Die Fallhöhe der Krake
In ihrer Stopp-Acta-Kampagne verwenden Piratenparteien verschiedener Länder das Motiv einer Krake, die den Erdball mit ihren Tentakeln umschlingt. Die Bildkomposition ist faktisch identisch, mit einer Darstellung aus dem Jahr 1938, die in der antisemitische Wochenzeitung “der Stürmer” publiziert wurde. Die Metapher der Krake scheint seit Ende des 19. Jahrhunderts zum Standardrepertoir der Karikaturisten zu gehören. Sie dient dabei als Sinnbild für eine erdrückende, alles an sich raffende Übermacht.
Von Dipl.-Des. “Visuelle Kommunikation” Robert Hampicke
In den allermeisten Fällen wird dabei jedem einzelnen Tentakel eine spezielle Funktion zugeordnet oder der dargestellte Sachverhalt wird durch die Hinzufügung von weiteren Attributen erklärt. Die Krake aus der Zeitung “Der Stürmer”, die den Erdball umspannt, ist dabei durch ihren hohen Abstraktionsgrad einzigartig und sticht unter der Vielzahl der Darstellungen heraus.
Der Philosoph und Logiker Charles Sanders Peirce (*10.September 1839) gilt als Begründer der modernen Semiotik, einer Wissenschaft, die sich mit Zeichensystemen aller Art (z. B.: Bilderschrift, Gestik, Sprache, Verkehrszeichen) befasst und versucht, sie zu beschreiben und zu erklären. Er benannte drei Idealtypen eines Zeichens:
-Index
-Ikon
-Symbol
Ein Index ist dabei die „niedrigste“ Form eines Zeichens, eine Abbildung die auf nichts Weiteres, als ihren eigenen Inhalt verweist.(z. B. die Fotografie eines gebrauchten Autos bei Ebay) .
Um ein Ikon handelt es sich nach Peirce, wenn die Darstellung vereinfacht und stilisiert ist, wie zum Beispiel bei einem Piktogramm. Diese Art von Zeichen verweist über sich selbst hinaus auf alles, für das es stehen könnte.(z.B. die stark vereinfachte Darstellung eines Autos auf einem Verkehrszeichen steht synonym für alle Fahrzeuge).
Zu einem Symbol wird ein Zeichen hingegen, wenn sich über den reinen Bildgegenstand hinaus weitere Inhalte mit ihm verknüpfen. Wenn sich im idealtypischen Fall ein ganzes Weltbild dahinter verbirgt.(z.B. Politische oder religiöse Symbole wie Hammer und Sichel oder das Kreuz der Christen)
Bei der Darstellung der Acta-Kampagne handelt es sich im ersten Augenblick unweigerlich um ein Ikon. Die Krake der Piratenparteien ist Metapher für die Bestrebungen der am ACTA-Abkommen beteiligten Länder. Für das Ikon hat Peirce eine Art der Bewertung vorgeschlagen: die Ikonizität. Diese beschreibt den Grad der Verdichtung und Abstraktion. Wenn der beschriebene Sachverhalt deutlich erkennbar ist, besteht niedrige Ikonizität, wenn der Inhalt einer Abbildung stark abstrahiert, liegt eine hohe Ikonizität vor. Dabei ist davon auszugehen, dass sich bei hoher Ikonizität die Darstellung für ein mehr an Bedeutungsinhalt öffnet. Es kann (Hintergrund-)Wissen über den Inhalt des Zeichens nötig werden, um es zu lesen. Wenn das der Fall ist, wenn das Zeichen sich nicht mehr nur durch sich selbst erklärt, kommen wir nach Peirce dem Bereich des Symbols nahe.
Extrem erklärungsbedürftig
Die Krake der Piratenpartei ist extrem erklärungsbedürftig, denn sie ist - ohne den entsprechenden Kontext - nicht als Daten-Krake erkennbar. Dieses gestalterische Problem hätte einfach gelöst werden können, indem zum Beispiel die Tentakeln der Krake als Computerkabel dargestellt werden. Frühere Kraken-Karikaturen differenzieren so weit, das sogar jedem einzelnen Fangarm eine spezielle Funktion zugeteilt wird, das ist bei dem Kraken-Zeichen der Piratenparteien nicht der Fall. Es beschreibt nur den Sachverhalt einer dunklen Bedrohung der Welt, worin diese Bedrohung besteht, darüber gibt die Darstellung keine weitere Auskunft. Das macht sie der Krake aus dem “Stürmer” von 1938 so ähnlich und legt die Vermutung nahe, dass sich hinter ihr ebenfalls ein geschlossenes Weltbild verbergen könnte.
Um die Tragweite der Ähnlichkeit der beiden Darstellungen einschätzen zu können, ist es nötig, etwas über das nationalsozialistische Propagandaorgan “Der Stürmer” zu erfahren. Bei der am 20. April 1923 von Julius Streicher in Nürnberg gegründeten antisemitischen Wochenzeitung handelt es sich keinesfalls um ein harmloses Witzblättchen, wie man auf Grund der teilweise obszönen und lächerlich naiven Darstellungen vermuten könnte. Mit Machtergreifung der NSDAP stieg die Auflage sprunghaft und erreichte im weiteren Verlauf der nationalsozialistischen Diktatur eine Höhe von 600.000 Exemplaren. Sonderausgaben erreichten eine Auflage von zwei Millionen. “Der Stürmer” war nicht nur in Deutschland, sondern in allen besetzten Gebieten verbreitet und darüber hinaus bekannt. Der Besitzer und Chefredakteur Julius Streicher wurde während der Nürnberger Prozesse 1946 als einer der wichtigsten Nazifunktionäre neben Göring, Saukel und Ribbentrop, aufgrund seiner Propagandatätigkeit, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, angeklagt.
Um die Tragweite seiner Veröffentlichungen zu verdeutlichen, nur wenig gekürzte Zitate aus dem Urteil vom 1. Oktober 1946:
“Auf Grund der 25 Jahre des Redens, Schreibens und Predigens des Judenhasses war Streicher als »Judenhetzer Nummer Eins« weithin bekannt. In seinen Woche um Woche, Monat um Monat erscheinenden Reden und Artikeln verseuchte er die Gedankengänge der Deutschen mit dem Giftstoff des Antisemitismus, und hetzte das deutsche Volk zur aktiven Verfolgung auf. Jede Ausgabe des Stürmers, der 1935 eine Auflage von 600000 erreichte, war mit solchen oft pornographischen und widerlichen Artikeln angefüllt.
