Home » Allgemein, Hamburg

Schulreform gestoppt: Die NPD-Hamburg darf lernen

18. Juli 2010 22:14 1.992 mal gelesen 25 Kommentare

Rückenwind für das von der NPD propagierte elitäre Weltbild, welches sozial Schwache und Migranten benachteiligt: Die Schulreform in Hamburg ist gestoppt worden. Die Initiative „Wir wollen lernen“ hat mit medialer Unterstützung und einigen fragwürdigen Aktionen die Einführung der Primarschule und ein gemeinsames Lernen der jungen Hamburgerinnen und Hamburger bis zur sechsten Klasse verhindert.

Von Patrick Gensing

Das freut die NPD, sie hatte als einzige Partei neben der FDP und den “Freien Wählern” gegen die Schulreform mobilisiert.

Alle in der Bürgerschaft vertretenden Fraktionen hatten hingegen das Vorhaben der schwarz-grünen Koalition unterstützt. Dies zeigt einmal mehr: Die parlamentarische Demokratie steckt offensichtlich in einer Krise. Die in der Bürgerschaft vertretenden Parteien schaffen es noch nicht einmal, genügend Anhänger zu mobilisieren, um eine Initiative – maßgeblich vom hanseatischen Großbürgertum getragen – zu überstimmen.

 

Die CDU ist in diesem Zusammenhang ein Sonderfall, ihre Spitze in Hamburg war mit Ole von Beust (mittlerweile) einfach etwas  fortschrittlicher als die Basis. Die öffentlichen Aktionen der völlig desolaten und in Hamburg komplett unbedeutenden NPD hatten sowieso keine messbare Wirkung – doch das Problem der mangelhaften Mobilisierung bleibt bei allen Parteien.

Bürgerverdruss bei Politikern?

Unterdessen wird der gerne öffentliche vorgetragene Verdruss vieler Bürger weiter genährt – durch eine Serie von Rücktritten führender Politiker in Deutschland. In Hamburg will Ole von Beust nicht mehr – kurz nachdem er erklärt hat, dass die Stadt seit Jahren über ihre Verhältnisse lebe und nun extrem sparen müsse. Außer bei der Elbphilarmonie. Für dieses Millionengrab zeichnet sich übrigens Kultursenatorin von Welck mitverantwortlich – auch sie scheidet aus ihrem Amt aus.


Nach diesen Ankündigungen wollten in Fernsehumfragen auf der Straße und in Internet-Netzwerken viele Bürger erzürnt wissen, warum sich Mandatsträger überhaupt für eine bestimmte Zeit wählen lassen, wenn sie denn doch irgendwann das Handtuch werfen. Das Vertrauen in gesellschaftliche Institutionen wie Parteien oder ganz aktuell auch Kirchen schwindet offenbar weiter – das muss nicht schlimm sein, wenn es vernünftige Alternativen gibt. Doch viele Eliten, die sich nach außen gerne als weltoffen und liberal präsentieren, haben nichts Besseres zu tun, als gegen eine Reform zu arbeiten, die etwas mehr Gerechtigkeit bringen soll. Die Ständegesellschaft, sie feiert fröhliche Urstände.

Viele Betroffene dürfen nicht abstimmen

VolksentscheidkleinP

Viele der betroffenen Kinder und deren Eltern können das bizarre Geschehen ohnehin nur ohnmächtig über sich ergehen lassen. In Hamburg gibt es einen beträchtlichen Anteil von Migranten an den Schulen. Viele ihrer Eltern haben keine deutsche Staatsbürgerschaft – und dürfen bei der Volksabstimmung somit noch nicht einmal über die Zukunft ihrer Kinder mit abstimmen. Dem Feldzug der Elbchaussee-APO und Axel-Springer-Spontis gegen mehr Gerechtigkeit im Bildungssystem sind sie ausgeliefert. Ein perfektes Biotop für Frustration, Kompliment. Dafür ist man aber auch bereit, für die Armen da unten und in den nicht ganz so hippen Stadtteilen etwas mehr Geld “in die Hand zu nehmen”. Ein paar neue Sportgeräte in der Turnhalle, ein paar neue Sozialarbeiter sowie neue Wasserwerfer für die Polizei sollen auch weiterhin für Ruhe in der Hansestadt sorgen.

