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Antisemiten-Parolen auch in Erfurt: Sang ein ganzer Block das U-Bahn-Lied?

23. August 2008 08:23 302 mal gelesen Kein Kommentar

Die antisemitischen Parolen beim Thüringen-Derby zwischen dem FC Rot-Weiß Erfurt und dem FC Carl Zeiss Jena haben laut mdr ein Nachspiel. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat schriftliche Stellungnahmen von den Klubs angefordert. Bei der Partie in der vergangenen Woche hatten Anhänger der Erfurter Gastgeber “Juden-Jena” skandiert und ein antisemitisches Lied (offenbar das bekannte “U-Bahn-Lied”) angestimmt. Erst nach einer Aufforderung durch den Erfurter Stadionsprecher, die Rufe zu unterlassen, verstummten die Parolen.

Die antisemitischen Ausfälle kamen dem Bericht zufolge nicht aus dem Erfurter Fanblock der Ultras, sondern von der Haupttribüne. Was die Anzahl der Rufer betrifft, gibt es demnach unterschiedliche Wahrnehmungen. Anfangs war von um die 20 Fans die Rede. Jenas Präsident Peter Schreiber sprach im MDR FERNSEHEN dagegen von “fast einem kompletten Block”. Matthias Stein vom Jenaer Fanprojekt bestätigte das. “Anfangs waren es um die hundert, am Ende bestimmt 400 Leute.” Der Stadionsprecher hat nach Steins Meinung viel zu spät reagiert. “Durchsagen gab es erst kurz vor Schluss. In der ersten Halbzeit, als auch das U-Bahn-Lied gesungen wurde, passierte nichts”, sagte er dem MDR.

Offensiver Umgang angekündigt

Der FC Rot-Weiß wolle die Angelegenheit jedenfalls nicht totschweigen. “Wir werden uns am Montag im Verein zusammensetzen und besprechen, wie wir beim nächsten Heimspiel reagieren und wie wir das demnächst verhindern können”, sagte Danilo Knieling vom Erfurter Fanprojekt dem MDR.

Leider kein Einzelfall, der Ruf “Juden-XY” gehört bei vielen Anhängern offenbar fest zur “Fankultur” dazu. Immer wieder wird über antisemitische Attacken beim Fußball berichtet. Bei einem Heimspiel von TB Berlin waren es jüngst Cottbuser Fans, die “Berlin, Berlin, Juden Berlin” skandierten.

Siehe auch: Antisemitismus in Europa – und der hilflose Kampf der UNO gegen den Judenhass, UN-Experten kritisieren mangelhafte Maßnahmen gegen Rassismus, Zahlen für das erste Halbjahr 2008: Rechte Schläger verletzen mehr als 450 PersonenBrutalisierung als bundesweiter Trend, Leitfaden für Journalisten., nachgetreten: Dutzende Vermummte greifen nach EM-Spiel Döner-Laden an, NPD als “der parlamentarische Arm dieser Verbrecher”, WM 2006: Die Welt zu Gast bei Feinden?, Fanclub des 1. FCM verboten / Halle-Fans rufen “Juden-Jena”

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  • ronneburger said:

    Das “U-Bahnlied” ist nicht verboten!!!

    http://www.technolex-anwaelte.de/index.php?id=43&news_id=166&bpid=45&cat1=10&cat2=5&cat3=41

    Liebe NPD-Ronneburg!

    1. Ja, und? Muss man das Lied deswegen singen?
    2. In diesem Fall zieht dann ja gar nicht Ihre Tour mit “in Deutschland gibts keine Meinungsfreiheit”. Ist Ihr Beitrag doch irgendwie kontraproduktiv, oder?

    PG

  • WW said:

    1. Man erkläre der NPD doch einmal den Unterschied zwischen “verboten” und “verwerflich”.

    2. Von “verboten” stand auch nichts da, oder was habe ich übersehen?

    2. Dass man antisemitische Hetze noch öffentlich verteidigt, obwohl die NPD in diesem Artikel ja gar nicht angegriffen wurde, finde ich bemerkenswert :-) Man fühlt sich dort offenbar trotzdem angesprochen oder solidarisiert sich.

  • david said:

    ja warum soll man es nicht singen?
    auch wenn es nicht verboten ist, jedoch sucht ihr den bezug auf das kz ausschwitz und das finde ich verwerflich( es existiert auch noch die stadt bzw das dorf ausschwitz ).
    alles und jedes in die richtung rechts zu schieben, wenn man mal was singt oder sagt. auch wenn “juden-jena” gerufen wird, muss das nicht heißen das es rechte waren, denn ich wurde auch schon von linken als jude bezeichnet.
    man sollte hier mal nicht soweit die keule schwingen….