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	<title>Publikative.org &#187; Literatur zum Thema</title>
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		<title>Muße ist eine Haltung</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 19:37:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir sind Gejagte. Getrieben vom Druck der Arbeit, vom Zwang Optionen zu sammeln und vom Anspruch ununterbrochen erreichbar zu sein, rasen wir durch die Zeit. Was sind die Ursachen für diese spürbare Beschleunigung? Wie kann man dem Teufelskreis der Zeitnot entkommen? Diese Fragen stellt sich auch der mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftsredakteur Ulrich Schnabel in seinem Buch “Muße: Vom Glück des Nichtstuns“. Darin plädiert er für den Müßiggang und die Aufwertung der scheinbar leeren Zeit. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Wir sind Gejagte. Getrieben vom Druck der Arbeit, vom Zwang Optionen zu sammeln und vom Anspruch ununterbrochen erreichbar zu sein, rasen wir durch die Zeit. Was sind die Ursachen für diese spürbare Beschleunigung? Wie kann man dem Teufelskreis der Zeitnot entkommen? Diese Fragen stellt sich auch der mehrfach ausgezeichnete Wissenschaftsredakteur Ulrich Schnabel in seinem Buch “Muße: Vom Glück des Nichtstuns“. Darin plädiert er für den Müßiggang und die Aufwertung der scheinbar leeren Zeit.</strong> </p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Julia Kubon</em> </p>
<p style="text-align: justify;">Ein riesiges Angebot von Zerstreuungsmöglichkeiten und andauernden Ablenkungen hält uns davon ab, zum Wesentlichen vorzudringen. Deshalb haben wir das Gefühl ständig hintendran zu sein bzw. nicht Schritt halten zu können. Auch Zeitmanagement und technischer Fortschritt können dieses Problem nicht lösen, denn mit der gewonnenen Zeit wachsen gleichzeitig auch Anforderungen und Ansprüche. Fortwährend sind wir auf der Suche nach Verbesserungen.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_23302" class="wp-caption aligncenter" style="width: 727px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/02/Zeit_für_Muße.jpg"><img class=" wp-image-23302 " title="Der Traum vom süßen Nichtstun" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/02/Zeit_für_Muße-1024x768.jpg" alt="Der Traum vom süßen Nichtstun (Foto: Stefan Kubon)" width="717" height="538" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Der Traum vom süßen Nichtstun (Foto: Stefan Kubon)</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;"> </p>
<p style="text-align: justify;">Wollen wir den Stress reduzieren, müssen wir die Kontrolle über unsere Zeit zurückgewinnen und auf immer neue Möglichkeiten und Alternativen verzichten lernen. Da wir der Informationsflut jedoch nicht gänzlich entkommen können, so Schnabels These, müssen wir einen souveränen Umgang mit ihr lernen. Dieser Umgang besteht in schrittweiser Selbstkontrolle und ausreichenden Ruhepausen. Doch ist Müßiggang in unserer Leistungsgesellschaft überhaupt noch möglich? </p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Müßiggänger sind nicht gern gesehen</strong> </p>
<p style="text-align: justify;">Zugegeben: Als Müßiggänger hat man es schwer. In unserer Gesellschaft wird die Aktivität zelebriert, zum Teil auch nur um ihrer selbst willen. In solch einer Umgebung kann man nicht auf Anerkennung fürs Nichtstun hoffen. Schnabel schlägt deshalb erste kleine Schritte vor, um der Muße ein bisschen näher zu kommen. Hat man nämlich verstanden, was Muße nicht ist und wie sie nicht funktioniert, ist das schon ein guter Anfang. Wer also glaubt, Muße lässt sich einfach konsumieren oder erfordert außergewöhnliche Erlebnisse und besondere Auszeiten, der muss erst einmal umdenken. </p>
<p style="text-align: justify;">Muße ist eine Haltung, die nicht vom Ort oder dem Zeitaufwand abhängig ist. Die Sozialwissenschaftlerin Helga Nowtony hat es so formuliert: “Muße ist die Übereinstimmung zwischen mir und dem, worauf es in meinem Leben ankommt.“ </p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Muße lohnt sich – der Beweis</strong><strong> </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch empirische Studien interessieren sich für das süße Nichtstun und stellen fest: Tiefer Schlaf, Nickerchen, Faulenzen und Meditieren, all dies steigert das Wohlbefinden, fördert die Kreativität und verbessert die Leistungskraft. Es ist also wissenschaftlich erwiesen, dass man schöpferische Pausen braucht, um sich auf sich selbst zu besinnen und wirklich neue Ideen zu entwickeln. Mit diesen Ergebnissen stützt Schnabel seine These, dass Muße auch einen messbaren Wert besitzt. </p>
<p style="text-align: justify;">Diese von Nützlichkeitsüberlegungen getragene Argumentationsweise auf eine Tätigkeit anzuwenden, die ihren Wert ja gerade in sich selbst trägt, erscheint absurd. Doch Schnabel macht klar, dass er sich hier ausdrücklich an alle Akteure der Leistungsgesellschaft wendet, die das Effektivitätsprinzip schon zutiefst verinnerlicht haben. Ihnen will er die Muße schmackhaft machen, indem er aufzeigt: Sie ist selbst sinnvoll wenn man den Maßstab der modernen Leistungsgesellschaft anlegt.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch ein Patentrezept, wie man die Muße für seine Zwecke nutzt, das will Schnabel deutlich machen, gibt es nicht. So lässt er Prominente aus Sport, Kunst und Wirtschaft in der “Galerie der Müßiggänger“ zu Wort kommen. Sie erklären, welche Bedeutung die Muße für sie ganz persönlich hat und wie ihr Erfolg auch aus ausreichenden Ruhepausen resultiert. </p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Todesangst der Beschleunigungsgesellschaft</strong> </p>
<p style="text-align: justify;">Die besondere Stärke des Buchs ist, dass Schnabel sich nicht darauf beschränkt, eine Bestandsaufnahme und gute Ratschläge zu liefern. In diesem Sinne begibt er sich auf die Suche nach den tieferen Ursachen, weshalb wir heute in einer Beschleunigungsgesellschaft leben. Neben historischen Entwicklungen, wissenschaftlichem Fortschritt und wirtschaftlichem Denken identifiziert er die Angst vor dem Tod als weitere Ursache. Das Leben ist sozusagen unsere letzte Chance:</p>
<blockquote><p>“Denn wer die Aussicht auf Fortsetzung im Jenseits verloren hat, dem bleibt nur eine Hoffnung auf das Paradies – er muss es hier und heute verwirklichen.“ </p></blockquote>
<p style="text-align: justify;">Leider verzichtet Schnabel darauf, diese existenzielle Feststellung zu vertiefen. Doch dafür präsentiert der Autor dem Leser noch viele andere interessante Ergebnisse. </p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Ein Buch, das zur Muße einlädt</strong> </p>
<p style="text-align: justify;">Nach Schnabel sind wir erst bei der Muße angekommen, wenn wir ruhen und uns von ihr einholen lassen. Das Glück des Nichtstuns besteht also darin, zu erkennen, dass wir die ständige Jagd nicht mehr nötig haben: “Muße ist ( …) einerseits die Voraussetzung für jegliche Transzendenzerfahrung und andererseits bereits Teil dieser Erfahrung selbst“.</p>
<p style="text-align: justify;">Es erscheint eher fraglich, ob die Umsetzung dieser und anderer Weisheiten mit den eher simpel gestalteten, in der Regel bereits bekannten Ratschlägen möglich ist. Doch nicht zuletzt der gut verständliche Stil, die zahlreichen Anekdoten und die anschaulichen Beispiele sorgen für vergnügliche Stunden beim Lesen – und ehe man sich versieht, ertappt man sich zufrieden beim Müßiggang.</p>
<p><em>Ulrich Schnabel: Muße: Vom Glück des Nichtstuns, Karl Blessing Verlag, München 2010, 288 Seiten, 19,95 Euro.</em></p>
<p><iframe style="width: 120px; height: 240px;" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=389667434X&amp;ref=tf_til&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://www.publikative.org/2011/12/28/das-ausgebrannte-volk/" rel="bookmark">Das ausgebrannte Volk</a></p>
<p style="text-align: justify;"> </p>
<p style="text-align: justify;"><img src="http://vg09.met.vgwort.de/na/4b407e7089e14bf9968c9d99daacfc77" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=23301&amp;md5=5804b05db51e60601fdff421fde9c768" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Höllenfahrt im Wallfahrtsort</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 08:16:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Reiseschriftsteller Andreas Altmann wirft in seiner Autobiographie “Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ einen schonungslosen Blick auf die Abgründe der bundesdeutschen Gesellschaft der 50er und 60er Jahre. In dieser Zeit gehörten Prügelstrafen in der Schule und der Familie zur Alltagserfahrung von Kindern und Jugendlichen. Allerdings übertrifft das, was Altmann an körperlicher Gewalt durch seinen Vater erleiden musste, die damals übliche Brutalität noch bei weitem.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Der Reiseschriftsteller Andreas Altmann wirft in seiner Autobiographie “Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend“ einen schonungslosen Blick auf die Abgründe der bundesdeutschen Gesellschaft der 50er und 60er Jahre. In dieser Zeit gehörten Prügelstrafen in der Schule und der Familie zur Alltagserfahrung von Kindern und Jugendlichen. Allerdings übertrifft das, was Altmann an körperlicher Gewalt durch seinen Vater erleiden musste, die damals übliche Brutalität noch bei weitem.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Stefan Kubon</em></p>
<p style="text-align: justify;">Es soll ja immer noch Leute geben, die ernsthaft glauben, die soziale Ordnung der frühen Bundesrepublik sei im Wesentlichen eine heile Welt gewesen. Dass dem nicht so war, verdeutlicht Andreas Altmann mit seinem Buch recht drastisch. Altmann, Jahrgang 1949, erzählt von seiner Jugend im oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting. Dem vermeintlich verheißungsvollen Ort zum Trotz gleichen die Jugendjahre des Autors einer Höllenfahrt. In erster Linie liegt das daran: Altmann senior ist ein extrem gewalttätiger Zeitgenosse. Das besonders Perfide dabei: Der Haustyrann tritt in der Dorfgemeinschaft als christlicher Biedermann auf. Passenderweise betreibt er einen Devotionalienhandel für die zahlreichen christlich gestimmten Besucher des Ortes.</p>
<p><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/01/519ooW4BBYL__BO2204203200_PIsitb-sticker-arrow-clickTopRight35-76_AA300_SH20_AA278_PIkin4BottomRight-5422_AA300_SH20_OU03_.jpg"><img class="size-full wp-image-22872 alignleft" title="altmann" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2012/01/519ooW4BBYL__BO2204203200_PIsitb-sticker-arrow-clickTopRight35-76_AA300_SH20_AA278_PIkin4BottomRight-5422_AA300_SH20_OU03_.jpg" alt=" " width="300" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Altmann erduldet die Gewalttätigkeiten seines Vaters zumeist stoisch, wobei er in seinem Innersten stets an einer widerständigen Haltung festhält. Von den übrigen Familienmitgliedern kann er keine Hilfe erwarten, denn auch sie ducken sich unter der Knute des brutalen Patriarchen. Die Idee, die Dorfgemeinschaft um Hilfe zu bitten, verwirft Altmann aufgrund folgender Überlegungen: Würde man ihm die Anschuldigungen gegen seinen angesehenen Vater denn glauben? Würde ein gescheiterter Befreiungsversuch in der Folge nicht noch zu verschärften Gewaltattacken führen? Aus heutiger Sicht kann man sagen: Da die damaligen staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen grundsätzlich auch auf körperliche Gewalt setzten, um eine potentiell rebellische Jugend im Zaum zu halten, wäre es für Altmann in der Tat recht schwer geworden, nachzuweisen, dass seine Form der familiären Gewalterfahrung den damals üblichen Rahmen deutlich sprengte.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wahnsinn mit Methode</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Für den Leser ist es oftmals schwer zu ertragen, den Wahnsinn im Hause Altmann in immer neuen Varianten vor Augen geführt zu bekommen. Konkret: Weil Altmanns Vater trotz seines florierenden Devotionalienhandels ein besonders ambitionierter Geizhals ist, kommt es eher selten vor, dass der Autor in seiner Jugend einmal einen Tag ohne Hungergefühle verbringen kann. Noch konkreter: Da der gewalttätige Psychopath die Arbeitskraft des Sohnemanns skrupellos ausbeutet, ist dieser zumeist zu erschöpft, um im notwendigen Umfang für die Schule lernen zu können. Schlechte Noten sind die Folge. Darauf reagiert Altmann senior mit zusätzlichen Prügeloffensiven. Zudem werden die allgemeinen Arbeits- und Lebensbedingungen weiter verschärft. So bleibt noch weniger Zeit zum Lernen. Noch schlechtere Noten sind das Ergebnis. Die drakonischen Strafen werden erneut verschärft. Ein Teufelskreis!</p>
<p style="text-align: justify;">Irgendwann wird es der Mutter zu viel: Sie flieht aus dem Gewaltinferno. Leider fehlt ihr die Kraft dazu, auch ihre Kinder aus den Klauen des Berserkers zu befreien. Gründe für die Machtlosigkeit der Mutter? Sicherlich viele, Altmann hebt den folgenden besonders hervor: Seine Mutter hatte das repressive christliche Glaubensverständnis der damaligen Zeit sehr stark verinnerlicht. Nach diesem autoritären Religionsverständnis soll es besonders gottgefällig sein, qualvolle Zustände als schicksalhaft anzuerkennen und diese demütig zu erdulden. Eine offene Kampfansage gegen die Verursacher solcher Zustände käme einer zutiefst sündhaften Rebellion gegen den angeblich göttlichen Willen einer leidvollen und hierarchisch strukturierten Welt gleich.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Licht am Ende des Tunnels</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Als 18-jähriger ist der Geschundene schließlich körperlich stark genug &#8211; endlich kann er seinem Vater im Faustkampf Paroli bieten. Nach einem finalen Schlagabtausch verlässt Altmann das väterliche Anwesen. Danach dauert es fast zwei Jahrzehnte bis er sein inneres Gleichgewicht findet. In beruflicher Hinsicht irrt Altmann zunächst mehr oder weniger orientierungslos umher. Um sein Jugendtrauma zu überwinden, probiert er unzählige psychotherapeutische Behandlungsmethoden aus (darunter auch die berühmt-berüchtigte Urschreitherapie). Mit Ende 30 findet Altmann schließlich zu sich selbst, indem er seine Fähigkeit entdeckt, Reisereportagen zu schreiben. Seitdem ist er als Schriftsteller ein gefragter Mann.</p>
<p style="text-align: justify;">Altmann grübelt immer wieder darüber nach, warum sein Vater zu solch einem Scheusal geworden ist. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass sich dies wohl vor allem durch die traumatischen Erlebnisse erklären lässt, die sein Vater im Zweiten Weltkrieg hatte. Tatsächlich kämpfte er an der besonders gefürchteten Ostfront. Da Altmann seinen Vater nicht nur als Täter, sondern auch als Opfer sieht, gelingt es ihm zumindest nach dessen Tod, eine Art Frieden mit ihm zu schließen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Letztlich doch noch Glück gehabt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dass der Autor sein Leben noch in den Griff bekommen hat, betrachtet er nicht als persönlichen Verdienst. Vielmehr begreift Altmann dies als eine glückliche Fügung. Mit solch bescheidenen Aussagen steht der Autor quer zum aktuell herrschenden Zeitgeist, der ja mit der dummdreisten propagandistischen Parole “Eigenverantwortung!“ jedem noch so Gebeutelten einreden möchte, er sei seines eigenen Glückes Schmied. Dass sich Altmann trotz seines schriftstellerischen Erfolges diesem Zeitgeist der Ignoranz versagt, verdient besonderen Respekt.</p>
<p style="text-align: justify;">Zweifelsohne hat man es hier mit einem in vielerlei Hinsicht lesenswerten Buch zu tun. Wobei der Wert als Quelle für die Geschichtsschreibung besonders zu betonen ist. Vor allem lässt sich durch diese Autobiographie die reaktionäre Behauptung widerlegen, die frühen Jahre der Bundesrepublik seien hinsichtlich des Familienlebens und der Kindererziehung eine heile Welt gewesen. Die mitunter recht derbe Wortwahl des Autors ist sicherlich Geschmacksache, doch angesichts des Erlebten wirkt sie nachvollziehbar.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Andreas Altmann: Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend, Piper Verlag, München 2011, 256 Seiten, 19,99 Euro.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><iframe style="width: 120px; height: 240px;" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=B005K8L7NQ&amp;ref=qf_sp_asin_til&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p><img src="http://vg01.met.vgwort.de/na/567838bf325c4f4c9901e0246a44dc76" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=22866&amp;md5=a3f30a472b809d4961c81f063059a90f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Parteien wirken als Verstärker für Führungseliten&#8221;</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/12/31/parteien-wirken-als-verstarker-fur-fuhrungseliten/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 09:53:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Extremismus-Theorie]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Jüngst ist das Buch „Bürgermacht. Eine Streitschrift für mehr Partizipation“ von Prof. Dr. Roland Roth erschienen. Im Interview mit Mut gegen rechte Gewalt spricht Roth über die Macht der Parteien, Demokratie im ländlichen Raum und autoritäre Staatlichkeit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Jüngst ist das Buch „Bürgermacht. Eine Streitschrift für mehr Partizipation“ von Prof. Dr. Roland Roth erschienen. Im Interview mit Mut gegen rechte Gewalt spricht Roth über die Macht der Parteien, Demokratie im ländlichen Raum und autoritäre Staatlichkeit.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Mut: Ihr Buch „Bürgermacht“ erschien kurz nach den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Wahlbeteiligung lag bei historisch niedrigen 51,1 Prozent. Hat das etwas mit der ländlichen Struktur des Flächenlandes Mecklenburg-Vorpommern zu tun?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Roth: Es ist so, dass die Wahlbeteiligung in Ostdeutschland in der Regel niedriger ist. Es gab sogar Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt mit einer Beteiligung von unter 40 Prozent. Das liegt daran, dass die üblichen politischen Strukturen, besonders die Parteien, nicht so verankert sind. Die Linkspartei bildet regional eine Ausnahme, hat aber auch Probleme mit fehlendem Nachwuchs. In dieser Situation können Rechtsextreme besser punkten. Wählerinnen und Wähler lassen sich viel leichter rüberziehen. Das zeigte sich an dem Wahlergebnis der DVU 1998 in Sachsen-Anhalt, als sie bei den unter 30-Jährigen stärkste Partei werden konnte. Was nicht heißt, dass diese Parteien dann in ihrer parlamentarischen Arbeit überzeugen. Doch dieses Phänomen lässt sich nicht nur auf Ostdeutschland beschränken. Die Wahlbeteiligung ist seit den 1970er Jahren auch im Westenrückläufig. Auch die Volksparteien repräsentieren nur noch kleiner werdende Teile der Bevölkerung. Ihr Mitgliederschwund wird nicht durch neue kleinere Parteien aufgefangen. Insgesamt hat die Strahlkraft der repräsentativen Strukturen nachgelassen – sie sind nicht mehr so attraktiv wie vor einigen Jahrzehnten. Aber das demokratische politische Engagement ist nicht rückläufig, sondern es hat sich &#8211; so meine These &#8211; nur verlagert. In Ost- und Westdeutschland geht es um mehr direkte Beteiligung, in Bürgerinitiativen, Bürgerentscheiden und ähnliches.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sie schreiben in ihrem Buch auch, dass die Regierungspraxis Tendenzen einer autoritären Staatlichkeit aufweist, was sich zum Beispiel durch die „Demokratieerklärung“ äußere. Sind das zwei Seiten einer Medaille?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">So ist es. Parteien sollen der Idee nach für die Willensbildung von unten nach oben sorgen und sind laut Grundgesetz der innerparteilichen Demokratie verpflichtet. Wer heute in eine Partei eintritt macht häufig die Erfahrung, dass kleine Führungsgruppen von oben nach unten bestimmen. Parteien wirken heute als Verstärker für kleine Führungseliten. Beispielhaft dafür war die mediale Begeisterung für die „Basta-Politik“ von Gerhard Schröder. Von den Medien wurde er bewundert, weil er seine Politikvorstellungen gegen Mehrheiten in der eigenen Partei und in der Gesellschaft durchsetzen konnte. Ich beziehe mich deshalb auch häufig auf Colin Crouchs Begriff der „Postdemokratie“. Für sie ist unter anderem kennzeichnend, dass wichtige Entscheidungen nicht demokratisch, sondern von einflussreichen Zirkeln in Hinterzimmern ausgehandelt werden. Der Umgang mit der aktuellen Finanz- und Schuldenkrise belegt diese Tendenz eindrucksvoll. So musste bei uns selbst die Parlamentsbeteiligung vor dem Bundesverfassungsgericht eingeklagt werden. Wenn ein griechischer Ministerpräsident auch noch auf die Idee kommt, das Volk selbst über die radikalen Sparauflagen abstimmen zu lassen, geht ein Aufschrei durch die politische Landschaft und er muss abtreten. Generell werden immer wieder Entscheidungszwänge suggeriert, die dann nur noch exekutiert werden können, anstatt einmal über diese vermeintlichen Zwänge – etwa durch die Finanzmärkte &#8211; selbst öffentlich zu diskutieren und abzustimmen. Aber auch der politische Normalbetrieb funktioniert einfach nicht mehr überzeugend. Wir erleben einen demokratischen Substanzverlust, der Wasser auf die Mühlen von rechtspopulistischen Gruppierungen liefert. Ihr Argument: „Seht Ihr, eigentlich haben wir keine Demokratie und Ihr habt ja keinen Einfluss.“ Es ist kein Zufall, dass sieaktuell in vielen europäischen Ländern so erfolgreich sind.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie kann man sich, gerade auch im ländlichen Raum, dieser Trends erwehren? Vielleicht auch, wenn eine aktive Zivilgesellschaft fehlt? Wie kann man Menschen aktivieren, dagegen vorzugehen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die Probleme im ländlichen Raum sind kein Naturereignis, sondern nicht zuletzt die Kehrseite einer Metropolenpolitik bzw. der Orientierung an regionalen Wachstumskernen. Die Verfassungsnorm der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet (Artikel 72) spielt kaum noch eine Rolle. Vielmehr werden wachsende Ungleichheiten in Kauf genommen, um in einigen wenigen Regionen ökonomische Wachstumsimpulse geben zu können. Außerdem es fehlt vor Ort oft an politischen Akteuren, die dagegen halten. Das liegt auch an der DDR-Geschichte. Die eigensinnige bürgerschaftliche Beteiligung galt als bourgeois und wurde in Nischen abgedrängt. Die kommunale Ebene wurde früh entmachtet und bekam erst mit den gefälschten Kommunalwahlen neue Aufmerksamkeit. Somit ist bürgerschaftliche Beteiligung weitgehend traditionslos. Nur an wenigen Orten konnten die runden Tische der Wendezeit eine neue Tradition begründen. Da ist es schwer, wieder etwas aufzubauen. Ich habe aber auch meine Zweifel, ob die Landesregierungen daran ein gesteigertes Interesse haben. Ein Beispiel dafür ist die zunächst gescheiterte Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern. Die neuen Kreise sind nach Verwaltungsrationalität und nicht nach Beteiligungsmöglichkeiten aufgebaut. Sie sind so groß, dass auch Partizipation drastisch erschwert ist. Dies begünstigt folgende Entwicklung: Die Politik wandert ab, kümmert sich nicht und die Ortsbürger machen die Erfahrung, dass sie selbst nichts mehr zu sagen haben. Die regionalen Wahlerfolge der NPD in Mecklenburg-Vorpommern zeigen aber, dass auch in vernachlässigten Regionen Politik gemacht werden kann. Die NPD inszeniert sich zum Beispiel als „Kümmerer“ und baut eine eigene Jugendkultur auf. Warum können die anderen Parteien das nicht? Sicherlich mit anderen Zielen und in anderer Form als die NPD. Die finanziellen Mittel haben sie. Sie müssen aktiv auftreten und Politik machen. Dafür gibt es sicherlich kein Zauberrezept. Dagegen-Sein allein reicht nicht, vielmehr braucht es Perspektiven für die Menschen. Mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort muss gemeinsam über die regionale Entwicklung nachgedacht werden. Das wäre ein erster demokratischer Impuls und für den braucht es einen alternativen politischen Raum. Anstatt arrogant zu sagen: „Ok, Ihr seid abgehängt und niemand interessiert sich für Euch. Aber benehmt Euch bitte.“ Zumindest erscheint mir die Stimmung häufig so.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie könnte dieser „alternative politische Raum“ aussehen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Kurz gesagt: Mehr Demokratie wagen. Vor allem mehr Alltagsdemokratie. In der Schule, im Betrieb und in der Kommune. Menschen müssen Selbstgestaltung und Mitwirkung erleben. Das wurde den Menschen in solchen Landstrichen bisher nie zugebilligt. Das Schulsystem ist an vielen Stellen immer noch autoritär, anstatt auf Partizipation zu bauen. Und der einzige Akt der Selbstbestimmung im ländlichen Raum scheint am ehesten noch die Entscheidung zum Umzug in eine große Stadt zu sein. Das Gegenteil von dem, was heute passiert, müsste eigentlich getan werden. Nicht aufgrund sinkender Bevölkerungszahlen Bildungs- und Kultureinrichtungen schließen, sondern umkehrt. Noch mehr aufbauen. Das hört sich utopisch an, aber Politik muss nicht immer trendverstärkend sein.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wie kann ein zivilgesellschaftlicher Akteur da ansetzen? Vor allem auch ohne das Ressentiment gegen „die da oben“ zu bedienen?</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Es gibt ja gemeinsame Interessen vor Ort – gerade auch in der Freizeitgestaltung. So ärgerlich es ist, aber das macht ja auch die NPD. Eine gute Idee sind zum Beispiel Mobilitätsinitiativen. Das ist ja ein zentrales Problem im ländlichen Raum: Wie komme ich mit anderen Menschen zusammen. Das kann man gemeinsam organisieren. Wichtig sind zudem die Jugend- und Musikkultur. Ich erinnere mich an ein altes Bahnhofsgebäude in Sachsen-Anhalt, in dem Jugendliche eigene Proberäume haben und Musik aufnehmen können. Wenn nichts los ist, muss man selbst etwas anfangen. Da hilft es auch nicht, mal eine Band aus der großen Stadt zu holen. Es braucht eine Struktur für die Jugendlichen vor Ort. Angebote müssen entwickelt und dann in sie investiert werden. Das ist sicherlich keine flächendeckende Strategie, aber eine Möglichkeit gegen Ödnis und Langeweile anzukommen. Man muss ein bisschen wie ein Animateur sein und dabei die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen vor Ort einbinden. Das darf auch nicht aufgesetzt sein à la jetzt kommt mal wieder jemand aus der Stadt und erklärt, wie es so läuft. Alle Aktivitäten sollten das Vertrauen in die eigene Kraft erhöhen. Und Mangel an leerstehenden Räumen, die sich nutzen lassen, besteht ja nicht. In Kombination mit guter Jugendsozialarbeit kann das langfristig viel bewirken. Einen anderen Weg sehe ich nicht.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Vielen Dank für das Interview!</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Das Interview führte Nora Winter, <a href="http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/debatte/interview/mehr-alltagsdemokratie-wagen-2011" target="_blank">Mut gegen rechte Gewalt</a></em></p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Roth, Roland: Bürgermacht. Eine Streitschrift für mehr Partizipation. Hamburg (Körber-Stiftung) 2011 (328 S.) 16 € (ISBN 978-3-89684-081-3)</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch:  <a href="http://www.publikative.org/2011/10/21/demokratie-mit-der-brechstange/" rel="bookmark">Demokratie mit der Brechstange</a>, <a href="http://publikative.org/2011/09/19/demokratie-von-oben-burgerpreis-ohne-burger/" rel="bookmark">Demokratie von oben: Bürgerpreis ohne Bürger</a>, <a href="http://publikative.org/2011/10/10/kalter-krieg-in-deutschland/" rel="bookmark">Kalter Krieg und Extremis-Mus in Deutschland</a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=22255&amp;md5=3769e8181dc62bfec67c7d97f0164a1c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Geschenktipps</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 19:14:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=21790&amp;md5=c3effb0156e4dc1317450505cf17f2fb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Buchtipp: Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Dec 2011 04:08:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Nationalsozialismus ist ein ernstes Thema. Gleiches gilt für Rassismus und Antisemitismus. Dennoch sucht auch das vermeintlich heitere Medium Comic die Auseinandersetzung und bringt dabei Vorteile mit sich. Eine Rezension.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Der Nationalsozialismus ist ein ernstes Thema. Gleiches gilt für Rassismus und Antisemitismus. Dennoch sucht auch das vermeintlich heitere Medium Comic die Auseinandersetzung und bringt dabei Vorteile mit sich. Eine Rezension.</strong><br />
<em><br />
Von Katharina Weile, <a href="http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/service/buecher/rezension-comics/" target="_blank">Mut gegen rechte Gewalt</a></em></p>
<div class="mceTemp" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_21764" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/12/cartoons.jpg"><img class="size-medium wp-image-21764" title="cartoons" src="http://www.publikative.org/wp-content/uploads/2011/12/cartoons-300x236.jpg" alt=" " width="300" height="236" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Woran denkt man wohl als erstes, wenn man das Wort Comic hört? Wahrscheinlich assoziieren die meisten damit Superhelden, die gegen das Böse kämpfen oder heitere Geschichten von Menschen in Tiergestalt. Im Allgemeinen wird dem Comic unterstellt ein Medium der Unterhaltung zu sein, dass sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche richtet. Und aus eben jenem Grund solle oder könne sich dieses Medium nicht mit ernsthaften Themen wie Neonazis, Rassismus und Antisemitismus auseinandersetzen.<br />
<strong><br />
Mehr als heitere Bildergeschichten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Dass es sich dabei um eine Fehleinschätzung und eine Meinung weitab von der Realität handelt, versucht der von Ralf Palandt herausgegebenen Tagungsbandes „Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus in Comics“ darzustellen, der aktuell beim Archiv der Jugendkulturen erschienen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Schon dass dieser Sammelband 450 Seiten umfasst und über 20 Experten aus den verschiedenen Disziplinen das Thema aus vielen Blickwinkeln beleuchten, macht deutlich, dass das Medium Comic weit mehr als Unterhaltung in Form von Superman, Donald Duck und Mickey Maus bietet. Für den Herausgeber Ralf Palandt, der unter anderem Gründungsmitglied der Gesellschaft für Comicforschung war und sich schwerpunktmäßig für politische Comics interessiert, war diese Veröffentlichung offensichtlich eine Herzensangelegenheit.<br />
<strong><br />
Comics – ein Instrument beider Seiten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In seinem umfangreichem Vorwort widmet sich Ralf Palandt der Darstellung verschiedenster Comic-Formen und Intentionen und macht dabei deutlich, dass diese Medium sowohl „von rechts“ als auch „gegen rechts“ genutzt wird. Palandt widerlegt die weitverbreitete Behauptung, dass es keine Comics gebe, die neonazistische, rassistische oder antisemitische Meinungen beinhalten und diese weiterverbreiten wollen, anhand zahlreicher Beispiele. Nicht nur im Dritten Reich wurden Comics genutzt, um ideologische Stereotype zu verbreiten, sondern auch heute nutzen Neonazis und die NPD dieses Medium im „Kampf um die Köpfe“ in vergleichbarer Weise. Die ersten drei Hauptkapitel „Comics in rechten Printmedien“, „Comics im Faschismus“ und „In der Diskussion: rassistische und antisemitische Stereotype“ zeigen das beispielhaft.</p>