…
Jedoch nicht nur in Deutschland allein vertrat dieser Angeklagte seine Lehren. Schon 1938 begann er, die Ausrottung der jüdischen Rasse zu fordern. 23 verschiedene Artikel aus Ausgaben des »Stürmers« aus den Jahren 1938 bis 1941, die die Ausrottung »mit Stumpf und Stiel« predigen, sind als Beweismittel vorgelegt worden. (…) Im Februar 1940 veröffentlichte Streicher einen Brief eines Lesers des »Stürmers«, der Juden mit Heuschreckenschwärmen verglich, die völlig ausgerottet werden müßten. Das war die Art, wie Streicher die Gedankengänge Tausender von Deutschen vergiftete, und dies war der Anlaß dafür, daß die Deutschen der nationalsozialistischen Politik der Verfolgung und Vernichtung der Juden Folge leisteten.
…
Das Beweismaterial ergibt jedoch klar, daß er unausgesetzt laufend Kenntnis von den Fortschritten der »Endlösung« erhielt.
…
Streichers Aufreizung zum Mord und zur Ausrottung, die zu einen Zeitpunkt erging, als die Juden im Osten unter den fürchterlichsten Bedingungen umgebracht wurden, stellt eine klare Verfolgung aus politischen und rassischen Gründen in Verbindung mit solchen Kriegsverbrechen, wie sie im Statut festgelegt sind, und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit dar.”
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Streicher sich auf Grund seiner systemstabilisierenden Propagandatätigkeit, der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht hatte und verurteilte ihn zum Tode durch den Strick. Während Göring sich mit einer Giftkapsel töten kann und Ernst Kaltenbrunner gefasst die Hinrichtung erwartet, schreit Streicher ohne Nerven noch bei seiner Hinrichtung “Heil Hitler”.
Zeitungskontext und politischer Kontext
Doch wie schuldig kann ein Bild sein? Die Aufgabe einer Karikatur im Alltagsgeschäft einer Zeitung ist es zu überspitzen. Sie überzeichnet bis ins Groteske, um zu verdeutlichen. Hierbei ist aber zu beobachten, dass solch eine Überzeichnung, wie sie durch die Darstellung der Krake erreicht wird, heutzutage nicht mehr zeitgemäß erscheint und im normalen deutschen Zeitungsspektrum unüblich ist.
In der politischen Agitation wird dieses Mittel zum Beispiel im Nahen Osten – beispielsweise als Propaganda gegen Israel – sehr wohl noch eingesetzt und findet auf diesem Umweg in den politischen Alltag Deutschlands zurück. Es ist also zu unterscheiden: Zeitungskontext und politischer Kontext. Für den politischen Kontext der “Visuellen Kommunikation” ist charakteristisch, dass diese zum Erreichen eines politischen Zieles eingesetzt wird. Zu einer Zeit, als das Wort “Propaganda” noch nicht aus offensichtlichen Gründen negativ besetzt war, benutzte man dafür diesen Begriff. Während die Karikatur in der Zeitung ohne schlechtes Gewissen überspitzen darf, verfolgt sie eben kein direktes politisches Ziel, ist die “Fallhöhe” der Karikatur in der politischen Agitation unweit höher. Wenn sie zur Diffamierung des politischen Gegners eingesetzt wird, ist Obacht geboten.
Schlussendlich zeigt sich der ganze Bedeutungsumfang eines Zeichens, in der Summe seiner Lesarten. Nicht nur in der Lesart der Zustimmenden und “Erkennenden” sondern auch in der Lesart der dem Zeichen gegenüber neutralen und seiner “Gegner”.
Siehe auch: Antisemitische Bildsprache bei der Piratenpartei

[...] This post was mentioned on Twitter by NPD-BLOG.INFO, Gegen Nazis. Gegen Nazis said: @npdde @claus_cremer Die Fallhöhe der Krake: In ihrer Stopp-Acta-Kampagne verwenden Piratenparteien verschiedener … http://bit.ly/akmoum [...]
[...] Via kruppzeuch und NPD-Blog. [...]
Hallo,
man sollte auch bedenken, dass man solche Bilder wohl nur als “Dipl.-Des. Visuelle Kommunikation” kennen könnte. Ich gehe auch nicht davon aus, dass der Autor sich mit allen technischen Details seines Computers auskennt.
Ich lade den Autor herzlichst dazu ein bei der Gestaltung der Materialen der Piraten beizustehen, damit solche dinge nicht wieder passieren können. Dies wird vor der Veröffentlichung lange in der Wiki zur Diskussion angeboten, welche auch für nicht-Mitglieder zugänglich ist.
Ironie An
Man sollte auch aufpassen, dass keine Piraten sich über Autobahnen bewegen.
Des weiteren sollte man auch die Hintergrundfarbe dieses Blogs überdenken in meinem Browser wird es als ein Braunton dargestellt.
Vielleicht liegt die auch daran, dass ich den Browser der Datenkrake Google benutze.
Ironie Aus
P.S.: Der Text über der Ironie ist auf jeden Fall ernst gemeint.
Oh ne, schon wieder dieser Unfug. Sommerloch?
[...] Piratenpartei (eigentlich nicht nur eine) des Tages: Das Logo für die Stopp-ACTA-Kampagne hatte doch gewisse… ähm… historische Vorbilder. [...]
Nochmal ganz langsam zum Mitschreiben:
Wie unzeitgemäß und außerhalb antisemitischer Kreise unüblich der Gebrauch des Stilmittels Krake heutzutage wirklich ist, davon möge der geneigte Leser sich am besten selbst ein Bild machen.
(Und es heißt wirklich »der Krake« und nicht »die Krake«.)
Ich frag mich wiedermal warum man hier im Blog verzweifelt versucht die Piratenpartei an den braunen Rand zu stellen. Schon der 2. Artikel der diesen Blödsinn aufgreift.
Eine Erklärungsbedürftigkeit kann ich, gerade wegen dem IMMER vorhandenen Schriftzug “STOPP ACTA”, beim besten Willen nicht erkennen.
