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	<title>Publikative.org &#187; Fußball</title>
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		<title>Nur Maulwürfe können den Fußball unterwandern</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 07:26:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[NRW]]></category>
		<category><![CDATA[Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Unterwanderung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Behauptung, der Fußball werde von rechtsextremen Gruppierungen unterwandert, wird immer wieder gern getroffen; sie erweist sich jedoch bei näherem Hinsehen als vorschnell und unpräzise. Statt um die Übernahme ganzer Vereine geht es vielmehr um die Legitimierung des ganz normalen, rechtsextremen Sportskameraden von nebenan.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Die Behauptung, der Fußball werde von rechtsextremen Gruppierungen unterwandert, wird immer wieder gern getroffen; sie erweist sich jedoch bei näherem Hinsehen als vorschnell und unpräzise. Statt um die Übernahme ganzer Vereine geht es vielmehr um die Legitimierung des ganz normalen, rechtsextremen Sportskameraden von nebenan.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Florian Schubert</em></p>
<p style="text-align: justify;">In den letzten Monaten gab es mehrfach Angriffe von rechten Fußbfallfans auf gegnerische und eigene Anhänger durch verbale Attacken oder körperliche Gewalt wie z.B. in <a href="http://nonazisbs.blogsport.de/2011/09/01/angriff-von-rechten-hooligans-auf-ultras" target="_blank">Braunschweig</a>, <a href="http://www.aachener-nachrichten.de/artikel/1924204" target="_blank">Aachen</a>, <a href="http://www.l-iz.de/Sport/Fu%C3%9Fball/2011/09/Nur-ein-Leutzscher-ist-ein-Deutscher-Rechte-im-Alfred-Kunze-Sportpark-29254.html" target="_blank">Leipzig</a>, <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsextremismus/fsv-zwickau-rechtsradikale-gesaenge-im-stadion/5901666.html" target="_blank">Zwickau</a> und Dresden.</p>
<p style="text-align: justify;"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/eyAYPNznQZA" frameborder="0" width="480" height="360"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Wenn dabei dann noch rassistische oder antisemitische Parolen gerufen wurden, spricht man schnell von der Unterwanderung des Fußballs durch Nazis wie z.B. „<a href="http://endstation-rechts.de/index.php?option=com_k2&amp;view=item&amp;id=6555:angriff-der-fans-%E2%80%93-%C3%BCber-ausschreitungen-in-deutschen-fu%C3%9Fballvereinen&amp;Itemid=840" target="_blank">Neonazis unterwandern die Fanszene des 1. FC Lokomotive Leipzig, rekrutieren dort neue Anhänger</a>“. Woher kommt diese Behauptung eigentlich und trifft sie zu?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Agitation statt Unterwanderung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In den 1980er-Jahren hatte Neonazi Michael Kühnen in einem Strategiepapier verkündet: „Kameraden, lasst uns verstärkt die Fußball-Fans für uns gewinnen, um sie als gewalttätiges Potential für uns einsetzen zu können. Mitglieder verschiedener gewalttätiger Neonazigruppierungen wurden und werden vor allem in die jeweiligen führenden Fanclubs eingeschleust. Von dort aus versuchen sie dann, im Stadion noch mehr Fuß zu fassen. Dabei bedienen sich die Neonazis auch der Skinheads, sind größtenteils mit ihnen identisch.“</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/-UzseY0SJ7Y" frameborder="0" width="480" height="390"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">In der Nachbetrachtung muss allerdings festgestellt werden, dass dies nicht so funktioniert hat, wie es sich Kühnen und die ANS/NA (Aktionsfront Nationaler Sozialisten/Nationale Aktivisten) erhofft hatten. So gab es zwar in den 1980er-Jahren genug Kurven, wo „Potenzial“ verortet wurde – wie z.B. bei Borussia Dortmund, dem Hamburger SV, Hertha BSC und Arminia Bielefeld – und in denen sich ein nicht geringer Teil der Fanszene mit rechten Parolen und neofaschistischer Ideologie anfreunden konnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch hinter der Strategie von Kühnen stand mehr. Er träumte davon, mithilfe von gewalttätigen Fußballfans eine eigene schlagkräftige Truppe zusammenzustellen, die er und andere als militanten Arm für den Schutz von Demonstrationen und Veranstaltungen sowie für gezielte Angriffe auf politische Gegner benutzen konnten. Das Ziel war also, die Fanszene für politische Ziele zu benutzen. Es ging nicht in erster Linie darum, die Stadionkurven in ein Aufmarschterritorium mit entsprechendem äußeren Erscheinungsbild zu verwandeln. Und noch weniger ging es darum, Fußballvereine zu unterwandern und dort die Führung zu übernehmen. Das war nie die Idee, die hinter der Annäherung an die Fanszene stand. Deswegen muss im Rückblick auf die 1980er-Jahre auch von Agitationsversuchen und nicht von Unterwanderungsversuchen gesprochen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">So einfach jedoch ließen sich die Fangruppen nicht für diese Pläne benutzen. Zu sehr herrschten Misstrauen und Ablehnung gegenüber Parteien und politischen Organisationen. Zwar gab es durchaus Überschneidungen der Fanszen mit Neonazi-Organisationen wie bei der Borussenfront in Dortmund, den Löwen beim Hamburg SV oder in Aachen mit den Alemannia Supporters, um nur drei zu erwähnen. Doch die Mehrzahl der Fangruppierungen wahrte Abstand zu den Agitations- und Organisierungsversuchen der Nazis. Dies soll die diversen Vorfälle und Angriffe der damaligen Zeit mit rassistischem Hintergrund, das Aufhängen von Reichskriegsfahnen oder das Zeigen des Hitlergrußes usw. in keinster Weise verharmlosen. Es geht darum, die richtige Analyse zu treffen, um geeignete Gegenmaßnahmen vornehmen zu können. Fans mit rechter Gesinnung stehen seit den Agitationsversuchen der 1980er-Jahre unter dem Verdacht, den Fußball unterwandern zu wollen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Und heute?</strong></p>
<div id="attachment_1448" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2008/03/chemnitz_kuehnen_gruss2.jpg"><img class="size-medium wp-image-1448 " title="Kühnen-Gruß" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2008/03/chemnitz_kuehnen_gruss2-300x254.jpg" alt="Chemnitz-Block beim Auswärtsspiel bei St. Pauli im April 2006." width="300" height="254" /></a><p class="wp-caption-text">Chemnitz-Block beim Auswärtsspiel bei St. Pauli im April 2006.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Auch in den letzten Monaten gab es diverse Vorfälle im Bundesliga- wie auch im Amateurfußball, an denen rechte Fans beteiligt waren. Aktuell sei hier auf zwei Vorfälle bei Hallenturnieren verwiesen: zum einen die Angriffe von Lübecker Fans auf St.-Pauli-Fans Anfang des Jahres, bei denen u.a. ein Transparent mit der Aufschrift: „Kein Mensch ist Illegal!“ heruntergerissen wurde, begleitet durch Rufe wie: <a href="http://www.fcstpauli.com/magazin/artikel.php?artikel=10473&amp;menuid=57" target="_blank">„Schwule, Schwule“, „Judenkinder“, „Zick Zack Zigeunerpack“</a>. Sowie die Angriffe auf Fans von Tennis Borussia Berlin bei einem <a href="http://www.publikative.org/2011/12/28/tolle-kulisse-tebe-fans-fluchten-von-hallenturnier/" target="_blank">Turnier in Frankfurt/Oder Ende des vergangenen Jahres</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch ist es auch hier nicht so, dass diese Gruppen aktiv versuchen würden, Vereine zu unterwandern. Sie sind „einfach“ Teil der Fanszene. Angegriffen und betroffen sind gegnerische Fans, die sich gegen diskriminierende Verhaltensweisen und Äußerungen beim Fußball engagieren und damit als Linke gelten, die im Stadion ebenso wie in der Politik nichts zu suchen hätten. Gewalttätige rechte Fans sind damit zuerst einmal eine Gefahr für Fangruppen, die sich gegen diskriminierende Verhaltensweisen beim Fußball engagieren. Sie werden fälschlicherweise von Verbands-, Vereins- oder Medienvertretern oft als „sogenannte“ Fans bezeichnet, als würde sie von außen ins Stadion eindringen und hätten nichts mit der Fanszene des Vereins zu schaffen.</p>
<p style="text-align: justify;">Entsprechend sehen die Bilder aus, die dann in <a href="http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/nazisamateurfussball101.html" target="_blank">Medienberichten</a> aufgeworfen werden: „Experte: Neonazis unterwandern Amateurfußball. [Aber die] Rechtsextremisten agieren nach Meinung von Fachleuten [dabei] nicht mehr so plump wie früher.“ Oder „<a href="http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/rechtsextremismus-im-sport" target="_blank">gegen die Versuche von Personen mit rechtsextremistischen Hintergründen Sportvereins- und -verbandsstrukturen zu unterwandern</a>“. Meist wird dabei von Unterwanderung geschrieben, ohne sich genauer anzusehen, was tatsächlich passiert. Dies führt dann zu <a href="http://www.gmx.net/themen/sport/fussball/sonstiges/048j8vs-amateur-klubs-im-visier-der-npd" target="_blank">Behauptungen</a> wie dieser: „Und so mischen sich die braunen Kameraden immer stärker unter die Anhängerschaft des Amateur-Fußballs, gründen gleich selbst eigene Kicker-Vereine – wie etwa den &#8216;SV Germania Hildburghausen&#8217; – oder schleusen wenigstens NPD-Funktionäre als Schiedsrichter oder Jugendtrainer in bestehende Mannschaften ein.“ </p>
<p style="text-align: justify;">Vereinsvertreter fragen in Diskussionen „Wie sollen wir mit der Gefahr der Unterwanderung durch Neonazis umgehen, was können wir dagegen tun?“ Dieser Blick auf eine Gefahr, die vermeintlich von außen kommt, ist falsch und irreführend. Sie zeugen von einer verzerrten Sicht auf die Dinge und einem zumindest problematischen Verständnis von der Problematik.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Teil des Fußballs</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es geht nicht darum, dass ein Verein von Nazis ausgesucht wird, sich diese dort heimlich anmelden und erst einmal bedeckt halten, um sich dann im richtigen Augenblick in den Vorstand wählen lassen und zack ist ein neuer Naziverein entstanden. Dies passiert nicht. Diese Sichtweise verstellt den Blick auf das Wesentliche: Fans oder Vereinsfunktionäre mit einer politisch rechten Einstellung sind Teil der Vereine und der Fanszene.</p>
<p style="text-align: justify;">Damit kommen wir zu dem zweiten Aspekt der Unterwanderung, der Funktionäre oder Aktive betrifft. Die meisten Trainer, Schiedsrichter und Spieler, deren politische Nähe zu Neonazis oder NPD thematisiert wurde, haben im Verein vorher keine offensive politische Überzeugungsarbeit geleistet. Und auch folgende Sichtweise entspricht <a href="http://www.gmx.net/themen/sport/fussball/sonstiges/048j8vs-amateur-klubs-im-visier-der-npd" target="_blank">meist nicht der Realität</a>: „Und hat der nette Nazi von nebenan mit seinem ehrenamtlichen sozialen Engagement erst Anerkennung und Vertrauen gewonnen, lässt sich auch mal das Thema Politik einbringen.“ </p>
<p style="text-align: justify;"> Die Realität beweist eher, dass sich die Betroffenen politisch meist ganz still verhalten. Gerade weil sie wissen, dass es für sie unangenehm werden kann, wenn sie sich politisch positionieren. So war etwa Lutz Battke jahrelang als <a href="http://www.publikative.org/2010/10/02/npd-jugendtrainer-landessportbund-pruft-fall-battke/" target="_blank">Trainer einer Jugendmannschaft im Sächsischen Anhältischem Laucha aktiv</a>, ehe seine NPD-Mitgliedschaft von Medien veröffentlicht wurde. Der Verein stellte sich bis zum Schluss hinter seinen Trainer, dieser sei politisch während seiner ganzen Tätigkeit nicht aufgefallen und man habe gegen ihn deshalb nichts vorzuweisen. Der Verein ließ Battke, der auch Schiedsrichter ist, auch weiterhin Spiele pfeifen, bis mit Ausschluss aus dem Ligaverband gedroht wurde. Der Präsident des Vereins <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/npd-abgeordneter-als-jugendcoach-der-trainer-mit-dem-hitlerbart/1897604.html" target="_blank">ließ verlauten</a>: „Battke hat im Verein die volle Rückendeckung, weil wir das Ganze nicht als Politikum sehen.“  Der <a href="http://www.tagesspiegel.de/sport/npd-abgeordneter-als-jugendcoach-der-trainer-mit-dem-hitlerbart/1897604.html" target="_blank">Tagesspiegel</a> hat einen Trainerkollegen befragt: „Das sei alles sehr schade. Er könne nur Gutes über ihn berichten, er sei nie negativ aufgefallen, und die Kinder würden gerne ins Training gehen. “</p>
<div id="attachment_17170" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/03/screenshot211.jpg"><img class="size-medium wp-image-17170" title="Battke und Apfel" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/03/screenshot211-300x218.jpg" alt="Lutz Battke und Holger Apfel bei einer NPD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt (Screenshot infothek dessau)" width="300" height="218" /></a><p class="wp-caption-text">Lutz Battke und Holger Apfel bei einer NPD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt (Screenshot infothek dessau)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Dieses Verhalten von Vereinsseite ist beispielhaft für den Umgang von Klubs mit Trainern oder Schiedsrichtern aus dem Umfeld der Naziszene. Bis zuletzt wird versucht zu verharmlosen. Solange die Betroffenen ihre politischen Standpunkte nicht an die große Glocke hängen, wird ihre Mitgliedschaft toleriert. Denn in den Vereinen funktioniert nach wie vor die Logik und Selbstbeschränkung, dass Politik im Sport nichts zu suchen habe. Wer sich also politisch ruhig verhalte, ist herzlich willkommen. Es gilt das Motto „Wir sind unpolitisch“, eigentlich jedoch wollen Vereine damit ausdrücken „Wir sind politisch neutral“. Dass ein Standpunkt gegen diskriminierende Positionen und Verhaltensweisen dazu nicht im Widerspruch steht, wird oft übersehen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Legitimierung statt Unterwanderung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Aber um was geht es den rechten Protagonisten dann? Es geht darum, Vertrauen aufzubauen und eine Legitimierung zu erreichen. Sie wollen punkten, indem sie als ganz normaler Fan oder Vereinsmensch von nebenan ankommen. Genau das zeigen die bisherigen Vorfälle meist sehr deutlich: Die Menschen sind durch ihre Funktionen anerkannt und in den ehrenamtlichen Strukturen des Sports auch schwer entbehrlich, so fällt es dem Umfeld nicht leicht, sich von ihnen abzugrenzen. Erreicht wird so eine Herstellung von Normalität. Es soll halt nicht als un-normal gelten, wenn ein Nazi im Stadion oder bei der Vereinsversammlung neben dir sitzt. Die Strategie, die dahintersteht, ist die Strategie der Legitimierung und nicht die der Unterwanderung. Dies sind zwei verschiedene Dinge und sollten auch auseinandergehalten werden!</p>
<p style="text-align: justify;">Des Weiteren verhindert die Annahme der „äußeren Bedrohung“ eine Sicht auf den eigenen Nachwuchs und die eigene Rolle. Was ist z.B. mit dem jugendlichen Vereinsmitglied, das sich in seiner Freizeit für Rechtsrock und Kameradschaften interessiert? Doof nur, dass er seit der F-Jugend im Verein spielt und zusätzlich auch noch ein Leistungsträger in seiner Mannschaft ist. Auf diese Gefahr sollten Vereine ihr Augenmerk legen: Wie können Vereine dazu beitragen, dass sich Mitglieder, egal ob Jung oder Alt, nicht mit einer faschistischen und menschenfeindlichen Ideologie sympathisieren? Wie sehen die Strukturen und Werte auch im Verein aus, die eine Nähe zu diskriminierenden Meinungen und Verhaltensweisen eher fördern als verhindern? Dies ist die Diskussion, die in den Vereinen gestartet werden muss. Ein Verein, der sich aufgrund seiner Ausrichtung gegen Diskriminierung jeglicher Art stellt und dies vorlebt, der braucht sich eher keine Gedanken darüber zu machen, ob er von außen oder innen unterwandert werden könnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://www.publikative.org/2012/01/11/dahin-wo-es-weh-tut/" rel="bookmark">Dahin, wo es weh tut!</a>, <a href="http://www.publikative.org/2011/12/28/tolle-kulisse-tebe-fans-fluchten-von-hallenturnier/" rel="bookmark">“Tolle Kulisse”: TeBe-Fans flüchten von Hallenturnier</a>, <a href="http://www.publikative.org/2011/12/19/das-unpolitische-wir-der-fanszene/" rel="bookmark">Das unpolitische Wir der Fanszene</a>, <a href="http://www.publikative.org/2011/12/16/werder-schliest-npdler-puhse-endgultig-aus/" rel="bookmark">Werder schließt NPDler Pühse endgültig aus</a>, <a href="http://www.publikative.org/2011/12/15/nach-angriff-der-karlsbande-offener-brief-an-alemannia-aachen-aus-bremen/" rel="bookmark">Angriff der “Karlsbande”: Offener Brief an die Alemannia</a>, <a href="http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/" rel="bookmark">Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?</a>, <a href="http://www.publikative.org/2011/10/10/vorwarts-und-vergessen/" rel="bookmark">Vorwärts und vergessen</a>, <a href="http://www.publikative.org/2010/10/16/laucha-battke-for-burgermeister/" rel="bookmark">Laucha: Battke for Bürgermeister</a>, <a href="http://www.publikative.org/2010/10/13/italien-gegen-serbien-arm-hoch-und-hose-runter/" rel="bookmark">Italien vs Serbien: Arm hoch, Hose runter</a>, <a href="http://www.publikative.org/2010/10/02/npd-jugendtrainer-landessportbund-pruft-fall-battke/" rel="bookmark">NPD-Jugendtrainer: Sportbund prüft Fall Battke</a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=23264&amp;md5=28c08f61c8fbfd3b41dec0be7ca2a747" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Polizei fordert …</title>
		<link>http://www.publikative.org/2012/02/03/die-polizei-fordert/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 13:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Selmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Fans]]></category>
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		<category><![CDATA[Stadionverbote]]></category>

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		<description><![CDATA[...und alle schreiben mit. Einmal mehr erweist sich die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG), in diesem Fall der niedersächsische Landesverband, als begabter Stichwortlieferant für Law-and-Order-Politik mit Informationsscheuklappen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>&#8230;und alle schreiben mit. Einmal mehr erweist sich die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG), in diesem Fall der niedersächsische Landesverband, als begabter Stichwortlieferant für Law-and-Order-Politik mit Informationsscheuklappen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Positionspapier der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) zum Thema Fußball und Gewalt, das via dpa den Weg in <a href="http://www.stern.de/sport/fussball/polizei-fordert-lebenslange-stadionverbote-1781650.html">zahlreiche</a> <a href="http://www.frankenpost.de/sport/ueberregional/fussball/Polizei-fordert-lebenslange-Stadionverbote;art2810,1889222" target="_blank">Medien</a> fand, ist aber auch zu verlockend, um es nicht einfach abzuschreiben. Schließlich gibt es ja als Folge von tausenden Gewalttätern <a href="http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/fussball957.html" target="_blank">„Randale und Gewalt in deutschen Fußball-Stadien“</a>. Wen interessiert’s da schon, dass die deutsche Bundesliga kürzlich erst ihre <a href="http://www.abendblatt.de/sport/fussball/article2169967/Zuschauer-und-Umsatzrekord-in-der-Fussball-Bundesliga.html" target="_blank">Erfolgsbilanz</a> in Sachen Zuschauerzahlen präsentieren konnte und <a href="http://www.soccerissue.com/2012/02/03/the-bundesliga-understands-football-better-2/" target="_blank">europaweit</a> als Vorbild gilt, übrigens gerade auch was den Umgang mit Fans angeht?</p>
<p style="text-align: justify;">Was spielt es für eine Rolle, dass Stadionverbote <a href="http://fananwaelte.de/Forderungen/Stadionverbote/1,000000306301,8,1 " target="_blank">aus juristischer Sicht </a>als durchaus fragwürdiges Ersatzstrafrecht betrachtet werden – und dabei reden wir nicht einmal von lebenslangen Ausschlüssen? Und die Deutsche Polizeigewerkschaft? Hey, wer wäre kompetenter, sich zu diesem Thema zu äußern als eine Organisation, deren ehemaliger Vorsitzender schon mal davon sprach, dass Stadionbesuche in Deutschland an sich schon <a href="http://www.derwesten.de/sport/fussball/hieronymus-kritisiert-gewerkschafts-chef-wendt-id3464224.html" target="_blank">Lebensgefahr</a> mit sich brächten? Da haben wir es doch offensichtlich mit den allerbesten Experten zum Thema zu tun. Kein Wunder also, dass wir das einfach abschreiben.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir fordern übrigens weiterhin <a href="http://www.publikative.org/2012/01/11/dahin-wo-es-weh-tut/" target="_blank">Recherchegebote</a> für <a href="http://www.publikative.org/2011/11/09/distanzlos-gegen-fangewalt/" target="_blank">Journalisten</a>. <a href="http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/" target="_blank">Lebenslang</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/b5c205562dc64096b939b9956ca90e4f" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=23282&amp;md5=5fca69d6edd9faf661e902d9562d2f4f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Fans gewinnen renommierten Forscher für U-Kommission</title>
		<link>http://www.publikative.org/2012/01/25/fusballfans-gewinnen-renommierten-forscher-fur-u-kommission/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 19:04:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category>
		<category><![CDATA[Feltes]]></category>
		<category><![CDATA[Polizeieinsatz]]></category>
		<category><![CDATA[Schweinske-Cup]]></category>
		<category><![CDATA[Ultras]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein angesehener Kriminologe und Polizeiwissenschaftler wird die Vorfälle beim Schweinske-Cup Anfang Januar in Hamburg aufarbeiten. Die St. Pauli-Fans konnten Prof. Dr. Feltes für den Vorsitz einer Untersuchungskommission gewinnen. Diese soll die Ausschreitungen sowie den Polizeieinsatz in der Hamburger Sporthalle untersuchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Ein angesehener Kriminologe und Polizeiwissenschaftler wird die Vorfälle beim Hamburger Schweinske-Cup in Hamburg aufarbeiten. Die St. Pauli-Fans konnten Prof. Dr. Feltes für den Vorsitz einer Untersuchungskommission gewinnen. Diese soll die Ausschreitungen sowie den Polizeieinsatz in der Hamburger Sporthalle untersuchen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Am 14. Januar 2012 hatten St. Pauli-Fans im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung zu den Vorfällen beim Schweinske-Cup beschlossen, eine unabhängige Untersuchungskommision einzuberufen, wie <a href="http://www.publikative.org/2012/01/15/fusballchaoten-setzen-untersuchungskommission-ein/" target="_blank">Publikative.org bereits berichtet hatte</a>. Nun liegen uns Details zu der Kommission vor. Die St. Pauli-Fans konnten mit <a href="http://www.thomasfeltes.de/" target="_blank">Prof. Dr. Thomas Feltes von der Ruhr-Universität Bochum</a> einen renommierten Wissenschaftler für die Kommission gewinnen. Feltes ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der DFL und wird die Untersuchung der Vorfälle bei dem Hallenturnier federführend leiten. Auch bei einer Task Force zu Vorfällen bei einem Auswärtsspiel von <a href="http://www.bvb-fanabteilung.de/neuigkeiten/aktuelles/3109-gewalt-in-sevilla.html" target="_blank">Borussia Dortmund in Sevilla</a> sind Feltes bzw. dessen Mitarbeiter involviert.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Innensenator: &#8220;Es tut mir leid!&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Rund 300 Fans hatten über die Konsequenzen aus den Vorfällen bei dem Hallenturnier diskutiert. Dabei war auch ein Überraschungsgast: Hamburgs Innensenator Michael Neumann erschien bei dem Treffen im “Centro Sociale” in St. Pauli - und meldete sich ebenfalls zu Wort. Er sei als Privatmann gekommen, so der SPD-Politiker, ohne Personenschützer, weil er ein eigenes Interesse habe, das Geschehen beim Schweinske-Cup aufzuarbeiten. “Das ist nicht alles richtig gelaufen”, kommentierte Neumann im Hinblick auf den Polizeieinsatz, bei dem es Dutzende Verletzte durch Knüppel und Tränengas gegeben hatte. Der Innensenator drückte sein Bedauern aus: “Es tut mir um jeden Verletzten leid”, so Neumann wörtlich.</p>
<div id="attachment_22444" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/01/schweinskecu.jpg"><img class="size-medium wp-image-22444" title="stpauli" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/01/schweinskecu-300x205.jpg" alt="St. Pauli-Block beim Schweinske-Cup vor dem Angriff der Lübecker und dem Einsatz der Polizei" width="300" height="205" /></a><p class="wp-caption-text">St. Pauli-Block beim Schweinske-Cup vor dem Angriff der Lübecker und dem Einsatz der Polizei</p></div>
<p style="text-align: justify;">Zahlreiche Augenzeugen in der Halle hatten bereits unmittelbar nach den Ereignissen das Handeln der Polizei und die mediale Darstellung der Ereignisse massiv kritisiert. Dutzende Augenzeugen fertigten mittlerweile Gedächtnisprotokolle an: So schrieb ein Vater von zwei Jugendlichen, die das Turnier besucht hatten, in einem Brief an den Innensenator, der Publikative.org vorliegt, seine Kinder seien von der Polizei “angegriffen und verletzt, und nicht, wie es ihre Aufgabe gewesen wäre, vor Gewalttätern geschützt” worden.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Fanladen St. Pauli bittet nun alle Fans, ihre Beobachtungen und Gedächtnisprotokolle zu den Vorfällen beim Schweinske Cup 2012 an das Fanprojekt des FC St. Pauli, den Fanladen St. Pauli zu schicken. Per Mail an info@stpauli-fanladen.de oder per Post in die Brigittenstraße 3, 20359 Hamburg. Die Daten werden laut Fanladen vertraulich behandelt, alle eingehenden Berichte und Protokolle an die Untersuchungskommision weiter geleitet und abschliessend gelöscht und/oder vernichtet. Auf Wunsch werden die Protokolle auch nur anonymisiert weitergegeben!</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Thomas Feltes ist Inhaber des Lehrstuhls für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2007 ist er auch kooptiertes Mitglied der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Von 2006 bis 2008 gehört Feltes dem Gründungssenat der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster an. Über seine Tätigkeit als Lehrender hinaus ist Feltes Wissenschaftlicher Berater des Europarates, der UN und der OSZE. Zudem war er Generalberichterstatter und Chairperson der Konferenz „Polizei und Menschenrechte“ des Europarates im Juni 1999 sowie Gutachter für das amerikanische Justizministerium zum gleichen Thema (1999). Zwischen 1999 und 2002 war er Mitglied der Sucht- und Drogenkommission der Bundesregierung. Seit vielen Jahren ist er als forensischer Gutachter (vor allem zur Sicherungsverwahrung und zu Rückfallprognosen) für Gerichte tätig.  Er gibt seit 1992 zusammen mit Hans-Jürgen Kerner die Reihe &#8220;Empirische Polizeiforschung&#8221; im Felix-Verlag, Holzkirchen heraus und seit 2005 die &#8220;Bochumer Schriften zu Rechtsdogmatik und Kriminalpolitik&#8221; (zusammen mit Rolf D. Herzberg und Holm Putzke). Er ist Herausgeber des „Polizei-Newsletter“, der seit 1999 erscheint. Sein Literaturverzeichnis enthält über 160 Buch- und Zeitschriften-Veröffentlichungen in den Bereichen Polizei, Justiz, Kriminologie, (Jugend-)Strafrecht. (Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Feltes" target="_blank">Wikipedia</a>)</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://www.publikative.org/2012/01/11/dahin-wo-es-weh-tut/" rel="bookmark">Dahin, wo es weh tut!</a>, <a title="Gewaltorgie beim Hallenturnier: Des Rätsels Lösung" href="http://www.publikative.org/2012/01/08/des-ratsels-losung/" rel="bookmark">Gewaltorgie beim Hallenturnier: Des Rätsels Lösung</a>, <a title="Überbieten und Strafen" href="http://www.publikative.org/2011/11/14/uberbieten-und-strafen/" rel="bookmark">Überbieten und Strafen</a>, <a title="Über Fußballgewalt reden heißt von Auschwitz schweigen" href="http://www.publikative.org/2011/11/10/fusballgewalt-von-auschwitz-schweigen/" rel="bookmark">Über Fußballgewalt reden heißt von Auschwitz schweigen</a>, <a title="Distanzlos gegen Fangewalt" href="http://www.publikative.org/2011/11/09/distanzlos-gegen-fangewalt/" rel="bookmark">Distanzlos gegen Fangewalt</a>, <a title="Etwas Besseres als diesen Journalismus" href="http://www.publikative.org/2011/10/30/besser-jounalismus/" rel="bookmark">Etwas Besseres als diesen Journalismus</a>, <a title="Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?" href="http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/" rel="bookmark">Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?</a></p>
<p style="text-align: justify;">:<img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/96f94f2e1c3e4d8db2950de53c0bd0be" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=22960&amp;md5=4084d14ded4dd6db66f64278d405cfae" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Diskret in den Farben, ernst in der Sache</title>
		<link>http://www.publikative.org/2012/01/17/diskret-in-den-farben-ernst-in-der-sache/</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 13:52:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Selmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<description><![CDATA[Am Wochenende fand in Berlin der Fankongress 2012 statt. Organisiert von Fans für Fans, Verbände, Vereine, Medien und die Polizei, auch wenn die nicht mitmachen wollte. Diskutiert wurde über Stadionverbote, Pyrotechnik und die Frage, wem der Fußball – nicht nur in Deutschland – eigentlich gehört.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Am Wochenende fand in Berlin der Fankongress 2012 statt. Organisiert von Fans für Fans, Verbände, Vereine, Medien und die Polizei, auch wenn die nicht mitmachen wollte. Diskutiert wurde über Stadionverbote, Pyrotechnik und die Frage, wem der Fußball <strong><strong><strong><strong>– </strong></strong></strong></strong>nicht nur in Deutschland – eigentlich gehört<strong>.</strong></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Nicole Selmer*</em></p>
<p style="text-align: justify;">In diskretem dunklen Look und ohne auffällige Bekenntnisse zu Verein oder Gruppierung sind die meisten Besucher des Fankongresses erschienen. Gemeinsames Merkmal der Organisatoren ist das Logomotiv <a href="http://www.youtube.com/watch?v=zYWCfoF-bm8&amp;context=C3c4710fADOEgsToPDskLdrN4HdCDqp11ZTwGaZUJs " target="_blank">„Zum Erhalt der Fankultur“</a> und die T-Shirts von ProFans, dem bundesweiten Zusammenschluss von Ultra- bzw. Fangruppen. ProFans hat die Veranstaltung auf die Beine gestellt und war bereits maßgeblich an der Organisation der Fandemo in Berlin im Oktober 2010 beteiligt. Aus dieser entstand die Idee zum Kongress als weiterer, vereinsübergreifender Aktion.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_22656" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.publikative.org/2012/01/17/diskret-in-den-farben-ernst-in-der-sache/fankongress-4/" rel="attachment wp-att-22656"><img class=" wp-image-22656" title="fankongress 4" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/01/fankongress-4-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Foto: www.fankongress-2012.de</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Start ist am Samstagmorgen, Tagungsdisziplin und Pünktlichkeit sind ebenso bemerkenswert wie die praktisch perfekte Organisation. Die gesamte Veranstaltung ist von Fans ehrenamtlich organisiert und getragen von einer großen Ernsthaftigkeit in der Sache und respektvollem Umgang miteinander. Auf den Podien, in den Workshops und in den Essenspausen (inklusive vegetarischer Menüwahl) diskutieren und organisieren Unioner mit Herthanern und Dresdnern, Münchener mit Nürnbergern und Fürthern. Insgesamt sind es über 550 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von über 60 Vereinen. Der zweite Kongresstag am Sonntag ist dem Blick über die Landesgrenzen gewidmet mit Referentinnen und Referenten aus Italien, England, der Türkei, Frankreich, Spanien oder Norwegen. Organisationen und Initaitiven wie die <a href="http://fananwaelte.de" target="_blank">Fananwälte</a> oder die <a href="http://fussballfansgegenhomophobie.blogsport.de/" target="_blank">Fußballfans gegen Homophobie</a> präsentieren zudem ihre Arbeit auf dem &#8220;Markt der Möglichkeiten&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Polizei hat nichts zu sagen &#8211; rückt aber an</strong><br />
