Thüringen: NPD will angeblich viergeschössiges Bürohaus kaufen
Während die NPD gespannt auf den Prozessbeginn gegen den ehemaligen Schatzmeister Erwin Kemna wartet, häufen sich die angeblichen Immobilien-Kaufabsichten der rechtsextremen Partei. Der Tagesspiegel berichtet nun über einen Fall aus Thüringen. Zuvor waren besonders Aktivitäten in Bayern und Baden-Württemberg bekannt geworden, die allesamt nach einem abgekarteten Spiel aussehen.
Nun will die NPD angeblich in der Kurstadt Bad Langensalza eine Immobilie kaufen – das viergeschossige “Bürohaus Europa”, wie der Tagesspiegel berichtet. “Wir hoffen, dass wir dort noch in diesem Jahr einziehen können”, sagte der Thüringer NPD-Sprecher Patrick Wieschke dem Blatt. In der NPD gehe man davon aus, demnächst mehr Räume für Veranstaltungen zu brauchen. Die Partei rechnet zu den Landtagswahlen 2009 mit einem Einzug ins Landesparlament. Der Eigentümer des Hauses habe die Kaufabsichten bestätigt.
Zwangsversteigerung droht
Rund 650.000 Euro soll die Immobilie mit 1600 Quadratmetern Nutzfläche kosten. Der Eigentümer, ein Rentner aus Bad Langensalza, habe nach eigener Auskunft mehr als 6000 Euro Grundsteuerschuld bei der Stadt und mehrere hunderttausend Euro Schulden bei einer Bank. “Wenn wir das Haus nicht verkaufen, wird es billig versteigert”, sagte der Eigentümer. Dem wollte man zuvorkommen und habe die Immobilie per Annonce angeboten. Ende 2007 habe die NPD Interesse gezeigt, schreibt der Tagesspiegel weiter.
Bodo Ramelow, Spitzenkandidat der Linken in Thüringen, sagte dem Blatt, die NPD könnte durch ihr geäußertes Interesse die Gemeinde Bad Langensalza zu einem politisch motivierten Immobilienkauf provozieren: “Ich weiß nicht, was die NPD mit einem derart großen Gebäude in Bad Langensalza anfangen möchte.” Er gehe davon aus, dass es sich um einen Trick zur Geldbeschaffung handelt, vor allem weil die NPD selbst massive Schulden habe. Eigentümer und NPD bestreiten jedoch, dahingehend gemeinsame Sache zu machen. Ein der NPD “nahe stehender Privatmann” soll der Partei das nötige Geld zugesagt haben. In einer Pressemitteilung vom 22. August 2008 hatte die NPD dagegen noch Mitglieder und Sympathisanten dazu aufgerufen, den Kauf finanziell zu unterstützen… Die NPD schreibt weiter, die Immobilie liege sehr günstig. Tatsächlich erscheint die Lage – in Reichweite der Bundesländer Niedersachsen, Hessen, Bayern, Sachsen-Anhalt und Sachsen tatsächlich sinnvoll für die Zwecke der Rechtsextremisten.
Siehe auch: Bayern: NPD mietet Büro an / Wieder Immobilien-Trick?, Angeblicher Immobilien-Deal: Jetzt soll Ende August entschieden werden, Bayern: NPD will angeblich Immobilie bei Bayreuth kaufen, Bayern: Rieger will angeblich “Heß-Gedenkverein” gründen, Bayern: Rieger und Wulff gehen in Wunsiedel leer aus, Angebliche Immobilienkäufe: Verfassungsschutz spricht von Trick, Bayern: Grillabend statt Großveranstaltung, Baden-Württemberg: NPD will angeblich (!) für mehr als 500.000 Euro Schulungszentrum kaufen, “Die NPD kann da Radieschen ziehen”, Stadt Delmenhorst geht auf Nummer sicher und kauft Hotel, NPD bald pleite?

Die NPD muss ja finanziell in Ihren letzten Zügen liegen, wenn man nun schon mit erhöhter Frequenz immer neue Häuser kaufen will, um die Provisionen der Verkäufer durch überhöhte Preise einzustreichen. Lehnen wir uns zurück und beobachten genussvoll…
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