Weiße Rassisten mit Elektroschocker gegen 17-jährigen Schwarzen
Und wieder einmal Sachsen – und noch einmal zur Berichterstattung über rassistische Angriffe. Hier eine ddp-Meldung, am 06. Dezember 2008 veröffentlicht bei e110:
Ein farbiger Jugendlicher ist im sächsischen Bennewitz (Landkreis Leipziger Land) mit einem Elektroschocker attackiert und verletzt worden. Die Polizei schließt einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus, wie eine Behördensprecherin am Freitag in Leipzig sagte. Der 17-Jährige war am Donnerstagabend mit mehreren jungen Leuten in Bennewitz unterwegs, als er aus einer anderen Gruppe heraus von einem angetrunkenen Jugendlichen mit dem Elektroschocker am Bauch verletzt wurde. Die Polizei ermittelt nun gegen den Angreifer.
Zum Begriff “farbig”:
Die “Initiative Schwarze Menschen in Deutschland”, der deutsche “Afrika-Rat” und ADEFRA (Schwarze Frauen in Deutschland ), Experten und auf diesem Gebiet tätige Organisationen sind sich übrigens einig: Es gibt keine “Farbigen”. Dieses sprachliche Relikt aus der Kolonialzeit wurde in Deutschland in den fünfziger Jahren als Ersatzbegriff für „Neger“ eingeführt. Der Begriff ist zu vermeiden wegen der kolonialen Konnotationen und wegen des euphemistischen Hintergrunds. Weiterhin impliziert “farbig”, dass “weiß” die Norm sei. Der Begriff führt zu keiner schlüssigen Beschreibung, außer dass es sich nicht um eine weiße Person handelt. Deswegen ist es aus Gründen der Professionalität und Objektivität geboten, nach dem Gleichheitsprinzip zu verfahren: wenn Portugiesen und Norweger angeblich gleichermaßen “weiß” sind, dann ist ein schwarzer Junge aus Sachsen “schwarz”.
Zum Begriff fremdenfeindlich:
Eine Tat ist rassistisch motiviert, wenn sie gegen Menschen verübt wird, deren Hautfarbe eine andere ist als die der Täter und mit rassistischen Beleidigungen einhergeht. Dies gilt auch für Opfer, die Deutsche sind. Ausländerfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind keinesfalls gleichzusetzen. Unterstellt man beispielsweise Angriffen gegen schwarze Deutsche pauschal eine “ausländerfeindliche” oder “fremdenfeindliche” Motivation, so wird das Vorurteil genährt, schwarze Menschen könnten keine Deutschen sein oder seien Fremde (siehe WM-Planer der NPD).
Siehe auch: Dresden: Rassisten greifen schwarze Studenten an, Eine ganz normale Woche in Sachsen geht zu Ende…

Verstehe ich nicht. Wenn Nazis einen Schwarzen attackieren, dann aus dem Grund, weil er schwarz ist, ergo aus rassistischen oder fremdenfeindlichen Motiven. Oder nicht? Ich glaube nicht, dass die voraussetzen, dass ein Schwarzer auch mal Deutscher sein kann.
Kann es sein, dass Dresden in der Meldung (trotz Überschrift) nicht wirklich vorkommt? Es geht um den LK Leipziger Land, woher die Täter kommen, ist in der Meldung nicht genannt. Weitere Quellen? So wirkt es etwas plakativ, auch wenn die zeitliche Nähe zu dem Fall in Dresden unstrittig ist.
Ich verstehe das auch nicht: Gepredigt wird uns tagtäglich, daß es keine Hautfarben gibt, nur Menschen… Da hat Herr Gensing bei bundespoltiischen Agit-Prop-Schulung entweder gefehlt oder so gar nicht aufgepaßt.
Nunja, da erhält man ja auch keine Steuergelder…
Auch wenn man bei so vielen an einem Abend in Sachsen attackierten “Afrikanern” bzw. “Farbigen” mal durcheinanderkommen kann: Der Vorfall hier ereignete sich laut Pressemeldung in Bennewitz bei Wurzen (Landkreis Leipzig), nicht in Dresden. Also waren die Angreifer vermutlich auch keine “Dresdner” (ob nun “weiß” oder nicht).
Selbstverständlich ist die Norm “weiß” heutzutage nicht korrekt. Wir leben in einer sehr modernen Welt, wo solche Sachen nicht passieren sollen.
Moin,
Dresden war Quatsch, weiß ich auch nicht, wo ich das her hab, wahrscheinlich mit der Meldung vom Vortag verwechselt.
Zu den Begrifflichkeiten: Die Hautfarbe sollte selbstverständlich keine Rolle spielen, hier ist die Nennung aber für das Verständnis der Meldung erforderlich. Daher wird sie auch genannt, da ist auch nichts bei, da es nichts schlimmes ist, wenn jemand schwarz, gelb oder weiß ist.
Der Begriff fremdenfeindlich ist in diesem Zusammenhang abzulehnen, da es vollkommen unersichtlich ist, ob die Opfer überhaupt Fremde waren am Tatort. Daher umschreibt rassistisch die Begebenheiten wahrscheinlich am treffendsten, da es sich bei Tätern mutmaßlich um Rassisten handelt. Nun könnte man argumentieren, dass es keine Menschenrassen gibt, deswegen müsste ein neuer Begriff für rassistisch entwickelt werden. Aber da weiß ich vorerst auch nicht weiter…
Schönen Gruß
PG
“Gepredigt wird uns tagtäglich, daß es keine Hautfarben gibt, nur Menschen…”
Wo wird das gepredigt? Ich habe noch nie gehört, dass es keine unterschiedlichen Hautfarben geben soll…
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