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Holocaust-Relativierung und Täter-Opfer-Umkehr: Neonazis am 27. Januar gegen “Holocaust” in Gaza

25. Januar 2009 10:39 166 mal gelesen 13 Kommentare

Die NPD greift die öffentlichen Vorlagen dankbar auf und hat eine Mahnwache angemeldet – unter dem Motto “Stoppt den Holocaust in Gaza”. Diese soll nicht an irgendeinem Tag und nicht irgendwo stattfinden, sondern am internationalen Holocaust-Gedenktag in Berlin. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte laut Medienberichten, der Aufzug sei durch die zuständige  Versammlungsbehörde verboten worden. Die NPD habe allerdings das Verwaltungsgericht angerufen. Mit Blick auf die jüngst vom Gericht gegen seinen Willen erlaubte Werbung für die radikal-islamische Hamas bei einer Demonstration sagte Körting der Berliner Morgenpost, er gehe davon aus, dass das Verbot dieses Mal Bestand habe. “Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Rechtsprechung eine derartige Verhöhnung der Opfer des Holocaust zulässt.”

Die Linkspartei schreibt: “Die Berliner NPD hat für den 27. Januar 2009, dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus eine Mahnwache unter dem Motto: “Stoppt den israelischen Holocaust im Gaza” angemeldet. Diese soll um 19 Uhr im Zentrum Berlins, an der Ecke Friedrichstr./ Französische Str. stattfinden.Wir betrachten es als eine besonders ungeheuerliche Provokation, am Holocaust-Gedenktag, dem Tag an dem viele Menschen der Opfer des Nazi-Terrors gedenken, die Verbrechen des Nationalsozialismus relativieren zu wollen.” Außerdem ärgert sich die Linkspartei darüber, dass “ausgerechnet die NPD, die sich bei jeder Gelegenheit mit fremdenfeindlicher Hetze hervortut, gegen den Bau von Moscheen und Synagogen mobilisiert und für die Abschiebung von Flüchtlingen und Einwanderern eintritt, beabsichtigt die Opfer des Krieges im Gaza für ihre antisemitische Propaganda zu instrumentalisieren”.

Einige Parteimitglieder hatten allerdings offenbar wenig Probleme damit, mit antisemitischen Gruppen auf “Friedensdemos” (“Tod Tod Israel!”, “Stoppt den Holocaust in Gaza”) aufzulaufen. Auf Indymedia sollte zu dieser Erklärung der Linkspartei ein Kommentar von einem Kritiker aus Berlin gepostet werden – einzig: Indymedia schaltete die Anmerkungen, so zumindest die Darstellung des Schreibers, auch nach drei Versuchen nicht frei. Hier der betreffende Kommentar:

“DIE LINKE, die ohne sprachpolitisch und gesellschaftkritische Reflexion, den rassistisch, populistischen Mainstream Begriff “fremdenfeindlich” benutzt, der Menschen pauschal, in die dichotomisch konstruierte Einteilung “Fremd” sowie “Eigen” zwängt. Außerdem kein Wort zur Täterforschungskonferenz, stattdessen suptiler Lokalpatriotismus “im Zentrum Berlins”.Dazu noch, nach dem Kurzhinweis in der “Jungen Welt” mit der Überschrift “NPD will in Berlin provozieren ” nun auch von der Linkspartei die Reduzierung und Entkontextualisierung auf eine Provokation. Dadurch werden die realen Politiken, und inhaltlichen Anknüpfungspunkte der NPD, Kameradschaften, autonomen Nationalisten... ignoriert/negiert... Links dazu: http://www.hagalil.com/archiv/2009/01/12/dmz/, http://www.redok.de/content/view/1297/36/, http://braunzonebw.blogsport.de/2008/02/10/dmz-chefredakteur-gibt-npd-blatt-interview/, http://braunzonebw.blogsport.de/2008/12/10/deutsche-militaerzeitschrift-dmz-ausgabe-januar-februar/, http://de.indymedia.org/2005/10/130937.shtml

Siehe auch: Biografie von Horst Mahler – eine mindestens doppelte Wandlung, Antisemitismus in Europa – und der hilflose Kampf der UNO gegen den Judenhass, Bergen-Belsen: Wie wird erinnert, wenn bald keine Zeitzeugen mehr da sind?, “Berlin bewegt”, “Ravensbrück rührt”, “Betrifft: Bergen-Belsen”, Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen, Antisemitische und rassistische Hetze: NPD erreicht mal wieder einen Eklat, David Irving bei Big Brother?, TV- und Buchtipp: Die Odyssee der Kinder, Pogrom vom 9. November 1938: Weißwäscher am Werk, Hessen: Neonazi-Aufmarsch verboten, Neonazis wollen zur Reichspogromnacht aufmarschieren, Historiker: SS-Führer Himmler war verklemmter Einzelgänger, Sobibor 1943: Aufstand in der Hölle

13 Kommentare »

  • Steve said:

    Scheinheilig ist es schon, als bekennender Neonazi, ohne inhaltliches Verständnis für das Konzept des Ethnopluralismus, den Zionismus anzuprangern.