Nichts zu tun? Hat es nicht gereicht, diesen peinlichen Blödsinn einmal breit zu treten?
“Man hätte die Krake mit Datenkabeln darstellen müssen”…aha. Wie heißt denn die relevante Behörde, an die man sich für solche Sachverhalte wenden muss? Wo muss ich meine Gedanken filtern lassen, bevor ich sie äußern darf?
Bitte um Auskunft.
Mal abgesehen davon finde ich den auf diesem Blog zur Schau gestellten Anti-Krakismus unerträglich – Paul hat bei der WM so tolle Arbeit geleistet, trotzdem wird hier weiter über seine Spezies hergezogen?
Absurder gehts nimmer. Erinnert mich an die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hannover, die in den Kleiderständern von “Kik” verfassungswidrige Symbole zu erkennen glaubte.
Oder in einem Plakat, welches für eine NDW ( Neue Deutsche Welle ) Disco warb, in welchem ein Staatsanwalt ebenfalls Hakenkreuze zu sehen glaubte.
Oder die Angriffe der Antifa auf Apotheken, die den Namen “Mohren” tragen. Oder gleich das Verbot von “Mohrenköpfen” und “Negerküssen” in Backstuben als “Rassismus” kritisieren.
Ein weiterer Kommentar erübrigt sich da wohl.
Auch wenn diesmal der Bildvergleich weitaus besser begründet wird – z.B. mit Peirce, Jung wäre hier auch noch eine Möglichkeit, doch dieser würde ihre Argumentation nicht mehr so schön unterstützen – ist es mir immer noch nicht ersichtlich, wieso die Verwendung ähnlicher Metaphern den Verwender gleich in nationalsozialistische Ecken stellt. Und das, obwohl diesmal auf Teile der Gegenargumentation eigegangen wurde, die beim letzten Bildvergleich eben dieser beiden Bilder bereits zuhauf angebracht wurde.
Der Krake als erschreckendes Monster ist nun wirklich nicht erst seit Jules Verne bekannt und wird nicht nur in nationalsozialistischem Kontext gebraucht (Siehe IHR Link, dessen Bedeutung von Lars Trebing noch einmal verdeutlicht wird). Ebenso wie auch die Heuschreckenschwärme, die nicht einfach so auf den von Ihnen zitierten Streicher reduziert werden können.
Das Symbol (um wieder auf Peirce zurückzukommen) der Nationalsozialisten ist sicherlich keine Krake, sondern (in positiver Hinsicht) vielmehr das Hakenkreuz. Die Argumentation dieses Artikels läuft darauf hinaus, dass diese Ideologie ein zweites (in negativer Hinsicht) erhält. Und nebenbei: Wenn Sie schon Peirce als Argumentationsstütze heranziehen wollen, bleiben Sie doch bitte bei dieser: Gegen Ende sprechen Sie dann von Zeichen und Bild, nicht mehr von Index, Ikon oder Symbol.
In diesem Artikel ist die Argumentation derart an den Haaren herbeigezogen und “erzwungen”, dass ich bezweifle ob ich diesen Blog weiter lesen sollte. Die Aufklärung bzgl des Stürmers ist hier fehl am Platz. Denn es wird nicht in jedem “Stürmer” der Krake gewesen sein, zudem ist diese Zeitung seit mehr als 60 Jahren nicht mehr und vielleicht noch in Museen zu betrachten. Mit wievielen Bildern, Klischees, Ängsten und Hoffnungen haben die Nationalsozialisten gleich noch gespielt? Und alle werden heute ebenso gebraucht wie damals. Weil sich weder Methode und deren Wirkung, noch die Menschen so grundlegend verändert haben. Der Ball ist vom Spieler zu trennen!
Der Verweis auf die Zeitmäßigkeit von politischen Karikaturen in Zeitungen entbehrt jeglicher Grundlage. Eine Karikatur soll keine politische Aussage treffen? Sodann ist sie nur noch ein Bild, ein Comic zur Unterhaltung – nicht jedoch das “mehr” der meinungsbildenden, kritischen Karikatur. Ist nun auf einmal jegliche politische Aussage durch ein Bild eine “Propaganda”? Wie ist es mit diesem Artikel selbst? Die Gegenüberstellung der beiden Kraken von 2010 und 1938 ist ebenso eine Methode der Meinungsdarstellung wie der einzelne Krake allein.
Das hier ist Populismus allerfeinster Sorte.
Deshalb vermeiden Sie (-> NPD-Blog) bitte derlei Unsinn in Zukunft. Darum hat man Sie bereits das letzte Mal (2.7.10) gebeten – ein Fehler wird nicht dadurch besser, dass er wiederholt wird.
Danke.
Ah, sind wir wieder bei dumpfer Hetze angelangt? Lustig, dass das NPD-Blog schreibt, das Symbol des Kraken gehöre schon lange zum Repertoire von Karikaturisten jeglicher Couleur, nur um dann ausgerechnet das Beispiel der NSDAP herauszupicken.
Facepalm.
Anm.MOD: Es geht um die Bildkomposition. Scheint alles ein bisschen zu kompliziert zu sein…
Der Autor des Artikels täte gut daran, sich einmal über ACTA zu informieren. Es handelt sich um ein von der Medienidustrie in die Wege geleitetes internationales Abkommen, mit dem die Verbreitung von Raubkopien verhindert werden soll. Zu diesem Zweck sollen alle Internetprovider der betroffenen Länder sämtliche Internetnutzungsdaten ihrer Kunden zu überwachen, um sie daraufhin zu untersuchen, ob gegen das Urheberrecht verstoßen wurde. Also im Klartext droht hier ein Überwachungsstaat, der seine Bürger ausspioniert! Und das weltweit!
Selbstverständlich ist bei so einer derartigen Lapalie der Vergleich mit einer vereinnahmenden Krake hier völlig unangemessen, denn die gehört ja in den Bereich übelster Propaganda. Klar, oder?
Und um Himmels Willen, wer nicht weiß, was ACTA ist, steht ja vor einer völlig “erklärungsbedürftigen” Karikatur. Nein, also das geht nun wirklich zu weit, sich selber informieren zu müssen und nicht alles mundgerecht vorgekaut zu bekommen.
