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Wenn Rechte ihr Recht einfordern

01. März 2010 21:17 1.096 mal gelesen 25 Kommentare

Nach dem gescheiterten Neonazi-Aufmarsch in Dresden am 13. Februar 2010 kochen rechtsradikale und neonazistische Kreise offenbar weiter vor Wut. Die Junge Freiheit widmet Sachsens Landespolizeipräsident Bernd Merbitz in diesem Zusammenhang einen umfangreichen Artikel, da dieser sich erdreistet hatte, das passive Verhalten der Polizei gegenüber den Blockieren folgendermaßen zu erklären: Es hätte sich verboten, die Strecke freizuräumen und mit “Gewalt gegen Kinder und ältere Frauen” vorzugehen. Schließlich sei von den Blockierern keine Gewalt ausgegangen, so Merbitz.

Lesetipp: “Die Straße frei. Den braunen Bataillonen”?

Dies kann die JF offenbar nicht einfach so stehen lassen und zitiert daher aus einer Pressemeldung der Polizeidirektion Dresden, wonach es „massive Angriffe“ auf Polizisten gegeben habe – und 15 verletzte Beamte. Allerdings hat JF-Autor Felix Krautkrämer dabei einige Dinge offenbar übersehen: So schreibt die Polizei „lediglich“ von einem massiven Angriff durch mehrere Personen – nämlich um 13.00 Uhr auf dem Bischofsweg. Auch dass sechs der 15 Polizisten durch Neonazi-Attacken verletzt wurden, blieb bei der Jungen Freiheit unerwähnt – obwohl es in der Pressemitteilung der Polizei klar benannt wird. Weiterhin kann man bei 6400 Rechtsextremisten sowie weit mehr als 10.000 Gegendemonstranten bei 29 Festnahmen wohl nicht von einem vollkommen misslungenen Polizeieinsatz sprechen, bei solchen Rahmenbedingungen sind ganz andere Dinge vorstellbar.

Doch die JF ätzt weiter gegen Landespolizeipräsident Merbitz, der nicht gegen Tausende friedliche Menschen den Knüppel aus dem Sack holen wollte. Allerdings hält sich die JF nicht mit der fachlichen Ebene auf – sondern zieht das Ganze auf die persönliche Schiene. Dafür zitiert Krautkrämer – wie übrigens auch Altermedia bereits im Jahr 2007 in einem  teilweise ähnlichen Beitrag  -  aus einem umfangreichen Artikel der Süddeutschen Zeitung, der aus dem Jahr 1990 (!) stammt. Und das geht so:

Bloß nicht anecken: Mit dieser Devise hat Sachsens ranghöchster Polizist eine beeindruckende Karriere hingelegt. [...] Als Sohn eines SED-Kreisleiters hatte er sich früh für den Dienst bei der Polizei entschieden. Als junger Mann habe er einmal bei einem SED-Fest als Kellner gearbeitet und es zwar als widerlich empfunden, was die Gäste damals alles gegessen und getrunken hätten, ohne dafür bezahlen zu müssen. Aber für ihn habe auch festgestanden, “daß ich es auch schaffen und auf solchen Festen feiern will und solche Privilegien haben möchte”, sagte Merbitz 1990 gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ). Seine SED-Mitgliedschaft dürfte dabei ein wichtiger Schritt gewesen sein. Von 1984 bis 1986 studierte Merbitz an der Hochschule der Deutschen Volkspolizei in Berlin. Die Prüfung zum Diplom-Sozialwissenschaftler schloß er mit der Note 1 ab, weiß die SZ zu berichten. Während der friedlichen Revolution von 1989 war Merbitz Chef der Leipziger Mordkommission. 1991, mittlerweile aus der SED ausgetreten, wurde er Leiter der Abteilung Polizeilicher Staatsschutz beim Landeskriminalamt Sachsen und baute die Sonderkommission Rechtsextremismus mit auf. Nach Stationen bei den Polizeidirektionen Grimma und Westsachsen wurde er 2007 Landspolizeipräsident. Auch politisch ist Merbitz aufgestiegen: Im November vergangenen Jahres wurde er in den Landesvorstand der CDU gewählt.  [...] Außenseiter sein, das wollte Merbitz – zu dessen Lieblingsgruppen die Punk-Band Die Toten Hosen gehört, die einst textete: “Wir schießen zwei, drei, vier, fünf Bullen um, wenn es nicht mehr anders geht” – auf keinen Fall.

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Screenshot aus dem Video zu dem Tote-Hosen-Song "Bonnie & Clyde"

Vor diesem Hintergrund sei „seine Beurteilung der Vorgänge um den “Trauermarsch” in Dresden nur allzu verständlich – schließlich “kann man schnell zum Außenseiter werden, wenn man Grundrechte für Rechte durchsetzt“, meint die  stets aufrechte JF. Eigentlich jammern bisweilen als “rechtskonservativ” bezeichnete Kreise zwar schnell auf, wird der Begriff „Rechte“ für Neonazis benutzt, hier scheint es aber Herrn Krautkrämer in den Kram zu passen, daher werden Hunderte “Autonome Nationalisten”, die Polizisten mit Flaschen bewarfen, eben kurzerhand als “Rechte” eingemeindet.  Politische Freunde kann man sich nicht immer aussuchen; die Wirkung eines solchen Artikels bei “Rechten” könnte man sich aber schon ausrechnen.