    Denn geistesverwandter kann man kaum sein, oder? Nur, daß die Z. es eben scheinbar schlauer angefangen haben. Es ist ein grundlegender Unterschied, von der Weltherrschaft nur zu reden oder sie zu praktizieren. Also, die Wut der N. auf die Z. erinnert vor allem an den Neid der Verlierer.

  • vorndran said:

    @STEVE: Nett, daß Du die Weltherrschaft des Zionismus offen zugibst…

  • John Doe said:

    Denkst du wir bestreiten die? Gleich nachdem ich unter meiner Hammer und Sichel Flagge aufgewacht bin ruft mein zuständiger Oberzionist an und gibt mir die Daten für den Tag durch. Also was ich zu tun habe zu welchen Blogs ich nen Kommentar schreibe usw. Wenn ich das Plansoll erfüllt habe treffe ich mich mit migrantischen Jugendlichen zum Multi-Kulti-Kaffe und plane “inländerfeindliche” Straftaten. Mein Geld investiere ich nur in Produkte mit dem Qualitätssiegel “made in china” das sorgt dafür das auch kein Cent meiner Sozialhilfe in die deutsche Volkswirtschaft geht. Hab ich mal nen Tag frei, weil der Oberzionist keine Aufgaben für mich hat, verkaufe ich nur zum Spaß Drogen an Schulkinder. Oder ich erfinde rechtsextreme Straftaten um euch Nazis in den Medien schlechter dastehen zu lassen. Schon scheiße wenn mensch so von Feinden umzingelt ist oder?

  • P.G. said:

    Hallo John,
    lustig, das läuft bei mir ganz ähnlich ab. Routine halt.

    Was ich an den Nazis aber immer so schön finde: Einerseits beleidigen sie alle, die nicht ihrer Meinung sind, als moralisch verkommen und vollkommen verblödet – gleichzeitig winseln sie um Aufmerksamkeit und wollen unbedingt Anerkennung. Warum bleiben sie nicht einfach unter sich, wenn sie als einzige die gesamte Welt via Internet von Zerbst aus erklären können?

  • Holocaust-Relativierung und Täter-Opfer-Umkehr: Neonazis am 27. Januar gegen “Holocaust” in Gaza « dokumentationsarchiv said:

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  • WW said:

    Das böse Besatzergericht hat den Nazis die Meinungsfreiheit verdorben. Und sie hatten sich schon so gefreut.

  • Eistee said:

    Also man kann “Steve” ja kritisieren, wahrscheinlich muss man das auch. Aber ihn anhand dieses Kommentares mit Nazis gleichzusetzen, zeugt nur von mangelnder Intelligenz, einer Leseschwäche oder schlichtweg, dass man nicht gewillt ist, eine wenigstens halbwegs vernüntige Diskussion zu führen.

  • Dennis K. said:

    Eistee, zum einen ist Steve ein alter Bekannter, zum anderen ist es genau sein Ziel, mit solchen unsinnigen Behauptungen Aufmerksamkeit zu erregen. Es wäre schlicht falsch, eine inhaltliche Diskussion auf dieser Grundlage zu führen.

    Don’t feed the Trolls.

  • Eistee said:

    Ja, ok kenn den nicht. Nur anhand dieses Eintrags, würd ich ihn aber nicht gleich zum Nazi machen. Aber wie geschrieben, man muss ihn nicht kritisieren, man kann ihn auch einfach ignorieren. ;)

  • Heinz Maier said:

    Was gerade für ein Irrsinn gegen den Papst abläuft ist ein Wahnsinn.

    Das müsste alles nicht sein, wenn man sich die Fakten anschaut.

    [gekürzt, Rechenbeispiele, wie Millionen Menschen umgebracht werden, tun hier nichts zur Sache]

    Yours

    MIP aus G.

  • NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Tag der Befreiung: Der Opfermythos lebt said:

    [...] Siehe auch: Leipzig in der Extremismus-Falle, Neonazi-Aufmarsch am 8. Mai in Wiesbadener Vorort genehmigt, Elbe-Day: NPD kündigt alljährlichen Aufmarsch an, Hitler tat alles, um seine erbärmliche Existenz zu verlängern, Sobibor 1943: Aufstand in der Hölle, Vor 65 Jahren: Das Unternehmen “Overlord”, Die NPD und der Holocaust: Relativieren statt leugnen, Holocaust-Relativierung und Täter-Opfer-Umkehr: Neonazis am 27. Januar gegen “Holocaust” in Gaz… [...]

  • NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Täterforschung im globalen Kontext: Blick auf moralische Umformatierung richten said:

    [...] auch: NPD-Fraktion boykottiert erneut Gedenken an Opfer des Holocaust, Holocaust-Relativierung und Täter-Opfer-Umkehr: Neonazis am 27. Januar gegen “Holocaust” in Gaz…, Biografie von Horst Mahler – eine mindestens doppelte Wandlung, Antisemitismus in Europa [...]

  • NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Die NPD und der Holocaust: Relativieren statt leugnen said:

    [...] ausschließliche Konzentration auf deutsche Kriegsopfer. Die neueste Provokation ist es, dass eine Nahost-Demo am Jahrestag der Auschwitzbefreiung vom NPD-Vorstand unter dem Titel “Stoppt den H… angemeldet [...]