Die NPD wird das Ergebnis der Volksabstimmung begrüßen und weitere Elemente der direkten Demokratie fordern. Doch das Ergebnis in Hamburg scheint Kritiker zu bestärken, die meinen: Volksabstimmungen begünstigen vor allem gut vernetzte, finanzstarke sowie einflussreiche gesellschaftliche Eliten. Die NPD gehört übrigens nicht dazu. Im Gegenteil: Mit den braunen Schmuddelkindern will die Initiative “Wir wollen lernen!” nichts zu tun haben. Denn erfolgreich geht anders.

Siehe auch: Kampf gegen die Schulreform: NPD bietet ehemaligen Untergrund-Kämpfer auf, Löblich: Die NPD-Hamburg will lernen!

25 Kommentare »

  • Tweets that mention NPD-BLOG.INFO » Blog Archive » Schulreform gestoppt: Die NPD-Hamburg darf lernen -- Topsy.com said:

    [...] This post was mentioned on Twitter by Christian Soeder, NPD-BLOG.INFO, NPD-BLOG.INFO, ttrueten, Petra and others. Petra said: RT @npdblog: Schulreform gestoppt: Die NPD-Hamburg darf lernen Rückenwind für das von der NPD propagierte elitäre Weltbild,… http://fb.me/tsry6nYl [...]

  • Nils said:

    Es zeigt sich, dass, ähnlich wie bei dem Schweizer Volksentscheid für das Minarettverbot, vor allem finanzielle Ressourcen über das Abstimmungsergebnis entscheiden und nicht die Kraft der besseren Argumente. Diese Ressourcenkonzentration bestimmt den Diskurs, und sie verhindert einen demokratischen Prozess der Entscheidungsfindung.

  • Anonymous said:

    Dummer Beitrag!

  • Fördern und Wählen | schneeschmelze | texte said:

    [...] der Volksabstimmung letztlich obsigenden bürgerlichen Lagers gegen die Reform gehörte übrigens auch die NPD, und dabei gilt es zu bedenken: „In Hamburg gibt es einen beträchtlichen Anteil von Migranten an [...]

  • Andreas Lichte said:

    http://www.ruhrbarone.de/bildungsreformen-die-gewinner-sind-die-privatschulen/

    “Bildungsreformen: Die Gewinner sind die Privatschulen

    (…) Je größer der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund und aus den bildungsfernen Schichten in den Schulen wird, umso mehr Eltern entschließen sich, ihre Kinder auf Privatschulen anzumelden.

    Man will einfach nicht mit “denen” zusammen auf eine Schule sein.

    Darüber wird nicht gerne geredet, schon gar nicht offen, aber das ist fast immer der Grund, der nach ein wenig weiterbohren genannt wird, wenn Eltern einem erklären, warum die Wahl für eine Privatschule gefallen ist. Nahezu alle anderen Argumente sind aufgesetzt. (…)”

  • Andreas Lichte said:

    http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

    “Drei Gründe für die Waldorfschule

    (…) Spricht man mit Eltern über deren Beweggründe, sich für eine Waldorfschule zu entscheiden, so hört sich das oft so an, als lese man eine Imagebroschüre der Waldorfschulen. Fragt man freundlich aber beharrlich nach, so lösen sich die pastellfarbenen Traumbilder nach und nach in Luft auf. Und schliesslich hört man: „Ich wohne in (Berlin) Kreuzberg. Da schicke ich mein Kind doch nicht in eine Schule mit hohem Ausländeranteil!“ (…)”

  • David said:

    So ein Schwachsinn! Vielleicht gibt es ja auch noch Leute außerhalb der NPD, die das Gesamtschul-Ansinnen ablehnen? Welches “elitäre Weltbild, welches sozial Schwache und Migranten benachteiligt”, meinen Sie eigentlich? Und wenn “sozial Schwache und Migranten” nicht lernen, weil die Elternhäuser versagen – glauben Sie wirklich, daß das der Staat richten kann?