Und in Zukunft darf ich mir natürlich auch keine Rock-CD mehr kaufen, auf deren Cover ein Totenkopf abgebildet ist. Denn schlielich hat ja die SS dieses Symbol für alle Zeiten vereinnahmt, und deshalb kann ich daraus ja auch nur den Schluss ziehen, dass Bands wie AC-DC oder Metallica ganz bestimmt furchtbar antisemitisch sind!
Hiermit plädiere ich enstimmig dafür, dass endlich weltweit sämtliche Messer verboten werden! Den Unterschied zwischen einem Koch und einem Mörder will mir einfach nicht einleuchten!
@Michael
“Im Klartext” heißt das erst einmal lediglich, dass Urheberrechte geschützt werden sollen um die Inhaber Derselbigen für ihre Arbeit bezahlen zu können. Da die Raubkopiererei Überhand genommen hat, versuchen u.A. viele Musikgruppen dem dadurch entgegen zu wirken, dass Teile ihrer Alben frei verfügbar sind; das ändert aber nichts am eigentlichen Problem, dass du selbst angeschnitten hast: Du kaufst dir wenigstens noch die CD`s, wobei es hier wohl Jeden einen Scheißdreck interessiert, ob diese oder jene Gruppe auf deinen bevorzugten Alben mit Totenkopf posiert. – Du kannst dir meinetwegen auch den Schrank mit “Kiss”-Scheiben zuscheißen (trotz Doppel-Sig-Rune), aber du wirst ja wohl den Unterschied zwischen Totenkopf und Totenkopf kennen …
Und ich gehe auch nicht davon aus, dass du, nachdem du dir ein Butterstüllchen geschmiert hast, mit dem Messer auf die Straße rennst und Leute “abstichst”. – Damit liege ich doch richtig, oder?
Was schreibst du eigentlich für einen Müll? – Wenn du Probleme mit Urheberrechten hast, dann wende dich doch höflich an Youtube oder Sony!
Es scheint mir, dass der Autor dumm ist. Anders kann man so etwas gar nicht bezeichnen.
Ich habe eben mal aus meinem Fenster gesehen, ja da stehen sie schon wieder die braunen Kolonen und das Reich wird wohl gleich wieder auferstehen. Kann man gar nicht vorsichtig genug sein. Genau der gleiche Unsinn wie diese Flaggenvernichter zur WM. Das sind einfach Menschen, die glauben sie würden sich mit etwas bedeutendem beschäftigen. Im Grunde sind sie mit ihrem Eifer genauso fanatisch und faschistisch wie das, was sie angeblich bekämpfen.
Wegen solchen Leuten kann man die Problematik des Rechts- und Linksextremismus nie wirklich vernünftig angehen. Sollte man beide in einen Sack stecken und draufschlagen.
Bei ACTA geht es doch um was anderes als Filesharing und “Raubkopieren”. Diese Dinge sind zwar auch davon betroffen, aber nicht das Hauptziel.
ACTA ist der Versuch die Reichweite des Amerikanischen Urheberrechts und Patentsystems weiter zu vergrößern. Es wird z.B. auch die Produktion und der internationale Transport von Medikamenten-Generika bedroht. Ein anderes Beispiel sind die “Gen-Patente”, die auf dem Weg der ganzen Welt hintenrum aufgezwängt werden können. Kein Obst und Gemüseanbau mehr ohne z.B. Monsanto “Schutzgeld” zu zahlen – leider schon teilweise Realität.
Und natürlich letztendlich die Forderung, dass Menschen der Zugang zum Internet gesperrt werden solle, wenn sie mehrmals der Urheberrechtsverletzung bezichtigt wurden, Verurteilung vollkommen optional. (was inzwischen etwas aufgeweicht wurde, da Internetzugang in manchen Ländern inzwischen einen ähnlichen Status wie ein Menschenrecht hat).
Mehr Überwachung (schließlich muss man das ja nachkontrollieren) ist inklusive.
Länder die nicht mitmachen wollen, werden gezwungen (massiver wirtschaftlicher Druck, Verbot des Warentransports z.B. durch Häfen in Ländern die mitmachen, …), auch wenn sie selbst nichts davon haben, wie vorallem die sog. 2. und 3. Welt. Das und die Tatsache, dass ACTA so gut es ging geheim gehalten wurde (dass es das überhaupt gibt und was darin steht, konnte man nur Dank entsprechendem Druck aus der Bevölkerung und einigen Whistleblowern erfahren), rechtfertigt die Wahl der Krake als Symbol einer geheimen Macht zur Umklammerung des Rests der Welt imho vollauf, selbst wenn man darin unbedingt ein Recycling der Krake von 1938 sehen will.
@pwilli
(…)
„Und natürlich letztendlich die Forderung, dass Menschen der Zugang zum Internet gesperrt werden solle, wenn sie mehrmals der Urheberrechtsverletzung bezichtigt wurden, Verurteilung vollkommen optional. (was inzwischen etwas aufgeweicht wurde, da Internetzugang in manchen Ländern inzwischen einen ähnlichen Status wie ein Menschenrecht hat).“
(…)
„Länder die nicht mitmachen wollen, werden gezwungen (massiver wirtschaftlicher Druck, Verbot des Warentransports z.B. durch Häfen in Ländern die mitmachen, …), auch wenn sie selbst nichts davon haben, wie vorallem die sog. 2. und 3. Welt.“ (…).
@pwilli. – Kannst du mir schreiben, WO genau dies dem Entwurf zu entnehmen ist, wobei wirklich anzumerken ist, dass buchstäblich um jedes Wort gerungen wird:
http://www.laquadrature.net/files/ACTA_consolidatedtext_EUrestricted130710.pdf
http://en.swpat.org/wiki/ACTA-6437-10.pdf_as_text
(…)
Anti-Counterfeiting Trade Agreement
„Zur Durchsetzung von Urheberrechtsansprüchen im Internet auf internationaler Ebene ist unter anderem vorgesehen, dass auch die Internetdienstanbieter für von ihren Kunden begangene Urheberrechtsverletzungen als Störer haftbar gemacht werden können. Dieser Verantwortung sollen sie sich nur entziehen können, wenn sie sich verpflichten, den Datenverkehr ihrer Kunden zu überwachen und ihnen gemäß dem umstrittenen Three Strikes-Prinzip den Internetzugang nach drei Verstößen gegen das Urheberrecht zu sperren.[7] Auch Anstiftung und Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen soll in Zukunft strafbar sein.[8] Neue Strafrechtsnormen, wie die aus Artikel 2.14 („Kriminelle Vergehen“) des ACTA-Entwurfs,[9] würden eine Umschreibung des Unionsrechts durch den Vertrag bedeuten.[10] (…) siehe u.A.
http://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement#cite_note-2
…soviel zu den Rahmenbedingungen, und `nu?