Die <a href="http://fankongress-2012.blogspot.com/p/programm.html " target="_blank">Palette der Themen</a> ist breit: Stadionverbote, Anstoßzeiten, 50+1-Regel, Pyrotechnik, Fanutensilien oder Aktivitäten von Ultras neben dem Fußball. Konkrete Resultate, wie Dinge verbessert werden können, stehen allerdings am Ende der zwei Tage nicht zu Buche, dafür fehlen auf Seiten der Kommunikationspartner wohl auch die tatsächlichen Entscheidungsträger; vorerst bleibt es beim Versprechen, den Dialog nicht abreißen zu lassen. Das wichtigste Ergebnis ist daher die Tatsache, dass der Kongress stattfindet und dass gesprochen wird – miteinander, mit den (wenigen) Vertretern von Verbänden und Vereinen und mit der Presse. Dem Dialog entzogen hat sich dagegen die Polizei : In letzter Minute hatte der eingeladene Vertreter der ZIS, der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze, die die Datei Gewalttäter Sport führt und Jahresberichte zum Stand der Dinge in Sachen Fußballgewalt veröffentlicht, abgesagt. Sein Vorgesetzter, so ließ er ausrichten, habe ihm die Teilnahme „aus dienstlichen Gründen“ untersagt. Ein peinlicher Nicht-Auftritt, der auch durch den <a href="http://www.allgemeine-zeitung.de/sport/national_und_international/fussball/nachrichten/11567975.htm" target="_blank">spontanen Kontrollbesuch</a> des Tagungsortes durch vier Mannschaftswagen und Zivilbeamte am Samstagabend nicht unbedingt verbessert wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Polizei, die nicht reden will, ist jedoch <a href="http://www.publikative.org/2012/01/15/fusballchaoten-setzen-untersuchungskommission-ein/" target="_blank">einer der Hauptakteure in den Konflikten</a>. Gegen die teilweise <a href="http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/" target="_blank">massiv geschürte mediale Hysterie</a> der letzten Monate um die Gefährlichkeit der deutschen Stadien setzen die Fans eine andere Sicht der Dinge, etwa den Hinweis auf willkürliche Polizeiaktionen mit Pfeffersprayeinsätzen. Gefahr im Stadion? Ja, aber anders als gedacht – „Ich habe Angst, von Polizisten verletzt zu werden“, so die Zusammenfassung eines langjährigen Union-Fans.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_22655" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.publikative.org/2012/01/17/diskret-in-den-farben-ernst-in-der-sache/fankongress-1/" rel="attachment wp-att-22655"><img class="size-medium wp-image-22655 " title="fankongress 1" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/01/fankongress-1-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Foto: www.fankongress-2012.de</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"><strong>Unausgetragene Widersprüche</strong><br />
Die Berichte von Fans aus anderen Ländern am Sonntag sind für die deutschen Fans ermunternd und desillusionierend zugleich. Es gibt viel Lob für die hiesigen vereinsübergreifenden Bemühungen um den Erhalt der Fankultur. Ein Kongress wie dieser scheint derzeit nirgends sonst in Europa möglich, die italienische und englische Fankultur sind schon zu Grabe getragen, andere Referenten berichten von Fanausweisen als wirtschaftlicher Abzocke, Auswärtsfahrtverboten, Auflösungen von Fangruppen und Gesetzgebungen, die für die bloße Mitnahme von pyrotechnischen Artikeln Gefängnisstrafen vorsehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei allem verdienten Eigen- und Fremdlob für die Veranstalter und den Kongress als Ganzes sollten die kritischen Punkte nicht unter den Tisch fallen: Neben der Polizei ergriff auch kaum ein Vereinsvertreter die Gelegenheit, sich näher mit den Themen der eigenen Fans vertraut zu machen und sich Gesprächen zu stellen. Zudem waren in Berlin viele, aber längst nicht alle Fangruppen vertreten. Manche, so lässt sich vermuten, fehlten, weil sie kein Interesse am Dialog haben und sich in ihrer Randalerolle bestens eingerichtet haben, andere weil sie einen Dialog führen wollen, aber nicht mit allen Gruppen und nicht, solange das Verhältnis zur Gewalt so ist, wie es ist, nämlich unerklärt.</p>
<p style="text-align: justify;">Gewalt, das bleibt das schwarze Loch der Fankultur, das mit einem Schlag alle Energie für das gemeinsame Engagement verschlucken kann. Auf dem Kongress wird das Thema in einer nicht-öffentlichen Runde verhandelt, das abschließend präsentierte Ergebnis ist die Tatsache, dass es diese Diskussion zwischen Vertretern von stark rivalisierenden Gruppen überhaupt gibt und dass sie fortgeführt werden soll. Hochgehalten wurden beim Fankongress die Solidarität, das Miteinander und das soziale Engagement der Ultraszene. Daneben stehen jedoch Gewalt als Teil des Fußballs, als Teil der Ultrakultur, die Verteidigung von Ehre, Kurve und Stadt als Leitmotiv dieser Kultur und Angriffe auf andere Fans, die die „falschen“ Farben tragen, auch wenn man vielleicht vor zwei Wochen noch gemeinsam in Berlin Erbsensuppe gelöffelt hat. Das sind die unausgetragenen Widersprüche, an denen der Erhalt der Fankultur ebenso scheitern kann wie an der Repressionsspirale.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_22657" class="wp-caption alignright" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.publikative.org/2012/01/17/diskret-in-den-farben-ernst-in-der-sache/fankongress-3/" rel="attachment wp-att-22657"><img class=" wp-image-22657" title="fankongress 3" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/01/fankongress-3-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Foto: www.fankongress-2012.de</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"><strong>Es wird wieder brennen</strong><br />
Auch wenn „die Medien“ während des Wochenendes so manches Mal pauschal als Sündenbock für die allzu populistische Debatte um die Themen der Fankultur herhalten müssen, über die flankierende TV-Berichterstattung im ZDF darf sich bei diesem Anlass niemand beschweren. In einem einstündigen <a href="http://fankongress-2012.blogspot.com/2012/01/zdf-sportstudio.html" target="_blank">sportstudio-Special</a> wird die Pyrodebatte und das Scheitern des Dialogs mit den Verbänden noch einmal aufgedröselt: In einer von Moderator Steinbrecher gut geleiteten Diskussionsrunde haben Vertreter von Fans und Fanprojekten ein deutliches Übergewicht, der anwesende Vertreter der Gewerkschaft der Polizei entlarvt sich selbst als rhetorisches Leichtgewicht. Während der aktuelle DFB-Sicherheitsbeauftragte Hendrik Große Lefert etwas blass bleibt, greift sein Vorgänger Helmut Spahn zu einer klassischen Fanargumentation: dem Vergleich zwischen Oktoberfest und Stadion, bei dem letzteres in Sachen Prügeleien und Verletzte als der statistisch weitaus ungefährlichere Ort dasteht.</p>
<p style="text-align: justify;">In Sachen Pyrotechnik, dem Dauerthema der vergangenen Monate, bleiben DFB und DFL bei allen Lobesworten für den Fankongress und dem Bekenntnis zu mehr Kommunikation jedoch hart: „Dialog ja, aber nicht zu Pyrotechnik.“ Bei der Abschlussdiskussion lässt sich jedoch bereits erahnen, dass dieses Feuer so einfach nicht zu löschen ist. „Machen wir uns nichts vor. Am ersten Spieltag werden wir wieder Kurven haben, in denen es brennt“, so der letzte Wortbeitrag aus Reihen der Fans. „Unsere Geduld ist am Ende, wir wollen jetzt Taten sehen.“</p>
<p style="text-align: justify;"><em>* Disclosure: Ich war beim Fankongress als Referentin bzw. Moderatorin für zwei Veranstaltungen anwesend.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a title="Permanent Link to Fankongress Berlin 2012" href="http://www.altravita.com/fankongress-berlin-2012.php" rel="bookmark">Fankongress Berlin 2012</a>, <a href="../2012/01/15/fusballchaoten-setzen-untersuchungskommission-ein/" rel="bookmark">&#8220;</a><a title="Textilvergehen: &quot;Fankongress 2012: Funktionäre auf Auswärtsfahrt&quot;" href="http://www.textilvergehen.de/2012/01/15/fankongress-2012-funktionare-auf-auswartsfahrt/" target="_blank">Fankongress 2012: Funktionäre auf Auswärtsfahrt</a><a href="../2012/01/15/fusballchaoten-setzen-untersuchungskommission-ein/" rel="bookmark">&#8220;, “Fußballchaoten” setzen Untersuchungskommission ein</a>, <a href="../2012/01/11/dahin-wo-es-weh-tut/" rel="bookmark">Dahin, wo es weh tut!</a>, <a href="../2011/12/19/das-unpolitische-wir-der-fanszene/" rel="bookmark">Das unpolitische Wir der Fanszene</a>,</p>
<p style="text-align: justify;"><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/86e8c04c282a481d9e4c9ffc858d1546" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=22653&amp;md5=93a7bae51b60aab50f89953bedbe2dcb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Fußballchaoten&#8221; setzen Untersuchungskommission ein</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 06:45:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<category><![CDATA[Alsterdorfer Sporthalle]]></category>
		<category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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		<description><![CDATA[Keine Angst vor der Wahrheit: Fans des FC St. Pauli haben beschlossen, eine unabhängige Untersuchungskommission zu initiieren. Diese soll den Ablauf der Ereignisse bei einem Hallenturnier, bei dem es mindestens 90 Verletzte gab, aufarbeiten.  Polizei und viele Medien hatten die Schuld voreilig und einseitig bei "gewaltbereiten Fans" gesucht.  Der Hamburger Innensenator setzte unterdessen ein Zeichen, um verhärtete Fronten aufzubrechen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Keine Angst vor der Wahrheit: Fans des FC St. Pauli haben beschlossen, eine unabhängige Untersuchungskommission zu initiieren. Diese soll den Ablauf der Ereignisse bei einem Hallenturnier, bei dem es mindestens 90 Verletzte gab, aufarbeiten.  Polizei und viele Medien hatten die Schuld voreilig und einseitig bei &#8220;gewaltbereiten Fans&#8221; gesucht.  Der Hamburger Innensenator setzte unterdessen ein Zeichen, um verhärtete Fronten aufzubrechen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Patrick Gensing und Andrej Reisin</em></p>
<p style="text-align: justify;">Eigentlich sollte am 14. Januar 2012 ein St. Pauli-Fan-Fußballturnier in der Alsterdorfer Sporthalle steigen, doch nach den <a href="http://www.publikative.org/2012/01/08/des-ratsels-losung/" target="_blank">Vorkommnissen beim Schweinske-Cup</a> eine Woche zuvor änderten die Fanvertreter die Pläne und luden zu einem offenen Treffen ein, auf dem über die Vorfälle sowie die Konsequenzen daraus diskutiert werden sollte.</p>
<p style="text-align: justify;">Rund 300 Fans und Interessierte folgten dem Aufruf, darunter auch ein Überraschungsgast: Hamburgs Innensenator Michael Neumann erschien bei dem Treffen im &#8220;Centro Sociale&#8221; in St. Pauli - und meldete sich ebenfalls zu Wort. Er sei als Privatmann gekommen, so der SPD-Politiker, ohne Personenschützer, weil er ein eigenes Interesse habe, das Geschehen beim Schweinske-Cup aufzuarbeiten. &#8220;Das ist nicht alles richtig gelaufen&#8221;, kommentierte Neumann im Hinblick auf den Polizeieinsatz, bei dem es Dutzende Verletzte durch Knüppel und Tränengas gegeben hatte. Der Innensenator drückte sein Bedauern aus: &#8220;Es tut mir um jeden Verletzten leid&#8221;, so Neumann wörtlich.</p>
<p><script type="text/javascript"><!--
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<p style="text-align: justify;"><strong>Untersuchungskommission beschlossen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Wie bereits am Donnerstag bekannt geworden war, wird es in der Hansestadt auf politischer Ebene einen Arbeitskreis unter Beteiligung von Politik, Polizei, Vereinen und Fanvertretern geben, der zukünftige Eskalationen vermeiden helfen soll. Die versammelten Fans gingen am Sonnabend trotz dieser Ankündigung allerdings einen eigenen Schritt: Als Konsequenz aus den sehr widersprüchlichen Angaben von Polizei und großen Medien auf der einen und der Darstellung von Fans und Verein auf der anderen Seite, beschlossen sie, ihre Vertreter und Gremien mit der Bildung einer unabhängigen Untersuchungskommission zu beauftragen, auch &#8220;auf die Gefahr hin, dass dann dort am Ende auch Dinge festgestellt werden, die für uns nicht angenehm sein könnten&#8221;, wie ein Redner es ausdrückte. Nach Informationen von Publikative.org sollen renommierte Wissenschaftler und Juristen die zahlreichen Augenzeugenberichte und offiziellen Darstellungen  auswerten und so das Geschehen rekonstruieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit diesem Schritt könnten die St. Pauli-Fans Maßstäbe setzen und Vorbild für andere Fanszenen werden, die entsprechenden öffentlichen Druck auf ihre jeweiligen Vereine, sowie Polizei und Medien aufbauen können. Auch <a href="http://fankongress-2012.blogspot.com/" target="_blank">beim bundesweiten Fankongress</a>, der dieses Wochenende in Berlin tagt, dürften ähnliche Probleme und Konzepte diskutiert werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Reality Check für Polizei und Medien</strong></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_22635" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.publikative.org/2012/01/15/fusballchaoten-setzen-untersuchungskommission-ein/5412301479_a3373cfa08_b/" rel="attachment wp-att-22635"><img class="size-medium wp-image-22635" title="St. Pauli Fans Sankt Pauli " src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/01/5412301479_a3373cfa08_b-300x225.jpg" alt="Fans des FC Sankt Pauli (Foto: Papenburger / CC BY-NC 2.0)" width="300" height="225" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Wollen sich mit unabhängiger Aufklärung der Ereignisse wehren: Fans des FC Sankt Pauli (Foto: Papenburger / CC BY-NC 2.0)</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Zahlreiche Augenzeugen in der Halle hatten bereits unmittelbar nach den Ereignissen vom Freitag vergangener Woche das Handeln der Polizei und die mediale Darstellung der Ereignisse massiv kritisiert. Dutzende Augenzeugen fertigten mittlerweile Gedächtnisprotokolle an: So schrieb ein Vater von zwei Jugendlichen, die das Turnier besucht hatten, in einem Brief an den Innensenator, der Publikative.org vorliegt, seine Kinder seien von der Polizei &#8220;angegriffen und verletzt, und nicht, wie es ihre Aufgabe gewesen wäre, vor Gewalttätern geschützt&#8221; worden.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch andere Augenzeugen erheben schwere Vorwürfe gegen die Einsatzleitung und werfen zahlreiche Fragen auf: So bleibt nach wie vor unklar, warum die Polizei die relativ überschaubare Gruppe von Lübecker Fans, die erkennbar die Auseinandersetzung suchten, zunächst scheinbar relativ freizügig gewähren ließ &#8211; und sich dann stattdessen der auch polizeitaktisch deutlich &#8220;komplizierteren&#8221; Aufgabe widmete, gegen rund 1.000 St. Pauli Fans vorzugehen, von denen nach Angaben der Polizei 230 gewalttätig waren.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.publikative.org/2012/01/08/des-ratsels-losung/">Wir haben bereits dargelegt</a>, warum es nach unserer Auffassung aufgrund der Turnierhistorie und der übereinstimmenden Augenzeugenberichte keinerlei Zweifel daran geben kann, wer die Auseinandersetzung suchte  - und mit dem Rufen rassistischer Parolen, dem zumindest mutmaßlichen Zeigen des Hitlergrußes und dem Raub von drei Blockfahnen auch entsprechend dokumentierte.  Ultrà Sankt Pauli hat <a href="http://usp.stpaulifans.de/2012/01/hallenturnier-nachlese/#more-2074">in einer sehr ausführlichen Stellungnahme</a> deutlich gemacht, auf wie vielen Ebenen diejenigen, die jetzt als &#8220;Gewalttäter&#8221; denunziert werden sollen, sogar in die Organisation des Turniers einbezogen waren. Die Behauptung der Polizei, beide Seiten hätten sich ausgerechnet dort gezielt zur Gewalt verabredet, wirkt deshalb unglaubhaft.</p>
<p style="text-align: justify;">&#8220;<em>Es gab am gesamten Abend nur wenige Sekunden Kontakt zwischen den Fans beider Mannschaften – nahezu alle der laut Medienberichten rund 90 Verletzten sind durch die völlig entfesselte Gewalt der Einsatzkräfte zu Schaden gekommen. Die Dunkelziffer der durch Pfefferspray verletzten Fans dürfte deutlich höher liegen</em>&#8220;, so Ultrà Sankt Pauli. Damit treffen die Ultras des Pudels Kern, der den meisten Medienvertretern bei nahezu sämtlichen Polizei-Einsätzen gegen Fußballfans permanent entgeht: Es ist für ein demokratisches Gemeinwesen schlechterdings nicht hinnehmbar, dass die Polizei permanent für mehr Gefahr und mehr Verletzte sorgt, als die vermeintlichen oder tatsächlichen Gewalttäter.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Neumann sollte seinen Worten Taten folgen lassen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Innensenator Neumann appellierte trotzdem an die Fans des FC St. Pauli, nicht in Feindbildern zu denken. So wie es in der Fanszene einzelne Problemfälle gebe, sei auch die große Mehrheit der Polizisten anständig und ärgere sich genauso über die Vorfälle. Auch mehrere Fans und deren Vertreter äußerten den Wunsch, mit der Polizei ins Gespräch zu kommen, um Konflikte zu entschärfen. Neumann erwähnte, dass nach Anzeigen auch bereits zwei Ermittlungsverfahren gegen Polizisten liefen. Abzuwarten bleibt indes, ob diese nicht wie zumeist üblich im Sande verlaufen. <a href="http://www.amnestypolizei.de/" target="_blank">Amnesty International beklagt seit Jahren</a>, dass <a href="http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/panoramapolizeigewalt100.html" target="_blank">Polizeigewalt in Deutschland</a> praktisch nie verfolgt wird &#8211; und selbst wenn, kommt es nur äußerst selten zu strafrechtlichen Konsequenzen für die vom Apparat gut geschützten Beamten.</p>
<p style="text-align: justify;">Sollte der Auftritt des Innensenators daher nicht nur zu PR-Zwecken erfolgt sein, könnte er zum Beispiel darüber nachdenken, eine ständige unabhängige Kommission einzuführen, die sich mit Beschwerden und Anzeigen gegen Polizisten beschäftigt und eigenständig ermittelt. Nicht nur, dass eine solche Institution in anderen europäischen Ländern wie Schweden und Großbritannien längst zum demokratischen Standard gehört, auch Hamburg hatte ein solches Organ nach zahlreichen Skandalen bereits einmal. Unter der Regierungskoalition von CDU und den Rechtspopulisten der Schill-Partei wurde sie 2001 abgeschafft &#8211; und damit bewusst ein Signal an bestimmte Beamte gegeben, Knüppel und Pfefferspray freien Lauf zu lassen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Polizeiarbeit in Hamburg hat sich unserer Meinung nach in den letzten zehn Jahren  jedenfalls nicht verbessert &#8211; ganz im Gegenteil: Wie eigentlich überall, wo demokratische Kontrolle und unabhängige Evaluation fehlen, wird ein schlechter Job gemacht. Eine Binsenweisheit, der sich zwar mittlerweile jeder Grundschullehrer unterwerfen muss, nur auf der Insel der Polizei reicht es offenbar immer  noch, wenn man seinen Job &#8220;irgendwie&#8221; macht. Nach der Qualität wird bislang kaum gefragt &#8211; leider in aller Regel auch nicht von den Medien. Angesichts dessen, wie wichtig die Institution Polizei für die Legitimation des staatlichen Gewaltmonopols ist, ein mehr als beklagenswerter Zustand: Wer als Jugendlicher nämlich in oben beschriebener Weise unbeteiligt von der Polizei bedroht, verfolgt und verletzt wird, dessen Vertrauen in diese Institution ist für Jahre erschüttert oder für immer verloren &#8211; kein Gewinn für Demokratie und Rechtsstaat &#8211; auf keiner Seite.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Zweifelhafter Auftritt vor dem Innenausschuss </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><span style="text-align: justify;">Besonders zweifelhaft wirkt der Auftritt des Leiters der Zentraldirektion der Hamburger Polizei, Kuno Lehmann, vor dem Innenausschuss der Hamburger Bürgerschaft: Dieser hatte unter anderem  angegeben, St. Pauli-Fans hätten die Krawalle begonnen und 20 unbeteiligte Jugendliche an einem U-Bahnhof verprügelt. Nach uns vorliegenden, übereinstimmenden Berichten ist diese Darstellung nicht haltbar: Nach Informationen von Publikative.org soll es sich nicht um 20 unbeteiligte Jugendliche, sondern um 6-8 Männer Anfang bis Mitte 20, die am U-Bhf Lattenkamp &#8220;Scheiß St. Pauli&#8221; skandierten, wobei sie die Zahlenverhältnisse auf dem Bahnhof massiv falsch einschätzten und schließlich unter den Augen der Polizei in eine Schlägerei gerieten. Die Polizei äußerte sich auf Nachfrage unter Hinweis auf laufende Ermittlungen nicht klar zu dem Vorfall, es habe in diesem Zusammenhang aber eine Festnahme wegen Körperverletzung gegeben. Zur Erläuterung: Hamburgs Hochbahn-Bahnhöfe sind kameraüberwacht &#8211; der Unterschied zwischen &#8220;20 unbeteiligten Jugendlichen&#8221; und 6-8 erwachsenen Männern, die möglicherweise nicht ganz so &#8220;unbeteiligt&#8221; waren, sollte sich problemlos aufklären lassen.</span></p>
<p style="text-align: justify;">Im Hinblick auf den Abtransport der Lübecker Gruppe aus der Halle widersprach Lehmann sogar der bisherigen polizeilichen Darstellung, als er behauptete, diese hätte sich &#8220;aus Angst um ihr Leben&#8221; an die Polizei gewandt. Die Einsatzleitung am betreffenden Abend hatte dagegen noch davon gesprochen, dass man polizeiliche Zwangsmaßnahmen habe anwenden müssen, um die Gruppe aus der Halle und in die Busse zu bringen. Später korrigierte die Polizeipressestelle Lehmann dahingehend, dass die Lübecker zunächst darum gebeten hätten, die Halle zu verlassen, dann aber vor derselben wieder St. Pauli Fans angreifen wollten und deshalb mit Gewalt daran gehindert werden mussten. Da sich dieselbe Gruppierung in der Halle unter Bezgunahme auf  eine der erbeuteten Fahnen noch mit &#8220;Ramba Zamba&#8221;-Gesängen selbst feierte, ebenfalls eine schwer zu glaubende Version.</p>
<p style="text-align: justify;">Mittlerweile beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft mit zwei weiteren  Anzeigen: Die Linken-Abgeordnete Christiane Schneider zeigte einen unbekannten Lübeck-Fan an, der einen Hitlergruß gezeigt hatte, und der Zentralrat der Sinti und Roma stellte zudem Anzeige wegen der Parolen &#8220;Zick zack Zigeunerpack&#8221;, welche von Seiten der Lübecker Gruppe skandiert worden sein soll. Die Polizei hat bisher nicht überzeugend darlegen können, warum sie weder gegen Nazi-Parolen noch gegen den &#8220;erfolgreich&#8221; begangenen Raub eingeschritten ist, stattdessen aber die halbe Halle in ein Pfefferspray-Kampfgebiet verwandelte. Zu diesem Themenkomplex hat die Fraktion der Linkspartei deshalb eine  Anfrage an den Hamburger Senat gestellt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Appell an die Verantwortung aller Beteiligten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auf ihrer Veranstaltung diskutierten die Fans auch über den Umgang mit Gewalttätern in den eigenen Reihen und Konzepte, wie man auf überzogene Polizeieinsätze reagieren sollte. Ein Redner betonte, dass der Verzicht auf Gewalt nicht damit zu verwechseln sei, &#8220;die andere Wange hinzuhalten&#8221; &#8211; und verwies auf bestehende Deeskalationskonzepte, wie sie zum Beispiel von der Anti-Atomkraft-Bewegung bei Castor-Transporten praktiziert werden, die friedlich, aber dennoch effektiv seien. Ein anderer Vertreter erinnerte daran, dass man mit der sinnlosen und nicht zu gewinnenden Auseinandersetzung mit der Polizei auch immer andere Fans gefährde &#8211; und  jeder Einzelne sich so verhalten müsse, dass er dieser Gesamtverantwortung auch gerecht wird &#8211; ein Hinweis, der auch in der Debatte um Pyrotechnik immer wieder auftaucht.</p>
<p style="text-align: justify;">Viele Wortbeiträge beschäftigten sich zudem mit der medialen Darstellung von Fans. Ein Blogger stellte die These auf, dass viele Medien durch das verzerrte Bild von Fans und insbesondere Ultras das Gewaltproblem verschärfen, da sich ein bestimmtes Klientel dadurch erst ermutigt fühle, sich diesen Gruppen anzuschließen. Das Monster, das man vermeintlich zu bekämpfen suche, werde dadurch größer und größer &#8211; ein Hinweis, der im Hinblick auf das ethische Gebot der Presse, möglichen Schaden zu minimieren, von größter Bedeutung ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Die differenzierte Diskussion vergrößert <a href="http://www.publikative.org/2012/01/11/dahin-wo-es-weh-tut/" target="_blank">die Kluft zwischen medialer Darstellung</a> und der Realität von Fußballfans. Rund zwei Stunden wurde offen diskutiert &#8211; und auch der Innensenator wurde kritisch, aber sachlich befragt &#8211; ohne befürchten zu müssen, von den &#8220;Chaoten&#8221; angegangen zu werden. Selten wurde deutlicher, wie kontraproduktiv und sinnlos populistische Law-and-Order-Politik und wie vielversprechend offene Kommunikation und gegenseitiger Respekt sind, um Konflikte zu lösen.</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://www.publikative.org/2012/01/11/dahin-wo-es-weh-tut/" rel="bookmark">Dahin, wo es weh tut!</a>, <a title="Gewaltorgie beim Hallenturnier: Des Rätsels Lösung" href="http://www.publikative.org/2012/01/08/des-ratsels-losung/" rel="bookmark">Gewaltorgie beim Hallenturnier: Des Rätsels Lösung</a>, <a title="Überbieten und Strafen" href="http://www.publikative.org/2011/11/14/uberbieten-und-strafen/" rel="bookmark">Überbieten und Strafen</a>, <a title="Über Fußballgewalt reden heißt von Auschwitz schweigen" href="http://www.publikative.org/2011/11/10/fusballgewalt-von-auschwitz-schweigen/" rel="bookmark">Über Fußballgewalt reden heißt von Auschwitz schweigen</a>, <a title="Distanzlos gegen Fangewalt" href="http://www.publikative.org/2011/11/09/distanzlos-gegen-fangewalt/" rel="bookmark">Distanzlos gegen Fangewalt</a>, <a title="Etwas Besseres als diesen Journalismus" href="http://www.publikative.org/2011/10/30/besser-jounalismus/" rel="bookmark">Etwas Besseres als diesen Journalismus</a>, <a title="Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?" href="http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/" rel="bookmark">Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?</a></p>
<p style="text-align: justify;">:<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/223f71c483c943f9926ed4432720b447" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=22614&amp;md5=40fa79fda56190974f548bd5540cd66d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Dahin, wo es weh tut!</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 13:24:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ Es gibt ein erstaunliches Missverhältnis bei der Berichterstattung über Fußballfans: Bei nahezu keinem anderen Thema unterscheiden sich das Erleben der vieler Beteiligten und die mediale Repräsentation der Ereignisse derart eklatant. Schafft die Zunft der Sportjournalisten sich selbst ab?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Es gibt ein erstaunliches Missverhältnis bei der Berichterstattung über Fußballfans: Bei nahezu keinem anderen Thema unterscheiden sich das Erleben der vielen Beteiligten und die mediale Repräsentation der Ereignisse derart eklatant. Schafft die Zunft der Sportjournalisten sich selbst ab?</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Redaktion Publikative.org</em></p>
<p style="text-align: justify;">Was haben die <a href="http://www.publikative.org/2012/01/08/des-ratsels-losung/" target="_blank">Ereignisse in der Alsterdorfer Sporthalle</a> vom vergangenen Freitag und die Ausschreitungen vor der Partie <a href="http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/" target="_blank">Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden</a> gemeinsam? Ganz einfach: Beide sind einzelne Perlen in einer <a href="http://www.publikative.org/2011/10/30/besser-jounalismus/" target="_blank">langen Kette medialen Versagens</a> bei einer der ureigensten Aufgaben und Existenzberechtigungen von Journalismus überhaupt: Nämlich dem Versuch, das, was man gängigerweise Realität nennt, halbwegs adäquat abzubilden.</p>
<p style="text-align: justify;">Fußballfans waren in der landläufigen Wahrnehmung in den 1980er Jahren ungefähr das, was von Aufklärung und Fortschritt ungefähr soweit entfernt schien, wie die Wehrsportgruppe Hoffmann: <a href="http://www.youtube.com/watch?v=qqqiGCEAd40" target="_blank">Saufender, rechtsradikaler Pöbel, der sich Wochenende für Wochenende prügelte</a>, ohne Sinn und Verstand, lost boys, in jeder Hinsicht. Die Linke rümpfte die Nase, die Rechte sah wahlweise ein Sicherheits-Problem oder einen instrumentalisierbaren Gegenpol gegen den vermeintlich oder tatsächlich grassierenden Linksradikalismus.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><em>&#8220;Sogenannte Fans &#8211; der Sport spielt für uns keine Rolle. Gewalt und Randale ist das was zählt. Wir schlagen alles kaputt &#8211; alles kaputt.&#8221;</em></strong><br />
<em>(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=UTlf9AOtdlY" target="_blank">Ostmaul &#8211; &#8220;Sogenannte Fans&#8221;</a>)</em></p>
<p style="text-align: justify;">Ungefähr aus dieser Zeit muss die Herangehensweise vieler Sportjournalisten stammen, dass man über diese Gruppe in etwa in der gleichen Weise schreiben und berichten kann wie über Primaten kurz vor der Menschwerdung. Selbst wenn die Protagonisten heute zum Teil deutlich jünger sind, scheinen kulturelle Codes aus jener Zeit weiterhin äußerst mächtig zu wirken: Fußballfans haben keine Lobby, weil sie der organisierten politischen Linken verdächtig erscheinen und für die Rechte mittlerweile nur noch Störfaktor im Spaßbetrieb einer längst millionschweren Unterhaltungsindustrie sind.</p>
<p style="text-align: justify;">Die potentielle Gewalttätigkeit von Fußballfans ist daher mindestens im gleichen Maße geächtet wie <a href="http://www.zeit.de/2007/13/Verbotsmanie" target="_blank">öffentliches Rauchen, Alkohol trinken im ÖPNV und fettes, ungesundes Essen</a>: Von der grünen Öko-Erziehungsdiktatur bis zur konservativen Repression abweichenden Verhaltens trifft das ungehörige Gebaren dieser zumeist jungen Männer auf eine Phalanx bürgerlichen Unverständnisses, auf Abscheu und den Willen zur Repression. Weil der innere Schweinehund auf den Redaktionsfluren und in den Amtsstuben längst erfolgreich domestiziert wurde, sollen nun gefälligst auch alle andern die Schnauze halten &#8211; und zwar endgültig. Ansonsten setzt es spaßige Stahlgewitter bürgerlichen Spießertums &#8211; von Stromberg bis Pfefferspray. Vernichtung von Familie, Beruf und Existenz <a href="http://www.taz.de/Prozess-gegen-Becherwerfer-vom-Millerntor/!82883/" target="_blank">wegen eines geworfenen Bierbechers</a>? Kein Problem, „selber Schuld“ ruft der Lynchmob der selbstgerechten Pseudo-Weltverbesserer. Die Frage nach der Relation stellt sich nicht mehr.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><em>„Und sie sind so gebildet und natürlich furchtbar schlau – sie sind niemals mit dabei, wissen alles genau!“</em></strong><br />
<em>(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=NuhTn6rQpM0" target="_blank">Muff Potter – „Der Hundescheißetrick“</a>)</em></p>
<p style="text-align: justify;">Doch schreibt und filmt die Zunft der Berichterstatter oft weitgehend am Publikum vorbei: „<a href="http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=6008">Ich Kriegsgewinnler</a>“, schrieb Norbert Harz von St. Pauli-Fanblog Magischer FC vor wenigen Tagen angesichts der Klickzahlen seines vom Medien-Mainstream massiv abweichenden Blog-Posts. Und wir können uns anschließen: Ganze sieben Absätze über ein Ereignis, das ganz offensichtlich keinen erfolgreichen Polizeieinsatz konstituieren kann, reichten für mehr als 25.000 Abrufe in drei Tagen und zahlreiche Zitate – teilweise mit, teilweise ohne Quellenangabe. Vom betroffenen St. Pauli Fan, der jedem Klischee entspricht, bis zum Mitfünfziger Marketingleiter und Eintracht-Frankfurt-Dauerkartenbesitzer reichen die Zuschriften derjenigen, die – aus völlig unterschiedlichen Gründen – die polizeiliche und mediale Beschreibung der Ereignisse für <a href="http://www.textilvergehen.de/2012/01/10/eil-kein-mord-in-britz-eil/">einen einzigen Witz</a> halten, weil ihnen ihre jahrelange Erfahrung eben eine völlig andere Interpretation nahe legt.</p>
<p style="text-align: justify;">Das alles ficht die Gilde der hauptberuflichen Sportjournalisten kaum an. Noch kann man sich bisweilen königlich amüsieren und auf den der Klowänden des Sportjournalismus bezahltermaßen „<a href="http://sportbild.bild.de/SPORT/meine-meinung/2012/01/10/fc-st-pauli/bosse-muessen-gestoppt-werden-kiez-klub-ruft-zu-gewalt-auf.html">seine Meinung</a>“ kund tun und dazu aufrufen, dass die „St. Pauli-Bosse“, die vermeintlich „zur Gewalt aufrufen“ „gestoppt werden müssen“. Jetzt rächt sich die in Fankreisen bereits oft parodierte und eindimensionale Darstellung des FC St. Pauli als &#8220;Kultverein&#8221;, wohl die inhaltsleerste Umschreibung, die in den vergangenen 20 Jahren erschaffen worden ist. Von der Realiät, die eigentlich zu beschreiben wäre, ist all das mittlerweile vollkommen entkoppelt: Stattdessen drischt man medial auf Pappkameraden ein, die man selbst erfunden hat. Waren die „Pauli-Piraten“ seit Ende der 1980er Jahre allesamt tanzende, kreative und stets gutgelaunte Alternativ-Freaks, ist nun vom Krawall-Club die Rede, bei dem paramilitärisch gedrillte Ultras die Marschrichtung vorgäben.</p>
<p style="text-align: justify;"><em><strong>&#8220;Und für Bärbel Schäfer bin ich von mir aus ein Faschist. Und für den Hool von nebenan bin ich so gern ein Kommunist.&#8221;</strong></em><br />
(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=qUnC7--ItHY" target="_blank">But Alive &#8211; &#8220;Pete&#8221;</a>)</p>
<p style="text-align: justify;">Leider wird dabei übersehen, dass die Gewaltdiskussion bei St. Pauli bereits vor 20 Jahren geführt wurde, als einige Haudegen für ihre Gewaltbereitschaft fanintern als linke  Hooligans kritisiert wurden. Der Grat zwischen Selbstverteidigung gegen Neonazis und Bock auf Boxen ist schmal &#8211; auf jeden Fall deutlich zu schmal für die Geländewagen der Boulevard-Journalisten, die nun von einem Extrem (Kult) ins andere (Krawall) kippen, weil Differenzierung nicht gefragt ist. Dementsprechend wird auch die politische Auseinandersetzung bewusst klein geredet: Hitler-Grüße sind auf einmal &#8220;Provokationen&#8221; &#8211; und keine Straftaten mehr. <a href="http://www.publikative.org/2011/12/02/wunderbare-jahre-nazi-sein-als-lebensgefuhl/" target="_blank">Nazis haben aber die unangenehme Angewohnheit</a>, dass sie von vorneherein gewaltbereit sind, weil dies <a href="http://www.publikative.org/2011/11/25/die-tat-ist-die-botschaft/" target="_blank">ihrer politischen Ideologie entspricht</a>. Die Erkenntnis mag einige Medienvertreter hart treffen, <a href="http://www.publikative.org/2011/12/19/das-unpolitische-wir-der-fanszene/" target="_blank">aber die gehen nicht weg, wenn man sie lieb drum bittet</a>. Natürlich wäre es Aufgabe der Polizei, derlei Straftaten zu unterbinden. Schade nur, wenn sie es eben nicht tut. Damit keine Missverständnisse aufkommen: Natürlich hat auch der FC St. Pauli gewaltbereite und gewalttätige Fans.  Weder waren diese jemals allesamt friedlich, noch sind sie heute überwiegend gewalttätig.</p>