    Ich halte Volksabstimmungen zu gravierenden Fragen – für Hamburg war das eine – für angemessen. Mir fallen da auf Anhieb einige wichtige Fragen ein, die die EU vorantreibt und von “der” Politik unterstützt werden, die aber offensichtlich nicht im Interesse des Landes liegen. Warum wurde über die EU-Verträge nicht abgestimmt? Über den Beitritt neuer Länder?

  • Patrick Gensing said:

    “Massive Form von demokratisch geführtem Klassenkampf”
    Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik zum Hamburger Volksentscheid gegen die Primarschule
    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1227580/

  • Axel Mylius said:

    @Andreas Lichte

    Das ist doch aber nicht ein spezifisch deutsches “Ding”. – In jedem Land der Welt schicken Besserverdienende, oder auch “Gebildetere” (oder die sich dafür halten) ihre Kinder auf “Sonderschulen” … damit man unter “Seinesgleichen” bleibt. – Genauso arbeiten aber Millionen Menschen der sog. “Unterschicht” hart, damit ihre Kinder überhaupt auf eine Schule gehen können, bzw. eine bessere Bildung erhalten.

    Ich weiß` überhaupt nicht, worauf eine rechtskonservative Lobby in diesem Land eigentlich hinaus will, wenn für eine Mehrklassen-Gesellschaft – und dies im wahrsten Sinne einer Klassengesellschaft – getrommelt wird. Menschen können nur integriert und Teilhaftig werden, wenn sie auch Teil der gesamten Gesellschaft sind … und Sprachen wird man ja wohl nur im täglichen Leben lernen können, es sei denn man wird ausgegrenzt.

    Wenn Leute die Kohle dafür haben, dann sollen sie doch getrost ihre Kinder auf “höhere” Schulen geben; würde ich auch machen wenn ich Kohle und Kinder hätte, denn ich wäre dann der gleichen Ansicht wie wahrscheinlich alle Eltern: Für MEINE Kinder nur das Beste vom Besten! – Ich halte solche Ansicht nur für menschlich. Aber ich würde nicht meine Augen davor verschließen, dass sich eben die Mehrheit NICHT “das Beste” leisten kann, und schon gar nicht käme ich auf die Idee, dass nun noch bei Denen ausgesiebt werden sollte, die sich nicht “das Beste” leisten können. Ich würde wollen, dass letztendlich Alle gemeinsam voran kommen und genügend Geld “bereit steht” … für Lehrer, Einrichtungen, Sozialarbeiter usw.

    Und was die NPD anlangt, so ist diese doch gar nicht die Spucke wert, bzw. dürfte es nicht wert seien, da ja wohl gerade beim Thema Jugend und Bildung bekannt seien sollte, mit welcher Musik vor den Schulen hausiert wird usw. usf. – Und sofern nicht energisch seitens Jener, Denen sich die NPD “die Ansichen” ausleiht, betont wird, dass gerade die NPD ihre rassistische “Fresse” zu halten hat, werden alle eigenen Bemühungen Unglaubhaft und Anrüchig.

    @David

    Dass deine Fragen nicht “offensichtlich” im “Interesse des Landes” liegen scheint mir bei deinen Ergüssen verständlich … *loool*

  • Andreas Lichte said:

    @ Axel Mylius

    Sie schreiben: “Das ist doch aber nicht ein spezifisch deutsches “Ding”.”

    Richtig. Ausländerfreie Waldorfschulen gibt es weltweit, nur das die Ausländer eben jedes mal andere sind. Ein Besonderheit in Deutschland ist die extrem starke Lobby für Waldorfschulen, lesen Sie bitte meinen Artikel:

    “Drei Gründe für die Waldorfschule”, http://www.ruhrbarone.de/drei-grunde-fur-die-waldorfschule/

    Hier vorab ein Beispiel für Lobbyismus, bzw. Protektion von höchster Stelle für ausländerfreie Waldorfschulen:

    http://www.neue-oz.de/_archiv/noz_print/osnabruecker_land/2010/05/7-lk-9-wulffevinghausen.html

    „Als „Impulsgeber für alles, was wir an unseren Schulen brauchen“, hat Ministerpräsident Christian Wulff die Waldorfschulen bezeichnet. (…)

    Dass dem Land die Förderung freier Schulen ein wichtiges Anliegen sei, belege schon, dass die Fördermittel innerhalb weniger Jahre von 180 auf rund 270 Millionen Euro angestiegen seien.