<p style="text-align: justify;">Doch wenn Comics so gezielt zur Verbreitung und Festigung rassistischer und antisemitistischer Stereotype eingesetzt werden, muss dies auch umgekehrt funktionieren. Wie – mehr oder minder erfolgreich – staatliche Institutionen und NGOs versuchen Comics zur Vorbeugung und Aufklärung zu nutzen, wird in dem Kapitel „Comics gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ erläutert. Als Reaktion auf „Comics von rechts“ wollen diese historische Ereignisse darstellen und Aufklärungsarbeit leisten. Je nach Vorwissen des Lesers wird dieser über die Zahl der Comics, die sich mit den schwierigen Themen NS-Zeit und Holocausts beschäftigen mehr oder weniger überrascht sein. Dieses Kapitel liefert neben einem aufschlussreichen Einblick in die Möglichkeiten, die das Medium Comic eröffnet, auch die Erkenntnis, dass eine solche Form der Darstellung auch immer eine Gratwanderung ist. Trotz guter Absichten ist bei weitem nicht jeder Comic gelungen und empfehlenswert. Trotzdem plädiert dieser Tagungsband für den effektiven Einsatz von Comics im Schulunterricht und in der politischen Jugendarbeit. In diesem Themenbereich liegt wohl der bemerkenswerteste Aspekt des Sammelbandes. Anstatt die Comics, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, lediglich zu analysieren, werden auch Beispiele und Möglichkeiten für deren erfolgreichen Einsatz in der Praxis aufgezeigt. In diesem Zusammenhang werden erneut die ausführlichen Präsentationen der „Comics von rechts“ relevant, denn nur wenn man um deren Vorhandensein weiß und ihre Strategie durchschaut, kann man wirkungsvoll etwas entgegensetzen.<br />
<strong><br />
Fazit: Lesen lohnt!</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ralf Palandt hat mit dem Tagungsband „Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ ein umfangreiches Werk herausgegeben. Die Fülle an Informationen, Bildmaterialien und Themenbereichen bieten tiefgehende Einblicke in das Thema, sodass sich mehr als nur ein Blick in dieses Buch lohnt, unabhängig davon, ob man privat begeisterte Comicleserin ist oder beruflich dieses Medium in der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern einsetzen möchte.</p>
<p style="text-align: justify;">Direkt beim <a href="http://shop.jugendkulturen.de/" target="_blank">Archiv der Jugendkulturen</a> bestellen oder via Amazon.</p>
<p style="text-align: justify;"><iframe style="width: 120px; height: 240px;" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3940213624&amp;ref=tf_til&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=21763&amp;md5=83be398e5b0de658a19d660e0474854d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Deutscher Djihad: Die Geburt des politischen Islam aus der Mitte Europas</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/11/08/deutscher-djihad-die-geburt-des-politischen-islam-aus-der-mitte-europas/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Nov 2011 15:24:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Antideutsche]]></category>
		<category><![CDATA[Dschihad]]></category>
		<category><![CDATA[Moschee]]></category>

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		<description><![CDATA[Gesellschaftlichen Ereignissen, Phänomenen und historischen Konstellationen nationale Attribute voranzustellen, vereinfacht oftmals eher den Gegenstand und seine sozialen Entstehungsbedingungen. »Deutscher Djihad« ist eine solche Simplifikation, die die Alliteration und die semantische Paradoxie gewollt ausspielt. Eine Doppelrezension von Ian Johnsons Buch »Die Vierte Moschee« und Stefan Meinings »Eine Moschee in Deutschland«.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Gesellschaftlichen Ereignissen, Phänomenen und historischen Konstellationen nationale Attribute voranzustellen, vereinfacht oftmals eher den Gegenstand und seine sozialen Entstehungsbedingungen. »Deutscher Djihad« ist eine solche Simplifikation, die die Alliteration und die semantische Paradoxie gewollt ausspielt. Eine Doppelrezension von Ian Johnsons Buch »Die Vierte Moschee« und Stefan Meinings »Eine Moschee in Deutschland«.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Hanno Plass, zuerst veröffentlicht bei <a href="http://www.beatpunk.org/papier/ian-johnson-die-vierte-moschee-stefan-meining-eine-moschee-in-deutschland/" target="_blank">Beatpunk</a>, mit freundlicher Genehmigung übernommen</em></p>
<p style="text-align: justify;">Solcherlei Spielerei befriedigt aber nur das präformierte Bewußtsein, an dessen blanker Oberfläche Erfahrungen restlos abperlen, da es von vornherein feststehende Antworten zu geben scheint. Auch die antideutsche Suche nach dem vernichtungsantisemitischen Kern des heutigen politischen Islam führt kaum weiter als zum Jerusalemer Mufti Amin al-Husseini und dessen Kollaboration mit den Nationalsozialisten. Immerhin gibt es mittlerweile einen Berg an Literatur, die genau dieser Verbindung der arabisch-nazideutschen Zusammenarbeit nachgeht (1).</p>
<p><iframe style="width: 120px; height: 240px;" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3608946225&amp;ref=tf_til&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Zu diesen Veröffentlichungen kommen noch zwei lesenswerte Bücher aus diesem Jahr hinzu. Der Pulitzer-Preisträger und Wall-Street-Journal-Korrespondent Ian Johnson hat im Klett-Cotta Verlag eine Arbeit über die »vierte Moschee« in München vorgelegt. Der dort ansässige Journalist Stefan Meining publizierte bei C.H. Beck den Titel »Eine Moschee in Deutschland«.</p>
<p style="text-align: justify;">Es ist selten, dass zwei Arbeiten zeitgleich zum selben Gegenstand veröffentlicht werden, noch dazu von zwei hervorragenden Autoren, die es verstehen, ihre ’Sachbücher’ in einem sehr lesefreundlichen Stil zu verfassen. Es entsteht zu Recht den Eindruck, als hätten Johnson und Meining gemeinsam eng am Thema gearbeitet, ihre Recherchen aber unter verschiedenen Gesichtspunkten aufgehängt, sodass das Gesamtbild differiert. Die zentrale Punkte sind hingegen bei beiden gleich. Ausgangspunkt ist eine andere Form der »Integration«: die Waffenbrüderschaft und Kameradschaft der Nationalsozialisten mit muslimischen (Kampf‑)Einheiten im Zweiten Weltkrieg und darüber hinaus. Eine wesentliche Kontinuität fand sich im Kampf gegen die Sowjetunion, deren muslimisch geprägte Bevölkerung im Fokus nationalsozialistischer Islamisierungspolitik stand. Es geht weiter um die Transformation dieses Aspekts des heißen Vernichtungskrieges in den Kalten Krieg der Blockmächte und den Exilort der muslimischen Kämper in Deutschland, das Islamische Zentrum in München, die Tätigkeiten islamistischer Funktionäre unter den Fittichen der westlichen Geheimdienste und ihre eigenständigen operativen Ziele. Beide Autoren sehen in der deutschen Unterstützung der Politisierung des Islam im modernen Sinne, wie sich auch die Muslimbrüderschaft verstand, den Geburtsakt einer selbständigen politischen Bewegung. Die Autoren loten auch aus, welche Rolle die Münchener Moschee bei dem Anschlägen vom 11. September 2001 gespielt hat.</p>
<p><iframe style="width: 120px; height: 240px;" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3406614116&amp;ref=tf_til&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Befriedigend zu klären sind die vermuteten und belegten Verbindungen nicht. Die Bedeutung heimischer Moscheen und islamistischer Organisationen für die Ausbreitung eines »home grown terrorism« hingegen ist unbestritten, wobei die vielen authochton-deutschen Konvertiten eine wesentliche Rolle spielen.</p>
<p style="text-align: justify;">Also liegt hier die Schnittstelle zwischen deutscher Ideologie und politischem Islam? Eine hinreichende Antwort wird kaum möglich sein, da Johnson und Meining die deutsch-muslimische Kooperation als historische Konstellation aufzeigen: eine aus der Situierung in den Weltverhältnissen im Zweiten Weltkrieg resultierende Zusammenarbeit, bei der beide Seiten immer noch eigene Interessen verfolgten, aber die durchaus von gegenseitigem Wohlwollen begleitet war. Diese Kooperation wurde unter neuen Prämissen nach dem Kriegsende fortgeführt. Zugleich fand ein Bevölkerungstransfer osteuropäischer Muslime aus der Sowjetunion nach Westeuropa und ehemaliger Nazis in den arabischen Raum statt. Zumindest von deutscher Seite sind Konversionen zum Islam belegt. Diese personelle und organisatorische Kontinuität sagt aber wenig aus über die Denkform, die sich gesellschaftlich bedingt in der dialektischen Schleife von Fortschritt und Stillstand der warenproduzierenden Gesellschaft bewegt. Während die praktische Zusammenarbeit während des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges ausgeleuchtet wird, bleibt der Blick auf die Gegenwart recht einseitig an den muslimischen Minderheitengruppen in Deutschland haften, deren islamistische Mitglieder und Vereine als primärer Brandherd eines politischen Islam der Gegenwart ausgemacht werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Beide Arbeiten verfolgen nicht abstrakt einen Theorievergleich, sondern sind so angelegt, dass sie Akteure, Handlungen, Einflussnahmen benennen können. Aber ihnen fehlt die ideologiekritische Grundierung, da die ideologische Komponente des politischen Islam höchstens am Rande behandelt wird.</p>
<p style="text-align: justify;">Von anderer Seite wird zu klären sein, wie es der politische Islam geschafft hat, als weltweit einzig sichtbares Modell einer alternativen Gesellschaftsform gegen die kapitalistische Moderne aufzutreten – oder nach dem Ende des bolschewistischen Sozialismus übrigzubleiben. (2)</p>
<p style="text-align: justify;">Wohltuend ist bei allen hysterischen Debatten um »den Islam«, die derzeit die Presse und Öffentlichkeit beherrschen, die generelle Unaufgeregtheit und Sachlichkeit, mit der beide Autoren ihre Ergebnisse vorstellen. Mehr noch zeigen die Leerstellen und blinden Flecken sowohl in Johnsons »Die Vierte Moschee« wie auch in Meinings »Eine Moschee in München« die Notwendigkeit auf, die Gegenwart des politischen Islam nicht nur journalistisch-historische sondern ebenso ideologiekritisch zu rekonstruieren. Damit könnte Einsicht in seine Verbindungen, Wirkmacht und hiesige Relevanz gewonnen werden. Ein erster Beitrag sind die Arbeiten Ian Johnsons und Stefan Meinings.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Ian Johnson: Die Vierte Moschee. Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus, Stuttgart 2011, 2. Aufl. 2011, 360 Seiten, Klett-Cotta, 22,95 €.</em></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Stefan Meining: Eine Moschee in Deutschland. Nazis, Geheimdienste und der Aufstieg des politischen Islam im Westen, München 2011, C.H. Beck, 316 S., 19,95 €.</em></p>
<p><strong>Anmerkungen</strong></p>
<ol>
<ol>
<li id="footnote_0_3636" style="text-align: justify;">Matthias Küntzel: Djihad und Judenhaß. Über den neuen antisemitischen Krieg, Freiburg 2002; Klaus-Michael Mallmann/Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz. Das »Dritte Reich«, die Araber und Palästina, Darmstadt 2008 (Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart, Bd. 8); Klaus Gensicke: Der Mufti von Jerusalem und die Nationalsozialisten. Eine politische Biographie Amin el-Husseinis, Darmstadt 2007 (Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der Universität Stuttgart, Bd. 11); Jeffrey Herf: Nazi Propaganda for the Arab World, New Haven CT 2009, um einige Studien zu nennen.(<a href="http://www.beatpunk.org/papier/ian-johnson-die-vierte-moschee-stefan-meining-eine-moschee-in-deutschland/#identifier_0_3636">↩</a>)</li>
</ol>
</ol>
<p><iframe style="width: 120px; height: 240px;" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3924627061&amp;ref=tf_til&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<ol>
<li id="footnote_1_3636" style="text-align: justify;">Vgl. Moishe Postone: Geschichte und Hilflosigkeit, in: ders.: Deutschland, die Linke und der Holocaust. Politische Interventionen, Freiburg 2005, S. 195 ff.(<a href="http://www.beatpunk.org/papier/ian-johnson-die-vierte-moschee-stefan-meining-eine-moschee-in-deutschland/#identifier_1_3636">↩</a>)</li>
</ol>
<p><iframe style="width: 120px; height: 240px;" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=B004O87M82&amp;ref=tf_til&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=20977&amp;md5=285c3b9b6f7fd60a251ee1dcacebad7c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Produktion von Populärmythen am laufenden Band</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/09/08/verschworungstheorien-0911/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Sep 2011 18:43:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://npd-blog.info/?p=19883</guid>
		<description><![CDATA[Die Erstauflage des Buches "Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September. Neue Varianten eines alten Deutungsmusters" von Tobias Jaecker erschien bereits im Jahre 2004. Der Inhalt des Buches ist aber nach wie vor sehr aktuell. Gerade zum 10. Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center in New York und dem Pentagon in Washington, lohnt ein Blick in das Buch und die Beschäftigung mit der Thematik. An diesem Jahrestag werden auch in Deutschland wieder Demonstrationen stattfinden, die sicher auch Verschwörungstheoretiker anziehen werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Die Erstauflage des Buches &#8220;Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September. Neue Varianten eines alten Deutungsmusters&#8221; von Tobias Jaecker erschien bereits im Jahre 2004. Der Inhalt des Buches ist aber nach wie vor sehr aktuell. Gerade zum 10. Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center in New York und dem Pentagon in Washington, lohnt ein Blick in das Buch und die Beschäftigung mit der Thematik. An diesem Jahrestag werden auch in Deutschland wieder Demonstrationen stattfinden, die sicher auch Verschwörungstheoretiker anziehen werden.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Jochen Böhmer für NPD-BLOG.INFO</em></p>
<p style="text-align: justify;">So ist z. B. in Karlsruhe am 10. September eine Demonstration geplant, die von der, in dieser Hinsicht, berühmt-berüchtigten Band, „Die Bandbreite“ bis zum genauso berüchtigten Kopp-Verlag (u. a. mit Eva Herman) <a href="http://reflexion.blogsport.de/2011/07/11/der-aufmarsch-der-verschwoerungsfans/" target="_blank">beworben und unterstützt wird</a>.</p>
<div id="attachment_18925" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/07/cnn0911.jpg"><img class="size-medium wp-image-18925" title="cnn0911" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/07/cnn0911-300x231.jpg" alt="CNN Special Report über die Anschläge vom 11. September 2011" width="300" height="231" /></a><p class="wp-caption-text">CNN Special Report über die Anschläge vom 11. September 2011</p></div>
<p style="text-align: justify;">Darüber hinaus glauben auch heute noch etwas mehr als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verschwörungstheorien_zum_11._September_2001" target="_blank">20 % der deutschen Bevölkerung</a> an eine Mitwisserschaft bzw. Mittäterschaft der US-Regierung. Andere Umfragen kommen zu noch <a href="http://www.themenportal.de/medien/exklusiv-umfrage-des-wissensmagazins-welt-derwunder-wem-glauben-die-deutschen-noch-84262" target="_blank">eindeutigeren Ergebnissen</a>. Ob die Berichterstattung zum 10. Jahrestag zu einer Zunahme oder eher zu einer Abnahme solcher Einstellungen führt, kann von dieser Stelle aus noch nicht beurteilt werden. Selbst wiederholte Selbstbezichtigungen von Al-Qaida, zum Beispiel aus dem Jahre 2008, lassen die Stimmen der Verschwörungstheoretiker keineswegs verstummen.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Buch selbst geht diskursanalytisch vor. Es geht also nicht darum, die Argumente von Verschwörungstheorien „wissenschaftlich“ zu widerlegen, sondern um die Einordnung der Texte, Bilder und Diskurse, die in solchen Theorien mitschwingen. Für eine Widerlegung von Verschwörungstheorien mit Fakten sei u. a. auf den Spiegel, 37/2003, S. 58 – 76, auf das <a href="http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2003/erste8164.html" target="_blank">ARD-Magazin Panorama vom 21.08.2003</a>  oder auch auf die Überblicksseite und die am Ende der Seite stehenden witerführenden Links bei <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verschwörungstheorien_zum_11._September_2001" target="_blank">Wikipedia</a> verwiesen. Offizielle Informationen der US-Regierung zu Argumenten gegen Verschwörungstheorien gibt es <a href="http://www.america.gov/st/pubsenglish/2006/August/20060828133846esnamfuaK0.2676355.html" target="_blank">hier</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Buch werden zunächst theoretische und historische Hintergründe zum Themenkomplex Antisemitismus und Verschwörungstheorien erklärt. Durch das Mehr an Kommunikationsmöglichkeiten (Internet, Massenmedien) sind keineswegs Strukturen entstanden, die Verschwörungstheorien immer weiter marginalisieren. Im Gegenteil: Die Massenmedien „produzieren ungeniert Populärmythen am laufenden Band, darunter beliebte Enthüllungen über tatsächliche und vermeintliche Machenschaften verschiedenster Art.“ (T. Jaecker, Antisemitische Verschwörungstheorien nach dem 11. September, S. 19) Besonders das Internet hat sich in den letzten Jahren zum „zentralen Tummelplatz für Verschwörungstheoretiker“ (ebda.) entwickelt. Aber keine Frage, auch die US-Regierung hat mit der Art und Weise, wie z. B. der Irakkrieg gerechtfertigt wurde, „reichlich Anlässe für Misstrauen geliefert“ (ebda., S. 178). Fragen blieben offen und der „Hunger nach Interpretation“ bei vielen Menschen konnte nur „unzureichend gestillt“ (ebda., S. 178) werden. Diese Lücken untermauern möglicherweise auch das kleine „Körnchen Wahrheit“ (ebda., S. 16), dass in den Verschwörungstheorien steckt und aus dem die vermeintliche Legitimation solcher Theorien stammt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Reproduktion von Feindbildern </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Verschwörungstheorien zeichnen sich nun einmal dadurch aus, dass eine solche Theorie dem Weltgeschehen einen scheinbaren Sinn verleiht. Sie bedient also ein psychologisches und soziales Bedürfnis im einzelnen Subjekt. Sie bieten eine „geschlossene ideologische“ (ebda., S. 17) Welterklärung an, die durch die Reproduktion von Feindbildern gefährlich wird. Das ist ein zentraler Unterschied zu „legitimen Deutungsversuchen, Spekulationen und Fragen“ und einer berechtigten „Kritik an Regierungen und Entscheidungsträgern“ (ebda., S. 16/17). Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass die meisten Verschwörungstheorien mit Personifizierungen arbeiten. Dies bedeutet, dass komplexe gesellschaftliche Vorgänge auf das Handeln einzelner Personen oder Gruppen reduziert, also „Schuldige“ präsentiert werden.</p>
<div id="attachment_13912" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/makssdamage1.jpg"><img class="size-medium wp-image-13912" title="makssdamage1" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/makssdamage1-300x188.jpg" alt="Verschwörungstheorien sind im Internet verbreitet." width="300" height="188" /></a><p class="wp-caption-text">Verschwörungstheorien sind im Internet verbreitet.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Gerade diese Punkte machen die Juden zum prädestinierten „Opfer von Verschwörungstheorien“ (ebda., S. 10). Wenn man darüber hinaus noch Adornos Diktum vom Antisemitismus als „Gerücht über die Juden“ (ebda.) denkt, wird einem das immer wiederkehrende Muster von Verschwörungstheorien noch klarer. Tobias Jaecker beschreibt anhand vieler Beispiele, wie das antisemitische Weltbild und das verschwörungstheoretische Denken aneinander andocken. Das untermauert der Autor einerseits mit historischen Beispielen (u. a. Protokolle der Weisen von Zion), ist aber andererseits auch durch die Grundstruktur des antisemitischen Weltbildes bereits bedingt. Denn „Personifizierung, Manichäismus und [die] Konstruktion identitärer Kollektive“ (ebda., S. 28) findet man hier wie dort.</p>
<p style="text-align: justify;">Nach einer kurzen Einführung in die Technik der Diskursanalyse, sowie die Vorstellung der untersuchten Quellen und Medien, widmet sich der Autor nun den drei wichtigen Themenkomplexen, die er für seine Arbeit ausgewählt hat: Die Terroranschläge vom 11. September, den Nahost-Konflikt und den Irak-Krieg. In jedem dieser drei Abschnitte werden die häufigsten Diskurse genannt und abgearbeitet. Zum Abschluss eines jeden Kapitels widmet sich Jaecker einer Detailanalyse eines Textes (ein „´idealtypisches´ Diskursfragment“,<br />
ebda., S. 65) zum jeweiligen Diskursfeld.</p>
<p style="text-align: justify;">Im ersten Diskursfeld (den Terroranschlägen vom 11. September) geht es z. B. um die „Warnungen des Mossad“, die ein „angebliches Insider Wissen des Mossad“ (ebda., S. 68) konstruieren. Beim zweiten Komplex (dem Nahost-Konflikt) geht es u. a. um die angebliche Äußerung Ariel Scharons vom „totalen Krieg“ (ebda., S. 98 ff.) oder um die angeblich mächtige „jüdische Lobby“ (ebda., S. 110 ff.) in den USA. Im dritten diskursanalytischen Beitrag (Irak-Krieg) geht es u. a. um die Wahrnehmung der „Neocons“ (ebda., S. 132 ff.) in den USA und den darin enthaltenen Zuschreibungen, z. B. an Personen wie Paul Wolfowitz (ebda., S. 150 ff.). In allen drei untersuchten Diskursfeldern stellte sich heraus, dass antisemitische Zuschreibungen (also von einer angeblichen „jüdischen Allmacht“ oder von einer „jüdischen Rachsucht“) immer wieder auftauchen und in allen Medien, die den „Mainstream“ (ebda., S. 64) des deutschen Mediendiskurses abbilden, vorkamen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum Schluss des Buches betont der Autor noch einmal, dass es ihm um die Präsentation des „diskursiven Zusammenhangs“ (ebda., S. 170) geht und nicht um eine Kritik an einzelnen Zeitungen oder Medien. Auch der Terroranschlag selbst ist nicht Gegenstand des Buches. Genauso wenig sollen alle Deutungen zum 11. September dargelegt werden, sondern lediglich die, die im „antisemitisch-verschwörungstheoretischen“ (ebda.) Kontext von Interesse sind. Gemeinsamer Nenner vieler solcher Texte weisen auf den alten Mythos einer „jüdischen Weltverschwörung“ (ebda.) hin: Sei es, wenn der Aggressor im Nahost-Konflikt eindeutig scheint, oder wenn der Profiteur von den Anschlägen bzw. vom Irak-Krieg feststeht: die Israelis und/oder die Juden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Besonderheit der „nationalen Selbstversöhnung“</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Besonders interessant ist darüber hinaus noch die deutsche Besonderheit beim Antisemitismus, nämlich die Besonderheit der „nationalen Selbstversöhnung“ (ebda., S. 180), wie Jaecker schreibt. Primär die „Täter-Opfer-Umkehr“ (ebda.) ist hierzulande ein zentrales Merkmal antisemitischer Verschwörungstheorien. Denn mit solchen verschwörungstheoretischen Argumenten kann man gerade in Deutschland ganz gut den „Entschuldungsdiskurs“ (ebda.) unterstützen, damit das Land, welches die Shoah zu verantworten hat, endlich auch als „normale“ Nation anerkannt werden kann. Denn: „Um eine ´normale´ Nation zu sein, braucht Deutschland eine ´einigende Ideologie´, mit der es sich von seinen einstigen Opfern (den Juden) und deren Rettern (den Amerikanern) abgrenzen kann.“ (ebda., S. 181)</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere Informationen sind auch auf der Homepage des Autors des Buches nachzulesen: <a href="http://www.jaecker.com">www.jaecker.com</a></p>
<p><iframe style="width: 120px; height: 240px;" src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&amp;o=3&amp;p=8&amp;l=as1&amp;asins=3825879178&amp;ref=qf_sp_asin_til&amp;fc1=000000&amp;IS2=1&amp;lt1=_blank&amp;m=amazon&amp;lc1=0000FF&amp;bc1=000000&amp;bg1=FFFFFF&amp;f=ifr" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no" width="320" height="240"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://npd-blog.info/2011/07/17/legenden-nach-911-masse-statt-qualitat/" rel="bookmark">Legenden nach 9/11: Masse statt Qualität</a>, <a href="http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,v43g7dpmu5gbz753~cm.asp" target="_blank">Der Beitrag von ttt am 10. Juli 2011 in der ARD</a>, <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/verschwoerungstheorien102.html" target="_blank">Verschwörungstheorien im Internet: Eindeutig, scheinbar schlüssig – und kaum zu widerlegen (Interview von Patrick Gensing mit Tobias Jaecker)</a>, <a href="http://npd-blog.info/2010/11/22/15259/" rel="bookmark">Von einer vereinfachten Weltsicht und Verschwörungstheorien</a>, <a href="http://npd-blog.info/2010/09/20/neonazis-schwul/" rel="bookmark">Neonazis besorgt: Halbe Hähnchen machen schwul!</a>, <a href="http://npd-blog.info/2010/08/20/antiimperiale-querfront/" rel="bookmark">Querfront: Rosa Luxemburgs Erben für Rudolf Heß</a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=19883&amp;md5=5cfe39fcfb8632b1b288feb1fc426bd9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Sarrazin-Debatte und Rassismus in der Leistungsgesellschaft</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 14:15:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Rechte]]></category>

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		<description><![CDATA[Das mediale Ereignis der »Sarrazindebatte« habe zu einer breiten gesellschaftlichen Verschiebung nach rechts, enttabuisierte rassistisches Denken geführt und in besonderer Weise Rassismus mit Elite- und Nützlichkeitsdenken verbunden. So bewirbt die Edition Assemblage den Sammelband &#8220;Rassismus in der Leistungsgesellschaft&#8221;. In 15 Beiträgen werde dieses komplexe mediale Ereignis mit unterschiedlichen theoretischen Perspektiven ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Das mediale Ereignis der »Sarrazindebatte« habe zu einer breiten gesellschaftlichen Verschiebung nach rechts, enttabuisierte rassistisches Denken geführt und in besonderer Weise Rassismus mit Elite- und Nützlichkeitsdenken verbunden. So bewirbt die Edition Assemblage den Sammelband &#8220;Rassismus in der Leistungsgesellschaft&#8221;. In 15 Beiträgen werde dieses komplexe mediale Ereignis mit unterschiedlichen theoretischen Perspektiven kritisch analysiert. Der Sammelband will Anstöße für den Alltag geben &#8211; sowie für die politische Praxis und die kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung.</p>
<div id="attachment_19749" class="wp-caption aligncenter" style="width: 205px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/09/Friedrich_Rassismus_c.jpg"><img class="size-medium wp-image-19749" title="Friedrich_Rassismus_c" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/09/Friedrich_Rassismus_c-195x300.jpg" alt="Rassismus in der Leistungsgesellschaft" width="195" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Rassismus in der Leistungsgesellschaft</p></div>
<p style="text-align: justify;">Mit Beiträgen von Moritz Altenried, Christoph Butterwegge, Sebastian Friedrich, Sabine Hess, Juliane Karakayali, Serhat Karakayali, Elke Kohlmann, Jörg Kronauer, Gabriel Kuhn, Jürgen Link, Charlotte  Misselwitz, Marianne Pieper, Nora Räthzel, Hannah Schultes, Yasemin Shooman, Vassilis Tsianos und Regina Wamper.</p>
<p>Der Herausgeber Sebastian Friedrich lebt größtenteils in Berlin-Neukölln und ist Redakteur von kritisch-lesen.de, freier Mitarbeiter der Opferberatungsstelle ReachOut Berlin, Mitglied des AK Rechts und der Diskurswerkstatt des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) und aktiv im Netzwerk der edition assemblage in Münster.</p>
<p style="text-align: justify;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3942885018&#038;ref=tf_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe><br />
 </p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Leseprobe &#8211; <a href="http://www.edition-assemblage.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/08/Inhalt-und-Einleitung-Friedrich-RiLg.pdf" target="_blank">Die Einleitung sowie das Inhaltsverzeichnis sind online einsehbar</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://npd-blog.info/2011/04/28/angriff-der-eliten-sarrazin/" rel="bookmark">Angriff der Eliten: Von Spengler bis Sarrazin</a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=19748&amp;md5=573690944a3a463ae1cc2b29f0c2d1b8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ausgeblendet? Der Holocaust in Film und Literatur der DDR&#8221;</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/08/31/ausgeblendet-der-holocaust-in-film-und-literatur-der-ddr/</link>
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		<pubDate>Wed, 31 Aug 2011 16:57:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[In der DDR entstanden zahlreiche Filme und Romane zum Nationalsozialismus. Warum in diesen die Massenvernichtung der Juden kaum thematisiert wurde, hinterfragte das Projekt „Ausgeblendet?“ in einer Reihe von Veranstaltungen. Die Ergebnisse werden nun in einer Broschüre und umfangreichen Arbeitsmaterialien veröffentlicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>In der DDR entstanden zahlreiche Filme und Romane zum Nationalsozialismus. Warum in diesen die Massenvernichtung der Juden kaum thematisiert wurde, hinterfragte das Projekt „Ausgeblendet?“ in einer Reihe von Veranstaltungen. Die Ergebnisse werden nun in einer Broschüre und umfangreichen Arbeitsmaterialien veröffentlicht.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Konstanze Ameer, <a href="http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/aktuelles/publikation-ausgeblendet-1/" target="_blank">AAS</a></em></p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_19740" class="wp-caption alignleft" style="width: 189px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/08/ausgeblendet_zugeschitten.jpg"><img class="size-full wp-image-19740" title="ausgeblendet_zugeschitten" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/08/ausgeblendet_zugeschitten.jpg" alt=" " width="179" height="200" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Eine grundsätzliche und offene Auseinandersetzung mit der Darstellung des Holocaust in Film und Literatur der DDR war Ziel des von der DEFA-Stiftung und der Bundesstiftung Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projekts „Ausgeblendet?“. Unter dieser Prämisse fanden im vergangenen Jahr Lesungen und Filmvorführungen mit anschließender Diskussion in verschiedenen Städten Deutschlands statt. Hier diskutierten Interessierte, ZeitzeugInnen der DDR, SchülerInnen und ExpertInnen oft lange und intensiv über den Antifaschismus der DDR.</p>
<p>Unlängst hat Kulturstaatssekretär Bernd Neumann (CDU) auf ein seit Jahren bestehendes Defizit verwiesen: Das Wissen über die DDR, insbesondere bei Schülerinnen und Schülern, ist erschreckend gering. Auch Studien, wie die des Forschungsverbundes SED-Staat an der Freien Universität Berlin, belegen immer wieder, wie wenig Wissen insbesondere bei Jugendlichen über die DDR vorhanden ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Um die Auseinandersetzung mit Literatur und Filmen aus der DDR nachhaltig zu fördern und einen wesentlichen Aspekt des DDR-Selbstverständnisses, den Antifaschismus, auch jungen Erwachsenen und Jugendlichen näher zu bringen, entstand im Rahmen des Projektes die Broschüre „Ausgeblendet? Der Holocaust in Film und Literatur der DDR“. Sie soll dazu dienen, die begonnene Auseinandersetzung nachhaltig zu gestalten und die angestoßenen Diskussionen auch in die Bildungsarbeit zu tragen. Die Broschüre wendet sich ebenso an Lehrerinnen und Lehrer wie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren im außerschulischen Bereich.</p>
