MVP: Pastörs fliegt aus dem Landtag / Müller lobt die DDR
Der NPD-Fraktionschef im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, hat seine Statistik in Sachen Ordnungsrufe und Verweise aus dem Parlament weiter in die Höhe getrieben. Der NPD-Einpeitscher flog aus der 52. Sitzung des Parlaments. Wie Endstation Rechts berichtete, erhob Pastörs aber mittlerweile Widerspruch gegen die Entscheidung: Pastörs räumte zwar ein, den ehemaligen Ministerpräsidenten Ringstorff mit einem Esel verglichen zu haben – lässt sich ja auch schlecht abstreiten, hielt dies aber nicht für eine gröbliche Verletzung der Ordnung des Hauses.
Pastörs sprach in einer Erklärung davon, dass man die Sitzungsführung der Landtagspräsidentin, Sylvia Bretschneider, als “Präsidialdiktatur” bezeichnen könnte. Die “einseitige und ans Diktatorische grenzende Vorgehensweise”, so Pastörs, „kann ich nicht akzeptieren.“ Seinen Einspruch schloss er mit der Formulierung “Mit der Ihnen gebührenden Hochachtung”. Bretschneider wies Pastörs Vorwürfe den Angaben zufolge zurück: “Diese Vorwürfe werden durch ständige Wiederholungen nicht richtiger.”
Auch der NPD-Abgeordnete Tino Müller (Jahrgang 1978) sorgte laut ER wieder für Aufsehen, er lobte in einer Aktuellen Stunde über die Geschichte des 09. November (1989, 1938, 1923) die DDR. Nicht alles, so Müller, sei in der DDR schlecht gewesen: So wurde unter anderem die “körperliche Ertüchtigung” gefördert und die “Ausländerpolitik” wäre ebenso positiv hervorzuheben. Auch die Kinder- und Familienpolitik der DDR könne man als positives Beispiel anführen. Zu den Ereignissen des 9. November der Jahre 1923 und 1938 verlor Müller demnach kein Wort.
Siehe auch: MVP: NPD-Landtagsabgeordneter warnt vor “finanziellem Urin”, “MV Regio”: “Dieses System muss überwunden werden”, Razzien gegen HDJ: “Ein Verbot ist überfällig!”, Herbstlicher Streit um Sonnenbrillen: NPD und “Autonome Nationalisten” marschieren getrennt, MVP: Geldstrafe für NPD-Funktionär Zimmermann,


Oho, die Nazis verleihen mal wieder ihrer geistigen Verwirrung Ausdruck:
“So wurde unter anderem die “körperliche Ertüchtigung” gefördert und die “Ausländerpolitik” wäre ebenso positiv hervorzuheben.”
Dann bin ich mal gespannt auf die Begründung, warum es für die Nazis positiv war, dass die DDR viele Vietnamesen, Kubaner, Mosambiker und Angolaner als Arbeiter ins Land geholt hat. Folgt das etwa dem Prinzip “Arbeit zuerst für Deutsche”? Eventuell gefällt ihnen daran, dass deren Integration in die Gesellschaft unerwünscht war und sie nur kaserniert wohnen durften. Wer das vorbildlich nennt, der plant wieder Lager…. Auch die DDR kannte einen gewissen Rassismus. Aber wahrscheinlich werden wir die Gründe nie erfahren…
Die “körperliche Ertüchtigung” folgte übrigens sehr dem Vorbild der HJ, da sind sich Diktaturen einig. Jugend wird papamilitärisch ausgebildet und in Reih und Glied gestellt, mit Fahnenappell und Treueschwüren, damit sie nicht selbstständig zu denken beginnen – das wäre der Feind jeden Rassismus und autoritären Denkens. Dass die Hintermänner der Heimattreuen Deutschen Jugend das loben, überrascht wenig.
Zur Kinder- und Familienpolitik: Die Bevölkerung nahm in der DDR kontinuierlich ab, übrigens im Gegensatz zum “volksfeindlichen Besatzerstaat” BRD. Das passt aber gar nicht zu dieser “vorbildlichen” Politik und scheint das Gegenteil von dem zu sein, wie die Nazis die “weiße Rasse” erhalten wollen. Und nu?
Es klingt eher danach, als habe jemand – ohne von einer From der Sachkenntnis belastet zu sein – auch einmal zu Wort kommen wollen.
Allgemein lässt sich zu Pastörs und den Nazis feststellen: Wenn man keine Argumente hat, wird man beleidigend.