    (…) Wulffs Visite in [der Waldorfschule in] Evinghausen war allerdings nicht nur dem Jubiläum geschuldet, auch der im vergangenen Jahr fertiggestellte Anbau für das Ganztagsangebot war nicht der einzige Besuchsgrund. Vielmehr verbinden ihn persönliche Beziehungen mit der Schule im idyllischen Bramscher Hügelland. Ein Onkel des Unionspolitikers, der Fabrikant Günther Wulff, gehörte zu den Gründervätern der Evinghausener Schule. Der Anthroposophie eng verbunden, ermöglichte er im Jahre 1970 mit einem beträchtlichen Teil seines Vermögens erst die Gründung der Einrichtung (…)“

  • Quarktasche said:

    “Doch das Ergebnis in Hamburg scheint Kritiker zu bestärken, die meinen: Volksabstimmungen begünstigen vor allem gut vernetzte, finanzstarke sowie einflussreiche gesellschaftliche Eliten.”

    Eine wichtige Aufgabe der Demokratie ist Minderheiten und “Unterprivilegierte” zu schützen und zu fördern. Volksabstimmungen sind dafür natürlich kein gutes Mittel, reflektieren sie ja den Willen der Mehrheit.(Siehe zum Beispiel auch: Minarettverbot Schweiz)

    Die Politik stielt sich hierbei aus der Verantwortung, wichtige, langfristige, gesamtgesellschaftliche Fragestellungen im Interesse aller zu lösen.

    Entweder wir haben eine parlamentarische Demokratie, bei der Politiker versuchen im Interesse aller zu handeln und daran gemessen werden oder wir haben die Anarchie, wo das Recht des Stärkeren zählt.(Sinnigerweise ein Angstbild eben jener Kreise, die jetzt von der Volksabstimmung profitieren)

    “Der Staat trägt Schlabberlook”

  • ebook leser said:

    Jetzt ist amtlich: CDU-Regierungschef von Beust ist als Hamburger Bürgermeister zurückgetreten. Das ist, wie wir alle gelesen haben, der sechste CDU Landeschef, der nicht mehr da ist. Da beklagen die Politiker die Wahlmündigkeit der Bürger, aber ist es nicht so, dass die Politiker amtsmüde sind. Sind das noch unsere Vorbilder? Ich glaube nicht. Nur ist halt die Frage, wie soll es weitergehen.

  • Quarktasche said:

    Wenn ich in Hamburg wohnen würde und ein kleines Kind hätte und ich würde die Grünen EBEN WEGEN ihrer bildungspolitischen Ziele wählen und dann kommen sie an die Macht und fangen an ihren sogenannten Wahlauftrag auszuführen und dann werden sie dabei unterbrochen, weil ca. 20(!) Prozent aller Wahlberechtigten anderer Meinung sind, dann würde ich aber ganz schön abkoxxxen… Das ist doch irgendwie einfach Quatsch, dann braucht man wirklich gleich gar nicht wählen zu gehen…

    Es gibt wirklich Sachen die sollten nicht per Volksentscheid entschieden werden, dazu gehört die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn;) und die Bildungspolitik…

  • Axel Mylius said:

    @Andreas Lichte

    Ich muß zugeben, dass meine Zeilen an Sie ziemlich “Allgemein” gehalten waren und sich auf die Thematik des Blog`s bezogen haben.