<p><strong>Ausblendung des Holocaust?</strong></p>
<p>In keinem anderen Staat wie der DDR wurden so viele literarische und filmische Werke veröffentlicht, die sich dem antifaschistischen Genre verpflichtet sahen. Mit Arbeitsmaterial zu fünf, zumeist kanonischen Werken wie „Nackt unter Wölfen“, „Jakob der Lügner“ oder auch „Sterne“ will das „Ausgeblendet?“-Projekt eine Einblick in die Vielfalt dieser Werke geben und gleichzeitig dazu anregen, zu untersuchen, wie in filmischen und literarischen Werken der DDR der Holocaust thematisiert und dargestellt wurde. Denn Kritikerinnen und Kritiker innerhalb und außerhalb der DDR merkten immer wieder an, dass trotz der Antifaschismus-Thematik die Vernichtung der europäischen Juden in vielen dieser Werke kaum oder gar nicht behandelt wurde.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Material stellt, ebenso wie die Veranstaltungen im ersten Projektabschnitt 2010, die Frage, welche Gründe sich für diese Ausblendung ausmachen lassen. Neben dem konkreten Arbeitsmaterial mit detaillierter Schrittfolge findet sich in der Broschüre eine kurze Einführung in den zeitlichen Kontext in dem die ausgewählten Werke entstanden. Ergänzt wird das ganze durch eine reichhaltige DVD. Hier finden sich alle benötigten Arbeitsmaterialien als Kopiervorlagen, ebenso wie Hintergrundtexte zu Themen, die im Vorfeld oder im Nachklang zu den Seminaren von den MultiplikatorInnen gelesen werden können. Ein Bonbon sind die Filme und Hördateien, in denen ZeitzeugInnen und ExpertInnen zu einschlägigen Themen interviewt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Gegen eine Gebühr von fünf Euro kann die Broschüre bei der <a href="http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/materialien/" target="_blank">Amadeu Antonio Stiftung</a> bestellt werden.</p>
<p>Unter folgendem Link kann das Material (ohne Filme und Hördateien) heruntergeladen werden:<br />
<a title="Broschüre &quot;Ausgeblendet?&quot;" href="http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/filmbroschuereinternet.pdf">Broschüre</a><br />
<a title="Arbeitsmaterial &quot;Ausgeblendet?&quot;" href="http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/film-dvd-fuer-internet.pdf">Arbeitsmaterial</a></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch:  <a href="http://npd-blog.info/2011/04/26/adolf-eichmann-prozess/" rel="bookmark">Adolf Eichmann – der Stratege der Vernichtung</a>, <a href="http://npd-blog.info/2010/05/07/tag-der-befreiung-100/" rel="bookmark">Tag der Befreiung: Der rechte Opfermythos lebt</a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=19739&amp;md5=8d61b4aec7dca1486d99a2cea91023f1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Historikerstreit 2.0: Wiederaufführung ohne neue Argumente</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/07/28/historikerstreit-2-0-wiederauffuhrung-ohne-neue-argumente/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 18:21:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Auschwitz]]></category>
		<category><![CDATA[Bloodland]]></category>
		<category><![CDATA[Brodkorb]]></category>
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		<category><![CDATA[Habermas]]></category>
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		<category><![CDATA[Strippel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Viertelhundert nach dem Historikerstreik möchte der Althistoriker Egon Flaig den Streit nochmal führen und selbst gewinnen. Ungeachtet des gesellschaftlichen und politischen Wandels wird für eine Normalität gestritten, die es längst schon gibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Ein Viertelhundert nach dem Historikerstreik möchte der Althistoriker Egon Flaig den Streit nochmal führen und selbst gewinnen. Ungeachtet des gesellschaftlichen und politischen Wandels wird für eine Normalität gestritten, die es längst schon gibt.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Andreas Strippel für NPD-BLOG.INFO*</em></p>
<p style="text-align: justify;">Der Historikerstreit des Jahres 1986 war eine der wichtigsten geschichtspolitischen Debatten der späten westdeutschen Republik. Ernst Nolte auf der einen Seite und Jürgen Habermas auf der anderen stritten um die Deutung und Bedeutung des Holocaust. Entgegen der einen oder anderen Vorstellung von der westdeutschen Geschichte war die Stellung des nazistischen Jahrhundertverbrechens keineswegs so ausgemacht wie es heute ist. Man stritt darüber, ob Auschwitz ein singuläres Verbrechen sei. Nolte meinte nein. Der Mord an den europäischen Juden sei eine Reaktion auf die Schrecken der russischen Revolution, auf eine „asiatische Tat“. Dieser „kausale Nexus“ würde Auschwitz zu einer Art übertrieben Reaktion auf die Kommunistische Bedrohung machen. Schließlich verstieg sich Nolte dazu, dass die Erklärung des Präsidenten der Jewish Agency, Chaim Weizmann, von 1939, wonach alle Juden an der Seite Englands gegen Deutschland kämpfen würden, ein Art Kriegserklärung an Deutschland war. Die Formulierung von der „Schuld der Deutschen“ stellte er auf eine Stufe mit der Nazipropaganda von der Schuld der Juden. In der FAZ stellte Nolte seine These einem breiten Publikum vor.</p>
<div id="attachment_7805" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/01/Auschwiz_Selektion.jpg"><img class="size-full wp-image-7805" title="1389.3 Holocaust F" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/01/Auschwiz_Selektion.jpg" alt="Jews from Subcarpathian Russia (then part of Hungary) undergo a &quot;Selektion&quot; on the ramp at the Auschwitz-Birkenau extermination camp, May 1944. The officer in front holding a riding crop is either SS Unterscharfuehrer Wilhelm Emmerich or SS Haupsturmfuehrer Georg Hoecker; inmates in striped uniforms—to be killed at a later date—assigned to the &quot;Kanada&quot; section collect the property. Note the physician in the white coat between the columns, Gyorgy Havas, selecting who is sent immediately to death and who will wait. (Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht.)" width="480" height="349" /></a><p class="wp-caption-text">Jews from Subcarpathian Russia (then part of Hungary) undergo a &quot;Selektion&quot; on the ramp at the Auschwitz-Birkenau extermination camp, May 1944. The officer in front holding a riding crop is either SS Unterscharfuehrer Wilhelm Emmerich or SS Haupsturmfuehrer Georg Hoecker; inmates in striped uniforms—to be killed at a later date—assigned to the &quot;Kanada&quot; section collect the property. Note the physician in the white coat between the columns, Gyorgy Havas, selecting who is sent immediately to death and who will wait. (Diese Datei wurde unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht.)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Habermas intervenierte in der Zeit gegen Noltes Thesen. Dabei und dafür wurde er sehr heftig kritisiert, machte er eine Front von konservativen Historikern – neben Nolte waren dies Michael Stürmer, Andreas Hillgruber und Klaus Hildebrandt  -  auf, die für ihn „eine Art Schuldabwicklung“ betrieben. Seine Kritik kreiste um die Stellung des Holocaust und des Nationalsozialismus. Bei den konservativen Historikern sah die Gefahr einer Normalisierung und Einordnung des Holocaust, dass die Ausnahme Stellung der Shoa in der Geschichte einebne. Habermas konstruierte dabei eine einheitliche Stoßrichtung, die inhaltlich so sicherlich nicht vorhanden war. Bereits in der damaligen Debatte wurde Habermas vorgeworfen, er zitiere nicht korrekt. Ein Vorwurf, den Flaig ein Vierteljahrhundert später zum Hauptargument gegen Habermas macht.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Historikerstreit war dabei auch Teil einer geschichtspolitischen Auseinandersetzung der 1980er Jahre. Im Wahlkampf 1980 sprach Kohl von der Notwendigkeit einer geistig-moralischen-Wende. In den 80er Jahre begann eine ganze Reihe von runden Jahrestagen  entscheidender Ereignisse wie 50 Jahre Machtergreifung, 40 Jahre Kriegsende und 50 Jahre November-Pogrome. Alle diese Ereignisse hatte eine große mediale Öffentlichkeit. Die Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäckers zum 40. Jahrestags des Kriegsendes erregte noch damals den Widerwillen national-konservativer Kreise um den CDU-Politiker Alfred Dregger. Dregger wollte es ich bis zum Schluss nicht nehmen lassen tapfer mit Hitlers Armeen die Kommunisten aufgehalten zu haben. Weizsäcker sprach von der Befreiung von Nationalsozialismus und ebnete gerade mit dieser Rede die möglich, den Bezug der Deutschen zu ihrem Staat, zu sich selbst als Nation normalisieren.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Politische Intervention als methodische Kritik getarnt</strong></p>
<p style="text-align: justify;">In diesem Kontext kritisierte Nolte den Umgang mit dem Nationalsozialismus als „Vergangenheit, die nicht Vergehen will“. Er reihte sich also ein in ein Geschichtsverständnis, an dem sich damals auch die politischen Lager sortierten. Aber die historische Konstellation interessiert den Historiker Flaig nicht, für ist es eine aktuelle Auseinandersetzung, seine politische Intervention tarnt er als methodische Kritik. Und genau deshalb laufen auch seine berechtigten Einwände gegen Habermas ins Leere, ertrinken in einer kaum gebändigten Polemik.</p>
<p style="text-align: justify;">Flaigs Denken ist dabei genauso Vergangenheit wie der Streit, auf den er sich bezieht. Es ist nicht nur ein Nachtreten, wie Wolfgang Wippermann im <a href="http://www.freitag.de/kultur/1129-terror-und-nachspiel">Freitag</a> meint. Es ist ein Schattenspiel in den politischen Konstellationen der 1980er Jahre. Die Nachrüstung und das Wiederaufflammend des Kalten Kriegs sind die Rahmenbedingungen einer Selbstfindungsdebatte des westdeutschen Staates, für den die deutsche Vereinigung nicht vier Jahre entfernt war, sondern praktisch kaum erreichbar erschien. Hierein gehört auch das Habermasche Diktum eines „Verfassungspatriotismus“ als modernes republikanisches Identitätsangebot an die Bundesrepublik.</p>
<p style="text-align: justify;">Seitdem ist viel passiert. Habermas verteidigt die Europapolitik Helmut Kohls. Andere Kontrahenten der damaligen Debatte finden sich bei Skeptikern der EU-Erweiterung, wie z.B. Hans-Ulrich Wehler, der damals Habermas fulminant verteidigte. Die politischen Linien und Allianzen haben sich verschoben, ein „Normalisierung“ des deutschen Verständnisses von Nation hat längst stattgefunden. Auschwitz ist kein Menetekel deutscher Geschichte mehr, sondern die deutsche Gedenkkultur brüstet sich mir ihrer Fortschrittlichkeit. Und offensichtlich hat Flaig auch die beiden letzten Fußball-Weltmeisterschaften und das Fan-Verhalten nicht wahrgenommen. Die da in Schwarz-Rot-Gold feierten scherten sich allerdings erstmals nicht um die Bedeutungsschwangeren Identitätskonzepte einer deutschen Geschichte, die im europäischen Kontext bis zum antiken Griechenland reichen soll. Davon mal ab, dass moderne Nationsforschung solche Theorien schon lange wiederlegt hat, ist diese „Gymnasialideologie“,  wie es sie Micha Brumlik in der <a href="http://www.taz.de/Historikerstreit-recycelt/!74563/">taz</a> verspottete, ein weitere Ausweis dafür, das Flaig die deutsche Normalität selbst missfällt. Das sei ihm freigestellt, aber mit ideologisch-politischen Vorstellungen von nationaler Normalität aus dem letzten Jahrhundert kann er wohl keinen Einfluss mehr nehmen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Präzedenzloses Verbrechen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Da passt es sehr gut, dass Flaigs Aufsatz aus der FAZ eine gekürzte Fassung seines Beitrags für den von Mattias Brodkorb herausgegebenen Sammelband „singuläres Auschwitz“ ist. Auch hier wird der Historikerstreit nochmal vor leeren Rängen aufgeführt. Seine langen diskutierten Fragen werden hier nochmal aufgenommen, die Diskussionen, die dazu stattgefunden haben, jedoch weniger. Und natürlich kann man den Begriff der Singularität von Ausschwitz kritisieren &#8211; ganz ohne die Besonderheit des Verbrechen herunterzuspielen. Historiker wie Yehuda Bauer bevorzugen deswegen auch den Begriff des präzedenzlosen Verbrechens, weil es kein Historisches Vorbild für den Holocaust gab. Jedoch hat das Ereignis selbst gezeigt, das es möglich ist &#8211; und deswegen ist der Begriff des Singulären irreführend, da es als einmalig &#8211; also nicht wiederholbar &#8211; interpretiert werden könnte.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch wurde der Holocaust immer wieder mit anderen genozidalen Verbrechen verglichen, zuletzt von Christian Gerlach, ohne das Verbrechen selbst zu relativieren. Hinzu kommt noch, dass die Totalitarismustheorie, die dem Historikerstreit als Subtext begleitete, für solche Forschungen gar keine Rolle spielt. Selbst Timothy Snyder der mit seinem Buch Bloodlands die Verbrechen des Stalinismus und des Nationalsozialismus in den Killing Fields Osteuropas vergleicht, weist diesen Ansatz im Spiegel-Interview zurück.</p>
<p style="text-align: justify;"><object id="Player_f4b0c059-65da-4e70-8826-c9c24fa73922" width="600" height="475" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="quality" value="high" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://ws.amazon.de/widgets/q?rt=tf_ssw&amp;ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822%2FDE%2Fnbi-21%2F8003%2Ff4b0c059-65da-4e70-8826-c9c24fa73922&amp;Operation=GetDisplayTemplate" /><embed id="Player_f4b0c059-65da-4e70-8826-c9c24fa73922" width="600" height="475" type="application/x-shockwave-flash" src="http://ws.amazon.de/widgets/q?rt=tf_ssw&amp;ServiceVersion=20070822&amp;MarketPlace=DE&amp;ID=V20070822%2FDE%2Fnbi-21%2F8003%2Ff4b0c059-65da-4e70-8826-c9c24fa73922&amp;Operation=GetDisplayTemplate" quality="high" allowscriptaccess="always" /></object></p>
<p><noscript></noscript>&nbsp;</p>
<p style="text-align: justify;">Flaigs Attacke zeigt, dass die Strukturen des Kalten Krieges offensichtlich noch bis heute das politische Denken präformieren. Er ignoriert offensichtlich die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen seit dem Fall der Mauer. Man muss das alles nicht mögen &#8211; und es gibt gute Gründe, das hier und jetzt zu kritisieren. Aber mit dem zweiten Aufguss einer geschichtspolitische Debatte kommt man sicherlich nicht ins Gespräch über die Gegenwart.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;"><em>*Andreas Strippel ist Historiker mit den Schwerpunkten Nationalsozialismus, historische Rassimusforschung, deutschen Nachkriegsgeschichte. Am 16. Juni 2011 erscheint von ihm im Schönigh-Verlag “<a href="http://www.amazon.de/gp/product/3506771701/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=nbi-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3506771701">NS-Volkstumspolitik und die Neuordnung Europas. Rassenpolitische Selektion der Einwandererzentralstelle des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD (1939-1945)</a><img src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=nbi-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3506771701" alt="" width="1" height="1" border="0" />.</em></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://npd-blog.info/2011/04/26/adolf-eichmann-prozess/" rel="bookmark">Adolf Eichmann – der Stratege der Vernichtung</a>, <a href="http://npd-blog.info/2011/04/03/eichmann-prozess/" rel="bookmark">Eichmanns Rolle: “Die ultimative Kollektivunschuldthese”</a>,  <a href="http://npd-blog.info/2008/01/27/62-jahre-nach-der-befreiung-von-auschwitz-das-prazedenzlose-verbrechen/" rel="bookmark">62 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen</a> </p>
<p><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/38c8e671a32248feb7fc81e189f5cd22" alt="" width="1" height="1" /></p>
</p> <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=19181&amp;md5=0cebba2a748c1965c611fc47887df399" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ordnung.Macht.Extremismus. Effekte und Alternativen des Extremismusmodells</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 10:17:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Extremismus-Theorie]]></category>
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		<description><![CDATA[Bestimmte Formen politischer Devianz werden wissenschaftlich und umgangssprachlich regelmäßig als „extremistisch“ bezeichnet. Diese Appellationen haben prinzipiell sowohl einen normativen als auch einen deskriptiven Charakter. Ihre Funktion liegt in der formalistischen Konstruktion eindeutiger politischer Feinde. Demokratietheoretisch ist diese Funktion problematisch: In der normativen Dimension des Begriffs werden die Kriterien zur Konstruktion ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Bestimmte Formen politischer Devianz werden wissenschaftlich und umgangssprachlich regelmäßig als „extremistisch“ bezeichnet. Diese Appellationen haben prinzipiell sowohl einen normativen als auch einen deskriptiven Charakter. Ihre Funktion liegt in der formalistischen Konstruktion eindeutiger politischer Feinde. Demokratietheoretisch ist diese Funktion problematisch: In der normativen Dimension des Begriffs werden die Kriterien zur Konstruktion dieser Feinde und in der Folge die als „extremistisch“ definierten und notwendig als organisierte/personifizierte Weltbilder konstruierten Positionen der politischen Verhandlung entzogen. Gleichzeitig werden in der deskriptiven Dimension des Begriffs undemokratische Einstellungen (bspw. latenter Rassismus) und Strukturen (bspw. institutioneller Rassismus) systematisch übersehen, weil sie im Extremismus-Modell weder als Feinde fungieren können, noch in der „demokratischen Mitte“ denkbar sind. Der Sammelband <a href="http://www.engagiertewissenschaft.de/de/inhalt/OUT_NOW_OrdnungMachtExtremismus_Effekte_und_Alternativen_des_Extremismusmodells" target="_blank">Ordnung.Macht.Extremismus. Effekte und Alternativen des Extremismusmodells</a> fokussiert diese und andere Effekte des Extremismus-Begriffs. Die Beiträge verhandeln Geschichte, Praxis und Alternativen der politischen Semantik des „Extremismus“ aus einer interdisziplinären Perspektive.</p>
<p style="text-align: justify;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3531179985&#038;ref=tf_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe><br />
 </p>
<p style="text-align: justify;">Alle Meldungen aus der Rubrik <a href="http://npd-blog.info/category/extremismus-theorie/" target="_blank">Extremismus-Theorie</a>.</p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=19085&amp;md5=06cb7f9ff6427b48d85ee548169f6fdb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Gießen bleibt bunt&#8221; veröffentlicht &#8220;Die NPD. Fakten – Hintergründe – Kritik&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jul 2011 20:00:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus Anlass der für den 16. Juli angemeldeten NPD-Demonstration in Gießen hat die Gießener Politikwissenschaftlerin Dr. Alexandra Kurth das Buch „Die NPD. Fakten – Hintergründe – Kritik“ herausgegeben. Die Aufsätze des Bandes sind im Rahmen eines universitären Seminars für Lehramtsstudierende entstanden. Absolut vorbildlich: In der Universitätsstadt hat sich gegen die NPD-Demonstration ein breiter zivilgesellschaftlicher Protest organisiert, um die Ablehnung der menschenverachtenden und antidemokratischen Parolen der Rechtsextremen zum Ausdruck zu bringen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Aus Anlass der für den 16. Juli 2011 angemeldeten NPD-Demonstration in Gießen hat die Gießener Politikwissenschaftlerin Dr. Alexandra Kurth das Buch „Die NPD. Fakten – Hintergründe – Kritik“ herausgegeben. Die Aufsätze des Bandes, der am 14. Juli 2011 vorgestellt wurde, sind im Sommersemester 2011 im Rahmen eines universitären Seminars für Lehramtsstudierende entstanden. Absolut vorbildlich: In der mittelhessischen Universitätsstadt hat sich gegen die geplante NPD-Demonstration ein breiter zivilgesellschaftlicher Protest organisiert. So haben sich unter anderem <a href="http://www.giessen-bleibt-bunt.de/das-buendnis/index.html" target="_blank">mehr als 200 Organisationen </a>– darunter das <a href="http://www.nbkk.de/" target="_blank">Netzwerk für politische Bildung, Kultur und Kommunikation</a> – im Bündnis <a href="http://www.giessen-bleibt-bunt.de/" target="_blank">„Gießen bleibt bunt. Gemeinsam gegen Nazis</a>“ zusammengeschlossen, um ihre Ablehnung der menschenverachtenden und antidemokratischen Parolen der Rechtsextremen zum Ausdruck zu bringen.</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter" style="text-align: justify;">
<dl id="attachment_4438" class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2009/09/motiv_nonpd_transparent.jpg"><img class="size-full wp-image-4438" title="motiv_nonpd_transparent" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2009/09/motiv_nonpd_transparent.jpg" alt="" width="500" height="547" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Transparent der Kampagne für ein NPD-Verbot</dd>
</dl>
</div>
<p style="text-align: justify;">Aufgrund des aktuellen Anlasses wurde das vorgesehene Thema „Schule und Rechtsextremismus“ modifiziert und spezifiziert, aus einer „gewöhnlichen “ universitären Lehrveranstaltung wurde ein Projektseminar, das das ohnehin knappe Zeitbudget der Studierenden wie auch der Seminarleiterin weit über das übliche Maß hinaus beanspruchte. Das ist keine Selbstverständlichkeit, erst recht nicht vor dem Hintergrund, dass es sich bei dem Seminar um eine grundwissenschaftliche Veranstaltung handelte. Damit waren nicht nur Studierende des Unterrichtsfaches „Politik und Wirtschaft“ beteiligt.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Verpflichtung aller Lehramtsstudierenden (ganz unabhängig von der eigenen Fächerkombination), Politikwissenschaft als Grundwissenschaft zu studieren, stellt eine Besonderheit der hessischen Lehramtsausbildung dar und ist eine Konsequenz aus der historischen Erfahrung des Scheiterns der Weimarer Demokratie und der ungeheuerlichen Verbrechen des Nationalsozialismus. Die Themenauswahl orientierte sich am Erkenntnisinteresse der beteiligten Studierenden, alle Texte eint die entschiedene Parteilichkeit für die bundesrepublikanische Demokratie mit dem Grundgesetz als Norm und damit die Ablehnung des Demonstrations-Mottos „Das System ist am Ende – Wir sind die Wende.“</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/07/UmschlagBdIV.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-18909" title="UmschlagBdIV" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/07/UmschlagBdIV-231x300.png" alt="" width="231" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Florian Harbig und Christian Schneider vergleichen die Programmatik der NSDAP mit der der NPD, Nicolai Fritzsche und Lara Wirth das Menschenbild der NPD mit dem des Grundgesetzes. Katharina Huft und Juliana Ostrowizki verweisen auf die Unvereinbarkeit der ausländerpolitischen Forderungen der NPD mit den Grundrechten. Alexandra Hofmann, Marius Hummizsch und Sebastian Rachor interpretieren die Globalisierungskritik der NPD als „Spiel mit den Ängsten“ von Teilen der Bevölkerung. Mirjam Elett und Jasmin Kropp setzen sich mit der Finanzierung der NPD, insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Finanzskandale der Partei, auseinander. Eileen Kirsten und Carmen Mittelstädt beschreiben das „Scheitern des NPD-Verbotsverfahrens“, das 2003 seitens des Bundesverfassungsgerichts nicht aus inhaltlichen, sondern aufgrund der sogenannten V-Mann-Affäre aus formalen Gründen eingestellt werden musste.</p>
<p style="text-align: justify;">Marcus Ahlheim und Reinhold Tissen zeigen, wie die NPD soziale Netzwerke im Internet strategisch zu nutzen versucht, Michael Schwesinger beschreibt das Interesse der NPD an Ehrenämtern im Sport, André Goldberg befasst sich mit dem Thema Rechtsrock. Isabelle Fischer und Katharina Schäfer thematisieren die 2010 beschlossene, aber bislang aus rechtlichen Gründen noch nicht vollzogene Fusion von NPD und Deutscher Volksunion (DVU). Tobias Schmidt analysiert „Organisation und Auftreten“ der JN. Andreas Bork, Nadine Müller und Margarita Schmidt stellen die Beziehungen von Autonomen Nationalisten (AN) und NPD dar. Anna Damköhler und Katharina Völlinger stellen die wichtigsten Symboliken innerhalb der rechtsextremen Szene vor.</p>
<p style="text-align: justify;">Alexandra Kurth erläutert, warum es in der Regel sinnlos ist, NPD-Demonstrationen verbieten zu wollen. Leo Johannes Freund, Lena Hoffmann, Cinderella Krämer, Melanie Lohberger, Mario Schappert und Moritz Schmandt haben eine Chronik der NPD, Ausstiegsmöglichkeiten aus der rechtsextremen Szene, eine kommentierte Internetlinks-Liste und eine Auswahlbibliografie zum Weiterlesen erstellt. Allen beteiligten Studierenden dankte Alexandra Kurth herzlichst für ihr großes Engagement.</p>
<p style="text-align: justify;">Alle Meldungen aus der Rubrik &#8220;<a href="http://npd-blog.info/category/literatur-zum-thema/">Literatur zum Thema</a>&#8220;</p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=18888&amp;md5=f77434bda74576bd2491e6efd28717d9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Studie: &#8220;Rechtsextremismus unter älteren Menschen ein Tabuthema&#8221;</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/05/27/studie-rechtsextremismus-unter-alteren-menschen-ein-tabuthema/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 09:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Rechtsextrem sind vor allem junge Menschen? Der Sozialwissenschaftlicher Dr. Peter-Georg Albrecht von der Hochschule Magdeburg-Stendal hat am 27. Mai 2011 in Berlin eine Studie vorgestellt, die zeigt, dass diese Sicht zu eingeschränkt ist. Seine Studie heißt „Zivilgesellschaftliches Engagement älterer Menschen gegen Rechtsextremismus“ und ist mit der Unterstützung der Amadeu Antonio ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Rechtsextrem sind vor allem junge Menschen? Der Sozialwissenschaftlicher Dr. Peter-Georg Albrecht von der Hochschule Magdeburg-Stendal hat am 27. Mai 2011 in Berlin eine Studie vorgestellt, die zeigt, dass diese Sicht zu eingeschränkt ist. Seine Studie heißt „Zivilgesellschaftliches Engagement älterer Menschen gegen Rechtsextremismus“ und ist mit der Unterstützung der Amadeu Antonio Stiftung entstanden, die sie nun auch veröffentlicht. Peter-Georg Albrecht stellt fest: „Rechtsextremismus ist unter älteren Menschen ein absolutes Tabuthema – es herrscht Sprachlosigkeit. Dabei werden Wahlen mehr und mehr durch ältere Menschen entschieden. Wenn wir nicht wollen, dass ältere Wählerinnen und Wähler rechtsextreme Parteien wählen, müssen wir mit ihnen über diese Ideologie sprechen.“ Albrecht plädiert deswegen für eine bewusste Präventionsarbeit mit älteren Menschen und fordert: „Ältere Menschen brauchen positive Vorbilder, jemanden, der sie mitnimmt auf Veranstaltungen oder zu gemeinschaftlichen Aktivitäten.“</p>
<div id="attachment_18492" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/05/studie.jpg"><img class="size-medium wp-image-18492" title="studie" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/05/studie-300x200.jpg" alt="Studie &quot;Zivilgesellschaftliches Engagement älterer Menschen gegen Rechtsextremismus&quot;" width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Studie &quot;Zivilgesellschaftliches Engagement älterer Menschen gegen Rechtsextremismus&quot;</p></div>
<p style="text-align: justify;">Die Bundestagsvizepräsidentin a.D., Prof. Dr. Rita Süssmuth, weist zur Studien-Veröffentlichung darauf hin: „Jede Generation muss aufs Neue lernen, die Demokratie zu verteidigen, weil sich auch die Art der Angriffe verändert.“ Die Studie nehme eine bisher in der Forschung vernachlässigte Generation in den Blick. „Gleichzeitig gibt es für die Gruppe älterer Menschen viel zu wenig Angebote und Förderung präventiver Programme gegen Rechtsextremismus.“ Diese Kombination sei gerade in Zeiten besorgniserregend, in denen rechte Parteien in vielen unserer Nachbarländer in die Parlamente und Regierungen einziehen. „Deswegen darf sich die Rechtsextremismusprävention nicht länger allein auf Jugendliche beschränken. Die Zivilgesellschaft und die Politik müssen ältere Menschen gezielt ermutigen, sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren. Die Verteidigung demokratischer Werte muss in allen Altersgruppen verankert und gefördert werden. Jung und Alt können hier voneinander lernen und profitieren.“</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Wechselwirkung zwischen jungen und alten Menschen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Der Koordinator der Amadeu Antonio Stiftung, Timo Reinfrank, wies auf die Wechselwirkung zwischen jungen und alten Menschen bei der Entstehung rechter Gewalt hin: „Ältere bringen mitunter Ressentiments und Vorurteile ins Spiel – und mit den Jüngeren kommt dann die Gewalt hinzu. Dies darf nicht unterschätzt werden.“ Zudem wie er darauf hin, dass Rechtsextreme bereits gezielt Seniorinnen und Senioren ansprechen: „Für die rechtsextreme Szene sind ältere Menschen schon länger eine interessante Zielgruppe. Neonazis tragen mit Volkstanz, Lieder- und Heimatabende zu einer eigenen rechtsextremen Erlebniswelt für ältere Menschen bei. Rechtsextreme Liedermacher wie Jörg Hähnel gehen gezielt in Seniorenwohnheime, um dort Liederabende zu veranstalten, und bieten – nachdem man sich kennengelernt hat, auch Fahrdienste zu Wahlen an &#8211; Wahlempfehlungen inklusive. Dementsprechend berücksichtigt die NPD in ihren Wahlprogrammen auch gezielt ältere Wählerinnen und Wähler.“</p>
<p style="text-align: justify;">Zusammen mit der AWO ist die Amadeu Antonio Stiftung bereits mit dem Projekt &#8220;Generation 50plus aktiv im Netz gegen Nazis&#8221; in der Altenarbeit aktiv. Generationsübergreifend entwickeln ältere Menschen gemeinsam mit Jugendlichen auf www.netz-gegen-nazis.de Strategien gegen Rechtsextremismus. Ältere werden dabei fit gemacht in der Nutzung interaktiver Internetangebote, über Argumentationsstrategien Rechtsextremer im Internet und über entsprechende Gegenstrategien geschult. Eine der Erfahrungen des Projekts ist, dass viele ältere Menschen durchaus auf der Suche nach einem sinnvollen gesellschaftlichen Engagement sind und die Kombination mit dem Erlernen neuer Fähigkeiten – hier Nutzung des Web 2.0 – einen Anreiz darstellt, bisher vorhandene Interessen in Engagement zu wandeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Studie steht ab dem 27. Mai, 11 Uhr zum Download bereit: <a href="http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/von-frueher-lernen.pdf">http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/von-frueher-lernen.pdf</a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=18491&amp;md5=5cf9a24c65d107d2fc1d7cd232c2a05a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Angriff der Eliten: Von Spengler bis Sarrazin</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Apr 2011 04:19:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Neue Rechte]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Hamburger Historiker Volker Weiß hat mit dem Buch "Deutschlands Neue Rechte - Angriff der Eliten - Von Spengler bis Sarrazin" einen äußerst lesenswerten und erhellenden Beitrag zu der sogenannten Sarrazin-Debatte veröffentlicht. Weiß untersucht die deutsche Untergangsliteratur seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und fördert aufschlussreiche Details ans Tageslicht.