Alle Statements (inklusive Mutmaßungen) unter:
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Rechtsexperten-sehen-Licht-und-Schatten-im-ACTA-Internet-Kapitel-938959.html
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Netzsperren-bleiben-bei-Anti-Piraterie-Abkommen-ACTA-auf-der-Agenda-936811.html
http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Vertreter-sehen-ACTA-als-notwendig-im-Kampf-gegen-Urheberrechtsverletzungen-an-890239.html
@pwilli. – Mir wird die aufgesetzte Hysterie der “Piraten” und ihrem hier einsegelnden Anhang immer ominöser, zumal die “Partei” (“Piraten“), als vorgeblich ausgewiesener Net-Nerd, offensichtlich große Schwierigkeiten mit Urheberrechten hat und offenbar immer noch der infantilen Sicht anhängt, als gäbe es da eine “homogene Netzgemeinde”, die da grundsätzlich “der gute Mensch von Sezuan” sei.
Die Statements zur Freiheit im Web lesen sich wie infantile Ergüsse eines Kindergebetbuches. Es scheint so, als wünsche man förmlich einen rechtsfreien Raum und dies unter dem Wissen, dass das Internet – nach Aussagen ALLER Experten – der größte Tatort der Welt ist (nicht nur hinsichtlich der Urheberrechte). Für WEN sprechen die “Piraten” eigentlich: für die Geschädigten oder für die Piraten? Und mehr ist, dem jetzigen ACTA-Gerüst nach zu schließen, der Entwurf auch nicht … ein Anti-Piraten-Gesetz: Wer dreimal gegen die Urheberrechte verstößt fliegt aus der jeweiligen Web-Community (egal aus welcher und weltweit), wird der Verstoß durch einen Anbieter gefördert und dauernd toleriert, so wird Dieser “dicht” gemacht usw. – Und Nirgendwo ist auch nur der kleinste Hinweis darauf zu finden, dass das Gesetz darauf abzielt, das Internet, als Forum im Kampf um Menschenrechte, zu beschneiden, da die Verletzung des Urheberrechts kein Menschenrecht ist. Die “Piraten” tun überdies so, als seien “Facebook”, “Twitter” oder ein Dissident in China usw. in Gefahr … und speziell den “Piraten” müsste doch bekannt seien, dass sich soundso NIEMAND ohne “Fingerabdrücke” durch das Netz bewegen kann, speziell dann nicht, wenn er irgendwo im Netz “Stammkunde” ist. – Da muß bei Verstößen gegen das Urheberrecht (und darum geht es ja) nicht überwacht werden, wie es kolportiert wird; da bedarf es keiner Krake: da hat der jeweilige Internetanbieter von jedem Kunden (ob seriös oder unseriös) der verkauft oder einkauft eine EmailAdd und die IP … und wenn das Urheberrecht verletzt wird und der Inhaber motzt, dann kann es schon einmal Ärger geben, wobei – hinsichtlich ACTA – noch nicht einmal Bezug auf Paragraphen genommen wird, aus dem einfachen Grund: Es gibt, zumindest weltweit, keine übergreifenden Paragraphen. – Und darum wird “gerungen”.
Und wenn ständig im Fahrwasser der “Piraten” ein eindeutig rechtes Gekröse hier, oder anderswo, “einmarschiert” und auf “Gulag-Opfer” mimt, dass ständig durch “die Krake” verfolgt würde, dann werden es sich die “Piraten” wohl gefallen lassen müssen, sich immer wieder einmal deutlich zu erklären und zu distanzieren, da sonst weiterhin unklar bleibt, in wessen Namen man schreibt:
http://web.piratenpartei.de/OffenerBrief-100721-Offener-Brief-an-die-EU-Komission-und-an-die-regierung-der-Bundesrepublik-Deutschland
…zumal ständig behauptet wird, es seien Menschenrechte in Gefahr.
@pwilli, vielleicht sollte man bzgl. des ACTA-Gerüsts erst einmal abwarten, anstatt Gerüchte in die Welt zu setzen, und wer ausgewiesener Experte im internationalen Urheberrecht ist, sollte eigentlich dort mit am Tisch sitzen. – Vielleicht gehören ja die „Piraten“ dazu … und kriegen ne` Einladung …
[...] Krarrikatur von chruchill als Kraken mit einem Davidsstern über ihn. Das kann man hier, hier und hier nachlesen. Dort wird vorgeworfen, dass die Bildsprache antisemitisch sei. Natürlich wurde ich (mal [...]
@Axel Mylius
Ein paar kurze Fragen.
Hällst du das Postgeheimnis fuer eine gute Sache?
Glaubst du, das es gut ist, dass ein Arzt der Schweigepflicht unterliegt?
Glaubst du, das wer nichts Böses getan hat, auch nichts zu verbergen hat?
Du denkst also das Internet besteht nicht nur aus guten Menschen, glaubst aber bei den Providern die den gesamten Datentransfer kontrollieren sollen, wird es schon keine geben, die damit Unsinn anstellen.
Bei ACTA geht es eben nicht nur um Urheberrecht, sondern auch um Bürgerrechte. Hier fehlen die ausgewiesenen Spezialisten, wo sind deren Einladungen?
Hm, ich mach nochmal mit bei dem Spass :
Wenn eine etablierte Partei mit einem derartigen Vorwurf konfrontiert werden wuerde, wuerde sie nur eines dazu sagen:
Das ist doch absurd.
Allein der Umstand, dass es hier zu einem derartigen Beissreflex seitens der “Piraten”-Sympathisanten kommt, ermoeglicht doch erst eine Angriffsflaeche, auf die man projezieren kann, dass sich hier wohl der ein oder andere ertappt fuehlt.