    Den Artikel habe ich nun gelesen und kann keinen Bezug zur NPD feststellen – was nicht im Geringsten Ihr Engagement schmälern soll. Bei Fragestellungen seitens der Waldorf-Pädagogik (sofern So erfolgt) wie:

    (…)

    – „Glauben Sie an Karma?“

    – „Glauben Sie, dass Ihr Kind, als es noch ein Geistiges Wesen war, Sie für seine Inkarnation als Eltern ausgewählt hat, weil Sie ihm die besten Voraussetzungen für die Erfüllung seines Karmas bieten?“ (…)

    …kommt mir dann eher das Schmunzeln denn das Gruseln (im Vergleich zur NPD). Wenn gebildete Menschen für sich eine Antwort auf derartige Fragen finden und anschließend das Geld für einen Schulplatz hinblättern, so ist das deren eigene “Klugheit” … oder “Blödheit”. Das ist wie mit scientology. – Wenn Menschen sich zwei Bier- oder Colabüchsen in die Hand drücken lassen und für anschließende “Sitzungen” Hunderttausende ausgeben, dann habe ich doch kein Mitleid oder mache mir Gedanken über ein elitäres Sektentum: Ich schüttel dann nur noch mit dem Kopf und stelle für meine Person fest, dass das nicht mein Ding ist.

    Ich kenne mich auch bei den Genannten zu wenig aus, um mir ein entgültiges Urteil zu erlauben, wobei ich durchaus (für mich) glaube zwischen Beiden unterscheiden zu können. Bei der NPD sehe ich eine ganz andere “Qualität”, was nicht heißt, dass ich ein Engagement gegen andere elitäre “Bildungssysteme” (sofern sie es sind) ablehne. – Ich muß, zu meiner Schande, überdies eingestehen, dass mich die Diskussionen um die Waldorf-Schulen, oder um scientology, wenig interessieren. – Ich sehe eigentlich “nur” Menschen, die offensichtlich zu viel Geld haben. In Anbetracht der NPD halte ich das für das kleinere Problem, aber selbstverständlich und wie geschrieben habe ich keine Schwierigkeiten damit, wenn sich andere Menschen gegen elitäre Systeme oder diverse Gehirnwäschen engagieren.

  • Andreas Lichte said:

    @ Axel Mylius

    Sie schreiben:”In Anbetracht der NPD halte ich das für das kleinere Problem …”

    Ich halte es nicht für das kleinere Problem. Was passiert denn?

    - Eine bornierte rechte Elite etabliert erfolgreich eine Klassengesellschaft. Wie gerade in Hamburg geschehen, mit dem Volksentscheid gegen die Schulreform. Was war denn diese Schulreform? Der Versuch – Versuch! – für etwas mehr soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Durch mehr Chancengleichheit in der Schule.

    - Eine bornierte rechte Elite etabliert erfolgreich eine Klassengesellschaft. Wie bei den Waldorfschulen (und anderen Privatschulen): Zutritt für Sozial Benachteiligte und Ausländer verboten.

    Wer hat denn mehr politischen Einfluss? Die Herrschaften, die sich gerade in Hamburg durchgesetzt haben, oder die Splitterpartei NPD?

  • Andreas Lichte said:

    @ Axel Mylius

    Wenn Sie einen direkten Bezug zur NPD wünschen, hier ist er:

    http://npd-blog.info/2009/04/28/npd-und-waldorfschule-uber-eine-zusammenarbeit-die-nicht-publik-werden-durfte/

    “NPD und Waldorfschule: Über eine Zusammenarbeit, die nicht publik werden durfte II”

  • WW said:

    Es hinterlässt kein gutes Gefühl, dass eine Initiative die Abstimmung gewonnen hat, die anscheinend allen Grund hatte, ihre Geldgeber zu verbergen. Eigentlich müssten die Spender laut Gesetz veröffentlich werden. Die Initiative gegen die Schulreform hat aber mittels eines juristischen Winkelzuges dieses Gesetz ausgehebelt und alle Spender anonymisiert. Kein Wunder, genug erfahrene und hochbezahlte Juristen dürfte es unter den Unterstützern geben.
    So weiß man nicht, wer alles zu diesen Unterstützern gehört. Das müsste für die Fans solcher “basisdemokratischen” Abstimmungen eigentlich ein Problem sein. Mit wem hat man eigentlich koaliert – außer mit der NPD ?

    Mit neuen Wasserwerfern (siehe Text) allein ist es aber in Hamburg zukünftig nicht getan. Im Jahr 2009 hat man darum viel Geld…

    - nein, nicht in Bildung –

    … in neue Schlagstöcke für die Polizei investiert, die im allgemeinen Sprachgebrauch (und zurecht) “Totschläger” genannt werden:

    http://de.indymedia.org/2009/01/240311.shtml

    Der zukünftige Bürgermeister von Hamburg, Ahlhaus, freute sich damals: “Hamburg ist stolz, Vorreiter zu sein”. (Wie gesagt, nicht in der Bildung, sondern in der Bewaffnung.)