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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Der Hamburger Historiker und Publizist Volker Weiß hat mit dem Buch &#8220;Deutschlands Neue Rechte &#8211; Angriff der Eliten &#8211; Von Spengler bis Sarrazin&#8221; einen äußerst lesenswerten und erhellenden Beitrag zu der sogenannten Sarrazin-Debatte veröffentlicht. Weiß untersucht die deutsche Untergangsliteratur seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und fördert aufschlussreiche Details ans Tageslicht.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Patrick Gensing</em></p>
<p style="text-align: justify;">So wird deutlich, dass Sarrazins Texte Beispiele eines Phänomens sind, das sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland immer wieder finden lasse &#8211; nämlich &#8220;die Beschwörung des Untergangs der eigenen Kultur, meist in Verbindung mit demographischen Berechnungen und dem Ruf nach einer starken Elite&#8221; (S. 11). Aus dem konservativen Klagen vom allgemeinen Sittenverfall sei bereits am Ende des 19. Jahrhunderts &#8220;das Verlangen nach einer offensiven Abwehr der Moderne&#8221; (S. 12) gewachsen, analysiert Weiß. Er verweist beispielsweise auf die Erstpublikation von Oswald Spengler &#8220;Untergang des Abendlandes&#8221; aus dem Jahr 1918, in dem die gleichen Symptome des Verfalls aufgeführt würden wie bei Sarrazin: Vermassung, Dekadenz und Verlust der eigenen Identität. Auch die vorgeschlagenen Heilmittel gleichen sich demnach: die &#8220;Stärkung&#8221; der Nation durch Opfergang und Disziplinierung der Masse bei Absonderung des &#8220;sozialen Ballasts&#8221; und Herausbildung einer nationalen Elite.</p>
<div id="attachment_13736" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/corel10.jpg"><img class="size-medium wp-image-13736" title="corel" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/corel10-300x196.jpg" alt="Sarrazin auf den Seiten der NPD (Screenshot vom 11.9.2010)" width="300" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">Sarrazin auf den Seiten der NPD (Screenshot vom 11.9.2010)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Weiß zeigt, dass sich die Vorgehensweise und Argumentationen der unterschiedlichen Autoren nicht nur ähneln, sondern auch eng mit der Forderung nach einer Entmündigung der Masse daherkamen. Die Fähigkeit der Menschen zur Selbstbestimmung werde dabei grundsätzlich in Frage gestellt, so Weiß.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Folgenden untersucht Weiß beispielsweise Schriften von Oswald Spengler und Edgar Julius Jung. Dazu stellt er fest: &#8220;Folgt man den Prognosen Jungs und berücksichtigt dann noch den Blutzoll der kommenden Kriegsjahre, so wären die Deutschen bereits im vergangenen Jahrhundert verschwunden.&#8221; (S. 20) Zu den Schriften von Arnold Gehlen stellt Weiß fest:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Stand bei den Elitentheoretikern [...] vor 1945 der Staat außerhalb der Kritik, so beginnt man dem Staat in dem Moment zu misstrauen, in dem er demokratische Formen annimmt.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Weiß untersucht auch Schriften von Hans-Jürgen Syberberg, dem er bescheinigt, in seinem Schaffen unfreiwillig eine besondere Misere der rechten Kulturkritik zu zeigen: Syberberg, der unter den Schuldzuweisungen der Welt an das Deutsche Reich leide und die nationale Identität der Deutschen unrechtmäßig auf Hitler reduziert sehe, arbeite sich in seinem Werk eben an jener Thematik ab. Bei Syberberg könne Masse zudem erst durch die Rückbesinnung auf die nationale Identität wieder &#8220;Volk &#8220;werden. Hier wird ein wichtiger Gegensatz zwischen Masse und &#8220;Volk&#8221; thematisiert, wie er auch für das Verständnis von Sarrazins Thesen elementar ist. Denn einerseits wird dieser als &#8220;großer kleiner Mann&#8221; gefeiert, andererseits schimpft er über die faule Masse. Einerseits beruft man sich auf das authentische Volk, andererseits muss es eine Abgrenzung zur entfremdeten Masse geben.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Angst vor der Masse insbesondere als politisches Subjekt hebt Weiß als verbindendes Element zwischen vielen Untergangspropheten hervor. Er verweist darauf, dass Sarrazins Interview mit dem &#8220;Lettre International&#8221; den Titel &#8220;Klasse statt Masse &#8211; Von der Hauptstadt der Transferleistungsempfänger zur Metropole der Eliten&#8221; getragen habe. Die Struktur des antiegalitären Ressentiments habe sich kaum gewandelt, so Weiß weiter, auch wenn sich Populisten gerne auf den Willen &#8220;des Volkes&#8221; beriefen, liege ihrem Elitismus eine tiefe Verachtung der republikanischen Staatsform zugrunde. (S. 77) In Bezug auf Sarrazin stellt Weiß fest, dass dieser die Probleme des bankrotten Berlins auf den Bund übertrage. Um sachliche Objektivität zu suggerieren, werde mit angeblich objektiv unumstößlichem Material gearbeitet. &#8220;Diese der Statistik innewohnenden Macht des &#8220;Faktischen&#8221; zeigt sich im exzessiven Umgang von Autoren wie Edgar Julius Jung&#8221; mit diesen Daten. (S. 74). Sarrazins Zeitdiagnostik des Jahres 2010 sei der Edgar Julius Jungs von 1927 durchaus ähnlich, meint Weiß. Jung schrieb über &#8220;minderwertigen Nachwuchs am Volkskörper&#8221;, der zu einer immer größeren Gefahr werde. Sarrazin formuliert so: &#8220;Über die schiere Abnahme der Bevölkerung hinaus gefährdet vor allem die kontinuierliche Zunahme der weniger Tüchtigen und Stabilen [...] die Zukunft Deutschlands.&#8221; Sarrazins Werk erinnere zudem an einen Begründer der &#8220;Rassenhygiene&#8221;, den amerikanischen Zoologen Madison Grant, meint Weiß. Grant habe bereits 1916 in seinem Buch &#8220;Der Untergang der großen Rasse&#8221; den Amerikanern einen galoppierenden Staats- und Kulturverfall prophezeit, wenn sie weiterhin die Einwanderung &#8220;niederer Rassen&#8221; duldeten. (S. 84). Vor allem beerbe Sarrazin aber die klassissche Sozialhygiene, wie sie um die Zeit des Ersten Weltkriegs etwa der Sozialdemokrat Alfred Grotjahn propagiert habe.</p>
<p style="text-align: justify;">In dem Kapitel &#8220;Falsche Propheten&#8221; geht Weiß der Frage nach, inwieweit Sarrazin als Sozialdemokrat bezeichnet werden könne. Auf den ersten Blick sei das Buch &#8220;Deutschland schafft sich ab&#8221; eine protestantische Moralpredigt, schreibt der Autor (S. 110), zur Mehrung von Gemeinwohl und Lebensglück durch Tüchtigkeit sowie Ehrlichkeit &#8211; und somit tief sozialdemokratisch. Vor allem an den Stellen des Buches, in denen er konkrete Schritte vorschlage, argumentiere Sarrazin sozialdemokratisch, meint Weiß. So fordere Sarrazin nicht weniger Staat, wie beispielsweise seine Fans von der rechtsradikalen &#8220;Jungen Freiheit&#8221;, sondern beispielsweise mehr Sonderförderungen und Ganztagsschulen. Mit konservativen Leitbildern habe dies nicht zu tun.Auch der Beifall der NPD, die sich gerne als Anwältin des autochthonen Subproletariats etablieren möchte, passe nicht zur demonstrativen Abneigung Sarrazins gegen die deutsche Unterschicht. &#8220;Solche Unstimmigkeiten [...] werden von Sarrazins Unterstützern jedoch diskret unter dem Teppich gekehrt.&#8221; (S. 112) Hier liege aber auch der Schlüssel zum Erfolg Sarrazins, da dieser für jeden ein Angebot habe. (S. 114) Hätte sich Sarrazin in seiner Arbeit auf die Feststellung beschränkt, in deutschen Großstädten gebe es gravierende soziale Probleme, er wäre Sozialdemokrat geblieben, meint Weiß.</p>
<p><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/04/sarrazinweiss.jpg"><img class="size-medium wp-image-18014" title="sarrazinweiss" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/04/sarrazinweiss-300x300.jpg" alt=" " width="300" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: justify;">Sarrazins &#8220;revolutionäre&#8221; Erkenntnisse bestünden vor allem in dem Auftragen historisch längst desavouierter Denkweisen, urteilt der Autor. Diese führten stets zur Forderung nach der Herausbildung einer zur Herrschaft berufenen Elite. Der Verweis auf angeborene Dummheit der unteren Schichten diente allerdings als Herrschaftsargument privilegierter Gruppen, das &#8220;müsste dem Sozialdemokraten Sarrazin aus der eigenen Parteigeschichte bekannt sein&#8221; (S. 117). Mit dieser Denkfigur verlasse Sarrazin bereits dem Rahmen des sozialdemokratischen Diskurses. Zudem werde das gesellschaftliche Klima für Migranten in Deutschland noch schlechter, so dass die hochqualifizierten Deutsch-Türken das Land verlassen, wie bereits zu beobachten ist, Sarrazin erreiche damit das Gegenteil von dem, was er vorgebe, erreichen zu wollen.</p>
<p style="text-align: justify;">Sarrazin habe viel mehr eine Debatte in den Mainstream eingeführt, die zuvor jahrzehntelang ausschließlich am rechten Rand geführt worden sei, meint Weiß. Der angestoßene Diskurs habe damit Kreise erreicht, die etwa die NPD niemals hätte ansprechen können. Die Angst vor der Verdummung werde dabei auch von den integrierten Hauptakteuren  der Verdummung vorgetragen, so Weiß, also von BILD bis RTL2. Die Untergangspropheten seien eng im Bunde mit jenen, vor denen sie warnen. Auf diese Neue Rechte müsse sich die Gesellschaft künftig einstellen, bilanziert der Autor.</p>
<p style="text-align: justify;">Weiß schafft mit seinem Werk einen hervorragenden Einstieg in die deutsche &#8220;Untergangsliteratur&#8221; und verbindet historische Erkenntnisse mit aktuellen Debatten. Besonders aufschlussreich sind die Gegensätze innerhalb der Sarrazin-Anhängerschaft, welche durch vielfältige Angebote des Demagogen in den Hintergrund treten.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Volker Weiß liest am 03. November 2011 um 20.00 Uhr im Buchladen in der Osterstraße 171 aus seinem Buch. Teilnahmebeitrag: 5 Euro.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;"> <a href="http://www.amazon.de/Deutschlands-Rechte-Angriff-Spengler-Sarrazin/dp/3506771116/ref=as_li_wdgt_js_ex?&amp;camp=2474&amp;linkCode=wey&amp;tag=nbi-21&amp;creative=9006" target="_blank">Das Buch bei Amazon.</a></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://npd-blog.info/2011/02/21/npd-in-nrw-zwischen-an-spastis-und-onkel-thilo/" rel="bookmark">NPD in NRW: Zwischen “AN-Spastis” und “Onkel-Thilo”</a>, <a href="http://npd-blog.info/2010/11/09/prekare-partystimmung-bei-der-jungen-freiheit/" rel="bookmark">Junge Freiheit: Prekäre Partystimmung</a>, <a href="http://npd-blog.info/2010/10/12/simplifizieren-polarisieren-ausgrenzen/" rel="bookmark">Integrationsdebatte: Simplifizieren, polarisieren, ausgrenzen</a>, <a href="http://npd-blog.info/2010/10/07/integrationsdebatte-wann-habt-ihr-fertig/" rel="bookmark">Integrationsdebatte: Wann habt Ihr fertig?</a></p>
<p><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/0b616a001a8d408ba49f849c2736edb2" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=18013&amp;md5=77c4a8d660b03b60af28006095df7bc8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Volksgemeinschaft: Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus&#8221;</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/03/23/volksgemeinschaft-neue-forschungen-zur-gesellschaft-des-nationalsozialismus/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 23:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Headline]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Buch „Volksgemeinschaft. Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus“ werden von verschiedenen AutorInnen neuere Forschungsergebnisse vorgestellt, die einen zentralen Topos der NS-Propaganda, nämlich der deutschen „Volksgemeinschaft“, untersuchen.

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			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Im Buch „Volksgemeinschaft. Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus“ werden von verschiedenen AutorInnen neuere Forschungsergebnisse vorgestellt, die einen zentralen Topos der NS-Propaganda, nämlich der deutschen „Volksgemeinschaft“, untersuchen.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Jochen Böhmer für NPD-BLOG.INFO</em></p>
<p style="text-align: justify;">Die beiden Herausgeber, Frank Bajohr und Michael Wildt, betonen bereits in der Einleitung zu diesem Band, dass der untersuchte Begriff keineswegs eine Erfindung der Nazis war. Bereits „lange vor 1933 gehörte die ‚Volksgemeinschaft’ zu den am meisten gebrauchten Termini politischer Kommunikation“ (S. 10). Weiterhin betonen sie die dynamische und mobilisierende Funktion dieses Konzepts für die deutsche Bevölkerung, die aktive Umsetzung im Alltag im Sinne einer „Herrschaft als sozialer Praxis“ (ebda.) und natürlich auch die In- und Exklusionsmechanismen der nationalsozialistischen „Volksgemeinschaft“ für die Menschen der damaligen Zeit.</p>
<div id="attachment_17513" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/03/volksgemeinschaft.jpg"><img class="size-medium wp-image-17513" title="volksgemeinschaft" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2011/03/volksgemeinschaft-300x300.jpg" alt="Volksgemeinschaft: Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Volksgemeinschaft: Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus</p></div>
<p style="text-align: justify;">Im Aufsatz „Die Ungleichheit des Volkes“ wird anhand von vielerlei Beispielen die Attraktivität des Konzeptes der „Volksgemeinschaft“ bereits in der Weimarer Republik deutlich gemacht. Der Autor verweist auf die fast schon metaphysische Bedeutung des Begriffes „Volk“ in Deutschland, der sich selbst bis in die Verfassung von Weimar niederschlug. Eindeutig festzuhalten bleibt aber, dass der Antisemitismus die NS-Volksgemeinschaft konstituierte, während z. B. die Gemeinschaftsideologien in und auch vor der Weimarer Republik „Juden und Sozialdemokraten“ (S. 37) mit einschloss.</p>
<p style="text-align: justify;">Zwei Beiträge befassen sich dem schwedischen „Volksheim“ und dem englischen Konzept des „People´s War“, welches anhand der „Moral“ im Bunker untersucht wird. Hierin werden sowohl Analogien zum Konzept der NS-Volksgemeinschaft herausgearbeitet, aber auch die Differenzen betont, die zwischen einem totalitären Führerstaat und demokratisch verfassten Gesellschaften bestehen. Interessant sind neben historischen Fakten (z. B. die Ausgrenzung von sozial unangepassten Menschen in Schweden, die über einen langen Zeitraum sogar sterilisiert wurden) ebenso die Auswirkungen von Leistungs- und Nützlichkeitskriterien, die auch in demokratischen Gesellschaften immer vorhanden sind. Dennoch ist gerade im Verweis auf England bzw. zur „Moral“ im Bunker zu betonen, dass dort „Selbstmobilisierung, Ungleichheit und Gewalt“ (S. 141) in völlig anderer Weise zum tragen kamen.</p>
<p style="text-align: justify;">Im Aufsatz „Inklusion und Exklusion im ‚Dritten Reich’“ wird unter Rekurs auf Luhmanns Systemtheorie dargelegt, wie eine Mitgliedschaft in der NSDAP Mechanismen der weiteren Inklusion bzw. der Aufstiegsmöglichkeit für die deutschen „Volksgenossen und Volksgenossinnen“ bot. Natürlich muss man hierbei immer mitdenken, dass diese Inklusion für die „Gegner“ der NSDAP Exklusion, Ausschaltung und letztlich auch Ermordung bedeutete. Etwa „68 Millionen“ (S. 18.) Menschen waren damals in die NS-Organisationen in Deutschland eingebunden. Somit wird das Potenzial dieser (Selbst-)Mobilisierung der Gesellschaft deutlich, die den Individuen in allen möglichen gesellschaftlichen Systemen begegnete. „Mitglieder besaßen Möglichkeiten, von denen Nichtmitglieder ausgeschlossen blieben.“ (S. 76)</p>
<p style="text-align: justify;">Ganz zentral gilt festzuhalten, dass die NS-Volksgemeinschaft keine egalitäre Gemeinschaft darstellte (und auch nicht darstellen sollte!), sondern Leistungssteigerung im Dienste der „rassistischen Mobilisierung“ (S. 10) zum Ziel hatte und innerhalb der Gemeinschaft starke Ungleichheit vorherrschte. Dies ist auch für heutige Argumentationen gegen Neonazis aktuell, die die Volksgemeinschaft häufig glorifizieren oder mythisch verklären. Diese Ungleichheitstendenzen zeigt der Aufsatz „Dynamik und Disparität“ am Beispiel der Rüstungsmobilisierung. Im Deutschen Reich bildeten sich starke regionale Unterschiede heraus, zwischen „Gewinner- und Verlierer-Regionen“ (S. 79). So zählte z. B. die Stadt Rostock (mit den Heinkel-Werken) zu den Gewinnern des Rüstungsbooms. Die Landwirtschaft hingegen verlor zwischen 1933 und 1938 „21 % ihrer Arbeitskräfte“ (S. 83), während z. B. die chemische Industrie einen „Beschäftigungszuwachs von 28 %“ (ebda.) verzeichnete. Darüber hinaus sind auch starke Lohnunterschiede zu beobachten gewesen. Gerade die Beschäftigten in der Flugzeugindustrie sahen sich als eine Art „Elite“, die sich „dünkelhaft“ (S. 85) gegenüber anderen ArbeiterInnen verhielt. Somit wurde wahr, was der im Aufsatz zitierte Parteiideologe Alfred Rosenberg verkündete: „Den Nationalsozialismus zeichne vielmehr ein ‚Bekenntnis zur Ungleichheit und Ungleichwertigkeit des Menschen’ aus.“ (S. 89)</p>
<p style="text-align: justify;">Ein weiterer Aufsatz beschäftigt sich mit der Geschlechterfrage in der NS-Volksgemeinschaft. Zwar waren Frauen einerseits durch die traditionelle NS-Ideologie an Heim und Herd gefesselt, andererseits gelang aber eine „Flexibilisierung der Stereotype“ (S. 99) von Geschlecht, ohne diese in ihren Fundamenten zu entkräften. Deutlich wurde dies in der Mobilisierung der Frauen zum Zwecke der Produktion in den letzten Kriegsjahren, die der eigentlichen NS-Ideologie völlig widersprachen. Zum Abschluss dieses Aufsatzes wird noch einmal darauf verwiesen, dass es sehr wenige Prozesse gegen Frauen gab, obwohl das „Engagement“ (S. 103) vieler Frauen doch ganz erheblich war.</p>
<p style="text-align: justify;">Besonders erschreckend sind für den bzw. die heutige LeserIn die Aufsätze, die sich um nationalsozialistische „Volkstumspolitik“ im Warthegau bzw. mit der Frage der sog. „Mischlingen“ beschäftigen. An den Problemen, vor denen die RassepolitikerInnen standen, wird zunächst deutlich, wie irrsinnig die Einteilung von Menschen in „Rassen“ und nach „Blutszugehörigkeit“ ist. Im besetzten Polen „konnte potenziell jeder Pole ein Deutscher sein wie umgekehrt jeder Volksdeutsche nicht unbedingt auch deutsch sein musste“ (S. 108), was eben an der „großen Verschiedenartigkeit der Bevölkerung“ (S. 107) lag. Auch beim Konstrukt der jüdischen „Mischlinge“ standen die RassenideologInnen vor großen Problemen: „Und wenn ‚jüdisches Blut’ so gefährlich zersetzend wirkte: Müssten die Maßnahmen dann nicht auch solche mit einem Viertel-, einem Achtel, einem 16tel-Anteil einschließen? Gab es Personen, bei denen der ‚deutsche’ Blutsanteil höher wog als der jüdische, die also von Restriktionen auszunehmen waren? Galt das für ganze Familien oder das einzelne Individuum?“ (S. 145) Solche Fragen führten zu Ungleichbehandlungen, denn in den konkreten Alltagshandlungen musste der „Volksgenosse“ alleine entscheiden (S. 147), wie z. B. mit einem „Mischling“ umgegangen werden sollte.</p>
<p style="text-align: justify;">Zum Ende des Buches wird auf die Erinnerungen an die „Volksgemeinschaft“ in der Nachkriegszeit Bezug genommen. Zunächst weisen auch aktuelle Umfrageergebnisse darauf hin, dass ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung hierzulande in der „Volksgemeinschaft“ mit einer starken Partei eine Alternative zum bestehenden Parteiensystem sieht (ca. 25 %). Während in der unmittelbaren Nachkriegszeit eine „’Volksgemeinschaft’ ohne Führer“ (S. 167) zu konstatieren sei, die sich u. a. darin manifestiert, dass sich das deutsche Volk als vom Führer missbraucht selbst viktimisiert, geht es im lokalen Gedenken häufig um die Erfolgsgeschichte des Wiederaufbaus. Zwar gibt es auch in diesen Diskursen immer wieder Anknüpfungspunkte an eine Gemeinschaftsideologie, allerdings geht es nicht um die Herstellung von völkischer „Homogenität oder um rassisch begründete Exklusion, sondern um eine kollektive Mobilisierung im Dienste des Wiederaufbaus“ (S. 174). Besonders interessant ist die Erinnerung von ZeitzeugInnen an die Volksgemeinschaft. Trotz oft nachteiligen Erzählungen und Erlebnissen wird im Kontrast zur Gegenwart die damalige Gesellschaft beschönigt.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Buch ist ein wichtiger Beitrag um der Verklärung der NS-Volksgemeinschaft, sowohl in Erzählungen, als auch in der direkten Konfrontation mit neonazistischer Propaganda, entgegenzutreten. Es verhilft dem bzw. der LeserIn darüber hinaus, Kontinuitäten des Gedankens der „Volksgemeinschaft“ auch in der Nachkriegsgesellschaft leichter aufzuspüren. Außerdem bietet es Ansätze, um antihumanes Denken, im Sinne von gewalttätig hergestellten Kollektiven, weiter zu entlarven.</p>
<p style="text-align: justify;"><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3596183545&#038;ref=qf_sp_asin_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe><br />
 </p>
<p style="text-align: justify;">Volksgemeinschaft<br />
Neue Forschungen zur Gesellschaft des Nationalsozialismus<br />
Herausgegeben von Frank Bajohr und Michael Wildt</p>
<p>http://www.fischerverlage.de/buch/Volksgemeinschaft/9783596183548?_navi_area=fv_home&#038;_navi_item=03.00.00.00</p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=17512&amp;md5=ca653941fead82c97b8b59a2dc4974b4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Lesetipp: Heile Welten</title>
		<link>http://www.publikative.org/2011/02/08/lesetipp-heile-welten/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Feb 2011 11:10:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[<iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3446235787&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3446235787&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=16620&amp;md5=98ed312841eb57c746b0a3b84f047fd1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rechtsextremismus auf dem Dorf: Zwischen Lageanalysen und Zonen der Angst</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 12:02:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Kein Ort für Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[MVP]]></category>

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		<description><![CDATA[Wissenschaftler der Universitäten Rostock und Greifswald haben eine Studie über Strategien gegen Rechtsextremismus auf dem Land vorgelegt. Die Forscher betonen, das in Großstädten übliche Vorgehen helfe den Einwohnern in Dörfern kaum. Dierk Borstel, Mitautor der Studie, forderte seriöse Lageanalysen und warnte vor Zonen der Angst.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Wissenschaftler der Universitäten Rostock und Greifswald haben eine Studie über Strategien gegen Rechtsextremismus auf dem Land vorgelegt. Die Forscher betonen, das in Großstädten übliche Vorgehen helfe den Einwohnern in Dörfern kaum. Dierk Borstel, Mitautor der Studie, betonte im NDR zunächst, es gebe eine differenzierte Lage auf dem Land in MVP. Teilweise träten Neonazis als Kümmerer auf, teilweise seien aber auch gar keine rechtsextremen Strukturen vorhanden, dies variiere von Dorf zu Dorf. Fast überall gebe es hingegen ein grundsätzliches Problem, nämlich die fehlende &#8220;demokratische Infratstruktur&#8221; auf Dörfern.</p>
<div id="attachment_10062" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/04/corel.jpg"><img class="size-medium wp-image-10062 " title="corel" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/04/corel-300x223.jpg" alt="" width="240" height="178" /></a><p class="wp-caption-text">Neonazis bei einem Fußballturnier (Screenshot &quot;Die Tragödie in der Provinz&quot;)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Zudem funktionierten Dörfer ganz anders als Städte, so Borstel: &#8220;Jeder kennt jeden, man kann sich nicht aus dem Weg gehen.&#8221; Dies sei eine andere Basis als im städtischen Raum. Man sei bei den Untersuchungen auch auf ganze &#8220;Zonen der Angst&#8221; gestoßen. Daher sei es wichtig, zunächst eine lokale Lageanalyse vorzunehmen. Zunächst müsse ehrlich, möglicherweise auch mit Hilfe von außen, festgestellt werden, wie groß das rechtsextreme Potenzial sei. Dann müsste eine &#8220;seriöse Beschreibung der eigenen Potenziale&#8221; folgen, also was kann man eigentlich leisten. Daraus könnten realistische Ziele abgeleitet werden. Das Buch soll helfen, diese Ziele zu formulieren, denn oft werde erst gehandelt, wenn sich ein Problem nicht mehr ignorieren lasse. Auch eine vernünftige Lageanalyse sei selten.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ein aktuelles Beispiel, wie Rechtsextremismus ignoriert und geduldet wird, weil keine seriöse Lageanalyse zugelassen wird, ist die Gemeinde Limbach-Oberfrohna in Sachsen: <a href="http://npd-blog.info/2010/11/16/zum-beispiel-limbach-oberfrohna/" target="_blank">Ignorant gegen Rechts: Zum Beispiel Limbach-Oberfrohna</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Borstel und andere Wissenschaftler aus Mecklenburg-Vorpommern haben bereits mehrere wertvolle Studien zum Rechtsextremismus in dem Bundesland vorgelegt, beispielsweise über die Arbeit der NPD im Landtag oder auch zu dem Auftreten der Neonazis in den Kommunen. </p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die Studie über Gegenstrategien im ländlichen Raum ist leider nicht online verfügbar.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Allerdings sind die Erkenntnisse in Sachen Dorf zwar richtig und auch wichtig für die Entwicklung von Strategien, aber auch nicht ganz neu. Im Juni 2007 hatte die Grüne-Bundestagsfraktion die Ergebnisse der Studie ‘Grenzen lokaler Demokratie -Zivilgesellschaftliche Strukturen gegen Nazis im ländlichen Raum’ vorgestellt.</p>
<div id="attachment_9481" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/03/corel5.jpg"><img class="size-medium wp-image-9481" title="corel" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/03/corel5-300x162.jpg" alt="Neonazistische Lokalblättchen sind in einigen Regionen fast konkurrenzlos." width="300" height="162" /></a><p class="wp-caption-text">Neonazistische Lokalblättchen sind in einigen Regionen fast konkurrenzlos.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Die Bundestagsabgeordnete Monika Lazar, Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus, kommentierte damals, ohne die Offenheit der Bürgermeister gehe nichts. Als Grund für die Probleme von Antinazi-Initiativen in Dörfern und Kleinstädten ermittelte die Studie ein Demokratiedefizit. &#8220;Andere Meinungen in wichtigen politischen Fragen werden kaum ertragen&#8221;, so Doris Liebscher (Antidiskriminierungsbüro Leipzig) und Dr. Christian Schmidt (Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig), die Autorinnen und Autoren der Studie. Entsprechend schwer haben es politische Gruppen, mit ihrer Kritik von den kommunalpolitisch Verantwortlichen gehört zu werden. Wer Kritik an den Behörden übt, gilt schnell selbst als extrem. Dies belegen viele Interviews, die mit Personen von unterschiedlichen Behörden und Initiativen durchgeführt wurden.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>`Spezifisch siedlungsstrukturelles Problem`</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Ähnlich hatten sich <a href="http://npd-blog.info/?p=1030">der Experte Bernd Wagner</a> sowie der Wissenschaftler Wilhelm Heitmeyer jüngst geäußert. <a href="http://npd-blog.info/?p=1033">Heitmeyer sagte im Gespräch, statt neuer Bürokratie und Imagepolitik brauche man Unruhe in Ostdeutschland</a>. Empirische Untersuchungen hätten gezeigt: Ostdeutschland habe ein spezifisch siedlungsstrukturelles Problem – durch die vielen kleinen Gemeinden und Kleinstädte. `Die gut ausgebildeten Menschen, die Widerworte geben, die wandern ab. Dadurch wird die Struktur immer homogener, sowohl sozial als auch von den Einstellungsmustern her`, erklärte Heitmeyer. `Und von homogenen Gruppen geht an vielen Stellen weit mehr Gefahr aus als von heterogenen Gruppen. Weiterhin herrscht ein hoher Konformitätsdruck in diesen kleinen Gemeinden, man kennt sich, es ist kaum möglich, alternative Bekanntschaften und Freundeskreise aufzubauen – anders als in Großstädten.`</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/06/22/kummerer-partei-die-medien-fallen-zu-leicht-auf-die-npd-propaganda-rein/">“Kümmerer-Partei”: “Die Medien fallen zu leicht auf die NPD-Propaganda rein”</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2008/07/29/studie-zur-arbeit-der-npd-fraktion-in-mvp/">Studie: NPD-Fraktion gelingt “interne Balance”</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2007/08/30/mvp-studie-uber-rechtsextremismus-auf-dem-land/">MVP: Studie über Rechtsextremismus auf dem Land</a></p>
<p style="text-align: justify;"><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/da561b90643a4ab79a33f4527aed9e26" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=16233&amp;md5=68ae24b438504c58d4033958442e8e53" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die unselige Tradition des (linken) Antizionismus</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Jan 2011 14:01:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Erneut sorgt ein Streit über angeblichen oder tatsächlichen Antisemitismus in der Linkspartei für Aufsehen. In einer 21-seitigen Analyse attackiert die hessische CDU die Linkspartei und zieht Vergleiche mit der NPD. Die Linkspartei weist die Vorwürfe wie gewohnt zurück, Außenpolitiker Gehrcke betont, er wolle nur das beste für Israel. Ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte des unseligen linken Antizionismus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Erneut sorgt ein Streit über angeblichen oder tatsächlichen Antisemitismus in der Linkspartei für Aufsehen. In einer 21-seitigen Analyse attackiert die hessische CDU die Linkspartei und zieht Vergleiche mit der NPD. Die Linkspartei weist die Vorwürfe wie gewohnt zurück, Außenpolitiker Gehrcke betont, er wolle nur das beste für Israel. Ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte des unseligen linken Antizionismus.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Patrick Gensing</em></p>
<p style="text-align: justify;">In Wiesbaden stellte Tauber laut Frankfurter Rundschau gemeinsam mit dem hessischen CDU-Generalsekretär Peter Beuth eine <a href="http://www.petertauber.de/download/?file=20101124dokumentation_linkspartei_mdb_hessen.pdf" target="_blank">21-seitige „Analyse und Dokumentation“</a> über die vier Linken-Bundestagsabgeordneten aus Hessen vor. Darin wirft Tauber insbesondere der Verteidigungspolitikerin Christine Buchholz und dem Außenpolitiker Wolfgang Gehrcke „Antisemitismus“ und „Israelfeindlichkeit“ vor. Deren Haltung stimme „in weiten Teilen mit dem alten Antizionismus der SED überein“. Als Belege führt Tauber an, dass Buchholz einem Positionspapier der Linken die Zustimmung verweigert habe, in dem „die Garantie des Existenzrechts Israels“ festgeschrieben wurde. Zudem sympathisiere sie mit den israelfeindlichen Organisationen Hamas und Hisbollah.</p>
