassen Sie doch einmal Ihre Leser durch vollständige Wiedergabe selbst entscheiden, ob Gewalt gerechtfertigt wurde oder nicht.

    Beste Grüße
    Frank Schwerdt

  • P.G. said:

    Sehr geehrter Herr Schwerdt,

    Ihre gesamte Stellungnahme zu den Ereignissen am 01. Mai ist auf dieser Seite veröffentlicht worden. Sie haben den Text selbst gepostet:

    http://npd-blog.info/?p=1706

    Ich hatte aus dem Text zitiert, es ist durchaus üblich bei der Berichterstattung, nicht den gesamten Text wiederzugeben. Damit sich die Leser aber ein eigenes Bild machen können, ist es gut, dass Ihre Stellungnahme im Ganzen nachzulesen ist.

    Daraus ein Absatz:

    “Gewalt erzeugt oft auch Gegengewalt und das ist offenbar in Hamburg passiert. Auch Schreibtischtäter können mit ihren Worten und Werken gewalttätig werden.”

    Das Schreiben von Nachrichten ist durchaus ein Handwerk, daher empfinde ich die Bezeichnung als “Nachrichtenklempner” nicht als Beleidigung (auch wenn es möglicherweise anders gemeint war).

    Sehr geehrter Herr Schwerdt, wenn Sie Pressemitteilungen herausgeben, sollten Sie auch damit rechnen, dass darüber berichtet bzw. daraus zitiert wird.

    Mit freundlichen Grüßen
    Patrick Gensing

  • Frank Schwerdt said:

    Sehr geehrter Herr Gensing,

    wenn Sie schon zitieren, dann bitte richtig. Der von Ihnen hier wiedergegebene Textauszug meiner damaligen Mitteilung ist eben keine Rechtfertigung von Gewalt sondern nur ein Hinweis auf bestehende Zusammenhänge.

    Mit den besten Grüßen
    Frank Schwerdt

  • Patrick Gensing said:

    Sehr geehrter Herr Schwerdt,

    um diese Zusammenhänge herzustellen, müsste man die Arbeit der angegriffenen Journalisten als Gewalt definieren. Ihrer Argumentation zufolge müssten sich die Attackierten nicht über die Gewalt wundern, da sie selbst gewalttätig seien. Dies bewerte ich als eine Art der Rechtfertigung.

    Mit freundlichen Grüßen
    Patrick Gensing

  • WW said:

    1) Zunächst einmal ist es ein Lob für die allgemeine Bedeutung dieses Portals, wenn auch zentrale Personen Nazi-Szene meinen, sich hier – immerhin ohne Pöbelei – äußern zu müssen. Wer Kritik bekommt, wird ernst genommen!

    2) Dass Polizeiberichte tendenziös sind, ist in der Tat nicht selten. Dabei werden jedoch Fakten unterschlagen oder nur selektiv weitergegeben. Dass Polizeiberichte etwas Neues erfinden, ist unglaubwürdig.

    3) Bereits nach Hamburg haben Nazis ihre Angriffe auf Journalisten als “Notwehr” bezeichnet, allein weil sie mit den Presseberichten nicht einverstanden sind. Damit rechtfertigen Sie die Einschränkung der Pressefreiheit für all jene Fälle, die nicht ihre Zustimmung finden. Andererseits fordern sie aber ständig “Toleranz und Meinungsfreiheit” für sich von anderen, um unter starker Missbilligung anderer ihr verzerrtes Geschichtsbild inklusive Holocaustleugnung hinausposaunen zu dürfen.
    Übrigens ist der Tatbestand Notwehr gesetzlich vollkommen anders definiert.

  • Patrick Gensing said:

    Lieber WW,

    was Sie über Polizeiberichte schreiben, ist aus meiner Sicht vollkommen korrekt. Diese sind oft verkürzt, stellen aber eine offizielle Quelle dar, die man zumindest wiedergeben kann.

    In diesem Fall erscheinen mir die Angaben über die Angriffe in Passau glaubwürdig, da die Polizei dadurch ja nicht gut dasteht. Daher ist es besonders unwahrscheinlich, dass die Polizei einen solchen Vorfall erfindet.

    Freundliche Grüße
    Patrick Gensing

  • WW said:

    Lieber P.G.,

    ich bezog mich bei dem Polizeibericht auf die Äußerung von Herrn Schwerdt, sie “klingen erfunden”. Das ist nach meiner Erfahrung eine lächerliche Ausrede, wenn einem nichts Besseres mehr einfällt.