    Daraus können wir nun die künftige Politik ablesen: Armut und Bildungsnotstand nicht beseitigen, sondern deren Folgen effektiv unterdrücken (lassen) – im Namen des Volkes, das mit seinen stetig sinkenden Reallöhnen alles bezahlen darf. #
    Wenn mal wieder jemand über angeblich zu wenig Polizei klagt, dann wissen wir, für welchen Zweck diese gebraucht wird…

    Die taz dazu:
    http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/harter-hund-muss-kreide-fressen/

    Aber eigentlich glaube ich, dass das Thema und der Artikel beim NPD-Blog deplatziert sind.

  • Axel Mylius said:

    @Andreas Lichte

    Danke für den Link. – Ich habe leider den Artikel vorher nicht gelesen … und das (der Artikel nebst Interview) ist natürlich sehr interessant. Hinsichtlich Steiner konnte ich “nur” auf:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Anthroposophie
    http://de.wikipedia.org/wiki/Anthroposophie#Rassismusvorw.C3.BCrfe …zugreifen; und wenn Herr Rosenberg-Molau (als NPDler) in`s Spiel kommt, dann sind nachweisbare Überschneidungen (zwischen Steiner`s Anthroposophie und Hitlers Chefideologen, also Rosenberg) schon sehr bedenklich, da überdies Himmler, Hess und Rosenberg aus dem selben “Kelch” gesoffen haben.

    Dass man dies (also den Rosenberg-Freak Molau und sein “Gutlehrertum”) unter den Teppich kehren wollte, scheint aus Waldorf-Sicht nur “verständlich” … *lol*

    Nochmals Dank für den Link. :)

  • Markus Freimann said:

    Es ist darauf hinzuweisen, dass alle repräsentativen Umfragen vor dem Volksentscheid den Reformgegnern eine Mehrheit zusprachen.

    Das heißt, das Ergebnis wäre so oder so contra Schulreform ausgefallen.

    Insofern ist auch die Kritik am Volksentscheid nicht zu teilen. Die Wählerquoten unterschieden sich zudem prinzipiell nicht von denen der Bürgerschaftswahl.

    Dass sozial Schwache oder Bildungsferne sich nicht so für Politik interessieren, ist erstmal hinzunehmen und im Endeffekt vielleicht sogar gut so. Es bestärkt das universale Prinzip, dass ohne Eigenantrieb auch keine Belohnung erfolgt. Alles, was daraus folgt, dürfte für die Menschheit langfristig von Nutzen sein.

  • Ben said:

    @WW:

    [Zitat]in neue Schlagstöcke für die Polizei investiert, die im allgemeinen Sprachgebrauch (und zurecht) “Totschläger” genannt werden[/Zitat]

    Totschläger und Schlagstöcke werden gerne miteinander verwechselt. Trotzdem sind sie de facto zwei unterschiedliche Waffen. Während der Schlagstock eben ein Stock (oder ein ausziehbarer Stab) ist, ist der Totschläger eine Art verstärkter und mit einem Gewicht am Ende versehener “Beutel” aus Leder, Stoff oder ähnlichen Materialien. Ich kann ja schon verstehen, dass man ein bisschen aufgeregt ist, wenn die Polizei neue Schlagstöcke kauft, aber man sollte dann doch bitte nicht mit falschen Begriffen Emotionen schüren wollen!

  • WW said:

    Ben, einen Totschläger nennt man auch einen ausziehbaren Schlagstock, und genau den nutzt die Polizei.

  • Demokrat said:

    @WW

    Falsch! Die Definition von Ben ist korrekt. Siehe WaffenG…
    Außerdem nennt man einen ausziehbaren Schlagstock, auch im allg. Sprachgebrauch, Teleskopschlagstock.
    Die Polizei benutzt aber den Tonfa oder EMS. Ein Einsatz-Mehrzweck-Stock ist nur in der höchsten Eskalationsstufe zum zuschlagen gedacht. In den meisten Fällen wird er zum abdrengen und Abstand halten eingesetzt. In vielen Bundesländern wird der Schlagstock als Waffe und nicht als Hilfsmittel körperlicher Gewalt eingestuft und kann demnach nur unter besonders strikten Voraussetzungen eingesetzt werden.