Tja, vielleicht sollten die “Piraten” die politische Karriere nochmal ueberdenken, so von wegen Kueche und Hitze und so. Politik ist kein Kindergeburtstag, willkommen in der Realitaet.
@mar52
Gluecklicherweise sind Piraten eben keine normalen Politiker und auch keine normale Partei.
Das man sich gegen Vorwuerfe wehrt hat nichts damit zu tun, das man sich ertappt fuehlt, sondern vielmehr damit das einem die Meinung des Gegenuebers noch nicht ganz egal ist.
Angesichts der Uniwssenheit des Parteivorsitzenden (!) in Sachen rechtslastige Blätter und einer angesichts seiner Unwissenheit um so unverständlicheren trotzigen Reaktion auf den Hinweis, daß ein Interview in einem solchen Blatte wenigstens ungünstig ist, täten die Piraten gut daran, nicht mit gleichem Trotz über Hinweise auf andere Dinge dieser Art hinwegzugehen. Das ist arrogant und kindisch.
Das ist das Problem. Eine ahistorische und somit apolitische Haltung tut einer jungen Partei nicht gerade gut. Das Wegreden von Leckagen hilft dem Schiff doch wenig. Und ist von etablierten Parteien sattsam bekannt.
Korrektur: _Un_wissenheit. “Uni-” wäre ja zu wünschen.
@Wanred
Ich kann deine Fragen nur in zwei, von einander getrennten, “Blöcken” beantworten, da ich nicht weiß`, was der eine Block mit dem Anderen zu tun hat. Du fragst` nach dem Postgeheimnis, der ärztlichen Schweigepflicht und danach, ob ich der Ansicht bin, dass Jemand der nichts “Böses” getan hat, auch nichts zu verbergen hat oder hätte. – Auf die letzte Frage weiß` ich keine genaue Antwort (zumal im Kontext der Debatte), da mir die Frage zu philosophisch gehalten ist … aber grundsätzlich denke ich, dass wohl kein Mensch etwas zu verbergen hat, wenn er nichts Böses getan hat (wenn wir Straftaten und deren Verschleierung ausschließen). – Und selbstverständlich sind – zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte – die ärztliche Schweigepflicht sowie das Postgeheimnis Unabdingbar.
Beim zweiten Fragenkomplex setzt du Antworten voraus, die ich so nicht gegeben habe; überdies setzt du diesen Fragenkomplex in Verbindung (durch dein “also”) mit Fragen, die ich dir jetzt erst beantwortet habe.
– Und ja: Ich denke, dass das Internet nicht nur aus guten Menschen besteht. – Dass ich zeitgleich glaube, dass durch Anbieter kein “Unsinn” mit persönlichen Daten betrieben wird, ist deine Auslegung. Selbstverständlich können weder du noch ich, oder ACTA, ausschließen, dass “Unsinn” mit Daten betrieben wird. Die Post kann nicht ausschließen, dass gegen das Postgeheimnis verstoßen wird … die Ärztekammern können keine 100%ige Garantie zur Schweigepflicht ihrer Ärzte abgeben. Sollte das nun ein Hinderungsgrund für ein einheitliches Urheberrechtgesetz im Internet seien … und WO ist jenem ACTA-Gerüst zu entnehmen, dass – über die Mutmaßungen von @pwilli hinaus – jener Gesetzentwurf ein Freibrief für die Anbieter sei, ständig Daten abzuschöpfen um damit “Unsinn” zu betreiben?
@wanred. – Kennst du ausgewiesene Spezialisten für “Bürgerrechte im Internet” (von unserem Datenbeauftragten mal abgesehen), wenn es um den sachgemäßen Umgang mit Verletzungen des Urheberrecht im Internet geht? – Ich kenne keine.
Tja, wie gesagt, souveraener Umgang mit Kritik sieht anders aus.
Ich an Stelle der Piraten haette ja einfach die “das ist absurd”-Schiene gefahren und zwei Wochen spaeter die “schon lange geplante” Phase 2 der Kampagne “fristgerecht” gestartet, in der die ganzen Datenkraken durch ein anderes Motiv ersetzt werden. Dafuer kassiert man dann halt ein bisschen Haeme, die man aussitzt, und noch eine Woche spaeter koennte man sich wieder dem eigentlichen Thema widmen.
Aber hey, wer keinen Stress hat, macht sich halt welchen
Vielleicht waere ein Imageberater angebracht. Der Charme ambitionierter Amateure haelt nicht sehr lange.
‘n Freund von mir hat die Piratenpartei mal als Internet-SA bezeichnet – die Forenbeiträge hier scheinen mir das zu bestätigen …
So what? Die Verwendung einer Krake als Inkonographie ist ja nun alles andere als originell, sie ist universell. (*) Die leere Füllwissenschaft, die der Autor hier betreibt, nämlich nicht einmal methodenklappernd, sondern nur Leerfloskeln zitierend, quasi als Deko ein bisschen Semiotik anzupinseln, kaschiert eine elementare Polemik dieses Artikels:
Piratenpartei 2010
NSDAP 1938
Diese krasse Polemik stammt allein vom Autor des Artikels, und ergibt sich nicht aus der Darstellung selbst, die in der 1938 Version ihre besondere Aufladung durch den Davidsstern erhält. Natürlich handelt es sich, das versteht sich bei einer Polemik von selbst, nicht um eine Darstellung der NSDAP, sondern der vom Regime protegierten und in der Zeit nicht unumstrittenen Zeitung Streichers. Wen kümmert diese Ungenauigkeit, wenn es doch nur um Schmähung geht:
“Die Krake der Piratenpartei ist extrem erklärungsbedürftig, denn sie ist – ohne den entsprechenden Kontext – nicht als Daten-Krake erkennbar.”…”Das macht sie der Krake aus dem “Stürmer” von 1938 so ähnlich und legt die Vermutung nahe, dass sich hinter ihr ebenfalls ein geschlossenes Weltbild verbergen könnte.”
Hinzu ein wenig Wissen um den Prozess gegen Streicher garnieren, das natürlich irrelevant sei (genauso wie die Details zu Kaltenbrunner und Göring), wenn es nicht um Schmähung der Piratenpartei ginge. Natürlich geht es den Piraten gar nicht um eine Daten-Krake, sondern um eine ACTA-Krake.