<p style="text-align: justify;">Keine neuen Vorwürfe, der Streit um die Position zu Israel schwelt seit Jahren in der Linkspartei, der <a href="http://bak-shalom.de/" target="_blank">BAK Shalom</a> versucht, die antizionistische Hegemonie in der Partei zu durchbrechen. Doch auch in den vergangenen Monaten hat es immer wieder Äußerungen und Aktionen aus der Linkspartei gegeben, die weit über die &#8220;legitime Israel-Kritik&#8221; (bitte für den Aufgabenzettel notieren: Suchen Sie nach dem Begriff &#8220;Sudan-&#8221; oder &#8220;China-Kritik&#8221; in der Linken) hinaus geht. Für viele Progressive ist die Linkspartei wegen ihrer teilweise offenen Feindschaft gegenüber Israel &#8211; welches durch Doppelstandards und Dämonisierung delegitimiert wird, während islamistische Organisationen als potenzielle Bündnispartner gesehen werden - eine &#8220;Partei non grata&#8221;.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Linken-Außenpolitiker Wolfgang Gehrcke gehört zu den Hardlinern der &#8220;Israel-Kritiker&#8221;. Er weist den Vorwurf des Antisemitismus weit von sich, er will nur das beste für den jüdischen Staat, was das ist, kann er offenbar am besten beurteilen. Die FR schriebt dazu:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Gehrcke sagte: „Mir Antisemitismus vorzuhalten, kann man nur wider besseres Wissen tun, da meine Initiativen auf die Sicherheit Israels und die Gründung eines lebensfähigen palästinensischen Staates gerichtet sind.“ Außenpolitiker Gehrcke reist am Sonntag erneut für Gespräche nach Nahost. Dabei spreche er mit allen israelischen Parteien. Gespräche mit der Hisbollah, die im Libanon zu den wichtigsten politischen Kräften zählt, halte er für ebenso unabdingbar. Für Verständigung habe er sich auch bei seiner Rede bei einer Demonstration gegen den Gaza-Krieg ausgesprochen, wo eine Israelfahne verbrannt worden sein soll.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Was zeichnet den neuen Antisemitismus, von dem hier einmal mehr die Rede ist, eigentlich aus? Bereits 2004 wurde in der edition suhrkamp die &#8220;Globale Debatte&#8221; unter dem Titel &#8220;Neuer Antisemitismus?&#8221; zusammengefasst. Die Herausgeber Ulrich Speck, Doron Rabinovici sowie Natan Sznaider ließen prominente Wissenschaftler zu Wort kommen, welche die Debatte zusammenfassten. Daniel Goldhagen erklärte in seinem Beitrag verständlich, wie sich der alte Antisemitismus gewandelt hat:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Die Symbolik des globalisierten Antisemitismus ist neu. In der antisemitischen Imagination wurde Shylock durch die Figur des Rambo-Juden verdrängt. Der mit List und Heimtücke andere ins Verderben treibende Jude der ersten Phase des Antisemitismus hat sich jetzt mit militärischer und politischer Macht ausgestattet&#8221;</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Goldhagen betont, dass das Zentrum der weltweiten Verbreitung des Antisemitismus erstmals außerhalb von Europa liege, nämlich in der islamischen Welt. Er verweist unter anderem auf die &#8220;Orgie von Antisemitismus&#8221; bei <a href="http://npd-blog.info/2009/04/21/un-antirassismuskonferenz-abschlusserklarung-vorzeitig-angenommen/" target="_blank">der UN-Anti-Rassismus-Konferenz 2001 in Durban</a>, um zu belegen, wie die UNO oder andere internationale Institutionen von arabischen Ländern und anderen Staaten benutzt würden, um Hass gegen Israel und Juden zu legitimieren und zu verbreiten.</p>
<div id="attachment_11617" class="wp-caption alignleft" style="width: 218px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/ESC_Israel.jpg"><img class="size-medium wp-image-11617" title="ESC_Israel" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/ESC_Israel-208x300.jpg" alt="" width="208" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Null Punkte für Deutschland beim ESC? Skandal! Gefunden bei http://marx-blog.de/2010/05/null-punkte-aus-israel/</p></div>
<p style="text-align: justify;">Andere Wissenschaftler in dem Buch nehmen hingegen die &#8220;legitime Israel-Kritik&#8221; gegen den Antisemitismus-Vorwurf in Schutz. Judith Butler versucht den Raum für die legitime Kritik zu definieren. Sie wirft anderen Wissenschaftlern vor, mit einer zu weit gefassten Antisemitismus-Definition der akademischen Freiheit einen Schlag zu versetzen. Sie räumt zwar ein, dass es einen zunehmenden Antisemitismus gebe, aber so richtig verorten kann oder will Butler diesen nicht. Sie warnt hingegen, Juden stets nur als Opfer zu betrachten &#8211; und verweist auf die schnell wechselnden Rollen von Opfern und Tätern, beispielsweise bei Selbstmordanschlägen in Israel oder israelische Soldaten, die ein &#8220;Palästinenserkind durch Gewehrfeuer grausam töten&#8221;. </p>
<p style="text-align: justify;">Butler versucht im Folgenden die Motivation der &#8220;Israel-Kritik&#8221; zu untersuchen. Sie arbeitet sich dabei allerdings weniger an den &#8220;Israel-Kritikern&#8221;, als viel mehr an den Kritikern der Israel-Kritiker ab. Dabei taucht immer wieder die Unterstellung auf, der Antisemitismus-Vorwurf werde benutzt, um &#8220;Israel-Kritiker&#8221; mundtot zu machen &#8211; auch ein Vergleich zu McCarthy-Methoden fehlt hier nicht. Sie fordert einen öffentlichen Raum, in dem legitime Kritik offen diskutiert werden könnte - und impliziert damit in einem Buch zum Thema, eine solche Debatte sei nicht möglich.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>&#8220;Nihilistischer Relativismus&#8221;</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Mit solchen Diskursen rechnet Omer Bartov in seinem Beitrag ab. Er verweist auf Wissenschaftler, die sich zwar von Parolen wie &#8220;From the River to the Sea, Palestine will be free&#8221; wegen der unverhohlenen Forderung nach der Zerstörung Israels distanzierten, die gleichzeitig aber solche Forderungen zum &#8220;freien Austausch von Ideen&#8221; erklärten.</p>
<p style="text-align: justify;">Mit anderen Worten, so Bartov, manche mögen denken, dass die Zerstörung Israels legitim sei, während andere anderer Meinung sind. Manche denken, Israel sei ein Apartsheid- und kolonialer Siedlerstaat auf der Grundlage einer rassistischen Ideologie, und manche haben vielleicht eine andere Meinung. Das erinnere ihn an eine Beobachtung Hannah Arendts, als sie 1950 erstmals wieder ihre frühere Heimat besuchte. Die Deutschen sähen die Ermordung der Juden als Ansichtssache. Manche sagten, es sei passiert, andere wiederum, es sei nicht passiert. Der Durchschnittsdeutsche, schrieb Arendt laut Bartov damals, glaube ganz ernsthaft, dieser allgemeine Wettstreit, dieser nihilistische Relativismus gegenüber Tatsachen sei das Wesen der Demokratie. Eine Aussage, die übrigens auch auf die ignorante Haltung gegenüber der NPD in Teilen Deutschlands passt. Hier wird immer wieder argumentiert, die NPD sei eine nicht verbotene &#8211; und daher eine ganz normale Partei wie alle anderen auch. Genau diese faktenfreie und autoritätshörige Haltung wird noch als vorbildliches Demokratieverständnis angepriesen.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die Linke und das bodenständige Volk</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Besonders lesenswert ist auch die Zusammenfassung über den neuen Antisemitismus in der deutschen Linken. Thomas Haury erklärt anschaulich, was sich hinter dem Bruch zwischen &#8220;Antiimps&#8221; und &#8220;Antideutschen&#8221; verbirgt. Er zeichnet die Geschichte des Antizionismus in der Linken nach und verweist auf die &#8220;antisemitisch grundierten&#8221; Tiraden von sektenhaften Antiimperialisten aus Deutschland und Österreich. Nachvollziehbar wird die ideologische Verbindung von Antisemitismus und Antiamerikanismus bei dogmatischen Linksradikalen erklärt. Auch die Schnittmengen zu völkischen Ideologien wird erläutert:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">So ist schon die antizionistische Grundkonstruktion, die manichäische Entgegensetzung des abstrakten absoluten Bösen in Form von Imperialismus, Zionismus und &#8220;künstlichem Staat aus der Retorte&#8221; auf der einen und dem konkreten Guten, in Gestalt des geschlossen kämpfenden, opferbereiten Volkes der Palästinenser auf der anderen Seite als typisch antisemitisch zu bezeichnen. Sie entspricht der klassischen Konstruktion vom bodenständigen (deutschen) Volk, das existentiell bedroht sei durch das &#8220;völkerwidrige&#8221;, zur Staatsbildung unfähige und den Kapitalismus repräsentierende internationale Judentum.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Haury beklagt eine Melange aus aggressiver, antisemitisch grundierter Israelfeindschaft, aus Indifferenz oder gar Sympathie gegenüber Selbstmordattentaten, welche über das antiimperialistische und orthodox-kommunistische Spektrum hinaus in weiten Teilen der Linken verbreitet sei &#8211; oder zumindest als legitime bzw. respektable Meinung akzeptiert werde.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Autor erklärt im Folgenden die beißende, oft polemische Kritik der Antideutschen an diesen Positionen und würdigt deren Leistung, den Antisemitismus in der Linken erkannt und analysiert zu haben. Gleichzeitig kritisiert er den inflationären Bezug auf Auschwitz, welcher eine (unbeabsichtigte) Relativierung der Shoah bewirken könnte.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3518123866&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p> </p>
<p style="text-align: justify;">Dennoch sei der Antizionismus in der deutschen Linken immerhin nicht mehr Konsens, viel mehr gebe es eine permanente Kritik daran. Dennoch gebe es deutliche Alarmsignale, da in der linken Publizistik nach der Zweiten Intifada offen antisemitische Haltungen wieder auftauchten. Haury attestiert der dogmatischen Linken, keine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Kritik am Antizionismus zu führen und spricht davon, dass sich einige Gruppen, wie der Linksruck beispielsweise, &#8220;völlig faktenfreie&#8221; Bilder zusammenhämmerten, um Antisemitismusvorwürfe verschwörungstheoretisch zu erklären.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Lesetipp: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/06/04/israel-npd-200/">“Israel-Kritik”: Wenn NPD-Positionen nicht auffallen</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Es käme auch nicht von ungefähr, so schreibt Haury, dass sich die NPD-Zeitung &#8220;Deutsche Stimme&#8221; über die &#8220;achtenswerte Traditionslinie&#8221; des linken Antiimperialismus freue. Eine Traditionslinie, die bis heute nicht gekappt wurde &#8211; und die weiterhin Beifall und Zustimmung aus der völkischen Rechten erhält &#8211; bis zu offenen Querfront-Bündnissen von vermeintlichen Linken mit der extremen Rechten oder auch antisemitischen Wahnsinnigen wie Horst Mahler, die gleich ganz die Seiten wechseln.</p>
<div id="attachment_11418" class="wp-caption aligncenter" style="width: 522px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/antizionismus_marekp.jpg"><img class="size-full wp-image-11418 " title="antizionismus_marekp" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/antizionismus_marekp.jpg" alt="" width="512" height="342" /></a><p class="wp-caption-text">Legitime Israel-Kritik? Rechte &quot;Antizionisten&quot; in Aktion (Foto Marek Peters)</p></div>
<p style="text-align: justify;">In der Dokumentation der CDU-Abgeordneten, heißt es dazu:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Zu einem Eklat im Bundestag kam es, als am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2010 der israelische Präsident Schimon Peres als Gast im Deutschen Bundestag sprach. Christine Buchholz, Sahra Wagenknecht und Sevim Dagdelen waren die einzigen Abgeordneten, die nach seiner Rede weder applaudierten noch aufstanden, sondern demonstrativ sitzen blieben. Für dieses Verhalten ernteten die Abgeordneten auch aus den eigenen Reihen Kritik – und erhielten Zustimmung von der NPD.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die Dokumentation der CDU über die Linkspartei verfolgt sicherlich den Zweck, die gesellschaftspolitische Kritik von links zu delegitimieren. Die Linkspartei macht es ihren Gegnern damit sehr einfach &#8211; durch ihre antizionistischen Positionen, die ideologische Schnittmengen zu völkischem Gedankengut aufweisen, bietet sie eine offene Flanke an, die es weiterhin zu kritisieren gilt &#8211; insbesondere von progressiven Kräften. Denn ausgerechnet die CDU-Hessen erscheint in Sachen Antisemitismus-Vorwürfen (man denke nur an die &#8220;jüdischen Vermächtnisse&#8221; oder Martin Hohmann) nicht unbedingt als geeigneter Ankläger.</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/08/19/traume-vom-hitler-stalin-pakt/">Träume vom Hitler-Stalin-Pakt</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/08/20/antiimperiale-querfront/">Querfront: Rosa Luxemburgs Erben für Rudolf Heß</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/08/10/npd-diskussionsangebot-200/">NPD-Diskussionsangebot an antiimperialistische Linke</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/06/01/linke-israel-100/">Die Linke und Israel: Gehrcke beruft sich auf rechtsextreme Publikation</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/02/02/der-krieg-gegen-die-juden-warum-sich-die-globale-offentlichkeit-in-der-okonomischen-krise-gegen-israel-wendet/">Warum sich die Öffentlichkeit in der ökonomischen Krise gegen Israel wendet</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/02/02/npd-linksfraktion-israel-102/">NPD gratuliert Linksfraktion zum “Tabubruch”</a></p>
<p><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/e7e5fddff860447d87a4533df3dd1be9" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=16025&amp;md5=257f13c247bf3e54348bd289069767ce" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kostenlose Broschüre: Leipziger Zustände</title>
		<link>http://www.publikative.org/2010/11/29/kostenlose-broschure-leipziger-zustande-2010/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Nov 2010 09:39:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Kein Ort für Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine neue Broschüre informiert über Diskriminierung und Neonazismus in Leipzig. Damit soll auf Diskriminierung und Neonazismus im Leipziger Alltag aufmerksam gemacht werden. Unter dem Titel „Leipziger Zustände“ dokumentiert und analysiert das Projekt „chronik.LE“ auf 64 Seiten Phänomene wie Abwertung, Ausgrenzung, Entrechtung und Gewalt. „Wir wollen all diese Phänomene sichtbar machen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Eine neue Broschüre informiert über Diskriminierung und Neonazismus in Leipzig. Damit soll auf Diskriminierung und Neonazismus im Leipziger Alltag aufmerksam gemacht werden. Unter dem Titel „Leipziger Zustände“ dokumentiert und analysiert das Projekt „chronik.LE“ auf 64 Seiten Phänomene wie Abwertung, Ausgrenzung, Entrechtung und Gewalt. „Wir wollen all diese Phänomene sichtbar machen und damit den Menschen eine Stimme geben, die darunter leiden“, sagt Jens Frohburg, Pressesprecher von chronik.LE.</p>
<div id="attachment_15433" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/11/screenshot13.jpg"><img class="size-medium wp-image-15433" title="screenshot1" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/11/screenshot13-300x265.jpg" alt="Titelblatt der Broschüre &quot;Leipziger Zustände&quot;" width="300" height="265" /></a><p class="wp-caption-text">Titelblatt der Broschüre &quot;Leipziger Zustände&quot;</p></div>
<p style="text-align: justify;">Die Beiträge in der ehrenamtlich zusammengestellten Broschüre greifen unter anderem den verbreiteten Alltagsrassismus, Vorurteile gegen sozial schlechter Gestellte und Benachteiligungen körperlich eingeschränkter Menschen auf. Ein Schwerpunkt ist auch die in Leipzig und dem Umland nach wie vor sehr aktive Neonazi-Szene. „Wir wollen Einblicke in diese Strukturen geben, um aufmerksam zu machen und so zum Handeln gegen Neonazis zu ermutigen“, so Frohburg. „Wir hoffen, damit das Problembewusstsein der Leipzigerinnen und Leipziger für das zu schärfen, was sich vor ihrer eigenen Haustür abspielt.“</p>
<p style="text-align: justify;">Dazu leistet die Initiative chronik.LE, die durch den Lokalen Aktionsplan (LAP) der Stadt Leipzig (www.aktionsplan-leipzig.de) gefördert wird, unter anderem mit der Onlineplattform www.chronikle.org seit drei Jahren einen kontinuierlichen Beitrag: Auf der Webseite werden faschistische, rassistische und diskriminierende Ereignisse in und um Leipzig dokumentiert und in ausführlichen Dossiers analysiert.</p>
<p style="text-align: justify;">„Die Broschüre ist kostenlos an verschiedenen Stellen in Leipzig erhältlich (siehe unten).</p>
<p style="text-align: justify;">Sie kann unter chronikLE@engagiertewissenschaft.de gegen Erstattung des Portos bestellt werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf www.chronikle.org steht sie ab sofort zum kostenfreien Download bereit.</p>
<p style="text-align: justify;">Hier ist die Broschüre &#8220;Leipziger Zustände 2010&#8243; erhältlich</p>
<p style="text-align: justify;">Antidiskriminierungsbüro Sachsen: Kochstraße 14<br />
Engagierte Wissenschaft e.V.: Kochstr. 132 (im Werk II)<br />
Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention der Stadt Leipzig: Neues Rathaus, Martin-Luther-Ring 4-6<br />
LinXXnet: Bornaische Straße 3d<br />
Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC): Paul-Gruner-Straße 63<br />
Opferberatung der RAA Sachsen: Peterssteinweg 3<br />
StudentInnenrat der Uni Leipzig<br />
&#8230; und viele weitere Orte in der Stadt</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/11/15/wer-sich-gegen-rechtsextremismus-engagiert-macht-sich-verdachtig/">Wer sich gegen Rechtsextremismus engagiert, macht sich verdächtig!</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/10/30/iraker-erstochen-neonazi-kader-in-haft/">Iraker erstochen: Neonazi-Kader in Haft</a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=15432&amp;md5=bbecbd3ea7a5f24777e3bbc3b047569c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Ordentliche&#8221; St. Paulianer &#8211; mit HJ-Ausweis</title>
		<link>http://www.publikative.org/2010/11/14/ordentliche-st-paulianer-mit-hj-ausweis/</link>
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		<pubDate>Sun, 14 Nov 2010 10:21:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Vor xx Jahren]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Historiker Gregor Backes hat eine Studie vorgelegt, in der im Auftrag des Vereins die Geschichte des FC St. Pauli in der NS-Zeit sowie der Umgang damit nach der Befreiung untersucht wurde. NPD-BLOG.INFO veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autors einen Auszug, in dem die Gleichschaltung der Jugendabteilung beschrieben wird: Ohne HJ-Stempel kein Fußball – und so besiegten im Jahr 1938 „ordentliche“ St. Paulianer den HSV, der auf Spieler verzichten musste.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Der Historiker Gregor Backes hat eine Studie vorgelegt, in der mit Unterstützung des Vereins die Geschichte des FC St. Pauli in der NS-Zeit sowie der Umgang damit nach der Befreiung untersucht wurde. NPD-BLOG.INFO veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Autors einen Auszug, in dem die Gleichschaltung der Jugendabteilung beschrieben wird: Ohne HJ-Stempel kein Fußball – und so besiegten im Jahr 1938 „ordentliche“ St. Paulianer den HSV, der auf Spieler verzichten musste.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Gregor Backes</em></p>
<div id="attachment_15133" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/11/screenshot3.jpg"><img class="size-medium wp-image-15133" title="screenshot3" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/11/screenshot3-300x160.jpg" alt="Hakenkreufahne über dem Vereinsheim des FC St. Pauli (Screenshot Mythos FC St. Pauli, NDR)" width="300" height="160" /></a><p class="wp-caption-text">Hakenkreufahne über dem Vereinsheim des FC St. Pauli (Screenshot Mythos FC St. Pauli, NDR)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Schwerwiegende Einschnitte in die Jugendarbeit besiegelte auch ein Abkommen zwischen dem Jugendführer des Deutschen Reiches und dem Reichssportführer vom 28. Juli 1936: Den Vereinen wurde mit Wirkung zum 1. Dezember 1936 verboten, weiterhin Abteilungen für Jugendliche unter 14 Jahren zu unterhalten. Am gleichen Tag wurde das „Gesetz über die Hitler-Jugend“ verkündet, welches „die gesamte deutsche Jugend innerhalb des Reichsgebietes“ in der HJ zusammenfasste. Formal war nun die Mitgliedschaft in der HJ bzw. im Jungvolk für alle Jugendlichen ab zehn Jahren zur Pflicht geworden, der Schritt von einer Partei- zur Staatsjugend war damit vollzogen. Die Organisation des Sportbetriebes oblag weiterhin dem Reichssportführer, der jedoch fortan lediglich Beauftragter des Jugendführers sein sollte, wie Tschammer selbst erklärte. Ab Mai 1937 mussten die Jugendleiter der Vereine vom Kreisjugendwart und dem zuständigen Bannführer der HJ in ihrem Amt bestätigt werden. Nach einem halben Jahr sollten sie dann, sofern sie nicht bereits Mitglied waren, nach Möglichkeit in die HJ aufgenommen werden.</p>
<p style="text-align: justify;">Für den FC St. Pauli schlug Vereinsführer Koch den SA-Sportreferenten Walter Koehler für den Posten des Jugendleiters vor. Im Dezember 1937 bestätigte ihn Kreisjugendwart Asmus „im Einverständnis mit dem Führer des Bannes Hamburg-Hafen (424) als Vereinsjugendwart des FC St. Pauli von 1910“ . Bis dahin hatten Richard „Käppen“ Rudolph und Willy Kröger die Jugendabteilung geleitet, und zwar auch schon vor 1933. Führer des Hafen-Banns, also der HJ-Einheiten im Kreis St. Pauli, war zu dieser Zeit der Oberbannführer Carlheinz Dobler.</p>
<p style="text-align: justify;">Im September 1937 verkündete Gaujugendwart Behrmann einen weiteren Einschnitt in die Jugendabteilungen der Sportvereine:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">„Mit Wirkung vom 1. November 1937 sind Jugendliche nur noch spiel- beziehungsweise startberechtigt, wenn sie Mitglied der Hitler-Jugend sind. Die Kampf- bzw. Schiedsrichter werden hiermit angewiesen, bei Jugendveranstaltungen und -spielen neben den DRL-Ausweisen den HJ-Mitglieds-Ausweis oder eine Bescheinigung über die Mitgliedschaft zur HJ zu verlangen.“</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Waren auch weiterhin Ausnahmen bei der HJ-Mitgliedschaft möglich, so konnten die betreffenden Jugendlichen ab diesem Zeitpunkt keinen Wettkampfsport auf Vereinsebene mehr betreiben. Tatsächlich traten allerdings auch nach diesem Stichtag nicht alle Vereinsjugendlichen der HJ bei. Die Einhaltung der Vorschriften wurde vor den Spielen überprüft. Ein ehemaliger Jugendspieler des HSV erinnerte:<br />
„Als 1938 zwei Spieler ihren HJ-Ausweis vergaßen, außerdem einer die HJ-Mitgliedsmarke nicht geklebt hatte, blieben diese nur Zuschauer, als die 1. HSV-Jugend beim FC St. Pauli verlor (die St. Paulianer also waren ‚ordentlich’)“.</p>
<div id="attachment_15132" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/11/screenshot2.jpg"><img class="size-medium wp-image-15132" title="screenshot2" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/11/screenshot2-300x167.jpg" alt="Günter Peine spielte seit 1930 für den FC St. Pauli (Screenshot Mythos FC St. Pauli, NDR)" width="300" height="167" /></a><p class="wp-caption-text">Günter Peine spielte seit 1930 für den FC St. Pauli (Screenshot Mythos FC St. Pauli, NDR)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Und Günter Peine, bis 1938 Jugendspieler des FC St. Pauli, erinnerte sich: „Bei einer Partie gegen Borussia Harburg hatten drei Mann von Harburg ihre Stempel nicht. Das Spiel wurde annulliert. Wir hatten 5:0 gewonnen, ohne überhaupt angetreten zu sein.“</p>
<p style="text-align: justify;">(..)</p>
<p style="text-align: justify;">„Wie lange wird der FC St. Pauli es noch dulden, daß einzelne Vereinsangehörige im jugendlichen Alter im Klubhaus Tischtennis und Skat spielen, Zigaretten rauchen und Biertischpolitik treiben können, Dienst aber Dienst sein lassen? (..) Man vergesse (..) nicht, daß zur Bewegung nur das gehört, daß sich ihrer würdig zeigt. Wer sich diesem Gesetz nicht beugen will, hat in der nationalsozialistischen Bewegung nichts zu suchen und muß ausgeschieden werden. Wir haben im Hafenbann den ersten Schritt zur Entfernung getan.“</p>
<p style="text-align: justify;">Das Verhalten der Jugendlichen, nämlich Zeit im Vereinsheim zu verbringen, und dann auch noch rauchend und trinkend, statt für die HJ aktiv zu sein, muss ein offener Affront für die HJ-Führung gewesen sein. Der als Konsequenz erwähnte „erste Schritt zur Entfernung“ bezieht sich möglicherweise auf den Ausschluss einer Person aus der HJ. Wiederum ist typisch für das hierarchische Denken der Nationalsozialisten, dass für das Fehlverhalten der Jugendlichen &#8211; seien es Konflikte mit Walter Koehler oder Rauchen und Trinken &#8211; die Vereinsführung verantwortlich gemacht wird. Im Lichte des insgesamt sehr kritischen Artikels ist das Lob zwei Monate zuvor als eine Klarstellung zu lesen, was eigentlich in den Augen der HJ beziehungsweise der Gaunachrichten im Verein ordentlich lief &#8211; im Vergleich zu der folgenden Liste der Kritik war dies nicht allzu viel.</p>
<p> </p>
<p style="text-align: justify;">Die Informationen über die in dem Artikel erwähnten Vorgänge stammten wahrscheinlich von Walter Koehler selbst, welcher, so der Sportgauführer Alfred Richter, „sich laufend (..) über die Zusammenarbeit des FC St. Pauli mit der HJ beschwert habe“ . Nach der Veröffentlichung des kritischen Artikels fand Vereinsführer Koch eine Lösung, die sicherlich nicht den Vorstellungen der Partei entsprach: Er entließ Walter Koehler als Jugendleiter des FC St. Pauli. Wegen der Verbreitung von Vereinsinterna sah Koch keine Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr gegeben. Alfred Richter stand in dieser Sache auf der Seite Kochs. In einem Brief an den Verbindungsreferenten der Gauleitung der NSDAP, Staatsrat Dr. Becker, bezog sich Richter auf den in den Gaunachrichten vom Februar 1939 veröffentlichten Artikel. Richter stellte fest:</p>
<p style="text-align: justify;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/6BE_8dIt-cc?fs=1&amp;hl=de_DE" /></object></p>
<p style="text-align: justify;">„Der frühere Vereinsjugendwart des FC St. Pauli, Köhler, hat sich derart unverantwortlich und unaufrichtig dem FC St. Pauli gegenüber benommen, daß dem Verein eine weitere Zusammenarbeit mit Pg. Köhler nicht zuzumuten ist. Wie aus dem Protokoll über die Sitzung des Vereinsführers mit dem Beirat vom 1. März 1939, dessen Richtigkeit von einer Reihe Vereinsmitglieder, darunter verschiedenen Parteimitgliedern, bestätigt worden ist, hervorgeht, hat Pg. Köhler ausdrücklich erklärt, daß er nicht zu dem in der Dezember-Ausgabe der Gaunachrichten des Kreises 3 erschienenen Artikel stehe und daß ihm der Schreiber des Artikel völlig unbekannt sei. Wie Pg. Kö. glaubhaft mitgeteilt hat und im übrigen auch aus dem Protokoll über die Besprechung zwischen Pg. Koch und Bannführer Dobler zu schließen ist, war Pg. Dobler in einer am 2. Februar 1939 stattgefundenen Aussprache über die Erklärung des Pg. Kö. in der Beiratssitzung des Vereins vom 1. Februar 1939 außerordentlich erstaunt und hat erklärt, daß gerade Pg. Köhler es gewesen sei, der ihm alle Einzelheiten für den betreffenden Artikel gegeben habe (..).Damit dürfte feststehen, daß Pg. Kö. in der Beiratssitzung bewußt unwahre Angaben gemacht hat.“</p>
<p style="text-align: justify;">Der Stellungnahme Richters zufolge hat Koehler nicht nur die Informationen für den Artikel geliefert, sondern dies kurz darauf auf Nachfrage in einer Sitzung des Vereinsvorstandes geleugnet. Damit hinterging er den Verein gleich zweimal- zunächst lieferte er interne Informationen an seinen Vorgesetzen in der HJ, danach leugnete er dies gegenüber der Vereinsführung. Richter kam zu dem Schluss:</p>
<p style="text-align: justify;">„Ich kann deshalb nicht umhin, das Vorgehen des Pg. Koch in dieser Angelegenheit restlos zu unterstützen und seine Maßnahme &#8211; Absetzung des Pg. Köhler als Vereinsjugendwart &#8211; zu billigen. Ich muss sie deshalb bitten, die Angelegenheit von dort aus zu erledigen; evtl. gebe ich auch anheim, die Angelegenheit durch ein Parteigerichtsverfahren entscheiden zu lassen.“</p>
<p style="text-align: justify;">Das Vorgehen Kochs stieß also auf Zustimmung. Die Vereinszeitung vom Dezember 1949 stellte fest, seit Februar 1939 habe „der Vereinsführer bis auf weiteres selbst die Leitung der Jugend-Abteilung übernommen“ . Koehler war von der HJ-Führung zum Jugendleiter bestimmt worden und konnte damit formal nicht von Koch entlassen werden. Dennoch gelang es diesem, die Entlassung Koehlers als Jugendleiter durchzusetzen. </p>
<p><a href="http://www.amazon.de/gp/product/3455319998?ie=UTF8&amp;tag=nbi-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3455319998">Die Studie kann hier bestellt werden.</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=nbi-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3455319998" border="0" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/05/31/mythos-fc-st-pauli-jetzt-auf-dvd/">Mythos FC St. Pauli – jetzt auf DVD</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/11/12/fusball-politik88771121/">Fußball, identitärer Lokalpatriotismus und Gewaltfetisch</a></p>
</p> <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=15131&amp;md5=93203cf49a19759b60b923789fd65d2d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gewerkschaft und Unternehmer gegen NPD-Propaganda</title>
		<link>http://www.publikative.org/2010/11/10/dgb-und-unternehmer-gemeinsam-gegen-npd-propaganda/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Nov 2010 10:37:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA["Soziale Heimatpartei"]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Headline]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Kein Ort für Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[MVP]]></category>

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		<description><![CDATA[In Mecklenburg-Vorpommern haben der DGB sowie die Vereinigung der Unternehmensverbände gemeinsam eine Broschüre herausgegeben. Warum? Darum: &#8220;Nazismus droht heute überall dort, wo Menschen diskriminiert und wo ökonomische und soziale Konflikte als nationalistische, rassistische oder kulturelle Auseinandersetzungen verfälscht werden. Davor ist niemand gefeit.&#8221; Daher wolle man mit der Broschüre zur Aufklärung ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">In Mecklenburg-Vorpommern haben der DGB sowie die <a href="http://www.vumv.org/index.php" target="_blank">Vereinigung der Unternehmensverbände </a>gemeinsam eine Broschüre herausgegeben. Warum? Darum: &#8220;Nazismus droht heute überall dort, wo Menschen diskriminiert und wo ökonomische und soziale Konflikte als nationalistische, rassistische oder kulturelle Auseinandersetzungen verfälscht werden. Davor ist niemand gefeit.&#8221; Daher wolle man mit der Broschüre zur Aufklärung beitragen und öffentlich und unmissverständlich Stellung beziehen. Vorbildlich. </p>