Und so zeigt der JF-Text in der Szene durchaus Wirkung. In bekannten Neonazi-Foren wird fleißig kommentiert.; ein Rechter zieht schnell eine Verbindung zu dem Passauer Polizisten Alois Mannichl, der mutmaßlich von Rechtsextremisten niedergestochen wurde, nachdem zuvor auf Neonazi-Seiten im Internet zielgerichtet gegen ihn gehetzt worden war. Und so schreibt „Deutscher Sohn“:

Mit diesem Bernd Merbitz gibt es wohl noch einen Mannichl-Verschnitt , der große Reden schwingt gegen Rechts und sich über Gesetze hinwegsetzt mit fadenscheinigen Argumenten. Hoffentlich hält sich der Kasper fern von Lebkuchenmessern , sonst ist das nächste Lügenmärchen schon vorprogrammiert.

Auch “Paul Kersey” greift die Vorlage aus der JF auf und geifert:

Ein typischer Wendehals. Karriere ist alles für solche Typen. Die gehen eben über Leichen. Nicht Wir sind es die damals blindlings für den Führer in den Tod gelaufen wären und viele Menschen für ihn in den Tod befördert hätten. Solche Menschen wie Er sind es in Wirklichkeit die solche Befehle ohne zu überlegen ausgeführt hätten. Eines ist Sicher. Irgendwann fällt der auch mal ganz tief. Gleich nach diesen Mannichl.

Davon fühlt sich „Revolutionsgebrüll“ inspiriert und verkündet:

„Gib mir ein G… und bring mich 100 meter an ihn ran und die Diskussion ist beendet “

Etwas gesitteter der Umgangston in der Kommentarspalte der JF, mit dem Niveau des Neonazi-Pöbels möchte man hier ja eigentlich auch nichts zu tun haben. Und so heißt es in Kommentaren zu dem Krautkrämer-Artikel bezüglich des alljährlichen “Trauermarsches” von Tausenden Neonazis in Dresden:

Bin gespannt, wie viele Menschen nächstes Jahr zum Trauermarsch kommen. Merbitz hofft sicherlich, daß sich die Leute entmutigen lassen. Wenn es jedes Jahr mehr werden, bekommt er ein Problem. Zivilcourage zeigt, wer teilnimmt.

Selbstverständlich dürfen zu dieser Gelegenheit auch die Juden nicht fehlen, daher schreibt ein “Paul Mannstein” auf den Seiten der Jungen Freiheit zu dem Artikel:

Merbitz hat gemacht was gut fur die Juden sind auch wenn es Verstöße gegen das Versammlungsgesetz mit sich bringt.*

“Hagen” hingegen tut etwas eher untypisches; er kritisiert den Beitrag ansatzweise:

Sehr interessanter Text, aber das Zitat
„Wir schießen zwei, drei, vier, fünf Bullen um, wenn es nicht mehr anders geht“ (Die Toten Hosen)
ist aus dem Text hinausgerissen. Schließlich geht es im Lied um Bonny & Clyde. Dabei hätte es bestimmt bessere Textpassagen der Gruppe gegeben, die den deutschen Beamten meinen und nicht von einer amerikanischen (Liebes-)Geschichte handeln.
Sonst könnten Sie auch schreiben: er schaut gern Tatort. Eine Filmserie, in der oft über die Polizei geschimpft wird. Eine Filmserie, in dem “Scheiß Bulle” X-mal in Dialogen vorkommt.

Solche Einschübe lassen Zweifel aufkommen – Schade!

Zweifel ist nun wirklich das Letzte, was die wahren Rechten gebrauchen können.

Deutsche als Opfer, linker Meinungsterror, moralisch kaputte Gegner – das alte Lied – wenn auch mit teilweise 20 Jahre alten Texten und Kriegsgeheul von militanten Internet-Nazis. Dieser Populismus sei “das Gegenteil des konservativen Gebots einer »Haltung«, an der die aristokratischen Ursprünge der Strömung erkennbar sein sollen”, schreibt Volker Weiss in seinem Text „Keine Politik mehr rechts von Lenin? Konservatismus in der Krise“. Weiss folgert: Dieser Populismus tendiere “in das mehr oder weniger radikal nationalistische Lager” . Während

sich die bürgerliche Variante des Konservatismus im Liberalismus aufzulösen beginnt, tendieren die verbliebenen antiliberalen Konservativen zur Radikalität. Den Rückschritt in vorbürgerliche Formen, also den aristokratischen oder den religiösen Konservatismus, hat die Moderne unmöglich gemacht. Es bleibt ein Angebot aus autoritärem Etatismus, Populismus und kapitalistischer Ökonomie, das nur noch wenig mit Konservatismus gemein hat und zeigt: Der letzte Ausweg dieser Rechten liegt in der modernisierten Variante des Faschismus. Der Platz des Konservativen wird leer bleiben.

Siehe auch: Auf dem Selbstfindungstrip, Gemeinsam gegen die Versöhnung: Extreme Rechte wird ewigvorgestrig, “Neue Rechte” voran: Gegen die Schmach von 1918! “Keine Politik mehr rechts von Lenin”? Konservatismus in der Krise

*Dieser Kommentar wurde offenbar mittlerweile von den Seiten der JF entfernt. Im Cache aber noch nachzulesen: http://209.85.129.132/search?q=cache:I5i6NauvnVoJ:www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154%2BM5660aa6710a.0.html+mannstein+Merbitz+hat+gemacht+was+gut+fur+die+Juden+sind+auch+wenn+es+Verst%C3%B6%C3%9Fe+gegen+das+Versammlungsgesetz+mit+sich+bringt.&cd=3&hl=de&ct=clnk&gl=de

25 Kommentare »

  • Zur Jungen Freiheit Wenn Rechte ihr Recht einfordern « RITINARDO said:

    [...] “Wenn Rechte ihr Recht einfordern“ Kategorien:Deutschland, Medien, Politik Schlagwörter:Junge Freiheit, rechtsradikalismus Kommentare (0) Trackbacks (0) Einen Kommentar hinterlassen Trackback [...]