(*) “Die Metapher der Krake scheint seit Ende des 19. Jahrhunderts zum Standardrepertoir der Karikaturisten zu gehören. Sie dient dabei als Sinnbild für eine erdrückende, alles an sich raffende Übermacht.” – in der Tat ein starkes Bild, das den Ernst bezüglich ACTA sehr gut beschreibt, ein Vertrag, bei dem es um den Zugang der ärmsten Länder zu Generika aus Indien geht, insbesondere HIV Medikamente, was den Wirtschaftsinteressen der Handelspolitik der Industriestaaten zuwider ist. Siehe z.B. http://www.youtube.com/watch?v=A1RESOGKuBU
Man vergleiche auch die Ausführungen von Rübig, um das geistige Fundament der ACTA-Unterstützer zu verstehen:
http://www.youtube.com/watch?v=2EK525GNv4g&feature=related
zum Beitrag von Robert Hampicke:
“Die Krake der Piratenpartei ist extrem erklärungsbedürftig, denn sie ist – ohne den entsprechenden Kontext – nicht als Daten-Krake erkennbar. Dieses gestalterische Problem hätte einfach gelöst werden können, indem zum Beispiel die Tentakeln der Krake als Computerkabel dargestellt werden.”
Mit Verlaub: So ein Humbug!
Die Krakenabbildung der Piraten ist nicht “extrem erklärungsbedürftig”, denn der entsprechende Kontext (sprich: gegen ACTA) ist in dem Bild explizit in Worten mit angegeben.
Es mag ja sein, dass Robert Hampicke sich persönlich eine Datenkrake anders vorstellt, aber solch subjektiver Eindruck ist hier völlig zweitrangig. Entscheidend ist, ob sich das Motiv aus sich selbst heraus oder vermittelt über den Kontext erklärt. Bei der von der Piratenpartei genutzten Abbildung ist sowohl im Motiv selbst wie auch mittels des Kontextes Inhalt und Aussage klar dargelegt.
Ich finde den Beitrag von Hampicke zudem ziemlich aufgeblasen:
Das Modell von Peirce ist nun wirklich banal, Linguistikstoff 1. Semester; meines Wissens in einigen Bundesländern auch Teil des Deutschunterrichts in Schulen. Hier wird so getan, als ob das etwas ganz Neues oder Hochtrabendes sei. – Ist es aber, wie gesagt, nicht.
Daraus dann die folgende Ableitung zu bilden,
“Das macht sie [die Krakenabbildung der Piratenpartei] der Krake aus dem “Stürmer” von 1938 so ähnlich und legt die Vermutung nahe, dass sich hinter ihr ebenfalls ein geschlossenes Weltbild verbergen könnte.”
zeugt von billigem Zurechtbiegen für den eigenen (schon vorher feststehenden) “Begründungs”zusammenhang. Wie schon oben dargelegt, ist die Ausgangsüberlegung einer Analogie zum “Stürmer” schon falsch hergeleitet, auf die dann der lange Sermon über eben dieses Blatt folgt. Quintessenz dieses über mehrere Absätze gehenden Textabschnitts ist dabei, dass beim Leser/ bei der Leserin der Eindruck hängen bleiben möge, dass die Piratenpartei irgendwie in der Ecke der Nazis zu verorten sei. Hier wird schlicht versucht, der Piratenpartei eine negative Konnotation (konkret: Nähe zum Faschismus) anzudichten.
Mensch mag über die Piratenpartei unterschiedlicher Meinung sein, sie vielleicht für unsinnig finden oder für typisch idealistisch-kleinbürgerlichen Murks halten, sich über deren doch oftmals recht unbedarften Herangehensweise an Politik aufregen, aber eines sind die Piraten sicher nicht: faschistisch oder antisemitisch.
Wer sich das Bild aus der Nazi-Postille “Stürmer” einmal anschaut, wird sofort sehen, dass diese über dem Haupt einen Davidstern trägt, also der “Stürmer”-Zeichner hier explizit die inhaltliche Aussage festgemacht hat, nämlich dass die Krake jüdisch sei, ergo eine jüdisch(-bolschewistisch)e Weltverschwörung vorläge. Eine Krake ohne Davidstern hat also selbst 1938, also 5 Jahre nach der Machtübertragung an die deutschen Nazis, offenbar nicht das Zeug zu einem Symbol (im Sinne Peirces) für diese Weltverschwörung gehabt. – Das darf mensch bei all den ausufernden Interpretationsverrenkungen auf NPD-Blog bitte einmal zur Kenntnis nehmen.
Um (noch einmal) den Vergleich mit Demonstrationen zu ziehen:
Nur weil Nazis die Aktionsform Demonstration nutzen, sind dadurch nicht auch alle übrigen Demonstrationen faschistischer Natur. Der Charakter und Inhalt einer Demonstration wird entweder explizit (Motto der Demo, Mitführen eindeutiger Symbolik, Slogans auf Transparenten) oder kontextual (wer nimmt an der Demo teil, was soll mit der Demo bezweckt werden) erkennbar. Bei einer Nazi-Demo ist dies im Regelfall durch eindeutige Slogans oder Mitführen bestimmter rechtsextremer Symbole erkennbar, bei Mimikri-Demos der Nazis (Stichworte z.B.: Auftreten der “Autonomen Nationalisten”) vielleicht auf den ersten Blick für Passant_innen nicht gleich als Faschist_innenaufmarsch erkennbar, aber letztlich durch personelle Zusammensetzung und Zielrichtung doch eindeutig definierbar.
Im Gegensatz dazu hat die gleiche Aktionsform bei z.B. antifaschistischen oder gewerkschaftlichen Demonstrationen unbestreitbar einen völlig anderen Inhalt, der dort sich durch entsprechende Motti, Slogans und personelle Zusammensetzung offenbart.
Es besteht also auch hier der Unterschied zwischen Form und Inhalt. Eine Form allein sagt noch nichts über den Inhalt aus.