<p style="text-align: justify;">Und es bleibt nicht nur an der Oberfläche, sondern im Folgenden wird das Programm der NPD unaufgeregt analysiert &#8211; mit dem Schwerpunkt Wirtschaftspolitik versteht sich. Denn für die Betriebe und die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern liege hier tatsächlich &#8220;eine große Gefahr und Herausforderung&#8221;. Die Verfasser verweisen auf innerbetriebliche Probleme durch Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Zudem könnten Firmen und ganze Wirtschaftszweige betroffen sein, wenn sich bei Kunden und Zulieferern der Eindruck verfestigt, ein großer Teil der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern habe eine rechtsextreme und menschenfeindliche Grundeinstellung. Konkretes Beispiel: Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern schätzt den Angaben zufolge, dass Umsatzeinbußen von 120 bis 200 Millionen Euro zu verzeichnen sind, weil Urlauber Mecklenburg-Vorpommern aufgrund des „Rechtsextremismus“  meiden.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Lesetipp: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/05/01/die-nazis-und-der-1-mai-gleichheit-als-homogenitat-nicht-egalitat/">Die Nazis und der 1. Mai: Homogenität statt Egalität</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/05/01/die-nazis-und-der-1-mai-von-niedriglohnen-und-dem-ende-der-gewerkschaften/">Die Nazis und der 1. Mai: Das Ende der Gewerkschaften</a> (beide Texte von Ernst Piper)</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die Broschüre erklärt, wie die NPD sich am nationalsozialistischen Vorbild orientiert. Diese Ideologie werde auch über die Themen Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Mindestlohn, Niedriglöhne und Managergehälter transportiert. Da auch andere politische Parteien und gesellschaftliche Gruppen diese Themen kritisch aufnehmen könnten, werde die NPD salonfähig und als eine ganz normale demokratische Partei  wahrgenommen, was sie aber in keiner Weise sei. Denn die NPD will die Demokratie abschaffen, sie dient ihr nur &#8211; wie ihren historischen Vorbildern – als Instrument für die Errichtung einer Diktatur.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Lesetipp: <a href="http://npd-blog.info/2009/10/22/hier-regiert-die-npd-die-raumorientierte-volkswirtschaft/" target="_blank">Interview mit Stefan Frank zum Wirtschaftskonzept der NPD</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Die Unternehmen und Gewerkschaften in Mecklenburg-Vorpommern wollen daher ihrer Verantwortung gerecht werden und die politischen und gesellschaftlichen Diskussionen begleiten und inner- und außerbetrieblich die Grundlagen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung sowie der sozialen Marktwirtschaft verteidigen. So könne nicht nur einer drohenden Gefahr in den Betrieben entgegengewirkt werden, sondern es werde auch ein wichtiger gesellschaftlicher Beitrag geleistet.</p>
<div id="attachment_10823" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2009/05/volksgemeinschaft.jpg"><img class="size-medium wp-image-10823" title="volksgemeinschaft" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2009/05/volksgemeinschaft-300x224.jpg" alt="Das Ziel der Nazis heißt auch noch heute: eine komplett gleichgeschaltete Volksgemeinschaft." width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">Das Ziel der Nazis heißt auch noch heute: eine komplett gleichgeschaltete Volksgemeinschaft.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Im Folgenden werden einzelne Themen der Wirtschaftspolitik und Gewerkschaftsarbeit aufgeführt &#8211; und dazu die Konsequenzen, welche sich aus der NPD-Politik ergeben würden. So heißt es beispielsweise zu Tarifverhandlungen, die Vereinigung der Unternehmensverbände für M-V und der DGB Nord setzten sich gemeinsam für einen sozialpartnerschaftlichen Umgang in den Betrieben und in der Tarifpolitik ein. Dass sie hier häufig unterschiedliche Auffassungen hätten und konkurrierende Interessen verfolgten, sei ihr gutes Recht. &#8220;Auseinandersetzungen, Interessenausgleich und Streitkultur gehören aber selbstverständlich zu unserer offenen, demokratischen und pluralistischen Gesellschaft&#8221;, wird in der Broschüre festgestellt. Die NPD verfolge hingegen auch hier ein völlig entgegen gesetztes Ziel:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">&#8220;Nicht ohne Grund ist auf ihren Veranstaltungen mitunter das Logo der Deutschen Arbeitsfront zu sehen. Sie wurde nach der Erstürmung der Gewerkschaftshäuser am 2. Mai 1933 gegründet und trat an die Stelle der Gewerkschaften. Betriebliche Mitbestimmung und Tarifverhandlungen wurden abgeschafft, die letzten Vertrauensleute-Wahlen fanden 1935 statt. Unternehmer wurden zu „Führern“ in ihren jeweiligen Betrieben ernannt, die Belegschaft hieß fortan „Gefolgschaft“.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Im Programm der NPD finde sich zudem über die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, über Koalitionsfreiheit, Arbeitsschutz oder Tarifverträge kein Wort. In einem System, in dem das NS-Prinzip von Befehl und Gehorsam auf die Arbeitswelt übertragen werde, sei für eine Selbstorganisation der Beschäftigten und der Arbeitgeber kein Platz.</p>
<p style="text-align: justify;">Ähnlich werden weitere Punkte übersichtlich und gut verständlich abgearbeitet. Unbedingt empfehlenswert! Hier die Broschüre als <a href="http://www.vumv.org/fileadmin/inhalte/Downloads/NPD-Gefahr-fuer-Betriebe_VUMV-DGB_2010_klein.pdf" target="_blank">PDF-Datei</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/06/03/npd-programm-100/">So modern ist die NPD: Elitenförderung, Todesstrafe, Volksgemeinschaft</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/10/22/hier-regiert-die-npd-die-raumorientierte-volkswirtschaft/">Hier regiert die NPD: die “raumorientierte Volkswirtschaft”</a></p>
<p><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/b9e09747a842471a9049b4fe1c52592c" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=15041&amp;md5=db7fa096325f9c37f8741b3937be6bcb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Nürnberger Gesetze: &#8220;Zum Schutze des deutschen Blutes&#8221;</title>
		<link>http://www.publikative.org/2010/09/15/nurnberger-gesetze-zum-schutze-des-deutschen-blutes/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 18:46:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Vor xx Jahren]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Sonntag, den 15. September 1935, um 21 Uhr versammelten sich die Mitglieder des Deutschen Reichstags zu einer Sitzung im Festsaal des Industrie- und Kulturvereins im Frauentorgraben 49 in Nürnberg. Es war der vorletzte Tag des „Parteitags der Freiheit“, des siebten Reichsparteitags der NSDAP. Gefeiert wurde die Wiedereinführung der Wehrpflicht. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Am Sonntag, den 15. September 1935, um 21 Uhr versammelten sich die Mitglieder des Deutschen Reichstags zu einer Sitzung im Festsaal des Industrie- und Kulturvereins im Frauentorgraben 49 in Nürnberg. Es war der vorletzte Tag des „Parteitags der Freiheit“, des siebten Reichsparteitags der NSDAP. Gefeiert wurde die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Leni Riefenstahl drehte ihren dritten und letzten Parteitagsfilm „Tag der Freiheit! – Unsere Wehrmacht“.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Ernst Piper*</em></p>
<p style="text-align: justify;">Da fast alle Reichstagsabgeordneten auch Parteifunktionäre und deshalb in Nürnberg ohnehin präsent waren, war es kein Problem, sie in dem fränkischen Vereinshaus antreten zu lassen, einem prächtigen Jugendstilbau aus dem Jahr 1905, der dann im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Eröffnet wurde die Versammlung durch Reichstagspräsident Hermann Göring, der zugleich auch Preußischer Ministerpräsident und Reichsminister der Luft-fahrt war. Diese Ämterhäufung war kein Zufall. Die Nationalsozialisten lehnten die föderale Struktur des Deutschen Reiches ab und legten auch nicht den geringsten Wert auf Rechtsstaatsprinzipien wie die Gewaltenteilung.</p>
<div id="attachment_13850" class="wp-caption aligncenter" style="width: 624px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/Nuremberg_laws.jpg"><img class="size-large wp-image-13850 " title="Nuremberg_laws" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/Nuremberg_laws-1024x717.jpg" alt="Die Nürnberger Gesetze" width="614" height="430" /></a><p class="wp-caption-text">Die Nürnberger Gesetze</p></div>
<p style="text-align: justify;">Zu Beginn der denkwürdigen Reichstagssitzung sprach Reichsinnenminister Wilhelm Frick. Er war gleichzeitig auch Fraktionsvorsitzender der NSDAP und konnte so für alle Abgeordneten sprechen, denn die NSDAP war die einzige zugelassene Partei. Frick führte aus, dass die geltende Geschäftsordnung des Reichstags noch aus der Zeit des parlamentarisch-demokratischen Systems stamme und dem nationalsozialistischen Führerprinzip nicht gerecht werde. Er stellte deshalb folgenden Antrag: „Die Geschäftsordnung des Reichstages tritt außer Kraft. Bis zum Erlass einer neuen Geschäftsordnung führt der Reichstagspräsident die Geschäfte nach freiem Ermessen.“ Das tat Göring ohnehin, und es gehört nur wenig Phantasie dazu, sich vorzustellen, dass eine neue Geschäftsordnung nie erlassen wurde. Fricks Antrag wurde einstimmig angenommen.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Link: <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/dokumente/nuernbergergesetze/index.html" target="_blank">Die Nürnberger Gesetze im Wortlaut</a></p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Ebenso einstimmig – so stand es schon in den Textentwürfen – wurden die drei „Nürnberger Gesetze“ verabschiedet und nach 50 Minuten war der ganze Budenzauber vorbei. Das Protokoll des Parlamentsstenografen vermerkt: „Der Reichstag bringt dem Führer einen dreifachen Heil-Ruf und singt stehend die erste Strophe des Horst-Wessel-Liedes.“ Was die Herren Abgeordneten da mitgemacht hatten, war ganz offensichtlich die Karikatur eines ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens und doch hatte ihr Tun weitreichende Folgen. Am Samstag hatten die von Hitler beauftragten Ministerialen noch bis tief in die Nacht um Formulierungen gefeilscht. Einen Tag später waren die Nürnberger Gesetze, wie sie fortan genannt wurden, be-reits geltendes Recht, denn sie traten mit ihrer Verkündigung sofort in Kraft. Mit diesen Ge-setzen manifestierte sich einmal mehr die Usurpation des Staates durch die Partei. Die Justiz wurde in den Dienst der nationalsozialistischen Rassenideologie gestellt und ein ganz entscheidender Grundsatz, die Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz, abgeschafft.</p>
<p style="text-align: justify;">Das Reichsflaggengesetz, eines der neuen Gesetze, bestimmte die Hakenkreuzfahne als alleinige „Reichs- und Nationalflagge“. Das Reichsbürgergesetz schuf Staatsbürger erster und zweiter Klasse, § 2 Absatz 1 besagte: „Reichsbürger ist nur der Staatsbürger deutschen und artverwandten Blutes, der durch sein Verhalten beweist, dass er gewillt ist, in Treue dem Deutschen Volk und Reich zu dienen.“ Nur die Reichsbürger waren im Besitz aller politischen Rechte. Alle übrigen Staatsbürger, namentlich die Angehörigen der jüdischen Minderheit, waren politisch weitgehend entrechtet. Schon das Ausbürgerungsgesetz vom 14. Juli 1933 hatte festgelegt, dass Deutsche, die sich dauerhaft im Ausland aufhielten, ihre Staatsbürgerschaft verlieren konnten. Diese Regelung richtete sich zunächst vor allem gegen Emigranten. Sie wurde später aber auch gegen die Opfer der Deportationen angewandt, denen man wegen „Aufenthaltsnahme“ im Ausland die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannte. In der Konsequenz verfiel ihr Vermögen dem Deutschen Reich.</p>
<p style="text-align: justify;">Am wichtigsten war das dritte neue Gesetz, das „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“. Die Reinheit des Blutes sollte den Fortbestand des deutschen Volkes sichern. Eheschließungen zwischen Juden und „Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes“ waren deshalb ab sofort verboten, ebenso der außereheliche Verkehr.</p>
<p style="text-align: justify;">Entscheidend für die Wirkung von Gesetzen ist ihre Anwendung in der Praxis. Dafür braucht man Durchführungsverordnungen, Kommentare und nicht selten höchstrichterliche Urteile. Staatssekretär im Reichsinnenministerium war seit März 1935 Wilhelm Stuckart. Hans Globke war Oberregierungsrat in der Abteilung I des Ministeriums, die sich u.a. mit „allgemeinen Rassenfragen, Judenfragen, Blutschutzgesetz, Abstammungsnachweis“ befasste. Stuckart und Globke waren nicht an der Ausformulierung der Nürnberger Gesetze beteiligt gewesen, aber sie verantworteten gemeinsam den maßgeblichen Kommentar, über den der Blutrichter Ro-land Freisler schrieb, er dürfe „in keiner Handbücherei eines Rechtswahrers fehlen.“</p>
<p style="text-align: justify;">Hans Globke war der eigentliche Autor des Kommentars. Er machte sich mit der ganzen Gründlichkeit, zu der ein deutscher Beamter fähig sein konnte, daran, das Gesetzeswerk mit Leben zu füllen. Zunächst ging es um die Frage, wer von dem neuen Gesetz überhaupt betrof-fen war. Es wurde unterschieden zwischen „Voll-„, „Halb-“ und „Vierteljuden“, mit jeweils unterschiedlichen Folgen für die Ehefähigkeit. Globke ging noch weiter und erfand den „Ach-teljuden“: „Der Dreiachteljude, der einen volljüdischen und einen halbjüdischen Großelternteil besitzt, gilt als Mischling mit einem volljüdischen Großelternteil, der Fünfachteljude mit zwei volljüdischen und einem halbjüdischen Großelternteil als Mischling mit zwei volljüdischen Großeltern.“ Globke stellte auch zu der eher theoretischen Frage der Konvertiten präzise Überlegungen an: „Ein zum Judentum übergetretener Deutschblütiger ist für seine eigene Einordnung nach wie vor als deutschblütig anzusehen, lediglich für die arische Einordnung der Enkel gilt er als Volljude.“</p>
<p style="text-align: justify;">Ein wichtige Frage war, was unter „Verkehr“ zu verstehen war. Das Reichsgericht entschied im Dezember 1936, dass dazu auch „alle geschlechtlichen Betätigungen“ zählten, „die nach Art ihrer Vornahme bestimmt sind, anstelle des Beischlafes der Befriedigung des Geschlechtstriebes mindestens des einen Teiles zu dienen“, ein Urteil, das den Straftatbestand deutlich ausweitete und das Globke nachdrücklich begrüßte. Wenn eine Befriedigung des Geschlechtstriebes gar nicht möglich war, bedeutete das keineswegs, dass der Betroffene vor juristischen Nachstellungen sicher war. Ein Hamburger Gericht verurteilte einen impotenten Mann wegen bloßem Küssen zu zwei Jahren Gefängnis. Im Durchschnitt wurden mehr als 400 Personen im Jahr wegen „Rassenschande“ verurteilt. Auf Druck der Gestapo und des Reichsjustizministeriums wurden die Haftstrafen immer länger und der Tatbestand immer weiter gefasst, bis schließlich nahezu jeder körperliche Kontakt strafbar war.</p>
<p style="text-align: justify;">Wilhelm Stuckart, der als Staatssekretär auch an der Wannsee-Konferenz teilgenommen hatte, wurde nach dem Krieg im Wilhelmstraßen-Prozess als Kriegsverbrecher verurteilt, während Globke von der Anklage wie von der Verteidigung nur als Zeuge gehört wurde. Stuckart engagierte sich später in der rechtsextremistischen Reichspartei und kam 1953 bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Heute ist er weitgehend vergessen. Ganz anders sein ehemaliger Mitarbeiter. Hans Globke, der seit 1922 der katholischen Zentrumspartei angehört hatte, schloss sich frühzeitig der CDU an und wurde 1953 Staatssekretär im Bundeskanzleramt. Dort erwarb er sich rasch eine zentrale Machtposition und war für viele „der Mann hinter Adenauer“ (so auch der Titel der Biografie von Jürgen Bevers). Die Opposition griff ihn wiederholt scharf an, der rechtspolitische Sprecher der SPD Adolf Arndt warf ihm angesichts seiner früheren Tätigkeit „juristische Prostitution“ vor. „Der Spiegel“ widmete ihm eine nicht eben freundliche Titelgeschichte.</p>
<div id="attachment_13849" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/Bundesarchiv_Bild_183-B0710-0002-005_Oberstes_Gericht_Globke-Prozess_Zeugen.jpg"><img class="size-full wp-image-13849 " title="Oberstes Gericht, Globke-Prozess, Zeugen" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/Bundesarchiv_Bild_183-B0710-0002-005_Oberstes_Gericht_Globke-Prozess_Zeugen.jpg" alt="Zentralbild Brüggmann 10.7.1963 3. Tag des Globke-Prozesses. Vor dem 1. Strafsenat des Obersten Gerichts der DDR in Berlin wurde am 10. Juli 1963 die Hauptverhandlung gegen Globke fortgesetzt. In der Beweisaufnahme des 3. Prozesstages wird der Komplex der Nürnberger Gesetze zur Verhandlung stehen, die die juristische Grundlage der gesamten nazistischen Judenausrottungspolitik waren. UBz: Zeugen, die am 3. Prozeßtag aussagen werden, (vlnr): Prof. Bernhard Benedikt, Heinrich Strasser, Kunt Peter, Emil Mannheim, Fritz Klitsch, Charlotte Rosenthal, Hans Israelowicz, Käte Schubert, Egon Schubert." width="560" height="419" /></a><p class="wp-caption-text">Zentralbild Brüggmann 10.7.1963 3. Tag des Globke-Prozesses. Vor dem 1. Strafsenat des Obersten Gerichts der DDR in Berlin wurde am 10. Juli 1963 die Hauptverhandlung gegen Globke fortgesetzt. In der Beweisaufnahme des 3. Prozesstages wird der Komplex der Nürnberger Gesetze zur Verhandlung stehen, die die juristische Grundlage der gesamten nazistischen Judenausrottungspolitik waren. UBz: Zeugen, die am 3. Prozeßtag aussagen werden, (vlnr): Prof. Bernhard Benedikt, Heinrich Strasser, Kunt Peter, Emil Mannheim, Fritz Klitsch, Charlotte Rosenthal, Hans Israelowicz, Käte Schubert, Egon Schubert.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Vor allem aber geriet Globke ins Fadenkreuz der kalten Krieger in Ost-Berlin. Die personelle Kontinuität, die es im Westen in vielen Fällen tatsächlich gab, wurde mit Broschüren wie „Hitlers Blutrichter in Adenauers Diensten“ oder „Bonns braune Maden“ nicht ohne Erfolg publizistisch attackiert. Unter anderem musste der Bundesvertriebenenminister Theodor Oberländer 1960 zurücktreten, wobei seine Rolle bei der Ermordung von 5.000 Juden und Polen bis heute nicht restlos geklärt ist. „Globke und die Ausrottung der Juden“ hieß ein Pamphlet, für das der „Ausschuss für Deutsche Einheit“ verantwortlich zeichnete. Dieser Ausschuss wurde von Albert Norden geleitet und unterstand direkt dem Ministerrat der DDR. Norden, der Sohn eines Rabbiners, der 1943 in Theresienstadt umgekommen war, gehörte zu den wenigen Juden, denen es gelungen war, sich trotz des in den frühen Jahren auch in der DDR virulenten Antisemitismus mit dem Regime zu arrangieren. Er machte rasch Karriere und war im Politbüro für Agitation verantwortlich.</p>
<p style="text-align: justify;">In „Globke und die Ausrottung der Juden“ wurde die auszugsweise Veröffentlichung von faksimilierten Dokumenten mit völlig haltlosen Anschuldigungen verknüpft. Globke wurde zu „Hitlers Judenmörder“ stilisiert und Albert Norden verstieg sich zu der Behauptung, der „Eichmann von Bonn“ sei der einflussreichste Beamte des „Westzonenstaates“, wie die Bun-desrepublik im DDR-Jargon hieß. Diese Agitation, die die Bonner Regierung destabilisieren sollte, erreichte angesichts ihrer maßlosen Überzogenheit am Ende eher das Gegenteil. Die Angriffe gipfelten in einem Schauprozess gegen Hans Globke in absentia. Am 23. Juli 1963 verurteilte das Oberste Gericht der DDR Globke wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Tateinheit mit Mord zu lebenslangem Zuchthaus. Den Verurteilten focht das so wenig an wie seinen obersten Dienstherrn. Im Oktober 1963 schied Bundes-kanzler Adenauer aus dem Amt und dem soeben pensionierten Hans Globke wurde auf seinen Vorschlag hin das Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Ein glanzvoller Abschluss der Karriere eines Dieners vieler Herren.</p>
<p style="text-align: justify;">*<em>Der Historiker Ernst Piper lehrt an der Universität Potsdam. Von ihm erschien unter anderem eine “Kurze Geschichte des Nationalsozialismus – Von 1919 bis heute”. </em></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/04/19/hitler-200/">Hitler tat alles, um seine erbärmliche Existenz zu verlängern</a>, <a title="Permanent Link to 62 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=1349">Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen</a>, <a title="Permanent Link to Vom Ursprung deutschen Reichtums: Die Schaeffler AG" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/04/06/vom-ursprung-deutschen-reichtums-die-schaeffler-ag/">Vom Ursprung deutschen Reichtums: Die Schaeffler AG</a>, <a title="Permanent Link to Ermittlungen gegen Ex-Angehörige der “Sonderbrigade Dirlewanger”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/29/ermittlungen-gegen-ex-angehorige-der-sonderbrigade-dirlewanger/">Ermittlungen gegen Ex-Angehörige der “Sonderbrigade Dirlewanger”</a>, <a title="Permanent Link to The Nazis and the “Final Solution” (Episode 5/5)" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/19/the-nazis-and-the-%C3%A2%C2%80%C2%9Cfinal-solution%C3%A2%C2%80%C2%9D-episode-55/">The Nazis and the “Final Solution” (Episode 5/5)</a>, <a title="Permanent Link to The Nazis and the “Final Solution” (Episode 4/5)" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/17/the-nazis-and-the-%C3%A2%C2%80%C2%9Cfinal-solution%C3%A2%C2%80%C2%9D-episode-45/">The Nazis and the “Final Solution” (Episode 4/5)</a>, <a title="Permanent Link to The Nazis and the “Final Solution” (Episode 3/5)" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/15/the-nazis-and-the-%C3%A2%C2%80%C2%9Cfinal-solution%C3%A2%C2%80%C2%9D-episode-35/">The Nazis and the “Final Solution” (Episode 3/5)</a>, <a title="Permanent Link to The Nazis and the “Final Solution” (Episode 2/5)" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/13/the-nazis-and-the-%C3%A2%C2%80%C2%9Cfinal-solution%C3%A2%C2%80%C2%9D-episode-25/">The Nazis and the “Final Solution” (Episode 2/5)</a>, <a title="Permanent Link to The Nazis and the “Final Solution” (Episode 1/5)" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/12/the-nazis-and-the-final-solution-episode-15/">The Nazis and the “Final Solution” (Episode 1/5)</a>, <a title="Permanent Link to Ausstellung: Züge in den Tod" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/05/ausstellung-zuge-in-den-tod/">Ausstellung: Züge in den Tod</a>, <a href="http://npd-blog.info/2009/01/29/erinnerungspolitik-kunst-vs-padagogik/">Erinnerungspolitik: Kunst vs Pädagogik?</a>, <a title="Permanent Link to “Verstehen, was Menschen zu Tätern werden lässt”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=2731">“Verstehen, was Menschen zu Tätern werden lässt”</a>, <a title="Permanent Link to “Geschichtspornografie” im ZDF: “Ein bisschen Nazi spielen”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=2730">“Geschichtspornografie” im ZDF: “Ein bisschen Nazi spielen”</a>, <a title="Permanent Link to Täterforschung im globalen Kontext: Blick auf moralische Umformatierung richten" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=2729">Täterforschung im globalen Kontext: Blick auf moralische Umformatierung richten, </a><a title="Permanent Link to Fundstück: Reichspogromnacht antisemitisch?" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=2405">Fundstück: Reichspogromnacht antisemitisch?</a>, <a title="Permanent Link to Militärgeistlicher: “Heß nannte Neonazis immer wieder Dummköpfe”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2008/10/01/beichtvater-hes-nannte-neonazis-immer-wieder-dummkopfe/">Militärgeistlicher: “Heß nannte Neonazis immer wieder Dummköpfe”</a>, <a title="Permanent Link to Nazis planen “Zentrum des Widerstandes” im Fichtelgebirge" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=2237">Nazis planen “Zentrum des Widerstandes” im Fichtelgebirge</a>, <a title="Permanent Link to Bayern: Rieger will angeblich “Heß-Gedenkverein” gründen" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=1869">Bayern: Rieger will angeblich “Heß-Gedenkverein” gründen</a>, <a title="Permanent Link to Bayern: Rieger und Wulff gehen in Wunsiedel leer aus" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=638"></a><a href="http://npd-blog.info//?p=1040">Voigt schlägt Hitler-Stellvertreter als Friedensnobelpreisträger vor</a>, <a href="http://npd-blog.info//?p=419">Neonazis marschieren in Bayern gegen Nürnberger Prozesse</a></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=13848&amp;md5=ceb9d0e3b20ed2c2adb82a110fb3ab0f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>NPD missbraucht weiter Thema Kindesmissbrauch</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Sep 2010 07:42:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kein Ort für Neonazis]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[MVP]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer den Begriff &#8220;Kinderschänder&#8221; benutzt, hat sich bereits fachlich disqualifiziert. Dies betonte die Leiterin der Beratungsstellte „Zartbitter“, Ursula Enders. Zudem wären drakonische Strafen sowie eine Anzeigepflicht kontraproduktiv, so die Expertin, die sich seit Jahrzehnten für Missbrauchsopfer einsetzt. Der NPD ist es egal, sie plant in Schwerin einen Aufmarsch unter dem ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Wer den Begriff &#8220;Kinderschänder&#8221; benutzt, hat sich bereits fachlich disqualifiziert. Dies betonte die Leiterin der Beratungsstellte „Zartbitter“, Ursula Enders. Zudem wären drakonische Strafen sowie eine Anzeigepflicht kontraproduktiv, so die Expertin, die sich seit Jahrzehnten für Missbrauchsopfer einsetzt. Der NPD ist es egal, sie plant in Schwerin einen Aufmarsch unter dem Motto: &#8220;Todesstrafe für Kinderschänder!&#8221;</strong></p>
<div id="attachment_12928" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/08/und_morgen_dein_kind__todesstrafe_fuer_kinderschaender_002.jpg"><img class="size-medium wp-image-12928" title="und_morgen_dein_kind__todesstrafe_fuer_kinderschaender_002" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/08/und_morgen_dein_kind__todesstrafe_fuer_kinderschaender_002-300x112.jpg" alt="" width="300" height="112" /></a><p class="wp-caption-text">Gezielt schürt die NPD Ängste bei Familien.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Wer das Wort „Kinderschänder“ benutze, disqualifiziere sich fachlich, so Enders im Gespräch mit NPD-BLOG.INFO. Denn dies bedeute, die Opfer lebten fortan in Schande – damit verletze man die Opfer. Aber auch der Begriff Pädophilie sei in Fachkreisen verpönt, sagt Enders. Denn wenn jemand beispielsweise frankophil sei, bedeute dies nicht, er missbrauche Franzosen.</p>
<p style="text-align: justify;">Durch die Forderung nach drakonischen Sprachen werde es den Opfern erschwert, über das erlebte Leid zu sprechen, sagt Enders. Zurzeit wird oft gefordert, es müsse bei einem Verdachtsfall sofort Strafanzeigen geben. „Wenn wir in Fällen von sexuellen Missbrauch sofort Anzeige erstatten müssen, werden sich viele Opfer uns nicht mehr anvertrauen, weil sie Angst haben, selbst angezeigt zu werden.“ Denn beispielsweise in der Odenwaldschule haben Täter mehrere Kinder in sexuellen Missbrauch verstrickt, daher fürchteten Kinder, sie würden auch bestraft. „Die Täter sagen dann, du hast es ja auch getan“, betont Enders diese besondere Täterstrategie, die zumeist auch erst später aufgedeckt wird – so auch im Fall der Odenwaldschule.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Die meisten Täter kommen aus dem sozialen Nahbereich</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Zudem sind drakonische Strafen kontraproduktiv, da Opfer diese nicht verantworten wollen. Die meisten Täter kommen aus dem sozialen Nahbereich der Kinder – also Freunde der Familie, Verwandte, Mitarbeiter von Institutionen. Wenn diesen Personen die Todesstrafe drohe, würden viele Opfer schweigen, so Enders weiter.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Angst vor Missbrauch ist groß &#8211; und Bürgerinnen und Bürger fühlen sich offenbar häufig allein mit ihrer Angst um ihre Kinder und der Furcht vor sexuellem Missbrauch. Auf diese Hilflosigkeit setzen die rechtsextreme Szene und die NPD. In Schwerin findet am 25. September 2010 – so wie bereits auch am vergangenen Wochenende in Ferdinandshof – eine Demonstration der NPD zum Thema „Todesstrafe für Kinderschänder“ statt.</p>
<p style="text-align: justify;">Dass dieses Engagement von Neonazis nichts mit Kinderschutz zu tun hat, macht auch die Broschüre „Was Sie über sexuellen Missbrauch wissen sollten – Gedankenanstöße zu einem wirksamen Kinderschutz jenseits polemischer Scheinlösungen“ vom Projekt „Lola für Lulu“ der Amadeu Antonio Stiftung und die RAA Mecklenburg – Vorpommern in der notwendigen Klarheit deutlich. Die Broschüre wird in einer Auflage von 6.000 Exemplaren gedruckt und gezielt an Multiplikator/innen in MV verteilt.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>&#8220;Das Feld nicht den Neonazis überlassen&#8221;</strong></p>
<div id="attachment_12973" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/08/corel15.jpg"><img class="size-medium wp-image-12973" title="corel" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/08/corel15-300x232.jpg" alt="Die NPD spielt sich als Ordnungsmacht auf." width="300" height="232" /></a><p class="wp-caption-text">Die NPD spielt sich als Ordnungsmacht auf.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Dazu sagt Anne-Rose Wergin, Leiterin des Landesbüros MV der Amadeu Antonio Stiftung: „Es ist uns wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger, die Zivilgesellschaft, demokratische Parteien und Personen des öffentlichen Lebens sich deutlich positionieren und sowohl Verantwortung für das Kindeswohl als auch für demokratische Kultur übernehmen. Lokale Initiativen müssen die Ängste der Menschen ernst nehmen und dürfen das Feld nicht den Neonazis überlassen. In Ferdinandshof und Schwerin geschieht das auf vorbildliche Weise. Dafür haben wir die Broschüre gemacht.“</p>
<p style="text-align: justify;">In der Broschüre wird unter anderem darauf eingegangen, wie man Kinder stärken, unterstützen und vor sexuellem Missbrauch schützen kann. Zudem werden in einem Artikel die Umstände in Gadebusch beschrieben, wo braune Trittbrettfahrer Sexualstraftaten für ihre Propaganda nutzen.</p>
<p style="text-align: justify;">Zu bestellen ist die Broschüre, gegen einen frankierten A4-Rückumschlag, unter 03874-5702225 oder info@lola-fuer-lulu.de. Download: <a href="http://www.amadeu-antonio-stiftung.de">www.amadeu-antonio-stiftung.de</a></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/08/11/sexualstraftaten-npd-200/">Moralische Nazis für Recht und Ordnung?</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/08/11/npd-hotline-zur-menschenjagd/">Uecker-Randow: NPD-Hotline zur Menschenjagd</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/04/15/missbrauch-102/">Forderung nach Todesstrafe nützt den Opfern nicht</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/03/20/misbrauchsskandal-rechte-100/">Die Rechte und der Missbrauchsskandal</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/02/01/nazis-sexuellermissbrauch-100/">Nazis den Wind aus den Segeln nehmen – Informationsbroschüre zum Thema sexueller Missbrauch</a></p>
<p style="text-align: justify;"><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/74b6d847d9914d19b86b9566860e603b" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=13830&amp;md5=5cbf3dfa810bdbff2e60189ea72ec7e6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8216;Der patagonische Hase&#8217; ist kein Angsthase</title>
		<link>http://www.publikative.org/2010/09/07/der-patagonische-hase-ist-kein-angsthase/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 11:03:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA["Jetzt, da er alt ist", so schreibt es die Süddeutsche Zeitung, sei Claude Lanzmann vom Tod umfangen: "Der Tod drohte in seiner Jugend, er war das Thema von 'Shoah', er begegnete Lanzmann allenthalben. Der Tod ist eine Größe, die er achtet, mit der er aber auch kokettiert. Als er für 'Shoah' Überlebende interviewte, brachte er diese Menschen dazu, nicht von sich, sondern von den Toten zu reden. Der Titel seiner Memoiren - 'Der patagonische Hase' - ist eine Reverenz an die Überlebenden. Es geht da um einen Hasen, der unter einem Stacheldrahtzaun hindurch ins Freie gelangt. Lanzmann ist in diesem Sinn kein Hase. Ein Angsthase ist er schon gar nicht. Seine Memoiren sind ehrlich, auch das macht sie schön."