  • uberVU - social comments said:

    Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by klarmann: NPD-Blog: Junge Freiheit gegen Merbitz: Wenn Rechte ihr Recht einfordern -> http://npd-blog.info/2010/03/01/jf-merbitz-100/ #dresden…

  • E.S. said:

    Selbst wenn man hier sicherlich sehr unterschiedlicher Meinung sein kann: Es ist doch immer wieder merkwürdig, wie Hinweise auf die Biographien von Staatsdienern in höheren Ämtern, Bundestags- und Landtagsabgeordneten einerseits dann als “veraltet” und “nicht relevant” abgetan werden (was soll sonst der Hinweis darauf, daß hier mutmaßlich aus einem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung von 1990 zitiert wurde, solange die Angaben dort korrekt sind? wo liegt das Problem?), wenn sie auf das Verhalten der Personen in der kommunistischen Diktatur hinweisen. Andererseits ist es doch auch heute noch kein Problem, auf die NS-Vergangenheit von Prominenten hinzuweisen – ja solche Hinweise werden sogar als überaus korrektes und engagiertes Verhalten dargestellt, selbst wenn die Betreffenden Jahrzehnte nach 1945 keinerlei Nähe zu NS-Lehren mehr aufwiesen. Entweder man hält solche Hinweise also grundsätzlich für legitim, oder man hält sie für illegitim, aber dieses mal so und mal so – je nach politischem Interesse – ist nur eines – reine Heuchelei.

    Persönlich sehe ich allerdings keinen direkten Zusammenhang zwischen der einstigen SED-Mitgliedschaft von Merbitz und seinen Entscheidungen am 13. Februar 2010. Dies ist mir etwas zu einfach. Dennoch frage ich mich, ob es notwendig war, jemanden mit einer solchen Biographie das Amt als sächsischer Polizeipräsidenten anzuvertrauen oder ob es nicht weit bessere Alternativen gegeben hätte (es gab zu DDR-Zeiten schließlich auch Polizisten, die z.B. zwangsversetzt wurden, weil es sie zumindest im kleinen Rahmen gewagt hatten, sich in fachlichen Fragen nicht immer den Weisungen des Parteisekretärs zu beugen). Merbitz hätte auch dann seinen Polizeidienst ausüben können, aber auf der obersten Führungsebene erscheinen mir solche Leute absolut ungeeignet.

    Und es stellt sich nach wie vor die Frage, weshalb die meisten Presseorgane einfach “übersahen”, daß es am 13. Februar keineswegs zu keinem einzigen Gewaltexzeß von linksextremer Seite gab (Gewalt durch Rechtsextremisten wurde hingegen korrekterweise gemeldet), selbst wenn es nach Ihrer Rechnung “nur” 9 von Linksextremisten attackierte und verletzte Polizisten waren (statt 15).

  • Patrick Gensing said:

    Sehr geehrter E.S.,
    1. Wurde in den Medien über Gewalt von Gegendemonstranten berichtet, vielleicht blenden Sie das aus, weil Sie es nicht wahrhaben wollen, war aber so. Einfach mal googlen, exemplarisch aber der Spiegel:
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,677718,00.html
    Allerdings überwiegt die Berichterstattung zu den friedlichen Blockaden – und nun überlegen Sie mal, warum. Meines Erachtens liegt es übrigens nicht daran, dass alle Medien in Deutschland Autonome Antifa-Blätter sind.
    2. 3. Reich ist ungleich DDR, das wird Ihnen jeder Wissenschaftler außerhalb Ihres Dunstkreises bestätigen.
    3. Nennen Sie mir doch bitte fünf Personen in höheren Ämtern, die schon in der NS-Zeit eine Rolle gespielt haben – und die heute damit konfrontiert werden.

  • Axel Mylius said:

    Hier ist der besagte Artikel:

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5fbdf3b2614.0.html – eigentlich mehr als Symptomatisch für das Blatt und seinen “wertkonservativen” Anhang

    Bei diesen Angeboten braucht man ansonsten nicht weiter grübeln, ob Eines mit dem Anderen in Verbindung stünde, denn die JF agiert ganz “Folgerichtig” (innerhalb ihrer eigenen “Logik”) – sie kann gar nicht anders:

    http://www.jf-buchdienst.de/product_info.php/info/p17715_Schmuckbild–quot-Stammbaum-quot—60-x-42-cm-.html

    http://www.jf-buchdienst.de/product_info.php/info/p17534_Otto-Scrinzi–br-Politiker-und-Arzt-in-bewegten-Zeiten.html
    http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Scrinzi
    … auch “Mitglied” im juristisch sanktionierten “Holocaustleugner e.V.”, auch “GFP” genannt: http://www.gfp-netz.de/netzseiten/index.php?option=com_content&task=section&id=26&Itemid=168 und seinen Freunden:
    http://www.gfp-netz.de/netzseiten/index.php?option=com_bookmarks&Itemid=52&mode=0&catid=1&navstart=0&search=*
    http://www.gfp-netz.de/netzseiten/index.php?option=com_bookmarks&Itemid=52&mode=0&catid=-1&search=*
    (huuuch..! Die KES ist nun “Pro Deutschland”: http://www.pro-deutschland.net/ und P. Brinkmann macht sich wieder als NS-Bock zum Gärtner: http://www.pro-deutschland.net/index.php?option=com_content&view=article&id=241:monitor-contra-deutschland&catid=1&Itemid=2 )