    Laut Indymedia wurden auf dem Begräbnis folgende Personen unter anderem der “demokratischen Partei” NPD in ihrem ideologischen Umfeld gesichtet, um einem unbelehrbaren Nazi die Ehre zu erweisen:

    Parteivorsitzende der NPD Udo Voigt,
    sein Stellvertreter Sascha Roßmüller,
    Siegfried Borchadt a.k.a. „SS-Siggi“ (Kopf der Dortmunder Naziszene),
    der Hamburger Christian Worch (FKK),
    Thomas „Steiner“ Wulff,
    Daniele Wegener (Hilfsgemeinschaft nationaler Gefangener),
    die ehemailge Vorsitzende der verbotenen Wiking-Jugend Edda Schmidt,
    der Ex-Vorsitzende der „Deutschen Partei“ Ulrich Pätzold,
    Sven Skoda (Kameradschaft Düsseldorf),
    René Rodriguez Teufer (NPD-Kader aus Rheinland-Pfalz),
    Sven Schwerdtfeger (NPD Sachsen),
    der Rechtsrocker Christian Hehl und Christian Malcoci (FK).
    Matthias Fischer (bayr. JN-Vorsitzender),
    der unterfränkische Bezirksvorsitzende Uwe Meenen,
    der Anti-Antifa-Photograph Norman Kempken (Nürnberg),
    der NPD-Bezirksvorsitzende Peter Haese (Rottal-Inn),
    Ronny Goth (Direktkandidat der NPD Passau 2008),
    der Immobilienmakler Stefan Mühlbeger (Ex-Vorsitzender des NPD KV-Passau),
    Günther Resch (ebenfalls NPD Passau und Mitglied der Burschenschaft Normannia Winterberg),
    Willi Wiener (NPD Opferpfalz),
    Pia Veitl (NPD München)
    Renate Werlberger (Bürgerinitiative Ausländerstopp München / NPD),
    der verurteilte Rechtsterrorist Karl-Heins Statzberger („Wiese-Gruppe“, beteiligt am geplanten Sprengstoffanschlag auf die Grundsteinlegung des jüdischen Gemeindezentrums in München),
    Manuel Heine, Mike Nwaiser und Philipp Hasselbach (alle FK München)
    Norman Bordin (NPD / BIA München).

  • P.G. said:

    “ich bezog mich bei dem Polizeibericht auf die Äußerung von Herrn Schwerdt, sie “klingen erfunden”. Das ist nach meiner Erfahrung eine lächerliche Ausrede, wenn einem nichts Besseres mehr einfällt.”

    Ja, dies klingt wahrhaftig nicht sehr überzeugend.

    Grüße

  • Frank Schwerdt said:

    Hallo WW,

    was ist daran auszusetzen, daß die in Ihrer langen Liste aufgeführten Personen an der Beisetzung eines Verstorbenen teilnehmen ? Dürfen die das etwa nicht ? Man sollte sich politisch mit Lebenden und nicht mit Toten auseinandersetzen. Das Verhalten des Herrn auf dem Passauer Friedhof war schlicht ungehörig und mit Recht haben sich Trauergäste darüber aufgeregt. IN linken Kreisen unseres Landes scheint man aber guten alten mitteleuropäischen Sitten und Umgangsformen abgeschworen zu haben. Nicht gerade ein Zeichen von menschlichem Umgang miteinander.

    Beste Grüße
    Frank Schwerdt

  • Oleg said:

    Medame, Monsieur,

    wo wir schon mal beim Thema Gewalt sind – die Blödzeitung berichtet ausnahmsweise nicht über die widerliche Sexbombe Dieter B. und das Gehirnwäscheprogramm “deutsches Superluder” DSDS, sondern über ein Justizluder aus Berlin, welches die brutalen Messerstecher freilaufen lässt, die einen Busfahrer, der wie die Täter aus dem selben Land kommt, fast totgestochen haben.

    Ihr Grund:”die haben nur ein bischen gespielt (mit ´Mach disch messa!´)”, und die vorrausgegangenen Morddrohungen waren “nur inflationäre Männlichkeitsbeweise (bist tote mann, bitch!´)”.

    Das Opfer Serkan (34) wird als Dauerkrüppel nie wieder arbeiten gehen können und hat Todesangst vor dem Hausbesuch seiner Landsmänner, während genau diese nach dem versuchten Mord freirumlaufend die nächste Vergewaltigung im Kietz planen können.

  • Osthamburger said:

    ->»IN linken Kreisen unseres Landes scheint man aber guten alten mitteleuropäischen Sitten und Umgangsformen abgeschworen zu haben. Nicht gerade ein Zeichen von menschlichem Umgang miteinander.«

    Das sagt ein u.a. wegen Volksverhetzung verurteilter Vertreter jener Partei, die gerade einem pathologischen Judenhasser die letzte Ehre erwiesen hat.

    Bei der NPD hat man einfach immer etwas zum Lachen.

