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Satanus im Hinterhof: Aus der Hexenküche des neonazistischen Kulturbetriebs

07. Januar 2009 10:21 67 mal gelesen Kein Kommentar

Satan, Teufel, Luzifer stolzieren bös über die Bühne. Einst schändeten ihre Jünger Friedhöfe und Kirchen, vergewaltigten und töteten – und sie rappen und rocken in Teufels Namen. Zum guten Ton gehören Satansspiele, Schwarze Messen, dumpfe Helden- und Opferrituale. NS-Blackmetal-Music röhrt und feuert, dass den Teufel höchstselbst der Schwindel befällt.

Ein Feature beim Deutschlandradio Kultur als mp3, der Text als PDF.

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  • Steffen said:

    Dieser mp3-Link funktioniert leider nicht. :-( Schade.

  • AndreasK said:

    Na, dann mache ich mal den obligatorischen Quoten-Contra-Heini:

    1. Satanisten sind keine Nazis!
    Satanismus wird von seinen echten Anhängern als Religion empfunden, nicht als politische Gesinnung.

    2. Black Metal ist nicht gleich rechte Musik!
    Es kommt, wie bei allen anderen Musikrichtungen auch, auf die Inhalte an. Rock ist ja nicht perse rechts, auch wenn es Rechtsrock gibt.

    Dass Journalisten aufgrund ihrer meist kurzen Einblicke oft falsche Werturteile fällen, ist bekannt. Aber ich muss sie enttäuschen: Die Welt ist grau. Fazit: Was gut für Story ist, muss nicht immer stimmen.

  • blubb said:

    Leider funktioniert der Link zum dradio und der mp3 nicht mehr, habe den Mitschnitt auch nicht auf den Seiten des dradio gefunden. Falls jemand einen korrekten Link zur Sendung kennt, bitte bescheid geben oder oben korrigieren. Danke

  • Regor said:

    Ich habe diesen Beitrag im Radio gehört … grauenhaft was hier alles undifferenziert zusammengerührt wurde -
    NPD und Satanismus, Black Metal und Waffen-SS-Veteranen, Rennicke und schwarze Messen, germanische Mythologie und Aleister Crowley -unterlegt mit Hörspielgruseleffekten (Schreie, verzerrte Stimmen, diabolisches Geflüster) – dem Hörer sollte bewußt gemacht werden, dass das alles “irgendwie” zusammengehört und riesige dunkle Verschwörung an der Abschaffung der BRD arbeitet. Ich stelle mir gerade HolgerApfel im schwarzen Messgewand vor (Größe XXL) und Christian Worch wie der Opferdolch schwingt … oder war es eine satirische Sendung? Wie auch immer: gut, dass ich keine eigenen Radiogeräte und TV unterhalte und so einen unheilbaren Unsinn nicht finanzieren muss (im Grunde gar keinen ö-r Schwachsinn, ein ungemein befreiendes Gefühl, echt). Lieber Herr Gensing, mal ganz ehrlich: Finden Sie nicht auch, dass das Niveau dieses grotesken Beitrages unterirdisch ist? Als Bindeglied diente übrigens der “Aussteiger” Adrian, Ex-NPD-B-Prominenz, der nun bei “Exit” arbeitet. Er machte unfreiwillig auf das Dilemma der Aussteiger aufmerksam. Wenn man alles erzählt und jede Schleuse geöffnet hat, wird man uninteressant, deshalb muss man “neues” bieten, z.B. die Teilnahme an einer Satansmesse. Die nun wortreich ausgebreitet wird (im Hintergrund Gruseleffekte). Zum Schlapplachen. Wenn demnächst wieder einmal über die bei den “Nazis” angeblich ach so populäre Welteislehre referiert wird, dann wird Herr Adrian sicher die Teilnahme an einer geheimen NPD-Polarexpedition berichten …. Holger Apfel im Polaranzug mit Fellkapuze (XXXXL).

  • JFW said:

    Der Link funktioniert nicht. Gibt es auch eine direkte URL statt den Umweg über web.de?

  • JFW said:

    Ok, hab mir die Mühe gemacht den Link zu reparieren.
    http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/01/02/dlf_20090102_2010_4bb8f092.mp3

    Grüße

  • MODNPD-BLOG said:

    Link ist repariert, danke für die Hinweise!

  • Leser said:

    Das Teile der Black-Metal-Szene eine Affinität zu neonazistischem Gedankengut hat, sollte nicht verschwiegen werden. Auch wenn die Reportage in Teilen etwas undifferenziert ist.

  • Phil said:

    Ich habe mir jetzt die Radiosendung mal ganz angehört. Am Anfang dachte ich mir, das wird bestimmt oberflächlich und undifferenziert, denn in den erstem Minuten hört man gleich Ausschnitte aus Musik von Rammstein zusammen mit Ausschnitten von Landser. Das stellt Rammstein in ein ziemlich schlechtes Licht und ich nahm an, derart unpassend sollte es wohl weitergehen.