    http://www.jf-buchdienst.de/product_info.php/info/p18155_Stefan-Scheil–br-Churchill–Hitler-und-der-Antisemitismus.html
    (Scheil verklärt sich ja förmlich zum pseudo-”Zionisten” *lol* ;) )
    http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Scheil

    http://www.jf-buchdienst.de/product_info.php/info/p17556_Werner-Braeuninger-br-Ich-wollte-nicht-daneben-stehen—-.html
    (Mein Gott, diese ganzen bedauernswerten “Konservativen” während des Nationalsozialismus …)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Br%C3%A4uninger

    http://www.jf-buchdienst.de/product_info.php/info/p17551_Werner-Maser–br-Adolf-Hitler–so-fuehrte-und-regierte-er.html
    “Auch Masers Umgang mit den Werken anderer Autoren wird kritisiert.[9] Masers Vorgehen, sich auf kleinere „Legenden“ zu konzentrieren, wird von manchen Historikern als – absichtliche oder unabsichtliche – Wiederbelebung alter Führer-Mythen gesehen.[10] Emil L. Fackenheim geht noch weiter und wirft u. a. Maser vor, sich mit Details des Nationalsozialismus und des Holocausts zu beschäftigen, um den „Horror des Ganzen“ zu mildern, wenn nicht sogar ganz zu vermeiden.[11]” , http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Maser

    http://www.jf-buchdienst.de/index.php/cat/c2235_Edition-JF.html …der “Hausschreiber” der JF, u.A.:
    http://www.jf-buchdienst.de/product_info.php/info/p17104_Alain-de-Benoist–br-Totalitarismus.html
    …tja: http://de.wikipedia.org/wiki/Alain_de_Benoist ,eigentlich ein rotzordinärer Rassist und “Eugeniker” a`la Rieger …

    Und schließlich:

    http://www.jf-buchdienst.de/index.php/cat/c2296_Sonderangebote.html … war das nicht ursprünglich eine FDP-Kampagne … das mit der Political Correctness? – Hat nicht diese Partei auf jeder Talk-Show gewettert? – Und dann dieser verschwundene Schönbohm von der “christlichen” Partei? …alle wollten plötzlich nicht mehr politisch korrekt sein … hmmm …

    Die “JF” ist das ideologische und intellektuelle Stossblatt des restauratorischen Nationalsozialismus in Deutschland: Was als vorgebliche “Aufklärung” firmiert, ist der publizistische “RAC” (“Rock gegen den Kommunismus”) des neuen deutschen Salon-Faschismus, der als “Bürgerrecht” und “Überwindung der politischen Korrektheit” daher kommt.

  • neuer Leser said:

    @ Axel Mylius:

    Die Bezeichnung “restauratorischer Nationalsozialismus” finde ich klasse, und die ganzen Publikationen aus dem Buchdienst der JF lassen unübersehbar auf Affinitäten zur völkischen, rassischen und ideologischen Wesenszügen des NS-Regimes schließen. Das zu leugnen, wäre für die Macher und Anhänger der JF wirklich peinlich.

    Zum Glück erlaubt es das Weltnetz, die ungefilterten Fantasien und Kommentare der JF-Leserschaft zu “bewundern”. Diese Fantasien und Kommentare lassen einen schon fragen, ob dies das von Steinchen so häufig bemühte akademische bürgerlich-konservative Lager ist, dem der politisch korrekte Meinungsterror der “Linken” angeblich gegenüber steht. Ich würde dies glatt verneinen, aber im Heraufbeschwören von Halluzinationen macht den “Rechtkonservativen” ohnehin niemand was vor.

    @ E.S.

    Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es durchaus problematisch ist, jemandem, der im Polizeidienst der DDR Karriere gemacht hat, einen so hohen Posten anzutragen. Allerdings ist Merbitz in der CDU, und damit scheint der Mann völlig unbedenklich zu sein (CDU-Parteibuch = “Persilschein”). An dieser Stelle muss man aber auch “praktisch” denken und sich fragen, was im gesamten ehemaligen Ostblock passiert wäre, wäre allen ehemaligen hohen Funktionsträgern in Polizei (und Militär) nach den Revolutionen die Fortführung ihrer Karrieren verweigert worden.

    Ich würde wirklich gerne wissen, ob die Monotonie in der Thematik und “Berichterstattung” der JF ihren Machern nach zwanzig Jahren nicht gehörig auf den Sack geht. Nich einmal die Iren sind so manisch depressiv.

  • E.S. said:

    @ neuer Leser

    Meine Aussage war keineswegs nur theoretisch gemeint: Es gab auch zu Beginn der neunziger Jahre weit bessere Alternativen für die Besetzung solcher Führungsposten in Deutschland und es gibt sie heute erst recht. Es ist eine der ganz großen Legenden der letzten Jahre, daß man auf die Angepaßten, die SED-Karrieristen und -Gläubigen nach 1989 in dieser Hinsicht zwangsläufig angewiesen worden wäre.

    Daß sich gerade die CDU dabei nach 1989 / 90 nicht gerade rühmlich verhalten hat – dies kann ich voll und ganz unterschreiben. Etwas anderes haben Sie von mir aber mit Sicherheit auch nie gelesen. Ich verteidige auch nicht die Vergangenheit des heutigen sächsischen Ministerpräsidenten, sondern finde vielmehr, daß man in dieser Hinsicht nicht parteipolitisch urteilen, sondern mit gleichem Maße messen wird.

    Dennoch bin ich nicht der Meinung, daß – nur weil hier Leute mit heute unterschiedlichen Parteibüchern betrifft – dieser ganze Komplex insgesamt nicht sehr kritisch behandelt werden sollte, und ein Engagement in diesem Bereich keinesfalls weniger berechtigt ist, als beim Aufzeigen von NS-Funktionären in höheren Positionen nach 1945. Und deshalb stört mich die Einseitigkeit sehr, die auch auf dieser Seite dabei immer wieder zutage tritt (siehe oben).

    Gleichwohl gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen den Parteien im Hinblick auf die Folgen der SED-Diktatur: Während z.B. für die “Linke” auch heute noch die Funktionsträger in der kommunistischen Diktatur eine “Elite” darstellten (die Opposition natürlich nicht, sondern zum größten Teil das glatte Gegenteil), werden sie dies aus den Unionsparteien sicherlich nie gehört haben. Ebensowenig darf man übersehen, daß die CDU / CSU eine der treibenden Kräfte für die umfangreiche Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur im Deutschen Bundestag war (die zahlreichen Bände der Enquete-Kommission sind auch heute noch lesenswert). Die meisten Einschätzungen wurden damals in diesem Zusammenhang übrigens noch übereinstimmend von CDU / CSU, SPD, FDP und den Grünen getroffen, während schon damals die PDS eine deutliche Neigung zur DDR-Legendenbildung neigte.

    Das zum Sachlichen. Zu anderen weitestgehend polemischen Bemerkungen von Ihnen und von A.M. äußere ich mich nicht.

  • Demokrat said:

    §78 II StGB: Mord verjährt nie.

    Wann also heute noch Mörder aus den Jahren 1933-1945 bekannt werden, so ist über sie zu richten, wie über jeden anderen Mörder auch.

  • E.S. said:

    Sehr geehrter Patrick Gensing,

    gerne antworte ich auf ihre Fragen bzw. Anmerkungen.

    1. Ich hatte in meinem obigen Beitrag geschrieben “die meisten Presseorgane”. Sie unterstellen mir jedoch in Ihrer Anmerkung sinngemäß “keine” geschrieben zu haben, ansonsten macht sie keinen Sinn.

    Für mich sind dennoch die 9 durch Linksextremisten verletzten Polizisten keine Kleinigkeit (ebensowenig wie es jeder Polizist ist, der durch Rechtsextremisten, sonstige Chaoten oder auch “unpolitische” Gewalttäter verletzt wird). Tatsächlich war der linksextreme Gewaltexzeß zudem auch vollkommen unnötig, da ja das Ziel der Gegendemonstranten auch mit anderen Mitteln, die zumindest nicht körperverletzend waren, erreicht wurde – ohne verletzte Polizisten und brennende Wagen (Ich hoffe, zumindest bei der Einschätzung dieser Tatsache stimmen Sie mir zu).

    Daraus ergibt sich meine Auffassung, daß über diese Gewalt ebenso und gleichwertig berichtet werden sollte, wie über die anderen Ereignisse dieses Tages in Dresden. Ich bin absolut gegen die Auffassung, die man in diesem Zusammenhang (leider) so oft hört: Wo gehobelt wird, da fallen halt auch ein paar “Späne” und was sind ein paar Verletzte und brennende Autos gegen dem “großen Ziel” der Gegendemonstranten, da ich darin eine deutliche Verharmlosung sehe.

    2. Daß unterschiedliche Diktaturen das “Gleiche” wären, haben Sie von mir nie gehört, also bitte ich Sie darum, mir dies auch nicht zu unterstellen. Einmal ist allerdings schon vor einigen Jahren in einem Zeitungsbeitrag von mir ohne mein Wissen eine Überschrift in vergleichbarem Sinne benutzt worden, über die ich mich sehr geärgert habe und dies deshalb auch moniert habe. Klar ist aber auch, daß es nach der ersten Diktatur für eine zweite Diktatur auf deutschem Boden erst recht keine Rechtfertigung geben kann. Und irgendetwas sollten die Bürger doch eigentlich in dieser Hinsicht auch mal lernen und nicht die Fehler wiederholen, meinen Sie nicht? Deswegen sind für mich an dieser Stelle alle Tendenzen zur (erneuten) Verharmlosung und Verdrängung fehl am Platze.

    3. Bitte lesen Sie doch noch einmal genau, was ich in dem Zusammenhang oben geschrieben habe. Deshalb belasse ich es mal bei einem Beispiel: Sicherlich hatten Schauspieler wie Heinz Rühmann keine ausgesprochene NS-Nähe, dennoch gibt es zahlreiche Zeitungsbeiträge und auch kritische Biographien, in denen Rühmann vorgehalten wird, daß er mit seiner Unterhaltungskunst dem NS-Staat direkt genutzt hatte. Leni Riefenstahl wurde bis in ihre letzten Lebensjahre ihre Rolle als Filmemacherin im NS vorgehalten. Kristina Söderbaum wurde ihre Vergangenheit als Schauspielerin in NS-Filmen bis zu ihrem Tod in den neunziger Jahren regelmäßig vorgehalten. Vorwürfe ähnlicher Art gab es auch gegen Zarah Leander. Es geht hier nicht um die einzelne Beurteilung, sondern um die Tatsache, daß es geschah, daß “Mitläufer” mit diesem Makel ein Leben lang leben mußten. Die Vergangenheit der regimetreuen “Mitläufer” in der kommunistischen Diktatur und derjenigen, die weit mehr als das waren, ist dagegen nach 20 Jahren “Schnee von gestern!? Nein, diese Auffassung werde ich nie teilen, Herr Gensing.

    Zu den tatsächlich höheren Ämtern: Wurden und werden nicht seit den sechziger Jahren Bücher, z.B. zu den “Nazi- und Kriegsverbrechern in der Bundesrepublik” (oft mit gefälschten Dokumenten aus der DDR) auch über linke Verlage in der Bundesrepublik wie Pahl / Rugenstein in vielen Auflagen verbreitet? (Ist das Buch nicht bis heute auf dem Markt und findet sich in zahlreichen Buchwerbeanzeigen, z.B. Junge Welt und ND? Und wollen Sie behaupten, daß sich nicht viele Zeitungen (keineswegs nur des äußersten linken Lagers) in der Bundesrepublik daraus bedient hätten? Möchten Sie diese Beispiele wirklich?

  • Patrick Gensing said:

    Bitte machen Sie mich nicht für das verantwortlich, was in den 1960igern mit den armen NS-Schergen passiert ist. Sie wissen schon, Gnade der späten Geburt und so, gell?
    Grüße
    PG

  • E.S. said:

    @ PG

    Habe ich begründete Anklagen und Verurteilungen von Personen, die in der NS-Diktatur Verantwortung trugen, in irgendeiner Weise als nicht verständlich bzw. gerechtertigt hingestellt? Nein!

    Ist also eine diesbezügliche Polemik Ihrerseits notwendig? Ich denke, daß man diese Frage eigentlich ebenso verneinen könnte.

    Immerhin räumen Sie also ein, daß in den sechziger Jahren in dieser Hinsicht etwas “passiert” ist. Auch schon ein Fortschritt …

    Tatsächlich geschah aber auch schon einiges weit vorher. So fand u.a. der Boykott der Veit Harlan-Filme schon zu Beginn der fünfziger Jahre statt, und man bekam dafür auch die richterliche Erlaubnis. Es wurde also tatsächlich nicht nur “restauriert”, wie es unzählige spätere Buchtitel suggerierten, in denen es um die Adenauerzeit ging.

    Grüße
    E.S.

  • Patrick Gensing said:

    “Ist also eine diesbezügliche Polemik Ihrerseits notwendig?”

    But hello, wie der Engländer sagt. Oder auf GUT DEUTSCH: Aber hallo!

    Sie sind wirklich ein Spaßvogel, es geht um einen Beitrag in der JF aus dem Jahr 2010 – und nun sind Sie schon bei einem Boykott von Veit Harlan-Filme zu Beginn der fünfziger Jahre des letzten Jahrtausends. (Für alle die nicht wissen, wer das ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Veit_Harlan)

    Ist das eigentlich auch Polemik oder einfach nur Trollerei? Und was möchten Sie uns damit eigentlich sagen? Dass die JF und die KSA bald zum Boykott des sächsischen Freistaates aufrufen, da dieser mit kommunistischen Elementen durchsetzt ist? Das wäre doch mal was!

    Keine Ursache für die Anregung,
    PG

  • E.S. said:

    Gut dann sage ich es einfach noch einmal klar und deutlich für Sie, Herr Gensing: Ich halte es schlicht und einfach für legitim, sich mit dem Verhalten von bedeutenderen Zeitgenossen der Gegenwart während aller Diktaturen, in denen sie lebten, zu beschäftigen. Sie halten dies anscheinend nach wie vor im Hinblick auf die SED-Diktatur für illegitim. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

  • Patrick Gensing said:

    Lieber E.S.,
    es geht doch, warum schreiben Sie nicht immer so unkompliziert? Ist doch für alle Beteiligten viel einfacher.

    Nein, ich halte das nicht für illegitim. Ihre Unterstellungen können Sie sich sparen. Anlass meines Artikels: Ich halte das JF-Machwerk in Teilen für Hetze. Und dementsprechend fallen auch die Kommentare dazu aus. Ob Krautkrämer das beabsichtigt hatte, mag ich nicht beurteilen.

    Aber ich weiß, werter E.S., damit haben Sie und Ihre feinen Mitstreiter nichts zu tun, das ist eine Diffamierung und hat mit Meinungsfreiheit nichts mehr zu tun. Und dann jammern Sie lieber über die fiese Jagd auf Nazis im Nachkriegsdeutschland, welches für seine prokommunistische Ausrichtung ja bekannt war…

    Wirklich unfassbar, wie vernagelt man sein kann. Wittern Sie eigentlich auch 68er-Terror, wenn Sie einen linksdrehenden Joghurt wegspachteln?

  • neuer Leser said:

    @ E.S.

    Sie schreiben:
    “Meine Aussage war keineswegs nur theoretisch gemeint: Es gab auch zu Beginn der neunziger Jahre weit bessere Alternativen für die Besetzung solcher Führungsposten in Deutschland und es gibt sie heute erst recht.”

    Wer waren diese Alternativen? Tell me some names, please.

    Ich bin mal ganz kühn und behaupte, dass Merbitz nicht in diese Stellung gelangt wäre, wenn er nicht dafür qualifiziert wäre.

    Sie schreiben:
    “Das zum Sachlichen. Zu anderen weitestgehend polemischen Bemerkungen von Ihnen und von A.M. äußere ich mich nicht.”

    Seien sie bitte noch so streng mit mir und Herrn Axel Mylius. Meine Polemik, mein Sarkasmus und manchmal auch Zynismus helfen mir dabei, Menschen wie Ihnen (bitte nicht persönlich nehmen) halbwegs gesittet und human zu antworten. Dieser Habitus hilft mir auch dabei, mich längere Zeit auf den Weltnetztseiten Ihrer (ehemaligen?) Proteges aufzuhalten, ohne dass sich plötzlich und unerwartet mein Mageninhalt auf meinem Laminatboden von IKEA ausbreitet.

  • E.S. said:

    @ neuer Leser

    “Ich bin mal ganz kühn und behaupte, dass Merbitz nicht in diese Stellung gelangt wäre, wenn er nicht dafür qualifiziert wäre.”

    Sie scheinen sich nie wirklich mit einer Diktatur auseinandergesetzt zu haben, sonst würden sie dies nicht schreiben.

    In jeder Diktatur haben diejenigen, die bereit sind mit den Wölfen zu heulen, sprich in die Staatspartei einzutreten, Propaganda für das Regime zu machen und sich direkt am Räderwerk der Diktatur zu beteiligen, natürlich die besten Chancen, zu studieren, sich weiterzubilden, Auslandsaufenthalte zu belegen und in entscheidende Posten zu kommen. Für diejenigen, die nicht bereit sind, selbst aktiv die Diktatur zu unterstützen, sieht das ganz anderes aus: Sie werden auf unwichtige Posten abgeschoben, erhalten oft ein grundsätzliches Berufsverbot, müssen sich nur mit Gelegenheitsjobs trotz weit höherer Qualifikation durchschlagen, sie und ihre Kinder dürfen oft gar nicht studieren bzw. müssen ihr Studium abbrechen oder sich in andere Länder begeben (solange das überhaupt noch möglich ist).

    Was ist also die zwangsläufige Folge nach dem Ende der Diktatur? Die “Täter” sitzen auf den entsprechenden Posten und haben die besten Zeugnisse und Referenzen, während die meisten Opfer froh sind, sich überhaupt irgendwie durchgeschlagen (bzw. überlebt) zu haben. Natürlich sind sie dadurch nach rein FACHLICHEN Gesichtspunkten, wenn Sie diese zum alleinigen Maßstab erheben, dadurch den Tätern immer unterlegen.

    In einer Diktatur gibt es keine annähernd gleichen Wettbewerb in fachlicher Hinsicht, weil die “politische” Eignung die tatsächliche fachliche Qualifikation weit übertrifft. Mit anderen Worten: Auch ein noch so guter Schulabsolvent konnte eine ganze Reihe von Berufen nicht ergreifen, wenn er nicht selbst zum Mitläufer oder Täter wurde.

    Wie soll aber gegen eine Diktatur bekämpft werden, wenn es nicht Menschen geben, die genau dies nicht tun und zu Verweigerung und Widerstand (mit den entsprechenden beruflichen Konsequenzen bereit sind?

    Ich würde mir wünschen, daß Sie darüber einmal wirklich nachdenken.

    Ansonsten möchte ich nicht, daß Sie sich übergreben müssen und beende daher von meiner Seite auch den Dialog, da es Ihnen anscheinend eher darum geht, mir Ihre Verachtung ins Gesicht zu schreien als um die argumentative Ebene. Schade.

  • Patrick Gensing said:

    “da es Ihnen anscheinend eher darum geht, mir Ihre Verachtung ins Gesicht zu schreien als um die argumentative Ebene. Schade.”

    Ach Gottchen.

    Schade übrigens auch, dass E.S. es in gefühlt 30.000 Zeichen nicht geschafft hat, einmal zu dem antisemitischen und rechtsextremen Schmutz sowie den Gewaltfantasien in den Kommentaren zu dem Artikel in seiner sauberen Zeitung Stellung zu beziehen.

    Neues Material fürs Lehrbuch.

  • neuer Leser said:

    Lieber E.S,

    “Sie scheinen sich nie wirklich mit einer Diktatur auseinandergesetzt zu haben, sonst würden sie dies nicht schreiben.”

    Sie haben mich leider falsch verstanden. Dieser Satz bezieht sich ausschließlich auf Merbitz Polizeidienst in der Bundesrepublik und NICHT in der DDR. Eigentlich hätte man dies aus dem Zusammenhang erkennen können. Kann ja passieren, dass man etwas falsch versteht.

    Ihre Ausführungen zu einer Diktatur laufen bei mir deshalb ins Leere.

    “…da es Ihnen anscheinend eher darum geht, mir Ihre Verachtung ins Gesicht zu schreien als um die argumentative Ebene. Schade.”

    Jetzt hauen Sie aber ganz schön auf den Putz und tun mir Unrecht. Von Verachtung war nie die Rede. Eher von fehlender Sympathie bis starker Agneigung in Richtung des “hyperpatriotischen” Lagers – aber das müssten Sie längst wissen. Ich denke, dass neben den Texten, die man von der JF präsentiert bekommt, die Kommentare der herangezüchteten Leserschaft zu diversen Themen eine mehr als deutliche Sprache sprechen. Ich schließe mich daher Herrn Gensings Kommentar an und wünsche Ihnen genügend Mut, um in der eigenen politischen Heimat mit der gleichen Enegrie für die “argumentative Ebene” einzutreten wie im NPD-Blog. Diese scheint mir im gesamten rechten Lager kaum ausgebildet zu sein.

  • Axel Mylius said:

    @neuer leser

    Nun ja .. die Iren … ich glaube, dass selbst nach dem 6. Guinness in jedem Pup mehr Lebensfreude herrscht, als bei verweinten Wagnerianern und Jünger-Jüngern, die ständig die Welt bezichtigen, durch sie im “Stahlgewitter” stehen zu müssen, seit 2000 Jahren … *lol* ;)

    http://www.jugend-themenguide.de/service/sms/freizeit/irland/guinness_das_getraenk_irlands.html

    …mal ein lustiger Link. :)

  • Ingo said:

    Dazu kan nich nur eines sagen:

    Don´t feed the trolls!