    Leider kann man nicht jeden Konflikt mit Worten lösen. Pfefferspray wirkt aber bei alkoholisieten oder unter Drogen stehenden Personen häufig nicht. Aber die meisten Wiederstände werden von alkoholisierten oder von drogen beeinflussten Menschen verübt. Was bleibt also als Einsatzmittel übrig?

    Wenn man mich fragt: An jede Polizeikoppel gehört ein ausziehbarer EMS. Warum? Wenn man nur einen Hammer hat, sieht jedes Problem aus wie ein Nagel. Wenn man nur eine Pistole hat, sieht jedes Problem aus, als könnte es ein Loch vertragen…

  • WW said:

    Im Nachtrag zur Abstimmung in Hamburg veröffentlichte die NPD noch einmal die sehr eigenen Erkenntnisse,
    “daß Zuwanderer im Schnitt einen niedrigeren Intelligenzquotienten und ein niedrigeres Arbeitsethos haben und deshalb in der deutschen Schullandschaft und auf dem Arbeitsmarkt massenhaft versagen.”

    Tja, also ganz anders als fleißige, stramme, nationale Deutsche, was? Hmmmm, was ist denn eigentlich mit dem typischen NPD-Wähler? Der Focus weiß:

    “Der Prototyp des sächsischen NPD-Wählers ist jung, männlich und eher gering gebildet.”
    „Es sind Modernisierungsverlierer ohne Perspektive und mit dem Gefühl, immer benachteiligt zu werden”, definiert Extremismusforscher Uwe Backes vom Dresdner Hannah-Arendt-Institut.”

    Man sollte nun meinen, gleich und gleich gesellt sich gern… wenn die Behauptungen der NPD nur nicht genauso falsch wie plump rassistisch wären…

    Aber die NPD weiß noch mehr:

    “Eine Türkin trägt lieber Kopftuch anstatt sich den Gepflogenheiten des Gastlandes anzupassen, die andere bekommt so lange jedes Jahr ein Kind, bis sich das Kindergeld zu einer mittleren vierstelligen Summe im Monat summiert hat. Die Herren Zuwanderer aus dem orientalischen Raum streben häufig eher ein Kombilohnmodell aus Hartz IV und Kriminalität an, als sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt die Hände schmutzig zu machen. Lieber lungert man den ganzen Tag an öffentlichen Plätzen herum und belästigt weiße Frauen.”

    Die NPD spricht in diesem Zusammenhang von einem “von den Naturwissenschaften bestätigten, lebensrichtigen Menschenbild”. Kommentar unnötig.

    Ach noch eins: Würden die arbeitslosen Einwanderer “sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt die Hände schmutzig zu machen”, dann würde die NPD sogleich am lautesten jammern, dass sie den Deutschen die Arbeitsplätze wegnehmen.

    Fazit: NPD ist, wenn man gleichzeitig gegensätzliche Forderungen vertritt.

  • Ben said:

    @WW: Nein, eben nicht. Die von der Polizei eingesetzten Teleskopschlagstöcke sind starr. Totschläger, ausziehbare Stahlruten, etc. sind flexibel und weisen einen Peitschen- bzw. Gerteneffekt auf. Totschläger und Stahlruten sind in Deutschland generell verboten. Starre (!) Schlagstöcke und Teleskopschlagstöcke hingegen dürfen mit 18 Jahren erworben werden.

  • Anonymous said:

    Wer von Ihnen hat selbst Kinder? Nach diesen Kommentaren zu urteilen niemand.

    Ich bin froh, dass unser Sohn auf einer Realschule ist; wir gehören garantiert nicht zur Elite, sind weder braun noch grün noch rot noch gelb sondern einfach nur Eltern, die das Beste für ihr Kind wollen.
    Und Nein – wir wollen keine Einheitsschule.