    Dann war ich allerdings positiv überrascht. Es werden fundiert und unaufgeregt Schnittstellen zwischen gängigen Subkulturen und Rechtsextremismus aufgezeigt.
    Auch Kulturen wie die Gothic- und Dark-Wave-Szene werden nicht einfach als rechtsextremer Moloch dargestellt, sehrwohl werden aber eindeutig neonazistische Vertreter (Death in June) dieser Genres genannt.

    Der Aussteiger bringt es auf den Punkt:
    Es wird in allen Subkulturen, so auch in der Gothic-Szene, versucht, eine rechtsextreme Ecke zu etablieren, weswegen man aber natürlich nicht die ganze Szene über einen Kamm scheren sollte. Besser hätte ich es auch nicht sagen können.

    Mich persönlich hat etwas gestört, dass es zeitweise ein wenig so klang, als sei die Gothic-Szene zwingend mit Satanismus verbunden. Das ist natürlich Quatsch!

    Glücklicherweise wurde aber später nochmal erläutert wo denn der Satanismus ins Spiel kommt: Die neonazistische “Artgemeinschaft” des Jürgen Rieger hält Schwarze Messen etc. ab und frohlockt dem Satanstum und nicht etwa die Gothic-Szene!

    Schön fand ich es auch, dass am Ende noch darauf eingegangen wurde, wie frauen- oder homosexuellenfeindliches Gedankengut auch von Rappern wie Sido und co. in die Gesellschaft getragen wird.

    Trotz kleiner Schnitzer finde ich den Bericht sehr gut!

  • AndreasK said:

    Eine etwas differenziertere Sicht zu Satanismus bietet dieser Bericht der Bayern 2-Reihe “IQ Wissenschaft und Forschung” (ca. ab Minute 5:35):
    http://www.br-online.de/imperia/md/audio/podcast/import/2008_11/2008_11_07_18_38_34_podcastiq20081107_a.mp3

  • P.G. said:

    Moin,
    ich wollte kurz einwerfen, wie schön sinnvolle und konstruktive Kommentare sind. An manchen Tagen könnte man den Eindruck bekommen, diese Seite wird ausschließlich von Wahnsinnigen besucht.
    Ich hab das Feature leider noch nicht gehört, kann daher nichts Konstruktives beitragen.
    Grüße
    Patrick

  • Anarchosyndikalist (aber ein anderer) said:

    Ähmmmm, Rose Clouds of Holocaust von Death in June ist auf dem Index für jugendgefährdende Schriften und somit ist der Link strafbar und diese undifferenzierte Sendung ebenfalls…

  • Anarchosyndikalist (aber ein anderer) said:

    Nach vollständigem Durchhören muss ich sagen daß dieses schlechte Machwerk von mies recherchiertem Gossen-Radiojournalismus (eher auf Uni-Radioniveau bzw Bürgerfunk) nicht verlinkt werden sollte. Ein mediengeiler “Aussteiger” dessen Motivation eher Fame und Geld ist und den wir Antifaschisten eh alle zu genüge gehört haben und schlechte Backgroundinfos, fertig ist eine der miesesten Radioreportagen ever. Nicht mal ordentlich übersetzen können die.

  • Jenenser said:

    Sehr differenziert das ganze. In den ersten Sekunden schon Satanismus, Göbbels und Musik von Rammstein vermixt…

    Für einen etwas objektiveren (und ausführlicheren) Überblick über die neurechte Kulturszene kann ich das Buch “Ästhetische Mobilmachung” von Andreas Speit (Hrsg.) empfehlen. Lesen ist zwar etwas zeitaufwändiger als sich berieseln lassen, aber für interessierte lohnt es sich wirklich.

  • O.B. said:

    Was ich an diesem Bericht gut fand, war die Tatsache, dass die Nazis artfremde, bis hin zu für sie eigentlich entartete Stilformen verwenden müssen, um an Nachwuchs herankommen zu können. Eigenes ist da wohl kaum vorhanden. Man bedient sich parasitär an Stilen und Kulturen, wie es einem gerade passt. Auch das angesprochen wurde, dass sie sich selbst über andere und deren Fehler definieren, nur nicht über sich selbst, war auch nicht uninteressant.
    Und das auf die Frage “was ist denn typisch deutsch” selten eine produktive Antwort kommt, hat wahrscheinlich auch schon ml jeder erfahren, der sich mit solchen Menschen mal unterhalten hat.
    Das da hier und da Fehler passiert sind wie z.B. Rammstein zu spielen, kann man getrost mal aussen vor lassen. Ich fand den Bericht durchaus hörenswert.

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli