Home » Allgemein, Hamburg

Löblich: Die NPD-Hamburg will lernen!

24. Juni 2010 10:03 1.500 mal gelesen 21 Kommentare

Die Hamburger NPD um Torben Klebe hat der taz zufolge ihre Kampagne gegen die geplante Primarschule gestartet. Mitten in der Stadt sei nun zu lesen: “Ja zur Vorlage der Volksinitiative ,Wir wollen lernen’. Nein zum Schulreformchaos der Bürgerschaft. NPD”. Damit wolle die schwächelnde Partei “das vielleicht meistdiskutierte Thema der Stadt aufzugreifen”, meint das Blatt. “Nichts ist ungerechter als die gleiche Behandlung Ungleicher”, schreibe die NPD in ihrem Faltblatt und dass die “Einheitsschule” die “Kinder entweder unterfordert oder überfordert”. Voller Sorge um “unsere Kinder und Enkelkinder” riefen die Rechtsextremen nach einer “konsequenten Sonderbeschulung von Ausländern”.

VolksentscheidkleinP

Die NPD-Hamburg unterstützt die Kampagne "Wir wollen lernen!"

Im Internet werde die Partei noch deutlicher: Wenn “eine große Zahl kulturfremder Ausländer in einer Klasse mit deutschen Schülern sitzt, kann das Ergebnis keine neue Klasse von hochqualifizierten Akademiker sein”. Denn, so heißt es laut taz da weiter: “Intelligenz und Arbeitsmoral sind eben auch ethnisch bedingt”. Einen Tag später schreibt die NPD auf ihrer Homepage gar, dass eine aus dem 68er-Milieu kommende “Politikerschaft” als Nebeneffekt der Reform aus einem “Volk von Dichtern und Denkern” ein “negroid-asiatisches Subproletariat unter der Herrschaft des großen Geldes” zu machen beabsichtige. Das “große Geld” gilt unter Rechtsextremen seit jeher als Synonym für “die Juden”.

“Wir lehnen jegliche Unterstützung durch die NPD ab”, sagte Walter Scheuerl, Sprecher der erwähnten Reformgegner-Initiative “Wir wollen lernen”, gegenüber der taz. Per Anwalt versuche sie bereits dagegen vorzugehen. Allerdings kann man sich politischen Unterstützer nicht immer aussuchen – und es ist wenig überraschend, dass die NPD dieses Thema anspricht. Denn sie setzt in der Bildung – wie eben auch konservative Kreise – auf Elitenförderung. Das klingt in dem jüngsten NPD-Programmentwurf so:

In einem modernen mehrgliedrigen Schulsystem sind die Schüler entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit zu unterrichten. Eine Einheitsschule, die die Kinder entweder unter- oder überfordert, lehnt die NPD ab.

Damit ist die NPD nicht allein, wie dieser sehenswerte Panorama-Beitrag zeigt:

Bevor besonders schlaue Kommentatoren dies nun behaupten: Nein, die Köpfe hinter der Kampagne “Wir wollen lernen” sind keine Nazis. Aber sie vertreten ein veraltetes Konzept, welches ideologisch teilweise der extremen Rechten in die Hände spielt. Solche ideologischen Schnittmengen werden beispielsweise durch die Extremismus-Theorie leider oft verschleiert und öffentlich ignoriert. 

Siehe auch: Die Intiative “Die Schulverbesserer – für die Primarschule”

21 Kommentare »

  • ich said:

    also das gymnasium, das ich besucht habe, hatte nichts mit diesen elitären vorstellungen gemein. aber in berlin schicken die hohen tiere ihre kinder eh nur auf privatschulen. warum ist das in hamburg nicht so?

  • Tweets that mention NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Löblich: Die NPD-Hamburg will lernen! -- Topsy.com said:

    [...] This post was mentioned on Twitter by NPD-BLOG.INFO, Gegen Nazis. Gegen Nazis said: @npdde @claus_cremer Löblich: Die NPD-Hamburg will lernen!: Die Hamburger NPD um Torben Klebe hat der taz zufolge … http://bit.ly/ckTKNv [...]

  • Entdinglichung said:

    verträgt sich ja nicht so gut mit dem PR-Anspruch der NPD-Nazis, eine “soziale Partei” zu sein

  • Super Ingo said:

    “Intelligenz und Arbeitsmoral sind eben auch ethnisch bedingt”

    “Einen Tag später schreibt die NPD auf ihrer Homepage gar, dass eine aus dem 68er-Milieu kommende “Politikerschaft” als Nebeneffekt der Reform aus einem “Volk von Dichtern und Denkern” ein “negroid-asiatisches Subproletariat unter der Herrschaft des großen Geldes” zu machen beabsichtige.”

    Reicht das nicht schon wieder für eine Verurteilung wegen Volksverhetzung?

  • bEn said:

    “Intelligenz und Arbeitsmoral sind eben auch ethnisch bedingt”
    Das ist doch so! Das darf man sagen! Dafür wird man nicht mal aus der SPD ausgeschlossen!

    Manchmal wünschte ich mir, diese große Koalition der Rassisten würde sich einfach in Luft auflösen.

  • NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Löblich: Die NPD-Hamburg will lernen! « dokumentationsarchiv said:

    [...] viaNPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Löblich: Die NPD-Hamburg will lernen!. [...]

  • HamburgerX said:

    Ich finde es empörend, wenn hier behauptet wird, die Überzeugung, das Eltenrwahlrecht nach der 4. Klasse zu erhalten, spiele “teilweise der extremen Rechten in die Hände”.
    Das ist einfach Unsinn. Die Vorteile einer 6jährigen Grundschulzeit werden durch keine einzige Studie belegt. Darauf haben mehrere hochrangige Bildungsexperten hingewiesen. Aktuell ist z.B. Brandenburg mit seiner 6jährigen Grundschule Bildungsverlierer.

    Ich sehe den obigen Hinweis daher als Versuch, den Gegnern der Schulreform in einen extremistischen Zusammenhang zu bringen, und das ist keine Aufklärung mehr über die NPD, sondern einseitige Einflussnahme. Ich fühle mich als Leser dieses Blogs politisch missbraucht.

  • Johannes said:

    Ich muss HamburgerX zustimmen. Es gibt viele Argumente gegen „Wir wollen lernen“, aber die Unterstellung die Befürworter der Initiative würden Rechtsextremen in die Hände spielen finde ich auch unangebracht.

  • Carsten Neumann : Die wichtigsten Informationen zur Hamburger Schulreform als FAQ! said:

    [...] von der FDP, der ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei), die FW (FREIE WÄHLER), sowie der NPD. Die ÖDP fordert aber gleichzeitig eine 6 Jahre [...]

  • NPD-BLOG.INFO said:

    “Ich muss HamburgerX zustimmen. Es gibt viele Argumente gegen „Wir wollen lernen“, aber die Unterstellung die Befürworter der Initiative würden Rechtsextremen in die Hände spielen finde ich auch unangebracht.”

    Und warum kann die NPD dann diese Kampagne nutzen, um ihre Positionen dazu in die Öffentlichkeit zu tragen?

  • Demokrat said:

    “in die Hände gespielt” wurde wohl nicht vorsätzlich, sondern fahrlässig, wenn überhaupt. Daher sollte sich die Empörung ruhig in Grenzen halten.

  • SulamithWeinstock said:

    @Author:
    Ihr Kommentar ist schlicht und ergreifend falsch. Ein Musterbeispiel eines “cum hoc ergo propter hoc” Fehlschlusses! Ziehen Sie mal aus Korrelationen keine Kausalzusammenhänge.

    1: Das Bündnis “Wir wollen lernen” steht contra zur Schulreform

    2: Nazis stehen auch contra zur Schulreform

    Daraus schlussfolgern Sie, dass “Wir wollen lernen” = Nazis?

    Ich bitte Sie solche Hetztriaden zu unterlassen.

    LG,
    Sulamith Weinstock

    Anm. MODNPDBLOG: “Daraus schlussfolgern Sie, dass “Wir wollen lernen” = Nazis?” Das steht nirgendwo, also unterstellen sie nicht solchen Unsinn.

  • SulamithWeinstock said:

    Aber Sie behaupten, dass das Bündnis “Wir wollen lernen” ein “veraltetes Konzept, welches ideologisch teilweise der extremen Rechten in die Hände spielt.”

    Was auch falsch ist und nicht minder verleugnend als sie als Nazis zu diffamieren, mein Punkt bleibt bestehen – auch in diesem Fall wäre es ein Musterbeispiel eines “cum hoc ergo propter hoc” Fehlschlusses!

    1: Das Bündnis “Wir wollen lernen” steht contra zur Schulreform
    2: Nazis stehen auch contra zur Schulreform

    => Resultat:
    Das Bündnis spielt den Nazis in die Hände.
    oder
    Die Nazis ziehen die Kampagne des Bündnisses in den Dreck

    Nichts von dem muss zutreffend sein, es sind wie gesagt nur Korrelationen und keine Kausalzusammenhänge.

    Zum Abschluss noch:
    Veränderung != Verbesserung

    Veränderung ist nur gut wenn Sie auch Verbesserungen bringt.

  • Axel Mylius said:

    @Sulamith

    Ich kann mich nicht mehr des Eindrucks erwehren, dass Sie hier in diesem Blog eine gewisse „Funktion“ erfüllen sollen …

    Sie schreiben unter Anderem auf die Antwort des Herrn Gensing:

    (…)

    „Aber Sie behaupten, dass das Bündnis “Wir wollen lernen” ein “veraltetes Konzept, welches ideologisch teilweise der extremen Rechten in die Hände spielt.”, (… ist oder sei, Anm. Meinerseits)

    Ihren Hinweis auf diese Aussage seitens Herrn Gensing sehen Sie als Bestätigung für Ihre Aufforderung, Zitat: „Ich bitte Sie solche Hetztriaden zu unterlassen.“, Zitat Ende.

    Nun berufen Sie sich aber hinsichtlich einer vorgeblichen „Hetze“ auf Rückschlüsse, die durch Sie gezogen wurden und nicht durch Herrn Gensing, Zitat:

    „Ihr Kommentar ist schlicht und ergreifend falsch. Ein Musterbeispiel eines “cum hoc ergo propter hoc” Fehlschlusses! Ziehen Sie mal aus Korrelationen keine Kausalzusammenhänge.

    1: Das Bündnis “Wir wollen lernen” steht contra zur Schulreform

    2: Nazis stehen auch contra zur Schulreform

    Daraus schlussfolgern Sie, dass “Wir wollen lernen” = Nazis?

    Ich bitte Sie solche Hetztriaden zu unterlassen.

    LG,
    Sulamith Weinstock (…), Zitat Ende.

    Ob nun Herr Gensing das zur Debatte stehende Konzept für veraltet hält oder nicht, mag` ihm doch belassen bleiben; ich kann auch in diesem Fall nicht erkennen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen NPD und „Wir wollen lernen“ konstruiert wird, so, wie Sie es durch Ihre subjektiven Interpretationen suggerieren.

    Die zusammenfassende Schlussfolgerung seitens Herrn Gensing:

    „(…)

    Bevor besonders schlaue Kommentatoren dies nun behaupten: Nein, die Köpfe hinter der Kampagne “Wir wollen lernen” sind keine Nazis. Aber sie vertreten ein veraltetes Konzept, welches ideologisch teilweise der extremen Rechten in die Hände spielt. Solche ideologischen Schnittmengen werden beispielsweise durch die Extremismus-Theorie leider oft verschleiert und öffentlich ignoriert. (…), Zitat Ende,

    … – über die Sie sich pikieren -, mag` hinsichtlich der Fragestellung zur Überalterung durchaus diskussionsfähig, aber bzgl. des „Trittbrettfahrens“ (durch die NPD) folgen die Aussagen zwangsläufig der deduktiven Logik: Der Blog heißt NPD-Blog … und es ist ja wohl hinlänglich dargelegt worden, dass es da offensichtlich Affinitäten der NPD zu „Wir wollen lernen“ gibt. Ebenso ist verdeutlicht worden, das „Wir wollen lernen“ sich gegen eine Vereinnahmung durch die NPD zur Wehr setzt. – Nun schreiben Sie, Herr Gensing gebe „Hetztiraden“ von sich … ich bitte Sie …

    Ihre Vorgehensweise erinnert mich doch stark an Ihre Indoktrinationen bzgl. des State Department: Sie versuchen offenbar ständig Anderen Etwas „in den Mund“ zu legen, um sich dann anschließend darauf berufen zu können…

    @Sulamith, und noch einmal: Versuchen Sie es Woanders! – Und seien Sie bitte vorsichtig mit Ihren Anschuldigungen bzgl. vorgeblich erfolgter „Hetztiraden“ solange Sie sich selbst zitieren! :(

  • Quarktasche said:

    @Mylius

    Ein Strohmann-Argument ist eine rhetorische Technik, welche die Position des Gegners verzerrt darstellt, um sie leichter widerlegen zu können. Statt auf die tatsächliche Position des Gegners einzugehen, wird gegen eine verzerrte oder abgewandelte Position – den „Strohmann“ – argumentiert. Dabei wird durch verschleiernde Rhetorik versucht, die Widerlegung dieser abweichenden Position als Widerlegung der tatsächlichen Position des Diskussionsgegners glaubhaft zu machen.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Strohmann-Argument

  • Axel Mylius said:

    Jo, @Quarktasche

    Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. – Wichtig ist noch, dass das Strohmann-Prinzip keine seriöse Variante oder “Spielart” der Rhetorik ist, in der für beide Parteien innerhalb ihres “Wortgefechts” sich auf einen, gemeinsam wahrgenommenen, Sachverhalt bezogen und um seine “Bedeutung” durch Auslegung gerungen wird – wobei die Rhetorik auch nicht mit der Logik zu verwechseln ist. Die Strohmann-Rhetorik bezieht sich, wie du/Sie es vollkommen richtig dargelegt hast/haben, eben nicht auf einen Sachverhalt, sondern erklärt den selbst aufgestellten und in die Debatte eingebrachten Strohmann (in diesem Fall den Gegenstand der Debatte) zum “Gegner”, der er aber nun einmal nicht ist. – Der arme Strohmann ist (quasi als “Kandt`sches Ding an sich“) eben nur der Strohmann. Pragmatisch geschrieben, basiert eine Strohmann-Rhetorik lediglich auf Lügen.

    @Quarktasche, da gerade Fussball-WM ist, bedanke ich mich quasi für die Steilvorgabe. :)

  • Hamburg - Blog - 24 Jun 2010 said:

    [...] NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Löblich: Die NPD-Hamburg will lernen! [...]

  • NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » WM-Viertelfinale: NPD bejubelt blutigen “Wirkungstreffer” said:

    [...] auch: Wahre Liebe: Nazis gegen Deutschland, Löblich: Die NPD-Hamburg will lernen! , Neonazis rüsten zur Fußball-WM in [...]

  • Anonymous said:

    KEIN FUSSBREIT DEN NEONAZIS! Gegen Sozialdarwinismus und Rassismus im deutschen Bildungssystem…

    download PDF
    KEIN FUSSBREIT DEN NEONAZIS! Gegen Sozialdarwinismus und Rassismus im deutschen Bildungssystem
    Die Hamburger NPD und die „freien“ Kräfte mobilisieren zu einer Kundgebung gegen die schwarz-grüne Schulreform am 17.07.2010 um 11:00 ……

  • NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Schulreform gestoppt: Die NPD-Hamburg darf lernen said:

    [...] Siehe auch: Kampf gegen die Schulreform: NPD bietet ehemaligen Untergrund-Kämpfer auf, Löblich: Die NPD-Hamburg will lernen! [...]