<p style="text-align: justify;">Spiegelverkehrt kommen diese Zerrbilder auch im Fall Dynamo Dresden zur Anwendung: War der &#8220;Kultverein des Ostens&#8221; nach Stadion-Neubau, Aufstieg und Pokalsieg gegen Bayer Leverkusen eben noch &#8220;auf einem guten Weg&#8221; und ein &#8220;positives Beispiel in der häufig tristen Fußballlandschaft Ostdeutschlands&#8221;, wurden nach den Ausschreitungen bei Borussia Dortmund wieder alle Register gezogen: &#8220;Unverbesserlich&#8221;, &#8220;Horden von 100-Kilo-Hühnen&#8221;, &#8220;Große Teile der Dynamo-Fans nicht zu kontrollieren&#8221;  hieß es nun, und die Forderung &#8220;<a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/randale-von-dynamo-fans-in-dortmund-ausschliessen-auf-unbestimmte-zeit-1.1174148">Ausschließen! Auf unbestimmte Zeit!</a>&#8220; wurde vom DFB dann mit dem Pokalaus für Dynamo auch prompt umgesetzt &#8211; zumindest für eine Saison. Dass die Welt nicht schwarz und weiß wie Zeitungsspalten, sondern bisweilen ganz schön grau ist &#8211; ist offenbar zu viel Erkenntnis für die Kollegen, dafür haben sie keine Zeit, die nächste PK wartet schon.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong><em>&#8220;I&#8217;ve been laying, waiting for your next mistake &#8211; I put in work, and watch my status escalate&#8221;</em></strong><br />
<em>(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=w0S4_jyo_lg" target="_blank">Gang Starr &#8211; &#8220;Work&#8221;</a>)</em></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl class="wp-caption alignleft" style="width: 410px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="   " title="Pfefferspray Polzei Fußballfans (Foto: Tobias Hänsch, unveu.de)" src="http://www.unveu.de/2008-2009/vspaderborn2/050409vspaderborn30.jpg" alt="Pfefferspray Polzei Fußballfans (Foto: Tobias Hänsch, unveu.de)" width="400" height="244" /></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Auch hinter einem Zaun mit erhobenen Händen stehen schützt Fußballfans bisweilen nicht davor, polizeilich mit Pfefferspray behandelt zu werden &#8211; so wie hier im April 2009 in Paderborn. (Foto: Tobias Hänsch, unveu.de)</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Zum Glück allerdings werden wir alle &#8211; sofern „wir“ nach 1960 geboren sind &#8211; das Ende dieser Art von so genanntem Journalismus noch erleben: Diejenigen, die Fußballstadien immer nur aus der Perspektive der VIP-Tribünen gesehen haben und dennoch der Meinung sind, dass das Abtippen von Polizeiberichten schon Ausweis ihrer beruflichen Daseinsberechtigung ist, werden ihr blaues Wunder in Zeiten des Internets schon noch erleben: Sport-BILD-Kommentator Hesse wird sicherlich viel Zustimmung für seine Abrechnung mit St. Pauli ernten, fraglich nur von wem. Viele Fußballfans, die sich zwar nicht zum Anhang der Braun-Weißen zählen, dafür aber selbiges bis Drei können, ahnen, dass ihr Verein der nächste sein könnte, der als Oberrandale-Sau durchs mediale Dorf getrieben werden könnte, während die Polizei auch den stümperhaftesten Einsatz kritiklos abbuchen kann. Die Unzufriedenheit mit dem etablierten Sportjournalismus hat bereits zu Alternativen wie den &#8220;<a href="http://www.11freunde.de/" target="_blank">11 Freunden</a>&#8221; und dem &#8220;<a href="http://ballesterer.at/" target="_blank">Ballesterer</a>&#8221; geführt &#8211; und diesen eine große Leserschaft beschert. Es darf gemutmaßt werden, wer Publikationen wie die &#8220;Sport-Bild&#8221; langfristig lesen wird, aber knapp 15 Prozent Auflageverlust allein in den letzten zwei Jahren lassen ahnen, wohin die Reise gehen könnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Man mag es kaum glauben, aber wenn man nachts lange genug wach bleibt, kann man der Tagesschau vor 20 oder auch 30 Jahren tatsächlich entnehmen, dass damals selbst Nachrichtenjournalisten es wagten, der Darstellung der Polizei zu widersprechen. Zu sehen sind verschwommene Demo-Bilder von irgendwoher. Menschen rennen hin und her, Blaulicht, Wasserwerfer, Tränengas. Und der Sprecher aus dem Off sagt: „<em>Nach Angaben der Polizei … wir haben allerdings im Gegensatz dazu beobachtet, dass …</em>“.</p>
<p><em><strong>&#8220;A friend of a friend he got beaten. He looked the wrong way at a policeman.&#8221;<br />
</strong></em>(<a href="http://www.youtube.com/watch?v=0WtyIQ79LqY&amp;feature=related" target="_blank">Kaiser Chiefs &#8211; &#8220;I predict a riot&#8221;</a>)</p>
<p>Liebe Kollegen, es ist an der Zeit, dass Ihr dahin geht, wo es nach Pfefferspray riecht. Es ist an der Zeit, dass Ihr wieder merkt, aus welchem Material Polizeiknüppel sind. Es ist an der Zeit, dass Ihr Euch nicht mehr wie geladene Gäste, sondern wie von der Öffentlichkeit bezahlte, kritische Beobachter des Zeitgeschehens benehmt. Kurzum: Es ist an der Zeit, dass Ihr wieder Euren Job macht.</p>
<p style="text-align: justify;">Ansonsten werdet Ihr erst etwas merken, wenn Eure Auflage Eurem kaum noch vorhandenen Aufwand entspricht. Dann, wenn selbst der letzte Dorfbewohner im Emsland das Märchen der universellen Bedrohung durch den Ultra von nebenan nicht mehr hören kann, wenn die letzte Pressemitteilung der Polizei beim letzten Stadionbesucher nur noch ungläubiges Achselzucken hervorruft, dann nämlich haben Huffington Post &amp; Co. Euren Job übernommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a title="Gewaltorgie beim Hallenturnier: Des Rätsels Lösung" href="http://www.publikative.org/2012/01/08/des-ratsels-losung/" rel="bookmark">Gewaltorgie beim Hallenturnier: Des Rätsels Lösung</a>, <a title="Überbieten und Strafen" href="http://www.publikative.org/2011/11/14/uberbieten-und-strafen/" rel="bookmark">Überbieten und Strafen</a>, <a title="Über Fußballgewalt reden heißt von Auschwitz schweigen" href="http://www.publikative.org/2011/11/10/fusballgewalt-von-auschwitz-schweigen/" rel="bookmark">Über Fußballgewalt reden heißt von Auschwitz schweigen</a>, <a title="Distanzlos gegen Fangewalt" href="http://www.publikative.org/2011/11/09/distanzlos-gegen-fangewalt/" rel="bookmark">Distanzlos gegen Fangewalt</a>, <a title="Etwas Besseres als diesen Journalismus" href="http://www.publikative.org/2011/10/30/besser-jounalismus/" rel="bookmark">Etwas Besseres als diesen Journalismus</a>, <a title="Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?" href="http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/" rel="bookmark">Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?</a></p>
<p><img src="http://vg08.met.vgwort.de/na/4e719b13b379411db06264fa62abe544" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=22519&amp;md5=e87c340e26ed3e941308b0d4523b8888" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gewaltorgie beim Hallenturnier: Des Rätsels Lösung</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 17:11:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrej Reisin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Dynamo Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[Fans]]></category>
		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
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		<category><![CDATA[Ultras]]></category>

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		<description><![CDATA[Laut Spiegel Online rätselt die Hamburger Polizei nach eigenen Angaben über den Auslöser der Massenschlägerei in der Alsterdorfer Sporthalle, die am Freitagabend für den Abbruch des traditionsreichen „Schweinske-Cup“-Hallenturniers in eben jener Hamburger Halle sorgte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Laut <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,807809,00.html">Spiegel Online</a> rätselt die Hamburger Polizei nach eigenen Angaben über den Auslöser der Massenschlägerei in der Alsterdorfer Sporthalle, die am Freitagabend für den Abbruch des traditionsreichen „Schweinske-Cup“-Hallenturniers in eben jener Hamburger Halle sorgte.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Redaktion publikative.org</em></p>
<p style="text-align: justify;">Nun, den Kollegen kann geholfen werden: Wie nämlich selbst der Veranstalter mittlerweile erkannt hat, war der Auslöser die Anwesenheit von ca. 80-120 gewaltbereiten Hools des VfB Lübeck und wohl auch des Hamburger Sportvereins (HSV) in der Halle. Diese hatten sich dort zum Zweck der Provokation, des Fahnenklaus und der Ausübung ihres Verständnisses von Freizeit-Kampfsport eingefunden. Seit Jahren nämlich nutzt die Fanszene des FC St. Pauli den Schweinske-Cup, um sich in der Halle zu inszenieren und davon YouTube-Videos zu machen. Viele andere Fanszenen haben ebenfalls „ihr“ Turnier oder ein ähnlich gelagertes jährliches Event, wo man sich kollektiv mit neuen Songs in Ekstase singt und sich einfach abfeiert:</p>
<p style="text-align: justify;"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/TP-dV9cliQg" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Woran mag es also gelegen haben, dass dieses Jahr kein Stimmungs-Sing-Sang dokumentiert wurde, sondern eine Gewalt-Eskalation? Doch nicht etwa an &#8220;Gästen&#8221;, die sich an der Party nicht beteiligen wollten? Denn exakt diese wollten die Lübecker und Hamburger „Jungs“ dieses Jahr den verhassten „Zecken“ eben nicht gönnen und zettelten erfolgreich Stunk an.  In der Halle befanden sich bis zu 1.000 St. Pauli-Fans, von denen laut Hamburger Polizei exakt 230 ebenfalls gewaltbereit gewesen seien. Wie man diese Zahl errechnet hat, obwohl man nach eigenen Angaben noch mit der Auswertung des Geschehens beschäftigt ist, entzieht sich unserer Kenntnis.</p>
<p style="text-align: justify;">Klar ist jedoch Folgendes: Wenn man den polizeilichen Auftrag hat, gewalttätige Auseinandersetzungen zu unterbinden, und es dann zu eben jenen kommt, und man dann innerhalb einer geschlossenen Räumlichkeit massiv Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzt, und wenn man dann eine Massenpanik mit zu verantworten hat, und es dann Eltern gibt, die nicht wissen, wohin mit ihren Kindern, und man dann 21 verletzte Zuschauer beklagen muss, wovon acht ärztlich im Krankenhaus behandelt werden mussten, über 40 Personen, die sich wegen „Reizstoffwirkungen“ von Rettungskräften die Augen spülen lassen mussten, und 14 verletzte Beamte, und das Turnier schließlich nach nur einem Tag abgebrochen werden muss, dann hat man <em>wohl schlechterdings seinen polizeilichen Auftrag mangelhaft oder gar nicht erfüllt</em>. Punkt.</p>
<div id="attachment_22444" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/01/schweinskecu.jpg"><img class="size-medium wp-image-22444" title="stpauli" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/01/schweinskecu-300x205.jpg" alt="St. Pauli-Block beim Schweinske-Cup vor dem Angriff der Lübecker und dem Einsatz der Polizei " width="300" height="205" /></a><p class="wp-caption-text">St. Pauli-Block beim Schweinske-Cup vor dem Angriff der Lübecker und dem Einsatz der Polizei</p></div>
<p style="text-align: justify;">Hier beginnt das eigentliche Rätsel, denn wie immer in solchen Fällen fühlen sich die allermeisten Medien leider nicht bemüßigt, kritisch zu hinterfragen, inwieweit ein Polizeieinsatz, der mehr Verletzte (darunter laut Augenzeugen zahlreiche Kinder) nach sich zieht, als das ganze Geschehen vorher, nicht als völlig unverhältnismäßig bezeichnet werden muss. Stattdessen wird gebetsmühlenartig das Bild der gewaltbereiten Chaoten bedient, die an allem und jedem Schuld sind, was im konkreten Fall auch nicht völlig falsch, aber deswegen leider noch lange nicht richtig ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Die politische Dimension (natürlich waren unter den Hools der VfB-HSV-Connection auch Nazis, oder <a href="http://www.ndr.de/sport/fussball/schweinskecup173_v-contentgross.jpg">zumindest Leute, die gerne den deutschen Gruß zeigen</a> und andere als „<a href="http://www.magischerfc.de/wordpress/?p=6001">Zigeunerpack</a>“ titulieren) wird genauso ausgeblendet wie das eklatante polizeiliche Versagen: Wozu gibt es „szenekundige Beamte“, wenn diese noch nicht mal merken, dass ein Mob geschlossen anfängt zu randalieren, damit andere zum Bannerklau starten können? Warum geleitetet man eben jenen Mob inklusive des mithilfe schweren Raubes erbeuteten Materials „sicher“ aus der Halle, verhaftet aber anschließend 72 gegnerische Fans? Warum hat sich augenscheinlich niemand darüber gewundert, dass VfB-Anhänger zwar 100 Karten für den Freitag aber <a href="http://www.ln-online.de/lokales/luebeck/3335948/vfb-und-veranstalter-wer-hat-den-schwarzen-peter">laut „Lübecker Nachrichten“ keine einzige für den Samstag</a> haben wollten? Warum hat man die Lübecker, die <a href="http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/6337/2177565/pol-hh-120108-4-ausschreitungen-beim-hallenfussballturnier-bilanz-der-polizei">laut Polizei bereits beim Einlass das Sicherheitspersonal angriffen</a>, überhaupt unkontrolliert durch die Halle spazieren lassen?</p>
<p style="text-align: justify;">Nein, rätselhaft ist am Geschehen in der Alsterdorfer Sporthalle gar nichts: Eine sorgfältig formierte und in ihrem Sinne äußerst motivierte Hool-Gang hat sich vorgenommen, St. Pauli bei „deren“ Turnier mal zu zeigen, was eine Harke ist – mit beachtlichem Erfolg. Begünstigt allerdings durch eine unfähig agierende Polizei, die sich selbst auch einen Tag später noch genauso erschütternd uninformiert zeigt, wie am Abend selbst. Und begünstigt durch eine medial-vermittelte Öffentlichkeit, die weder das Geschehen, noch den Polizeieinsatz zu bewerten in der Lage ist – dass irgendwer der angesprochenen Beteiligten einfach mal seinen Job macht –  möglicherweise auch noch gut – das wäre wohl zu viel verlangt.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Der FC St. Pauli schreibt in einer <a href="http://www.fcstpauli.com/magazin/artikel.php?artikel=10473&amp;type=2&amp;menuid=57&amp;topmenu=112" target="_blank">Stellungnahme</a>: Es hat sich vielmehr eine Gewaltspirale in Gang gesetzt, die ihren Ausgang jedoch nicht im Verhalten der Fans des FC St. Pauli hatte. Wenn die Polizei ihrem Dienstauftrag nachgeht und Straftäter verfolgt, so hat dies für jeden nachvollziehbar und auf dem Boden der Rechtstaatlichkeit zu erfolgen. Eine Anwendung unmittelbaren Zwangs darf nie eine solche Zahl an unbeteiligten Opfern zur Folge haben!  </p>
</blockquote>
<p>Siehe auch: <a href="http://www.publikative.org/2011/12/28/tolle-kulisse-tebe-fans-fluchten-von-hallenturnier/" rel="bookmark">“Tolle Kulisse”: TeBe-Fans flüchten von Hallenturnier</a>,  <a href="http://www.publikative.org/2011/12/15/nach-angriff-der-karlsbande-offener-brief-an-alemannia-aachen-aus-bremen/" rel="bookmark">Angriff der “Karlsbande”: Offener Brief an die Alemannia</a>, Alle Meldungen aus der Rubrik <a href="http://www.publikative.org/category/fusball/">Fußball</a>.</p>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/a3ed8134da77459d986da1a65b2ba203" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=22434&amp;md5=faf0c70999f701144d050f72730fa7f8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Tolle Kulisse&#8221;:  TeBe-Fans flüchten von Hallenturnier</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2011 20:37:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

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		<description><![CDATA[Spektakel mit einem würdigen Rahmen oder skandalöse Versäumnisse? Bei einem Fußball-Hallenturnier in Frankfurt/Oder gab es nach Angaben von TeBe-Fans massive Drohungen und Attacken von Neonazis. Die örtliche Presse berichtet hingegen von einer "tollen Kulisse".
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Spektakel mit einem würdigen Rahmen oder skandalöse Versäumnisse? Bei einem Fußball-Hallenturnier in Frankfurt/Oder gab es nach Angaben von TeBe-Fans massive Drohungen und Attacken von Neonazis. Die örtliche Presse berichtet hingegen von einer &#8220;tollen Kulisse&#8221;.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Berichte von TeBe-Fans haben es in sich. Es sei &#8220;auch diesmal&#8221; zu massiven Angriffen durch Neonazis in Frankfurt/Oder gekommen. Deren Anwesenheit sei voraussehbar gewesen, schreibt &#8220;<a href="http://www.lila-kanal.de/journal/" target="_blank">Der Lila Kanal</a>&#8220;, daher sei das &#8220;(Nicht-)Verhalten der örtlichen Polizei der eigentliche Skandal&#8221;.</p>
<div id="attachment_22235" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/12/TeBe-Emblem_L.jpg"><img class="size-medium wp-image-22235" title="TeBe-Emblem_L" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/12/TeBe-Emblem_L-300x300.jpg" alt="Logo von Tennis Borussia Berlin" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Logo von Tennis Borussia Berlin</p></div>
<p style="text-align: justify;">Während des gesamten Turniers am 27. Dezember seien TeBe-Fans bvor der Halle oder am Getränkestand bedroht worden, immer wieder fielen rassistische und antisemitische Parolen. TeBe wird vor allem immer wieder Ziel von judenfeindlicher Propaganda.</p>
<p style="text-align: justify;">Dem Lila Kanal zufolge hatten sich Personen &#8220;mit eindeutig rechtsradikaler Kleidung sowie Merchandising vom Frankfurter FC Viktoria 91&#8243; in Kleingruppen über die ganze Halle verteilt. Diese interessierten sich den Angaben zufolge wenig für die Fußball-Spiele, sondern schickten immer wieder Späher in Richtung des TeBe-Blockes. Diese provozierten dort und forderten demonstrativ via Handy weitere „Kameraden“ an, dem Gesprächspartner ankündigend, dass „es hier heute Abend noch krachen wird“. Die Provokationen wurden im Laufe der Zeit immer heftiger und als sich eine größere Anzahl Hooligans des FFC Viktoria in den TeBe-Block begab und sich gleichzeitig vor dem Hallenausgang eine größere Gruppe formierte, war die Situation so bedrohlich, dass das TeBe-Team seine Teilnahme am Turnier abbrechen musste.</p>
<p style="text-align: justify;">Weiter heißt es, um eine Attacke am Hallenausgang zu vermeiden, seien die Fans dann gemeinsam über den Innenraum der Halle durch die Spielerkabinen in Richtung Bus geleitet worden. Rund um selbigen sammelten sich binnen kürzester Zeit 30 bis 40 Neonazis, welche die Abreise des Busses zu verhindern versuchten, indem sie das Tor des Parkplatzes schlossen und die TeBe-Fans mit Steinen und pyrotechnischen Gegenständen bewarfen. Es habe sehr lange gedauert, bis die Polizei eingetroffen sei.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Böse Überraschung</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die TeBe-Fans kritisieren die Sicherheitsvorkehrungen als skandalös: Man habe bereits im Vorfeld vehement auf das durch den Anhang des FFC Viktoria ausgehende Gefahrenpotenzial hingewiesen. Auch die “Einsatzgruppe Hooligans” (EGH) der Berliner Polizei sei zu der gleichen Einschätzung gekommen und habe Tennis Borussia auf das hohe Gefahrenpotenzial der Veranstaltung aufmerksam gemacht und ihre Begleitung angekündigt, heißt es weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Umso überraschender sei gewesen, dass dann in der Halle weder Berliner noch Frankfurter Sicherheitskräfte anwesend waren, sondern lediglich eine Security, deren Mitglieder ganz offensichtlich mit mehreren der Neonazis persönlich bekannt waren.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Lila Kanal kommentierte:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Weshalb die Polizei es für überflüssig hielt, von Anfang an zumindest in geringer Zahl Präsenz zu zeigen, ist unbegreiflich. Noch unbegreiflicher allerdings, dass sie nicht einmal kam, als sie telefonisch auf die massiven Bedrohungen in und vor der Halle hinwiesen wurde. Fast ein Wunder, dass der Angriff letztendlich keine schwereren Verletzungen zur Folge hatte. Jeder, der das rechtsradikale und gewaltaffine Umfeld des FFC Viktoria nur ansatzweise einzuschätzen weiß, konnte sich an fünf Fingern abzählen, dass dieses das Turnier natürlich dazu nutzen würde, TeBe-Anhänger anzugreifen. Lediglich die Polizei war zu dieser Lageeinschätzung entweder nicht fähig oder willens – und macht Frankfurt/Oder mit ihrer Kopf-in-den-Sand-Strategie zu einem verdammt gefährlichen Pflaster für jeden, der den ortsansässigen Nazis und Hooligans nicht in den Kram passt.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Der Reporter der <a href="http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1002573/" target="_blank">Märkischen Oderzeitung</a> hat offenkundig auch nichts von den Ausschreitungen mitbekommen. In dem Blatt wird von einem Spektaktel berichtet,  das 2. Hallenfußballturnier des FC Union Frankfurt sei wieder ein Zuschauermagnet gewesen. Die &#8220;tolle Kulisse mit rund 550 Zuschauern in der Brandenburg-Halle bildete den würdigen Rahmen&#8221; für das Turnier. Kein Wort findet sich hier über Angriffe auf TeBe-Fans.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://inforiot.de/artikel/naziattacke-auf-fussballteam" target="_blank">Lesetipp: Weitere Details zu den Angriffen bei Inforiot</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Tatsächlich berichteten Medien und Verfassungsschützer schon vor Jahren über den Anhang des FFC Viktoria. Im Mai 2008 schrieb der Tagesspiegel:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Zur gewaltbereiten, teilweise rechtsextremen Hooliganszene zählen die Behörden in Brandenburg 350 registrierte Schläger. Berüchtigt sind etwa gewaltbereite Fans des Frankfurter Vereins FFC Viktoria 91, die regelmäßig zu Auswärtsspielen „linker“ Klubs mitreisen und randalieren, so geschehen im Oktober 2007 gegen Babelsberg 03.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Beim FFC Viktoria gab es im vergangenen Jahr daher auch das Projekt &#8220;Fair Play &amp; Toleranz&#8221;, bei dem der Verein sich &#8220;offensiv der Problematik von rechtextremen Tendenzen und Hooliganismus im Kontext Fussballsport stellen&#8221; wollte. Durch das Projekt solle es &#8220;noch mehr gelingen die Beeinflussung des Sports durch rechtsextreme Milieus, Kulturen, Gruppierungen und Organisationen zu verhindern bzw. einzudämmen&#8221;. Der Verein bekenne sich &#8220;damit auch klar für das faire Miteinander im Sport für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;">Bei der Polizei in Frankfurt/Oder scheint man von solchen Tendenzen hingegen noch nicht gehört zu haben. Soher auch, wenn das nicht in der Zeitung steht&#8230;</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://www.publikative.org/2010/06/27/theweleit-200/" rel="bookmark">Wer nur eine Heimat kennt, ist verdammt, blöd zu bleiben</a>, <a href="http://www.publikative.org/2010/05/22/fusball-migration-100/" rel="bookmark">Von Fußball, Migration und bürgerlichen Freiheiten</a>, <a href="http://www.publikative.org/2011/12/19/das-unpolitische-wir-der-fanszene/" rel="bookmark">Das unpolitische Wir der Fanszene</a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=22234&amp;md5=97213c9180dbb82975b6c55f82959eb0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Das unpolitische Wir der Fanszene</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/12/19/das-unpolitische-wir-der-fanszene/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 12:38:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Selmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Aachen Ultras]]></category>
		<category><![CDATA[Alemannia Aachen]]></category>
		<category><![CDATA[NPD-Funktionär]]></category>
		<category><![CDATA[Ronny Blaschke]]></category>
		<category><![CDATA[Sascha Wagner]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 11. Dezember kam es während des Heimspiels von Alemannia Aachen gegen Erzgebirge Aue zu einem offenbar politisch motivierten Angriff auf die Aachen Ultras durch andere Alemannia-Fans. Die folgenden Diskussionen werfen viele Schlaglichter auf den Umgang von Vereinen und Fans mit Rechtsextremismus in der Fanszene.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong></strong><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/b68b27b8dc0c4bb3b90d8b19475e7a26" alt="" width="1" height="1" /><br />
<strong>Am 11. Dezember kam es während des Heimspiels von Alemannia Aachen gegen Erzgebirge Aue zu einem offenbar politisch motivierten Angriff auf die Aachen Ultras durch andere Alemannia-Fans. Die folgenden Diskussionen und verschiedenen Statements werfen viele Schlaglichter auf den Umgang von Fußballvereinen und -fans mit rechtsextremen Orientierungen in der Fanszene.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Nicole Selmer</em></p>
<p style="text-align: justify;">Zwei Tage nach dem Spiel erschien eine <a href="http://www.aachen-ultras.de/?site=news" target="_blank">Stellungnahme der Gruppe</a>, die den Angriff als politisch motivierte Aktion schildern, Rufe wie „Verpisst euch, ihr Juden“ als Beleg dafür anführen und zudem generell ein rechtsextremes Problem in der Aachener Fanszene ausmachen, um das sich Verein, Fans, Fanbeauftragte und Fanprojekt kümmern müssten. Die Angreifer stammen nach Aussage der Aachen Ultras vor allem aus der Gruppe der Alemannia Supporters, aber auch der Ultras Karlsbande.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Angriff im Fanblock</strong></p>
<div id="attachment_21969" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/2011/12/15/nach-angriff-der-karlsbande-offener-brief-an-alemannia-aachen-aus-bremen/aachenaue/" rel="attachment wp-att-21969"><img class="size-medium wp-image-21969" title="aachenaue" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/12/aachenaue-300x200.jpg" alt="Aachen gegen Aue (http://www.derfriedri.ch/)" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Aachen gegen Aue (http://www.derfriedri.ch/)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Dass Aachens Fußballfans und die rechtsextreme Szene der Region einander nicht gänzlich fremd gegenüberstehen, ist <a href="http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/kameradschaft-aachener-land" target="_blank">nichts Neues</a>. Rechte Präsenz am Aachener Tivoli war auch einer der Beweggründe für die Einrichtung eines <a href="http://www.alemannia-aachen.de/archiv/presse/details-profis/Horst-Heinrichs-setzt-sich-fuer-Fanprojekt-ein-6909b/" target="_blank">sozialpädagogisch arbeitenden Fanprojekts</a>. (Zur Erläuterung: Fanprojekte werden, anders als Fanbeauftragte, nicht vom Verein, sondern zu gleichen Teilen aus Mitteln des Landes, der Kommune und des je nach Ligazugehörigkeit zuständigen Fußballverbandes, also DFL oder DFB, gefördert.)</p>
<p style="text-align: justify;">Die Bewertung der Auseinandersetzungen beim letzten Heimspiel als politisch motiviert, ist <a href="http://www.derfriedri.ch/jetzt-muss-gehandlet-werden/" target="_blank">keine exklusive Sicht</a> der Aachen Ultras. Neben länger schwelenden Konflikten wird zudem eine Veranstaltung der Aachen Ultras gemeinsam mit dem Fanprojekt als aktueller Hintergrund ausgemacht: eine Lesung des Autors und Journalisten Ronny Blaschke aus seinem Buch „Angriff von Rechtsaußen. Wie Neonazis den Fußball missbrauchen“. Mitglieder der Ultras Karlsbande wurden dabei von der Leiterin des Fanprojekts <a href="http://www.az-web.de/news/hochschule-detail-az/1926721?_link=&amp;skip=&amp;_g=Im-Sturm-von-ganz-rechts-gewappnet-sein.html," target="_blank">von der Veranstaltung ausgeschlossen</a>,  da ihr Auftreten von anderen Besuchern nicht als Interesse am Thema, sondern als Provokation und Bedrohung aufgefasst wurde.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Stellung nehmen, aber wie?</strong><br />
Ein szeneinterner Angriff im Fanblock, bei dem es also nicht um (körperliche) Auseinandersetzungen mit gegnerischen Fans, der Polizei oder Ordnern geht, wird von vielen Fans als eine besondere Grenzüberschreitung wahrgenommen. Umso wichtiger ist in solchen Fällen, welche Position der Verein selbst bezieht. Im Fall von Alemannia Aachen berichtete bereits wenige Stunden nach dem Spiel <a href="http://www.an-online.de/sixcms/detail.php?template=an_detail&amp;id=1924204&amp;_wo=Lokales:Aachen " target="_blank">ein Presseartikel</a> und zitierte den Geschäftsführer Frithjof Kraemer: „Das kann und darf es nicht geben, dass wir Alemannia-Fans vor Alemannia-Fans schützen müssen.“ Der Verein veröffentlichte am selben Tag eine <a href="http://www.alemannia-aachen.de/aktuelles/nachrichten/details/-Das-hat-mit-Fussball-nichts-zu-tun--21438e/" target="_blank">Stellungnahme</a> auf seiner Website, in der die Opfer des Angriffs klar definiert wurden: „Aachen Ultras werden in ihrem Fanblock Opfer einer feigen Attacke“ Der Fokus der Stellungnahme liegt jedoch auf der Sicherheit der Zuschauer („unser höchstes Gut“); eine politische Motivation, wie im Artikel der Aachener Nachrichten geschildert, wird nicht erwähnt. An die Fanszene wird appelliert, sich auf das eigene höchste Gut zu konzentrieren, nämlich die Unterstützung der Mannschaft. Identifizierten Tätern drohe ein Stadionverbot, eine Konfliktlösung sei jedoch nur gemeinsam mit allen Beteiligten möglich.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach der Verurteilung des Geschehens und seiner gleichzeitigen Entpolitisierung veröffentlichte der Verein am folgenden Tag eine <a href="http://www.alemannia-aachen.de/aktuelles/nachrichten/details/Stellungnahme-Alemannia-Supporters-21439x/" target="_blank">Stellungnahme der Alemannia Supporters</a> auf seiner Website, „um dem Fanclub die Möglichkeit einer Erklärung einzuräumen und um andere Fanclubs, deren Namen fälschlicherweise mit dem Angriff in Verbindung gebracht wurden, zu entlasten“. Die Alemannia Supporters entschuldigen sich für „die unentschuldbare Reaktion“ einiger Mitglieder, wünschen einem verletzten Ordner gute Besserung, betonen, dass es keinen politischen Hintergrund des Vorfalls gebe, und distanzieren sich von Gewalt, „Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus“. Es folgten die bereits erwähnte Stellungnahme der Aachen Ultras (auf die auf der Vereinswebsite nicht verwiesen wird) sowie ein weiteres Statement des Vereins, in dem die Erklärung der Alemannia Supporters als „nicht ausreichend&#8221; gewertet wird (allerdings ohne dies genauer zu erklären) und erneut Stadionverbote angekündigt werden. Das Thema Politik bleibt mit Bezug auf den Angriff weiter ausgespart. Allerdings heißt es: „Mit ihrer Stellungnahme sind die Alemannia Supporters eine Verpflichtung eingegangen, sich gegen Rechtsextremismus und Rechtsradikalismus zu positionieren. An dieser Verpflichtung wird der Fanclub ab dem heutigen Tage gemessen.“</p>
<p style="text-align: justify;">Dass auch der Verein von einer politischen Motivation ausgeht, wird in einem weiteren Artikel der Aachener Nachrichten deutlich, in dem Fritjof Kraemer von einem <a href="http://www.an-online.de/lokales/aachen-detail-an/1935731?_link=&amp;skip=&amp;_g=Alemannia-positioniert-sich-Genau-hingucken.html " target="_blank">„Gesinnungshintergrund“ </a>spricht. Zentral bleibt jedoch die Forderung nach einer gemeinsamen Lösung von Angreifern und Angegriffenen: „Alle Gruppen müssten an der Lösung ihrer Konflikte aktiv mitarbeiten und so zur Überwindung des tiefen Risses beitragen, der die Aachener Fanszene durchzieht.“ Die Moderation dieser Gespräche solle das Fanprojekt übernehmen. Es ist vor allem diese Idee eines Runden Tisches, den die Bremer Ultragruppe Racaille Verte aus ihrer eigenen Erfahrung mit Angriffen von rechts in einem offenen Brief kritisiert (Publikative <a href="http://www.publikative.org/2011/12/15/nach-angriff-der-karlsbande-offener-brief-an-alemannia-aachen-aus-bremen/" target="_blank">berichtete</a>): &#8220;Wenn es zu einem solchen Riss in einer Fanszene kommt, ist die Zeit gekommen, klar Stellung zu beziehen und nicht die Illusion einer Einheit zu wahren.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Politik des Unpolitischen</strong></p>
<div id="attachment_22083" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/2011/12/19/das-unpolitische-wir-der-fanszene/coloniacs_800/" rel="attachment wp-att-22083"><img class="size-medium wp-image-22083" title="Coloniacs Köln Aachen" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/12/coloniacs_800-300x225.jpg" alt="Transparent der Kölner Ultras Coloniacs." width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Klare Worte der Kölner Ultras Coloniacs an Aachen (www.coloniacs.com)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Am Aachener Fall lässt sich illustrieren, wie die Diskussion um Politik und Fußball, um Rechtsextremismus im Stadion und den Umgang von Fans und Vereinen mit diesen Themen strukturell geführt wird: So greift auch Alemannia-Geschäftsführer Kraemer zu einem alten fußballrhetorischen Mittel, nämlich der Trennung zwischen echten und falschen Fans, wenn er mit Bezug auf die Angreifer feststellt, dass „sich das Wort Fan in diesem Fall eigentlich verbietet, denn hier wurden elementare Regeln des Fantums verletzt“. Selbstverständlich jedoch können auch Neonazis, Rechtsextreme und Gewalttäter Fußballfans sein, der springende Punkt ist ja eben genau dieser, dass nämlich in der Fanszene Menschen mit rechtsextremen Überzeugungen anzutreffen sind – genauso wie in Kegelklubs, Betriebsräten oder Gemeindeversammlungen. Die Regeln, die bei einem gewalttätigen Angriff inklusive antisemitischer Beschimpfungen verletzt werden, sind keineswegs nur solche „des Fantums“.</p>
