SVP bezeichnet Ausländer als Gesindel
Der Bürgermeister des französischen Grenzortes Annemasse ist einem Bericht der Schweizer Zeitung 20 Minuten zufolge verärgert, weil seine Stadt in einem Inserat massiv attackiert wird. Nach Ansicht der Schweizer Volkspartei (SVP) in Genf würde eine geplante Bahnlinie zwischen Genf und Annemasse zusätzliches “Gesindel” (racaille) aus Frankreich in die Rhonestadt bringen.
Christian Dupessey, der Bürgermeister der französischen Stadt, sei schockiert, berichtet das Blatt. Er fühle sich “im Namen der 30.000 Einwohner der Gemeinde beschimpft”. Die SVP stelle einen inakzeptablen Zusammenhang zwischen der Bahnlinie und der Kriminalität her.
Der Urheber der Annonce hat keinerlei Verständnis für die Aufregung. Der SVP-Funktionär Pardo findet das Wort “Gesindel” nicht anstössig. Der Ausdruck bezeichne “keine Rasse und kein bestimmtes Volk”, sondern nur einen gewissen Menschentypus. Bürgermeister Dupessey sei hingegen entschlossen, Klage einzureichen. Selbst in den Reihen der SVP vertreten dem Bericht zufolge einige Mitglieder die Meinung, ihr Präsident müsse zurücktreten, wenn er auf eigene Faust gehandelt und somit seine Kompetenzen überschritten haben sollte.
Siehe auch: Analyse: Marktradikalismus und moderner Rechtsextremismus, Schweiz schlägt Holocaust-Konferenz vor

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