PS: Peinlich und geschichtsblind ist es überdies, wenn ein Autor auf einem antifaschistischen Portal wie NPD-Blog von “Machtergreifung der NSDAP” spricht. Bekanntlich haben die Nazis nicht die “Macht ergriffen” (dieser Versuch schlug 1923 fehl), sondern ihnen wurde vom Monopolkapital die Macht bewusst übertragen, was dann im sog. “Ermächtigungsgesetz” im Reichstag durch alle bürgerlichen Parteien noch einmal parlamentarisch abgenickt wurde.
@retmarut
“Das Modell von Peirce ist nun wirklich banal, Linguistikstoff 1. Semester; meines Wissens in einigen Bundesländern auch Teil des Deutschunterrichts in Schulen. Hier wird so getan, als ob das etwas ganz Neues oder Hochtrabendes sei. – Ist es aber, wie gesagt, nicht.”
Das Motiv aus dem Stürmer wird übrigens auch im Geschichtsunterricht gelehrt. Trotzdem scheint es, folgt man den Kommentaren, komplett unbekannt zu sein.
Die Ausführungen zum Stürmer und zur Thematik Daten-Krake oder nicht Daten-Krake waren durch Kommentare zum Vorgänger-Artikel verursacht:
http://npd-blog.info/2010/07/02/antisemitische-bildsprache-bei-der-piratenpartei/
Ich sehe es als völlig legitim an, politische Kommunikation von Parteien zu vergleichen. Mein Ziel war nicht Gefühle zu verletzen, sondern eben dies zu tun.
Wer in Deutschland antisemitische Hetze der widerwärtigsten Art sehen möchte sollte jetzt demnächst Feierlichkeiten zum Ende des Ramadans besuchen.
Ich habe mir das einmal als stiller Beobachter angetan und konnte es kaum glauben (und musste benahe brechen), was dort abgeht würde wohl selbst gestandenen NPD’lern die Schamesröte ins Gesicht treiben.
Und auch hier stelle ich wieder die Frage? Warum werden die Millionen Muslime in Deutschland die eine antisemitische Einstellung haben und sich antisemitisch äussern nicht auch das genannt was sie sind:
nämlich Nazis
Und es sind nach ernstzunehmenden Studien wirklich leider die überwältigende Mehrheit der Moslems in Deutschland antisemitisch eingestellt.
Und wenn dieses sogar eher moslem-hätschelnde Kreise einräumen
(siehe hier: http://www.n24.de/news/newsitem_4850340.html) , ist es vermutlich noch schlimmer als wir denken.
Ernstzunehmende Studien? Natürlich ohne Primärquelle. Und die Sekundärquelle existiert nicht oder nichtmehr. Verrückt?!?
upps, heute morgen ging der Link noch.
Dort räumte sogar Grünen-Chef Özdemir den massiven Antisemitismus muslimischer Jugendlicher ein.
Ausserdem wurde auf folgende Studie der amadeu-antonio-stiftung verwiesen.
http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/antisemitismus-in-muslimisch-gepraegten-milieus/
siehe die Warnungen Ozdemirs alternativ auch hier:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,609288,00.html
und hier:
http://www.fr-online.de/politik/-staat-darf-sich-nicht-wegducken-/-/1472596/3352604/-/index.html
Und wie gesagt, wenn sogar dieser Mann, der es ja sonst mit der Wahrheit nicht so hat (siehe Bonus-Meilen-Affäre, unqualifizierten Äusserungen zu Sarrazin usw. )
das einräumt. Hallejulja, dann möchte man nicht wissen wie die ganze Wahrheit ist
…es wird dort auch auf “88 judenfeindliche Straftaten mit muslimischen Tatverdächtigen” (für das Jahr 2006) hingewiesen, die in diesem Blog vermutlich unter “rechtsextreme Straftaten” auftauchen, gell
Hallo Frank, voll höhö. Nein, diese Taten tauchen nicht unter rechtsextrem auf. Ihre Gegenrechnungen machen rechte Straftaten auch nicht besser. Zudem möchten wir Sie bitten, sich auch mal zum Thema zu äußern, sonst werden die Beiträge nicht mehr freigeschaltet.
hier auch noch mal die ursprünlich Sekundärquelle (es war versehentlich die ) in den Link geraten.):
http://www.n24.de/news/newsitem_4850340.html
So viel zum Thema: Verrückt?!?
“Laut der Studie „Integration und Integrationsbarrieren von Muslimen in Deutschland“ des Bundesinnenministeriums definieren 14 Prozent aller Muslime in Deutschland ihre Gemeinschaftsidentität politisch-ideologischund sympathisieren mit islamistischen Gesellschaftsvisionen. Israel, diffamiert als „zionistisches Gebilde“, spielt dabei eine wichtige Rolle. ”
…
“…der 3,4 Millionen Muslime in Deutschland…”
Das sind also maximal ca. 476.000 Muslime, die laut der Studie mit antisemitistischen Gesellschaftsvisionen sympatisieren.
“Warum werden die Millionen Muslime in Deutschland die eine antisemitische Einstellung haben”
Wie sehr setzen sie sich eigentlich mit Quellen auseinander, wenn sie diese zitieren? Und warum trotz wissenschaftlicher argumentation ad personam argumentieren?
Relativieren und verallgemeinern… scheint sich wie eine Seuche durch einige Gehirne zu fressen!
@35 (“demokrat”):
ich verstehe ja, dass sie mit dem, was sie als argument anführen, auf irgend etwas hinaus wollen. was das aber mit dem artikel oben zu tun haben soll, kann ich beim besten willen nicht nachvollziehen.
melden sie sich doch später noch einmal mit der genannten studie zu wort. über die kann man in anderem zusammenhang sicher sprechen. ihren schlusssatz sollte ich mir merken, der ist ja geradeaus filmreif.
was sie von sich geben, kann hier nur eine ablenkung von der fragwürdigen bildsprache eines kommunikationsmittes der piratenparteien sein. aber vielen dank für ihren beitrag.
.~.
Hat mit dem Artikel nichts zu tun. Nur mit den Kommentaren des “Frank”. Ich werde mich in Zukunft ein wenig zügeln und mehr am Thema bleiben, versprochen
Der Artikel ist mir wurscht. Ist sowieso nur Schwachsinn, da er von der N(SDAP)PD stammt.
Was mir jedoch ins Auge gestochen ist, ist die hübsche Mc Donalds-Werbung auf der rechten Seite. Muahaha, was für eine Ironie…
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