Sachsen-Anhalt: 800 “gewaltgeneigte” Rechtsextremisten
Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Hövelmann erwartet nach eigenen Angaben für das laufende Jahr „endlich bundesweit vergleichbare statistische Angaben über die politisch motivierte Kriminalität“. In der Sitzung der Landesregierung am 09. September 2008 begrüßte Hövelmann, dass auf Initiative Sachsen-Anhalts alle Länder nunmehr einheitlich Propagandadelikte wie zum Beispiel Hakenkreuzschmierereien auch dann als rechtsextrem motiviert einstufen, wenn die Täter noch nicht ermittelt werden konnten. „In einzelnen Ländern wird diese Vereinheitlichung zu einem statistischen Anstieg gegenüber dem Vorjahr führen“, so der Innenminister. „In Sachsen-Anhalt werden wir einen derartigen Effekt durch veränderte Zuordnung nicht erleben, weil wir bereits strikt nach dem Prinzip verfahren, bei Propagandadelikten mit rechtem Inhalt auch eine rechte Motivation anzunehmen.“
Hälfte der gewaltbereiten Rechtsextremisten leben im Osten
Der Innenminister stellte im Kabinett den monatlichen Bericht zum Rechtsextremismus in Sachsen-Anhalt vor, der diesmal die Entwicklung gewaltbereiter, subkulturell geprägter Gruppierungen und Milieus mit rechtsextremistischem Hintergrund in Sachsen-Anhalt zum Gegenstand hatte. Dabei geht es um Personen, die politisch motivierte Gewalt bereits ausgeübt haben oder die sich in Gruppen bewegen, die als gewaltgeneigt gelten und die Gewalt als probates Mittel zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele ansehen. „Etwa die Hälfte dieses Spektrums lebt in Ostdeutschland“, erläuterte Hövelmann. „Von 1.400 Rechtsextremisten in Sachsen-Anhalt sind etwa 800 Personen dieser Szene zuzuordnen.“
Der weit überwiegende Teil dieses Personenkreises entstammt dem subkulturellen Milieu, das sich in der Regel von allgemeinen gesellschaftlichen Standards absetzt. Dazu gehören unter anderem martialisches Auftreten, exzessiver Alkoholkonsum oder aggressive Musik. Ihr Lebensgefühl wird von fremdenfeindlichen, rassistischen, antisemitischen und gewaltbejahenden Einstellungen geprägt. In den Städten Magdeburg und Dessau-Roßlau, den Landkreisen Jerichower Land, Anhalt-Bitterfeld, Mansfeld-Südharz, Harz und Börde sowie im Bereich Bismark tritt dieser beschriebene gewaltbereite Rechtsextremismus erkennbar zutage.
Überzeugte Neonazis kaum noch erreichbar
Hövelmann weiter: „Wer ein gefestigtes neonazistisches Weltbild hat, ist für moralische Appelle aus der Zivilgesellschaft kaum noch erreichbar. Die subkulturelle rechtsextreme Szene strahlt aber auch auf junge Menschen aus, deren Wertesystem und politische Auffassungen noch nicht gefestigt sind. Um diese jungen Menschen müssen wir kämpfen.“ Daher kündigte der Innenminister an, verstärkt auf Prävention zu setzen. Präventionsarbeit müsse aber „einhergehen mit einem permanenten Verfolgungsdruck gegenüber rechtsextremistischen Straftätern“, unterstrich der Innenminister.
Siehe auch: Brutalisierung als bundesweiter Trend, “Neonazis geraten außer Kontrolle”, Presseschau: Rechte Gewalt wird in Sachsen-Anhalt verharmlost, “Inländerfeindlichkeit”? Immer mehr Deutsche Opfer von Neonazis, Offizielle Zahlen: Mehr als 17.500 rechtsextreme Straftaten im Jahr 2007, Brutalisierung als bundesweiter Trend und “NPD als parlamentarischer Arm dieser Verbrecher”

Rechtsextreme Ideologien erlauben den betreffenden Personen, ihre Machtfantasien zu rationalisieren und ihre kindlichen und pupertären Emotionsdefizite auszuleben und damit ihre Gewalt als attraktiv erscheinen lassen. Wie man aus Berichten von Aussteigern erfahren hat, kann Gewalt durch ein rechtsradikales Umfeld gestützt werden, das dem Gewalttäter Aufmerksamkeit und Anerkennung schenkt.Sie geniesen den Kick und das Erlebnis ihrer exzessiven Taten. In der Gewalt wird die Macht ausgekostet. Man ergötzt sich an der Angst der anderen. Sie wird zum Beweis eigener Überlegenheit. Es sind so genannte Hassverbrechen, das heisst Gewaltakte, die gegen Personen als Vertreter von bestimmten Gruppen gerichtet sind – betroffen sind Minderheiten, sozial Schwache und politische Gegner. Mit ihren Gewaltakten signalisieren sie, wer hier die Macht und das Sagen hat und wer zu den “Untermenschen der Gesellschaft gehört.
@Charly:
“Pubertär” heißt das Wort, die “Pupe” ist ein Slangbegriff mit etwas anderer Bedeutung.
Man sollte aber nicht vergessen, daß es nicht nur körperliche Gewalt gibt. Körperliche Gewalt ist vielleicht sogar das geringere Problem, weil sie leicht erkannt wird und deshalb effektiv bekämpft werden kann.
Hetze gegen Andersdenkende, indem man z. B. öffentlich körperliche Gewalt und rechte Ideologie in einen Topf wirft, ist eine wesentlich gefährlichere Form der Gewaltausübung. Offenbar ist es fast unmöglich, solche Gewalttäter zu stoppen …
“Hetze gegen Andersdenkende, indem man z. B. öffentlich körperliche Gewalt und rechte Ideologie in einen Topf wirft, ist eine wesentlich gefährlichere Form der Gewaltausübung.”
Ist doch schön, wie manch einer sich seine Realität zurechtbiegen kann.
Ohne Worte…
Merke: Tippfehler unterscheiden sich von Rechtschreibfehler ! Somit hätte nur der ein Rechtschreibproblem ,der immer wieder “pupertär” statt “pubertär” schreiben würde.
Im weiteren sei Ihnen “Steve” gesagt, dass es hier nicht um “Hetze gegen Andersdenkende” geht, sondern um die menschenverachtende HASS-Ideologie mit denen ihr Rechtsradikalen Antisemitismus und Fremdenhass in euren Schriften und auf CDs ständig propagiert und somit direkt nicht nur zur Gewaltausübung sondern auch zum Mord anstiftet. “Solche Gewalttäter” wären sehr wohl zu stoppen wenn man dem braunen Spuk ein Ende setzen könnte.
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