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NRW: Migrationsforscher wehrt sich gegen Vereinnahmung durch die NPD

15. September 2008 20:53 58 mal gelesen Kein Kommentar

Die NPD in NRW hat – wie berichtet – unter dem Namen “Ausländerstopp nrw” in den vergangenen Tagen ihre rassistische Kampagne “Deutsche wehrt Euch – gegen Überfremdung, Islamisierung und Ausländerkriminalität” gestartet. Auf der dazugehörigen Kampagnenseite im Internet präsentierten die Rechtsextremisten eine Aussage des seit Jahrzehnten anerkannten Migrationsforschers Klaus Bade, welche die rassistischen Thesen der NPD angeblich belegen soll. Dazu sagte Bade auf Anfrage:

Das ist eine dreiste Fälschung zum Zweck der ideologischen Manipulation. Ich habe im Gegenteil immer wieder gerade vor dieser ethno-nationalen Denktradition gewarnt. Dass das von der NPD als Beleg für die eigene nationalistische Propaganda benutzt werden kann, zeigt, daß dort tätige Agitatoren vor nichts mehr zurückschrecken.

Bade ersuchte die NPD, die ins Gegenteil verdrehte Aussage “sofort zu löschen”. Andernfalls behalte er sich rechtliche Schritte vor. Seine Aussage sei eine “Warnung” gewesen – genau vor “dieser ethno-nationalen, mit unserer Rechtsordnung nicht zu vereinbarenden Denktradition, dass man nämlich angeblich Deutscher nur sein, aber nicht werden könne”. Die NPD unterstelle ihm das Gegenteil und benutze diese manipulierte Aussage zum Beleg ihrer Vorstellungen, “die nicht die meinen sind”, so Bade.

Zu diesem Buch von Klaus Bade:

Migration und Integration prägen die europäische Geschichte seit ihren Anfängen. Heute stehen sie aus aktuellen Gründen im Mittelpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit. Viele Europäer halten die neuen Herausforderungen für eine historische Ausnahmesituation. Sie irren. Wanderungsbewegungen waren seit jeher Teil der europäischen Geschichte. Viele, die sich gegenwärtig über die Integration von Fremden sorgen, wissen nicht, dass sie selber ferne Nachfahren von Zuwanderern sind.  

Siehe auch: NPD in NRW startet aggressive rassistische KampagneNPD-Tarnliste zieht in bayerische Stadträte ein, Leitfaden: Rassistisch, fremdenfeindlich oder rechtsextrem? Schwarze, weiße oder farbige Menschen?

Kein Kommentar »

  • Ingo said:

    Vielleicht haben die Faschos das nicht wissentlich gemacht sondern waren einfach schlicht mit dem Text überfordert. Die waren wohl froh, nach mühevollster Suche jemanden gefunden zu haben, der des Lesens mächtig ist. Am Beispiel “Starship Troopers” sieht jeder, wie dumpf die sind und dass sie sehr oft die wirkliche Botschaft nicht entschlüsseln können.

  • Robert said:

    Ich glaube, das war ganz gezielt. Man wollte mal wieder für ne Schlagzeile sorgen. Der Mann ist bekannt und hoch angesehen. Nun wurde er so “missbraucht.”
    Wenn man dem Kredo dieser antidemokratischen Partei glauben schenken darf, sind die froh wenn die in den Nachrichten auftauchen. Egal ob Jemand verprügelt wurde oder ob jemand was Sinn entleertes von sich gegeben hat. “Hauptsache man redet über uns”, ist die Denke. Ich hoffe sie liegen damit falsch.

  • Ingo said:

    Nun gut, meinen Sarkasmus kann man überlesen ^^