<p style="text-align: justify;">Rechtsextreme beim Fußball schlicht mit dem „Das sind aber keine Fans“-Stempel zu versehen, ist in mehrfacher Hinsicht gefährlich: Es verstellt den Blick auf die möglichen Andockpunkte von rechtsextremer Ideologie und Fankuktur (Ehrbegriff, Kultur der Männlichkeit, Rivalitätsfixierung usw.) und es fördert zudem die Solidarität anderer Fans mit den als Nicht-Fans Stigmatisierten, gerade wenn, wie beim Beispiel der Alemannia, ein möglicher politischer Hintergrund ignoriert wird. Die Statements der Alemannia-Geschäftsführung berufen sich auf die Idee eines verbindenden Fangedankens, die Unterstützung der Mannschaft und den Zusammenhalt der Fanszene als oberstem Leitmotiv. Auf Gewalt wird mit Ausschluss, das heißt mit Stadionverboten reagiert; die „Risse“ in der Fanszene, deren politischer Hintergrund öffentlich ausgespart bleibt, sollen jedoch in gleichberechtigten Gesprächen aller geklärt werden. Aus dieser Differenz spricht der (nicht unverständliche, aber dennoch falsche und kurzsichtige) Wunsch des Vereins, die Politik aus dem Fußball fernzuhalten und über die Berufung auf die Gemeinsamkeit „Alemannia Aachen“ eine Befriedung zu erreichen.<br />
Und warum nicht? Schließlich funktioniert genau so auch die Politik des Unpolitischen, die viele Fangruppen pflegen. Etwa auch die Karlsbande Ultras, die <a href="http://www.karlsbande.de/?site=ueberuns " target="_blank">ihr Selbstverständnis </a>so erläutern:</p>
<blockquote><p>„Wir, die Karlsbande Ultras, möchten uns hiermit deutlich von jeglichen politischen und extremistischen Strömungen distanzieren. Innerhalb der Gruppe gibt es ein breites Spektrum diverser Ansichten und Meinungen, der Gruppenkonsens lautet aber, dass jegliche Parteipolitik beim Fußball außen vor bleiben muss. Es wird bei uns nicht geduldet, dass einzelne Mitglieder ihre Weltanschauung durch politische Kleidung, Parolen, oder ähnlichem propagieren.&#8221;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Um die unpolitisch-politischen Konflikte in Fanszenen besser zu verstehen, ist es wichtig, ein solches Statement nicht einfach nur als Vorwand abzutun, unangenehmen Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Das mag es sein, aber tatsächlich hat ein Postulat wie dieses für viele Fans auch und vor allem eine subjektive Realität. Die überwältigende Bindungskraft, die den Fußball auszeichnet und ihn so attraktiv macht, erlaubt es, auch über größte politische Differenzen für die zeitliche Dauer eines Spieltags und im örtlichen Rahmen der Kurve hinwegzusehen und sich unter dem „Wir“ einer Fanszene miteinander zu arrangieren. Das ist eine der größten Stärken der Fankultur – und zugleich eine ihrer größten Schwächen. „Ihr habt doch keine Ahnung, was bei uns wirklich passiert“, lässt sich so kritischen Stimmen schnell und mit authentisch gefühlter Überzeugung entgegnen, ebenso wie „Das sind vielleicht Rechte, aber auch Alemannen/Herthaner/Dortmunder/Dresdner usw.“</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Der „unpolitische“ NPD-Funktionär</strong></p>
<div id="attachment_22079" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/2011/12/19/das-unpolitische-wir-der-fanszene/screenshot/" rel="attachment wp-att-22079"><img class="size-medium wp-image-22079" title="Facebook Screenshot Sascha Wagner" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/12/screenshot-300x179.jpg" alt="Screenshot des &quot;Offenen Briefes&quot; von Sascha Wagner an die Geschäftstelle von Alemannia Aachen." width="300" height="179" /></a><p class="wp-caption-text">Screenshot des &quot;Offenen Briefes&quot; von Sascha Wagner an die Geschäftstelle von Alemannia Aachen.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Auch wenn es dem Verein vielleicht fernliegt, aber es ist genau diese Solidarität, die die Stellungnahmen von Alemannia Aachen mit ihren Forderungen nach gemeinsamen Lösungen bedienen. Und es ist diese Solidarität, auf die auch Sascha Wagner baut, Funktionär der NPD und der Jungen Nationaldemokraten. Auf seinem <a href="https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=306409722727176&amp;id=100000744528236" target="_blank">Facebook-Profil </a>und per Mail verbreitete er einen Brief an die Geschäftsführung von Alemannia Aachen. Der kurze Text enthält alle Bestandteile der Argumentation des Unpolitischen: keine Parteipolitik im Stadion; die einzige Ideologie, die zählt, ist der Verein; politisiert wird von den Linken und schließlich <a href="http://www.netz-gegen-nazis.de/lexikontext/kategorie-c" target="_blank">das Zitat</a> „Fußball bleibt Fußball und Politik bleibt Politik!“.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass Fußball und Politik zwei Welten ohne Schnittmenge sein mögen, ist ein unerfüllbarer Wunsch, und zwar nicht nur in Aachen und nicht erst seit dem vergangenen Spieltag. Es ist bestenfalls naive Augenwischerei zu glauben, dass jemand sechs Tage in der Woche der bekannte NPD-Funktionär Wagner, am siebten jedoch nur Sportskamerad Sascha sein kann, dessen Anwesenheit im Stadion keinerlei politisches Signal darstellt. Genau darauf hat die Leiterin des Fanprojekts <a href="http://www.az-web.de/news/hochschule-detail-az/1929707?_link=&amp;skip=&amp;_g=Neonazi-Wagner-war-staendiger-Gast-auf-dem-Tivoli.html" target="_blank">hingewiesen</a>. Wegen ihrer klaren Aufforderung, gegen Rechtsextremismus und Rassismus Stellung zu beziehen, wird ihr nun linksextreme Agitation unterstellt.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Brief, den Sascha Wagner verbreitet, lässt sich durchaus ambivalent deuten: Einerseits scheint es fast ein wenig bemitleidenswert, auf diesem Weg (und mit einer seltsam matthäusartigen Art und Weise, von sich selbst in der dritten Person zu sprechen) Beachtung einzufordern. Gleichzeitig spricht es Bände, dass Wagner offenbar zu der Einschätzung kommt, mit diesem Brief das Blatt in seinem Sinne wenden zu können. Er stellt – ebenso wie die Angreifer im Fanblock – eine Machtfrage. Die Verantwortlichen der Alemannia müssen sich daher schon gut überlegen, mit wem sie ihren „Dialog“ führen wollen. Von den Opfern des Angriffs zu verlangen, sie sollten sich mit den teilweise nach wie vor gewaltbereiten Tätern an einen Tisch setzen, ist dabei der falsche Weg, genau wie ein &#8220;Dialog&#8221; mit einem ideologisch gefestigten, jahrelangen NPD-Kader. Ihnen muss der Verein viel mehr entschieden entgegen treten, um mit dem Rest der Fanszene darüber zu sprechen, dass Rassismus und Nazi-Klamotten eben nicht ins Stadion gehören &#8211; so viel Politik muss sein.</p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=22060&amp;md5=209c70c1799551a3ef1318a7365230dd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Werder schließt NPDler Pühse endgültig aus</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/12/16/werder-schliest-npdler-puhse-endgultig-aus/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Dec 2011 12:07:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Pühse]]></category>
		<category><![CDATA[Werder]]></category>

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		<description><![CDATA[Abpfiff für Jens Pühse bei Werder Bremen. Der Verein hat den Neonazi endgültig ausgeschlossen - und dabei unaufgeregt und zielstrebig agiert. Die NPD konnte aus der gezielten Provokation kein Kapital schlagen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">NPD-Funktionär Jens Pühse ist endgültig aus dem Sport-Verein &#8220;Werder&#8221; von 1899 e.V. ausgeschlossen worden. Nach einer mündlichen Anhörung durch den Ehrenrat des Sport-Verein &#8220;Werder&#8221; von 1899 e.V. am 22.11.2011 wurde entschieden, dass der von Pühse eingelegte Widerspruch gegen die Ausschlussentscheidung des Präsidiums zurückgewiesen wird. Über diese Entscheidung sei Pühse in dieser Woche schriftlich informiert worden, teilte Werder mit.</p>
<div id="attachment_18436" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/05/screenshot13.jpg"><img class="size-medium wp-image-18436" title="puehse_werder" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/05/screenshot13-300x225.jpg" alt="Das FB-Profil von Jens Pühse: Lieblingsmannschaft - Werder Bremen" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das FB-Profil von Jens Pühse: Lieblingsmannschaft - Werder Bremen</p></div>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Wir sind froh, dass unser Ehrenrat den durch das Präsidium entschiedenen Ausschluss bestätigt hat. Durch diese Entscheidung setzen wir als Verein ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus&#8221;, so Vereinspräsident und Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer.</p>
<p style="text-align: justify;">Satzungsgemäß fördert Werder Bremen die Funktion des Sports als verbindendes Element zwischen Nationalitäten, Kulturen, Religionen und sozialen Schichten. Er bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine &#8211; unabhängig von Abstammung, Hautfarbe, Herkunft, Glaube und sozialer Stellung sowie sexueller Identität &#8211; sportliche Heimat. Diese Werte werden insbesondere durch das gute soziale Engagement des Vereins verwirklicht.</p>
<div id="attachment_18077" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/05/sozialesicherheit.jpg"><img class="size-medium wp-image-18077" title="sozialesicherheit" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/05/sozialesicherheit-300x200.jpg" alt="Ein Beier, ein Apfel, ein Faust, ein Voigt und ein Pühse flanieren zum Sozialkongress der NPD unter der Hochbrücke. Motto: Sehen und nicht gesehen werden, denn die Bremer wollten von den Nazis nichts wissen. (Foto: Kai Budler)" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Beier, ein Apfel, ein Faust, ein Voigt und ein Pühse flanieren zum Sozialkongress der NPD unter der Hochbrücke. Motto: Sehen und nicht gesehen werden, denn die Bremer wollten von den Nazis nichts wissen. (Foto: Kai Budler)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Pühse hatte krampfhaft versucht, im Wahlkampf für Schlagzeilen zu sorgen. So hatte sich der Neonazi bei den Grün-Weißen im Vorfeld der Bürgerschaftswahlen angemeldet. Erst im Januar 2011 hatte er seinen Mitgliedsantrag unterzeichnet, die Sache war also offenkundig ein PR-Gag.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Pühse und die “NPD-Prominenz”</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Pühse hatte zwischenzeitlich in einer Pressemitteilung noch behauptet, Werder Bremen stehe offenbar zu seiner “NPD-Prominenz” [sic]. Eine Falschmeldung, denn das Werder-Präsidium hatte die Entscheidung über seinen Ausschluss nur vertagt – passenderweise auf einen Termin nach der Wahl, so dass das Interesse an Pühses Aktivitäten in der Hansestadt ohnehin noch geringer sind, als sie schon zu Wahlkampfzeiten waren.</p>
<p style="text-align: justify;">Pühse war Spitzenkandidat der NPD in Bremerhaven, die Partei scheiterte allerdings <a href="http://npd-blog.info/2011/05/22/buerger-in-wut-npd210/">erneut deutlich</a>, sie wollte den Einzug in die Bürgerschaft erreichen.</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://www.publikative.org/2011/12/15/nach-angriff-der-karlsbande-offener-brief-an-alemannia-aachen-aus-bremen/" rel="bookmark">Angriff der “Karlsbande”: Offener Brief an die Alemannia</a>,  <a href="http://www.publikative.org/2011/05/25/werder-npd-411/" rel="bookmark">Kommentar: Werder hat alles richtig gemacht, die Medien nicht!</a>, <a href="http://www.publikative.org/2011/05/25/werder-leitet-ausschlussverfahren-gegen-npd-puhse-ein/" rel="bookmark">Werder leitet Verfahren gegen “NPD-Prominenz” ein</a></p>
<p>:<img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/b31569b3cb3d42ddb4d78c6d3422f074" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=22011&amp;md5=36916afbcaab98f32284bb1c77dd96b0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Angriff der &#8220;Karlsbande&#8221;: Offener Brief an die Alemannia</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/12/15/nach-angriff-der-karlsbande-offener-brief-an-alemannia-aachen-aus-bremen/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 09:17:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Aachen]]></category>
		<category><![CDATA[Aue]]></category>
		<category><![CDATA[Karlsbande]]></category>
		<category><![CDATA[Ultras]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Zweitligaspiel Alemannia Aachen gegen Erzgebirge Aue ist von Auseinandersetzungen im Aachener Fanblock überschattet worden. Während der ersten Halbzeit wurde eine Ultra-Gruppierung der Alemannia im eigenen Block von 20 bis 30 Personen attackiert. Nach dem Spiel forderte der Verein die Angegriffenen auf, den Riss in der Fanszene zu kitten. Ein Aufruf, der für Kritik aus der Fanszene sorgt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div>
<p style="text-align: justify;"><strong>Das Zweitligaspiel Alemannia Aachen gegen Erzgebirge Aue ist von Auseinandersetzungen im Aachener Fanblock überschattet worden. Während der ersten Halbzeit wurde eine Ultra-Gruppierung der Alemannia im eigenen Block von 20 bis 30 Personen attackiert. Nach dem Spiel forderte der Verein die Angegriffenen auf, den Riss in der Fanszene zu kitten. Ein Aufruf, der für Kritik aus der Fanszene sorgt.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Anlässlich der <a href="http://www.aachen-ultras.de/" target="_blank">Vorfälle</a>, die sich beim Spiel von Alemannia Aachen gegen Aue zugetragen haben, und als Reaktion auf zwei Veröffentlichungen (<a href="http://www.alemannia-aachen.de/aktuelles/nachrichten/details/Stellungnahme-Alemannia-Supporters-21439x/" target="_blank">1</a>, <a href="http://www.alemannia-aachen.de/aktuelles/nachrichten/details/Auf-Gewalt-verzichtet-man-aber-erklaert-sie-nicht-21441n/" target="_blank">2</a>) auf der Homepage des Vereins, hat die Bremer Gruppe Racaille Verte einen Brief geschrieben, den wir hiermit dokumentieren:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Sehr geehrte Verantwortliche bei Alemannia Aachen sowie im Aachener Fanprojekt,</p>
<p style="text-align: justify;">wahrscheinlich kommt dieser Brief etwas unerwartet für Sie. Wir, die Mitglieder der Ultragruppierung „Racaille Verte“, schreiben Ihnen bezüglich des Angriffs von „Alemannia Supporters“ und „Karlsbande“ auf die „Aachen Ultras“, weil wir glauben, dass unsere Bremer Erfahrungen im Umgang mit rechtsgerichteten Fans Ihnen durchaus eine Hilfe sein können.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass die Schilderungen der „Aachen Ultras“ in irgendeiner Weise falsch oder übertrieben sind. Es ist innerhalb der Ultraszene seit längerem bekannt, dass die „Karlsbande“ nicht nur rechts unterwandert ist, sondern ausdrücklich unter antiprogressivem Vorzeichen gegründet wurde. Die ebenfalls beteiligten „Alemannia Supporters“ können als Tarngruppe für die Aachener Hooligans gesehen werden. Auch diese sind politisch eindeutig rechts einzuordnen.</p>
<div id="attachment_21969" class="wp-caption aligncenter" style="width: 550px"><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/12/aachenaue.jpg"><img class="size-full wp-image-21969" title="aachenaue" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/12/aachenaue.jpg" alt="Aachen gegen Aue (http://www.derfriedri.ch/)" width="540" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Aachen gegen Aue (http://www.derfriedri.ch/)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Es ist uns schleierhaft, wieso Sie den Angreifern auf der offiziellen Vereinsseite eine Plattform gegeben haben, auf der sie ihre Sicht der Dinge quasi unkommentiert darstellen dürfen. Noch viel mehr schockiert uns allerdings Ihre Aufforderung an die „Alemannia Supporters“ und die „Aachen Ultras“, „an der Lösung ihrer Konflikte aktiv zu arbeiten und zur Überwindung des tiefen Risses beizutragen, der die Aachener Fanszene durchzieht“. Wir wollen Ihnen im Detail darlegen, warum wir Ihre Wortwahl und die dahinter stehenden Vorstellungen für völlig abwegig und gefährlich halten.</p>
<p style="text-align: justify;">Dadurch wird eine völlig unangebrachte Äquidistanz zu Opfern und Tätern geschaffen. Es hat hier einen Angriff gegeben, der ganz klar von einem rechtsgerichteten Haufen ausging. Als Verein sind Sie in der Verantwortung, sich hinter diejenigen zu stellen, die sich gegen Diskriminierung und für eine bunte Fankurve einsetzen, und diejenigen zu verurteilen und auszuschließen (nicht nur aus dem Stadion, sondern aus dem gesamten Diskurs), die sich Hass und die gewaltsame Verdrängung andersdenkender Menschen auf die Fahnen geschrieben haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Die „Aachen Ultras“ leisten seit einigen Jahren gute Arbeit gegen Diskriminierung. Es ist ein Hohn, nun von dieser Gruppe zu fordern, mit rassistisch, homophob, sexistisch und antisemitisch motivierten Rechtsradikalen zusammenzuarbeiten, um einen Riss in der Fanszene zu kitten. Wenn es zu einem solchen Riss in einer Fanszene kommt, ist die Zeit gekommen, klar Stellung zu beziehen und nicht die Illusion einer Einheit zu wahren.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine solche notwendig klare Positionierung mag gerade einem kleineren Verein schwer fallen, doch es lohnt sich. Nachdem unsere Gruppierung vor nunmehr fast fünf Jahren von Neonazis aus der Bremer Hooliganszene angegriffen wurde, erhielten auch wir über die Presse das Angebot des Vereins, sich an einen runden Tisch zu setzen. Wir waren entrüstet ob der Vorstellung, uns mit Nazi-Schlägern zu treffen, die uns erklärtermaßen mit Gewalt loswerden wollten (und bis heute wollen). Nach einiger Zeit sah der Verein seinen verfehlten Ansatz ein und unterstützte unseren Kampf gegen Diskriminierung, den wir trotz aller Drohungen immer weiter intensivierten. Heute kann sich der SV Werder damit rühmen, eine vorbildliche Arbeit gegen Diskriminierung innerhalb und außerhalb des Stadions zu leisten. Durch die kontinuierliche Arbeit der Fans und mit Hilfe der Rückendeckung des Vereins und Fanprojekts hat die Bremer Ostkurve mittlerweile den Ruf, ein offener Ort für alle Menschen zu sein. Das hat nicht nur zur Folge, dass die aktive Fanszene heute größer ist als je zuvor, es sind auch sichtbar mehr Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund anzutreffen. Der Kampf gegen Diskriminierung ist weitgehend Konsens, rechte Schläger sind ein Randphänomen.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber nicht nur der Verein, sondern auch das Fanprojekt ist hier in der Pflicht. Eine deutliche, öffentliche und schnelle Positionierung zur Solidarität und Unterstützung der „Aachen Ultras“ wäre das Mindeste. Des Weiteren sollte diese heikle Situation durch ausgebildete Fachkräfte begleitet werden. Die Opfer jetzt alleine zu lassen, würde einer Akzeptanz für den politisch motivierten Angriff gleichkommen. Das Fanprojekt Bremen hat gezeigt, wie eine solche Unterstützung aussehen kann.</p>
<p style="text-align: justify;">Wir wünschen Ihnen in Aachen eine ähnlich erfreuliche Entwicklung. Die „Aachen Ultras“ haben dafür den richtigen Weg eingeschlagen. Unterstützen Sie Ihre Fans auf diesem Weg und verabschieden Sie sich von rechten und rechtsoffenen Ewiggestrigen, denn sie werden Ihnen nicht fehlen!</p>
<p style="text-align: justify;">Herzliche Grüße aus Bremen, Racaille Verte</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"> </p>
</div>
<p>Alle Meldungen aus der Rubrik <a href="http://www.publikative.org/category/fusball/">Fußball</a>.</p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=21968&amp;md5=f25c1cd951b9eae2d9b12d09610cd72b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Heiopei der Woche: Philipp Selldorf und die „Brandstifter“</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/12/01/heiopei-der-woche-brandstifter/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Dec 2011 02:05:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Nicole Selmer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Heiopei der Woche]]></category>
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		<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Clemens Tönnies]]></category>
		<category><![CDATA[FSV Zwickau]]></category>
		<category><![CDATA[Heiopei]]></category>
		<category><![CDATA[Philipp Selldorf]]></category>
		<category><![CDATA[rechtsextreme Fangesänge]]></category>
		<category><![CDATA[Schalke 04]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.publikative.org/?p=21622</guid>
		<description><![CDATA[Vergangene Woche war Derbyzeit im Fußball. Zum Beispiel in der ersten Bundesliga beim Spiel Dortmund gegen Schalke. Da zündeten Schalker Fans Pyrotechnik. Oder in Liga fünf beim FSV Zwickau gegen Erzgebirge Aue. Da feierten Zwickauer Fans die Nazimorde. Im Grunde ein bisschen dasselbe, findet Philipp Selldorf in der Süddeutschen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/b68b27b8dc0c4bb3b90d8b19475e7a26" alt="" width="1" height="1" /></strong><br />
<strong>Vergangene Woche war Derbyzeit im Fußball. Zum Beispiel in der ersten Bundesliga beim Spiel Dortmund gegen Schalke. Da zündeten Schalker Fans Pyrotechnik. Oder in Liga fünf beim FSV Zwickau gegen Erzgebirge Aue. Da feierten Zwickauer Fans die Nazimorde. Im Grunde ein bisschen dasselbe, findet Philipp Selldorf in der Süddeutschen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Nicole Selmer</em></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_20381" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.publikative.org/2011/10/14/heiopei-der-woche-roland-tichy/shark/" rel="attachment wp-att-20381"><img class="size-medium wp-image-20381" title="Haifisch" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/shark-300x255.jpg" alt="Haifisch-Absturz" width="300" height="255" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Heiopei &#8211; der publizistische Wochenabsturz</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">„Terrorzelle Zwickau – olé, olé, olé“ und andere rechtsextreme Gesänge gab es <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,800604,00.html" target="_blank">von den Zwickauer Fans </a>zu hören. Ein Spieler habe zudem in der Kabine die Sieg-Rufe durch ein „Heil“ ergänzt. Der Verein hat die Vorfälle bestätigt und hofft für die Zukunft auf ein Publikum, <a href="http://www.fsv-zwickau.de/2011/11/stellungnahme-aus-gegebenem-anlass/" target="_blank">„das nach wie vor sensibel und konsequent auf jedwede Form radikaler Entgleisungen reagiert.“ </a> Proteste anderer Fans gegen die Gesänge hat es nämlich gegeben, wie berichtet wird. Diese Episode nimmt Philipp Selldorf, Sportredakteur der <em>Süddeutschen Zeitung</em>, <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/fangewalt-in-stadien-glaubensfragen-in-der-fankurve-1.1222059" target="_blank">in einem Kommentar</a> zum Anlass, um weiter auszuholen. Deutlich zu weit. Es brauche Mut für einen solchen Akt der Zivilcourage, meint er, aber vielleicht reiche bloßes Widersprechen auch nicht. Vielleicht nämlich muss man noch mutiger sein und die „Brandstifter“ auch überführen. Und hey, „Brandstifter“ – das ist doch das eigentliche Stichwort. Nazimorde verherrlichen oder Pyrotechnik abbrennen, das sind zwei Themen, die Selldorf durch ein nonchalantes „wenn auch mit anderem Hintergrund“ miteinander verknüpft. Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist ein dummer Gedanke.</p>
<p style="text-align: justify;">So kommt Selldorf von der Zwickauer Terrorzelle zur Schalker Pyro und dem wirklich mutigen Akt der Zivilcourage, den der Schalker Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies am Wochenende verübte. In einer waghalsigen PR-Aktion zum Derby hatte er sich in den Schalker Gästeblock begeben, um dort, nur geschützt durch die Aufmerksamkeit zahlreicher Fernsehkameras und der Stadionvideoüberwachung, die Niederlage seiner Mannschaft zu verfolgen. Mit seinem Handy fotografierte er dann Schalker Fans, die Pyro abbrannten, und übergab die Fotos <del>der BILD</del> dem Sicherheitsdienst. Es gehe darum, „kriminelle Handlungen“ zu bekämpfen, sagte Tönnies und wird von Selldorf durch das mutige Einstehen für seine Überzeugungen zum leuchtenden Vorbild für Zivilcourage.</p>
<p style="text-align: justify;">Von Pyrotechnik und Clemens Tönnies mag man halten, was man will, aber wie hier – und <a href="http://www.publikative.org/2011/11/10/fusballgewalt-von-auschwitz-schweigen/" target="_blank">nicht zum ersten Mal</a> – in journalistischem Kurzschluss Dinge vermischt werden, die nichts miteinander zu tun haben, ist nur noch schwer erträglich.</p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=21622&amp;md5=37d0d55c2ab348b898310a392cd21c7a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Überbieten und Strafen</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/11/14/uberbieten-und-strafen/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 14:44:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Dynamo Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[Hooligans]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei. DFB]]></category>
		<category><![CDATA[Runder Tisch]]></category>
		<category><![CDATA[Ultras]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[In Deutschland fordern Polit-Hooligans immer mehr und immer härtere Sanktionen. Doch Fußball ist kein rechtsfreier Raum. Und das permanente Überbieten keine Lösung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>In Deutschland fordern Polit-Hooligans immer mehr und immer härtere Sanktionen. Doch Fußball ist kein rechtsfreier Raum. Und das permanente Überbieten keine Lösung.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Nicole Selmer</em></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_21217" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.publikative.org/2011/11/14/uberbieten-und-strafen/2182166539_2492a56a33_b/" rel="attachment wp-att-21217"><img class="size-medium wp-image-21217" title="Hooligans" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/11/2182166539_2492a56a33_b-300x300.jpg" alt="Hooligans" width="300" height="300" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Wenn man sich die deutsche Debatte so anschaut, fühlt man sich zum Teil an diese Hooligan-&#8221;Warnung&#8221; aus Liverpool erinnert (Foto: Alastair Thompson, CC BY-NC-ND 2.0)</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Ist ein Stadionbesuch in Deutschland gefährlich?&#8221; – Diese Frage stellt das ZDF in einer Onlineumfrage. Ein Drittel der rund 5.000 User beantwortete sie bisher mit Ja. Noch schlimmer ist jedoch, dass es überhaupt legitim erscheint, so eine Frage zu stellen. In der Diskussion um Gewalt im deutschen Fußball wurde sofort zu den schweren Waffen gegriffen. Die hysterische Berichterstattung unmittelbar nach den Ausschreitungen bei den Pokalspielen in Dortmund und Frankfurt Ende Oktober hat ein Feuer entfacht, das auch die differenzierteren Artikel der folgenden Wochen nicht mehr löschen konnten. In der Folge belegte der DFB Eintracht Frankfurt und Dynamo Dresden mit &#8220;Rekordstrafen&#8221;, als gelte es, hier einen Wettbewerb zu gewinnen. Dynamo Dresden verkündete in vorauseilendem Gehorsam für das Spiel beim FC St. Pauli ein Auswärtsfahrtverbot für die eigenen Fans und beendete die Unterstützung der Pyrotechnikkampagne, aber auch diese Demutsgeste wird den Ausschluss von künftigen Pokalspielen womöglich nicht verhindern.</p>
<p style="text-align: justify;">Vereine, Verbände, Politik und Polizei wetteifern um die härteste Strafe, die größtmögliche Einschränkung von Rechten. Pyrotechnik, egal ob Böller oder Bengalo, ob in die Luft gehalten oder geworfen, wird als Gewalt gebrandmarkt. Im Raum stehen Forderungen wie lebenslange Stadionverbote, die Abschaffung von Stehplätzen sowie ein generelles Alkoholverbot im Stadion und im öffentlichen Nahverkehr. Die Wirksamkeit solcher Maßnahmen für eine Eindämmung von Gewalt ist höchst fragwürdig. Der Forderung nach Registrierung für &#8220;Hooligans&#8221; bei Arbeitgeber oder Schule, wie vom hessischen Innenminister Boris Rhein vorgetragen, muss zudem mit der schlichten Feststellung begegnet werden, dass Fußball kein rechtsfreier Raum ist – auch nicht für Politiker.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die &#8220;Randalemeister&#8221; folgen derselben Logik</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Beschlüsse soll ein vom Bundesministerium des Innern einberufener Runder Tisch Mitte November fassen, an diesem sitzen Vertreter aus Politik, Polizei, Fußballverbänden und der Koordinationsstelle Fanprojekte. Dass in Zukunft nicht nur über Fans, sondern weiterhin mit ihnen geredet werden müsse, sagt Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern und sicher kein ausgewiesener Sozialpädagoge auf Kuschelkurs. Im Rückblick auf den Konflikt mit den Ultras der &#8220;Schickeria&#8221; um Torwart Manuel Neuer sagt Rummenigge: &#8220;Kommunikation ist besser, als drakonische Strafen auszusprechen. Diese Erfahrung haben wir gemacht.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Ob solche Erwägungen in den nächsten Wochen Gehör finden, ist fraglich. Jene Fangruppen, die sich mit der Aufbietung eines immer schlagkräftigeren Mobs und immer größerer Krawalle in eine zerstörerische Dynamik begeben, haben nämlich begeisterte Nachahmer gefunden. In der Suche nach einer möglichst großen Bühne für populistische Forderungen sind Politiker wie &#8220;Krawall-Hesse&#8221; Rhein um keinen Deut besser als die Dresdner Fans, die die Liveübertragung des Pokalspiels als Anlass nahmen, um sich als wild und gefährlich zu inszenieren. Wer auf Erklärungen und Hintergründe verzichtet, wer immer mehr und immer härtere Strafen fordert, verschreibt sich der Logik der permanenten Überbietung, der auch die Randalemeister unter den Ultras gehorchen. Aus dieser Logik müssen sich die Ultras lösen, aber ebenso Verbandsfunktionäre und Politiker, die nun fleißig an der Sanktionsspirale drehen. Ist diese einmal in Gang gesetzt, wird sie sich nur in eine Richtung drehen: abwärts.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Dieser Text erschien bereits im Fußballmagazin ballesterer (<a href="http://www.ballesterer.at/">www.ballesterer.at</a>), das ab 16. November im österreichischen Zeitschriftenhandel und Bahnhofsbuchhandel in Deutschland und der Schweiz erhältlich ist.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/07b0cc5c80fa4a3b8ca745eccb42a212" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=21215&amp;md5=96776f0f1cd62633e1a84f9ae7da1e0d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Über Fußballgewalt reden heißt von Auschwitz schweigen</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/11/10/fusballgewalt-von-auschwitz-schweigen/</link>
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		<pubDate>Thu, 10 Nov 2011 15:49:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrej Reisin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Auschwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
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		<category><![CDATA[Gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Joachim Watzke]]></category>
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		<category><![CDATA[KZ]]></category>
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		<category><![CDATA[Ultras]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer, wenn man denkt, noch dümmer, sachfremder und unzweckmäßiger könnte die aktuelle Debatte um Fußballgewalt nicht mehr geführt werden, kommt jemand und findet eine Falltür im Niveaukeller. Diesmal ist es der „Focus“, der die Dortmunder Ultras per Überschrift und Dachzeile als „Zeichen gegen Gewalt“ „nach Auschwitz schickt“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Immer, wenn man denkt, noch dümmer, sachfremder und unzweckmäßiger könnte die aktuelle Debatte um Fußballgewalt nicht mehr geführt werden, kommt jemand und findet eine Falltür im Niveaukeller. Diesmal ist es der „Focus“, der die Dortmunder Ultras per Überschrift und Dachzeile als <a href="http://www.focus.de/sport/fussball/bundesliga1/zeichen-gegen-gewalt-dortmund-schickt-ultras-nach-auschwitz_aid_682656.html">„Zeichen gegen Gewalt“ „nach Auschwitz schickt“.</a></strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Andrej Reisin</em></p>
<div id="attachment_20683" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/attachment/25/" rel="attachment wp-att-20683"><img class="size-medium wp-image-20683" title="25" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/25-300x199.jpg" alt="Bengalos beim Spiel Dortmund - Dresden (Foto: Ultras Dynamo)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Bengalos beim Spiel Dortmund - Dresden (Foto: Ultras Dynamo)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Ja, Sie haben richtig gelesen: Auschwitz, das neue Ultra-Umerziehungsprogramm. Denn, so Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke laut Focus in einem „Sport Bild“-Interview: <em>„Einige unserer Ultras, die oft kritischer gesehen werden, als sie sind, waren zuletzt auf Einladung des Vereins in Auschwitz. Dort haben alle vor Augen geführt bekommen, wo Gewaltexzesse hinführen.“</em></p>
<p style="text-align: justify;">Sollte Watzke diese Unsinn tatsächlich gesagt haben, so sei ihm Folgendes mit auf den Weg gegeben: Auschwitz war kein „Gewaltexzess“, der mit Schlägereien und Pyrotechnik anfing und mit Massenmord endete. Sondern es war der Endpunkt einer planmäßigen Deklassierung, Dehumanisierung, Verfolgung und Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden <em>durch den deutschen Staat und seine Organe</em>! Wer die in Wirklichkeit namenlose, weil unaussprechliche „Gewalt“ an diesem Ort mit der Gewalt einiger Fußball-Hools vergleicht, hat mit Verlaub nicht alle historischen Tassen im Schrank. Sollte dieses Zitat stimmen, sei Herrn Watzke dringend angeraten, es seinen Ultras gleichzutun und an den Ort des Schreckens zu fahren. Und anschließend möge er bitte im Zusammenhang mit Fußballgewalt für immer von Auschwitz schweigen.</p>
<p style="text-align: justify;">Und zur ganzen Widerwärtigkeit des Focus-Gekritzels Folgendes: Wer Menschen per Überschrift „nach Auschwitz schickt“, hat nichts, aber auch gar nichts verstanden. Und Borussia Dortmund hat natürlich auch nicht seine „Ultras nach Auschwitz geschickt“, sondern Fanbetreuung und Fanprojekt organisieren seit vielen Jahren gemeinsam mit den Fans Bildungsreisen nach Auschwitz. Jede/r, der oder die daran teilgenommen hat, hat hoffentlich mehr Wissen und Empathie von diesem Ort mitgenommen als in den Redaktionsstuben des Focus vorhanden zu sein scheint. Was es dort zu „lernen“ gibt und warum man von Dingen, über die man nicht reden kann, lieber schweigen sollte, können selbst ein Focus-Redakteur und Joachim Watzke bei Primo Levi nachlesen:</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: left;">
<dl id="attachment_21086" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.publikative.org/2011/11/10/fusballgewalt-von-auschwitz-schweigen/kz-auschwitz-einfahrt/" rel="attachment wp-att-21086"><img class="size-medium wp-image-21086 " title="KZ Auschwitz Einfahrt" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/11/KZ_Auschwitz-300x189.jpg" alt="EInfahrt zum Konzentrationslager Auschwitz 1945" width="300" height="189" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">EInfahrt zum Konzentrationslager Auschwitz 1945 (Foto: Stanislaw Mucha, Deutsches Bundesarchiv, Commons:Bundesarchiv).</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Wir sagen &#8220;Hunger&#8221;, wir sagen &#8220;Erschöpfung&#8221;, &#8220;Angst&#8221;, &#8220;Schmerz&#8221;, wir sagen &#8220;Winter&#8221;, und all das ist etwas ganz anderes. Es sind freie Begriffe, erfunden und angewandt von freien Menschen, die Annehmlichkeiten oder auch Leid in ihren eigenen vier Wänden erfahren. Wenn es die Lager noch länger gegeben hätte, wäre eine neue, harte Sprache entstanden. Und allein diese Sprache wäre in der Lage gewesen, auszudrücken, was es bedeutet, den ganzen Tag dem Wind ausgeliefert zu sein: bei eisigen Temperaturen, mit nichts am Leib als einem Hemd, Unterzeug, einer Hose und einer dünnen Stoffjacke; der ganze Körper erfüllt von Schwäche, Hunger und der Gewißheit, daß das Ende kurz bevorsteht. [...] Mensch ist, wer tötet, Mensch ist, wer Unrecht zufügt oder erleidet; kein Mensch ist, wer jede Zurückhaltung verloren hat und sein Bett mit einem Leichnam teilt. Und wer darauf gewartet hat, bis sein Nachbar mit Sterben zu Ende ist, damit er ihm ein Viertel Brot abnehmen kann, der ist, wenngleich ohne Schuld, vom Vorbild des denkenden Menschen weiter entfernt als der roheste Pygmäe und der grausamste Sadist.“<br />
</em>(Primo Levi: Ist das ein Mensch?)</p>
<p style="text-align: justify;">Wer versucht hat, diese Worte auch nur halbwegs zu begreifen, der oder die ahnt vielleicht wenigstens: Egal, wie lange und wie oft wir noch über Fangewalt beim Fußball reden werden müssen: Auschwitz taugt weder in diesem noch in anderem Zusammenhang als moralische Besserungsanstalt. Wer es dennoch dafür benutzen will, der verharmlost das Menschheitsverbrechen, für das Auschwitz steht – nicht mehr und nicht weniger. Es reicht, liebe Leute, es reicht wirklich.  Es reicht schon lange und es reicht endgültig.</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="../2011/11/09/distanzlos-gegen-fangewalt/" rel="bookmark">Distanzlos gegen Fangewalt, </a><a href="../2011/10/30/besser-jounalismus/" rel="bookmark">Etwas Besseres als diesen Journalismus</a>, <a href="../2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/" rel="bookmark">Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?,</a> <a href="../2008/01/27/62-jahre-nach-der-befreiung-von-auschwitz-das-prazedenzlose-verbrechen/" rel="bookmark">62 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen</a></p>
<p>Und: <a title="Permanent Link to Leben birgt Lebensgefahr" href="http://www.altravita.com/leben-birgt-lebensgefahr.php" rel="bookmark">Leben birgt Lebensgefahr (bei altravita.com)</a></p>
<p><noscript></noscript><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/77234d5d7fde4b20805fd3e42aef05de" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=21081&amp;md5=8b6d11601734a3756a95aa4642715289" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Distanzlos gegen Fangewalt</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/11/09/distanzlos-gegen-fangewalt/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 07:18:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz tobt in den Medien eine regelrechte Fußball-Schlacht. Zur hysterischen Berichterstattung gesellt sich noch ein Empörungswettbewerb.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Nicht nur in Deutschland, auch in der Schweiz tobt in den Medien eine regelrechte Fußball-Schlacht. Zur hysterischen Berichterstattung gesellt sich noch ein Empörungswettbewerb.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Pascal Claude, zuerst veröffentlicht in der <a href="http://medienwoche.ch/2011/11/04/distanzlos-gegen-fangewalt/" target="_blank">Medienwoche</a></em></p>
<p style="text-align: justify;">«Es sollte eigentlich die schönste Nebensache der Welt sein», sagt Urs Leuthard in der «Rundschau» vom 5. Oktober. «Es sollte eigentlich eine gewisse journalistische Nüchternheit gewahrt werden», möchte man entgegnen. Geht es um Fussball in den Medien, geht gar nichts mehr. Die Berichterstattung über «Fussballfans ausser Rand und Band» (Blick) gerät zunehmend selber ausser Kontrolle.</p>
<p style="text-align: justify;">Wenn aus randalierenden oder Feuerwerk zündenden Fans «Fussball-Chaoten» (AZ) und «Hooligan-Idioten» (Blick) werden und aus Schweizer Stadien «Kriegsschauplätze» (SF Sportpanorama), geht mit dem Fussball auch die Sachlichkeit schweren Zeiten entgegen.</p>
<p style="text-align: justify;">Jüngstes Opfer einer medial-emotionalen Eskalation ist GC-Torhüter Roman Bürki, der es mit einer saloppen Aussage im Jugend-TV-Sender Joiz am 1. November auf den schwarz-gelben Blick-Aushang geschafft hat: «Schleglä gehört zum Fussball!» Bürki hatte im Interview gesagt, Pyro in geordnetem Rahmen störe ihn nicht und zu den Schlägerein unter Fans käme es wohl, weil die sich emotional so stark mit dem Klub verbunden fühlten. Das gehöre für ihn zum Fussball, solange keine Unbeteiligten zu Schaden kommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Der 20-jährige Fussballer musste sich noch am selben Tag für seine «unglaubliche Provokation» (Blick) entschuldigen und nahm auf der GC-Homepage all seine Aussagen zurück – was ihm postwendend zum Vorwurf gemacht wurde: «Bürki sorgt für Kopfschütteln. Zuerst verherrlicht er Pyros und Schlägereien, nun sagt er sorry.» (20min.ch). Dass der GC-Torhüter nichts verherrlicht, sondern in seiner Naivität vielmehr die Mechanismen in der Fanszene beschreibt, wird den Journalisten dann in den Kommentarspalten erklärt.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Zusammenhang mit Fan-Gewalt, und dazu wird in praktisch allen Medien auch das blosse Abbrennen von Feuerwerk gezählt, kommt als neues journalistisches Gebot die Empörung hinzu: Empörung über die Vorfälle, Empörung über das Versagen der Sicherheitskonzepte, Empörung über das Zögern der Verantwortlichen, Empörung über jede Art der Relativierung. Daniela Lager attackierte in 10vor10 vom 3. Oktober ihren Studiogast, den Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbandes Alex Miescher, als gehöre sie selber einem Fan-Lager an, jenem der schwer Betroffenen. An selber Stelle hatte Susanne Wille ein Jahr zuvor behauptet, Schweizer Fussballfans würden «ganze Lokomotiven zertrümmern». Womit, blieb leider unerwähnt.</p>
<p style="text-align: justify;">Geschichten über Fussballfans steigen seit rund zehn Jahren im Agenda-Setting der Medien immer höher, und sie fallen dabei in aller Regel negativ aus. Die zunehmende Bewirtschaftung des Themas geht einher mit einer Sensationalisierung der Berichterstattung, für die es verschiedene Gründe gibt. Einer der wichtigsten ist die Verfügbarkeit: Wenn es auch selten zu gravierenden Vorfällen kommt, so liefern diese doch jedes Mal spektakuläres Bildmaterial, komponiert aus den Skandalfaktoren Menschenmassen, Feuerwerk, Vermummung und physische Gewalt.</p>
<div id="attachment_20682" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/21.jpg"><img class="size-medium wp-image-20682" title="21" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/21-300x199.jpg" alt="Bengalos beim Spiel Dortmund - Dresden (Foto: Ultras Dynamo)" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Bengalos beim Spiel Dortmund - Dresden (Foto: Ultras Dynamo)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Berichte über Ausschreitungen werden heute meist mit denselben wenigen Archivaufnahmen aus den Jahren 2006, 2008 und neu 2011 (FCZ-FCB vom 11. Mai, GC-FCZ vom 2. Oktober) illustriert. Sie reichen aus, um den Eindruck einer zunehmenden Bedrohung friedliebender Fussballfans durch Horden junger Gewalttäter aufrecht zu erhalten. Nüchterne Zahlen, die das Gegenteil beweisen und die der Beobachter am 26. Oktober 2011 veröffentlicht hat, werden nur in Fan-Foren, nicht aber in Leitartikeln diskutiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Bilder verbreiten Angst und Schrecken und ermöglichen Abgrenzung. Das macht die Fans zum medialen Dauerthema und verleitet nicht nur Blick oder 20 Minuten, sondern auch die auf Ausgewogenheit und Neutralität verpflichteten SRG-Programme Sportpanorama, Rundschau und 10vor10 zu hysterischer Rhetorik: Widerspruch ist nicht zu befürchten, Gewalt und Chaos finden alle schlimm. Fans haben keine Lobby, und so gefallen sich Journalisten in der Rolle der Botschafter gegen Pyro und Gewalt, statt ihrer Arbeit nachzugehen.</p>
<p style="text-align: justify;">«Rund 50 FCZ-Hooligans, die Pyro-Fackeln zündeten», habe die Münchner Polizei beim Spiel Bayern-FCZ direkt aus dem Block heraus verhaftet, behauptete etwa 10vor10 am 3. Oktober. An der Aussage ist nichts wahr: weder waren es Hooligans, noch waren es rund 50, noch wurde auch nur einer der Zündenden erwischt.</p>
<p style="text-align: justify;">Zur Zuspitzung bei gleichzeitiger Unschärfe trägt bei, dass sich die organisierten Fans aus der Kurve seit Jahren den Medien verweigern: aus Prinzip, aber auch aus Frustration über unausgewogene Berichterstattung und Boulevard-Manieren. Ob das klug ist, sei dahingestellt. Ein Freipass für Medienschaffende, jegliche professionelle Distanz zu verlieren, ist es nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://www.publikative.org/2011/10/30/besser-jounalismus/" rel="bookmark">Etwas Besseres als diesen Journalismus</a>, <a href="http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/" rel="bookmark">Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?</a>, <a href="http://www.publikative.org/2009/11/12/fusball-politik88771121/" rel="bookmark">Fußball, identitärer Lokalpatriotismus und Gewaltfetisch</a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=20991&amp;md5=3c691ac0a683b07f85c3959fe0489535" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Keine EM in der Ukraine!</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Nov 2011 04:29:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Im kommenden Jahr findet in Polen und der Ukraine die EURO 2012 statt. Bevor sich vom 8. Juni bis zum 1. Juli Europas beste Fußballnationen zwischen Breslau und Donezk zum Kräftemessen treffen, gilt es noch Einiges zu erledigen. Für einmal soll hier nicht von Bauverzögerungen in Polen oder Korruption und maroder Infrastruktur in der Ukraine die Rede sein. Denn es geht um den Geist, der in den Stadien Polens und der Ukraine herrscht. Um Nazi-Sprechchöre, Rassismus und Antisemitismus. Und um die Frage, ob man in einem Land wie der Ukraine eine EM abhalten sollte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Im kommenden Jahr findet in Polen und der Ukraine die EURO 2012 statt. Bevor sich vom 8. Juni bis zum 1. Juli Europas beste Fußballnationen zwischen Breslau und Donezk zum Kräftemessen treffen, gilt es noch Einiges zu erledigen. Für einmal soll hier nicht von Bauverzögerungen in Polen oder Korruption und maroder Infrastruktur in der Ukraine die Rede sein. Denn es geht um den Geist, der in den Stadien Polens und der Ukraine herrscht. Um Nazi-Sprechchöre, Rassismus und Antisemitismus. Und um die Frage, ob man in einem Land wie der Ukraine eine EM abhalten sollte.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Daniel Killy</em></p>
<p style="text-align: justify;">Es war eine hochkarätige Runde, die sich am 14. Oktober in Warschaus Agrykola-Stadion traf: die polnische Gleichstellungsbeauftragte Elzbieta Radziszewska, Polens stellvertretender Außenminister Jerzy Pomianowski, Südafrikas Botschafter Pekane und weitere. Sie alle folgten der Einladung der Aktion „NEVER AGAIN“, ein Teil der Aktionswoche „Fußball gegen Rassismus. Bei jedem Spiel der polnischen Topliga „Extraklasa“ wurden antirassistische Slogans über die Stadionlautsprecher verkündet. So war zumindest für eine kurze Zeit gewährleistet, dass andere Töne in den polnischen Arenen überlagert wurden. Denn gemeinhin sind Wochenende für Wochenende Schlachtrufe wie „Juden ins Gas“ oder „Juden – Euer Zuhause ist Auschwitz“ Usus bei unseren Nachbarn.</p>
<p style="text-align: justify;">Als Ende August Slask Wroclaw (Breslau) gegen Widzew Lodz antrat, <a href="http://www.taz.de/!77487/" target="_blank">berichtet die taz</a>, skandierten die Fans des Breslauer Klubs: &#8220;Judenklub, Judenklub, ich hasse diese Hure!&#8221; Die anderen Zuschauer reagierten nicht, man ist derlei gewohnt in Polen. Und auch die Politik reagierte, wenn überhaupt, zu spät – und anders, als erwartet: Krzysztof Kobielski vom Unterstützungskomitee der rechtsnationalen Oppositionspartei &#8220;Recht und Gerechtigkeit&#8221; (PiS) um den Krawall-Pygmäen Lech Kaczynski stellte lakonisch fest: &#8220;Das Wort ,Jude&#8217; ist in Wirklichkeit eine Form der Beleidigung, die man … [dem Gegner] im Stadion an den Kopf wirft.&#8221; Derlei Gelassenheit im Umgang mit Antisemitismus kann nur Ausdruck jahrhundertelanger Tradition und Übung sein.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/mbTtqkFTyrA" frameborder="0" width="560" height="410"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Auch in der Ukraine, deren Demokratieverständnis sich ja erst jüngst <a href="http://tagesschau.de/ausland/timoschenko160.html" target="_blank">im Prozess gegen Julia Timoschenko gezeigt hat</a>, sind Fußball und Rassismus/Antisemitismus untrennbar miteinander verwoben. Im September 2010, also weniger als zwei Jahre vor Beginn der EURO 2012, protestierten in der Hauptstadt Kiew 5000 „Fußballfans“ gegen ausländische Spieler in den Profiteams. Zu der Demonstration aufgerufen hatte die rechte Partei „Swoboda“.</p>
<div id="attachment_13329" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://publikative.org/wp-content/uploads/2010/08/kiew4-300x199.jpg"><img class="size-full wp-image-13329" title="kiew4-300x199" src="http://publikative.org/wp-content/uploads/2010/08/kiew4-300x199.jpg" alt="Nach einem Überfall von Neonazis auf antifaschistische Fußballfans in Kiew" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Nach einem Überfall von Neonazis auf antifaschistische Fußballfans in Kiew</p></div>
<p style="text-align: justify;">Adam Olkowicz, verantwortlicher Turnierdirektor Polens, <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-77108606.html" target="_blank">versprach zu Beginn dieses Jahres im Spiegel</a>, dass die EM ein Fest frei von &#8220;Intoleranz und rassistischen Symbolen&#8221; werde. Ist dieses Versprechen überhaupt einzuhalten? Faktum ist: Der Antisemitismus in Polen ist beinahe so alt wie dessen jüdische Besiedelung. Schon 20 Jahre vor Hitlers Verheerungen kam es 1918/1919 im Zuge einer nationalen „Erweckung“ zu zahlreichen Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung. Immerhin waren damals rund 10 Prozent der Gesamtbevölkerung jüdischen Glaubens. Der Antisemitismus des frühen 20. Jahrhunderts speiste sich vor allem aus den rechten Christdemokraten, deren Klerikal-Doktrin der Gottesmörder-, Ritualmord- und Wuchervorwürfe sich mit aktuellem nationalistischen Antisemitismus paarte. Auch die Kirche schüttete ordentlich Öl ins Feuer: Ihre These der untrennbaren Verbindung von Religion und Nation, von Polentum und Katholizismus hat bis heute viele und glühende Anhänger in Polen.</p>
<p style="text-align: justify;">In den 30er Jahren wurde die Lage für die polnischen Juden immer aussichtsloser. Wie<a href="http://www.hagalil.com/antisemitismus/osteuropa/polen-2.htm" target="_blank"> Lutz Eichler auf hagalil.com </a>schreibt, sollte die „Judenfrage“ durch Assimilation oder Emigration auf legale Weise gelöst werden. Die Regierung erklärte die Beschleunigung der Auswanderung und die Reduzierung des jüdischen Bevölkerungsanteils zu nationalen Zielen. Nach dem deutschen Einmarsch in Polen kam es im Juni 1940 zur Deportation von praktisch allen polnischen Bürgern – die meisten von ihnen waren Juden –, die aus den von der Wehrmacht besetzten Gebieten geflohen. Dabei kamen etwa 30 000 Juden ums Leben. Dann folgte die Schoah, die auf dem antisemitischen Nährboden Polens ganz besonders gut gedieh. So stellte denn auch <a href="http://library.fes.de/fulltext/historiker/00809001.htm" target="_blank">Feliks Tych, Direktor des Jüdisch-Historischen Instituts, in einem Vortrag für die Friedrich Ebert Stiftung</a> fest:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>&#8220;Der Holocaust hat nicht in einem sozialen Vakuum stattgefunden. Es gab in jedem der betroffenen Länder ein ganz konkretes, wirtschaftliches und moralisches Umfeld, das dem Holocaust in jedem einzelnen Land eine andere Gestalt verlieh.“ </em></p>
<p style="text-align: justify;">In diesem Zusammenhang sei es nach Ansicht von Tych wichtig, dass die Jahre 1918/19 und die zweite Hälfte der 30er Jahre die &#8220;schlimmste Zeit der polnisch-jüdischen Beziehungen&#8221; waren. Gerade diese Tatsache habe deutlich zur Gleichgültigkeit der Mehrheit der polnischen Bevölkerung gegenüber der Vernichtung der Juden durch die Nazis beigetragen. In Polen sei die Tarnung der Vernichtungsmaschinerie wegen des hohen Prozentsatzes der Juden unter der Bevölkerung so gut wie unmöglich gewesen, weil „sich die Mordaktionen vor den Augen der polnischen Bevölkerung abgespielt haben. Hier, in Sicht-, Hör- und Riechweite der übrigen Bevölkerung, wurden alle Vernichtungslager installiert; jeder Pole wusste genau, wohin und zu welchem Zweck die Juden abtransportiert wurden.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch mit der Befreiung Polens war der Antisemitismus nicht besiegt. Was mit einem diabolischen Wechselspiel zu tun hat: Ein Teil des polnischen Antisemitismus liegt und lag in der Annahme begründet, die „Juden“ hätten den Sozialismus – und damit, in einer recht schlichten Kausalkette, auch den Kommunismus und die Knechtung Polens erfunden bzw. zu verantworten. Die Besatzung Ostpolens und das Verhalten der sowjetischen Befreier verstärkte diesen Effekt noch. Auf der anderen Seite wurden die Juden durch Stalins Truppen nur vordergründig befreit, hatte der Diktator doch auch unter der jüdischen Bevölkerung der Sowjetunion gründlich „gesäubert“. So waren auch viele Soldaten Juden gegenüber nicht besonders freundlich eingestellt.</p>
<p style="text-align: justify;">Für die Polen hatten die Juden den Kommunismus verschuldet, für Stalin verraten – dessen Truppen traten allerdings in Polen so auf, dass sie den Kommunistenhass noch verstärkten. Und mittelbar so den Hass auf Juden, die sie doch selbst hassten. Kein Wunder also, dass es auch im sozialistischen Polen mit dem amtlichen und freiwilligen Antisemitismus weiter ging. Eine neue Auswanderungswelle derer, die die Schoah knapp überlebt hatten, prägte die 50er-Jahre. Unter den damaligen Emigranten war übrigens auch Marcel Reich-Ranicki.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch die Ukraine blickt auf eine lange Kontinuität in Sachen Antisemitismus zurück. Beginnen wir doch im Jahr 1649 – gut 350 Jahre Tradition müssen reichen. Damals herrschte der polnischen König Jan Kasimir II über die Ukraine. In jenem Jahr schlossen die Kosaken mit dem König Frieden unter der Bedingung, dass sich Juden,weder als Besitzer noch als Pächter noch als Einwohner in den ukrainischen Städten&#8221;, also in den von Kosaken-Regimentern verwalteten Wojwodschaften wie etwa im Gouvernement Cernigov, Poltawa, Kiew und einigen Gebieten in Podolien aufhalten durften. Bis ins 18. Jahrhundert kam es immer wieder zu Pogromen. „Besonders grausam“, so <a href="http://www.hagalil.com/antisemitismus/osteuropa/ukraine.htm" target="_blank">Chaim Frank auf Hagalil</a>, „war die Verwüstung von Uman durch die Haidamaken, wo rund 20.000 Juden und Polen umgekommen sein dürften. Im Juli 1721 erließ der Heitmann Skoropadsky den Befehl, dass sämtliche Juden, die nicht bereit seien zu konvertieren, bis zum Oktober auszuweisen seien. Ähnliche Befehle gab es immer wieder im Verlauf der ukrainischen Geschichte.“</p>
<p style="text-align: justify;">1917, nach der Revolution in Russland, regten sich in der Ukraine Bestrebungen nach Selbständigkeit, was zu einer nominell unabhängigen &#8220;Volksrepublik&#8221; führte. Das am 9. Januar 1918 erlassene &#8220;Statut der personalen Autonomie in der Ukrainischen Volksrepublik&#8221; gewährte den Juden als &#8220;nationaler Minderheit&#8221; eine nationale Autonomie: Ein &#8220;Ministerium für jüdische Angelegenheiten&#8221; wurde geschaffen. Dieser Zustand war jedoch nur von kurzer Dauer, denn schon bald tobte in Russland der Bürgerkrieg, die Ukraine war einer der Hauptschauplätze – auch von Pogromen. Im Friedensvertrag von 1920 wurde die Ukraine eine Republik des Sowjetstaates, einige westliche Teile, Wolhynien und Ostgalizien, fielen an Polen – und die Bukowina und Bessarabien wurden Rumänien angegliedert.</p>
<p style="text-align: justify;">Bis tief in die 30er Jahre trieben Teile der geschlagenen national-ukrainischen Armee Petljuras ihr Unwesen und organisierten sich in paramilitärischen nationalistischen Gruppen, von denen vor allem die berüchtigte ORGANISAZIJA UKRAINSKICH NAZIONALISTIW auf die jüngere Generation der nationalen Ukrainern einen großen Einfluss übte.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach der schrittweisen Annexion der Ukraine durch die Sowjetunion kam es durch Stalins Politik zu unzähligen &#8220;Säuberungen&#8221;, denen Tausende Juden zum Opfer fielen. Für einen großen Teil der Ukrainer war der deutsche Überfall auf die Sowjetunion eine &#8220;Befreiung&#8221;. Viele bewarben sich zum Hilfsdienst bei verschiedenen Einheiten der Wehrmacht, Polizei und SS. Der Rest ist bekannt – der Name Demjanjuk möge genügen.</p>
<p style="text-align: justify;">Nur soviel zur Kontinuität: 2004 organisierte der heutige Präsident Viktor Janukowitsch Skinheads zur Einschüchterung seiner politischen Gegner. Lässt sich also in Polen und der Ukraine im kommenden Jahr ein Fest des Sports feiern? Die Offiziellen betonen das stets und überall. Der Fan, der ja das Gesicht des Fußballs ist, soll in dieser Angelegenheit das letzte Wort haben. Hier die Worte eines Dynamo- Kiew-Fans in der ZDF-Sendung „Frontal21“ vom 30. August: „Die Fußball-EM ist ein Schlag gegen die Fankultur. Es kommen zu viele Fremde. „Die Neger sollen mal lieber in Afrika bleiben.” Ein Anführer der radikalen Fans von Schachtjor Donzek ergänzt, nur slawische Brüder sowie Fans orthodoxen Glaubens seien willkommen.</p>
<p>Ich jedenfalls bleibe lieber zu Hause. Und fände es schön, wenn Europas Fußballdachverband, die UEFA es auch bliebe. Keine EM in der Ukraine!</p>
<p>Siehe auch: <a href="http://publikative.org/2010/08/21/ukraine-gewaltorgie/" rel="bookmark">Zwei Jahre vor der EM: Gewaltorgie gegen linke Fußballfans</a></p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/ZJbkzimDRyE" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe><br />
<iframe src="http://www.youtube.com/embed/KBuuvkSA_CI" frameborder="0" width="560" height="410"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">
</p> <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=20527&amp;md5=d354a2cffe5c5e3b21622ecf4f3b105d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Etwas Besseres als diesen Journalismus</title>
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		<pubDate>Sun, 30 Oct 2011 01:12:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrej Reisin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Artikel von Nicole Selmer zu den Ereignissen rund um das Pokalspiel von Dynamo Dresden bei Borussia Dortmund hat in den Kommentaren eine breite Kontroverse ausgelöst. Die Publikative versucht daher noch einmal, die unterschiedlichen Diskussionsstränge zu entwirren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong><a title="Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?" href="http://publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/">Der Artikel von Nicole Selmer</a> zu den Ereignissen rund um das Pokalspiel von Dynamo Dresden bei Borussia Dortmund hat in den Kommentaren eine breite Kontroverse ausgelöst. Die Publikative versucht daher noch einmal, die unterschiedlichen Diskussionsstränge zu entwirren. Einerseits, weil wir das Gefühl haben, dass Teile der ursprünglichen Argumentation entweder nicht verstanden oder absichtlich ignoriert wurden, andererseits weil unsere Kritik an einer bestimmten Art von Journalismus täglich aufs Neue bestätigt wird. </strong></p>
<p><em>Von Andrej Reisin</em></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>1. Seek truth and report it*</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Was ist genau passiert? Wann? Wo? Warum? Es ist die vornehmste Aufgabe des Journalismus, als erstes genau diese sogenannten W-Fragen zu beantworten, so wie es der oben zitierte Leitsatz der Berufsvereinigung amerikanischer Journalisten vorsieht. Denn Journalismus ist eine Beschreibung der Realität. Diese ist allerdings nicht wahrhaftig, sondern eine Erzählung eines Geschehens, die <em>immer</em> umstritten ist. Deswegen sollten Journalisten erst so viele „harte“ Fakten wie möglich sammeln, bevor sie ihre Interpretation der Realität präsentieren (&#8220;be first &#8211; but first be right&#8221;).</p>
<p style="text-align: justify;">Was also heißt Randale? Wie viele Menschen wurden verletzt? Von wem? Wobei? In Bezug auf die Dortmunder Ereignisse ging und geht es dabei <em>nicht</em> um die Frage, <em>ob</em> es zu Ausschreitungen, Gewalttaten und anderen Straftaten gekommen ist. <a href="http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&amp;v=7YuJDZ7sknk"><em>Wir sind uns sicher, dass dies der Fall war</em>:</a></p>
<p style="text-align: justify;"><iframe src="http://www.youtube.com/embed/7YuJDZ7sknk" frameborder="0" width="480" height="360"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Und wir sympathisieren keinesfalls mit den Tätern im Dresdner Anhang. Aber das ist schlicht und ergreifend nicht das Ende der Geschichte. Viele weitere Fragen schließen sich an: War das Sicherheitskonzept ausreichend für ca. 13.000 Gästefans? Hätte die Polizei den abgesprochenen (und auf ihren Wunsch hin umverlegten) <a href="http://www.youtube.com/watch?v=bawizO-V6kw&amp;feature=related">„Marsch“ der Dresdener</a> besser absichern müssen? Ging das in Dortmund verfolgte Konzept, keine Fantrennung durchführen zu wollen, möglicherweise nicht auf? Wie kann es sein, dass einerseits Bürgerkriegsszenarien heraufbeschworen werden, andererseits aber die polizeilich und (sport-)politisch Verantwortlichen sich (zumindest im ZDF) nicht einer kritischen Nachfrage stellen müssen? Weil man zwar Demonstrationen von 100.000 Castor-Gegnern einigermaßen polizeilich und medial begleiten kann, aber keine 13.000 Dresdner Fans?</p>
<div id="attachment_20720" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/pressetribüne.jpg"><img class="size-medium wp-image-20720" title="Pressetribüne" src="http://publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/pressetribüne-300x228.jpg" alt="Pressetribüne" width="300" height="228" /></a><p class="wp-caption-text">Auch mal woanders hinschauen: Pressetribüne im Fußballstadion (Foto: jhalstein, CC BY-NC-SA 2.0)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Nein! Die Antwort ist: Weil man sich die Mühe nicht macht. Weil es sich zwar Woche für Woche ganze Hundertschaften von Sportreportern auf den Schnittchenplätzen der Bundesliga-Stadien bequem machen, aber nur eine Handvoll dieser Kollegen jemals den Versuch unternommen hätte, tiefer in die Fan(Sub-)kultur einzutauchen oder auch nur in teilnehmender Beobachtung eine Auswärtsfahrt zu einem Sicherheitsspiel mitzumachen und damit die andere Seite der VIP-Logen, Haupttribünen, Presseparkplätze und Polizeiketten kennenzulernen. <em>Genau das aber wäre die eigentliche journalistische Aufgabe</em> – wenn man denn schon seine Berichterstattung vom Spiel auf die Ränge verlagert.</p>
<p style="text-align: justify;">Kein Journalismus von irgendeiner Qualität im engeren Sinne ist es dagegen, wenn ein Fernsehteam all dies unterlässt und stattdessen eine offenbar vorgefertigte Meinung zu einem bestimmten Thema unter Zuhilfenahme bestimmter Bilder in die Wohnzimmer des Landes versendet. Natürlich kann man aus guten Gründen gegen Feuerwerk in Fußballstadien sein, zumal dies derzeit illegal ist. Man kann aber schlechterdings nicht eine Masse von Menschen als „Chaoten“, „Gewalttäter“ und „dumpfe Gestalten“ diffamieren, ohne auch nur den Hauch einer Hintergrundberichterstattung zu liefern. So wird aus Journalismus nämlich nichts weniger als die Verbreitung von Vorurteilen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>2. Give a voice to the voiceless</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch dabei handelt es sich um eine der goldenen Regeln des Handwerks: Wer ausschließlich Vereinspräsidenten, Sportfunktionäre, Polizeisprecher und Sicherheitspolitiker zu Wort kommen lässt, hat die andere Seite schlichtweg nicht gehört. Wer darüber hinaus die ohnehin schon dominanten Stimmen der genannten Autoritäten in einem medialen Diskurs auch noch verstärkt, leiht seine Stimme daher auch nicht denjenigen, die keine haben, sondern denjenigen, die ohnehin schon in gesellschaftlichen Machtpositionen mit entsprechenden Befugnissen ausgestattet sind. Dann kann man anstelle der Tagesschau aber auch gleich Regierungserklärungen und Polizeiberichte im Fernsehen verlesen lassen. Und zwar jeden Abend zu jedem Thema.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>3. Minimize harm</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Als Pars pro Toto erschien in der Süddeutschen Zeitung nach dem Spiel <a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/randale-von-dynamo-fans-in-dortmund-ausschliessen-auf-unbestimmte-zeit-1.1174148">ein Kommentar von Freddie Röckenhaus</a>. Darin beobachtet der Autor das Verhalten der Dresdner Fans nicht nur von der Pressetribüne aus, sondern auch rund um das Stadion. Sein Entsetzen über die Ereignisse ist daher immerhin authentisch. Dennoch unterlässt er es wie selbstverständlich, die Gegenseite auch nur indirekt in seine Betrachtung einfließen zu lassen. Stattdessen wird die ganze Zeit nur <em>über</em> die Dynamo-Anhänger geredet. Und das klingt dann so:</p>
<p style="text-align: justify;"><em>„Ahnungslose Passanten wurden körperlich attackiert und geschlagen, Mütter mit Kindern, die sich auf ein Cupspiel vor 70.000 Zuschauern freuten, brachten sich aufgelöst und weinend in Sicherheit. An eine Eingangskontrolle am Stadion, etwa auf mitgebrachte Feuerwerkskörper, war gegen die Horden von 100-Kilo-Hünen nicht mehr zu denken, ohne zu riskieren, krankenhausreif geschlagen zu werden.“<br />
</em>[…]<br />
<em>„Der Verein Dynamo Dresden wird die Resozialisierung von großen Teilen seiner Anhängerschaft nicht allein bewältigen können. In Dresdens Szene gilt Gewalt als akzeptierter als irgendwo sonst. Blöcke von Dynamo-Fans inszenieren sich gerne als &#8220;Wendeverlierer&#8221;. 18-Jährige halten DDR-Fahnen und Transparente hoch mit Slogans wie: &#8220;Die Wende machte aus uns Monster&#8221;. Man sollte aber nicht darauf hereinfallen, die Gewalttätigkeiten für soziologisch oder politisch motiviert zu halten. Es ist vielmehr nichts als spätpubertäres, Testosteron-geschwängertes, pöbelndes Muskelspiel.“</em></p>
<p style="text-align: justify;">Hier wird ein Stereotyp bedient, das haarscharf an „den Barbaren aus dem Osten“ vorbeischrammt, als die die Dresdener dann aber im weiteren Verlauf zwischen den Zeilen zur Genüge gebrandmarkt werden. „Große Teile“ ist darüber hinaus selbstverständlich weder statistisch noch polizeilich auch nur im Ansatz belegbar: <a href="http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/4971/2136366/pol-do-pokalbegegnung-in-dortmund-massive-ausschreitungen">Laut Polizeibericht</a> wurde <em>niemand</em> krankenhausreif geschlagen. Stattdessen ist die Rede von 17 Leichtverletzten – darunter zwei Polizeibeamte. Wie viele Menschen <em>von</em> polizeilichen Maßnahmen wie Pfefferspray verletzt wurden, bleibt offen; 15 Dynamo-Anhänger wurden festgenommen. Auch hier stellt sich deshalb die drängende Frage nach dem adäquaten Verhältnis von Beschreibung und Realität. Nochmal: Wir bestreiten nicht, dass sich diese Szenen so zugetragen haben. Aber die heraufbeschworene permanente Bedrohung für Leib und Leben muss <a href="http://www.youtube.com/watch?v=p-ejyRKKJiY&amp;feature=related">gelinde gesagt angezweifelt werden</a>. (Zu diesem Aspekt äußert sich auch die Dortmunder Fanseite schwatzgelb.de: &#8220;<a href="http://www.schwatzgelb.de/2011-10-30_unsa-senf_wir-waren-beim-fussball-und-haben-es-ueberlebt.html">Wir waren beim Fußball und haben überlebt.</a>&#8220;)</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/p-ejyRKKJiY" frameborder="0" width="480" height="360"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Aber selbst wenn 1000 Dresdener in Dortmund randaliert hätten, wären dies nicht „große Teile der Anhängerschaft“, die darüber hinaus auch noch nicht mehr ohne weiteres „resozialisierbar“ sein sollen. Mithin handelt es sich also offenbar eher um gemeingefährliche Kriminelle, die eigentlich ins Gefängnis gehören. Sogar die selbstironische Anspielung einiger Dresdner Fans auf vermutete oder tatsächliche Stereotype der Berichterstattung über ostdeutsche Fußballclubs („Wendeverlierer“, „Monster“) entgeht Röckenhaus völlig und wird auch noch zum Argument gegen den Dresdner Anhang. <a href="http://www.dynamo-dresden.de/de/aktuelles/verein/details/artikel/das-soziale-projekt-dynamo-rad-aus-alt-mach-neu-schrauben-fuer-den-guten-zweck.html">Dieser engagiert sich zwar für karitative Zwecke</a>, beteiligt sich an vereinsübergreifenden Aktionen und Kampagnen wie der <a href="http://erhalt-der-fankultur.de/blog/body/demo/c.html">Demo zum Erhalt der Fankultur</a> und der Kampagne für die <a href="http://www.pyrotechnik-legalisieren.de/blog/start.html">Legalisierung von Pyrotechnik</a> - aber diese Teile der Realität interessiert die meisten Kommentatoren nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Sie werden ebenso wenig als Widerspruch bemerkt wie die Tatsache, dass die Ultras Dynamo &#8220;<em><a href="http://www.ultras-dynamo.de/ud2010/news/index/page:1">das Zünden von Böllern, das Werfen von Pyrotechnik und gewalttätige Übergriffe</a></em>&#8221; in Dortmund verurteilen, eben weil sie ihren Anliegen massiv schaden. Auch, dass es bei den Zweitliga-Ostderbys zwischen Dresden, Rostock und Cottbus zu Beginn der Saison mehr oder weniger ruhig blieb, wird weitgehend ausgeblendet. Stattdessen werden schamlos alle verfügbaren Klischees bedient, um damit die Forderung nach Zero Tolerance und harten Strafen zu verbinden – und zwar bitte ohne großes soziologisches oder sonst wie analytisches Gequatsche. Knüppel aus dem Sack und gut. Wie sehr diese Rhetorik der Logik des unverbesserlichsten Teils der Fanszenen in die Hände spielt, lässt sich kaum überschätzen. Die radikalsten Teile der Ultras werden in ihrem „Wir gegen alle – keine Kompromisse“-Weltbild so massiv bestätigt, wie es eben gerade geht. In der pauschalen Zuschreibung von „Gewalt“ an bestimmte Gruppen oder Fanszenen besteht die größte Gefahr einer Eskalation eben dieser.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein anderes Beispiel: <a href="http://www.haz.de/Nachrichten/Sport/Fussball/Hannover-96/Polizeieinsatz-in-der-Nordkurve-der-AWD-Arena">In Hannover wurden kürzlich 36 Fans von der Polizei bei einem durchaus fragwürdigen Einsatz verletzt</a>. Wer nun dieses Beispiel benutzt, um darauf hinzuweisen, dass es auch beim &#8220;<em><a href="http://www.sueddeutsche.de/sport/reinhard-rauball-im-gespraech-es-gibt-da-eine-geisterdebatte-1.1175280">Bundesligaspiel am Sonntag in Hannover Gewalttätigkeiten gab</a></em>&#8221; &#8211; der erweist seinem Anliegen und der gesamten Debatte einen Bärendienst. Denn wer auf der anderen Seite völlig unschuldig von der Polizei mit Pfefferspray verletzt wurde und anschließend auch noch lesen muss, er sei der Gewalttäter, kann aufgrund eines durchaus nachvollziehbaren Mangels an Gerechtigkeit den Schulterschluss mit denjenigen vollziehen, die schon immer auf die Gewaltkarte gesetzt haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit anderen Worten: Wer „große Teile“ der Dresdner Fanszene zu vorerst nicht mehr resozialisierbaren Gewalttätern erklärt, treibt die gemäßigten Teils der Fans in die Arme der gewaltbereiten. Warum sollten sich erstere weiterhin in Dialoge und Initiativen einbringen, wenn sie hinterher doch nur medial verteufelt und polizeilich behandelt werden? Dann lieber 90 Minuten traurige Berühmtheit im ZDF, das im Übrigen auch mal wieder kaum einen Gedanken daran verschwendet hat, welche Bühne man den Gewalttätern am Dienstag aus freien Stücken geboten hat. „Minimize harm“ geht anders, liebe Kollegen &#8211; in jeder Hinsicht.</p>
<p style="text-align: justify;">*Zu allen hier zitierten Leitsätzen, vgl.: <a href="http://www.spj.org/ethicscode.asp">Society of Professional Journalists Code of Ethics</a></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/" rel="bookmark">Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?</a>,</p>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/2204a7e5ed284e10938d88f5be3a289d" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=20716&amp;md5=a78701347b175dab5a3cd9584d1f807f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sogenannter Journalismus: Wie erzähle ich Fußballrandale?</title>
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		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 18:28:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<description><![CDATA[Nur selten war vor, während und nach einer Fußballübertragung so viel von Fans – guten und bösen, echten und falschen – die Rede wie am Dienstagabend im ZDF zum Pokalspiel von Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden. Jeder Spieler, Trainer und Funktionär, der interviewt wurde, musste auch zu den „unerfreulichen Begleitumständen“ Auskunft geben, musste erklären, ob er sich – im Fall der Dresdner – nicht schäme oder – als Dortmunder – überhaupt verstehen könne, was hier passiert.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Nur selten war vor, während und nach einer Fußballübertragung so viel von Fans – guten und bösen, echten und falschen – die Rede wie am Dienstagabend im ZDF zum Pokalspiel von Borussia Dortmund gegen Dynamo Dresden. Jeder Spieler, Trainer und Funktionär, der interviewt wurde, musste auch zu den „unerfreulichen Begleitumständen“ Auskunft geben, musste erklären, ob er sich – im Fall der Dresdner – nicht schäme oder – als Dortmunder – überhaupt verstehen könne, was hier passiert.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Nicole Selmer</em></p>
<p style="text-align: justify;">Passiert ist, soweit sich das jetzt sagen lässt, durchaus einiges: Vor dem Spiel kam es offenbar zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Dynamo-Fans nach deren vereinbarten Marsch zum Stadion. Während des Spiels wurde Pyrotechnik im Dresdner Block gezündet, es gab Böller,  Bengalos wurden Richtung Spielfeld oder in die unteren Ränge geworfen. Fans, Randale und Gewalt – darüber wollte das ZDF berichten, es war die Story des Abends. Wie Moderator Michael Steinbrecher sagte: „Wir wollen weder verharmlosen noch dramatisieren, sondern Fakten sprechen lassen.“</p>
<p style="text-align: justify;">Der Gewährsmann des ZDF war der mehrfach interviewte Dortmunder Polizeidirektor. Das ist okay, die Sicht der Polizei auf Vorfälle jedoch nur eine von mehreren. Agenturmeldungen über Ausschreitungen beim Fußball, die lediglich aus dem Polizeibericht abgeschrieben sind, haben sich schon häufiger als in etwa so objektiv erwiesen wie Zitate aus einem Fanforum zu denselben Vorfällen. Es waren also nicht die Fakten, die das ZDF hier sprechen ließ, sondern eben ein Polizeidirektor.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Null Differenz</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dass das Thema „Fans“ – sonst bei Fußballübertragungen oft nur lustiges Gimmick – überhaupt so viel Raum einnahm, hatte einen aktuellen Grund: Am selben Tag war <a href="http://www.sportschau.de/sp/fussball/news201110/25/fans.jsp" target="_blank">der Jahresbericht der Zentralen Informationsstelle Polizeieinsätze (ZIS) präsentiert worden</a>, über den sowohl in der heute-Sendung als auch im heute-Journal berichtet wurde. Zu diesem Bericht lassen sich, ganz ohne das Problem der Gewalt im Fußball zu verharmlosen, interessante Details erwähnen: Zum Beispiel die Tatsachen, dass zu den 846 verletzten Personen auch diejenigen gehören, die bei Polizeieinsätzen verletzt werden. Am vergangenen Sonntag <a href="http://www.taz.de/Fussball-Bundesliga/!80556/" target="_blank">in Hannover waren das 36</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Aber zurück zu Dortmund gegen Dresden: Was die Berichterstattung des ZDF an diesem Abend wirklich unangenehm und unprofessionell gemacht hat, war die moralische Empörung, die sich durch sämtliche Statements zog. Der Kommentator des Spiels, Wolf-Dieter Poschmann, machte deutlich, dass der Einsatz von Pyrotechnik in jedem Fall („Da kann man sagen, was man will.“) unsinnig und gefährlich ist. Eine kleine Ohrfeige für den Kollegen Oliver Schmidt, der beim letzten Länderspiel der DFB-Auswahl der Männer noch angemerkt hatte, er persönlich habe nichts gegen Pyro, solange man es nur vernünftig entsorgen würde. Das ist eine Sichtweise, die man nicht teilen muss, aber sie hat den unbestreitbaren Vorteil, differenziert zu sein. Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp wollte ein wenig differenzieren. Er sagte nach dem Spiel, dass er gegen Bengalos („wenn das so ein bisschen hell wird“) eigentlich nichts hätte, aber Böller und Werfen der Bengalos aufs Spielfeld ginge nun mal gar nicht und wäre sehr gefährlich. Auch zu viel Differenz offensichtlich, aus seiner Äußerung wurde in der <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,794026,00.html" target="_blank">Nachberichterstattung ein Plädoyer für „emotionale Stimmung im Stadion“</a>. Null Toleranz für Pyro also.</p>

<a href='http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/attachment/21/' title='21'><img width="150" height="150" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/21-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Bengalos beim Spiel Dortmund - Dresden (Foto: Ultras Dynamo)" title="21" /></a>
<a href='http://www.publikative.org/2011/10/26/sogenannter-journalismus-wie-erzahle-ich-fusballrandale/attachment/25/' title='25'><img width="150" height="150" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/25-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail" alt="Bengalos beim Spiel Dortmund - Dresden (Foto: Ultras Dynamo)" title="25" /></a>

<p style="text-align: justify;">Dabei wäre eine kritische journalistische Betrachtung der Vorfälle im Dresdner Block auch ebenso gut mit einer differenzierten Sichtweise möglich, wenn man einfach ein wenig Kontext und Hintergrund einbezieht. Der massive Einsatz von Pyrotechnik bei diesem und den anderen Pokalspielen und auch aktuell in der Liga beispielsweise muss im Zusammenhang mit den abgebrochenen Gesprächen zwischen den Fußballverbänden und der vereinsübergreifenden Kampagne „Pyrotechnik legalisieren. Emotionen respektieren“ verstanden werden. Die <a href=" http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,787591,00.html" target="_blank">aktuelle „Pyro-Offensive“</a> ist daher nicht einfach blindes Wüten einiger verrückter Chaoten und „sogenannter Fans“, sondern sie ist ein strategisch eingesetztes Mittel, um den Preis für Verbände und Vereine in die Höhe zu treiben. Die Verwendung von Böllern und das Werfen auf Spielfeld und Ränge ist dabei etwas, was <a href="http://www.pyrotechnik-legalisieren.de/blog/kampagne.html" target="_blank">die Kampagne nach eigenen Aussagen</a>  selbst verhindern möchte. Daran haben die Dresdner Ultras – kein unbedeutender Teil der Initiative – sich definitiv nicht gehalten und damit die eigenen Ziele demontiert. Aber auch das wäre vermutlich der Information und Differenzierung zu viel gewesen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Gute Dortmunder, böse Dresdner</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Einfacher ist es da immer noch, die Geschichte von den guten und den bösen Fans zu erzählen. Die Guten, das waren an diesem Abend die Dortmunder, die wunderbare Stimmung der voll besetzten Südtribüne mit den besten Fans der Welt. Dass genau diese Fans bei anderen (Auswärts-)spielen selbst auch gerne Pyro einsetzen und damit in der Logik des ZDF in jedem Fall eine Gefahr für die Sicherheit sind – geschenkt. Die Bösen waren die Dresdner oder eben zumindest einige „Unbelehrbare“ und „Chaoten“. In der 79. Minute wurde das Spiel wegen Knallkörperwürfen und weil offenbar einige Dresdner versuchten, aus dem Gästeblock zu gelangen, unterbrochen. Ein weiterer Anlass für moralische Entrüstung des Kommentators; kein Versuch, vielleicht auch zu verstehen und zu erklären, was gerade passierte.</p>
<p style="text-align: justify;">Dafür hätte ein Blick auf die Tribünen oder einfach auf die gesendeten Bilder gereicht: Viele der Dresdner Gäste trugen eigens produzierte T-Shirts mit der Aufschrift „Europa, wir kommen“ – das kann man in der 2. Runde des DFB-Pokals etwas größenwahnsinnig finden, es zeigt aber auch, wie wichtig die Partie den Anhängern war. Die Dortmunder Fans kannten diese T-Shirts offensichtlich schon, denn sie präsentierten beim gefühlt sicheren Stand von 2:0 in Minute 77 etwa eine kleine Botschaft für die Gäste: Ein Transparent mit der Aufschrift „Europa, wir kommen. Ausreiseantrag abgelehnt“ und einem mit „Abgelehnt“ abgestempelten Dynamo-Wappen. Das ist keine Entschuldigung dafür, mit gefährlichen Gegenständen zu werfen oder Menschen zu bedrohen, aber es ist eine Erklärung, und zwar eine, die leicht zu beschaffen gewesen wäre. Zur journalistischen Berichterstattung – und die Berichterstattung über das Thema Fans hatte sich das ZDF auf seine Fahnen geschrieben – gehört es, solche Kontexte einzubeziehen, den Zuschauern Hintergrunde zu erklären, ihnen Wissen über Zusammenhänge zu vermitteln. Gut möglich übrigens, dass genau diese Dortmunder Transparente an einem anderen Abend vom moralischen Bannstrahl getroffen worden und etwa als geschmacklose Entgleisung, als Beleidigung aller Bürger der ehemaligen DDR gebrandmarkt worden wären. Aber am Dienstagabend waren die Dortmunder eben die Guten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Männlichkeit, Ehre und Gewalt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Um nicht missverstanden zu werden: Es geht nicht darum, gewalttätige Ausschreitungen kleinzureden oder zu entschuldigen, sondern darum, dass es Teil der journalistischen Arbeit sein sollte, sie einzuordnen und differenziert zu betrachten, statt sie mit moralischer Empörung und Ignoranz zusammengerührt zu präsentieren. Dazu gehört auch, sie im Kontext von Fankultur und den dazugehörigen Vorstellungen von Männlichkeit, Ehre und Gewalt zu sehen. In genau diesem Kontext nämlich funktionieren Provokationen und Beleidigungen wie das Transparenz der Dortmunder. Als Reaktion darauf wurden im Dresdner Block Dortmunder Schals verbrannt, die zuvor vermutlich – darüber berichten mehrere Stimmen im BVB-Fanforen – Dortmundern unter Androhung von Schlägen abgenommen wurden. Dieses „Abziehen“ – das Strafrecht nennt es schlicht „Raub“ – ist ein beliebter Sport der (jugendlichen) Fankultur und fügt sich bestens ein in die Ideen von Revier- und Ehrverteidigung, in denen die Männlichkeitskultur des Fußballs funktioniert.</p>
<p style="text-align: justify;">Vor einigen Wochen ist es in Zürich zum ersten Spiellabbruch der Schweizer Ligageschichte gekommen, mit vielen anschließenden Debatten und Rufen nach härteren Sanktionen. Eine kluge Stimme im Schweizer Journalismus gehört Pascal Claude. Er schrieb in der Wochenzeitung <a href="http://www.woz.ch/artikel/2011/nr42/schweiz/21297.html" target="_blank">einen Satz</a>, den man auch der deutschen Diskussion um Gewalt und Fußball ins Redaktionsbuch notieren möchte: „Vielversprechender wäre es womöglich, die Gunst der Stunde zu nutzen und statt über Fussfesseln und Eingreiftruppen über Männlichkeit und Macht in Subkulturen zu debattieren.“</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://ultras-dynamo.de/ud2010/gallery/category/214" target="_blank">Weitere Fotos der Ultras Dynamo.</a></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a title="“Etwas Besseres als diesen Journalismus” bearbeiten" href="http://publikative.org/wp-admin/post.php?post=20716&amp;action=edit">Etwas Besseres als diesen Journalismus</a><strong>,</strong> &#8221;Bomben auf Dynamo&#8221;: <a href="http://publikative.org/2011/10/10/vorwarts-und-vergessen/" rel="bookmark">Vorwärts und vergessen</a></p>
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/d7f7ec92a163415c86b9a8cd86c1423d" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=20681&amp;md5=89fababa3e3245a5b95a18260b384113" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hans-Frankenthal-Preis für Ultras des FC St. Pauli</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/10/13/hans-frankenthal-preis-2011/</link>
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		<pubDate>Thu, 13 Oct 2011 11:25:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie wir bereits via Facebook vermeldeten, ist der Hans-Frankenthal-Preis der Stiftung Auschwitz-Komitee 2011 unter anderen an Ultrà Sankt Pauli (USP) gegangen. Da es doch ja doch eher ungewöhnlich ist, dass eine Ultra-Gruppierung eines Fußballvereins einen solchen Preis gewinnt, haben wir die Gelegenheit genutzt und Max von USP dazu ein paar Fragen gestellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Wie wir bereits via Facebook vermeldeten (<a href="https://www.facebook.com/pages/Publikativeorg/171433662928609">nichts verpassen, dort Fan der Publikative werden</a>), ist der Hans-Frankenthal-Preis der Stiftung Auschwitz-Komitee 2011 unter anderen an Ultrà Sankt Pauli (USP) gegangen. Da es doch ja doch eher ungewöhnlich ist, dass eine Ultra-Gruppierung eines Fußballvereins einen solchen Preis gewinnt, haben wir die Gelegenheit genutzt und Max von USP dazu ein paar Fragen gestellt.</strong></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_20329" class="wp-caption alignleft" style="width: 611px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/Alerta.jpg"><img class="size-medium wp-image-20329" title="Alerta" src="http://publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/Alerta-300x76.jpg" alt="Alerta Netzwerk" width="601" height="110" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Logo des Alterta-Netzwerks mit zahlreichen Zaunfahnen im Hintergrrund (Foto: Alerta-Netzwerk).</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"><strong></strong><strong>Die Publikative: </strong>Max, Ihr seid Preisträger des <a href="http://www.stiftung-auschwitz-komitee.de/der-hans-frankenthal-preis/der-hans-frankenthal-preis">Hans-Fankenthal-Preises 2011</a>. Wofür habt Ihr diesen erhalten?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Max:</strong> Für unsere langjährige antifaschistische und antirassistische Arbeit bei und im Umfeld von Fußballspielen. Wir veranstalten zusammen mit dem Fanladen und dem Frauenfußballteam Sankt Pauli alle zwei Jahre ein antirassistisches Fußballturnier in Hamburg, machen intern politische Bildungsarbeit und ermöglichen es im Rahmen eines Flüchtlingsprojekts, dass Asybewerber/Innen, die normalerweise vollkommen abgeschottet leben müssen, Heimspiele des FC St. Pauli besuchen können. Damit wollen wir auf die staatlich gewollte Isolierung von Flüchtlingen und Asylsuchenden aufmerksam machen und diese punktuell durchbrechen. Im Anschluss an das Antira-Turnier 2007 haben wir uns mit anderen Fans in ganz Europa zum „Alerta“-Netzwerk zusammengeschlossen, um auf Sexismus, Rassismus, Antisemitismus und Neofaschismus in Fußballstadien aufmerksam zu machen und gemeinsam dagegen vorzugehen. Mittlerweile sind 15 Gruppen aus verschienenden europäischen Ländern und Israel dabei.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Publikative: </strong>Kannst Du mal ein Beispiel für Eure Aktionen geben?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Max:</strong> Im Umfeld vieler Fußballvereine kommt es immer wieder zu neofaschistischen, rassistischen oder anderweitig diskriminierenden Äußerungen. Entsprechende Sprechchöre und Transparente werden dabei häufig ganz offen gesungen und zur Schau gestellt. Wir halten zum Beispiel mit unseren „Action Days“ dagegen, wo alle im Netzwerk vertretenden Gruppen zwei bis drei Mal im Jahr versuchen, in den Stadien mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf bestimmte Themen aufmerksam zu machen. Das heißt, alle Gruppen gestalten Transparente, Zaun- und Blockfahnen und / oder Choreographien zu einem Thema, dass dann möglichst an einem Spieltag in 15 Stadien gleichzeitig präsent ist. Bisherige Themen waren unter anderen Faschismus, Antiziganismus und eine relativ große Osteuropa-Kampagne, aus Solidarität mit den dortigen Antifaschisten, die teilweise um ihr Leben fürchten müssen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Publikative: </strong>Und was macht Ihr jetzt mit dem Preisgeld?</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Max:</strong> Wir wollen vor allem eine Internet-Plattform vorantreiben, die es leichter machen soll, uns zu vernetzen und auch neue Interessierte für unser Netzwerk zu gewinnen. Bisher hat das Netzwerk nämlich noch keine eigene Homepage. Außerdem fehlen uns häufig die Mittel, um zum Beispiel Material- oder Fahrtkosten zu bezuschussen, insbesondere wenn es um Gruppen oder Einzelpersonen aus Osteuropa geht, wo wir den Aufbau antifaschistischer Strukturen für besonders wichtig erachten. Jenseits des Preisgeldes freuen wir uns aber vor allem darüber, dass unsere Arbeit im Fußballumfeld so gewürdigt wird, weil wir glauben, dass wir gerade hier die Möglichkeit haben, viele junge Menschen anzusprechen, die ansonsten eher selten von antifaschistischen Projekten erreicht werden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Publikative: </strong>Vielen Dank für das Gespräch.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://usp.stpaulifans.de/" target="_blank">Hier geht&#8217;s zum Ultrà Sankt Pauli-Blog. </a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=20328&amp;md5=d9e739ef9bba27300027ec57a24d338d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Vorwärts und vergessen</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/10/10/vorwarts-und-vergessen/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 08:36:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andrej Reisin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<category><![CDATA[Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Ultras]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Dynamo Dresden am 26. September sein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt mit 1:4 verlor, war der sportliche Ausgang der Partie im Grunde bereits zur Nebensache geworden. Stattdessen rückt wieder einmal das Geschehen auf den Rängen in den Mittelpunkt. Die Gästefans aus Frankfurt, deren harter Kern sich mit leicht ironischem Unterton, der den meisten Medien leider verborgen blieb, im Sommer selbst zum „Randalemeister 2011“ ernannt hatte, entrollten während des Spiels ein Transparent mit der Aufschrift „Bomben auf Dynamo“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Als Dynamo Dresden am 26. September sein Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt mit 1:4 verlor, war der sportliche Ausgang der Partie im Grunde bereits zur Nebensache geworden. Stattdessen rückt wieder einmal das Geschehen auf den Rängen in den Mittelpunkt. Die Gästefans aus Frankfurt, deren harter Kern sich mit leicht ironischem Unterton, der den meisten Medien leider verborgen blieb, im Sommer selbst zum „Randalemeister 2011“ ernannt hatte, entrollten während des Spiels ein Transparent mit der Aufschrift „Bomben auf Dynamo“.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Andrej Reisin</em></p>
<p style="text-align: justify;">Dazu sollte man zweierlei wissen: Erstens war das gezeigte Motiv zeichnerisch dem Motiv der neuen Dresdener Blockfahne nachempfunden, die am selben Abend mit viel Tamtam erstmals präsentiert wurde, <a title="Dynamo Dresden - Eintracht Frankfurt I" href="http://www.youtube.com/watch?v=c_Z3GUPMLbo" target="_blank">wie man u.a. hier sehen kann</a>. Die Frankfurter Ultras (so man davon ausgehen darf, dass das Plakat aus ihrem Umfeld kam) hatten also bereits im Vorfeld auf die Dresdener Choreographie mit einem Gegenentwurf reagiert. Da erstere bereits vor dem Spiel im Internet zu sehen war, stellte dies auch keine besondere Schwierigkeit dar.</p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_20236" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/4540176885_cb62c6640a_b.jpg"><img class="size-medium wp-image-20236" title="Rudolf-Harbig-Stadion" src="http://publikative.org/wp-content/uploads/2011/10/4540176885_cb62c6640a_b-300x225.jpg" alt="Dynamo-Fanblock im Dresdener Rudolf-Harbig-Stadion" width="300" height="225" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Ein Ort des Geschehens: Dynamo-Fanblock im Dresdener Rudolf-Harbig-Stadion (Foto: Swat-DD, CC-BY-ND)</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Zweitens hat diese Art der choreographischen  Herausforderung des Gegners eine lange Tradition in der Ultra-Kultur: In italienischen Derbies galt es lange Zeit als das höchste der Fangefühle, wenn es mithilfe von Bestechung, Spionage oder zuweilen auch roher Gewalt gelungen war, die Choreographie des Gegners im Vorfeld in Erfahrung zu bringen. Anschließend demütigte man den Erzfeind dann auf zweierlei Art: erstens durch eine möglichst niederträchtige Schmähung, zweitens durch die Bloßstellung des Gegenübers, dessen wochenlang mühevoll erstellte und getarnte Bildershow man mit einer eigenen Karikatur derselben quasi doppelt verhöhnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Nur in diesem Kontext einer spezifischen Ultra-Kultur lässt sich das Frankfurter „Bomben auf Dynamo“-Plakat also überhaupt verstehen oder einordnen. Dies nützt den Eintracht-Ultras indes wenig, denn längst ist eine weitere Empörungswelle über sie und ihre vermeintliches „Hetzplakat“ hereingebrochen: Um sich nicht am ohnehin notorischen Hang des Boulevards zur Übertreibung abzuarbeiten, sei hier <a title="Frankfurter Rundschau" href="http://www.fr-online.de/eintracht/plakataffaere-hat-nachspiel--geschmacklosigkeit-der-eintracht-ultras,1473446,10912174.html" target="_blank">stellvertretend die „Frankfurter Rundschau (FR)&#8221; zitiert</a>:</p>
<p style="text-align: justify;">„Mit einer kaum zu überbietenden Geschmacklosigkeit haben Ultras des Fußball-Zweitligisten Eintracht Frankfurt erneut für Aufsehen gesorgt“, liest man dort. „Die Fangruppe entrollte am Montagabend ein 20 Meter langes Plakat mit Jagdbombern über der Dresdner Silhouette und dem Schriftzug „Bomben auf Dynamo“. Im weiteren Verlauf ist die Rede von einer „unfassbaren Anspielung auf die Zerstörung der Stadt“ und von einer „Verunglimpfung all derer, die die Wirren des Krieges erlebt haben“, so zumindest Dresdens Sportbürgermeister Winfried Lehmann, der laut „FR“ „insbesondere vielen älteren Dresdnern, die während der schlimmen Bombennächte um ihr Leben gefürchtet hatten, aus dem Herzen“ spricht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>&#8220;Wie Manna vom Himmel&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><a title="Viktor Klemperer" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Klemperer" target="_blank">Viktor Klemperer</a> indes gehörte in jenen finsteren Nächten am Ende des 12-jährigen Alptraums der Menschheit, der ein 1000-jähriger Traum der selbst ernannten Herrenrasse hätte werden sollen, nicht dazu: Dem jüdischen Dresdener Literaturprofessor, dessen Tagebücher heute zu den wichtigsten Quellen über den Alltag in Nazi-Deutschland zählen, rettete die Bombardierung das Leben. Auch Olga Horak, die sich im Januar 1945 auf einem „Todesmarsch“ in das KZ Bergen-Belsen befand, hat <a title="Jungle World Olga Horak" href="http://jungle-world.com/artikel/2010/06/40344.html" target="_blank">eine andere Erinnerung an die Bombardierung</a>: „Und da war plötzlich ein Luftangriff, und wir waren so schrecklich schwach. Wir konnten nicht weglaufen, da wir immer die SS-Posten und die Wachtposten um uns hatten. So waren wir richtige Häftlinge aus einem KZ. Wir konnten uns nirgendwo verstecken, es hätte uns ja auch niemand versteckt oder geholfen. Aber die Wachposten sind weggelaufen, in Schutzkeller, und die Bomben sind heruntergekommen, ich hab’ immer gesagt, wie Manna vom Himmel.“</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Empörte Opfer allerorten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In der Dresdener Erinnerung kommen derartige Stimmen dagegen bis heute nur am Rande vor. Stattdessen konzentriert man sich seit Jahrzehnten auf die eigene Opferrolle, zumeist unter geflissentlicher Ausblendung der eigenen Täterrolle. Die „älteren Dresdener“, die Sportbürgermeister Lehmann und die „FR“ im Kopf haben, sind jedenfalls nicht Viktor Klemperer oder Olga Horak – heute ebenso wenig wie damals. Wie viele Dresdener Wohnungen, die im Januar 1945 ausgebombt wurden, mit „arisierten“ Möbeln von jüdischen Nachbarn ausgestattet waren, die man zuvor entrechtet, vertrieben und ermordet hatte, weiß allein der Engel der Geschichte – in Dresden wie andernorts schweigen die älteren Mitbürger zu solchen Fragen in der Regel lieber.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist daher keineswegs ein Zufall, wenn alle Jahre wieder ein Nazi-Mob im Gedenken an die „Opfer des Bombenholocaust“ durch Dresden marschieren möchte. Die selbstvergessene und selbstgerechte Inszenierung der offiziellen Dresdener Erinnerung an die Ereignisse ebnet dafür leider den Weg – wie auch <a title="“Razzia beim Jugendpfarrer in Jena ein Skandal!”" href="http://publikative.org/2011/08/11/razzia-beim-jugendpfarrer-in-jena-ein-skandal/">die mehr als unrühmliche Reaktion von Stadt und Polizei</a> auf die Proteste gegen den Nazi-Aufmarsch in diesem Jahr<a title="Sachsen: Der ganz normale Wahnsinn" href="http://publikative.org/2011/06/02/sachsen-der-ganz-normale-wahnsinn/"> erneut auf traurige Art belegen</a>.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bomben, Juden und Dönerverkäufer</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Womit wir wieder bei den Frankfurter Ultras wären: Deren geschichtspolitische Auseinandersetzung mit ihrem Transparent mag Lichtjahre von der soeben dargestellten entfernt sein – dennoch trafen sie mit ihrem Banner die andere Seite eben nicht zufällig am wundesten Punkt. Die Reaktionen waren jedenfalls so entlarvend, wie es gerade eben ging: Hitlergrüße und Slogans wie „Dönerverkäufer“ und „Eintracht Frankfurt – Jude, Jude, Jude!“ skandierten laut hörbar Teile des K-Blocks von Dynamo, angetrieben von mindestens einem Vorsänger – <a title="Dynamo Dresden - Eintracht Frankfurt II" href="http://www.youtube.com/watch?v=eyAYPNznQZA." target="_blank">wie man hier noch einmal sehen und hören kann</a>.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/eyAYPNznQZA" frameborder="0" width="480" height="360"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Die Frankfurter ihrerseits kommentierten das Geschehen mit „Nazischweine“ – was man ihnen angesichts von „Jude, Jude, Jude!“-Rufen ungeachtet jeder Plakatmotiv-Debatte beim besten Willen nicht verdenken kann. Festzuhalten bleibt an dieser Stelle: „Geschmacklos“, „unfassbar“ und „verunglimpfend“ ist in Deutschland 2011 ein Plakat, dass eine in der Tat fragwürdige Anspielung auf den Bombenkrieg zum Motiv in einer choreographischen Auseinandersetzung macht. Dass einem Fanblock als Reaktion darauf nichts Besseres als das Grölen rassistischer und antisemitischer Parolen einfällt, darf dagegen als normal gelten – zumindest ist eine ähnlich starke Empörung der „Frankfurter Rundschau“, des Dresdener „Sportbürgermeisters“ oder des DFB nicht überliefert.</p>
<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/e5b446c0bf294a28b396ba5d8b0bc56d" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=20235&amp;md5=f79943d4f209dc8a347ca69cc1eb9ea6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kurzer Prozess in Bremen: Proteste gegen zu mildes Hooligan-Urteil</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/10/09/kurzer-prozess-in-bremen-proteste-gegen-zu-mildes-hooligan-urteil/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 19:53:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Hasskriminalität]]></category>
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		<category><![CDATA[Ultras]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Überfall auf eine Feier von antirassistischen Bremer Ultras in den Räumen des Fanprojekts sorgte vor mehr als vier Jahren für große Empörung und führte zu Veränderungen in der Werder-Fanszene. Vergangene Woche wurde der Prozess gegen die Angeklagten aus der Neonaziszene eröffnet. Die politische Dimension spielte für das Gericht, das ein schnelles Ende des Prozesses anstrebt, keine Rolle. 
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Der Überfall auf eine Feier von antirassistischen Bremer Ultras in den Räumen des Fanprojekts sorgte vor mehr als vier Jahren für große Empörung und führte zu Veränderungen in der Werder-Fanszene. Es dauerte lange, bis der Prozess gegen die Angeklagten aus der Neonaziszene eröffnet wurde; umso schneller war er dann jedoch wieder vorbei.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von <a href="http://www.frauenundfussball.de/Profil_Nicole_Selmer_Fussball_aktuell.pdf" target="_blank">Nicole Selmer</a></em></p>
<p style="text-align: justify;">Schon am zweiten Tag endete vor dem <a title="Radio Bremen" href="http://www.radiobremen.de/politik/nachrichten/politikprozesshooligansbremen100.html " target="_blank">Bremer Amtsgericht der Prozess</a> gegen die sieben Angeklagten mit Geldstrafen zwischen 300 und 700 Euro. Auf diesen Vorschlag des Gerichts waren Verteidigung und Staatsanwaltschaft eingegangen. Das Urteil und der Verlauf des ersten Verhandlungstages sorgten für heftige Kritik, auch weil die politische Dimension des Überfalls für das Gericht keine Rolle gespielt hatte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Vorgeschichte</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Prozess befasst sich mit einem Vorfall, der die Fanszene des Vereins entscheidend geprägt hat: Vor mehr als vier Jahren, am 20. Januar 2007, wurde eine Jubiläumsfeier der Ultragruppe „<a href="http://racaille.de/" target="_blank">Racaille Verte</a>“ überfallen. Der Vorfall ereignete sich im Stadion, in den Räumen des Bremer Fanprojekts, das sozialpädagogische Arbeit mit jungen Fußballfans leistet. Die Täter, die von den jungen Ultras teilweise erkannt wurden, stammten aus dem Umfeld der Hooligan-Gruppen „Standarte Bremen“ und „Nordsturm Brema“, die für ihre Verstrickungen in die rechte Szene bekannt sind. Mehrere Gäste der Feier erlitten leichte Verletzungen, zwei Fans mussten im Krankenhaus behandelt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Deutlich war bereits im Januar 2007: Die Tat hatte einen politischen Hintergrund, es ging um die Einschüchterung einer noch jungen Fangruppierung, die sich klar gegen Rassismus und Diskriminierung positionierte. Die von den rechtsextrem Gruppen provozierte „Machtprobe“ um die politische Vorherrschaft in der Bremer Fanszene und die daraus folgenden öffentlichen und internen Diskussionen entwickelten sich jedoch zugunsten der jungen, antirassistisch engagierten Ultras.</p>
<p style="text-align: justify;">„Nach dem Überfall hat es bei vielen Fans ein Umdenken gegeben“, sagt rückblickend Thomas Hafke vom Fanprojekt Bremen. „‘Das sind auch Werder-Fans, ist doch egal, wie die politisch drauf sind, solange es im stillen Kämmerlein bleibt‘. Der Überfall auf den Ostkurvensaal war aber eben keine Privatsache mehr.“ Heute arbeitet in Bremen eine breite Antidiskriminierungskampagne mit Beteiligung des Dachverbands der Fanklubs, des Fanprojekts und vor allem auch der Ultragruppen zusammen. Die Arbeitsgruppe „Werder-Fans gegen Diskriminierung“ erhielt im Herbst 2008 für ihren Einsatz den <a href="http://www.dfb.de/index.php?id=500014&amp;tx_dfbnews_pi1[showUid]=16115&amp;tx_dfbnews_pi4[cat]=108" target="_blank">Julius-Hirsch-Preis des Deutschen Fußball-Bundes</a>. Auch der Verein verstärkte sein Engagement gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Fans und Verein unterstützen zudem die Neuauflage der Ausstellung „<a href="http://tatortstadion.blogsport.de" target="_blank">Tatort Stadion 2</a>“, die im April 2010 in Bremen Premiere feierte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Prozesseröffnung und ein schneller Deal</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die juristische Bearbeitung des Vorfalls stand jedoch noch aus. Der Prozess gegen sieben Angeklagte wurde erst nach mehr als vier Jahren vor dem Amtsgericht Bremen – nicht wie ursprünglich geplant vor dem Landgericht – eröffnet. Als Grund für die lange Ermittlungsdauer wurde die Verzögerung der Aussagen von Zeuginnen und Zeugen genannt. Unsinn, wie die <a href="http://racaille.de/?p=226 " target="_blank">Ultras von Racaille Verte</a> und das <a href="http://www.fanprojektbremen.de/index.php " target="_blank">Fanprojekt Bremen</a> in einer Erklärung feststellen – die Aussagen hätten der Staatsanwaltschaft nach etwa drei Monaten vorgelegen.</p>
<div id="attachment_20218" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/10/800px-Weserstadion_2011-05-01.jpg"><img class="size-medium wp-image-20218" title="800px-Weserstadion_2011-05-01" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/10/800px-Weserstadion_2011-05-01-300x162.jpg" alt="Das Weserstadion in Bremen, Spielstätte des SV Werder Bremen, von Südwesten her gesehen. (Foto: Daniel FR)" width="300" height="162" /></a><p class="wp-caption-text">Das Weserstadion in Bremen, Spielstätte des SV Werder Bremen, von Südwesten her gesehen. (Foto: Daniel FR)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Es sind jedoch vor allem der erwartete Ausgang des Prozesses und seine Begleiterscheinungen, die Fans und Fanprojekt in Bremen große Sorgen machen. Zum Auftakt am Donnerstag schlug das Amtsgericht – auch wegen der Länge der Ermittlungen – die Beendigung des Verfahrens gegen die Angeklagten gegen Bußgeld und ein Geständnis vor. Ein Angebot, dem die Angeklagten nur noch zustimmen mussten und das ihnen sogar einen Eintrag ins Führungszeugnis erspart. Auch die Staatsanwaltschaft war einverstanden, und Nebenkläger gab es in diesem Prozess nicht.</p>
<p style="text-align: justify;">„Das Fanprojekt konnte aus juristischen Gründen nicht als Nebenkläger auftreten“, sagt Thomas Hafke vom Fanprojekt. „und die Fans hatten schlicht Angst, als Einzelpersonen noch angreifbarer zu werden.“ Die jungen Fans dazu zu bewegen, als Zeugen auszusagen, war für viele schon eine große Hürde. Nicht zuletzt aus Angst vor weiteren Angriffen.<br />
Die dürften durch das selbstbewusste und siegessichere Auftreten der Angeklagten und ihrer Unterstützer im Gerichtssaal nicht zerstreut worden sein. „Es waren etwa 20 Neonazis anwesend, ein Teil davon sogar vermummt“, berichtet Thomas Hafke, der den Prozess beobachtet hat. „Ich durfte keinen Fotoapparat mit hineinbringen, bin aber selbst von ihnen mit dem Handy fotografiert worden. Auf meine Beschwerde hat der Gerichtsdiener nicht reagiert, einer der Anwälte hat mich dann beschuldigt, Öl ins Feuer zu gießen. Also eine komplette Verdrehung der Tatsachen.“</p>
<p style="text-align: justify;">Neben Hafke berichteten auch <a href="http://www.taz.de/Bremer-Hooligan-Prozess/!78677/" target="_blank">andere Beobachter</a>, dass anwesende Unterstützer der Angeklagten im Gerichtsgebäude ungestört Prozessbesucher und Presse fotografieren konnten, auch gegen deren Willen. Auch die Ultras von Racaille Verte wurden von ihrerseits vermummten Hooligans gefilmt, ohne dass Polizei oder Gerichtsordner einschritten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Politische Dimension wurde ignoriert</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Ängste der Zeugen und Opfer scheint das Gericht ebenso wenig ernst genommen zu haben wie die politische Dimension. Am ersten Prozesstag erklärte der Richter, es habe sich bei dem Überfall offenbar schlicht um eine „fantypische“ Schlägerei zwischen zwei rivalisierenden Gruppen gehandelt. Belege für die politische Motivation der Tat und die Einschüchterung der Zeugen/Opfer wurden nicht zur Kenntnis genommen, keine Stellungnahmen etwa des Fanprojekts oder anderer Organisationen eingeholt, die die Verquickung von Fanszene und rechtsextremer Gruppen in Bremen beurteile könnten. Ein gänzlich falsches Signal, wie auch der <a href="http://taz.de/Kommentar-Bremer-Hooligan-Prozess/!78674/ " target="_blank">Kommentar der taz</a> feststellt: „Es geht nicht um eine Testosteron-gesteuerte Fan-Hauerei, sondern um den Überfall neonazistischer Hooligans auf ein antirassistisches Fanprojekt. Dem nicht mit aller Entschiedenheit Einhalt zu gebieten, ist gesellschaftlich fatal.“</p>
<p style="text-align: justify;">Auch für Thomas Hafke vom Fanprojekt Bremen ist diese Argumentation eine unglaubliche Fehleinschätzung: „Das sind teilweise führende Neonazis, die hier vor Gericht standen. Es ist ein Hohn, da von einer ‚szenetypischen Auseinandersetzung‘ zu sprechen.“ Die betroffenen Fans, die ihre Aussagen teilweise nur widerstrebend gemacht haben, sehen sich, so Hafke, nun in ihren Befürchtungen bestätigt. Ihr Vertrauen in die verantwortlichen Behörden ist gründlich erschüttert. „Was soll ich denen beim nächstes Mal sagen, wenn diese Sache hier so aus ausgeht?“</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Demonstration gegen rechts</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dass es unter Umständen ein nächstes Mal geben könnte, ist eine Befürchtung, die in Bremen viele umtreibt. Um dem entgegenzutreten, fand sich ein breites Bündnis zusammen, um am 28. September, dem Tag vor dem erwarteten Prozessende unter dem Motto <a href="http://rechtegewaltstoppen.blogsport.de/2011/09/" target="_blank">„Gegen rechte Gewalt und gegen rechtes Gedankengut“</a>  zu demonstrieren. Rund 1.000 Menschen kamen dabei nach Angaben der Veranstalter zusammen.</p>
<div id="attachment_20217" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/10/werder2.jpg"><img class="size-medium wp-image-20217" title="werder2" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/10/werder2-300x198.jpg" alt="Proteste der Werder-Ultras gegen Neonazis (Foto: Racaille Verte)" width="300" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">Proteste der Werder-Ultras gegen Neonazis (Foto: Racaille Verte)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Auch Werder Bremen unterstützte die Demonstration und äußerte sich enttäuscht über den <a title="Werder" href="http://www.werder.de/de/soziales-engagement/news/35633.php" target="_blank">Ausgang des Prozesses</a>. Man wolle sich nun bemühen, bereits angekündigte Stadionverbote gegen die Angeklagten umzusetzen. Auch das Bündnis „Rechte Gewalt stoppen“ veröffentlichte zum Prozessende eine <a href="http://rechtegewaltstoppen.blogsport.de/2011/10/03/pressemitteilung-vom-03-10-2011/" target="_blank">abschließende Pressemitteilung</a>. Erneute gewalttätige Übergriffe seien nicht auszuschließen, heißt es darin: „Das Bündnis ‚Rechte Gewalt stoppen‘ wird zukünftige Vorfälle aufgreifen und dokumentieren. Dabei hoffen wir darauf, dass Sie dazu bereit sind, uns bei der Verbreitung und Skandalisierung eventueller Racheakte durch ihre Berichterstattung zu unterstützen.“</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Dieser Beitrag ist die überarbeitete und aktualisierte Fassung eines Textes, der auf www.kos-fanprojekte.de erschienen ist.</em></p>
<p><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/07cc0c3f96714b04897707d69c150625" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=20193&amp;md5=ad19f6fc30eda2c699966bc232c8a4a5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Uwe von der BoruSSenfront: &#8220;Von Beruf bin ich asozial!&#8221;</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/05/29/uwe-von-der-borussenfront-von-beruf-bin-ich-asozial/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 May 2011 14:30:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
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		<description><![CDATA[<iframe width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/-UzseY0SJ7Y" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/-UzseY0SJ7Y" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><iframe width="480" height="390" src="http://www.youtube.com/embed/ElmCmzAM3SQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Werder leitet Verfahren gegen &#8220;NPD-Prominenz&#8221; ein</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/05/25/werder-leitet-ausschlussverfahren-gegen-npd-puhse-ein/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 10:31:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
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		<category><![CDATA[NPD]]></category>
		<category><![CDATA[Pühse]]></category>
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		<description><![CDATA[Werder Bremen geht jetzt offiziell gegen den NPD-Funktionär Jens Pühse vor, der auch Mitglied des Fußballvereins ist. Das Werder-Präsidium leitete offiziell das Ausschlussverfahren gegen Pühse ein. Das bestätigte Werder auf seiner Homepage. Der NPD-Politiker ist demnach seit Februar 2011 Werder-Mitglied. Pühse hatte sich selbst als "NPD-Prominenz" bezeichnet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Werder Bremen geht jetzt offiziell gegen den NPD-Funktionär Jens Pühse vor, der auch Mitglied des Fußballvereins ist. Das Werder-Präsidium leitete offiziell das Ausschlussverfahren gegen den Neonazi ein. Das bestätigte Werder auf seiner Homepage. &#8220;Wir machen damit von unserem satzungsmäßigen Recht Gebrauch, Mitglieder ausschließen zu können, die das Ansehen unseres Vereins schädigen, insbesondere eine rassistische Gesinnung vertreten. Es gab keine zwei Meinungen, dass in diesem Fall beides zutrifft&#8221;, sagte Dr. Hubertus Hess-Grunewald, Vize-Präsident des SV &#8220;Werder&#8221; von 1899 e.V.</p>
<div id="attachment_18077" class="wp-caption aligncenter" style="width: 529px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/05/sozialesicherheit.jpg"><img class="size-full wp-image-18077 " title="sozialesicherheit" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/05/sozialesicherheit.jpg" alt="Ein Beier, ein Apfel, ein Faust, ein Voigt und ein Pühse flanieren zum Sozialkongress der NPD unter der Hochbrücke. Motto: Sehen und nicht gesehen werden, denn die Bremer wollten von den Nazis nichts wissen. (Foto: Kai Budler)" width="519" height="347" /></a><p class="wp-caption-text">Ein Beier, ein Apfel, ein Faust, ein Voigt und ein Pühse flanieren zum Sozialkongress der NPD unter der Hochbrücke. Motto: Sehen und nicht gesehen werden, denn die Bremer wollten von den Nazis nichts wissen. (Foto: Kai Budler)</p></div>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Gerade Werder ist seit vielen Jahren ein Vorreiter in der Bundesliga beim Thema Anti-Diskriminierung und Gewaltlosigkeit, deswegen wollen wir auch hier ein klares Signal senden. Es ist für uns unbegreiflich, wie Herr Pühse seine politische Gesinnung in Einklang mit der Unterstützung für unsere multikulturelle Profimannschaft bringen kann&#8221;, ergänzte Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer, der die Aktion als Wahlkampfinszenierung der NPD einordnet. Jens Pühse, der im NPD-Bundesvorstand und als Spitzenkandidat in Bremerhaven arbeitet sowie in Bremen als NPD-Landeswahlkampfleiter agierte, hatte sich bei den Grün-Weißen im Vorfeld der Bürgerschaftswahlen bei Werder angemeldet. Erst im Januar 2011 hatte er seinen Mitgliedsantrag unterzeichnet.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Pühse und die &#8220;NPD-Prominenz&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Für Pühse ist die Sache doppelt ärgerlich, er hatte versucht, sich als verfolgter Dissident zu gerieren &#8211; und zwar noch vor der Wahl in Bremen. Daher behauptete er noch in einer Pressemitteilung vom 16. Mai, Werder Bremen stehe offenbar zu seiner &#8220;NPD-Prominenz&#8221; [sic]. Eine Falschmeldung, denn das Präsidium hatte die Entscheidung nur vertagt &#8211; passenderweise auf einen Termin nach der Wahl, so dass das Interesse an Pühses Aktivitäten in der Hansestadt ohnehin noch geringer sind, als sie schon zu Wahlkampfzeiten waren.</p>
<div id="attachment_18436" class="wp-caption aligncenter" style="width: 624px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/05/screenshot13.jpg"><img class="size-large wp-image-18436 " title="puehse_werder" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/05/screenshot13-1024x768.jpg" alt="Das FB-Profil von Jens Pühse: Lieblingsmannschaft - Werder Bremen" width="614" height="461" /></a><p class="wp-caption-text">Das FB-Profil von Jens Pühse: Lieblingsmannschaft - Werder Bremen</p></div>
<p style="text-align: justify;">Pühse habe nun ein Recht auf Anhörung, teilte Werder mit, er dürfe sich vor dem Präsidium äußern. Erst danach könne Werder über einen Ausschluss entscheiden. Der Verein hatte Pühse bereits aufgefordert sich freiwillig zurückzuziehen. Unwahrscheinlich, dass sich ausgerechnet Pühse den Auftritt vor dem Präsidium nehmen lässt.</p>
<blockquote><p>Lesetipp: <a href="http://npd-blog.info/2010/05/22/fusball-migration-100/" target="_blank">Von Fußball, Migration und bürgerlichen Freiheiten</a></p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Dort dürfte er sich aber auf einiges gefasst machen, immerhin wurden Werder-Spieler schon von Neonazis beleidigt. Zuletzt war es NPD-Pressesprecher Klaus Beier, der meinte, den damaligen Werder-Star Özil als &#8220;Plaste-Deutschen&#8221; beleidigen zu müssen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bei der Wahl gescheitert, Anschlag auf PKW</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Pühse war Spitzenkandidat der NPD in Bremerhaven, die Partei scheiterte allerdings <a href="http://npd-blog.info/2011/05/22/buerger-in-wut-npd210/">erneut deutlich</a>, sie wollte den Einzug in die Bürgerschaft erreichen. Nach der Wahl brannte laut Medienberichten Pühses Wagen. Die Polizei schließt einen politischen Anschlag nicht aus.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://npd-blog.info/2011/05/25/werder-npd-411/" target="_blank">Kommentar: Werder hat alles richtig gemacht, die Medien nicht!</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/09/21/ozil-beleidigung-npd-funktionar-beier-wegen-volksverhetzung-angezeigt/">Özil-Beleidigung: NPD-Funktionär Beier wegen Volksverhetzung angezeigt</a>,  <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2011/02/26/skandal-npd-chef-bezeichnet-owomoyela-als-deutschen/">“Skandal”: NPD-Chef bezeichnet Owomoyela als Deutschen</a>,  <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/09/18/npd-funktionar-beier-sieht-keinen-anlass-sich-von-hitler-zu-distanzieren/">NPD-Funktionär Beier sieht keinen Anlass, sich von Hitler zu distanzieren</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/09/17/plastik-deutscher-dfb-pruft-rechtliche-schritte-gegen-npd-funktionar-beier/">“Plastik-Deutscher”: DFB prüft rechtliche Schritte gegen NPD-Funktionär Beier</a>, <a href="http://npd-blog.info/2009/09/16/npd-funktionar-und-fusballfreund-beier-kann-es-nicht-lassen/">NPD-Funktionär und “Fußballfreund” Beier beleidigt erneut Nationalspieler</a>, <a title="Permanent Link to Nach NPD-Drohung: Energie Cottbus sagt Freundschaftsspiel für Toleranz ab" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/07/01/nach-npd-drohung-energie-cottbus-sagt-freundschaftsspiel-fur-toleranz-ab/">Nach NPD-Drohung: Energie Cottbus sagt Freundschaftsspiel für Toleranz ab, </a><a title="Permanent Link to NPD-WM-Planer Beier “traurig” über “Instrumentalisierung des Sports”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/06/01/npd-wm-planer-beier-traurig-uber-instrumentalisierung-des-sports/">NPD-WM-Planer Beier “traurig” über “Instrumentalisierung des Sports”</a> , <a title="Permanent Link to NRW: NPD auf Abramovich`s Spuren II." rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2007/07/11/nrw-npd-auf-abramovichs-spuren-ii/">NRW: NPD auf Abramovich`s Spuren</a>, <a title="Permanent Link to Lesetipps: Fußball, Heimatkult &amp; Rechtsextremismus" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/05/14/lesetipps-fusball-heimatkult-rechtsextremismus/">Lesetipps: Fußball, Heimatkult &amp; Rechtsextremismus</a>,  <a title="Permanent Link to “Die NPD-Sache hat mich sehr aufgebracht”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/05/09/die-npd-sache-hat-mich-sehr-aufgebracht/">Owomoyela: “Die NPD-Sache hat mich sehr aufgebracht”</a></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/034d441f57814db6876b0d559cda6262" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Kommentar: Werder hat alles richtig gemacht, die Medien nicht!</title>
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		<pubDate>Wed, 25 May 2011 09:33:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Komliment, Werder Bremen! Der Verein ist nicht auf den NPD-"Wahlkampfleiter" Jens Pühse hereingefallen, der bereits seit Monaten versucht hatte, sich und seine Neonazi-Partei in die norddeutsche Öffentlichkeit zu hieven. Gescheitert - und zwar auf ganzer Linie - sind Pühse und die NPD. Aber auch Journalisten können etwas aus deren Wahlkampfstrategie lernen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Komliment, Werder Bremen! Der Verein ist nicht auf den NPD-&#8221;Wahlkampfleiter&#8221; Jens Pühse hereingefallen, der bereits seit Monaten versucht hatte, sich und seine Neonazi-Partei in die norddeutsche Öffentlichkeit zu hieven. Gescheitert &#8211; und zwar auf ganzer Linie &#8211; sind Pühse und die NPD. Aber auch Journalisten können etwas aus deren Wahlkampfstrategie lernen. </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Patrick Gensing</em></p>
<p style="text-align: justify;">Werder steht glänzend da: Zunächst gab der Verein ein kares Statement ab: Pühse sei bei Werder nicht erwünscht, ohne Wenn und Aber. Dazu wurde die Geschichte als das benannt, was sie war: ein Wahlkampfmanöver. Immerhin hatte der Neonazi selbst seine Mitgliedschaft bei Facebook verkündet, zudem räumte er in der &#8220;Deutschen Stimme&#8221; offen ein, dass sie im Wahlkampf dringend öffentliche Resonanz erzeugen müssten, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Denn der NPD-Landesverband existiert praktisch nur auf dem Papier.</p>
<p style="text-align: justify;">Werder wartete die Wahl ab, gab nun wenige Tage danach bekannt, dass Pühse ausgeschlossen werden solle. Absicht oder Zufall? Gut möglich, dass der NPD-Funktionär mit Hang zur Selbstdarstellung die Anhörung vor dem Werder-Präsidium wahrnehmen und danach von vermeintlichen Heldentaten berichten wird. Doch dürfte dies weder einen Ausschluss verhindern, noch für große Schlagzeilen im Sinne der NPD sorgen.</p>
<p style="text-align: justify;">Für die Medien stellen sich auch nach dieser Episode aber einmal mehr die Fragen: Was ist Inszenierung? Was ist wirklich berichtenswert? Was ist überhaupt relevant in diesem Bereich? Pühse erzeugte mit seiner Werder-Geschichte durchaus eine öffentliche Beachtung, auch die Schulhof-CDs wurden wieder aus der Mottenkiste geholt und schallten durch die Medien. Ob man dies wirklich alles hätte berichten müssen, erscheint fraglich. Aber wenn sich eine Redaktion zu einem Artikel über den NPD-Wahlkampf entschließt, sollte zumindest eine Einordnung geliefert, die Ankündigungen der Neonazis kritisch hinterfragt werden - wie es beispielsweise <a href="http://www.zeit.de/sport/2011-04/werder-bremen-npd-puehse/seite-1" target="_blank">Die Zeit vorbildlich geleistet hat</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Um eine solche Qualitäts-Berichterstattung bieten zu können, ist aber eine kontinuierliche Beobachtung der Szene nötig, Aktionismus nach dem Motto &#8220;Wir müssen mal wieder was über Rechtsextremismus machen&#8221; war, ist und bleibt kontraporduktiv &#8211; das hat die NPD-Wahlkampfstrategie in Bremen einmal mehr gezeigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2011/05/25/werder-leitet-ausschlussverfahren-gegen-npd-puhse-ein/">Werder leitet Verfahren gegen “NPD-Prominenz” ein</a></p>
<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/c103e21216414320bd9f7cd1dc0013f7" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=18468&amp;md5=9d15e57e2a3dcba4e52f27e1474e13d9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>WM-Planer: NPD-Führungsriege freigesprochen</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/03/09/wm-planer-npd-fuhrungsriege-freigesprochen/</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 17:51:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Vorstrafen]]></category>

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		<description><![CDATA[NPD-Chef Udo Voigt ist in Berlin in einem Berufungsprozess vom Vorwurf der Volksverhetzung und Beleidigung freigesprochen worden. Gleiches gilt für die NPD-Spitzenfunktionäre Klaus Beier und Frank Schwerdt. Die drei Neonazis waren 2009 vom Amtsgericht Tiergarten zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt worden, weil sie mit einem WM-Planer im Jahr 2006 den ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">NPD-Chef Udo Voigt ist in Berlin in einem Berufungsprozess vom Vorwurf der Volksverhetzung und Beleidigung freigesprochen worden. Gleiches gilt für die NPD-Spitzenfunktionäre Klaus Beier und Frank Schwerdt. Die drei Neonazis waren 2009 vom Amtsgericht Tiergarten zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt worden, weil sie mit einem WM-Planer im Jahr 2006 den damaligen Nationalspieler Patrick Owomoyela rassistisch beleidigt haben sollen. Dieses Urteil wurde vom Berliner Landgericht nun aufgehoben.</p>
<div id="attachment_10932" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/beier_voigt-schwerdt_erfurt_010510.JPG"><img class="size-medium wp-image-10932" title="beier_voigt-schwerdt_erfurt_010510" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/beier_voigt-schwerdt_erfurt_010510-300x214.jpg" alt="Die NPD-Führungsriege mit Frank Schwerdt, Udo Voigt und Klaus Beier (von li. nach re.) auf einer Demonstration in Erfurt." width="300" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Die NPD-Führungsriege mit Frank Schwerdt, Udo Voigt und Klaus Beier (von li. nach re.) auf einer Demonstration in Erfurt.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Die Amtsrichter hatten es als erwiesen angesehen, dass die NPD in dem WM-Planer den dunkelhäutigen Owomoyela rassistisch verunglimpft und herabgewürdigt hätten. Dagegen waren die NPD-Funktionäre in Berufung gegangen. Erfolgreich. Die Richterin am Landgericht sagte laut Medienberichten bei der Urteilsverkündung, in dem Flugblatt komme zwar &#8220;eine fremdenfeindliche Position zum Ausdruck&#8221; &#8211; das reiche aber nicht aus, um einen Straftatbestand festzustellen.</p>
<p style="text-align: justify;">Damit machte sich die Richterin die Perspektive der NPDler zu eigen, die Schwarze als Fremde, bzw. nicht dazugehörig bezeichnen. Treffend wäre der Begriff rassistisch gewesen, da es hier nicht um Fremde geht, sondern um einen deutschen Nationalspieler mit dunkler Hautfarbe.</p>
<p style="text-align: justify;">Weiterhin begründete das Gericht seine Entscheidung damit, dass die Aussagen des WM-Planers insgesamt mehrdeutig seien. Zudem mangele es an &#8220;Appellcharakter&#8221;. Zu Hass oder Gewalt gegen Dunkelhäutige werde nicht angestachelt.</p>
<p style="text-align: justify;">Owomoyela war in dem Prozess als Nebenkläger aufgetreten. Sein Anwalt äußerte sich laut Medienbericten enttäuscht und sprach von einer &#8220;Fehlentscheidung&#8221;. Nun würden rechtliche Mittel geprüft.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Rassismus mit System</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der NPD-WM-Planer war nicht der erste Ausfall von Neonazis gegen Fußballer – und auch nicht der letzte. Beispielsweise nahmen Rassisten den heutigen Stürmer des FC St. Pauli, Gerald Asamoah, ins Visier und beleidigten ihn rassistisch. Die Kampagne gegen den damaligen Nationalspieler könnte auch gut ein Vorbild für den NPD-WM-Planer gewesen sein. Das Motto der Neonazis vom “Schutzbund Deutschland” auf einem Plakat mit einer Abbildung von Asamoah lautete:</p>
<blockquote><p>“Nein Gerald, Du bist nicht Deutschland – Du bist BRD!?”</p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Nach der Androhung juristischer Konsequenzen wurde das Foto Asamoahs durch wechselnde Karikaturen von ihm ersetzt. Der stumpfe Rassismus wurde in der Szene als Heldentat gefeiert.</p>
<p style="text-align: justify;">NPD-Pressesprecher Klaus Beier den Nationalspieler Özil als “Plaste-Deutschen” beleidigt. Der DFB hatte Özil daraufhin öffentlich den Rücken gestärkt. “Wir sind stolz darauf, dass Mesut Özil deutscher Nationalspieler ist”, betonte DFB-Präsident Zwanziger. “Dies ist das Zeichen für das Deutschland, das sich der DFB wünscht – ein freies, tolerantes und selbstbewusstes Land, in dem kein Platz für nationalistisches Denken und Rassismus ist, wie es die Wirrköpfe der NPD zu verbreiten versuchen”.</p>