  • Birgit said:

    Meine Güte, die Nazis geben sich aber große Mühe für ihre Rechtfertigungsarie.
    Tja, Herr Schwerdt Sie werden wohl oder übel damit leben müssen, dass man Ihnen Ihre Ausführungen nicht glaubt. So etwas nennt man nämlich Meinungsfreiheit. Schon mal gehört? Ja, Herr Schwerdt, die Meinungsfreiheit gilt nicht nur für Nazis, sondern es ist auch unser festgeschriebenes Gesetz Ihren Parolen widersprechen zu dürfen! Das ist schon ziemlich knifflig, ich weiß. Vor allem wenn man bei der ganzen Sache vor der Öffentlichkeit verbergen muss, dass man wieder eine Diktatur einführen will. Und nun spricht sich zu allem Überfluss in der Bevölkerung auch noch herum, dass Gewalt sowohl für die NPD als auch für ihr Umfeld als legitimes politisches Mittel gilt. Ganz wie die geliebte Vorgängerpartei nicht war?

    „Den Kern der Bewegung bildete die Verherrlichung von Gewalt, nicht zuletzt ein Vermächtnis der Freikorps. 1929 konnte man sie tagtäglich auf den Straßen am Werk sehen. Die nationalsozialistische Bewegung verachtete das Recht und machte kein Hehl aus ihrer Überzeugung, daß Macht vor Recht gehe. Sie hatten eine Technik entwickelt, die juristische Verantwortung für Gewaltakte und Gesetzwidrigkeiten, die von der SA und anderen Elementen in der Partei verübt worden waren, von der Parteiführung fernzuhalten. Denn Hitler, Goebbels, die Gauleiter und alle anderen erteilten ihre Weisungen nur in einer Sprache, die zwar gewalttätig war, aber auch vage blieb: Ihre Untergebenen verstanden genau, was gemeint war, und schritten unverzüglich zur Tat.“
    Quelle: Das dritte Reich – Aufstieg, Richard J. Evans, S.323

    Sie sollten sich eine neue Strategie ausdenken, denn auch wenn sie leierkastenartig ihre Behauptungen hier wiederholen, so entsprechen sie deshalb immer noch nicht der Wahrheit. Sie dürfen sicher sein, man wird Ihnen auch Ihre 100.te Ausführung hier nicht glauben. Dazu müssen Sie schon das Portal wechseln.

  • WW said:

    Hallo Herr Schwerdt,

    Sie führen die Diskussion wieder ins Absurde und das überrascht mich nicht. Es geht doch nicht darum, ob Personen an einer Beerdigung teilnehmen “dürfen”. Niemand hat etwas von strafrechtlicher Relevanz geschrieben. Es geht darum, dass doch unübersehbar der Grund für die Teilnehmer die ideologische Nähe – wenn nicht sogar Deckungsgleichheit – zum Verstorbenen die Ursache war. Und der Verstorbene war eben kein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr oder vom Turnverein, sondern sah sein “Heil” darin, eine mörderische und zutiefst menschenfeindliche und totalitäre, aggressive und gewalttätige (in Ihrem Sinne “volksdeutsche”) Ideologie zu verbreiten, wie auch beim Verbot der FAP gerichtlich festgestellt wurde. Er wurde aufgrund der daraus folgenden Straftaten zurecht verurteilt und änderte seinen Hass gegen als Fremde bis zuletzt nicht. Wenn sich führende Funktionäre der NPD zuhauf auf einer solchen Beerdigung sammeln, dann sagt das mehr über die Ziele und Geisteshaltung der NPD aus als jeder Verfassungsschutzbericht. Denn eine moralische Verpflichtung zur Teilnahme an einer Beerdigung hat man nur, wenn man sich dem Toten verbunden fühlt. Das war offensichtlich in vielen Fällen so bis zum Vorsitzenden Voigt.
    Übrigens hat niemand ihrer “Demokraten” protestiert, als die Hakenkreuzfahne ausgebreitet wurde. Nein – auch das war sogar ein NPD-Mitglied, ehemaliger Straftäter obendrein. Was nun, Resozialisierung gescheitert? Wo bleibt der Parteiausschluss? Wo bleibt der Aufstand der “Demokraten” in der NPD? Wo die moralische Verurteilung einer offen begangenen Straftat?
    Übrigens verscheigt die NPD in ihrem Nachruf, dass diese “Symbolfigur” Busse zwischenzeitlich einmal aus der Partei gefolgen (!) war. Also eben nicht “trotz einiger Differenzen, kameradschaftlich verbunden.”

  • Recent Links Tagged With "gewalt" - JabberTags said:

    [...] public links >> gewalt Gewalt bei Busse-Beerdigung: NPD spricht von Presselügen Saved by bblfish on Fri 03-10-2008 Es geht voran: BVG verherrlicht Gewalt Saved by Rikkuk on Tue [...]