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">&#8220;Jetzt, da er alt ist&#8221;, so schreibt es die <a href="http://www.sueddeutsche.de/P5Z38g/3566152/Der-Tod-das-Andenken-die-Ausdauer.html" target="_blank">Süddeutsche Zeitung</a>, sei Claude Lanzmann vom Tod umfangen: &#8220;Der Tod drohte in seiner Jugend, er war das Thema von &#8216;Shoah&#8217;, er begegnete Lanzmann allenthalben. Der Tod ist eine Größe, die er achtet, mit der er aber auch kokettiert. Als er für &#8216;Shoah&#8217; Überlebende interviewte, brachte er diese Menschen dazu, nicht von sich, sondern von den Toten zu reden. Der Titel seiner Memoiren &#8211; &#8216;Der patagonische Hase&#8217; &#8211; ist eine Reverenz an die Überlebenden. Es geht da um einen Hasen, der unter einem Stacheldrahtzaun hindurch ins Freie gelangt. Lanzmann ist in diesem Sinn kein Hase. Ein Angsthase ist er schon gar nicht. Seine Memoiren sind ehrlich, auch das macht sie schön.&#8221;</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=nbi-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3498039393&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Auch hundert Leben, sagt Claude Lanzmann, Autor des epochemachenden Films Shoah, hätten nicht ausgereicht, seine Neugier auf das Leben zu stillen. Seine Autobiographie, literarisches Meisterwerk, Bestseller und «Buch des Jahres» in Frankreich, ist vieles in einem: Erzählung eines überreichen Lebens, Bild jüdischer Geschichte, Traktat über Freiheit und Gewalt. Vor allem aber das furiose Dokument einer amour fou mit dem Leben.</p>
<p style="text-align: center;"> </p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/08/19/traume-vom-hitler-stalin-pakt/">Träume vom Hitler-Stalin-Pakt</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/02/02/npd-linksfraktion-israel-102/">NPD gratuliert Linksfraktion zum “Tabubruch”</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/12/01/antisemitische-filmzensur-hamburg-555552/">Es darf keine antisemitische Filmzensur geben!</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/11/20/blockade-lanzmann-345562/">Blockade von Lanzmann-Film: Augen zu und drauf</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/11/03/nach-antisemitischer-blockade-debatte-in-der-linkspartei-uber-israel/">Nach antisemitischer Blockade: Debatte in der Linkspartei über Israel</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/10/29/antisemitismus-lanzmann9123/">Vorführung von Lanzmann-Film auf St. Pauli verhindert</a></p>
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		<title>Israels Existenzkampf: Eine moralische Verteidigung seiner Kriege</title>
		<link>http://www.publikative.org/2010/08/08/israels-existenzkampf/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 17:56:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ausland]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie auch in diesem Blog immer wieder dokumentiert wurde, scheint sich eine ideologische Querfront aus Islamisten, Nazis und auch Teilen der Linken gebildet zu haben, die vor allem eines eint: Der Hass auf Israel. Die konkrete Politik Israels ist häufig nur der Anlass um tiefer sitzende Ressentiments „herauszulassen“, die natürlich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Wie auch in diesem Blog immer wieder dokumentiert wurde, scheint sich eine ideologische Querfront aus Islamisten, Nazis und auch Teilen der Linken gebildet zu haben, die vor allem eines eint: Der Hass auf Israel. Die konkrete Politik Israels ist häufig nur der Anlass um tiefer sitzende Ressentiments „herauszulassen“, die natürlich dann auch keinen Platz mehr für die israelische Sicht der Dinge bieten.</strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Jochen Böhmer für NPD-BLOG.INFO</em></p>
<p style="text-align: justify;">Der israelische Historiker Yaacov Lozowick hat in dem Buch „Israels Existenzkampf. Eine moralische Verteidigung seiner Kriege“ ein sowohl persönliches als auch historisch fundiertes Buch zum besseren Verständnis des Nahost-Konfliktes vorgelegt. Es leistet einen Beitrag zur Aufklärung, selbst wenn es hier und da anecken wird.</p>
<p style="text-align: justify;">In Europa wirkt ein Buch, welches Kriege moralisch verteidigt, sicherlich verwirrend. Dies liegt gewiss auch daran, dass viele Europäer sich nicht in die Lage der Israelis versetzen können oder wollen. Ein Satz wie, dass in „einer solchen Welt &#8230; Pazifismus moralisch nicht vertretbar“ (S. 53) ist, mag hier zu Lande komisch klingen. Aber wissen wir nicht auch, dass Auschwitz, Buchenwald, Dachau usw. durch die Rote Armee bzw. die US Army befreit wurden? Darüber hinaus ist die europäische Geschichte keine pazifistische und friedvolle Geschichte. Israel ist heute wieder in der (Zwangs-)Lage, Krieg führen zu müssen, da seine Feinde die Vernichtung der Juden und des jüdischen Staates anstreben. Die Moral liegt hier in der Entscheidung, Krieg zu führen, bzw. führen zu müssen, um das eigene Überleben zu sichern und dabei – im Idealfall &#8211; keine Unschuldigen zu verletzen oder gar zu töten.</p>
<p style="text-align: justify;">Die aufklärerische Seite dieses Buches liegt in einer Vielzahl historischer Fakten, die wichtig sind, um den Konflikt aus Sicht der Israelis verständlich zu machen. Einige Beispiele seien hier kurz erwähnt:</p>
<p style="text-align: justify;">Wer weiß schon, dass der Name „Judäa “ im Jahre 135 n. Chr. durch „Palästina“ auf Befehl von Kaiser Hadrian ersetzt wurde? (S. 67)</p>
<p style="text-align: justify;">Oder dass einer der wichtigsten palästinensischen Helden, Scheich Izz al-Din al-Qassam, erst 1920 nach Palästina kam, da war er bereits 38 Jahre alt und eigentlich Syrer war? (S. 108) Nicht zu letzt war dieser Scheich der Namensgeber der Raketen, die fast täglich seit dem israelischen Rückzug aus Gaza in Südisrael niedergehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Wer erinnert sich nicht an den Besuch von Ariel Sharon auf dem Tempelberg, der für die Weltöffentlichkeit die Provokation darstellte, die die „Zweite Intifada“ auslöste. Aber wer erinnert sich noch an den Bombenanschlag im Gazastreifen am Tag vorher, durch den ein israelischer Soldat getötet wurde? Der damalige Premier Barak hatte das Angebot des Siedlungsabbaus im Gazastreifen kurz vorher öffentlich gemacht. Der Besuch Sharons – der völlig unspektakulär verlief – war übrigens sogar mit der palästinensischen Autonomiebehörde abgesprochen worden (S. 27).</p>
<p style="text-align: justify;">Lesetipp: <a href="http://jungle-world.com/artikel/2010/31/41448.html" target="_blank">Die Entstehung der Mavi-Marmara-Linken</a></p>
<p style="text-align: justify;">Lozowick, der als ehemaliger Linker Sharon gewählt hat, sieht ein zentrales Hindernis für den Frieden, dass arabische Staaten Israel kategorisch das Existenzrecht absprechen. Diese Weigerung und völlige Verleugnung der jüdischen Existenz verstellt den Weg zu einer friedlichen Lösung in zwei Staaten. Diese politische Verweigerungshaltung und der z. T. irrationale Hass auf alles „Jüdische“ schadet nicht zu letzt ausschließlich der jüdischen Bevölkerung, sondern verbaut auch der palästinensischen Seite die Möglichkeit auf einen eigenen Staat. So z. B. beim Teilungsplan der UN im Jahre 1947 oder aktuell 2000 die Angebote des ehemaligen Premierministers Barak. In der Geschichte Israels waren es häufig sog. „Falken“, die Gespräche mit arabischen Staaten aufnahmen. Menachem Begin z. B. schloss Frieden mit Ägypten und Ariel Sharon zog die IDF (Israel Defense Force) aus dem Gazastreifen ab.</p>
<p style="text-align: justify;">Lozowick verschweigt keineswegs die Vorgänge in Deir Yassin, Kibiya oder Sabra und Shatila. Doch einerseits konnten solche Strömungen bzw. Handlungen in der israelischen bzw. jüdischen Gesellschaft niemals die Oberhand gewinnen, bzw. wurden diese mehrheitlich abgelehnt, andererseits geschahen und geschehen bei jedem (Unabhängigkeits-) Krieg in der Geschichte, teilweise entsetzliche Gräueltaten.</p>
<p style="text-align: justify;">Aufgrund der Vorkommnisse im Dorf Kibiya im Jahre 1953, die 69 arabischen Zivilisten bei Auseinandersetzungen das Leben kosteten, wurden von der israelischen Armee folgende Konsequenzen gezogen: Von nun an sollten keine Ziele mehr angegriffen werden, wenn dabei die Gefahr besteht, dass unbeteiligte Zivilisten zu Schaden kommen. „Die Erinnerung daran (Kibiya, J. B.) wird nicht von den Arabern, sondern von den Israelis selbst wachgehalten.“ (S. 156) Lozowick selbst zitiert aus seiner eigenen Rekrutenausbildung den Befehl, dass alles dafür getan werden muss, dass sich Kibiya nicht wiederholt.</p>
<p style="text-align: justify;"> </p>
<p style="text-align: justify;">Zentral für Lozowicks Thesen ist hierbei die Unterscheidung von „Morden“ und „Töten“. Während Mord durch „Vorsatz des Mörders und das Fehlen eines Vorsatzes auf Seiten des Opfers“ (S. 104) definiert ist, fehlt dieser Vorsatz beim Töten. Er beruft sich dabei auch auf die hebräische Bibel und deren Originaltext: Dort steht nicht „ … ‚Lo taharog’ (‚Du sollst nicht töten’), sondern ‚Lo tirzach’ (‚Du sollst nicht morden’) – und das ist ein gewaltiger Unterschied.“ (S. 104) „Du sollst nicht töten“ ist für ihn eine „Quelle der Heuchelei, da in jeder Gesellschaft irgendwann das Töten in der einen oder anderen Weise erlaubt war.“ (S. 104) Die Realität in der Welt gibt Lozowick Recht, auch wenn das keine schöne Wahrheit darstellt. Auch wenn diese Passage noch immer in ihrer theologischen Interpretation diskutiert wird, steht sie so im biblischen Original. Trotzdem eine sehr diskussionswürdige Ansicht.</p>
<p style="text-align: justify;">Lozowick geht natürlich auch auf das Flüchtlingsproblem, die Ursprünge und Probleme des Zionismus sowie auf die Debatten in Israel selbst ein. Das Buch enthält dazu weitere persönliche Anekdoten und nennt historische Fakten, die hier nicht alle aufgezählt werden können. Es ist unbestritten ein wichtiges Buch, welches gerade in Europa unbedingt gelesen werden sollte.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Yaacov Lozowick: Israels Existenzkampf. Eine moralische Verteidigung seiner Kriege. Lizenzausgabe für die Bundeszentrale für politische Bildung, Schriftenreihe Band 605, Bonn 2006 (erschienen im Konkret Literatur Verlag, Hamburg, 2006), zu bestellen auch bei der <a href="http://www.bpb.de/publikationen/97CE06,0,0,Israels_Existenzkampf.html" target="_blank">BPB für lediglich vier Euro</a>.</em></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/08/03/aachen-hakenkreuz-200/">“Freiheit für Palästina” – Hakenkreuze in Aachen</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/06/04/israel-npd-200/">“Israel-Kritik”: Wenn NPD-Positionen nicht auffallen</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/05/30/esc-000l-punkte-israel-lena/">Null Punkte: “Und wir bauen den Juden ein Denkmal”</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2010/04/21/kommunisten-rap-100%e2%80%9d-aus-gutersloh/">Antisemitischer “Kommunisten-Rap”</a></p>
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		<title>Von Fußball, Migration und bürgerlichen Freiheiten</title>
		<link>http://www.publikative.org/2010/05/22/fusball-migration-100/</link>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 15:42:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Dembowski]]></category>
		<category><![CDATA[Integration]]></category>
		<category><![CDATA[Rassismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Diethelm Blecking und Gerd Dembowski untersuchen in ihrem Buch „Der Ball ist bunt“ die Verbindungen zwischen Fußball, Migration und der Vielfalt der Identitäten in Deutschland. Dafür haben die Herausgeber zahlreiche Gastautoren gewonnen, die Themen beackern, welche sonst eher selten öffentlich behandelt werden: Doppelt benachteiligte Mädchen, bikulturelle Vereine oder jüdische Vereinsgründer ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Diethelm Blecking und Gerd Dembowski untersuchen in ihrem Buch „Der Ball ist bunt“ die Verbindungen zwischen Fußball, Migration und der Vielfalt der Identitäten in Deutschland. Dafür haben die Herausgeber zahlreiche Gastautoren gewonnen, die Themen beackern, welche sonst eher selten öffentlich behandelt werden: Doppelt benachteiligte Mädchen, bikulturelle Vereine oder jüdische Vereinsgründer beispielsweise. </strong></p>
<p style="text-align: justify;">Blecking, der an der Uni Freiburg lehrt, und Dembowski, der die Ausstellung „Tatort Stadion“ initiierte, erinnern in ihrem Buch an die Vielfalt der Identitäten in Deutschland vor dem 2. Weltkrieg: polnische oder jüdische Fußballvereine, kommunistische Sportorganisationen. Diese wurden durch den Zivilisationsbruch, dem NS-Terror und Holocaust, vernichtet. Das kollektive Gedächtnis an diesen Teil der Geschichte ging Dembowski zufolge verloren – und nur vor diesem Hintergrund erschien die neue Zuwanderung in den späten 1950er und 1960er Jahren als etwas Außergewöhnliches.</p>
<div id="attachment_13711" class="wp-caption alignleft" style="width: 380px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/corel9.jpg"><img class="size-full wp-image-13711" title="corel" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/09/corel9.jpg" alt="Theorie und Praxis: Die Eltern der deutschen Fußball-Nationalspieler schauen in einem DFB-Integrationsspot gemeinsam ein Spiel." width="370" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">Theorie und Praxis: Die Eltern der deutschen Fußball-Nationalspieler schauen in einem DFB-Integrationsspot gemeinsam ein Spiel.</p></div>
<p style="text-align: justify;">Ein überaus positives Bild des konkreten Kosmopolitismus im 21. Jahrhundert zeichnet Detlev Clausen, Professor an der Uni Hannover. Er verweist auf die Geschichte des Fußballs, die stets an die politischen Entwicklungen gekoppelt war. So war der Siegeszug des Spiels nur in Verbindung mit dem Aufstieg Englands zur Welt- und Kulturmacht zu verstehen. Zudem waren viele Juden in Europa im 19. Jahrhundert laut Clausen „anglophil“. Der Fußball verkörperte die Ideale des Bürgertums, dazu gehörte der Leistungsgedanke, aber auch Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit. Dies sei für Bewohner von Ghettos eine konkrete Utopie gewesen, daher habe es zu dieser Zeit viele Vereinsgründungen von Juden gegeben, da diese Ideale von ihnen besonders ernst genommen worden seien.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Bedeutung des Professionalismus</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Basierend auf dem Leistungsprinzip betont Clausen zudem die Bedeutung des Professionalismus im Fußball. Im Gegensatz zu vielen Fans, die gerne den Amateursport verklären, meint Clausen: Ohne die Professionalisierung des Sports hätte die Arbeiterklasse nie einen solchen Zugang zu dem Sport bekommen, da sonst nur Bürgerliche genug Zeit und Geld dafür gehabt hätten. Arbeiter wollten aber mit den bürgerlichen Vereinen konkurrieren – und gründeten eigene Vereine, in denen Fußball-Talente aus den Fabriken gefördert wurden. Da man nicht viele Stunden am Tag malochen und zusätzlich noch erfolgreich Fußball spielen konnte, musste man den Spielern Geld geben. Dies wiederum mobilisierte Arbeiter aus Schottland oder Irland, nach England zu kommen, um bei Arbeitervereinen zu spielen. Der Beginn des professionellen Fußballs &#8211; dieses Prinzip breitete sich weiter aus: Auch die Talente aus den Kolonien wurden bald gebraucht – dem Leistungsprinzip folgend.</p>
<p style="text-align: center;">Bestellen: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3860996142?ie=UTF8&amp;tag=nbi-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3860996142">Der Ball ist bunt: Fußball, Migration und die Vielfalt der Identitäten in Deutschland</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=nbi-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3860996142" border="0" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: justify;">Ähnliches war in den vergangenen Jahren in Deutschland zu beobachten, wo das völkische „Blutsrecht“ weit stärker verankert war als in anderen Staaten. Doch im Fußball wurden neue Maßstäbe gesetzt. Die Nationalmannschaften öffneten sich nach vielen Jahren endlich den Talenten mit Migrationshintergrund, da man sonst ein überragendes Potenzial einfach nicht nutzt – bzw. diese Spieler dann lieber für die türkische Nationalmannschaft antraten.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Emanzipatorische Momente der bürgerlichen Freiheiten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Clausen betont in diesem Zusammenhang vollkommen zu Recht: Fußball vermittelt hier konkrete Utopien, es gebe emanzipatorische Momente in den bürgerlichen Freiheiten. Dies hätten viele linke Kapitalismuskritiker übersehen. Dazu gehöre auch, dass Fans nicht einem Schicksal ausgeliefert seien, sondern ihren Verein wählen können. „Die Logik des Fußballs ist die bürgerliche Gesellschaft. […] Der Fußball ist ein Weltmarkt“, sagt Clausen. Die oberflächliche Kommerzkritik sei „reaktionär“ und genau wie „die Pseudokritik am Kapitalismus im Kern antisemitisch“. Der Antisemitismus sei stets oberflächlich und daher „etwas ganz ekelhaftes“. Ähnlich verhalte es sich mit der Kommerzkritik. Man müsse Ungerechtigkeiten anprangern, fordert Clausen, aber diese hätten nichts mit dem Kommerz zu tun. Fußball eröffne hingegen für Außenseiter die Chance, in die Gesellschaft hineinzukommen. Fußball bringe die Menschen zusammen. „Die globale Welt des 21. Jahrhunderts ist eine kosmopolitische Welt. Das heißt eine Mischkultur“, bilanziert Clausen. „Und das ist für alle Reinheitsfetischisten ein bitterer Tropfen.“</p>
<div id="attachment_5122" class="wp-caption alignleft" style="width: 195px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2009/09/oezil.jpg"><img class="size-full wp-image-5122" title="oezil" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2009/09/oezil.jpg" alt="" width="185" height="248" /></a><p class="wp-caption-text">Mesut Özil wird von Neonazis als &quot;Plaste-Deutscher&quot; beschimpft. (Quelle: Autogrammkarte Homepage Özil)</p></div>
<p style="text-align: justify;">Halil Altintop sagte in dem Buch, er habe schon mit Deutschen, Italienern, Griechen, Arabern oder Bosniern gespielt, „ich habe gesehen, wie sie leben, wie sie zu Hause aufwachsen. Es sei nicht wichtig, jemandem einen Stempel aufzudrücken. „Du bist deutsch! Du bist türkisch! Warum muss man sich da so streng festlegen. Klüger macht uns das auch nicht.“</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Fußball ohne Weltbürgertum geht nicht</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Auch der Wissenschaftler Gunter Gebauer unterstreicht, Fußball ohne Weltbürgertum gehe nicht. Er plädiert dafür, der DFB solle noch stärker Gedanken in die Öffentlichkeit tragen, die sonst auf den Sportseiten nicht zu finden seien. Konkret meint er damit Kinder mit Migrationshintergrund, die die kosmopolitische Zukunft unserer Gesellschaft verkörpern. „Dafür ist der Fußball eine ausgezeichnete Bühne“, mein Gebauer. Auch er betont: Fußball hat in Deutschland weltbürgerlich angefangen, hat sich dann auf Deutschland verengt! „Eine absurde Entwicklung“, kommentiert er, da Deutschland immer ein Migrationsland gewesen sei. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an das Ruhrgebiet, welches die Migrationsregion sei. Ohnehin sei Fußball eine Mischung aus antiken Ideen, Wettkampfideen, aus Kultus, Kaufmannslogik, Konkurrenz und dem Zirkulieren von Regeln.</p>
<p style="text-align: justify;">Und diese Mischung wird überall auf der Welt geliebt, betont Patrick Owomoyela, der von der NPD rassistisch angegangen worden war. Zudem könne Fußball von jedem mit jedem gespielt werden, unabhängig von Sprache und Herkunft. „Das ist das Phantastische am Fußball“, sagt er.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Institutionelle Veränderungen</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Fußballtrainer Mikro Slomka meint in dem Buch, Spieler verstünden, dass sie nie auslernten, wenn es immer wieder neue Einflüsse und Impulse gebe. Dies fördere auch den Leistungsgedanken – die Herkunft der Spieler sei unbedeutend. Über den Weg der Integration in den Auswahlmannschaften sieht Slomka die Chance, endlich auch eine institutionelle Veränderung zu erreichen, da sich die Spieler aus dem Migranten-Milieu längerfristig engagieren – auch nach ihrer aktiven Karriere. Allerdings, sagt Ex-Profi Erdal Keser, müsse untersucht werden, warum viele türkischstämmige Talente nicht den Sprung in die Profi-Kader der Vereine schafften: „Es ist auffällig, dass in den Jugendteams mancher Vereine viele Leistungsträger türkischer Herkunft sind, die aber den Weg in die A-Mannschaft nicht schaffen. Hier muss wirklich recherchiert werden, woran das liegt, ob die Jungs nicht gut geführt werden, ob es an strukturellen Problemen liegt oder ob die Jungen aus unterschiedlichen Gründen vom sportlichen Weg abkommen.“</p>
<div id="attachment_18442" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/negativ_Nach-dem-Spiel.jpg"><img class="size-medium wp-image-18442" title="negativ_Nach dem Spiel" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/negativ_Nach-dem-Spiel-300x213.jpg" alt="Nach dem Spiel - Kick it - von Aysun Bademsoy" width="300" height="213" /></a><p class="wp-caption-text">Nach dem Spiel - Kick it - von Aysun Bademsoy</p></div>
<p style="text-align: justify;">Das Buch behandelt aber nicht nur die Situation von Jungs, sondern auch die der „doppelt benachteiligten“: Türkische Mädchen. Filmemacherin Aysun Bademsoy kritisiert die Debatte über Integration im Allgemeinen: Es müsse endlich, sagt sie im Bezug auf die Mädchen aus türkischen Migrantenfamilien, „grundsätzlich in die Köpfe, dass wir hier von Deutschen reden, die auf ihre Weise deutsch sind. Die Gesellschaft hat sich mit dem Ist-Zustand zu befassen. Ich finde es grausam, wenn es heißt: „…aber die haben doch selbst schld, die wollen doch gar nicht.“ So ein Unsinn, nur weil die Leute Assimilation meinen und sich selbst kein Stück bewegen wollen.“ In einem anderen Beitrag zu diesem Thema wird betont, wie Mädchen durch Erfolge im Fußball auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen selbstbewusster werden. Von Mitspielern und Zuschauern erhalten die Spielerinnen Anerkennung, die sonst fehle.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Keine einfachen Antworten</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Das Buch „Der Ball ist bunt“ behandelt zahlreiche vernachlässigte Bereiche des Fußballsports, beispielsweise wird auch ein Blick auf die Lage von Flüchtlingen, die Fußball spielen wollen, geworfen, oder an die Vertragsarbeiter in der DDR erinnert. Auch die „südländische Mentalität“ im Amateurfußball wird thematisiert, Vereine als Ausdruck bikulturellen Selbstbewusstseins untersucht sowie Konflikte zwischen Nationalitäten auf dem Platz beleuchtet.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Vielfalt des Buchs ist allerdings Vor- und Nachteil zugleich. Zwar gewinnt der Leser viele Einblicke und Anregungen durch die Themenvielfalt, versteht die konkreten Utopien, die an den Fußball gekoppelt sind, doch zugleich kommt teilweise nur schwierig ein Lesefluss zustande – was auch den verschiedenen Textformen geschuldet ist. Vielleicht passt dies aber auch gerade im übertragenen Sinne zum Thema, die Vielfalt der Identitäten in Deutschland. Für Leute, die gerne einfache Antworten auf komplexe Fragen geben, ist dieses Buch auf jeden Fall nicht zu empfehlen. Wer sich aber für unterschiedliche Perspektiven interessiert, dem sei das Buch – inklusive Vorwort von DFB-Boss Zwanziger &#8211; wärmstens empfohlen.</p>
<p>Siehe auch: <a href="http://www.tagesschau.de/inland/meldung94634.html" target="_blank"><span>Rassismus in deutschen Fußballstadien</span> &#8211; Die Welt zu Gast bei Feinden?</a><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/030ab1ca508c42d1b466390fa7d99b01" alt="" width="1" height="1" /></p>
 <p><a href="http://www.publikative.org/?flattrss_redirect&amp;id=11441&amp;md5=82046e7a1bd83e0003babda3c80396e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.publikative.org/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft</title>
		<link>http://www.publikative.org/2010/05/05/rechtsextremismus-einwanderungsgesellschaft-100/</link>
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		<pubDate>Wed, 05 May 2010 12:06:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Rechtsextremismus unter Migranten? Über dieses brisante Thema wurde in Deutschland bislang geschwiegen. Dabei haben rechtsextremistische Migranten Schulen, Treffpunkte und Freizeitstätten längst als Rekrutierungs- und Agitationsfeld für sich entdeckt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Rechtsextremismus unter Migranten? Über dieses brisante Thema wurde in Deutschland bislang geschwiegen. Dabei haben rechtsextremistische Migranten Schulen, Treffpunkte und Freizeitstätten längst als Rekrutierungs- und Agitationsfeld für sich entdeckt.</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Für Sanem Kleff, Leiterin der Bundeskoordination von „<a href="http://www.schule-ohne-rassismus.org/" target="_blank">Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage</a>“, ist dies ein unhaltbarer Zustand. Kleff ist davon überzeugt: „Ein glaubwürdiger Einsatz für Vielfalt und Toleranz ist nur möglich, wenn allen Ideologien der Ungleichwertigkeit mit der gleichen Entschiedenheit entgegengetreten wird – unabhängig davon, wer sie vertritt.“</p>
<div id="attachment_11017" class="wp-caption alignleft" style="width: 221px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/schuleohnerassismus.jpg"><img class="size-medium wp-image-11017" title="schuleohnerassismus" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2010/05/schuleohnerassismus-211x300.jpg" alt="schuleohnerassismus" width="211" height="300" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p style="text-align: justify;">Die vorliegende Broschüre „Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft“ schließt eine Lücke. Erstmals beschäftigt sich in Deutschland eine Publikation umfassend und ohne ideologische Scheuklappen mit den menschenverachtenden Ideologien, die ihren Ursprung in den Herkunftsländern der vier größten Einwanderergruppen haben: Rechtsextreme und ultranationalistische Gruppierungen türkischer, russischer, exjugoslawischer und polnischer Herkunft.</p>