  • Soso said:

    Ach Herr G.,
    der Beitrag sagt mehr über die Arbeitsweise von NPD-Blog aus, als über die JF. Sie bringen die JF mit Altermedia in Verbindung, weil die 2007 schon auf Merbitz´SED-Vergangenheit hingewisen haben, nach dem Motto, weil Altermedia das gesagt hat, ist die Info belastet. Nur: Auch der SPD-Landtagsabgeordnete von Sachsen, Karl Nolle, und Wikipedia weisen auf die Zitate von Merbitz in der SZ von 1990hin. Sind die jetzt auch Nazi?
    Dann bringen Sie einen kritischen Kommentar aus den JL-Leserspalten, lassen aber unter den Tisch fallen, daß der Autor des Kommentars sich weiter unten selbst korriegiert.

    Jaja Herr G. objektiver Journalismus war noch nie Ihre Stärke, muß ja auch nicht. Eine solche Arbeitsweise sollte man dann aber nicht anderen vorhalten. Und was die Pressemitteilung der Polize angeht und sie die Vorfälle angesichts von 10.000 Demonstranten ja nicht soo schwerwiegend halten. Wer heult denn immergleicht auf, wenn ein paar Nazis mal “Jagd” auf Journalisten machen (Dortmund) Da ist dann jeder Steinwurf gleich ein ganz schlimmer Vorfall.

    Gute Nacht

  • WW said:

    Nach der Zustimmung zur “Todesstrafe für Kinderschänder” in Thüringen bedient sich die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) nun erneut, und zwar in Sachsen, eines Tonfalls, den man so und nicht anders sonst von der NPD gewohnt ist. Siehe den Text dazu:

    http://www.jungewelt.de/2010/02-18/046.php

    Bemerkenswert dabei ist, dass die DPolG nur “linke” Gewalttäter gesehen haben will. Von Nazi-Gewalt und entsprechenden öffentlichen Aufrufen, u.a. von Wulff, ist im Text keine Spur. Nanu?

    Der DPolG-Vorsitzende Conrad beklagt, die linke Gewalt sei unter “dem sehenden Auge von Europaparlamentariern, Bundestagsmitgliedern und Landtagsmitgliedern” geschehen, diese würdem “linke Gewalttäter” gar schützen.
    Das bleibt wohl sehr stark anzuzweifeln, aber die Frage lautet trotzdem: Was erwartet er denn wohl? Sollen sich die Genannten im Fall des Falles in den Weg werfen? Sollen Sie die Augen fest verschließen, damit ihnen nichts vorzuwerfen ist? Sollen sie um Hilfe rufen? Und was wirft er ihnen eigentlich vor? Der Verwirrte -Verzeihung- Vorsitzende Conrad faselt von “Rückendeckung durch die Medien und Mitglieder des Bundestages bzw. Mitglieder des Landtages”. Dabei hat von denen niemand zu Gewalt aufgerufen oder diese gerechtfertigt. Aber das scheint der große Vorsitzende der DPolG in seiner selbstgerechten Art nicht bemerken zu wollen; es passt wohl nicht in sein Bild von gut und böse.

    Um dem ganzen eine zusätzliche Dramatik zu geben, darf es auch gern ein klein wenig Übertreibung sein: “Das kein Polizeibeamter schwer verletzt oder getötet wurde ist einmal mehr dem Zufall zu verdanken…”
    Ja, liebe Anwesende, erinnern wir uns nicht alle an den schlimmen Bürgergkrieg in Dresden, welcher an dem Tag mit der Staatsmacht tobte? Die meisten von uns froren, weil sie bei der Blockade eher zu wenig Bewegung hatten. Leider erklärt uns der Vorsitzende Conrad nicht, wo er an dem Tag war, als er sich dieses interessante Bild von den Zuständen vor Ort machen konnte….

    Außerdem behauptet derselbe Vorsitzende Conrad (ebenso wie viele Nazis) in unbelehrbarer Beharrlichkeit, man habe zu Straftaten aufgerufen, obwohl die Sitzblockade laut dem Bundesverfassungsgericht keine solche ist. Da scheint jemand sein eigenes Rechtsverständnis gegen andere Ansichten unbedingt durchsetzen zu wollen. Wie gesagt, von der NPD ist man es gewohnt, für einen Polizisten ist dieser Text jedoch bemerkenswert.

    Klar, dass dieses Pamphlet sogleich auch von der NPD zitiert wird. Es ist eine Steilvorlage, um nachzutreten. Und Frank Schwerdt fühlt sich dazu berufen, um aufgrund der Anwensehti von Bodo Ramelow gleich gegen die gesamte Linkspartei auszuholen:

    “Es ist schon bemerkenswert, wie sich gerade im Umfeld der Linkspartei Gewalttäter und Rechtsbrecher wohl fühlen.”

    Nun möchte man einwenden: “Wer in Glashaus sitzt…” aber es gibt ja noch eine Schlusspointe:

    “Wer sich mit dieser Partei [Anm.: Die Linke], in der sich ehemalige SED-und Stasi-Kader mit Jungkommunisten zusammengefunden haben, näher beschäftigt, wird feststellen, daß dort unter dem Deckmantel des Antifaschismus Verfassungsfeindlichkeit und Gewalt zu Hause sind.”

    Tja, Herr Schwertdt, wer mit einem Finger auf andere zeigt, der zeigt mit vier Fingern….

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