<p style="text-align: justify;">Beier hatte zudem im Juli 2009 ein Freundschaftsspiel mit Energie Cottbus in Storkow verhindert, da der Zweitligist nach Drohungen der NPD den Schwanz einzog und das Spiel für mehr Toleranz kurzerhand absagte. Gleichzeitig beklate sich Beier über die Instrumentalisierung des Fußballs.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit einer ähnlichen Parole wie im Fall Owomoyela trat Beier und seine NPD in Brandenburg im Jahr 2006 auf, als man <a href="http://npd-blog.info/2006/03/15/brandenburg-npd-drohung-war-nur-spas/">öffentlich gegen eine Veranstaltung droht</a>e, die den Neonazis nicht passte. Dabei ging es um ein Anti-Rassismus-Seminar für schwarze Jugendliche. Hinter der NPD-Veröffentlichung unter dem Motto “Die Weißen kommen!” stand ebenfalls NPD-Bundespressesprecher und Landeschef Beier. Dieser ließ der Ankündigung auch Taten folgen und rückte zu später Stunde mit Kameraden bei dem Seminar an. Die NPD Fürstenwalde hatte zuvor im Internet angekündigt, das Anti-Rassismus-Seminar “aufmerksam begleiten und besuchen” zu wollen.</p>
<div id="attachment_10932" style="text-align: justify;">Diese Veröffentlichung der NPD veranlasste die Betreiber der in einem Wald gelegenen Begegnungsstätte – in Absprache mit dem Landkreis – einen privaten Sicherheitsdienst mit dem Schutz des Gebäudes zu beauftragen. Zusätzlich sagte die Polizei zu, mindestens einmal stündlich Streife zu fahren, außerdem beobachteten Beamte in zivil die Umgebung.</div>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2011/02/26/skandal-npd-chef-bezeichnet-owomoyela-als-deutschen/">“Skandal”: NPD-Chef bezeichnet Owomoyela als Deutschen</a>,  <a title="Permanent Link to NRW: NPD auf Abramovich`s Spuren II." rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2007/07/11/nrw-npd-auf-abramovichs-spuren-ii/">NRW: NPD auf Abramovich`s Spuren</a>, <a title="Permanent Link to Lesetipps: Fußball, Heimatkult &amp; Rechtsextremismus" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/05/14/lesetipps-fusball-heimatkult-rechtsextremismus/">Lesetipps: Fußball, Heimatkult &amp; Rechtsextremismus</a>,  <a title="Permanent Link to “Die NPD-Sache hat mich sehr aufgebracht”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/05/09/die-npd-sache-hat-mich-sehr-aufgebracht/">Owomoyela: “Die NPD-Sache hat mich sehr aufgebracht”</a>, <a title="Permanent Link to “WM-Planer”: Bewährungsstrafe für NPD-Chef Voigt" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/04/24/wm-planer-bewahrungsstrafe-fur-npd-chef-voigt/">“WM-Planer”: Bewährungsstrafe für NPD-Chef Voigt</a>, <a title="Permanent Link to WM 2006: Die Welt zu Gast bei Feinden?" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=203">WM 2006: Die Welt zu Gast bei Feinden?</a>, <a title="Permanent Link to Brandenburg: NPD-Drohung “war nur Spaß”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2006/03/15/brandenburg-npd-drohung-war-nur-spas/">Brandenburg: NPD-Drohung “war nur Spaß”</a>, <a title="Permanent Link to Rathenower NPD-Chef soll Fußballfan geschlagen haben" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/05/06/rathenower-ex-npd-chef-soll-fusballfan-geschlagen-haben/">Rathenower NPD-Chef soll Fußballfan geschlagen haben</a>, <a title="Permanent Link to Schönbohm: NPD in Brandenburg nicht kampagnenfähig" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/26/schonbohm-npd-in-brandenburg-nicht-kampagnenfahig/">Schönbohm: NPD in Brandenburg nicht kampagnenfähig</a></p>
<p><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/9396bed820df42678282fdf03a1e27fa" width="1" height="1" alt=""></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=17134&amp;md5=aa1a752bffce8488cbc466572d2e4bb9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Skandal&#8221;: NPD-Chef bezeichnet Owomoyela als Deutschen</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/02/26/skandal-npd-chef-bezeichnet-owomoyela-als-deutschen/</link>
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		<pubDate>Sat, 26 Feb 2011 13:14:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Serie &#8220;wenn das der Führer wüsste&#8221; führt der &#8220;Nationale Widerstand&#8221; derzeit eine besonders amüsante Episode auf: NPD-Chef Udo Voigt hat sich den Zorn der Blut-und-Boden-Fanatiker zugezogen! Das &#8220;System&#8221; hat Voigt offenbar gebrochen, denn vor Gericht bezeichnete der NPD-Chef den ehemaligen Nationalspieler Patrick Owomoyela als &#8220;echten Deutschen&#8221;. Die &#8220;Rassen&#8221;-Wächter ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>In der Serie &#8220;wenn das der Führer wüsste&#8221; führt der &#8220;Nationale Widerstand&#8221; derzeit eine besonders amüsante Episode auf: NPD-Chef Udo Voigt hat sich den Zorn der Blut-und-Boden-Fanatiker zugezogen! Das &#8220;System&#8221; hat Voigt offenbar gebrochen, denn vor Gericht bezeichnete der NPD-Chef den ehemaligen Nationalspieler Patrick Owomoyela als &#8220;echten Deutschen&#8221;. Die &#8220;Rassen&#8221;-Wächter toben in der virtuellen Welt.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Patrick Gensing</em></p>
<div id="attachment_13711" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/corel9.jpg"><img class="size-medium wp-image-13711" title="corel" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/corel9-300x216.jpg" alt="Theorie und Praxis: Die Eltern der deutschen Fußball-Nationalspieler schauen in einem DFB-Integrationsspot gemeinsam ein Spiel." width="300" height="216" /></a><p class="wp-caption-text">Theorie und Praxis: Die Eltern der deutschen Fußball-Nationalspieler schauen in einem DFB-Integrationsspot gemeinsam ein Spiel.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Owomoyela könne gar nicht Ziel der Kampagne gewesen sein, weil dieser &#8220;eine deutsche Mutter und damit deutsches Blut&#8221; habe, führte NPD-Chef Voigt vor dem Berliner Landgericht aus, um zu beweisen, dass er und seine Kameraden auf keinen Fall gegen schwarze Spieler hetzen wollten, als sie einen WM-Planer mit der Parole &#8220;Weiß, mehr als eine Trikotfarbe&#8221; herausgaben.</p>
<p style="text-align: justify;">Ein Erklärungsversuch, der vor dem Hintergrund des Rassismus mit System in der NPD wenig überzeugen dürfte. Aber auch die Voigtsche Rassenlehre kommt im &#8220;Nationalen Widerstand&#8221; nicht so gut an, so meldet sich auf Neonazi-Seiten der ehemalige NPD-Funktionär Eckart Bräuniger zu Wort und versucht, Voigts Aussagen zu interpretieren. Bräuniger setzt dabei auf folgende Erklärungen:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">1. Udo Voigt glaubt tatsächlich daran</p>
<p style="text-align: justify;">2. Man äußerte sich so, um Schaden von der Partei anzuwenden</p>
<p style="text-align: justify;">3. Udo Voigt äußerte sich so, weil er selbst gerade als Angeklagter vor Gericht steht</p>
<p style="text-align: justify;">Den letzten Punkt (Nr. 3), kann ich zweifelsohne persönlich verneinen. Ich kenne Udo Voigt lange genug, um zu meinen, daß er auch vor Gericht eine eigene, politische oder persönliche Meinung nicht derartig verleumden würde.</p>
<p style="text-align: justify;">Obwohl ihn das ehrt, bleibt die Betrachtung der Punkte eins und zwei zunächst offen.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Bräuniger will die Sache aber nicht offen lassen, sondern stellt unmissverständlich fest:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die NPD bekennt sich zum Abstammungsprinzip. Punkt!</p>
<p style="text-align: justify;">[Man beachte die kunstvolle Verknüpfung von Punkt und Ausrufezeichen, aber dies nur am Rande.]</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Bräuniger warnt davor, &#8220;durch den Vorsitzenden der Partei in öffentlicher Weise&#8221; zu versuchen, &#8220;das deutsche Identitätsgefühl mit derartig eigenen Worten zu definieren&#8221;. Sollte dies aber doch geschehen, müsse &#8220;man sich nicht wundern, wenn aus der Partei dagegen Widerstand erwächst&#8221;. Weiter spekuliert der Neonazi, Voigt hätte sich wohl nicht so geäußert, wäre  Ex-NPD-Vize Jürgen Rieger noch am Leben. Dann wiederholt Bräuniger das Gesagte noch mehrmals und warnt, &#8220;angesichts des drohenden Aussterbens unseres Volkes und der zusehenden Vermischung&#8221; würde ein Abrücken vom Blutsrecht &#8220;automatisch zu einem endgültigen und nicht mehr zu kittenden Bruch zwischen den Lagern führen&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch das Sturmgeschütz des völkischen Narrentums, Altermedia aus Stralsund, donnert gegen Voigt, wenn auch nur noch mit halber Kraft, da einer der mutmaßlichen Betreiber wegen anderer Delikte bereits im Knast sitzt. Und so müssen vermeintliche Kommentatoren nun das Hetzen übernehmen:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Aber “Deutsches Blut” bei dem Kreuzungsprodukt eines Negers mit einer wie Heidi Topmodel?<br />
Für RTL mag das angehen – aber politisch(?) wohl kaum</p>
<p style="text-align: justify;">Ja sicher, Voigt. Kannst auch eine Flasche besten Sekt ins Klo kippen und dann behaupten, die Brühe sei noch trinkbar.<br />
NPD – nur noch traurig.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Und:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die Deutschen sind nicht verantwortlich fuer die Rassenmischungsgesinnung seiner Mutter. Wir, die Deutschen, sollen nun ausbuegeln was seine Mutter ‘verbockt’ hat? Seh ich nicht ein.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Liebe Kollegen von extra 3 &#8211; bitte übernehmen Sie!</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2011/02/23/wm-planer-voigt-beier-und-schwerdt-erneut-vor-gericht/">WM-Planer: Rassismus mit Methode</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Nazis nicht stolz auf Deutschland&#8230;</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/02/23/nazis-nicht-stolz-auf-deutschland/</link>
		<comments>http://www.publikative.org/2011/02/23/nazis-nicht-stolz-auf-deutschland/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 08:39:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

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		<description><![CDATA[<iframe title="YouTube video player" width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/jmPIuX0AG_I" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe title="YouTube video player" width="560" height="349" src="http://www.youtube.com/embed/jmPIuX0AG_I" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>WM-Planer: Rassismus mit Methode</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Feb 2011 08:38:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Brandenburg]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

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		<description><![CDATA[Der rassistische NPD-WM-Planer war nicht der erste Ausfall von Neonazis gegen Fußballer - und auch nicht der letzte. Zunächst nahmen die Rassisten den heutigen Stürmer des FC St. Pauli, Gerald Asamoah, ins Visier und beleidigten ihn rassistisch. Die NPD versuchte ebenfalls immer wieder, den Fußball für ihre Ziele zu instrumentalisieren. Heute stehen drei NPD-Funktionäre in einem Berufungsverfahren in Berlin erneut vor Gericht, sie waren wegen der Veröffentlichung des WM-Planers im Jahr 2006 wegen Volksverhetzung verurteilt worden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Der rassistische NPD-WM-Planer war nicht der erste Ausfall von Neonazis gegen Fußballer &#8211; und auch nicht der letzte. Zunächst nahmen die Rassisten den heutigen Stürmer des FC St. Pauli, Gerald Asamoah, ins Visier und beleidigten ihn rassistisch. Die NPD versuchte ebenfalls immer wieder, den Fußball für ihre Ziele zu instrumentalisieren. Heute stehen drei NPD-Funktionäre in einem Berufungsverfahren in Berlin erneut vor Gericht, sie waren wegen der Veröffentlichung des WM-Planers im Jahr 2006 wegen Volksverhetzung verurteilt worden.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Patrick Gensing</em></p>
<p style="text-align: justify;">Vor dem Berliner Landgericht wird am 23. Februar 2011 die Berufung des NPD-Chefs Udo Voigt und zweier weiterer NPD-Funktionäre gegen eine Verurteilung wegen Volksverhetzung verhandelt. Im April 2009 hatte das Amtsgericht Tiergarten Voigt und zwei weitere Neonazis zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen und Geldstrafen verurteilt, weil sie in einem Flyer den deutschen Nationalspieler Patrick Owomoyela rassistisch beleidigt hatten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass in dem Flugblatt nicht-weiße Nationalspieler diskriminiert und verunglimpft wurden.</p>
<div id="attachment_11581" class="wp-caption alignleft" style="width: 217px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/npd_wm-planer.jpg"><img class="size-medium wp-image-11581" title="npd_wm-planer" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/npd_wm-planer-207x300.jpg" alt="Nationalismus statt völkischer Propaganda gegen die DFB-Elf - zur WM 2010 hielt sich die NPD für ihre Verhältnisse zurück." width="207" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Nationalismus statt völkischer Propaganda gegen die DFB-Elf - zur WM 2010 hielt sich die NPD für ihre Verhältnisse zurück.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Die NPDler argumentierten, sie hätten mit dem WM-Terminplaner das Finanzgebaren im Profifußball anprangern wollen &#8211; was angesichts weiterer Ausfälle von Neonazis gegen schwarze Fußballspieler wenig glaubwürig erscheint. Immerhin hatte der ebenfalls verurteilte NPD-Pressesprecher Klaus Beier den Nationalspieler Özil als &#8220;Plaste-Deutschen&#8221; beleidigt. Der DFB hatte Özil daraufhin öffentlich den Rücken gestärkt. “Wir sind stolz darauf, dass Mesut Özil deutscher Nationalspieler ist”, betonte DFB-Präsident Zwanziger. “Dies ist das Zeichen für das Deutschland, das sich der DFB wünscht – ein freies, tolerantes und selbstbewusstes Land, in dem kein Platz für nationalistisches Denken und Rassismus ist, wie es die Wirrköpfe der NPD zu verbreiten versuchen”.</p>
<p style="text-align: justify;">Beier hatte zudem im Juli 2009 ein Freundschaftsspiel mit Energie Cottbus in Storkow verhindert, da der Zweitligist nach Drohungen der NPD den Schwanz einzog und das Spiel für mehr Toleranz kurzerhand absagte. Gleichzeitig beklate sich Beier über die Instrumentalisierung des Fußballs.</p>
<p style="text-align: justify;">Rassistische Propaganda richteten Neonazis auch gegen den ehemaligen deutschen Nationalspieler und heutigen Stürmer des FC St. Pauli, Gerald Asamoah. Die Kampagne gegen den damaligen Nationalspieler könnte auch gut ein Vorbild für den NPD-WM-Planer gewesen sein. Das Motto der Neonazis vom “Schutzbund Deutschland” auf einem Plakat mit einer Abbildung von Asamoah lautete:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">“Nein Gerald, Du bist nicht Deutschland – Du bist BRD!?”</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Nach der Androhung juristischer Konsequenzen wurde das Foto Asamoahs durch wechselnde Karikaturen von ihm ersetzt. Der stumpfe Rassismus wurde in der Szene als Heldentat gefeiert.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch in NRW hatte die NPD im Sommer 2007 versucht, den Sport für sich zu instrumentalisieren und lauthals eine Spende für den klammen Traditionsverein SG Wattenscheid 09 angekündigt. Die Kameraden zogen die Spendierhosen an <a href="http://npd-blog.info/2007/07/11/nrw-npd-auf-abramovichs-spuren-ii/">und überwies der SG Wattenscheid 09 satte elf Euro</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit einer ähnlichen Parole wie im Fall Owomoyela trat Beier und seine NPD in Brandenburg im Jahr 2006 auf, als man <a href="http://npd-blog.info/2006/03/15/brandenburg-npd-drohung-war-nur-spas/">öffentlich gegen eine Veranstaltung droht</a>e, die den Neonazis nicht passte. Dabei ging es um ein Anti-Rassismus-Seminar für schwarze Jugendliche. Hinter der NPD-Veröffentlichung unter dem Motto “Die Weißen kommen!” stand ebenfalls NPD-Bundespressesprecher und Landeschef Beier. Dieser ließ der Ankündigung auch Taten folgen und rückte zu später Stunde mit Kameraden bei dem Seminar an. Die NPD Fürstenwalde hatte zuvor im Internet angekündigt, das Anti-Rassismus-Seminar “aufmerksam begleiten und besuchen” zu wollen.</p>
<div id="attachment_10932" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/beier_voigt-schwerdt_erfurt_010510.JPG"><img class="size-medium wp-image-10932" title="beier_voigt-schwerdt_erfurt_010510" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/beier_voigt-schwerdt_erfurt_010510-300x214.jpg" alt="Die NPD-Führungsriege mit Frank Schwerdt, Udo Voigt und Klaus Beier (von li. nach re.) auf einer Demonstration in Erfurt." width="300" height="214" /></a><p class="wp-caption-text">Die NPD-Führungsriege mit Frank Schwerdt, Udo Voigt und Klaus Beier (von li. nach re.) auf einer Demonstration in Erfurt.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Diese Veröffentlichung der NPD veranlasste die Betreiber der in einem Wald gelegenen Begegnungsstätte – in Absprache mit dem Landkreis – einen privaten Sicherheitsdienst mit dem Schutz des Gebäudes zu beauftragen. Zusätzlich sagte die Polizei zu, mindestens einmal stündlich Streife zu fahren, außerdem beobachteten Beamte in zivil die Umgebung.</p>
<p style="text-align: justify;">
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a title="Permanent Link to NRW: NPD auf Abramovich`s Spuren II." rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2007/07/11/nrw-npd-auf-abramovichs-spuren-ii/">NRW: NPD auf Abramovich`s Spuren</a>, <a title="Permanent Link to Lesetipps: Fußball, Heimatkult &amp; Rechtsextremismus" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/05/14/lesetipps-fusball-heimatkult-rechtsextremismus/">Lesetipps: Fußball, Heimatkult &amp; Rechtsextremismus</a>,  <a title="Permanent Link to “Die NPD-Sache hat mich sehr aufgebracht”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/05/09/die-npd-sache-hat-mich-sehr-aufgebracht/">Owomoyela: “Die NPD-Sache hat mich sehr aufgebracht”</a>, <a title="Permanent Link to “WM-Planer”: Bewährungsstrafe für NPD-Chef Voigt" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/04/24/wm-planer-bewahrungsstrafe-fur-npd-chef-voigt/"><span style="color: #d9560f;">“WM-Planer”: Bewährungsstrafe für NPD-Chef Voigt</span></a>, <a title="Permanent Link to WM 2006: Die Welt zu Gast bei Feinden?" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=203"><span style="color: #d9560f;">WM 2006: Die Welt zu Gast bei Feinden?</span></a>, <a title="Permanent Link to Brandenburg: NPD-Drohung “war nur Spaß”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2006/03/15/brandenburg-npd-drohung-war-nur-spas/">Brandenburg: NPD-Drohung “war nur Spaß”</a>, <a title="Permanent Link to Rathenower NPD-Chef soll Fußballfan geschlagen haben" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/05/06/rathenower-ex-npd-chef-soll-fusballfan-geschlagen-haben/">Rathenower NPD-Chef soll Fußballfan geschlagen haben</a>, <a title="Permanent Link to Schönbohm: NPD in Brandenburg nicht kampagnenfähig" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/26/schonbohm-npd-in-brandenburg-nicht-kampagnenfahig/">Schönbohm: NPD in Brandenburg nicht kampagnenfähig</a></p>
<p><img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/d54cc9bd8db640af9f67b3759eed7ba2" alt="" width="1" height="1" /></p>
</p> <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=16869&amp;md5=27d42687d163e9446435b2b2e298025b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>NaziLeaks: Sponsor des FC St. Pauli druckte NPD-Fyler</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/02/19/tauschung-sponsor-des-fc-st-pauli-druckte-npd-flugblatter/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Feb 2011 13:16:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[NaziLeaks]]></category>
		<category><![CDATA[Niedersachsen]]></category>
		<category><![CDATA[FC St. Pauli]]></category>
		<category><![CDATA[Flyeralarm]]></category>
		<category><![CDATA[NaziLeak]]></category>
		<category><![CDATA[nazileaks]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>

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		<description><![CDATA[Für Aufregung in der Fan-Szene des FC St. Pauli haben die internen E-Mails der NPD gesorgt. Ein Mail-Verkehr des Landesverbands Niedersachsen zeigt, dass die Neonazi-Partei Flugblätter bei der Firma "Flyeralarm" gedruckt hatte. Diese ist ein Sponsor des FC St. Pauli, dementsprechend irritiert reagierte die als antifaschistisch bekannte Fan-Szene der neuen Nummer 1 im Hamburger Fußball. Doch Flyeralarm kann glaubwürdig darlegen, dass es sich um ein Versehen handelte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Für Aufregung in der Fan-Szene des FC St. Pauli haben die internen E-Mails der NPD gesorgt. Ein Mail-Verkehr des Landesverbands Niedersachsen zeigt, dass die Neonazi-Partei Flugblätter bei der Firma &#8220;Flyeralarm&#8221; gedruckt hatte. Diese ist ein Sponsor des FC St. Pauli, dementsprechend irritiert reagierte die als antifaschistisch bekannte Fan-Szene der neuen Nummer 1 im Hamburger Fußball. Doch Flyeralarm kann glaubwürdig darlegen, dass es sich um ein Versehen handelte.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Patrick Gensing</em></p>
<p style="text-align: justify;">Das Unternehmen reagierte mit einer klaren Positionierung: Es räumte auf Anfrage des Autors die Kooperation mit der NPD im Jahr 2009 ein und sprach von einer Täuschung: Einem Unterverband der NPD sei es leider gelungen, eine Bestellung über <a href="http://www.flyeralarm.com/de/" target="_blank">Flyeralarm</a> in Auftrag zu geben. Bei der Anmeldung sei eine &#8220;unverfängliche private E-Mail-Adresse angegeben&#8221; worden, woraufhin Flyeralarm den Auftrag ausgeführt habe. &#8220;Das bedauern wir sehr&#8221;, versicherte das Unternehmen. &#8220;Der demokratiefeindliche Hintergrund des Auftraggebers ist uns zu spät aufgefallen. Wir distanzieren uns aufs Schärfste von den Zielen der NPD.&#8221;</p>
<div id="attachment_16801" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/02/fcspgegenrechts.jpg"><img class="size-medium wp-image-16801" title="fcspgegenrechts" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/02/fcspgegenrechts-300x300.jpg" alt="Seit Ende der 1980er ein Verkaufsrenner in Hamburg: Der Aufkleber &quot;St. Pauli-Fans gegen Rechts&quot;" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Seit Ende der 1980er ein Verkaufsrenner in Hamburg: Der Aufkleber &quot;St. Pauli-Fans gegen Rechts&quot;</p></div>
<p style="text-align: justify;">Diese Aussage erscheint höchst glaubwürdig. Denn wie aus den internen E-Mails der NPD hervorgeht, versuchte die NPD in Sachsen-Anhalt im Oktober 2010 für ihren Wahlkampf erneut die Dienste von Flyeralarm in Anspruch zu nehmen. Erfolglos. So schrieb Flyeralarm an den NPD-Spitzenkandidaten Matthias Heyer, man habe bereits im September 2009 der NPD schriftlich mitgeteilt, dass man keine Aufträge der Partei ausführe. Dies gelte auch für sämtliche Unterverbände. Das Unternehmen forderte Heyder auf, von weiteren Anfragen Abstand zu nehmen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>&#8220;Offenes Unternehmen&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die NPD suchte danach nach einer neuen Druckerei, da sich bei Flyeralarm eine &#8220;überfremdete Belegschaft&#8221; gegen eine Kooperation mit der NPD ausgesprochen hatte. Was für Kleingeister eine Beschimpfung, ist für Flyeralarm ein Kompliment: Das Unternehmen sei &#8220;ein junges und offenes Unternehmen, in dem viele Mitarbeiter sehr vieler Nationen einen gesicherten Arbeitsplatz gefunden haben&#8221;, schreibt Flyeralarm in der Antwort auf die Anfrage zu dem Vorgang. &#8220;Wir lehnen jegliches rassistische Gedankengut grundlegend ab. Gemeinsam mit unseren über 1.000 Mitarbeitern haben wir Standpunkt e.V. ins Leben gerufen, einen Verein, mit dem wir soziale Projekte in ganz Europa unterstützen.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Wie aus den NPD-Mails zudem hervorgeht, weigerte sich auch &#8220;diedruckerei.de&#8221;, Aufträge der Neonazi-Partei auszuführen. Dieses verantwortungsbewusste Handeln von Unternehmen behindert die NPD eindeutig dabei, ihre Propaganda zu verbreiten.</p>
<p style="text-align: justify;">Alle Meldungen zu <a href="http://npd-blog.info/category/nazileaks/">NaziLeaks</a>.</p>
<p><script type="text/javascript">// <![CDATA[
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<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/eae6157a2b924e6fbec94e1ea5509861" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=16800&amp;md5=41b235d55c5a5c7a0f4c16a3ac29fa55" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>&#8220;Verein(t) gegen Rechtsextremismus&#8221;</title>
		<link>http://www.publikative.org/2010/11/22/vereint-gegen-rechtsextremismus/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Nov 2010 07:56:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 18. Januar 2011 findet nach Angaben des Innenministeriums die Auftaktveranstaltung zur Umsetzung von &#8220;Verein(t) gegen Rechtsextremismus &#8211; Handlungskonzept von Sport und Politik zur Förderung von Toleranz, Respekt und Achtung der Menschenwürde&#8221; in Berlin statt. Rechtsextremismus sei ein gesamtgesellschaftliches Problem und mache deshalb auch vor dem organisierten Sport nicht Haltm ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Am 18. Januar 2011 findet nach Angaben des Innenministeriums die Auftaktveranstaltung zur Umsetzung von &#8220;Verein(t) gegen Rechtsextremismus &#8211; Handlungskonzept von Sport und Politik zur Förderung von Toleranz, Respekt und Achtung der Menschenwürde&#8221; in Berlin statt. Rechtsextremismus sei ein gesamtgesellschaftliches Problem und mache deshalb auch vor dem organisierten Sport nicht Haltm heißt es in einer Mitteilung. Und weiter: &#8220;Rechtsextreme verbreiten menschenverachtenden Parolen bei Sportveranstaltungen, gründen eigene Vereine, organisieren Sportfreizeiten, oder werden ehrenamtlich in Sportvereinen tätig, wo sie auch Kinder und Jugendliche trainieren. Oftmals ist es für Sportvereine schwierig, die rechtsextremistische Einflussnahme zu erkennen oder dagegen vorzugehen.&#8221;</p>
<p style="text-align: justify;">Entschiedenes Einschreiten sei dringend geboten, auch im ureigenen Interesse des Sports. Deshalb haben das Bundesministerium des Innern, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die Deutsche Sportjugend (dsj), sowie der Deutsche Fußballbund (DFB) gemeinsam ein Konzept mit Handlungsempfehlungen erarbeitet. Ziel ist, Sportvereine zu sensibilisieren, zum Handeln zu motivieren und sie dabei zu unterstützen, gegen Rechtsextremismus vorzubeugen und vorzugehen.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Lesetipp: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/06/27/theweleit-200/">Wer nur eine Heimat kennt, ist verdammt, blöd zu bleiben</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Um hierüber mit den Akteuren vor Ort ins Gespräch zu kommen, laden DOSB, dsj, DFB, BMI, BMFSFJ und BpB Sportvereine, sowie Institutionen und Personen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren, zu einer Veranstaltung nach Berlin ein. Diese findet am 18. Januar 2011 im Umweltforum Auferstehungskirche in Berlin statt. Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist ab sofort online <a href="http://www.bmi.bund.de/DE/Themen/PolitikGesellschaft/Sport/Veranstaltungen/Toleranz/toleranz.html" target="_blank">hier</a> möglich.</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/11/12/nordhausen-rechtsextreme-hooligans-on-tour/">Nordhausen: Rechtsextreme Hooligans on Tour</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/09/30/jugendliche-nach-angriff-auf-turkiyemspor-kicker-vor-gericht/">Jugendliche nach Angriff auf Türkiyemspor-Kicker vor Gericht</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/09/20/hansa-rostock-unterstutzt-kampagne-kein-ort-fur-neonazis/">Hansa Rostock unterstützt Kampagne “Kein Ort für Neonazis”</a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=15231&amp;md5=e9d5bc7aa7627c0d05d14e780f9a2a3b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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