<p style="text-align: justify;">Der Migrationsexperte Professor Dr. Klaus Bade schreibt in seinem Geleitwort zur Bedeutung der Publikation: „Einwanderung ist keine fröhliche Rutschbahn in ein buntes Paradies, die Einwanderungsgesellschaft kennt auch düstere Bereiche. Der organisierte Rechtsextremismus unter Migranten ist eine dieser noch wenig bekannten Dunkelzonen. Diese Schrift eröffnet in kritischer Bestandsaufnahme und Problemanalyse Wege zur Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus im Migrantenmilieu.“</p>
<p style="text-align: justify;">Die Autoren der Broschüre untersuchen die rechtsextremen Szenen von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland im Kontext der jeweiligen Einwanderungsgeschichte und der politischen Kultur in der Herkunftsgesellschaft. Dabei stellen sie auch die wichtigsten Symbole und jugendkulturellen Elemente vor, die in den rechtsextremen Gruppen eine Rolle spielen.</p>
<p style="text-align: justify;">In Kapitel 1 – „Jugo-Kult und Ethno-Irrsinn“ &#8211; zeigt der Politikwissenschaftler Sead Husic auf, wie eng ultranationalistische Ressentiments und Einstellungen unter den Migranten aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens bis heute mit dem Auflösungsprozess des Vielvölkerstaates und den Balkankriegen verbunden sind. Er geht unter anderem der Frage nach, welchen Einfluss die musikalischen Vertreter des kroatischen oder serbischen Turbofolks haben, die auch hierzulande populär sind und gut besuchte Konzerte geben und deren Songtexte vor Nationalismus und Chauvinismus nur so triefen.</p>
<p style="text-align: justify;">In Kapitel 2 – „Deutscher als die Deutschen?“ &#8211; geht die Journalistin, Slavistin und Literaturwissenschaftlerin Barbara Kerneck auf den Einfluss von Rechtsextremen im Milieu der Russlanddeutschen ein. Sie gewährt spannende Einblicke in die Gefühlswelten deutsch-russischer Jugendlicher und zeigt, wo es für deutsche Rechtsextreme Anknüpfungspunkte gibt.</p>
<p style="text-align: justify;">In Kapitel 3 – „Träume von Turan“ – beschäftigt sich der Islamwissenschaftler und Publizist  Daniel Bax mit dem türkischen Rechtsextremismus in Deutschland. Organisationen wie die „Grauen Wölfe“ verfügen seit Jahrzehnten über eine gut entwickelte Infrastruktur und treue Anhänger. Bax beschreibt, wie türkische Rechtsextreme äußerst erfolgreich unter deutsch-türkischen Jugendlichen werben, auch an den Schulen.</p>
<p style="text-align: justify;">In Kapitel 4 – „Nationalbewußt und reaktionär“ – beschreibt der Journalist Uwe Rada die rechtsextreme Szene in Polen und unter Polen in Deutschland. Er führt aus, inwiefern die gelungene Integration von Polen in der Bundesrepublik dazu beiträgt, dass Rechtsextreme mit ihren menschenverachtenden Parolen isoliert im Abseits stehen.</p>
<p style="text-align: justify;">Die Herausgeberin Sanem Kleff: „Die Broschüre soll all jene bei ihrer Arbeit unterstützen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wenn Rechtsextreme den inneren Frieden unserer Gesellschaft gefährden.“</p>
<p style="text-align: justify;">„Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft. Exjugoslawen, Russlanddeutsche, Türken, Polen“ richtet sich an Jugendliche, Sozialpädagogen, Lehrerinnen und Lehrer und Universitäten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von kommunalen Einrichtungen und Ordnungsbehörden.</p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.schule-ohne-rassismus.org/fileadmin/pdf/rechtsextremismus_einwanderungsgesellschaft_auszuege.pdf" target="_blank">Auszüge aus der Broschühre</a></p>
<p style="text-align: justify;"><a href="http://www.schule-ohne-rassismus.org/fileadmin/pdf/bestellformular-2010-05.pdf" target="_blank">Bestellformular</a></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a href="http://npd-blog.info/2010/05/05/kommentar-cdu-graue-wolfe-100/" target="_blank">Kommentar: Die Crux eines jeden Chauvinismus</a></p>
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		<title>Hitler tat alles, um seine erbärmliche Existenz zu verlängern</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 15:24:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Vor xx Jahren]]></category>
		<category><![CDATA[3. Reich]]></category>
		<category><![CDATA[Adolf Hitler]]></category>
		<category><![CDATA[Führer]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://npd-blog.info/2009/04/30/die-letzten-tage-des-fuhrers-hitler-tat-alles-um-seine-erbarmliche-existenz-zu-verlangern/</guid>
		<description><![CDATA[Am 20. April 1945 hatte der „Führer“ Geburtstag. Sein Pilot Hans Baur, der Flugstaffel „Reichsregierung“ leitete, notierte: „Der letzte Geburtstag Hitlers verlief traurig und trübe.“ Die noch vorhandenen Flugzeuge wurden vor allem dafür gebraucht, dass die letzten Getreuen sich absetzen konnten, z.B. in das sichere Salzburg, das von den aktuellen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify"><strong>Am 20. April 1945 hatte der „Führer“ Geburtstag. Sein Pilot Hans Baur, der Flugstaffel „Reichsregierung“ leitete, notierte: „Der letzte Geburtstag Hitlers verlief traurig und trübe.“ Die noch vorhandenen Flugzeuge wurden vor allem dafür gebraucht, dass die letzten Getreuen sich absetzen konnten, z.B. in das sichere Salzburg, das von den aktuellen Fronten relativ weit entfernt war. Auch dem größten Illusionisten musste inzwischen klar sein, dass dieser Krieg nicht mehr zu gewinnen war.</strong></p>
<p align="justify"><em>Von Ernst Piper für NPD-BLOG.INFO</em></p>
<p align="justify">Am 19. März 1945 hatte Adolf Hitler den „Nero-Befehl“ erlassen. Alles sollte zerstört werden, was dem Feind bei seinem Vormarsch dienlich sein konnte. Das sollte die gesamte Infrastruktur betreffen, vor allem Brücken, aber auch Versorgungsleitungen und Vorräte an Nahrungsmitteln. Es sollten alle Möglichkeiten genutzt werden, der Schlagkraft des Feindes „den nachhaltigsten Schaden zuzufügen“. Zur Begründung sagte der Befehl: „Der Feind wird bei seinem Rückzug uns nur eine verbrannte Erde zurücklassen und jede Rücksichtnahme auf die Bevölkerung fallen lassen.“</p>
<p align="justify">
<p style="text-align: center;">
<div id="attachment_10421" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2009/04/hitler.jpg"><img class="size-medium wp-image-10421" title="hitler" src="http://npd-blog.info/wp-content/uploads/2009/04/hitler-300x196.jpg" alt="Adolf Hitler im Jahr 1933 in Zivilkleidung auf Schreibtisch sitzend (Porträt) " width="300" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">Adolf Hitler im Jahr 1933 in Zivilkleidung auf Schreibtisch sitzend (Porträt) </p></div>
<p align="justify">
<p align="justify">Dieser Satz ist eine klassische Projektion. In Wahrheit war es nicht der Feind, sondern die deutsche Wehrmacht, die sich auf dem Rückzug befand und nach Hitlers Wunsch nur verbrannte Erde zurücklassen sollte. Glücklicherweise wurde dieser Befehl weitestgehend missachtet, woran wohl auch Albert Speer ein Verdienst zukommt. Eine der bekanntesten Zerstörungen, zu denen es dennoch kam, war die Sprengung des Nord-Süd-Tunnels der Berliner S-Bahn unter dem Landwehrkanal, die auch zu einer Flutung der U-Bahn führte. Hitler tat alles, seine erbärmliche Existenz zu verlängern. Die Flutung würde den Vormarsch der Sowjets mehrere Stunden aufhalten, so dass er seinen Selbstmord noch hinauszögern konnte. Der Preis dafür war, dass Tausende von Ausgebombten, die in dem Tunnel Zuflucht gesucht hatten, ertranken. Aber Hitler war vom deutschen Volk, das den Sieg in diesem Krieg nicht zu erkämpfen vermocht hatte, ohnehin enttäuscht. Da kam es ihm auf ein paar Tausend Tote mehr oder weniger nicht an.</p>
<p align="center">
<p align="justify">
<p align="justify">Am 16. April 1945 hatte die Schlacht um Berlin begonnen. Dieser militärisch völlig sinnlose Häuserkampf, bei dem die Sowjets Straßenzug um Straßenzug eroberten, führte nicht nur zu einer starken Zerstörung der Stadt, er kostete auch noch einmal 700.000 Menschen das Leben. Hitlers Reich, das einst große Teile Europas umfasst hatte, war auf wenige Quadratkilometer zusammengeschrumpft. Von seinem „Führerbunker“ aus befahl er Armeen, die nur noch in seiner Phantasie existierten, Entlastungsangriffe. Seine Entourage hatte bereits das Weite gesucht. Nur wenige Getreue, namentlich Goebbels, der sogar seine Familie in den Bunker geholt hatte, harrten bei ihm aus.</p>
<p align="justify">Am 28. April 1945, inzwischen war die Rote Armee schon bis zum Brandenburger Tor vorgerückt, wurde bekannt, dass Heinrich Himmler versucht hatte, Verbindung mit den Westalliierten aufzunehmen, die sein Kapitulationsangebot aber abgelehnt hatten. Hitler bekam einen der schlimmsten Tobsuchtsanfälle seines Lebens und schäumte über den „schamlosesten Verrat der deutschen Geschichte“. Himmler wurde aus der Partei ausgeschlossen und aller Ämter enthoben. Sein Stellvertreter im Führerhauptquartier, der mit der Schwester von Eva Braun verheiratete SS-Oberführer Hermann Fegelein, wurde als angeblicher Mitwisser standrechtlich erschossen. Nachdem selbst sein „treuer Heinrich“ ihn verlassen hatte, traf Hitler in der folgenden Nacht die endgültige Entscheidung, seinem Leben ein Ende zu setzen. Sein faschistischer Kampfgefährte Benito Mussolini war zu diesem Zeitpunkt schon tot. Er war am 28. April, gemeinsam mit seiner Freundin Clara Petacci, in der Nähe des Comer Sees von Partisanen aufgegriffen und ohne große Umstände erschossen worden. Die Leichen hatte man an den Füßen aufgehängt, und eine erregte Menschenmenge hatte sie bespuckt und mit Steinen beworfen. Doch Hitler wollte auf keinen Fall „Feinden in die Hände fallen, die zur Erlustigung ihrer verhetzten Massen ein neues, von Juden arrangiertes Schauspiel benötigen“. Ihn trieb die Angst um, „dass meine Leiche von den Russen in einem Panoptikum ausgestellt wird.“ Deshalb hatte er vorgesehen, sich zu erschießen, und seine Untergebenen verpflichtet, die Leiche zu verbrennen.</p>
<p align="justify"><strong>&#8220;Ein leuchtendes Sinnbild deutschen Heldentums&#8221;</strong></p>
<p align="justify">Mitte April war Eva Braun nach Berlin gekommen. Jeder wusste, was das zu bedeuten hatte: Die Geliebte wollte mit ihrem Adolf das Ende teilen. Am 29. April traten beide vor einen herbeigeholten Gauamtsleiter, der in einer improvisierten Zeremonie die standesamtliche Trauung durchführte. Das Protokoll vermerkte, Adolf Hitler und Eva Braun seien rein arischer Abstammung und frei von Erbkrankheiten,. Trauzeugen waren Martin Bormann und Joseph Goebbels.</p>
<p align="justify">Der Wehrmachtsbericht meldete am 30. April: „Das heroische Ringen um das Zentrum der Reichshauptstadt hält mit unverminderter Heftigkeit an. In erbitterten Häuser- und Straßenkämpfen halten Truppen aller Wehrmachtsteile, Hitlerjugend und Volkssturm den Stadtkern. Ein leuchtendes Sinnbild deutschen Heldentums.“ Versprengte Soldaten, kaum bewaffnete Hitler-Jungen und Volkssturm-Männer sowie von Dönitz herbeigeschaffte Matrosen waren zur Verteidigung Berlins angetreten, alles in allem etwa 100.000 Mann. Ihnen standen zweieinhalb Millionen gut ausgerüstete sowjetische Soldaten gegenüber, die von Tausenden von Geschützen, Panzern und Flugzeugen unterstützt wurden. Darüber, wie dieses „heroische Ringen“ ausgehen würde, war kein Zweifel möglich.</p>
<p align="justify">Um 15 Uhr 15 verabschiedete Hitler seinen Kammerdiener: &#8220;Linge, ich werde mich jetzt erschießen. Sie wissen, was sie zu tun haben.&#8221; 15 Minuten später war er tot. Das sinnlose Sterben auf den Schlachtfeldern ging noch zehn Tage weiter, bis das neue Staatsoberhaupt Großadmiral Dönitz die Kraft zur Kapitulation fand.</p>
<p style="text-align: center;">
<p align="justify">
<p align="justify"><em>Der Historiker Ernst Piper lehrt an der Universität Potsdam. Von ihm erschien zuletzt eine “Kurze Geschichte des Nationalsozialismus – Von 1919 bis heute”. </em></p>
<p align="justify">Siehe auch: <a class="liinternal" title="Permanent Link to 62 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=1349"><span style="color: #d9560f;">Auschwitz: Das präzedenzlose Verbrechen</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to Vom Ursprung deutschen Reichtums: Die Schaeffler AG" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/04/06/vom-ursprung-deutschen-reichtums-die-schaeffler-ag/"><span style="color: #d9560f;">Vom Ursprung deutschen Reichtums: Die Schaeffler AG</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to Ermittlungen gegen Ex-Angehörige der “Sonderbrigade Dirlewanger”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/29/ermittlungen-gegen-ex-angehorige-der-sonderbrigade-dirlewanger/"><span style="color: #d9560f;">Ermittlungen gegen Ex-Angehörige der “Sonderbrigade Dirlewanger”</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to The Nazis and the “Final Solution” (Episode 5/5)" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/19/the-nazis-and-the-%C3%A2%C2%80%C2%9Cfinal-solution%C3%A2%C2%80%C2%9D-episode-55/"><span style="color: #d9560f;">The Nazis and the “Final Solution” (Episode 5/5)</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to The Nazis and the “Final Solution” (Episode 4/5)" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/17/the-nazis-and-the-%C3%A2%C2%80%C2%9Cfinal-solution%C3%A2%C2%80%C2%9D-episode-45/"><span style="color: #d9560f;">The Nazis and the “Final Solution” (Episode 4/5)</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to The Nazis and the “Final Solution” (Episode 3/5)" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/15/the-nazis-and-the-%C3%A2%C2%80%C2%9Cfinal-solution%C3%A2%C2%80%C2%9D-episode-35/"><span style="color: #d9560f;">The Nazis and the “Final Solution” (Episode 3/5)</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to The Nazis and the “Final Solution” (Episode 2/5)" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/13/the-nazis-and-the-%C3%A2%C2%80%C2%9Cfinal-solution%C3%A2%C2%80%C2%9D-episode-25/"><span style="color: #d9560f;">The Nazis and the “Final Solution” (Episode 2/5)</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to The Nazis and the “Final Solution” (Episode 1/5)" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/12/the-nazis-and-the-final-solution-episode-15/"><span style="color: #d9560f;">The Nazis and the “Final Solution” (Episode 1/5)</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to Ausstellung: Züge in den Tod" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/03/05/ausstellung-zuge-in-den-tod/"><span style="color: #d9560f;">Ausstellung: Züge in den Tod</span></a>, <a class="liinternal" href="http://npd-blog.info/2009/01/29/erinnerungspolitik-kunst-vs-padagogik/"><span style="color: #d9560f;">Erinnerungspolitik: Kunst vs Pädagogik?</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to “Verstehen, was Menschen zu Tätern werden lässt”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=2731"><span style="color: #d9560f;">“Verstehen, was Menschen zu Tätern werden lässt”</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to “Geschichtspornografie” im ZDF: “Ein bisschen Nazi spielen”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=2730"><span style="color: #d9560f;">“Geschichtspornografie” im ZDF: “Ein bisschen Nazi spielen”</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to Täterforschung im globalen Kontext: Blick auf moralische Umformatierung richten" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=2729"><span style="color: #d9560f;">Täterforschung im globalen Kontext: Blick auf moralische Umformatierung richten, </span></a><a class="liinternal" title="Permanent Link to Fundstück: Reichspogromnacht antisemitisch?" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=2405"><span style="color: #d9560f;">Fundstück: Reichspogromnacht antisemitisch?</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to Militärgeistlicher: “Heß nannte Neonazis immer wieder Dummköpfe”" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2008/10/01/beichtvater-hes-nannte-neonazis-immer-wieder-dummkopfe/">Militärgeistlicher: “Heß nannte Neonazis immer wieder Dummköpfe”</a>,  <a class="liinternal" title="Permanent Link to Nazis planen “Zentrum des Widerstandes” im Fichtelgebirge" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=2237"><span style="color: #d9560f;">Nazis planen “Zentrum des Widerstandes” im Fichtelgebirge</span></a>, <a class="liinternal" title="Permanent Link to Bayern: Rieger will angeblich “Heß-Gedenkverein” gründen" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=1869"><span style="color: #d9560f;">Bayern: Rieger will angeblich “Heß-Gedenkverein” gründen</span></a><span style="color: #000000;">, </span><a class="liinternal" title="Permanent Link to Bayern: Rieger und Wulff gehen in Wunsiedel leer aus" rel="bookmark" href="http://npd-blog.info//?p=638"></a><a class="liinternal" href="http://npd-blog.info//?p=1040"><span style="color: #d9560f;">Voigt schlägt Hitler-Stellvertreter als Friedensnobelpreisträger vor</span></a><span style="color: #000000;">, </span><a class="liinternal" href="http://npd-blog.info//?p=419"><span style="color: #d9560f;">Neonazis marschieren in Bayern gegen Nürnberger Prozesse</span></a></p>
</p>]]></content:encoded>
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		<title>Fürsorgeempfänger und Volksgenossen</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 11:18:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA["Soziale Heimatpartei"]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Hintergrund]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>

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		<description><![CDATA[Die soziale Frage zählt zweifellos zu den wichtigsten der Moderne. Auch rechte Ideologie kommt nicht ohne sozialpolitische Vorstellungen aus, Volk und Nation dienen hier auch als Solidargemeinschaft: &#8220;Sozial geht nur national&#8221;, formuliert die NPD. In krisenhaften Zeiten sollten sozialpolitische Vorstellungen am rechten Rand daher die Aufmerksamkeit finden, die ihnen Richard ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Die soziale Frage zählt zweifellos zu den wichtigsten der Moderne. Auch rechte Ideologie kommt nicht ohne sozialpolitische Vorstellungen aus, Volk und Nation dienen hier auch als Solidargemeinschaft: &#8220;Sozial geht nur national&#8221;, formuliert die NPD. In krisenhaften Zeiten sollten sozialpolitische Vorstellungen am rechten Rand daher die Aufmerksamkeit finden, die ihnen Richard Gebhardt und Dominik Clemens mit ihrem Sammelband &#8220;Volksgemeinschaft statt Kapitalismus&#8221; entgegenbringen. </strong></p>
<p style="text-align: justify;"><em>Von Volker Weiss, zuerst veröffentlicht in der <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=pb&amp;dig=2010%2F04%2F10%2Fa0052&amp;cHash=ab748f1ea1">taz</a></em></p>
<p style="text-align: justify;">Leider reproduziert gleich der einleitende Beitrag des VVN-Funktionärs Kurt Heilers über &#8220;linke Leute von rechts&#8221; nur den Kanon der DDR-Forschung. Das ist ärgerlich, zeugt es doch vom klassischen Dilemma, in den sozialpolitischen Vorstellungen der Rechten nur &#8220;verschleiernde Motive&#8221; zu sehen. Über die Einschätzung, diese dienten einzig den Kapitalinteressen und sollten die Arbeiter vom Klassenkampf abhalten, sollte die Diskussion längst hinweg sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Auch das Plädoyer Sabine Hüthers sieht das Problem alleine im neoliberalen Kurs von Politik und Wirtschaft. Zwar räumt die Gewerkschaftssekretärin ein, dass die hohe Anfälligkeit für rechtsextreme Einstellungen auch unter Gewerkschaftsmitgliedern Teil des Problems ist, verliert sich aber in verbandspolitischen Phrasen.</p>
<p style="text-align: justify;">Dem systematischen Zeichentransfer der Neonazis von links nach rechts muss aber mehr entgegenzusetzen sein als der Hinweis, Sozialpolitik sei traditionell linkes Terrain. Denn tatsächlich fördert auch der Faschismus durch materielle Zuwendungen die Loyalität seiner Parteigänger. Max Horkheimer schätzte schon zur Zeit des Nationalsozialismus den Weg vom Fürsorgeempfänger zum Volksgenossen als kurz ein.</p>
<p style="text-align: justify;"><strong>Kein Trick</strong></p>
<p style="text-align: justify;">Die wissenschaftlichen Beiträge werden dieser Perspektive deutlich mehr gerecht als die der Funktionsträger. So bringt beispielsweise Regina Wampers Analyse des zeitgenössischen Globalisierungsdiskurses in der NPD-Zeitung Deutsche Stimme präzise auf den Punkt, dass völkischer Antikapitalismus keinesfalls nur ein &#8220;Trick&#8221;, sondern &#8220;historisch wie aktuell zentral für jede extrem rechte Ideologiebildung&#8221; ist. Auch Dominik Clemens&#8217; Ausführungen zur Sozialstruktur von Mitgliedern und Wählern der NPD zeigt, dass soziale Themen für die Partei an Bedeutung gewonnen haben.</p>
<p style="text-align: justify;">Da liegt es nahe, auch die rechte Anschlussfähigkeit gewerkschaftlicher Standortpolitik kritisch zu hinterfragen, was im Beitrag von Marcus Meier ausführlich geschieht. Scharf geht er mit der allein auf die &#8220;Finanzsphäre&#8221; gemünzten Heuschrecken- und Blutsauger-Metaphorik ins Gericht. Solange der wirtschaftliche Prozess nicht in seiner Gesamtheit aus konkreter Arbeit und abstrakter Zirkulation begriffen werde, stünden die Einfallstore für nationale Sündenbockrhetorik weit offen. Ohnehin stellen fast alle Beiträge fest, dass mit dem &#8220;sozialen&#8221; Gebaren der Neonazis auch ihr Antisemitismus an agitatorischer Kraft gewonnen hat.</p>
<p style="text-align: justify;">Letztendlich stehen sich auf Seiten der Rechten zwei wirtschaftspolitische Konzepte gegenüber, die auf den ersten Blick nur schwer miteinander vereinbar scheinen: der staatszentrierte protektionistische Ansatz und das neoliberale Konzept einer vollkommen deregulierten Wirtschaft. Ihre Schnittmengen liegen im Abbau der Arbeitnehmerrechte, die im ersten Fall an den autoritären Staat &#8220;delegiert&#8221; und im zweiten Fall der Konkurrenzfähigkeit geopfert werden. Christina Kaindl sieht in den neoliberalen Subjektstrategien einen &#8220;Resonanzraum&#8221; für rechten Antikapitalismus. Die Abwehr gegen die Zumutungen des deregulierten Arbeitsmarktes, der auf Selbstmotivation setzt, wendet sich Kaindl zufolge gegen jede Selbstbestimmung überhaupt.</p>
<p style="text-align: justify;">Welche Formen diese &#8220;antikapitalistische&#8221; Tendenz angenommen hat, lässt Michael Klarmanns Essay über die &#8220;Autonomen Nationalisten&#8221; entnehmen. Richard Gebhardts Zusammenfassung der Frage, was völkischer Antikapitalismus sei, liefert schließlich die überzeugenden Zitate, warum die NPD bei aller sozialen Rhetorik letztlich unternehmerfreundlich agiert, vermeidet aber den plumpen Vorwurf einer Identität beider. Denn zumindest idealtypisch ist das Kapital gegenüber der Arbeitskraft vorurteilsfrei, während die Rechte auf weitere Ressentiments zur Schaffung einer &#8220;Volksgemeinschaft&#8221; angewiesen ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Dazwischen jedoch ist viel Spielraum für Kompromisse in Form gemeinsamer aggressiver Expansion oder Attacken gegen kulturelle Liberalisierung. Die Notwendigkeit für eine Beschäftigung mit den sozialpolitischen Vorstellungen der Rechten ist nicht zu leugnen. Diese lässt sich, wie der Band zeigt, nicht allein mit Kostümen aus dem Fundus der Arbeiterbewegung bewerkstelligen, doch bleiben Kategorien marxistischer Kritik unverzichtbar. Den Herausgebern ist zu wünschen, dass die Diskussion fortgesetzt wird.</p>
<p style="text-align: justify;"><em>Richard Gebhardt, Dominik Clemens (Hg.): &#8220;Volksgemeinschaft statt Kapitalismus. Zur sozialen Demagogie der Neonazis&#8221;. PappyRossa, Köln 2009. 187 Seiten, 12,90 Euro</em></p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/10/22/hier-regiert-die-npd-die-raumorientierte-volkswirtschaft/" target="_blank">Hier regiert die NPD: die “raumorientierte Volkswirtschaft”</a></p>
<p><img src="http://vg03.met.vgwort.de/na/de594411df0547d39da53d8c94de68b0" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		<title>Kostenloses Buch zum Thema Rechtsrock</title>
		<link>http://www.publikative.org/2010/03/01/rechtsrock-buch-100/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 20:03:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Publikative.org</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur zum Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsrock]]></category>

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		<description><![CDATA[Rechtsextreme Musik gilt vielfach als „Einstiegsdroge“ in Neonazi-Szenen; auch werden ihr einstellungsstabilisierende und gewaltmotivierende Wirkungen zugeschrieben. Doch welche Funktionen hat diese Musik tatsächlich für jugendliche Hörer/innen? Und wie kann die pädagogische Praxis darauf reagieren? Zwei in einem Band veröffentlichte Studien nähern sich diesen Fragen aus verschiedenen Perspektiven an: Zum einen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;">Rechtsextreme Musik gilt vielfach als „Einstiegsdroge“ in Neonazi-Szenen; auch werden ihr einstellungsstabilisierende und gewaltmotivierende Wirkungen zugeschrieben. Doch welche Funktionen hat diese Musik tatsächlich für jugendliche Hörer/innen? Und wie kann die pädagogische Praxis darauf reagieren? Zwei in einem Band veröffentlichte Studien nähern sich diesen Fragen aus verschiedenen Perspektiven an: Zum einen wurden ehemals sowie aktuell rechtsextrem organisierte Jugendliche zu ihren Hörmotiven, Hörgewohnheiten und -kontexten sowie zu ihren Erfahrungen mit diesem Medium befragt. Dabei wurden unterschiedliche Phasen der Szenezugehörigkeit ebenso wie die Zeit nach dem Ausstieg betrachtet, um Hinweise zu möglichen Funktionen der Musik für Zugangs-, Verbleibs- und Distanzierungsprozesse zu erhalten. Zum anderen wurden die Antworten der pädagogischen Praxis in den Blick genommen. Im Feld tätige Projekte wurden nach ihren Ansätzen und damit gewonnen Erfahrungen befragt, um erfolgreiche Vorgehensweisen, aber auch Entwicklungsbedarf in der pädagogischen Auseinandersetzung mit rechtsextremer Musik zu identifizieren.</p>
<p style="text-align: justify;">Herausgekommen ist ein Buch mit dem Titel &#8220;Rechtsextreme Musik &#8211; Ihre Funktionen für jugendliche Hörer/innen und Antworten der pädagogischen Praxis&#8221;. Diese kann kostenlos heruntergeladen werden. Und zwar <a href="http://www.dji.de/bibs/96_11763_Rechtsextreme_Musik_Funktionen_fuer_Jugendliche_und_paedagogische_Antworten.pdf" target="_blank">hier</a>.</p>
<p style="text-align: justify;">Siehe auch: <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/11/25/rechtsrock9663/" target="_blank">Neonazi-Veranstaltungen: Rechtsrock hilft bei Mobilisierung</a>, <a rel="bookmark" href="http://npd-blog.info/2009/12/14/lesetipp-rechtsrock-made-in-thuringen/" target="_blank">Lesetipp: Rechtsrock made in Thüringen</a></p>
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